Sonntag, 8. August 2021

Liebesganzheit

Liebesganzheit

Schreibe viel über Elemente der Liebe
Betrachte jeweils Ausschnitte in denen
Sie sich uns glücklich oder nie offenbart
Aber wirklich spannend empfinde ich wie
Ganzheitlich die Liebe wirkt ohne dass ich
Es umfassend verstehen würde weil der
Beschränkte Geist immer nur Teile sieht
Die aber erst in Summa das Große sind
Wie wir sie im ganzen Körper spüren
Sie gegen alle Konzentration noch jeden
Gedanken erfasst wie in allem in uns
Stärker wirkt als sogar der eigene Wille
Den sie leicht immer wieder besiegt
Dann frage ich mich ob diese Macht
Aus dem Ganzen resultiert oder doch
Eher in den Teilen begründet ist was
Genau ihr die Allmacht gibt und ob
Es Möglichkeiten gibt seine Freiheit
Gegen sie zu verteidigen oder da die
Natur stärker ist als Menschenwille je
Wüsste angesichts der Wirkungen
Nichts was stärker wirken kann
Kein Mittel was glücklicher macht
Aber auch nichts was mehr uns
Verzweifeln lässt an allem auch
Wenn ich mal mehr weiß warum
Werde ich gewiss darüber schreiben
Vielleicht entmachtet es auch die
Liebe ein wenig sich einzugestehen
Dass sie stärker als alles ist wie
Dabei noch dazu immer recht hat
Weil dann jeder Widerstand ohnehin
Zwecklos wäre und es nur darum geht
Zu ertragen was nötig und möglich
Besser noch zu genießen was ist
Weil es ist was es ist und nicht
Beschränkter Kompetenz unterliegt
Die mein enger Horizont gäbe
Und also füge ich mich in das
Was ist um es gut zu haben

jens tuengerthal 8.8.21

Liebeslästig

Liebeslästig

Lange litt Rahel Varnhagen an der
Liebe zu und unmöglichen Verlobung
Mit Karl Graf v. Finckenstein der dieser
Fast wortlos entfloh mit zwischendurch
Wiederaufflammen der Liebe in Briefen
Es kommen dabei wie Hannah Arendt
Durch Zitate treffend darlegt zwei Seiten
In Konkurrenz miteinander zwischen
Denen die große Saloniere lebte
Aufklärung die frei und selbstbestimmt
Über ihre Liebe entscheiden will als
Frau und Jüdin den Junker in ihre Welt
Ziehen wollte und die romantische Liebe
Die alles immer unnötig schwer machte
Woran sich bis heute wenig geändert hat
Es war ihre Chance zum Ausbruch aus
Der Welt die ihr Standesschranken noch
Auferlegte als Jüdin und und Frau von
Denen sie sich als Gräfin befreit hätte
Verbunden mit dem alten preußischen
Geschlecht hätte ihr Geist frei gewirkt
Aber Karl entscheidet nicht sondern
Zieht sich immer weiter zurück bis sie
Aufgebracht immer mehr endlich eine
Entscheidung provozieren will sich
Sogar vor ihm verleugnen lässt damit
Der Junker der wieder auf den Gütern
Seiner Familie lebte in ihre Kreise
Zurückkehrte und darin war dieses
Ringen um eine Entscheidung ein
Klarer Akt der Emanzipation auch
In Berlin lebte ihre Freiheit während
Auf den Gütern Standesdenken noch
In alter Tradition weiterlebte wogegen
Sie sich mit dieser Liebe auflehnte
Die kluge Jüdin die sich emanzipierte
Auf der anderen Seite ist der Glaube
Ein Gefühl allein als Liebe genügte
Alle Schranken zu überwinden wenn
Wir nur konsequent auf dieses setzen
Statt kooperativ dabei sein zu wollen
So versucht Rahel aufgeklärte Ideen
Mit den Methoden der Romantik als
Weg der Emanzipation durchzusetzen
Woran sie schmerzvoll scheiterte
Wobei unklar blieb ob es wirklich
Ihre Absicht war Karl zu heiraten
Ein Leben als Gräfin zu führen
So verlockend dies sozial war
Oder der Kampf um die Liebe
Wie die Entscheidungshoheit
Wichtiger waren als das Ziel
Sie den Rückzug provozierte um
Nicht an anderem zu scheitern
So ist die Liebe bei diesem Akt
Der Emanzipation einer klugen
Wie gebildeten Berliner Jüdin
Eher ein lästiges Element was
Nur hilft die Konventionen die
Hinter all dem stecken noch
Aufzudecken als Befreiung
Und so bleibt Rahel Varnhagen
Wie Hannah Arendt sie sieht
Eine Aufklärerin die sich aber
Mit viel Romantik zu lang quält
Statt ihren Weg weiter zu gehen
Denn einen gemeinsamen gab es
Für beide nie entweder er folgte ihr
In ihre geistige Welt nach Berlin
Wo er quasi machtlos war wie sein
Alter Adel im Salon wenig nur galt
Oder sie ihm auf seine Güter gegen
Den Wunsch der Familie wo sie eine
Ihr fremde Rolle spielen müsste nie
Ankäme und zuhause wäre was die
Trennung oder Anpassung erzwang
Wie Arendt nüchtern analysiert

jens tuengerthal 8.8.21

Konkurrenzende

Konkurrenzende

Konkurrenz belebt das Geschäft
Heißt es und Wettbewerb wecke
Neue Ideen die sich wechselseitig
Überbieten wollen was wir überall
Als herrschende Methode anerkannt
Wie es uns die Ökonomen predigen
Die unfehlbaren Hohepriester der am
Markt orientierten Gegenwart die sich
Darin für frei hält und dies als eine
Natürliche menschliche Neigung sieht
Doch wie kriegerisch unmenschlich
Ist es sich immer besiegen zu wollen
Verdrängung und Wettbewerb für
Gesund und förderungswürdig noch
Zu halten statt nachhaltige Kooperation
Die Gemeinschaftssinn vielmehr zeigt
Das fördert was und Menschen erst
Groß machen kann wenn wir unser
Primitives Ego überwinden um für
Das Zusammenleben zu wirken
Halte den Sozialismus für einen
Totalitären Irrglauben mit immer
Fatalen Folgen für die Freiheit
Welcher dem Menschen fremd ist
Die Konkurrenz im Kapitalismus 
Entspricht unserer Natur aber als
Kulturwesen können wir weiter
Die enge Konkurrenz überwinden
Um gemeinsame Wege zu gehen
Darin zeigt sich echte Aufklärung
Die sich aus der Unmündigkeit
Befreite um nach Lösungen nun
Gemeinsam zu suchen womit all
Die Überbietungswettbewerbe
Welche wir lächerlich bejubeln
Im vorgestrigen nationalen Taumel
Der Identität durch Spaltung stiftet
Etwas das dringend zu überwinden
Um lieber die Kooperation zu bejubeln
Keinerlei staatliche Förderung mehr
Für Konkurrenzwettbewerbe dafür
Massive Unterstützung der Suche
Nach kooperativen Lösungen würde
Das Denken nachhaltig ändern wie
Uns eine Zukunft bescheren die
Miteinander Wege sucht statt sich
Länger kriegerisch besiegen zu wollen
Wagen wir den Schritt in die Zukunft
Könnte die reiche Welt besser werden
Sport zur Ertüchtigung ist nicht schlecht
Liefen wir mehr bräuchte es ihn weniger
Denken und kooperieren ist wichtiger
Beenden wir die unnütze Konkurrenz
Gewinner ist wer besser kooperiert
Weil das sich für alle mehr lohnt
Der Wettbewerb ist vorgestrig
Wagen wir eine neue Zukunft

jens tuengerthal 8.8.21

Spielfreude

Spielfreude

Heute endet endlich Olympia
Diese peinliche nationale nur
Konkurrenz wer besser wäre
In lächerlichen Leibesübungen
Das ist gut und besser so dabei
Gefällt mir sehr gut wie höflich
Sich Deutschland zurückhielt
Statt triumphieren zu wollen wie
China dieser unkultivierte eher
Aufsteiger ohne Menschenrechte
Eine Diktatur mit Geschichte
Wo solche Staaten mit den dafür
Dressierten Einwohnern siegen
Haben kultivierte Demokraten
Nichts mehr zu suchen und also
Wäre es besser auf die nächsten
In Paris gleich ganz zu verzichten
Es braucht weniger Konkurrenz
Als konstruktive Kooperation die
Sich fördert und Einigkeit erzeugt
Internationale Treffen der Jugend
Die an Lösungen für die Welt statt
Daran sich zu besiegen kooperativ
Statt konkurrent wären hätten noch
Eine irgendwie Zukunft falls dann
Reisen ohne Umweltschaden schon
Möglich sein sollten aber erstmal
Sollte auf diesen Irrsinn verzichtet
Werden um sich lieber noch besser
Zu vernetzen um die Welt zu retten
Eine Friedensperspektive zu finden
Statt zu überwindende Nationen in
Altertümliches Gegeneinander noch
Länger zu stellen und so kann ich
Stolz und zufrieden von diesen völlig
Überflüssigen und pandemisch auch
Gänzlich verfehlten Spielen nur sagen
Wie schön dass es ein Ende damit hat
Kooperieren wir künftig lieber mehr um
Die Welt gemeinsam zu retten statt zur
Wehrertüchtigung zu konkurrieren was
Nicht mehr in unsere Zeit passt auch
Wenn Amis und Chinesen dabei noch
So wenig in der Gegenwart ankamen
Die nur noch Zukunft hat wenn wir
Endlich lernen zu kooperieren um zu
Retten was noch zu retten ist und so
Hat Olympia ein Ende und besser
Hören wir auf mit dem Unsinn
Kooperieren für die Welt lieber

jens tuengerthal 8.8.21 

Regenrosé

Regenrosé

Nach dem großen Regen am Helmholtzplatz
Noch auf einen Rosé vor der Höschen Bar
Unter der Markise während alles noch tropft
Drängt sich gemischtes Publikum auf den
Wenigen freien Plätzen neben einer Gruppe
Von Knaben im Rücken 5 Dates in teilweise
Gemischtgeschlechtlicher Kombination
Bemühen sich mit ganz unterschiedlicher
Intensität umeinander wobei die drei
Gemischten Paare um mich herum
Sich je unterschiedlich anstellen
Während die mittig sehr üppige Blondine
In meinem Rücken ihm andächtig lauscht
Der ruhig mit tiefer Stimme spricht dabei
Sich immer sehr engagiert zu ihm beugt
Worauf er noch zurückhaltend reagiert
Spricht sie wenn sie redet sehr auch
Mit den Händen in seine Richtung
Inzwischen lehnt er zumindest den
Kopf auf den Arm gestützt in ihre
Richtung unklar ob noch mehr passiert
Die Französin zur Linken spricht dagegen
Immer eine dünne Selbstgedrehte in der
Mal linken mal rechten Hand engagiert
Mit dem ganzen Oberkörper bewegt
Dabei immer wieder eine Hand
In ihren Haaren zwischendurch den
Kurzen aber eleganten Rock zurecht
Ziehend wie ihre Beine neu faltend
Kaum verschwindet er einen Moment
Zückt sie das Telefon und prüft erst
Ihr Gesicht in der Kamera sodann
Die App auf Alternativen und zuckt
Bei seiner Rückkehr merklich zusammen
Beginnt das Gespräch noch engagierter
Unklar ob aus schlechtem Gewissen
Oder mangels besserer Alternative
Beim Paar zur Linken im Rücken
Ist er zu ihr gelehnt lächelnd bemüht
Während sie die Hände auf ihrem
Schoß streng wie zum Gebet gefaltet
Noch hält bis sie irgendwann etwa
Auftaut und die Hände zumindest
Ein wenig zur Verstärkung bewegt
Worauf er sie voller Bewunderung
Anschaut lehnt sie zumindest vom
Kurzen Engagement im Gespräch
Erhitzt wenn es nicht die Hormone
Sind die dazu führen ihren Kopf zur
Abkühlung an die Hauswand unklar
Noch was aus ihnen wird ist dafür
Das schwule Date nebenan mit
Klarem Ziel in die Nacht verschwunden
Dafür nahmen zwei so sehr blonde
Wie junge Damen zur rechten Platz
Deren Herr vor ihnen steht dabei
Kommen alle sichtbar eher aus
Den Vororten und lachen gern laut
Auf dem Niveau ihrer Erscheinung
Die hier eher etwas auffällig wirkt
So geht es immer weiter in die Nacht
Alle bemühen sich um Aufmerksamkeit
Mit welchem Ziel dabei auch immer

jens tuengerthal 8.8.21

Samstag, 7. August 2021

Liebesvollkommenheit

Liebesvollkommenheit

Was ist die vollkommene Liebe
Wie machte sie endlos glücklich
Fragte ich mich und fand diesen
Wettbewerb schon lächerlich der
Wie Quartettspiele unter Jungens
Hofft meiner sei viel besser was
Professionell bei Olympia gerade
Zu beobachten wo sich Konkurrenten
Um Sekundenbruchteile besiegen
Als nationale Sieger da zu stehen
Ein lächerliches Gehopse was den
Menschen in seinen schlechtesten
Eigenschaften nur offenbart aber
Liebe ist doch das Gegenteil die
Gönnt und will gut schenkt damit
Vollkommene Zufriedenheit uns
Wenn wir wagen ganz zu gönnen
Ohne Erwartung einfach zu lieben
Weil es sich richtig anfühlt so aber
Vielleicht ist genau das erst die
Vollkommene Liebe die mit dem
Was ist zufrieden ganz genießt
Denke ich und frage mich wie
Die Welt wäre wenn mehr so
Lebten statt noch zu konkurrieren
Vielleicht hörte ich mehr Stöhnen
Der Nachbarn bei ihrer Lust im
Berliner Hinterhof eben dafür
Würde sportlicher Ehrgeiz als
Unmenschlich lächerlich gesehen
Etwas was wir überwinden wenn
Endlich kultiviert und erwachsen
Statt im Wettbewerb in Liebe
Aufgingen um uns als Gipfel
Des erstrebten Altruismus noch
Am Glück der anderen zu freuen
Glaube es könnte mir gefallen
In so einer Welt zu genießen
Die liebevoll einander gönnt
Weil Liebe sie vollkommen macht
Aber vielleicht bin ich auch verliebt
Sehe die Welt etwas unrealistisch
Aber einen Versuch wäre es wert

jens tuengerthal 7.8.21

Bescheidenheitsglück

Bescheidenheitsglück

Aus weniger mehr zu machen
Klingt nach Zauber aus Märchen
In dem wir uns magisch etwas
Erzaubern können aus dem vorher
Nichts etwas erlangen was bleibt
Irgendwann erwachsen merkst du
Es gibt keine magischen Ringe
Die dich überall beliebt oder reich
Machen um glücklich zu sein was
Für manchen traurige Ernüchterung
Doch wie reich fühle ich mich heute
Wo ich merkte wie immer weniger
Mir völlig genügt glücklich zu sein
Statt neues haben zu wollen den
Konsum mit Freude am Bestand
In möglichst allem zu verweigern
Mit dem was ist glücklich zu leben
Nicht angespannt zu verfolgen was
Den Markt gerade neu bestimmt
Keine Chance verpassen zu wollen
Sondern langsam zu realisieren das
Alles was ist lange schon genügt um
Lange glücklich zu leben ohne noch
Irgendwohin zu müssen lieber alles
Was nah liegt mehr zu genießen so
Scheint mir preußische Bescheidenheit
Geboren aus Schulden der Niederlage
Gegen Napoleon noch im Kriege heute
Als vorbildlicher Maßstab auch in den
Zeiten des Klimawandels wie der
Pandemie um zu genießen was ist
Bin seit über 20 Jahren nicht geflogen
Mache keine unnötigen Reisen mehr
Habe sei über 10 Jahren kein Auto
Merke wie wenig es braucht um mit
Dafür gutem Gewissen glücklich zu sein
Vermutlich wäre das Glück vollkommen
Wenn dies auch in der Liebe gelingt
Vielleicht muss ich es nur wagen
Denk ich bescheiden dankbar

jens tuengerthal 7.8.21

Klimabewusstsein

Klimabewusstsein

Es brennt an vielen Orten der Welt
Allein in Deutschland zählt die NASA
Aktuell vierzig Waldbrände die alle
Das Problem noch verschärfen
Neben Überschwemmungen wie
Dürreperioden was gegensätzlich
Klingt ist Ursache eines Problems
Einer Veränderung des Klimas
Wie seine katastrophalen Wirkungen
Nur noch blinde Extremisten oder
Narren vom Schlage eines Trump
Denen der Horizont zur Erkenntnis
So fehlt wie die Fähigkeit zur Reaktion
Negieren noch die Tatsachen weil die
Welt die Auswirkungen überall spürt
Es entsteht ein Klimabewusstsein
Was die Welt als Ganzes begreift
In Zusammenhängen endlich denkt
Beginnt Schlußfolgerungen zu ziehen
Weil die Auswirkungen jeden Tag
Für uns spürbarer werden und so
Hat die Summe der Katastrophen
Ihr Gutes weil sie uns lehrt endlich
Verantwortung zu übernehmen
Wie es mündigen Menschen die
Sich aus Bevormundung befreiten
Entspricht und es ist gut so weil
Die Lösung beim einzelnen liegt
Deantwortung die Katastrophe erst
Weiter trieb und grenzenlos machte
Es wird noch etwas dauern bis auch
Die letzten Idioten begriffen haben
Das Mallorca nicht mehr erreichbar
Sein wird bis wir sauber fliegen
Leben in Verantwortung sich umstellt
Langsamer wird und genießt was ist
Aber wir sind auf dem richtigen Weg
Die Katastrophen helfen uns dabei
Ein nachhaltiges Klimabewusstsein
Statt konkurrenten Egoismus weiter
Zu bilden und das ist gerade gut so
Die Welt ändert sich endlich ein wenig
Manches noch zu langsam leider
Jeder Tag weiter so kostet Leben
Aber es ist auf dem richtigen Weg
Was neben dem täglichen Gejammer
Mal eine positive Meldung ist wie eine
Chance die jeder ergreifen kann um
Ein Weltretter auch zu werden aus
Weniger mehr Glück zu ziehen

jens tuengerthal 7.8.21

Freitag, 6. August 2021

Sexbindung

Sexbindung

Was braucht guter Sex unbedingt
Frage ich mich und merke wie ich
Schon ins Stottern komme weil
Dieser so unterschiedlich sein kann
Es nichts gibt was sein muss aber
Vieles was es schöner macht
Er kann in einer Verbindung mit
Vertrauen schöner werden wie
Mit der Zeit zum Glück wachsen
Aber machen wir uns keinerlei
Illusionen das erste mal gleicht
Eher den allermeisten malen
Als dass einen Wandel gibt
Wo es grenzenlos gut war
Wird Wiederholung sich lohnen
Ist Beständigkeit wertvoll
Was dagegen eher emotional
Als real technisch aufregend war
Lässt auch keine Wunder erwarten
Manchmal kommt es ganz anders
Dann ist es gut so aber weniger
Irreal auf Entwicklung zu hoffen
Entspannt dabei deutlich wie
Nichts zu erwarten aber alles
Was geht zu geben kann auch
Zu überraschenden Wenden führt
Allerdings plädiere ich immer für
Weniger Erwartung beim Sex
Um Enttäuschungen zu vermeiden
Viele haben Sex gerne ausschließlich
Wüsste nicht dass diese besseren Sex
Hatten oder glücklicher damit wurden
Eher bezeugt es gegenteilige Erfahrung
Aber wir verknüpfen ja gerne Sex
Mit Liebe was zu immer gleichen
Katastrophalen Folgen führt die
Mit Eifersucht anfangen wie der
Emotionalen Strafe des Lustentzug
Endet der klar macht es ist
Sexuell wie emotional erledigt
Viele brauchen bis sie es merken
Obwohl sie beides miteinander
Damit besser für immer ließen
Aber über alles kann zwischen
Sexualpartnern verhandelt werden
Gut ist was allen dabei gefällt
Entscheidend ist die Verbindung
Die beide miteinander haben
Dabei zählt Biochemie wie Mechanik
Gefühl spielt keine Rolle insofern
Auch wenn es gern die Illusion
Uns vermittelt aber wer wäre nicht
Gerne überall auch bedeutend
Liebe behindert sogar viele dabei
Welten trennen zu können macht
Es leichter miteinander in einer
Glücklich zu bleiben noch damit
Eine Liebe alles gut kann wie
Sie vom Gefühl her beansprucht
Guter Sex sagt noch nichts über
Die emotionale Bindung aus
Aber tiefe Liebe erfasst alles was
Viele Illusionen schnell weckt
Wo es passt und gut ist
Genügt es sich auch dabei

jens tuengerthal 6.8.21

Liebesrelativismus

Liebesrelativismus

Liebe ist ein absolutes Gefühl
Nichts verdient diesen Namen
Was nicht unbedingt gönnt weil
Jede Relativierung besonderes
Bloß austauschbar macht aber
Am hohen Anspruch scheitern
Wir auch zu gerne verzweifelt
Verzeihe in der Liebe zu gerne
Alles wie diese auch alles kann
Was logisch vieles relativiert
Also im Schatten des Großen
Probleme winzig scheinen lässt
Eine Chance Gelassenheit zu
Finden die vieles so überflüssig
Scheinen lässt was sonst noch
Manche Aufregung verursacht hat
Weil es alles unbedeutend macht
Was mit anderem zusammenhängt
Liebe ist absolut altruistisch bis
Zur Selbstverleugnung auch wenn
Sie gesund einander attraktiv macht
Wo es daran mangelt weil andere
Gefühle wie Erfahrung Enttäuschung
Angst mehr zweifeln lassen kann
Von Liebe keine Rede mehr sein
Was manche Aufregung relativiert
Dann geht es nicht um die hehre
Liebe sondern nur noch um die
Suche nach Kompromissen für die
Freizeitgestaltung mit Gefährtinnen
Für Lebensabschnitte die keinerlei
Drama verursachen müssen oder
Der Rede weiter wert wären noch
So schafft der strenge Begriff
Von Liebe viel mehr Freiraum
Weil ganz viel sie nie tangiert
Warum Eifersucht für mich völlig
Irrelevant bis egal längst wurde
Wo Liebe ist gilt sie absolut weil
Alles andere den Namen nicht wert
Damit auch keine Aufregung lohnt
Kleine egoistische Spielchen sind
Die Vertreibung aus der Liebe wie
Die meisten Partner sie im Alltag
Erleben und die in Ehen normal
Werden aber im Liebesrelativismus
Tangieren die gewöhnlichen nur
Kleinigkeiten die Liebe wo sie ist
Diese nicht mehr da sie eine Welt
Eigener Art miteinander bildet
Was so ist tut sich einfach gut
Wo es anders ist lohnt sich keine
Aufregung um das was nicht ist
Es erledigt sich dann von alleine
Wer die Liebe absolut betrachtet
Um das irgendwie Wunder doch
Miteinander zu würdigen hat so
Mit viel weniger noch ein Problem
Eifersucht oder Zweifel an meiner
Liebe verletzten mich früher sehr
Heute lernte ich zu relativieren
Lächel darüber und lass es laufen
Was bleibt und den Namen verdient
Bedarf keiner weiteren Worte mehr
Da gibt es nichts mehr zu relativieren
Alles andere verursacht keiner Probleme
Kommt und verschwindet schnell weil
Nur bleibt was ist wie es ist dann aber
Sich damit auch absolut genügt womit
Am Ende gilt wenn es so ist wird alles
Gut sein wo nicht ist es relativ egal
Was jede weitere Gewichtung damit
Künftig völlig entbehrlich macht

jens tuengerthal 6.8.21

Lesesehnsucht

Lesesehnsucht

Viele Bücher auf einmal zu lesen
Verzögert das Ende von einem um
Ein jenseits der Vorstellung liegendes
Maß weil es nur seitenweise vorwärts
Geht was der inneren Ruhe gut tut
Es ist immer noch genug zu lesen da
Doch spüre ich durch die über 60
Bücher die ich stets parallel lese
Eine immer größere Sehnsucht nach
Lesezeit die sonst ein Buch schon
Ein wenig am Herz ziehen lässt
Doch relativiert sich diese nicht
In der Summe sondern wie das
Durch Verzögerung verschobene Ende
Sondern steigert sich eher noch mehr
Bedaure ich jeden Tag was ich heute
Alles nicht gelesen habe auch wenn
Es tröstlich ist zu überlegen wie die
Verzögerung das Ende entfernt
Möchte ich auch jedes meiner Bücher
Wie Kinder gerne mit Gedanken würdigen
Die Qual der Wahl zwischen ganz vielen
Hervorragenden Büchern macht es dem
Leser noch schwerer zuzugreifen
Dagegen helfen schlichte Rhythmen
Die nur unbedingte Laune durchbricht
Was Freiheit als Wert relativiert da
Diese bei Auswahl zur Quälerei wird
Aber wer wollte ernsthaft darüber klagen
Zu viele gute Bücher vor sich zu haben

jens tuengerthal 6.8.21

Antirevolutionär

Antirevolutionär

Die bürgerliche Kultur ist liberal
Wie freiheitlich gesinnt aber stets
Antirevolutionär gewesen außer
Wenn Unrecht herrschte wo sie
Sich auf Seiten der Freiheit stellte
Behaupte ich und weiß doch ganz
So einfach ist es nicht gewesen
Denke ich etwa an die von 1848
Das Paulskirchenparlament hatte
Klar bürgerliche Züge in einer Zeit
Des ausgehenden Absolutismus
Der die Lage nicht mehr beherrschte
Nur auf höhere Legitimation pochte
Als von Gott gewollt desto dünner
Das Eis ihrer Rechtfertigung wurde
Nach verantwortungslosen Missbrauch
So wollten die Bürger Gerechtigkeit
Aber keinen Umsturz der zu sehr
Den Ablauf der Geschäfte störte
Wie Thomas Mann so treffend die
Ereignisse von 1848 in Lübeck in
Den Buddenbrooks beschrieb wo
Der alte Konsul auf Plattdeutsch
Die revoltierenden Arbeiter wieder
Nach Hause schickte weil Lübeck
Doch längst eine Republik sei auch
Wenn nach mittelalterlichem Vorbild
Der Hanse autoritär gestaltet da die
Wohlhabenden Bürger als quasi Adel
Die scheinbare Demokratie regierten
Da war keine Revolution gewünscht
Bin in meiner Familie mit noch zwei
Anekdoten zur Revolution aufgewachsen
Es gab die eine vom Großvater der
Als kaiserlicher Kadett in Uniform die
Beiden Ausrufungen der Republik
Miterlebt habe aber nach der
Späteren Zweiten vorm Schloss
Mit seinen Kameraden den ehemals
Kadetten wie wohl Sohn Wilhelms I,
Harry Graf Kessler traf der den Jungens
Rote Armbinden zum Selbstschutz 
Anbot wie sogar Quartier falls sie
Probleme hätten wieder gen Südwesten
Nach Lichterfelde zu kommen was aber
Die ältere Mehrheit kichernd ablehnte
Dahingestell wer sich was dabei dachte
Eine andere Geschichte aus der väterlichen
Linie auch besagt dass die Familie schon
Seit Generationen der Turnverbindung
Der Gothanen angehörte die sich noch
Auf Turnvater Jahn zurückführte der sich
Im Widerstand gegen Napoleon um die
Wehrertüchtigung der Bürger bemühte
Was durch Turnen bevorzugt geschah
Wie solche teils idiotischen Leistungen
Die sich sportlich überwanden stets
Besonderen Anerkennung bekamen
Weil gute Bürger auch kämpfen konnten
Habe dieses Spiel lange auch mitgespielt
Bis ich lächelnd das Gegenteil tat um das
Leben anstatt um so mehr zu genießen
Dann eher aus versehen nebenbei noch
Lob und Anerkennung für viele Kilometer
Die ich durch Berlin gelaufen war einfuhr
Innerlich grinsend dabei immer weil ich
Wusste ein guter Teil der Strecke war
Stets ervögelt also mit dem Äquivalent
In Lust zur Laufleistung vermerkt worden
Aber das gehört nun nicht hierher zeigt
Jedoch ein Element meiner Persönlichkeit
Die zutiefst Antirevolutionär ist sogar bis
Zur Verleugnung der eigenen Familie
Nach einem kurzen jugendlichen Wahn
Bei Startbahn West und Wackersdorf
Was mich nie innerlich überzeugte
Wo ich nur ungefestigt einer Herde
Dorthin folgte die nie meine wurde
Blieb ich anarchischer Antirevolutionär
Was den alten 68er der im Abitur
Den Geschichts-LK leitete befremdete
Kurze Zeit verirrte ich mich in die SPD
Als junger Vater der sich engagieren
Noch wollte dem aber der verlogene
Rote revolutionäre Jargon sehr bald
Zuwider wurde und der lieber einen
Franz Hessel Walter Benjamin oder
Harry Kessler las Berlin zu verstehen
Mit Putins Verklärung seiner Heimat
Der imperialen UDSSR als Erbe
In der jener kleine KGB-Offizier mit
Beziehungen einst aufsteigen konnte
Wurde der Revolutionskitsch wieder
So normal wie er zum Horizont der
Diktatur der Proleten nur passte
Was mich noch mehr darin bestätigte
Ein Antirevolutionär zu bleiben auch
Die anarchisch revolutionären letzten
Maidemos in Berlin die längst eher
Ein Karneval der Gewaltkultur sind
Dem erwartbare Schilder umgehängt
Werden damit es humanistisch klingt
Die Idee der Revolution hat mich nie
Überzeugt weil sie meist mehr Schaden
Auslöst als Gutes bringt auch wenn
Die drei deutschen Versuche von
1848 1918 bis 1989 eher noch für
Ein bedachtes Gegenteil dabei stehen
Hat den friedlichen Übergang nicht
Die Revolution sondern allein die
Sonst bürgerliche Gesinnung gebracht
Die vorsichtig keinen Umsturz wollte
Da solcher Geschäfte schädigte wie
Eigentum in Frage stellte wie es auch
Die Ausrufung der Räterepublik aus
Dem von Matrosen besetzten Schloss
Durch Liebknecht den Deutschen verhieß
Was eine Mehrheit der Bürger nie wollte
Weil dies den Pöbel zu sehr stärkte
Keiner sein Hab und Gut aufgeben mag
Für eine nur Idee von Revolution wie
Sie den Franzosen zur Identität wurde
Auf die sich jeder bei gerade passender
Gelegenheit zu gerne beruft um damit
Zum Widerstand andere aufzurufen
Wie gerade gegen Corona-Maßnahmen
Was nicht revolutionär eigentlich ist
Sondern reaktionärer Stumpfsinn der 
Vom Aberglauben noch beherrscht wird
Weil alle Vernunft und Aufklärung uns
Das Gegenteil leicht belegen kann
So verklären die Franzosen ihre
Revolution zu gerne als den Gipfel
Der Aufklärung und rufen sie beim
GO Freiheit Gleichheit Brüderlichkeit
An diese Tradition der Neun Schwestern
Zu gerne anknüpfend die so viel
Mord und Totschlag dem Land brachte
Wie der Laizismus erst eine späte
Konsequenz auch aus der Affäre
Dreyfus wurde hundert Jahre nach
Den Freigeistern im Salon Hohlbach
Die sich um Diderot einst sammelten
Die französischen Brüder waren stets
Eher revolutionär was aber dort eine
Hunderte Jahre alte Tradition war die
Dem Bürgertum in Deutschland fremd
Eher blieb damit alles sein Ordnung
Behalten konnte was gefährlicher wäre
Damit verstetigte sich eine enge Form
Des am ökonomischen Erfolg allein
Bewerteten Miteinanders angepasster
Spießer denen Ruhe wichtiger war
Als Gerechtigkeit was wieder so ein
Eher esoterischer Begriff aus der
Wundertüte der Revolution ist
Betrachte ich die unteren Stände
In der längst klassenlosen Demokratie
Wie ihre Mängel an Bildung finde ich
Weder deren Herrschaft erstrebenswert
Noch zu viel an direkter Demokratie
Die an sich keinen Wert schöpft als
Ein mehr an Identität was aber durch
Engagement genauso erreichbar ist
Wie durch nützlichere Maßnahmen als
Alle bei allem mitreden zu lassen was
Weniger von Kompetenz als von der
Völligen Verzerrung der Zuständigkeit
Zeugt die de facto nur deantwortet
Es sollten neutrale Spezialisten stets
Entscheidungen vorbereiten die dann
Politisch umgesetzt werde müssen
Wo von deren Vorgaben abgewichen
Wird bestünde eine Begründungspflicht
Damit Fachleute stets leiten nicht etwa
Ungebildete Populisten wie einst Trump
Aus der mütterlichen Linie gab es noch
Die revolutionäre Anekdote von meiner
Großmutter die zum 1. Mai in Bremen
In schon nachrevolutionärer Zeit einst
die schwarz rot goldene Fahne der
Jungen Weimarer Republik mit ihrer
Freundin einzog und schwarz weiß rot
Aufhängte weil die in Hannover noch
Geborene kaisertreu dachte ihr Vater
Der Ingenieur von Richthofen war
Bis dieser nicht mehr zurückkam
Aber als roter Baron längst Legende
In deutschen Heldengeschichten wurde
Bei ihnen dachten sie deutschnational
Waren gute Bürger keinesfalls Sozen
Was für mich als Kind so normal war
Wie die Abwendung von Hitler dem
Österreichischen Gefreiten der sich
Eher ganz unten und ganz oben
Anhänger suchte bevor er die Mitte
Die konservativ blieb für sich gewann
Was bei manchen auch nie gelang
Wie etwa meinen Großeltern die es
Zumindest dem Enkel gegenüber so
Darstellten während sie den Kindern
Gegenüber noch den Diskurs klar
Verweigerten aus autoritären Gründen
Aber bevor ich mich nun zwischen den
Eigenen Wurzeln verlaufe gehe ich
Lieber zurück zum Anfang warum das
Bürgertum traditionell antirevolutionär
Eher blieb statt ideologisch aufmüpfig
So bleibt am Ende weil so eben den
Geschäften besser gedient war das
Abschreckende Beispiel kultureller
Zerstörung nach Revolutionen wie
Der Hass linker Revoluzzer gegen
Die Bourgeoisie genügten vollauf
Sich besonnener Vernunft lieber
Zuzuwenden als revolutionärem Wahn
Aber Anti klingt schon fast wie Antifa
Was ähnlich ideologisch verrannt ist
Auch wenn sich einige noch um eine
Anpassung bemühen da wendet
Sich der Bürger lieber seinen
Büchern wie gewohnt zu

jens tuengerthal 6.8.21

Klimaklagen

Klimaklagen

Gegen den Landrat von Ahrweiler
Wurde ein Strafverfahren begonnen
Wegen fahrlässiger Tötung wie anderer
Damit zusammenhängender Delikte
Es ist gut wenn es aufgearbeitet wird
Doch trifft die Anklage für behördliche
Schlamperei wirklich den Richtigen
Müssten wir nicht die Klimakiller als
Verursacher zuerst verklagen nur wer
Ist dann noch verantwortlich oder
Sind wir es am Ende selbst noch
Die mit Flügen und Lebensstil mehr
Verantwortung tragen als der nun
Angeklagte Landrat was ja nicht geht
Das uferte ins unendliche bald aus
Keiner würde dabei je noch verurteilt
Dabei braucht es dringend Sündeböcke
Um die freizusprechen die seit Jahren
Weiter so predigen statt Verantwortung
Für eine Entwicklung zu übernehmen
Die so absehbar wie berechenbar war
Es klingt nett den Landrat als Penner
Vom Dienst zu verurteilen für die Toten
Von Ahrweiler die vermeidbar waren
Damit wir uns in Sicherheit wiegen
Die es nie wieder geben wird denn
Der Klimawandel ist längst real wie
Dessen Ausgang noch offen ist
Wäre nun ehrlich verklagte er die
Deutsche Autoindustrie wie auch
Fluglinien und den Tourismus der
Das Problem weltweit verschärfte
Nun munter den Virus weiter trägt
Es ist doch eher peinlich die nur
Kleinen Fische vor Ort zu bestrafen
Aber die Anstifter laufen zu lassen
Denk ich aber frage mich ob es
Jemals auf der Welt anders war
Und so hat alles seine Ordnung
Beruhigend zu sehen wie zumindest
Der Rechtsstaat auch in der Krise
Seine Gewohnheiten nicht ändert
Wenn du in Ruhe leben willst
Werde ein Anstifter lieber

jens tuengerthal 6.8.21

Donnerstag, 5. August 2021

Lusterlaubnis

Lusterlaubnis

Erlaubt ist was gefällt schrieb einst
Der Marquis de Sade in der Justine
Ohne seinen Vorlieben anzuhängen
Eher im Gegenteil also denke ich
Beim Sex trifft es das ganz gut nur
Würde ich heute ergänzen was
Beiden einverständlich gefällt
Wie auch immer sie das erfahren
Ist es darum lustvoller um Erlaubnis
Zu fragen oder sich vorab eine Art
Beschränkte Generalerlaubis gleich
Als quasi Vollmacht ohne Unterbrechung
Zu erteilen damit nicht der lustvolle Weg
Durch Fragen unterbrochen werden muss
Frage ich mich nicht wirklich weil ich eher
Dazu neige mehr zu fragen als nötig
Also vorsichtiger noch immer zu sein
Ohne zu wissen was richtig sein kann
Wenn Zwischenfragen die Lust schmälern
Wäre es ohne vermutlich besser gewesen
Aber mit wem ich nicht offen reden kann
Auch beim und über den Sex denke ich
Würde ich ohnehin nicht vögeln wollen
Was das Thema für mich schnell erledigt
Erlaubt ist was einverständlich gefällt
Wer Lust schenken will braucht keine
Erlaubnis weil sein Vorhaben sich nie
Gegen den Willen der anderen richtet
Sofort spürbar wird am feinen Körper
Der Frau der auf Nuancen reagiert
Was passt und fließt oder nicht so
Scheint mir Verständnis füreinander
Wie liebevolle Zugewandtheit beim
Sex wichtiger als AGB mit Zustimmung
Aber vielleicht sind meine Gewohnheiten
Auch zu schlicht und gewöhnlich da
Erlaubt ist was gefällt kann auch eine
Schriftliche Ausgabe der Sex-AGB
Für manche einen Reiz darstellen
Zu denen zähle ich mich nicht
Aber de gustibus non est disputandum

jens tuengerthal 5.8.21

Liebesrecht

Liebesrecht

Sage gerne die Liebe hat immer Recht
Was ich auch klein schreiben könnte
Weil Gefühle ohnehin nicht normierbar
Fragte mich gerade ob das stimmt
Oder nur eine Ausrede für egal was ist
Das Liebe mit den Beteiligten anstellt
Aber denke zugleich wenn es so wäre
Ist es auch gut so weil Liebe ohnehin
Macht was sie will egal was ich denke
Sie kommt und geht wie sie will allen
Versprechungen zum Trotz die wir uns
Mit voller Überzeugung einst schworen
Als wüssten wir nicht wie wertlos solche 
Eide im Schatten der Realität sind die
Sobald es um echte Gefühle geht
Ohnehin tabula rasa mit uns macht
Wo nichts mehr gilt was vorher noch
Für alle Ewigkeit festzustehen schien
Was dabei unrecht oder recht ist weiß
Nur zu sagen wer die Gefühle teilt da
Die Betroffenen aber logisch niemals
Objektiv sind kann es kein Urteil geben
In Fragen der Liebe was irgendwie
Festschrieb was richtig oder falsch
Eine hatte Angst die totale Kontrolle
Über mein Herz zu verlieren warum
Sie lieber mit natürlich großem Drama
Wortlos floh eine andere der ich mein
Herz zu Füßen legte floh davor weil
Sie sich eingeengt fühlte als ich mich
Gerade für sie entschieden hatte was
Zeigt wie wir es auch machen kann es
Immer falsch sein aber dennoch ist
Was aus Liebe geschah immer richtig
Weil kein normativer Maßstab über
Den Gefühlen stehen kann ich könnte
Nur das Ausleben dieser normativ
Beschränken was die Liebe erledigte
Wer Treue fordert wird sie nie haben
Weil sie im letzten den Geist erfasst
Der sich gefesselt immer entwindet
Während wer beflügelt voneinander
Beieinander landet angekommen ist
Ohne über Grenzen nachzudenken
Das Recht der Liebe ist alles zu
Erfassen wie zu beherrschen aber
Gut tut sie nur wo sie beflügelt
Wie sich frei lässt im Wissen
Alles beherrschen zu können
Was mehr Größe erfordert als
Viele hinter den Gittern ihres Zoos
Der jede Entfaltung behindert
Noch miteinander finden können
Wem ich in der Liebe vertraue
Wo ich mich beflügelt fühle
Bleibe ich für immer gerne
Was mich begrenzt und fesselt
Überwinde ich immer schneller
Was in der Liebe rechtens ist
Finden beide miteinander heraus
Was einander gut tut ist gut
Wer sich gefesselt fühlt muss sich
Befreien glücklich zu leben
Das ist alles was recht ist
Denke ich für mich aber
Was weiß ich schon

jens tuengerthal 5.8.21