Mittwoch, 25. März 2026

Lektürentagebuch 25.3.26

Lektürentagebuch 25.3.26 

Weiter geht es mit der Verfeinerung
Der Deutschen von Erwin Seitz in
Kapitel II Dorf oder Stadt über die Sehnsucht nach der Metropole und

Heinrich Heine als Visionär doch 
Zunächst erfahren wir wie viele
Deutsche Künstler sich zu Anfang
Des 19 Jahrhunderts noch der Mystik

Hingaben als hätte es nie eine 
Aufklärung im Land gegeben so
Wurde mehr für das Landleben noch
Geschwärmt als für die Metropole

Solche waren in Deutschland ohnehin
Schwer zu finden weil es nicht eine
Königliche Kapitale gab die freien 
Reichs- und Hansestädte hatten in

Mittelalter und Renaissance noch
Höchstens 20.000 Einwohner nur 
Ausnahmsweise mal 50.000 wie
Köln Nürnberg und Augsburg

Dagegen hatten andere europäische
Metropolen schon im 16. Jahrhundert 
Weit über 100.000 Einwohner wie
Venedig Paris oder London

Erst im 18. Jahrhundert wurden Wien
Berlin und Hamburg zu Großstädten
Doch Wien lag in der Peripherie und
Berlin hatte Militär und Bürokraten

Heinrich Heine hätte sich gerne mit
Berlin angefreundet er kam 1822 in 
Die Stadt um Jura und Philosophie
Zu studieren und war begeistert 

Von der Größe und den Möglichkeiten
Es war zur gleichen Zeit als Friedrich
Den einsamen Baum malte und
Eichendorff den Taugenichts dichtete

Heine schuf als Student aus dem
Nichts ein großstädtisches Feuilleton
Veröffentlichte Briefe aus Berlin und
Erfand den Geist der Metropole neu 

Zunächst schwärmte er noch von
Der ländlichen Heimat in Westfalen
Das er durchwanderte und wie ihm
Die uralten Eichen dabei zuflüsterten

Er wollte so viele Seiten wie möglich
Der Stadt beschreiben und nicht nur
Die übliche bekannte Hochkultur in
Leichtfüßiger Prosa beschrieben

Er kritisiert die Hohenzollern aber lobt
Die Bürger die der Stadt Glanz geben 
Das Schloss sei grau und veraltet 
Dafür war bürgerliches Leben bunt 

Er hielt dem spartanisch-asketischen
Berlin der Hohenzollern dafür das 
Athenisch-hedonistische der Bürger
Entgegen dass ihm viel besser gefiel

Schwärmt von der Pracht die er dann
Unter den Linden sehen kann doch 
Das königliche Palais sei schlicht nur
Der König wohne einfach bürgerlich

Schon für Heine war der Boulevard
Unter den Linden geschichtsträchtig
Verspottet die Deutschen und ihre 
Liebe zu den Bäumen dabei auch

Dabei erzählt er wie es ihn dabei
Erschauert bei all den Berühmten 
Die einst hier gelustwandelt nennt
Dabei zuerst Lessing dann Friedrich II

So macht er Berlin zur Stadt der
Aufklärung statt des Säbelrasseln
Wendet sich dem zivilen Leben zu
Schaut lieber auf die schönen Damen

Genau beschreibt er die Gastronomie
Entdeckt neue Gourmetrestaurants
Die in Paris nach der Revolution von
Arbeitslosen Köchen erfunden wurden 

Vom Gourmet Restaurant Jagor 
Schwärmt Heine als Paradiespforte
Etwa vom dortigen Trüffeleis noch
Aber kritisiert auch lahme Bedienung

In diesem Gourmettempel gab es
Die große Küche wie eine im Buch
Abgedruckte Karte zeigt mit allen 
Delikatessen von Austern bis Wein

Heine versuchte den urbanen Geist
In Berlin zu beschreiben aber ging
Dann doch lieber 1831 nach Paris 
Kurz bevor er hier verboten wurde

Das Gemälde die Weinprobe von
Johann Peter Hasenclever zeigt den
Lukullischen Geist 1843 es hängt
Auch in der Alten Nationalgalerie

Wie in einer Karikatur kommen hier die verschiedenen Formen des 
Genuss in den Personen wieder
Es ist zugleich komisch und echt

Zwischen Bühne und wildem Garten
Über Max Slevogt zwischen Berlin 
Und Neukastel in der Pfalz über
Leinsweiler wo der Slevogthof ist

Heißt das Essay von Karoline Feulner
Das sich mit den Impressionisten
Max Slevogt und seinem Weg zu
Dieser Form der Malerei beschäftigt

Zunächst war Slevogt in München
Von dort holten ihn Paul Cassirer 
Wie Max Liebermann nach Berlin
Der Berliner Secession beizutreten 

Der Slevogthof wie er ihn später
Nannte ist nahe von Landau gelegen 
Heute ein Kulturzentrum mit Kunst 
Taucht in vielen seiner Bilder auf

Es ist ein wilder Garten damit ganz
Anders als der von Liebermann der
Gerade Achsen hat und die Natur
Genau ordnet zwischen den beiden

Gärten vor und hinter seiner Villa
In der Kolonie am Wannsee was
Auch die unterschiedliche Art zu
Arbeiten beider Künstler zeigt

Liebermann arbeitete zu ganz
Regelmäßigen Zeiten während
Slevogt sich genialisch von der
Wilden Natur inspirieren ließ

So überlieferte auch Cassirer
Dass die Zusammenarbeit mit
Slevogt auch als Illustrator nicht
Immer einfach war oft überraschend

Nie hätte dieser ein von seinem
Verleger Cassirer vorgeschlagenes
Buch angenommen dafür teilweise
Hundert Bilder in einer Nacht gemacht

In München waren seine Bilder noch
Dunkel und vom Geist der dortigen
Akademie eher geprägt was sich
Mit der Zeit deutlich verändert

Cassirer vermittelte ihm Kontakte
In Paris wobei unklar ist ob er
Diese auch nutzte aber eine
Späte Postkarte ist so auslegbar

In Berlin dagegen ging er in die
Oper ins Theater und verkehrte
Auch im Romanischen Café dem 
Treffpunkt so vieler Großer 

Das Haus in der Pfalz war wohl
Direkt benachbart dem Haus
Seiner Schwiegereltern seine
Frau Nina malte er im Garten

Das Essay stellt wunderbar die
Beiden Lebenswelten zwischen
Pfalz und Berlin von Slevogt dar
Zeigt wie sie seine Kunst prägten

Auch die Gegenüberstellung mit
Liebermann ist sehr spannend da
Zwei gegensätzliche Charaktere
In ihrem Refugium gezeigt werden

jens tuengerthal 25.3.26

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