Sonntag, 15. März 2026

Versgedanken VII

Versgedanken VII

Endlich weiter geht es mit einigen
Versen über einige Verse von Vergil
In denen Michel de Montaigne genial
Über Liebe und Lust dabei schreibt 

Die Eifersucht und der Neid der ihr
Zwillingsbruder sei scheinen ihm in 
Der Tat von der ganzen Sippschaft 
Der Laster am hirnverbranntesten

Über den Neid vermag er nichts zu
Sagen dieser angeblich so mächtige
Trieb hat ihm den Gefallen getan ihn 
Von jedem Zugriff zu verschonen

Die Eifersucht kenne er zumindest
Vom Anblick her schon Tiere würden 
Sie verspüren dazu erzählt er eine 
Geschichte um den Schäfer Crastis

Dem ein eifersüchtiger Ziegenbock
Mit seinen Hörnern dem Kopf noch
Zermalmte was wir unter uns noch
Bis ins maßlose gesteigert hätten 

Treffliche Männer wie Lukullus Cäsar
Pompeius Antonius und Cato wurden 
Schon Hörner aufgesetzt machten 
Dennoch keinen Tumult darob

Nur ein Tölpel wie Lepidus grämte
Sich zu jener Zeit darüber zu Tode
Wozu Montaigne Verse noch zittert

Oh übel soll es ihr ergehen
Stachelbarsch und Rettich sollte wer
Ins schandbar offene Loch ihr drehen

Als Vulkan von dem Vergil spricht
Seine Frau mit einem Gefährten trifft
Begnügt er sich damit sie vor den 
Anderen Göttern zu beschämen

Danach ließ er sich wieder von den
Süßen Liebkosungen der Gattin neu
Entflammen und beschwert sich nur
Dass sie an seiner Liebe zweifelte

Auch zögert sie nicht ihn um die
Ausrüstung eines ihrer unehelichen
Söhne mit Schild und Schwert zu
Bitten was er gerne dann erfüllt

Das findet Montaigne eine mehr
Als menschliche Menschlichkeit 
Solches Übermaß an Güte überlässt 
Er gerne den Himmlischen ganz

Es sei den Menschen nicht gegeben
Wird hier wieder ein Vers zitiert sich 
Bis zur Göttergröße zu erheben auch 
Darum ist er dabei nachsichtig

Die Aufzucht der Kinder biete keinen 
Anlass zur Eifersucht und dennoch
Nistet sie sich bei ihnen noch fester
Ein als bei uns meint Montaigne

Als Beleg kommen Verse über Juno
Die höchste Herrscherin der Himmel
Die ihren Zorn oft nicht zähmen kann
Wenn sie täglich ihren Mann erwischt

Wenn die Eifersucht jene erwischt
Die ihr ohne alle Widerstandskraft 
Erliegen ist es bemitleidenswert
Wie sie hin und her geworfen

Zunächst schleiche sie sich unter
Dem Vorwand liebender Zuneigung
Ein wenn es sie aber erst erwischt
Wandelt diese sich in reinen Hass

Unter allen Krankheiten der Seele
Ist sie jene der die meisten Dinge
Zur Nahrung und wenigstens zur 
Heilung dienen alle Verdienste 

Seinerseits könnten ihren Hass 
Wie den Brand ihrer Wut noch
Weiter schüren von Lieb gespeister 
Hass sei ein bodenloses Fass 

Dieses Fieber verdürbe alles was
Frauen an Gutem und Schönem noch
Haben so gäbe es bei einem so 
Eifersüchtigen Weib nichts was 

Nicht auf Zank lauerte uns zu quälen
Ihr immer Aufruhr schleuderte sie in 
Eine Maßlosigkeit die im umgekehrten
Verhältnis zum Anlass stünde

Er erzählt von der wie er meint doch
Erstaunlichen Geschichte eines 
Octavius aus Rom der mit einer
Pontia Posthumia schlief und sich 

Dabei so in sie verliebte dass er
Sie bat ihn zu heiraten und als sie 
Dies ablehnte diese dafür umbrachte
Das nennen wir heute dann Femizid

Der zerstörerische Hass der aus der
Eifersucht wächst der alles vermag
Wird gerne mit dem Vorwand noch
Gerechtfertigt es geschehe aus Liebe 

Sehr weise schreibt Montaigne über
Die Eifersucht hier die er zurecht das
Hirnverbrannteste aller Laster nennt
Das zerstört worum es sich sorgt 

Habe jahrelang und auch schon
Mehr als einmal darunter gelitten
Auch wenn sie mir eher fremd ist
Vom Wesen her steckt sie an 

Ist wie eine Epidemie mit der meist
Unreife Menschen die nicht gönnen 
Können jede Liebe zerstören warum
Geliebte die bessere Lösung sind

Wenn Mann sich heute Beziehungen
Lieber erspart liegt dies auch in der
Gier der Eifersucht begründet die alle
Liebe infolge zerstören kann 

Bin mit meiner vielfältig begabten
Balkanischen Prinzessin durch diese 
Hölle über Jahre gegangen die ich
Besser mir erspart doch hätte weil

Eifersucht keinen guten Ausgang
Kennt nur weiter würgt sollte jeder
Der sie sieht schnell weglaufen weil
Davon nie etwas Gutes kommt

Leid tun mir alle die an ihr leiden
Aber inständig bitte ich sie einen
Weiten Bogen um mich zu machen
Sie lässt freie Menschen ersticken

jens tuengerthal 14.3.26

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