Freitag, 19. März 2021

Vergleichsweise


Vergleichsweise

Wie Montaigne über den Vergleich
Oder die Gegendarstellung denkt
Zeigt er wunderbar in seinem Essay
Zu Seneca und Plutarch gegen Ende
Des II. Buches wo er von sich schon
Als alter Mann spricht der aus unsrer
Sicht mit 61 nicht mal das Rentenalter
Lebendig noch erreichte aber die
Weite seines Horizonts wie seine
Auch journalistische Frechheit die
Wie in einem Feuilleton einen Bodin
Ein vergessener Autor seiner Zeit nur
Vorführt der über Plutarch urteilte ohne
Vermutlich mit tiefen Kenntnis eines
Michel de Montaigne zu rechnen der
Als Humanistenkind schon als Knabe
Die Klassiker fließend lesen konnte
Ist bei jeder Lektüre eine Offenbarung
Egal ob ich seinem Urteil zustimme
Geht es ihm auf seine humorvolle Art
Weniger um Abgrenzung als um eine
Nachhaltige Integration die Verständnis
Für Zeit und Situation noch zeigt die
Geradezu modern noch scheint wie
Bei der Verteidigung des Seneca
Deutlich wird den er vor dem Vergleich
Mit dem Kardinal von Lothringen den
Erzieher von Karl IX. in Schutz nimmt
Auch wenn Seneca als Erzieher Neros
Vielleicht weniger erfolgreich war denn
Als Philosoph und Autor der uns blieb
Weil jener Kardinal so gut er sei was
Montaigne als Teil der katholischen
Partei sagen musste doch geistig weit
Hinter dem römischen Denker liegt
Der eine eigene Schule begründete
Welche die kleinlichen Vorwürfe er
Sei begierig und geizig zur genüge
Widerlegten jedenfalls die Diskussion
Dazu überflüssig machte womit er
Dem Kritiker nicht nur das Argument
Raubt sondern ihn auch lächerlich
Dazu noch macht was auf seine
Dezente Art von echter Überlegenheit
Zeugt die den Leser lächeln lässt
Zumindest mich und hoffentlich so
Manche Leserin künftig auch noch
Denn Montaigne hatte stets Witz
So ernst seine Apologie ihm ist
Mit soviel verstecktem Humor
Kommt sie für denkende Leser
Die dem kleinen großen Mann
Zu gerne darum bis heute folgen
Er bildet lächelnd nebenbei

jens tuengerthal 19.3.21

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