Versgedanken VII
Endlich weiter geht es mit einigen
Versen über einige Verse von Vergil
In denen Michel de Montaigne genial
Über Liebe und Lust dabei schreibt
Die Eifersucht und der Neid der ihr
Zwillingsbruder sei scheinen ihm in
Der Tat von der ganzen Sippschaft
Der Laster am hirnverbranntesten
Über den Neid vermag er nichts zu
Sagen dieser angeblich so mächtige
Trieb hat ihm den Gefallen getan ihn
Von jedem Zugriff zu verschonen
Die Eifersucht kenne er zumindest
Vom Anblick her schon Tiere würden
Sie verspüren dazu erzählt er eine
Geschichte um den Schäfer Crastis
Dem ein eifersüchtiger Ziegenbock
Mit seinen Hörnern dem Kopf noch
Zermalmte was wir unter uns noch
Bis ins maßlose gesteigert hätten
Treffliche Männer wie Lukullus Cäsar
Pompeius Antonius und Cato wurden
Schon Hörner aufgesetzt machten
Dennoch keinen Tumult darob
Nur ein Tölpel wie Lepidus grämte
Sich zu jener Zeit darüber zu Tode
Wozu Montaigne Verse noch zittert
Oh übel soll es ihr ergehen
Stachelbarsch und Rettich sollte wer
Ins schandbar offene Loch ihr drehen
Als Vulkan von dem Vergil spricht
Seine Frau mit einem Gefährten trifft
Begnügt er sich damit sie vor den
Anderen Göttern zu beschämen
Danach ließ er sich wieder von den
Süßen Liebkosungen der Gattin neu
Entflammen und beschwert sich nur
Dass sie an seiner Liebe zweifelte
Auch zögert sie nicht ihn um die
Ausrüstung eines ihrer unehelichen
Söhne mit Schild und Schwert zu
Bitten was er gerne dann erfüllt
Das findet Montaigne eine mehr
Als menschliche Menschlichkeit
Solches Übermaß an Güte überlässt
Er gerne den Himmlischen ganz
Es sei den Menschen nicht gegeben
Wird hier wieder ein Vers zitiert sich
Bis zur Göttergröße zu erheben auch
Darum ist er dabei nachsichtig
Die Aufzucht der Kinder biete keinen
Anlass zur Eifersucht und dennoch
Nistet sie sich bei ihnen noch fester
Ein als bei uns meint Montaigne
Als Beleg kommen Verse über Juno
Die höchste Herrscherin der Himmel
Die ihren Zorn oft nicht zähmen kann
Wenn sie täglich ihren Mann erwischt
Wenn die Eifersucht jene erwischt
Die ihr ohne alle Widerstandskraft
Erliegen ist es bemitleidenswert
Wie sie hin und her geworfen
Zunächst schleiche sie sich unter
Dem Vorwand liebender Zuneigung
Ein wenn es sie aber erst erwischt
Wandelt diese sich in reinen Hass
Unter allen Krankheiten der Seele
Ist sie jene der die meisten Dinge
Zur Nahrung und wenigstens zur
Heilung dienen alle Verdienste
Seinerseits könnten ihren Hass
Wie den Brand ihrer Wut noch
Weiter schüren von Lieb gespeister
Hass sei ein bodenloses Fass
Dieses Fieber verdürbe alles was
Frauen an Gutem und Schönem noch
Haben so gäbe es bei einem so
Eifersüchtigen Weib nichts was
Nicht auf Zank lauerte uns zu quälen
Ihr immer Aufruhr schleuderte sie in
Eine Maßlosigkeit die im umgekehrten
Verhältnis zum Anlass stünde
Er erzählt von der wie er meint doch
Erstaunlichen Geschichte eines
Octavius aus Rom der mit einer
Pontia Posthumia schlief und sich
Dabei so in sie verliebte dass er
Sie bat ihn zu heiraten und als sie
Dies ablehnte diese dafür umbrachte
Das nennen wir heute dann Femizid
Der zerstörerische Hass der aus der
Eifersucht wächst der alles vermag
Wird gerne mit dem Vorwand noch
Gerechtfertigt es geschehe aus Liebe
Sehr weise schreibt Montaigne über
Die Eifersucht hier die er zurecht das
Hirnverbrannteste aller Laster nennt
Das zerstört worum es sich sorgt
Habe jahrelang und auch schon
Mehr als einmal darunter gelitten
Auch wenn sie mir eher fremd ist
Vom Wesen her steckt sie an
Ist wie eine Epidemie mit der meist
Unreife Menschen die nicht gönnen
Können jede Liebe zerstören warum
Geliebte die bessere Lösung sind
Wenn Mann sich heute Beziehungen
Lieber erspart liegt dies auch in der
Gier der Eifersucht begründet die alle
Liebe infolge zerstören kann
Bin mit meiner vielfältig begabten
Balkanischen Prinzessin durch diese
Hölle über Jahre gegangen die ich
Besser mir erspart doch hätte weil
Eifersucht keinen guten Ausgang
Kennt nur weiter würgt sollte jeder
Der sie sieht schnell weglaufen weil
Davon nie etwas Gutes kommt
Leid tun mir alle die an ihr leiden
Aber inständig bitte ich sie einen
Weiten Bogen um mich zu machen
Sie lässt freie Menschen ersticken
jens tuengerthal 14.3.26
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