Dienstag, 30. Dezember 2025

Einkaufen

Einkaufen

Einkaufen für das
Besaufen erheitert schon
In Vorstellung uns

jens tuengerthal 30.12.25

Dunkelheiter

Dunkelheiter

Erwachen noch im
Dunkeln ermöglicht einen
Sonnenaufgangsblick 

jens tuengerthal 30.12.25

Montag, 29. Dezember 2025

Liebeslektionen

Liebeslektionen 

Liebe lehrt noch im
Alter Lektionen ohne
Hoffnung auf Ende

jens tuengerthal 29.11.25

Konsequenz

Konsequenz

Konsequenz ist nur
Konsequent eine echte
Alternative

jens tuengerthal 29.12.25

Alternativlos

Alternativlos

Alternativlos
Heißt ganz ohne Phantasie
Schade eigentlich

jens tuengerthal 29.12.25

Anarchismuss

Anarchismuss

Sind Regeln Teil unserer Natur
Oder kennt diese natürlich keine
Weil ihr Wesen frei ist und alle
Grenzen bloß künstlich sind

Wir reden von Naturgesetzen
Denen die Natur folgte weil es
Ihrem Wesen entspricht sich 
Regeln entsprechend zu verhalten 

Doch fragt sich ob der eigenen
Natur zu folgen noch Regeln 
Befolgt oder nur natürlich ist
Von der Regel zum Wesen führt 

Folge ich etwa meinem Gefühl
Ob ich es Herz oder Bauch nenne 
Meine ich meiner Natur zu folgen
Auch wenn sie Naturgesetzen folgt

Wenn die Befolgung von Regeln
Natürlichen Bedürfnissen entspricht
Wie atmen essen und trinken stünde
Nichtbefolgung im Gegensatz zur

Eigenen Natur auch wenn ich den
Willen dazu fassen kann werde ich
Natürlich alles tun mich wohl zu fühlen
Weil dies Streben natürlich ist

Anders ist es mit allen Regeln die
Außerhalb meiner Natur liegen nur
Weil beschlossen und verkündet
Von allen befolgt werden sollen

Befolgen kann ich Regeln aber nur
Wenn ich die Freiheit habe auch
Willentlich anders zu handeln also
Eine Handlungsalternative besteht

Ethischen Wert hat eine Handlung
Nach dem kategorischen Imperativ
Nur dann wenn ich was ich tue am 
Eigenen Gewissen geprüft habe

Diesem ist also jede andere Regel
Unterzuordnen und nur bedingt gültig
Was die moralische Überflüssigkeit 
Aller Gesetze damit leicht belegt

Im Gegenteil schadet jede Norm
Der moralischen Verantwortung
Erzeugt das Gegenteil des damit
Gewollten entmündigt deantwortet

Alle autoritären Regelungen einer
Gemeinschaft richten moralisch damit 
Mehr Schaden natürlich an als sie
Ihrem Wesen nach schützen können

Sich dieses seit über zweihundert
Jahren bekannte Wissen bewusst
Wieder zu machen hilft uns als
Gemeinschaft zusammenzuleben

Plötzlich wird deutlich warum mehr
Regeln mehr moralische Unordnung
Erzeugen wie der Aufklärung eher 
Schaden als irgendwen zu schützen

In Konsequenz dieses Denkens das
Kant ernst nimmt und zu Ende denkt
Was Max Stirner schon formierte ist
Anarchie moralisch gesehen ein Muss 

jens tuengerthal 29.12.25

Sonntag, 28. Dezember 2025

Eigentumsdiebstahl

Eigentumsdiebstahl

Proudhon der anarchistische 
Philosoph prägte den Satz dass
Eigentum Diebstahl sei was 
Zunächst paradox eher klingt

Wie kann die Freiheit etwas als
Eigenes zu besitzen Diebstahl sein
Der als Tatbestand das Eigentum
Vor fremdem Eingriff schützt

Er unterschied dabei Eigentum von
Besitz an lebensnotwendigen Gütern
Den er natürlich gestattete nur die
Herrschaft über ein Recht ist illegitim

Eigentum auszuüben ist für Proudhon 
Ein bloßes Recht des Stärkeren das
Keinem zustände weil die Erde allen
Gemeinsam ursprünglich gehörte

Gleichzeitig schrieb er aber auch
Eigentum sei Freiheit weil es den
Einzelnen vor der Allmacht eines 
Staates so schützen würde 

Es ging Proudhon nicht um den
Kleinen privaten Wohlstand dabei
Sondern die Gesellschaftsordnung
Die soziale Ungleichheit erzeugte

Ist diese Idee noch aktuell oder
Hat sich eine andere Ordnung
Des Eigentums heute erledigt
Wurden Erbsenzähler allmächtig

Die Macht der auch vom Staat
Beschäftigten Controlling Firmen
Wie der globale Sieg des liberalen
Kapitalismus sprechen wohl dafür 

So schien der Sieg des westlichen
Modells amerikanischer Freiheit
Lange als natürlich ausgemacht
Auch in der früheren UdSSR 

Sogar China war kapitalistisch
Nur unter dem Deckmantel der
Diktatur der kommunistischen Partei
Der Sieg der Märkte widerlegte Marx

Doch nun kam eine andere neue
Entwicklung welche den Sieg der
Freiheit für die Dummheit alter
Weißer Männer leichtfertig aufgab 

Die reichsten Männer der Welt
Haben die Demokratie der USA 
Übernommen und verwandeln
Diese in eine autoritäre Oligarchie

Es sind zumeist Männer die im
Silikon Valley reich wurden mit
Fragwürdigem Verständnis für
Demokratie wollen sie den alten 

Staat dem sie nach obskuren
Verschwörungstheorien fürchten
Als deep state gerne beseitigen
Einen effektiven CEO dafür haben

Trump der den dicken dummen
König spielt ist ihr Werkzeug dabei
Ihr Geld finanzierte seine Wahl
Mit der Verbreitung dreister Lügen

Sein Vizepräsident Vance ist ein
Kind von Thiels Gnaden der dem
Früheren Mitarbeiter auch komplett
Den Wahlkampf finanzierte 

Hier nun wird die Idee von Proudhon
Wieder lebendig und zeigt warum wir
All diese Tech-Milliardäre enteignen
Müssen die Freiheit zu verteidigen

Ob die Enteignung von Peter Thiel 
Genügt oder dieser autoritäre Feind
Der Freiheit im Stile von James Bond 
Beseitigt werden muss zeigt die Zeit

Als Gegner der Todesstrafe denke ich
Vollständige Enteignung bis auf das
Zum Leben nötige würde vollkommen
Genügen unsere Freiheit zu sichern 

Wie hoch privates Vermögen in der
Künftig freien Welt noch sein dürfte 
Um ein gutes Leben zu sichern sollen 
Zuständige Kommissionen bestimmen

Aber grundsätzlich gehört die Erde 
Wie alles auf ihr uns allen gleich
Wer Recht am Eigentum will ist
Ein Dieb an der Gemeinschaft

Dass sich diese Philosophie nach
Dem weniger ist mehr Prinzip lohnt
Kann als erwiesen gelten auch wie
Gerecht sie wäre spricht Bände

Es bräuchte nur den Mut einiger
Die Freiheit vom Eigentum über
Die am Eigentum zu stellen um
Unsere Verhältnisse zu ändern

Es klingt nach einer Provokation
Eigentum sei Diebstahl doch wer 
Die auch politische Macht des
Geldes sieht damit Trump sieht

Kann dem Bruder des Grand Orient
Proudhon der bei seiner Aufnahme
In die Loge auf die Frage wie er es
Mit Gott hielte nur knapp antwortete

Ihn zu vernichten nur zugestimmt
Werden es braucht eine andere
Ordnung des Eigentums um die
Freiheit als Schatz zu sichern 

Das Netz gehört allen und nicht
Amerikanische Privatunternehmen
Dürfen dort künftig noch zensieren
Enteignen wir alle großen Vermögen 

Wagen wir endlich weltweit diesen
Schritt ist genug für alle da in dem
Paradies Erde das keiner mehr
Richtung All noch verlassen muss

Eigentum ist Diebstahl bis auf das
Zum Leben und zum Glück nötige
Die Schätze der Erde gehören der
Menschheit nicht obskuren Konzernen

Halte Marx Idee vom Sozialismus 
Für absurd autoritär und gescheitert
Genau wie regellosen Kapitalismus 
Und die Idee vom Eigentum dabei

Es braucht keinen riesigen Staat
Der für Milliarden die enteigneten
Milliarden der Milliardäre umverteilt 
Weniger wäre überall wohl mehr

Wagen wir mehr Freiheit wie endlich
Anarchie statt Kapitalismus könnte es
Allem und vor allem der Erde damit 
Auf Dauer wesentlich besser gehen 

Insofern dies eine Bedingung unseres 
Weiteren Überlebens auch ist sollte 
Nicht länger gezögert werden endlich
Die Idee von Proudhon umzusetzen

Ob dafür Thiel Trump und Musk
Erschossen werden müssen sollte 
Kein Problem für irgendwen sein
Hoffe alle überleben friedlich

Für ein Leben in einer Welt ohne
Staaten Grenzen und Nationen 
Die das Eigentum an alle verteilt 
Weil alles was ist auch allen gehört

jens tuengerthal 28.12.25

Liebesmacht

Liebesmacht

Liebe macht immer
Ohnmächtig gegenüber
Deinen Geliebten

Liebe wagen heißt
Machtlos ausgeliefert den
Gefühlen zu sein

Liebe ist darum
Gefährlichen als alle
Politik könnte

jens tuengerthal 28.12.25

Geldmacht

Geldmacht

Geld mache alles
Möglich glauben Gläubige
Dieser Schuldscheine 

Dabei bleibt ohne
Viel mehr Liebe und Freiheit
Ist unbezahlbar

jens tuengerthal 28.12.25

Verschwörung

Verschwörung

Verschwörung fürchten
Schien lange lächerlich bis
Diese regierte

jens tuengerthal 28.12.25

Liebesperfekt

Liebesperfekt

Wann passt es in der Liebe
So richtig gut zusammen
Nicht nur irgendwo ineinander
Geht ja irgendwie immer
Sondern gefühlt so ganz
Überlege ich und weiß es
Immer noch nicht wirklich
Kenne den Plan der Liebe
So wenig wie ich wüsste
Was sein sollte aber weiß 
Wenn zwei denken sie würden
Sich lieben und sich das noch
So oft wie möglich sagen
Ist alles wunderbar perfekt
Mehr braucht es eigentlich nie 
Gut wäre nur wenn beide das
Wissen zufrieden zu bleiben
Besser wird es nicht mehr
Hoffentlich vergisst es keine

jens tuengerthal 28.12.25

Samstag, 27. Dezember 2025

Nachweihnachtsriesling

Nachweihnachtsriesling

Nach den Feiertagen wieder im
Crossroads auf den ersten Riesling
Nach Weihnachten macht Tino heute 
Die Bar alleine und ist gut beschäftigt

Vor der Bar sitzen Dunja und Melanie
Mit einem Herrn ein Paar am anderen
Ende der Bar und vier weitere um die
Stehtische am Fenster ist es nicht

Überfüllt unten während oben zwei
Gruppen aus der Flaneurloge aber
Unsichtbar nur hörbar deutlich da
Ist die Stimmung gelassen ruhig

Die Musik macht schon etwas Party
Was keinen hier weiter stört so ist
Hier die Stimmung noch ein wenig
Erschöpft von den Feiertagen

jens tuengerthal 27.12.25

Lektürentagebuch 27.12.25

Lektürentagebuch 27.12.25

In den ganz frühen Morgenstunden
Mal wieder einige herrliche Seiten 
In Joseph und seine Brüder gelesen
Wo Thomas Mann seinen Humor zeigt

Zur Frage ob Mut nun schöner ist
Durch ihre Verliebtheit oder als schon
Reifere Dame eher einer Hexe ähnelt
Die gierig nach der Jugend ist

Das formuliert er so wunderbar
Umständlich verklausuliert dass 
Schon darin viel Witz liegt doch
Besser wird es durch Anspielungen

Er bezieht sich hier deutlich auf
Den Faust wenn er ihre Figur mit
Dem vor Lust geschwollenen Busen
Und den Schenkeln für den Besen

Zugleich spielt es mit dem Bild der
Hexe aus den Märchen die als freie 
Kundige Frau ein Schrecken aller
Mächtigen Männer immer war

Nimmt sich als Erzähler mit in die
Geschichte und erklärt so warum er
Ihre Weiblichkeit zu beschreiben
Auf ein Bild seiner Kultur zurückgreift

So fragt er philosophisch hier nach
Dem Unterschied zwischen der
Weiblichen Schönheit und einer
Schönen Weiblichkeit für sie

Das ist wieder ganz vorsichtig
Gefragt und so formuliert dass
Auch keine heutige Feministin
Palmen hinauf klettern müsste 

Doch er wagt es eben doch mit
Feiner Ironie und tiefem Blick
Auf den Charakter von Mut ihre 
Balzende.Lächerlichkeit zu zeigen

Das macht er sehr vorsichtig
Andere würden umständlich
Vielleicht sagen aber dabei mit
Feinem Gespür für die Psyche

Insbesondere die weibliche Psyche 
Wie ihre besondere Empfindlichkeit
Was Fragen ihrer Schönheit betrifft
Für eine balzende mittelalte Dame 

Doch er tut das so vorsichtig als
Sei er Muts heutiger Gatte der
Keinesfalls ihren Zorn erregen will 
Aber dennoch ein wenig spottet 

Die feine vorsichtige Ironie von
Thomas Mann die das Wesen
Seiner Figuren genau erfasst
Ist dabei nie bösartig herablassend

Es wird sich über das deutlich
Sexuelle Bedürfnis der älteren
Dame für den schönen Knaben
Wie die Folgen lustig gemacht

Doch bei allem Humor der in
Dieser Beschreibung steckt
Taucht immer noch Verständnis auf
Dieser Autor liebt seine Figuren

Der hier tiefe Blick eines Mannes
Auf den weiblichen Körper wie die
Vergängliche Schönheit bemüht sich
Noch verständnisvoll um Mut 

Hier wird wieder der Unterschied
Zu Bruder Heinrich deutlich der
Meist schlichtere Charaktere schuf 
Die darum im so Film gut ankamen

Dagegen taucht Thomas Mann
Hier ganz tief in die Untiefen der
Weiblichen Psyche beim Thema
Schönheit und tut das mit Humor

Jenes Feld das Männer mit genug
Erfahrung besser meiden lotet er 
Hier im Licht sexueller Bedürfnisse
Ganz tief aus was lehrreich ist

Denke immer noch Thomas Mann
Ist ein großer Ironiker wie der Autor
Mit dem feinsten Humor immer den
Leider viele nie wirklich erkennen

Das sind keine lauten Witze zum
Schenkelklopfen sondern vielmehr 
Ein immer höflicher Humor der nie
Auf Kosten anderer bösartig wird

Ein auf Bunte Niveau nach stets
Neuen Skandalen fischender Illies
Wird dieses Niveau vermutlich nie
Nachvollziehen können fürchte ich

Zwar wird es angesichts dessen
Was bevorsteht immer schwerer
Für Mut noch Verständnis zu haben
Dennoch bemüht sich Mann darum

Das ist so große literarische Kunst
Wie zugleich ein feiner Schalk der
Ihm immer im Nacken noch sitzt
Was im Ergebnis komisch wird 

Würde sogar sagen Thomas Mann
Ist der humorvollste deutsche Autor
Dabei auch sich selbst immer noch
Ironisch indirekt verspottend

Der Knabe Joseph wie der noch
Junge Mann ist auch was Mann 
Selbst reizte er nur Katias wegen
Nie auslebte aber er spielt damit

Wer nun weiß wie Thomas Mann
Seine Werke im werden stets der
Familie vorlas und dabei nach den 
Aussagen auch der Kinder Mann 

Immer herzlich und viel gelacht
Wurde sieht auch bei der Lektüre
Des biblischen Josephsroman 
Einen fein witzigen Menschen

Was von den Autoren zu halten ist
Die dafür einen bloß verklemmten 
Schwulen entdecken oder einen
Familientyrann zeigt sich hier

Mann ist immer witzig auch noch
Im Angesicht des Todes ironisch
Auf bürgerlich vornehme Art die
Seine eigene Inszenierung blieb 

In den Buddenbrooks nun bei
Herrn und Madame Grünlich am
Rand von Hamburg zu Gast an 
Einem nebeligen Januarmorgen

Mit Freude am Detail wie auch
Der hier wieder feinen Ironie 
Beschreibt Mann die Szenerie beim 
Ersten Frühstück des Ehepaares

Schon die Stühle am Tisch haben
Jeder 25 Courantmark gekostet
Diese Währung war vor allem in
Der norddeutschen Hanse gängig

Die Courantmark oder Lübbische
Mark war eine seit dem Mittelalter
Gängige Silbermark zwischen den
Nordischen Hansestädten meist

Der Nebel ist so dicht im Januar
Des Jahres 1850 also ein Jahr und
Zwei Monate nach dem Tod von
Lebrecht Kröger das er alles

Jenseits der Fenster verschluckt
Während Familie Grûnlich mit ihrer
Tochter am vornehmen Tisch sitzt 
Die das Mädchen bald mitnimmt

Grünlich frühstückt Englisch was
Seine Frau Tony zwar sehr vornehm
Aber zugleich auch widerlich findet
Wie so manches an ihrem Gatten

So schneidet dieser mit seinen 
Goldgelbfrisierten Favories sein
Nur leicht gebratenes Kotelett und
Trinkt dazu Rotwein aus der Karaffe 

Tony dagegen zieht das gewohnte 
Frühstück mit Brot Ei und Tee vor
Der schon anfängliche Ekel hat sich
Also weniger relativiert als potenziert

Mit feinem Blick für die Verhältnisse
In einer Ehe beschreibt Mann der
Während er Buddenbrooks schrieb 
Noch unverheiratet war hier wieder

Das ganze natürlich mit dem so
Typisch mannschen Humor der
Zugleich seine Figuren vorstellt
Wie die Leser wieder lächeln lässt

Tony möchte gerne eine weitere 
Bediente für ihre Tochter und eine
Kutsche um nach Hamburg zu
Kommen was doch üblich sei 

Sie käme aus guter Familie und
Könne dies doch wohl erwarten
Schließlich habe sie doch auch
Ganze 80.000 Courantmark mit

Ihrer Aussteuer eingebracht was
Grünlich schnell abtut worauf sich
Der Streit weiter steigert und sie ihn
Fragt ob er sie überhaupt noch liebe 

Worauf er tunlichst nicht antwortet
Was sie nutzt sich zu beschweren
Er vernachlässige sie was er mit
Sie ruiniere ihn beantwortet

Darauf folgt kurze Aufregung seitens
Tony die auf die guten Verhältnisse 
Aus denen sie kommt verweist ihr
Vater wäre ein reicher Mann

Grünlichs knapper Einwurf sie solle
Mit dem dritten Mädchen noch warten
Bis dieser Reichtum ihnen nutzte führt
Zur nächsten Aufregung bei Tony

Ob er Vaters Tod wünsche fragt ihn
Die sichtlich empörte Tony worauf
Grünlich kauend lieber schweigt aber
Dazu überlegen distanziert lächelt

Dieses stille Lächeln wiederum macht
Seine Frau verrückt die darauf nach
Kurzer Beruhigung weiter fragt wie
Es denn um ihre Verhältnisse stünde

Sie fragt ob er vielleicht schlechte
Geschäfte gemacht hätte doch noch
Bevor Grünlich antworten kann 
Klopft es und Kesselmeyer tritt ein

Der Bankier und Freund von Grünlich 
Steht am Ende des vorletzten Kapitels
Dieser Ehe und erfüllt so manche
Zeittypische antisemitische Klischees

Zwar war Thomas Mann wohl kein 
Antisemit wofür auch die Wahl wie
Treue zu seiner Frau Katia spricht
Die aus reicher jüdischer Familie kam

Doch bedient er leider dennoch
Manche noch übliche Klischees
Tut dies allerdings mit viel Humor
Der jeden Verdacht zerstreut

Es ist wieder großartig wie Mann 
Hier mit Details und Andeutungen
Die bürgerliche Welt mit all ihren
Sitten genau zeigt und karikiert

Doch auch hier wieder tut er dies
Allem Spott und aller Ironie zum Trotz
Liebevoll mitfühlend aufmerksam
Mit genug Schalk noch dabei


Nach zweimal Mann wieder in die
Welt der UNO eingetaucht über den
Tanz mit dem Jahrhundert von
Stéphane Hessel der dort dafür

All seine Illusionen erstmal verlor
Weil sich im Sicherheitsrat nun die
Antagonisten Russland und USA 
Weitgehend in fast allem blockierten 

Zusätzlich schien es ihm dass dort
Viele nur für einen einträglichen 
Posten waren ohne die Ideale der
Organisation wirklich zu teilen

Ob das nur Genörgel eines wirklich
Begeisterten Fan ist hier schwer zu
Überprüfen aber für einen Diplomaten 
Außergewöhnlich deutlich dabei

Dennoch hielt er sie für unentbehrlich
Als er zum Quai d'Orsay zurückkehrte
Wurde er Frankreichs Botschafter für 
Menschenrechte bei den UNO

In dieser Zeit arbeitete er zwischen
Paris New York und Genf vertrat aber
Nun Frankreich bei der Organisation
Wurde so immer kritischer im Blick

Die erforderliche Einstimmigkeit der
Fünf ständigen Mitglieder blockierte 
Den Sicherheitsrat vollständig bis
Dag Hammarskjöld kam als Retter 

Dieser Ökonom und schwedische
Staatssekretär war von 1953 bis
Zu seinem Tod 1961 noch einer der
Ganz wichtigen Generalsekretäre

Seine Stabilität war im unruhigen
Jahr 1953 mit all seinen Krisen so 
Wichtig auch nach Stalins Tod bei
Unklarheit über dessen Nachfolge

Der nach seinem Tod durch einen
Unaufgeklärten Absturz im Kongo
Noch mit dem Friedensnobelpreis
Ausgezeichnete Generalsekretär

Schaffte der Organisation eine 
Neue funktionierende Struktur
Was einem neuen Enthusiasmus
In der ganzen Entwicklung brachte

Am Ende erzählt Hessel noch wie
Er ein besonderes Lob für diesen
Generalsekretär in die Rede des
Französischen Ministerpräsidenten

Einbaute was Stéphane Hessel aus
Der Familie genialer Autorinnen noch
In seine Erinnerungen wörtlich einbaut
Natürlich um seine Kollegen zu loben 

Lasse es so stehen und halte die
Vereinten Nationen auch für eine
Der allerbesten Gründungen nach
Ende des 2. Weltkrieges 

jens tuengerthal 27.12.25



Enthaltsamkeitslust

Enthaltsamkeitslust

Enthaltsamkeit klingt erstmal
Weniger nach Lust als nach
Mangel der keinem gut tut
Denke ich und merkte aber
Nach vielen Jahren wilden 
Lebens tat fast ein Jahr der
Enthaltsamkeit meiner Lust
Besser als noch mehr davon
Konnte am Ende wieder mehr
Genießen weil weniger mehr
Im Bewusstsein mir wurde 
Die Abkehr vom Konsumzwang
Brachte mehr Genuss am dann 
Weniger was noch übrig blieb
Es ist das Weniger erst was
Mehr genießen lässt weil es
Die Konzentration statt bloß
Willkürlicher Zerfaserung fördert 
Sich voller Lust zu fragen 
Was brauche ich im Leben
Wirklich und wie genieße ich
Was bleibt mehr als vorher
Ist was besser tut als alles
Eher kranke Wachstum
Für das kein Platz mehr
Auf unserer Erde ist
Warum Enthaltsamkeit
Lustvoll genießen allen
Besser tut in allem werdet
Endlich einfach weniger 
Verschwindet spurlos
Und freut euch daran
Denn nichts produziert
Größere Helden als ein
Endlich weniger überall
Verzicht macht Mut 

jens tuengerthal 27.12.25

Rechtsruck

Rechtsruck 

Gegen den weltweiten Rechtsruck
Auf rechte Positionen setzen ist so
Verlorene Liebesmüh wie weiter
Links blinken wenn die Mitte hier
Schwächelt in der Hoffnung noch
Ein Gegengewicht zu sein wenn
Stabilität im Gleichgewicht der
Ausgewogenen Mitte nur geht
Braucht es weniger Radikale 
Als vielmehr ruhige Vernunft
Um nicht zwischen den Polen
Schwankend aufgerieben
Statt dessen zu werden denn 
Die Lehre aus Weimar war
Weniger wäre politisch mehr 
Der Rand bringt kein Glück

jens tuengerthal 27.12.25