Donnerstag, 26. März 2026

Lektürentagebuch 26.3.26

Lektürentagebuch 26.3.26

Zwischen Erdbeben geht es nun
Weiter mit Curzio Malaparte der
Sich 1931 von Italien entnervt nach
Paris begibt und ein Buch schreibt 

Technique du coup d’etat wird 
International erfolgreich politisch
In der Tradition von Machiavellis Buch
Der Fürst analysiert er Staatsstreiche

Es sind Pilsudski Trotzki Riviera wie
Mussolini und Hitler die er kühl und
Technisch analysiert scheinbar nicht
Ideologisch dabei aber für Trotzki den

Er bewundert dafür Hitler verachtet 
Ihn als femininen Typ lächerlich macht
Der brutale Mittel nutze um seine nur
Lächerliche Schwachheit zu tarnen

Es sei etwas trübes sexuellmorbides
In der opportunistischen Taktik Hitlers 
Wie seiner Aversion gegen alle auch
Revolutionäre Gewalt in seinem Hass

Gegen jede Form von Freiheit und
Individuelle Würde so gäbe es nach
Allen Tragödien und Kriegen immer
Einen der aus der Menge steigt

Dieser setze seinen Willen durch wie
Seinem Groll wie seinem Ehrgeiz folgt
Sich rächt wie eine Frau am ganzen 
Volk und der verlorenen Freiheit

In der Geschichte Europas sei nun
Deutschland an der Reihe und so
Sei Hitler die Frau die das Land
Verdiene was auffällig kritisch war

Es war sicher nicht opportun Hitler
Lächerlich zu machen als sich 
Mussolini immer mehr diesem zuwand
So wurde das Buch erst verboten

Er geht 1933 nach London erhält 
Einladungen nach Cambridge und 
Oxford reist nach Schottland dafür
Wird er nach einem politischen

Konflikte mit dem italienischen
Außenminister von 1933 bis 1935
Auf die einsame Insel Lipari verbannt
Durch Fürsprache seines Freundes

Galezzo Ciano der Schwiegersohn
Von Mussolini ist wird er von Lipari
Nach Ischia versetzt und bekommt
Dort Hausarrest mit Chauffeur dazu

Nach seiner vorzeitigen Entlassung
Veröffentlicht er betont unpolitische
Erzählbände ab 1937 gründete er die
Zeitschrift Prospektive und leitete sie

Die von Mussolini autorisierte und
Vom Kultusministeriums finanzierte
Zeitschrift erschien dann bis 1942
Sie widmeten sich kulturellen Themen

Bis 1938 war die Zeitschrift noch auf
Politische Propaganda beschränkt
Die zweite Serie widmet sich dann 
Der gesamteuropäischen Kultur

Sie wird dann kosmopolitisch und
Die Autoren sind ein Who ist Who 
Der Kultur der Dreißiger Jahre er
Zeigt sich als Teil europäischer Kultur

Dort schrieben James Joyce Paul 
Éluard André Breton Ezra Pound
Und viele andere Namen dabei
Wandte er sich neuer Kunst zu

Es war eine ganz erstaunliche
Publikation bei der die Zensur
Wohl ein Auge zudrückte die
Im Faschismus einzig blieb 

Als Korrespondent der Zeitung
Corriere della Sera ging er nach
Äthiopien das von Mussolini 1936
Eroberte neue Imperium Roms

Er legte zwischen Amara und der
Hauptstadt Addis Abeba sehr lange
Strecken auf einem Maulesel zurück
Begleitet vom zensierenden Polizisten

Die Artikel sind selten kritisch dafür
Banale Landschaftsbeschreibungen
Die Entwicklung in Europa mit der
Besetzung von Böhmen und auch

Albaniens durch Italien machten 
Afrika plötzlich irrelevant warum
Malaparte nach Europa zurückkehrte
Der Chefredakteur lobte ihn später

Ab 1940 wird Malaparte dann zum
Kriegsberichterstatter in Frankreich
Griechenland Jugoslawien Rumänien
Wie auch an der russischen Front

Aufgrund von persönlicher Kritik von 
Hitler wird er nach Skandinavien
Versetzt während der Zeit in Finnland 
Schreibt er seinen Roman Kaputt

Am 30. September 1942 empfängt ihn 
In Stockholm Prinz Eugen der Bruder
Des schwedischen Königs noch
Die Schilderung dieser Begebenheit

Eröffnet dann seinen Roman nach
Kurzem Aufenthalt in Berlin geht er 
Erneut 1943 nach Schweden aber
Kehrt nach dem Sturz von Mussolini

Am 23. Juli 1943 zurück nach Italien
Auch wenn einige Freunde ihm davon 
Abrieten und er wird in dieser sehr
Turbulenten Zeit mehrfach verhaftet

Erst von der neuen Regierung dann
Von den Alliierten als Faschist und
Dann 1944 von italienischen Ämtern
Für jeweils nur sehr kurze Zeit

Er begleitet dann die Alliierten als
Verbindungsmann auf ihrem Marsch
Zur Befreiung nach Norden zeigt
Sich nun als freier Intellektueller

Dann hat er als es in den 50ern still 
Um ihn wird die Idee die USA mit
Dem Fahrrad zu durchqueren um
Gegen die Mechanisierung des 

Modernen Lebens zu protestieren
Wollte dabei 2000 Flaschen Cola
Von seinem Sponsor konsumieren
Der Plan wurde nicht mehr wirklich

Seine Reisefeuilletons zählen zu
Dem besten was Malaparte schrieb
Seine letzte Reise führt ihn 1956
In die Sowjetunion und nach China

Schwer am Lungentumor erkrankt
Muss er die Reise in China abbrechen 
Am 11. März 1957 wird er nach Rom
Geflogen und kam in eine Klinik

Verschiedene Politiker Journalisten
Autoren Kulturschaffende machten 
Ihm noch ihre letzte Aufwartung so
Erhält er am 12. April 1957 noch

Aus den Händen des Parteichefs
Persönlich seinen Mitgliedsausweis
In der kommunistischen Partei um
Dann am 19. Juli 1957 noch bei

Zwei jesuitischen Patres katholisch
Zu werden und dieser absurde 
Kampf um die geaberglaubte Seele
Kurz vor Toresschluss offenbarte

Die Tragikomik eines Lebens das
Zwischen Unabhängigkeit und
Unterordnung immer das Ideal suchte
Widersprüche dabei nicht scheute


Mit Siri Hustvedts Ghost Stories der
Erinnerung an ihren verstorbenen 
Mann Paul Auster begonnen die auch
Eine Beschreibung des neuen Leben

Plötzlich ohne den Geliebten wie sie
Ihn immer wieder nennt was doch
Viel schöner klingt als mein Mann
Was sie natürlich auch mal sagt 

Es ist die ersten Seiten auch ein
Kampf durch ihre Erinnerung an
Das Sterben an Lungenkrebs auch
Wenn ihn eine Nebenwirkung 

Eines leider nötigen Medikaments
Umgebracht hat und nicht der Krebs
Der ihn so nah an den Abgrund
Gebrachte in den er tief schaute 

Siri beschreibt wie sie die Zeit
Nach seinem Ende erlebte von
Ihrer anfänglichen Hypochondrie 
Das sie nun am Spiegelkrebs

Der eine Ausnahme und selten 
Darum nirgendwo beschrieben
Sterben würde aber kann 
Während sie dies schreibt auch

Schon wieder darüber lachen
Während sie erzählt wie sie nach
Pauls Tod erstmal den Schrank leerte
Wie die Medikamente entsorgte 

Dreißig Jahre hatten sie ein Leben
Eine Liebe und eine Familie geteilt
Zusammen und auch für sich gelebt 
Hatten die Arbeitszimmer jeweils

Getrennt respektiert nie wäre sie
Ohne ihn in seines gegangen wie
Er das ihre nur nach anklopfen noch
Betrat was später manchmal vorkam 

Wenn er für eine Recherche etwas
Aus dem Netz brauche der er nie
An einem Computer schrieb sondern 
Immer noch auf der Schreibmaschine

So entsorgt sie auch das Faxgerät
Das die letzte Neuerung moderner 
Kommunikation war die er noch
Mitgemacht hatte der alle Bücher

Von Hand zuerst in Hefte schrieb 
Um sie dann abzutippen und so
Entdeckt sie in seinem Arbeitszimmer
Noch hunderte von Stiften überall

Er hatte immer in der Tasche welche
Mit sich herumgetragen wie sie auch
Massen von Farbbändern findet die
Noch für Generationen reichen

Beim Ausräumen des Schlafzimmers
Mit seinen paar Boxershorts die er
Immer im selben Shop kaufte im
Dreierpack erinnert sie sich wieder

Wie sie ihm beim Anziehen half 
In der letzten Zeit als sie schon
Das Hospiz Zuhause hatten und
Er sagte aber nicht die roten als

Sie ihm eine der Boxershorts geben
Wollte er hatte über Jahre immer
Die blau und grün karierten nur
Getragen die roten konnte er nie

Ausstehen sie waren nur immer in 
Dem Dreierpack mit dabei und so
Lagen sie unbenutzt in der Kommode
Im Schrank hatte er nur wenig Kleider

Nur einen Anzug und einen Smoking
Beides trug er sehr selten sie gibt
Alles weg und will es los werden
Aber riecht noch seine Zigarillos

Wie sie seinen alten Schaffellmantel
Den er aus Argentinien mitbrachte 
In der Garderobe hängen ließ um
Sich in ihn zu hüllen wenn ihr kalt wird 

Das ist voll zärtlicher Erinnerung
An ein gemeinsames Leben wie 
Den Alltag des anderen geschrieben
Aus einer langen schönen Liebe

Sie erzählt von ihrer Therapeutin
Einer älteren Analytikerin die ihr
Jemand dem sie vertraut empfahl
Mit der sie in Zeiten von Corona 

Zunächst nur online Sitzungen
Hatte wie diese dann starb bevor
Sie ihre Abschlusssitzung hatten
Was sie wie manches erschütterte

Die erste Zeit allein im Haus schlief
Sie nur mit Tabletten das ist mit 
Erschütternder Ehrlichkeit dabei
Beschrieben wie manche Sätze

Aus diesem gerade begonnenen 
Wunderbaren Buch lange nachhallen
Wie sie Ergriffenheit ein Gefühl
Zwischen leichtem Schmerz und

Zärtlichkeit nennt war es das was sie
Empfand als sie sein Arbeitszimmer 
Aufräumte und das ist einfach ganz
Stark und einfühlsam geschrieben

Gelesen habe ich erstmal bis zu der
Stelle wo sie von ihrer gemeinsamen
Bibliothek erzählt die tausenden von
Büchern die im ganzen Haus stehen

Dann kommt die Erinnerung an ihr
Zusammenziehen 1981 und wie sie
Ihre beiden Bibliotheken zu einer
Großen gemeinsamen machten 

Dabei hätten sie alle Bücher die sie
Doppelt hatten verschenkt und das
Wären viele gewesen und wie sie
Dabei dachte das bedeutet nun

Dass sie wirklich zusammenbleiben 
Müssen weil es ja eine gemeinsame
Bibliothek nun war was eine der zart
Schönsten Liebeserklärungen ist

Paul sagte als er starb er wolle ein
Geist werden und das ist er für Siri
Die diesen Geist zwischen den Zeilen
Tanzen leben und lieben lässt

Sie macht damit die Trauer wie den
Abschied um den am 30. April 2024
Gestorbenen Paul Auster öffentlich 
Wie dessen Brief an seinen Enkel

Ein wenig schlucken musste ich
Als ich vom 30. April las der Tag
An dem ich 1987 tödlich verunglückte
Jedoch wie hier lesbar überlebte

Eine wunderbare Begegnung mit dem
Geist von Paul Auster der so in den
Worten seiner genialen Frau noch 
Als Geist für mich Leser weiterlebt

jens tuengerthal 26.3.26

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