Beziehungsweise
Eifersucht sei nun wirklich die
Hirnrissigste aller Leidenschaften
Die nur zerstört worum sie sich sorgt
Wusste Montaigne schon ganz genau
Dennoch rechtfertigen manche sie
Noch bis heute als Ausdruck großer
Gefühle obwohl sie das Gegenteil von
Liebe die bedingungslos gönnt ist
Doch was wäre weise in Fragen
Der Liebe die gern närrisch macht
Überlege ich abstrakt und konkret
Gerade wieder als Täter und Opfer
Wenn die verheiratete Geliebte den
Ehemann lieber schonen will der zu
Alt schon wäre fragt sich ob diese
Sozial gedachte Lüge moralisch ist
Könnte ein an sich unmoralisches
Verhalten allein durch die Absicht
Doch moralisch werden und was
Ist daran überhaupt zu verurteilen
Halte sexuelle Treue nur für eine
Frage der Vereinbarung sie ist sowohl
Abdingbar wie damit nur relativ gültig
Fraglich wer was wie warum beurteilt
Sexualmoral ist zumeist ein Produkt
Des Aberglaubens das auf Macht
Über Körper durch den Geist zielt
Eine Art von psychischer Sklaverei
Wo Liebe bedingungslos gönnt wie
Es ihrer Natur entspricht würde sie
Herrschaft über andere Körper so
Ablehnen wie verbundene Erwartung
Bei der Beurteilung der Frage was
Moralisch richtig ist kann es nie um
Nur konventionelle Gefühle gehen
Was alle tun muss nicht gut sein
Liebe verdient als bedingungsloses
Gefühl absolute Aufrichtigkeit wer
Dabei lügt ist nicht mehr glaubwürdig
Könnte logisch argumentiert werden
Andererseits wird aus Liebe handeln
Wer das möglichst Beste für alle will
Ob dies die Lüge damit rechtfertigt
Dürfte relativ bedeutend so werden
Kann die Wahrheit welche stets die
Erfindung eines Lügners logisch ist
Höheren Wert haben als der Wunsch
Es allen dabei gut gehen zu lassen
Welche Rolle spielt dabei die Zeit
Wenn der relativ alte Gatte der
Geliebten sich irgendwann einfach
Nach der Natur von allein erledigt
Kann dann der moralische Wert des
Friedens in einer Scheinwelt höher
Sein als der relativen Wirklichkeit
Oder diktiert das die Trägheit nur
Wie frei und glücklich ist dagegen
Wer so etwas nicht entscheiden muss
Sondern es Beziehungsweise lieber
Stehen lässt und einfach abwartet
Vom Ethos her schiene mir eine
Offene Variante vernünftiger weiser
Wie damit sicherer aber dies nicht
Entscheiden zu müssen ist befreiend
Beziehungsweise scheint mir immer
Mehr das Abwarten als alle Prinzipien
Um zu genießen was noch bleibt wie
Die Eifersucht einfach hirnverbrannt
Natürlich ist es völlig lächerlich heute
Wie im vergangenen Jahrhundert die
Sexuelle Treue mit Liebe zu verbinden
Halt so ein romantischer Scheiss nur
Den anderen in der Gefangenschaft
Dieser niederen Gefühle zu halten
Statt ihm die Chance zu geben ein
Relativ freies Leben zu führen
Scheint verglichen mir eher schlecht
Doch auch hier Flaneur zu bleiben
Nur zu beobachten statt zu beurteilen
Könnte die große Freiheit sein
Was die Geliebte vor ihrem Gewissen
Verantwortet ist ihre Entscheidung
Nur da zu sein genügt da völlig um
Gemeinsam genießen zu können
Beziehungsweise scheint mir heute
Viel weniger und viel mehr zugleich
Was keiner weiß macht keinen heiß
Es dabei zu belassen ist gut so
Der Flaneur lebt nach seiner Natur
Gerne ein Leben im Verborgenen
Womit beziehungsweise einfach
Nichts zu tun gut harmoniert
jens tuengerthal 16.3.26
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