Montag, 2. November 2020

Coronasophie Tag 4

Eine Runde allein um den Platz
Flaniert zwei Zigaretten geraucht
Vorbeilaufende Bekannte gegrüßt
Kurz einem Künstler gelauscht der
Vor einer Galerie sitzend ein Gedicht
Rezitierte an das er sich erinnerte was
Der seltsamen Stimmung etwas sehr
Schönes für einen Moment gab auch
Wenn ich noch nicht weiß ob ich der
Aufforderung des kurdischen Freundes
Der auch dort saß folgen werde morgen
Als Kiezdichter eines über die von hier
Zu rezitieren weil ich ungerne nach
Auftrag schreibe und lieber frei bin eine
Verabredung zum Happening gerade
Doch etwas unpassend noch finde aber
Es zeigt wie besondere Situationen auch
Manchmal besondere Momente gebären
Alle sonst auf den Straßen schienen sehr
Vorsichtig hielten Abstand und grüßten
Weit mehr als sonst hetzten sogar weniger
Dieses Moment des Innehaltens gefällt mir
Am gerade Lockdown besonders gut
Es könnte diese Krankheit nebenbei
Vielen etwas schenken was schon lange
Verloren schien die Entdeckung der
Langsamkeit als schöner Luxus wäre
Besser als Jammern und Klagen wie es
Überall im Land nun Wirte bis Bordelle
Versuchen ihren Verdienst zu sichern
Es mag ungerecht und willkürlich scheinen
Warum es nun diese Berufsgruppen trifft
Jene aber weniger doch wer heute
Den erstaunlich emotionalen Erklärungen
Der Kanzlerin zuhörte um was es geht
Las was Drosten über die Triage sagte
Während ich zeitgleich darüber schrieb
Was eine zufällige Koinzidenz war aber
Doch zeigt wie naheliegend gerade jetzt
Bestimmte Gedanken sind und wie froh
Sein kann wer vorausschauend regiert
Wird statt planlos im Chaos zu landen
Es ist noch nicht alles so schlimm hier
Wie in Italien Frankreich oder Spanien
Von Britannien lieber nur zu schweigen
Was gute Gründe in der Vorsicht hat
Warum wir noch ohne Hausarrest hier
Leben dürfen und dabei relativ frei
Sogar die relative Ruhe genießen
Können wenn wir sie erkennen was
Vermutlich noch einigen schwer fällt
Zwar halte ich Weihnachten mit der
Familie wie die Kanzlerin hoffte für
Völlig illusorisch aber es gibt eine
Echte Chance die Triage doch noch
Zu vermeiden damit hier keiner über
Das Leben der anderen entscheidet
So kritisch ich Merkel früher auch sah
So positiv finde ich ihre nur Appelle an
Den Gemeinsinn und die Verantwortung
Die vor Kampf oder Verordnung kommen
Wie sie andernorts verkündet werden
Es bestätigt die Haltung der Freiheit als
Beste Möglichkeit der Gestaltung weil es
Auf die einzelnen und ihre Haltung ankommt
Jeder möglichst frei mitgestalten kann den
Schlimmsten Fall zu verhindern um lieber
Zu retten was zu retten ist statt sich einfach
Autoritären Auflagen nur zu fügen was
Völlig unaufgeklärt wäre im Sinne einer
Befreiung aus der selbstverschuldeten
Unmündigkeit über die ich nun schon
Genug die Tage vorher auch schieb
Es bleibt richtig und fühlt sich gut an
Aber dauernde Wiederholung macht
Nichts besser sondern nervt alle die
Vermutlich schon genervt genug sind
Auch wenn Zeit genug zur Entspannung
Für alle Gestressten jetzt sich fände
Aber schön ist es doch festzustellen
Wenn die Regierung wie du begründet
Was ethisch geboten und gut wäre
Sehe mich also am Ende des vierten
Tages bestätigt und freue mich dass
Auch die Regierung mir nun folgt oder
Etwas weniger anmaßend lieber denn
Bescheidenheit ist preußische Tugend
Sagen wir hier gern die Sparsamkeit
Die Fontane hässlichen Geiz nannte
Von dem er schöne Geschichten uns
Etwa in den Wanderungen überlieferte
Als hehre Tugend noch gut zu tarnen
Jedenfalls an dieser Stelle irgendwie
Über sich lachend nun auf den gleichen
Philosophen aus Königsberg setzt
Eine moralische Pflicht zu begründen
Womit auch am Ende dieses Tages
Alles gut scheint und der gerade
Stürmische Regen draußen es nicht
Reizvoll macht noch rauszugehen
Es sind keine wirklich guten Zeiten
Aber es könnte wesentlich schlimmer
Noch sein denke ich beim Blick über
Den großen Teich und was hoffentlich
Bald ein demokratisches Ende findet
Die Welt auch in diesen Zeiten noch
Wieder ein Stück besser machte

jens tuengerthal 2.11.20

Menschennatur

"Der Mensch ist darum unglücklich, weil er die Natur verkennt."

Paul-Henry Thiry D'Holbach in System der Natur, Frankfurt und Leipzig 1791, Erster Theil. Vorerinnerung des Verfassers. S. XI.
(Original frz.: « L'homme n'est malheureux que parce qu'il méconnaît la nature. » - Système de la nature. Londres 1770, Préface de l'auteur)

Was tun wir also um mit unserer Natur
Glücklich zu sein statt sich darüber
Zu grämen dass es ist wie es ist
Was kann uns helfen dieses Glück
Für ein Leben zu erhalten um so
Das beste aller Leben zu führen
Wie zufrieden damit zu sein dass
Alles seinen natürlichen Gang geht
Wir nur entscheiden können ob wir
Dabei glücklich und zufrieden sind
Oder nicht weil die Fähigkeit zur
Destruktion auch zu unseren
Natürlichem Begabungen zählt
Welche die Natur die ist was sie ist
Ohne jede Bewertung ignoriert
Viele Menschen hadern mit ihrer
Natur die manche Verrückte sogar
Einem anderen Ideal entsprechend
Operativ anpassen wollen was das
Unglück im Verkennen der Natur
Besser beschreibt als viele Worte
Welch unaufgeklärte Haltung eines
Sich entfremdeten Menschen treibt
Narren zu solchem Denken bei dem
Sie Normen der Ästhetik lieber
Entsprechen wollen als mit ihrer
Glücklich zu sein was als Beispiel
Der Erläuterung nur gedacht doch
Besser den Geist der Zeit trifft
Die sich auf Instagram in Selfies
Auf bearbeiteten Bildern präsentiert
Auch wenn sie in Happenings 
Sich ungeschminkt präsentiert
Nie mit ihrer Natur zufrieden ist
Wie kaum Befriedigung findet je
Weil von Selbstzweifeln zerfressen
Statt die Natur zu nehmen wie sie
Eben ist als Mittel zum Genuss
Träumen viele junge Menschen heute
Von Operationen dem Ideal des
Durchschnitts besser zu genügen
Weil sie mit ihrer Natur unglücklich
Sie wie deren Wert verkennen
Dabei heißt aufgeklärt befreit leben
Die Natur erkennen und akzeptieren
Was ist um damit glücklich zu sein
Wovon viele Menschen heute noch
Weiter entfernt sind als zu der Zeit
Als Baron Holbach seine damals
Revolutionär atheistischen Gedanken
Im vorrevolutionären Frankreich der
Enzyklopädisten im Kreis jener die
Les philosophes genannt wurden
Veröffentlichte was allerdings um
Ihm die Bastille zu ersparen noch
Unter Pseudonym in Leiden geschah
Während sein Salon in dem sich
Die großen Geister der Zeit von
Diderot über Rousseau Hume bis
Zu Sterne und Voltaire trafen der
Im Paris der Aufklärung berühmt
Als Gemeinschaft der Atheisten war
Zu der auch der Abbé Galiani als
Italienischer Gegenpol gehörte
Und der Geist von Facebook bis
Instagram mit seiner bilderseligen
Oberflächlichkeit zeigt uns wie nötig
Aufklärung heute wieder ist statt
Sexueller Selbstreflexion allein die
Mit sich meist unglücklich bleibt
Weil sie fern ihrer Natur doch sind
Außer es gäbe nicht mehr dort zu
Erkennen als hohlen Anschein
Den zu ändern höchste Zeit ist
Um sich selbst zu befreien aus
Dieser naturfernen Unmündigkeit
Ein aufgeklärtes Leben zu führen

jens tuengerthal 2.11.20

Triagedrohung

Damit Medizin auch in der
Katastrophe einer Pandemie
Noch effektiv funktioniert muss
Wenn Personal oder Betten fehlen
Entschieden werden wer noch
Weiterleben darf und wer nicht
Diese Fälle waren bisher nur
Theoretisch werden aber bald
Auch in Deutschland ganz real
Fraglich ist wer entscheiden darf
Ob es Ärzten nach Sachverstand
Überlassen bleiben soll oder dazu
Ein Gericht über den Tod verfügt
Der beim Ende der Beatmung die
Nur mangels Kapazität unmöglich
Wurde sicher erfolgt und ob das
Eine Tötung durch Unterlassung ist
Über die nach dem Grundgesetz
Keiner verfügen darf weil irreversibel
Die Todesstrafe abgeschafft sowie
Leben und Würde geschützt sind
Warum diese Entscheidung auch
Von egal wem getroffen nie legitim
Wird aller Ethik-Erklärungen zum
Trotz die rechtlich wirkungslos sind
Angesichts des hohen Wertes des
Hier gefährdeten Rechtsgutes womit
Mediziner die retten wollen wie im
Notfall entscheiden müssen sich
Dem Risiko hoher Strafbarkeit
Aussetzen die nicht verhinderbar
Weil Leben nicht relativierbar ist
Diese Bedrohung schien vielen als
Bloßes Horrorszenario weil doch
Deutschland gut gerüstet wäre
So verlor sich die Diskussion über
Die Triage über den Sommer wieder
Nun kehrt sie bedrohlich zurück weil
Es zwar vielleicht genug Betten gibt
Aber viel zu wenig Personal für sie
Eine mehrwöchige Beatmung bei
Hohem eigenen Risiko nicht mehr
Real zu leisten ist für alle vermutlich
Ab Ende November bis Dezember
Wer übernimmt dann die Verantwortung
Ein kriminelles Verhalten was aber
Die Umstände nötig machen noch
Zu legitimieren wenn es zu spät ist
Juristisch wäre jedem Arzt zu raten
Die Anästhesie nun zu vermeiden
Welche aber am dringendsten doch
Unterstützung braucht weil es keine
Rechtssicherheit für sie geben kann
Wie ein Staat funktionieren soll der
Retter zu Tätern macht bleibt dabei
So unklar wie vieles in diesen Zeiten
Auch darum ist es nun so nötig die
Zahl der Infektionen zu reduzieren
Wieder die Kontrolle zu bekommen
Um das Damoklesschwert der Triage
Noch möglichst zu verhindern auf
Das wir im Augenblick zurasen
Wer das verhindert sollte sich auch
Als Täter einer Tötung verantworten
Aber die Ärzte werden bestraft 
Nicht die Leichtsinnigen

jens tuengerthal 2.11.20

Coronasophie Tag 3

Am dritten Tag des Lockdown
Der offiziell in einer Viertelstunde
Für alle beginnt den ich aber um
Der Freiheit willen vorzog nur zwei
Runden um den Platz gedreht wo
Sichtbar wie hörbar noch einige
Abschied von der Freiheit feierten
Dabei sich etwas versprechend
Um die vier Wochen durchzuhalten
Denen sie sich ausgeliefert fühlen
Im Gegensatz zu mir der nur tut
Was nötig und angemessen ist
Seinem Gewissen dabei folgt
Bei der letzten Runde gerade eben
Um Viertel nach elf waren schon
Alle Bars weitgehend geschlossen
Hielten sich an die Vorschriften
Vor einigen tummelten sich noch
Menschen bis die schon hörbare
Polizei kommen wird um dem dort
Treiben ein Ende zu setzen dem
Die meisten dann wohl murrend
Folge leisten werden die sich dabei
Über die lästige Gängelei wie sie es
Empfinden ein wenig schimpfend
Noch aufregen aber im ganzen war
Die Stimmung sehr ausgelassen
Vor einer Bar in der sonst Live-Musik
Zu hören ist spielten Musiker inmitten
Einer Traube Menschen noch weiter
Was zugegeben sehr schön klang 
Guter Jazz mit feinem Swing aus den
In die herbstliche Luft dort gespielten
Instrumenten luden auch mich zum
Stehenbleiben und zuhören eigentlich
Ein während meine Füße bereits im Takt 
Wippten kostete es etwas Überwindung
Daran einfach lächelnd vorbeizugehen
Die Bekannten freundlich zu grüßen
Im Wissen es würde nicht mehr lange
Gehen dann aber Wochen dauern bis
Wieder Musik hier zu hören sein wird
Leichter fiel es mit in dem Wissen dass
Diese noch kurze Veranstaltung bald
Von der Polizei aufgelöst werden wird
Nicht aus Missgunst im Gegenteil denn
Die Musik war sehr gut und schön die
Gute Stimmung auf der Straße lud ein
Dort zu verweilen und es zu genießen
Solange es noch möglich ist und ich will
Über diejenigen die es tun keinesfalls
Moralisch urteilen sondern verstehe sie
Zu gut mag diese spontanen Konzerte
Doch wollte ich aus freien Stücken gehen
Obwohl ich es sehr schön fand auch
Viele sympathische Menschen da waren
Die für ihre Musik sogar eine Strafe noch
Riskierten die ich nicht fürchtete sondern
Es war mir wichtig nicht in den vernünftigen
Wie nötigen Lockdown gezwungen zu werden
Sondern ihn freiwillig zu wählen womit es
So schwer es zugegeben fiel nicht der Lust
An der Stimmung nachzugeben sondern
Aus freien Stücken gegangen zu sein um
Nach meinem Gewissen dem zu folgen
Was ich nötig und richtig gerade finde so
Fragwürdig es im Detail auch sein mag
Gerade im speziellen Fall scheint auch
Eine bestimmte Festlegung willkürlich 
Besonders Musik heilsame Wirkung hat
Menschen verbindet ihnen gut tut wohl
Sein könnte denke ich dennoch es ist nötig
Nun zu handeln und das Leben für eine
Zeit zu unterbrechen um damit die hohen
Infektionszahlen zu unterbrechen und so
Die Überforderung des Systems noch zu
Verhindern wie wir sie schon kennen
Wünschte mir es geschähe im ganzen
Freiwillig ohne staatliche Kontrolle wie
Strafen bin jedoch nicht naiv genug zu
Glauben die Gesellschaft sei bereits
Aufgeklärt und vernünftig genug so zu
Reagieren wie es Vernunft und Gewissen
Fordern wie es sich gerade wieder zeigte
Wenn noch auf der Straße gefeiert wird
Bis die Polizei kommt und es verbietet
Sich Menschen damit freiwillig lieber der
Staatlichen Autorität unterwerfen lassen
Um über die Gängelei zu klagen der sie
Dann doch nicht wirklich widerstehen wollen
Was eine gewisse Inkonsequenz wie auch
Paradoxie mit sich bringt die im Ergebnis
Nur unzufrieden machen kann weil leider
Nicht alles vernünftig abläuft sondern die
Meisten Menschen lieber dem Gefühl oder
Der Stimmung in einer Situation folgen
Die ich zu gerne geteilt hätte jedoch das
Gefühl daran vom Staat gehindert zu werden
Sich dann dieser Autorität beugen zu müssen
Viel schlimmer finde als vernünftig zu sein
So fühle ich mich letztlich besser wenn ich
Dem Gefühl der Freiheit folge als dem des
Widerstandes gegen das was ich richtig finde
Und so spielen bei dem kategorischen Entschluss
Den ich nach kantschen Grundsätzen fällte doch
Gefühle eine größere Rolle mit denen ich mich
Besser fühle auch wenn ich dafür einem Trieb
Die Situation zu genießen widerstehen muss
Weil natürlich beide Elemente in mir sind aber
Das Gefühl mit gutem Gewissen zu handeln
Letztlich stärker war als die Lust am Moment
Langfristig größere Befriedigung mir beschert
Denke ich während ich nun darüber schreibe
So ist auch eine vernünftige Entscheidung die
Das Gewissen mir vorgab eine Gefühlssache
Ist für mich das Gefühl der Freiheit wichtiger
Als die Sehnsucht nach dieser Stimmung die
Mit Musik viel schönes auch bewegt es leicht
Wäre sich dort zu solidarisieren mit den Opfern
Über den bösen Staat zu schimpfen um dann
In der Gemeinschaft noch zu feiern statt schon
Vorgezogen allein zuhause zu sitzen wieder
Aber im Ergebnis fühle ich mich so viel besser
Weil ich tue was ich gut und richtig finde damit
Verhindern kann ein Opfer zu werden sondern
Lieber als Retter versuche das bestmögliche
In dieser Situation noch zu erreichen wobei
Sich das Mitleid mit den nun Opfern die sich
Von der Polizei gegängelt sehen noch relativ
Überschaubar bleibt sie haben ja die Wahl
Vernünftig zu handeln oder Opfer zu werden
Also unaufgeklärt zu handeln weil es egal ist
Ob dieses oder jenes Detail einer Maßnahme
Nun richtig und vernünftig ist es einzig auf die
Notwendigkeit eines Einschnittes ankommt
So verteidige ich lieber als freier Mensch
Die Grundsätze der Aufklärung als das ich
Unfrei Opfer notwendiger Maßnahmen werde
Die nur leugnen kann wer nicht bei Verstand
Mehr ist ohne über Details zu diskutieren die
Ansonsten sicher strittig sein können gerade
Aber vor dem exponentiellen Wachstum nur
Schlicht winzig und egal werden wenn es um
Menschenleben geht egal wie lästig nun die
Maßnahmen sein mögen bewirken sie nach
Ganz herrschender Meinung den nötigen
Bruch der viel an Elend verhindern kann
So kann ein Spaziergang um den Platz
Den philosophischen Einsiedler in seinem
Bücherturm genug anregen sich darüber
Klar zu werden warum gut und richtig ist
Was ich gerade tue und ich mich dabei
Noch besser fühle als mit jedem anderen
Gerade unsinnigen Vergnügen hoffe nur
Die Polizei verhält sich noch nachsichtig
Produziert nicht noch Märtyrer unter denen
Die lieber Opfer als frei sein wollen denn
Wie wir es auch drehen es musste etwas
Geschehen schlimmeres zu verhindern
Hoffen wir es kommen in den vier Wochen
Mehr zu der Erkenntnis dass es sich viel
Besser anfühlt so von sich aus zu handeln
Statt sich für einen Widerstand zu opfern
Der keinen Gewinn bringen kann als die
Zahl der Erkrankungen zu erhöhen aber
Der Trotz der vermeintlichen Opfer wird
Es schwer gegen die Vernunft haben
Warum das Gefühl etwas Gutes zu tun
Weiter bringen könnte an dieser Stelle
Und so endet auch alle Vernunft letztlich
Bei einem bloßen Gefühl damit wir uns
Damit auch wohlfühlen worauf es doch
Jeder Begründung zum Trotz ankommt
Bin gespannt wie es nun weitergeht

jens tuengerthal 1.11.20

Sonntag, 1. November 2020

Bibelliebe

Von wahrhaft biblischer Liebe
Dichtet Petrarca für seine eine
Bei der unklar ob es sie je gab
Auch Thomas Mann dichtete
Wenn auch in ungebrochener Prosa
In Joseph und seine Brüder
Er der seiner Katia real treu war
Vom mentalen schweigen wir
Knaben sind nicht mein Thema
Doch zurück zum Roman lieber
Für seine eine große Liebe lässt
Jakob sich mit Rahels Vater
Dem geizigen Sklaventreiber ein
Weil er leichtsinnig seine Stärke
In den Verhandlungen verspielt
Nicht beide Schwestern zugleich
Freien will sondern nur die eine
Die er doch über alles liebt was
Immer ein schlechtes Argument
In Verhandlungen mit Händlern
Weil Liebe keinen Preis hat ist
Lese es und bin ganz gerührt
Frage mich ob ich mich je für
Sieben Jahre als Knecht nur
Um eine Frau zu erlangen
Verpflichten noch würde was
Der Liebe aber biblischen
Charakter über alle Zeit gäbe
Muss es zum Glück gerade
Nicht wirklich entscheiden
Überlege nur ob die Verlobung
Nicht Anfang der Sklaverei ist
In die ich schon viermal nun
Freiwillig ging warum ich wohl
Allen dankbar sein sollte die mich
Vor weiterem Elend bewahrten
Oder wie meine guten Geliebten
Dies gegenwärtig erfolgreich tun
Auch als nach drei mal drei Jahren
Und drei Monaten noch dazu mit
Lächerlichem Drama endete was
Die längste und soweit bekannt
Folgenreichste Beziehung war
Hätte ich still und dankbar sein
Sollen statt empört über die mir
Widerfahrene Ungerechtigkeit die
In der Liebe keinen Maßstab kennt
Sie beschwor es sicher umgekehrt
Was war meine Kleine die mich
Heulend und verzweifelt damals
Zurückließ für eine gute Muse
Mit wahrhaft biblischer Qualität
Sobald sie endlich weg war wie
Großem Drama von Beginn an
Was ohne sachlichen Grund
Wie in der Liebe so üblich aus
Nichts alles Leben zauberte um
Spurlos zu verschwinden was
Dankbar mich heute macht in
Anbetracht der realen Freiheit
Die irgendwann erkennen ließ
Große biblische Liebe taugt
Viel in der Literatur aber wenig
In des Lebens rauhen Alltag
Musste 50 noch werden um
Zu merken was gut tut wie
Den Traum von biblischer
Liebe die alles erfasst um
Für immer zu bleiben endlich
Zu beerdigen oder doch
Zumindest den Vorsatz dazu
Voll Überzeugung zu fassen
Bis wieder mir eine bíblisch
Das Herz raubt wovor sich
Atheisten besser hüten sollten
Denn ohne lebt sich schlecht
Aber darüber dichten tut gut
Weil es so anmaßend grenzenlos
Alles auf einmal erfasst und so
Hab ich im Leben genug erlebt
Endlich davon zu erzählen
Auch wenn es ehrlich gesagt
Seit vielen Jahrtausenden immer
Die gleiche Geschichte noch ist
Darum bin ich nun lieber Dichter
Über die Liebe als ihr Opfer
Aber jeder Vorsatz ist nichts
Wenn das Gefühl es will

jens tuengerthal 1.11.20

Zigeunerleben

Zigeunerleben

Lustig ist das Zigeunerleben,
Faria, fariaho.
Brauchen dem Kaiser kein Zins zu geben,
Faria, fariaho.
Lustig ist's im grünen Wald,
Wo des Zigeuners Aufenthalt.
Faria, faria, faria, faria,
Faria, fariaho.

War früher ein deutsches Volkslied
Was seit sie Sinti und Roma heißen
Oder doch genannt werden sollen weil
Zigeuner diskriminierend ist ein wenig
In der Versenkung verschwand doch
Seit der Ankunft vieler Flüchtlinge
Auch aus dem Kosovo hat das Thema
Auch in Berliner Hinterhöfen eine
Neue Aktualität gewonnen die
Schlicht unüberhörbar meist ist
Was nicht verwundert wenn dort
Neun Personen in zwei Zimmern
Eng zusammenleben müssen
Auch woher die von der Stadt
Eingewiesenen Flüchtlinge das
Geld für große Autos haben geht
Den Nachbarn dem neulich das
Rad vom Hof geklaut wurde
Nichts an er ist ja offen tolerant
Hat geholfen als die Flüchtlinge
Alle kamen sie willkommen zu
Heißen damals in der Turnhalle
Da wird eben das Fenster auch
Im Sommer geschlossen weil es
Immer laut ist mit Geschrei bei dem
In diesem ordentlich ehrenwerten
Haus längst wer die Polizei gerufen
Oder sorgenvoll nachgefragt hätte
Nun tun wir nichts und üben uns
In Toleranz gegenüber dieser Art
Zu leben die hier nicht reinpasst
Wie manche insgeheim flüstern
Weil wir es natürlich schaffen wollen
Manchmal fällt es auch schwer
Aber so ist das eben am Berg
Keiner singt mehr lustig ist das
Zigeunerleben dafür üben wir
Die Nachbarn aus dem Kosovo
Still zu ertragen was nicht
Immer ganz einfach ist aber
Wir sind sicher wir schaffen das
Will ja keiner intolerant hier sein
Manchmal nur frage ich mich
Was die Nazis im roten Wedding
Einst so stark machen konnte
Vorurteile hat ja keiner mehr

jens tuengerthal 1.11.20

Austauschbarkeit

Die virtuelle Liebe ist so
Herrlich austauschbar ein
Kleines Vergnügen zur
Unterhaltung mit gewissen
Sportlichen Effekten auch
Wenn es zum Sex kommt
Was gelegentlich passiert
Aber unwichtig eher ist
Doch hängt nichts mehr
Nur an einer weil jede
Durch den nächsten Wisch
Ersetzbar ist alles andere
Nur eine kurze Illusion bleibt
Bekommt die Liebe Leichtigkeit
Ganz ohne überflüssige Dramen
Dient alles nur dem Vergnügen
Es bleibt fast nichts aber wir
Haben uns gut unterhalten
Dabei wenn auch eher selten
Wirklich mal miteinander was
Aber auch gefährlich wäre denn
Es könnte reale Inkompatibilität
Trotz vorher Ineinanderstecken
In aller Tiefe uns offenbaren was
Keiner wissen will der nur gute
Unterhaltung miteinander sucht
Was mehr als ein Lustgewinn
Sollte die Liebe auch noch sein
Die früher lebensgefährlich war
Und zu nichts gutem führte warum
Romeo und Julia auch tödlich nur
Enden konnte als kurzer Traum
Die Liebe könne wirklich alles
Wie eine Ewigkeit halten was
Nicht in eine Zeit mehr passt
Die messbar optimiert wird
Um gut und gesund zu sterben
Manche machen trotzdem weiter
Weil keine Alternativen in Sicht
Oder aus anderen Gründen die
Gerade in keine Skala passen
Was aber nichts macht als nur
Ausnahme solange am Ende
Wieder alles austauschbar ist
Ist alles gut und wie immer
Auf dem großen Markt der
Virtuellen Liebe im Leben

jens tuengerthal 1.11.20

Samstag, 31. Oktober 2020

Coronasophie Tag 2

Einmal um den Platz gelaufen
Kurz bei Edeka eingekauft dabei
Gestaunt wieviele verkleidete
Kinder mit ihren Eltern noch nach
Süßigkeiten betteln gingen als
Wäre nichts passiert im Land
Sie wurden in Läden abgewiesen
Wegen strenger Coronaregeln
Die Cafés und Restaurants um
Den Helmholtzplatz waren mehr
Als gut gefüllt draußen wie drinnen
Scheinen alle unbedingt nochmal
Raus zu wollen mit erwartbarem
Ergebnis aber ich will weniger
Über andere urteilen als lieber
Den eigenen Gedanken folgen
Warum fühle ich mich freier
Wenn ich dem Verbot vorgreife
Jetzt schon tue was geboten ist
Statt noch einmal zu feiern bevor
Alles vier Wochen geschlossen ist
Überlege ich und denke über die
Prinzipien des kategorischen
Imperativ nach der mich dabei leitet
Weil ich die Reduktion der Kontakte
Gut und nötig finde die mich sogar
Eine Date-Einladung ins Theater
Der ich sonst gerne gefolgt wäre
Es hätte Romeo und Julia gegeben
Was könnte passender beginnen
Ablehnen ließ wenn auch höflich aus
Zeitgründen um sich die Diskussion
Vorab zu ersparen und nun fragte
Noch ein Date an mit dem ich
Schon lange vor dem Lockdown
Verabredet war und ich überlege
Wie ich hier korrekt reagiere ohne
Jemand zu verletzen was mir dabei
Völlig fern natürlich liegt aber denke
Lieber wäre ich konsequent um den
Eigenen Ansprüchen zu genügen
Das in dieser Situation gebotene
Zu tun die Kurve abzuflachen denn
Es sind wieder hundert Tote mehr
Während am Platz eine seltsame
Party-Stimmung war weil es zu
Erstaunlich milden Temperaturen
Eigentlich eklig feucht ist aber doch
Auch der Halloween Abend ohne
Party weil der große Corona-Geist
Durch die Welt spukt immer noch
Massenweise neue Opfer fordert
In dieser Situation der staatlichen
Pflicht vorauseilen und tun was
Geboten ist scheint mir richtig
Die anderen dazu zu verpflichten
Hielte ich dagegen für anmaßend
Obwohl ich mir sicher bin was nun
Angemessen und vernünftig ist
Suche ich den sozialen Kompromiss
Weil auch dieser Lockdown nur
Funktioniert noch wenn Menschen
Vernünftig sind und mitmachen
Ansonsten droht uns wie längst
Franzosen und nun Österreichern
Der peinliche Hausarrest den
Kein Staat verhängen sollte
So scheint mir der vorauseilende
Gehorsam nur vernünftig um so
Frei wie möglich es zu schaffen
Damit gehorche ich nicht bloß
Sondern tue selbständig was
In dieser Situation geboten ist
Was ich für richtig halte trotz
Gewisser Zweifel im einzelnen
Denn besser fände ich es
Wenn es keine Verbote bräuchte
Frei zu bleiben als Bürger tue ich
Was ich für geboten nun halte
Es muss mir kein Staat hier
Unnötige Grenzen ziehen
Bleibe damit im Lockdown frei
Während andere dann müssen
Was ich von mir aus längst mache
So sehe ich in der Entscheidung
Die nötigen Beschränkungen nun
Vorwegzunehmen einen Ausdruck
Eigener Freiheit und Überzeugung
Der Staat folgt mir damit nur noch
Wie die Herde während ich frei
Dazu entschlossen tue was nötig
Dies ließe sich im weiteren auch
Mit der exponentiellen Entwicklung
Die Zahlen explodieren lassen gut
Erklären und begründen doch mir
Ist der kategorische Imperativ hier
Maßstab genug um meine Freiheit
Auch in der Not noch zu verteidigen
So zu leben wie ich es richtig finde
Eine Verabredung einhalten aber
Im Rahmen dessen was ich für
Angemessen und geboten halte
Wäre so ein Kompromiss falls
Die Frage sich tatsächlich stellt
Was noch relativ offen scheint
In Freiheit dem Gebot vorgreifen
Es übernehmen weil nötig gibt mir
Die größtmögliche Freiheit dabei
Ist die Dummheit oder Ignoranz
Anderer zu beurteilen zum Glück
Nicht meine Aufgabe da jeder selbst
Mündig moralisch entscheidet was
In dieser Situation für ihn geboten ist
Moralisch besser handelten andere
Nur wenn sie ihrem Gewissen folgten
Womit das Thema erledigt ist für mich
Weil vermutlich viele lieber unfrei sind
Also eigentlich unaufgeklärt handeln
Sich trotz vielleicht Verstand noch
Wie Idioten benehmen ist es gut
Wenn der Staat für alle diejenigen
Die es nicht verstehen können ob
Aus Mangeln an Verstand oder nur
Der durch Gewohnheit geprägten
Unfähigkeit ihn zu benutzen Regeln
Erlässt denen sie ohne Verstand
Dann folgen können wie es ihnen
Vorgeschrieben wird weil sie zu faul
Sind selbst moralisch zu handeln
Was im Sinn Kant hier folgt ist
Die schlichte Erklärung meiner
Motivation so zu handeln wie es
Geboten und nötig mir scheint statt
Vom Staat gegängeltes Subjekt nur
Zu sein was die letzte Chance in
Freiheit nutzt Unsinn zu machen
Um dann beim erwartbaren Ergebnis
In Schranken gewiesen zu werden
Da bin ich lieber frei und tue was
Das Gewissen für nötig hält
Macht das Leben schöner
Vor allen bleibe ich mündig

jens tuengerthal 31.10.20

Reformationsparty

Mit der Reformation haben sich
Die Protestanten unter Luther
Aus katholischer Unmündigkeit
Befreit was also obwohl erst zur
Zeit der Renaissance ein Akt
Der Aufklärung und Freiheit war
Grund genug ihn zu feiern bliebe
Statt irischem Hokuspokus
Um die Geister vor Allerheiligen
Weil es keine Heiligen gibt
Für kritisch denkende Menschen
Die nicht den Stellvertreter des
Erfundenen Gottes anbeten oder
Seine Heiligen so nennen aber
Manches was richtig wie auch
Vernünftig noch ist verhallt
In der Sehnsucht nach Spaß
Dazu kommt dass der Preis
Dieser vernünftigen Freiheit
Auch das Ende der Renaissance
Als Freiheitsbewegung war die
In der Gegenbewegung unterging
Weil der Ablaß mafiös korrupt war
Wie Italien lange funktionierte
Aber wunderbares hervorbrachte
Hat so manches zwei Seiten
Was ein schlichter Augustiner kaum
Je zu würdigen wusste in seinem
Sehr populistischen Zorn damals
So gedenke ich aus der alten
Protestantischen Tradition lieber
Der kleinen lutherischen Revolution
Die sich Reformation nannte
Liebe die Renaissance mehr
Finde sie lustvoll schöner als
Den von Bruder Martin danach
Verkündeten Aberglauben der mir
Nur aus Tradition näher ist als
Der katholische Hokuspokus
Mit dem irischen Geistertanz
Aber dank Quarantäne geht
Dieser Unsinn so spurlos vorbei
Wie alle Magie sonst auch die
Unaufgeklärt aber sexy ist
Aber anfangen konnte ich mit
Der irisch- amerikanischen Variante
Noch nie wirklich viel doch auch
Das geht vorbei wie Oktoberfest
Oder Karneval ohne mich nur
Irgend noch zu tangieren aber
Früher aß ich jahrelang immer
Die Wochen nach Halloween
Lange Gummibärchen die ich
Für Kinder die nicht kamen
Weil der Bücherturm zu fern
Ihrer Süßigkeitensuche war
Vorausschauend besorgte
Überlege nur ob ich es heute
Genauso mache aus Gewohnheit
Oder protestantisch spartanisch
Darauf einmal doch verzichte
Wenn ich mir nicht dann eher
Katholisch lustvoll gestehe
Dass ich darauf Lust habe
Heute ist jedenfalls die
Reformationsparty aber
Keiner geht hin warum es
Für einen Atheisten ohnehin
Völlig egal sein kann nur mit
Den Süßigkeiten überleg ich noch
Die Quarantäne mir zu vesüßen
Wer weiss was noch kommt

jens tuengerthal 31.10.20

Flughaften

Wären wir etwas ehrlicher
Ließen für Schäden der Umwelt
Die Verursacher haften hätten
Airlines längst lebenslänglich
Wären kollektiv alle pleite
Was alle eigentlich wissen
Aber lieber ignorieren weil
Schick ist um die Welt zu jetten
So wäre ein neuer Flughafen
Kein Grund zu jubeln sondern
Fortsetzung des alten Elends
Pathologischer Mobilitätssucht
Nun wird der BER fertig und
Wird erstmal kaum gebraucht
Was gut so ist und besser so
Bliebe bis der Wasserstoff
Sauberer fliegen ließe was
Dennoch immer Gefahr bleibt
Wie Corona uns lehrte denn
Wer nach Corona noch von
Weltreisen träumt hat sichtbar
Sein Hirn vorher verloren
Oder schlicht nichts verstanden
Darum sollten Flughäfen künftig
Lager sein in denen Reisende ihre
Quarantänepflicht verbringen was
Das Interesse an Flugreisen auf
Null reduziert wenn jeder dann
Ein Monat im Lager folgte und so
Lösen sich manche Probleme
Ganz vernünftig von alleine
Mobilität überträgt Krankheiten
Ist selbst eine psychische Sucht
Die durch Ablenkung heilbar ist
Dringend überwunden werden muss
Darum zur Einweihung des BER
Der Vorschlag ihn als Lager für
Flugreisende künftig zu nutzen
Die für durch sie verursachte
Schäden persönlich haften wie
Als Ort der Quarantäne wo dann
Flugreisende und Flüchtlinge
Gemeinsam gelagert würden
Die Solidargemeinschaft vor ihnen
Wie mitgebrachten Keimen auch
Nachhaltig zu schützen ob dabei
Touristen zur Vermeidung der
Verbreitung von Krankheiten die
Haare rasiert werden und sie der
Ordnung halber wie Viecher und
Andere Idioten tätowiert werden
Wird aus historischen Gründen
In Deutschland noch gestritten
Gäbe eine bleibende Erinnerung
Wie jedes schicke Tatoo halt
An die Nummerierung erinnert
Künftige Generationen dann die
Öklogisch korrekt im grünsten
Land des Kontinents leben
Können die Flughäfen wie die
Häfen mit den Leichen der
Kreuzfahrtschiffe als Mahnmale
Unserer Verbrechen besuchen
Wie heutige Schüler die Lager
Aus der Zeit des Nationalsozialismus
Zur Mahnung und Erinnerung 
So gesehen eröffnete in Berlin
Heute ein künftiges Denkmal
Gedenken wir der Opfer denn
Fliegen tötet vielfältig weltweit

jens tuengerthal 31.10.20

Freitag, 30. Oktober 2020

Coronasophie Tag 1

Ab Montag gilt wieder ein dann
Beschränkter Lockdown im Land
Über den noch juristisch gestritten
Wie politisch debattiert werden wird
Auch wenn er bereits beschlossen ist
Aber nötig und vernünftig mir scheint
Wollte heute eigentlich wie so viele
Hier nochmal in meine liebste Bar
Zu den Bösen Buben gen Mitte als
Quasi Abschiedsfest vor der Pause
Doch entschied ich mich dagegen
Zwar bin ich auch nicht sicher ob
Es mit Gastronomie und Kultur nicht
Die Falschen trifft die wenig zur
Verbreitung beitrugen weil sie schon
Strengen Auflagen vorher folgten
Doch ging es politisch hier darum
Ein Zeichen zu setzen um dem nun
Wieder exponentiellen Wachstum der
Erkrankungen wie auch der Toten
Etwas deutlich entgegenzusetzen
Was für den Rückzug in die quasi
Quarantäne im eigenen Heim steht
Was auch nicht mit vielen noch geteilt
Werden soll auch wenn weiterhin 
Die Unverletzlichkeit der Wohnung
Vor dem Interesse an Kontrolle noch
Vorrang hat was einerseits gut so ist
Andererseits das Risiko deutlich erhöht
Das weiterhin Leben gefährdet wird
Weil es immer genug Idioten gibt
All dies mögen Juristen debattieren
Zum verfassungsgemäßen Ergebnis
Am Ende noch zu kommen was mich
Viel mehr interessiert aber ist die Frage
Was macht Isolation mit mir und wohin
Treibt sie dann die Gedanken auch
Wenn gewisse Ausnahmen in Einzelfällen
Gestattet werden um damit auch dem
Wahnsinn ein wenig vorzubeugen vielleicht
Sexualität nicht auf Onanie zu beschränken
Zumindest für die meisten hier Singles
In kleiner Runde sind Treffen möglich was
Die Isolation nicht vollkommen macht aber
Doch eine Chance zu neuen Gedanken gibt
Statt sich mit anderen irgendwo zu treffen
Weil ich diese Unterbrechung richtig finde
Beginne ich sofort mit ihr da bei mir keine
Staatskanzlei gerichtsfeste Beschlüsse erst
Formulieren muss sondern ich einfach aus
Eigenem Entschluss damit anfange mich
Wie Montaigne einst in meinen Bücherturm
Wenn auch mit leider kleinerer Bibliothek
Dafür aber im Gegensatz zu Michel noch
Am Ende des 16. Jahrhunderts heute mit
Internet solange der Strom fließt wie Tee
Aus China Indien und Japan aber dafür
Keinem Weinberg vor der Tür und bisher
Ohne Korrespondenz mit Königen oder
Mitgliedern der Bundesregierung gerade
Der Gedanke scheint mir so verlockend
Des Rückzugs nicht die Korrespondenz
Mit Mutti auch wenn ich sie für klug halte
Es vielleicht sogar spannend wäre doch
Ist es bisher noch kein Thema für beide
Dass ich sogar den sonst sehr reizvollen
Freitäglichen Besuch bei den Bösen Buben
Bis zum Ende der Zeit verschob um so das
Was ich kategorisch richtig finde auch zu
Leben und dementsprechend zu handeln
Als Motivation genügt mir dabei die Chance
Durch dieses Verhalten die Kurve ein wenig
Abflachen zu helfen damit Leben zu retten
Schön wäre es gewesen in der Bar noch
Von allen Abschied zu nehmen besonders
Von einigen die schon näher standen doch
Schien mir die Pflichterfüllung hier wichtiger
Als die liebe Gewohnheit da gerade erst die
Durchbrechung dieser eine Chance gibt
Den bisherigen Verlauf zu verändern dabei
Treibt mich weniger eigene Angst vor der
Infektion auch wenn ich mit Asthma wohl
Zur Risikogruppe zählte was mich aber
Bisher auch von nichts abhielt wenn ich
Sonstigen Antrieben folgte die nicht immer
Einen Abstand von über einem Meter
Noch einhielten doch denke ich es braucht
An dieser Stelle einen klaren Bruch mit den
Gewohnheiten um noch was zu retten damit
Nicht über Leben entschieden werden muss
Weil wir mangels Kapazitäten nicht mehr alle
Retten können das retten wollen wie können
Ist ja schon lange mein Thema irgendwie
Hat schon zu Kinderzeiten bei der damals
Jugendfeuerwehr angefangen und bis heute
Innerlich und moralisch keine Ende gefunden
Im Gegenteil ist dieser Gedanke sogar stärker
Als der Wunsch lieben Gewohnheiten zu folgen
Doch der an der Grenze zur unterlassenen
Hilfeleistung stehende Fall in dem Ärzte
Patienten sterben lassen müssen weil es
Nicht genug Platz zur Behandlung gibt ist ein
Moralisches Drama was es zu vermeiden gilt
Das den zeitweisen Rückzug Grund genug
Bereits gäbe weil es zum einen asozial wäre
Ärzte damit zu Tätern zu machen die von uns
In eine Situation gedrängt wurden in der sie
Entscheidungen treffen müssen die niemals
Gesetzlich legitimiert werden können auch
Wenn Ethikkommissionen den Anschein uns
Geben wollten wir also die Retter bestraften
Zum anderen wenn ich etwas tun kann was
Leben rettet will ich gerne alles versuchen
Fühle mich dazu moralisch auch verpflichtet
Dabei das angenehme mit dem nützlichen
Noch zu verbinden macht den strengen Kant
Den kategorischen Leitfaden deutscher Moral
Ein wenig epikureisch was mir gut gefällt
Warum nicht Gutes tun und es genießen
Im Rückzug in die Bibliothek komme ich
Dem geträumten besten aller Leben
Schon relativ nah und ignoriere dafür
Auch die manchmal lästigen sonstigen
Bedingungen des Lebens ohne Bürgergeld
Was in dieser Phase noch wichtiger wäre
Aber das würde schon wieder zu politisch
Zumindest wird es eine Zeit davon zu
Erzählen auf der Suche nach einer
Philosophie für den Lockdown die das
Leben unter den gerade Bedingungen
So angenehm wie möglich mir machte
Darum geht es bei dem Experiment der
Coronasophie unter dem ich mir nun
Täglich unmaßgebliche Gedanken über
Das Sein unter den Bedingungen des
Lockdown mache und davon erzähle
Vielleicht dem eigenen Wahnsinn so
Vorab oder hinterher auf die Spur noch
Kommen kann zumindest mich frage
Was auf sich geworfen das Leben so
Angenehm wie nur möglich macht
Da stehen zuerst Bücher und Tee
Wie ein bis zur Decke reichender
Stapel an Spekulatius natürlich aber
Auch die Ruhe in Gedankenwelten
Die weiß im Rückzug Gutes zu tun
Was vielleicht den Blick schärft für das
Worauf es mir ankommt und was mich
Auf wesentliches reduziert ausmacht
Womit und ob ich glücklich sein kann
In der Welt der Bücher und Geschichten
Ob in der Not eine Chance liegen kann
Die mehr entwickelt als ich bisher sehe
Werde den täglichen Gedanken folgen
Die Leserinnen daran teilnehmen lassen
Um zu sehen wozu diese Zeit gut ist
So geht es in die nächsten vier Wochen
Darum was die Veränderung mit meinen
Gedanken und der Moral dazu macht die
Dem Handeln zugrunde liegen sollte
Zumindest theoretisch und Kant treu
Die vielleicht sogar vier Monate werden
Bis der Frühling Erleichterung bringt
Oder 8 Monate bis zum Sommer der
Schon letztes mal Erleichterung brachte
Über ein Jahr bis genug geimpft wurden
Was wird sich am Verhalten künftig ändern
Wohin führt mich dieser Weg noch außer
Zu mir und wie zufrieden werde ich sein
Die Not zur Tugend gemacht zu haben
Indem ich mich schon zurückzog was ist
Mehr und länger genießen zu können
Zumindest darin mal konsequent zu sein
Im Sinne eines kategorischen Denkens
Im Schatten der größtmöglichen Lust

jens tuengerthal 30.10.20

Novemberregen

Noch haben wir Oktober
Doch gefühlt längst November
Es regnet unter grauem Himmel
Ohne eine sonnige Pause
Es ist einfach grau draußen
Knackend flackert der Kamin
Wohlig warm der Tee noch
In gestrigen Thermoskannen
Die große Tristesse der Tage
Macht Innenräume schöner
Lässt Leser glücklich genießen
Wenn alles fließt zeigt sich
Was vom Tage übrig bleibt
Jenseits strahlenden Scheins
Wer diese Zeit übersteht ist
Gekommen um zu bleiben
Höre es durch offene Fenster
Plätschern wie fließen
Natur ist im Regen hörbar
Bei immer weniger Licht
Noch ohne aufhellenden Schnee
Im gefühlt ewigem Dauerregen
Scheint Trockenheit so fern wie
Weihnachten an Ostern
Die große Tristesse mit dem
Lockdown verbunden passt
Perfekt zu Tagen wie diesen
Eine Harmonie des Grauens
In gefühlt passender Farbe
Und am Ende fliesst alles
Wer wollte da rausgehen

jens tuengerthal 30.10.20

Retterdisziplin

Wir alle können Leben retten
Indem wir einen Monat lang
Statt nur zu jammern einfach
Diszipliniert zuhause bleiben
Alle Feste ausfallen lassen
Uns lesend beschäftigen oder
Wem das Lesen zu schwer fällt
Bewegte Bilder sich anschaut
Auch wenn diese Unterhaltung
Geistig relativ wertlos wohl ist
Zumindest für meinen zugegeben
Hier etwas beschränkten Geist
Soll es ja manchen was geben
Es kostet nichts als Ruhe die
Sich mit sich selbst beschäftigt
Möglichst zuhause zu bleiben
Dafür wirke ich als Retter was
Den Selbstwert hebt und das
Beste ist was ich tun kann
Sage es und denke alles
Fängt bei und mit mir an
Wollte heute eigentlich noch
Einmal zu den Bösen Buben
Werde es lassen wie vieles
Keine neuen Dates verabreden
Weil alles nun Zeit hat damit
Es schneller vorüber geht
Nichts tun ist das beste
Was am meisten hilft
So macht das Nichts mich
Zum Retter der zugleich
Genießt was er tut weil es
Gut so ist in Zeiten wie diesen
Auch wenn der Lockdown
Die falschen vermutlich trifft
Mit Kultur und Gastronomie
Welche dringend Hilfe brauchen
Aber all das ist irgendwie regelbar
Verlorene Kontrolle dagegen
Wie exponentielles Wachstum
Der Infektionen ist es nicht mehr
Schaue ich nach Frankreich wie
Spanien oder Italien sehe ich
Wie schnell zehntausende sterben
Mit einem Monat Disziplin beim
Tee lesend könnte es gut gehen
Da stellen sich mir keine Fragen
Werde nun viel nichts tun um so
Ein Retter zu werden wie das
Was ich tun kann leisten damit
Die Kurve noch abflacht denn
Am größten ist das Risiko
Im privaten Bereich wo wohl
Die meisten sich infizieren
Damit es bald wieder wird
Wie es vor Corona war
Freue mich darauf weil
Sich ohnehin wenig ändert
Nur mehr Lesen und Schreiben
Einsamkeit ist eine Haltung
Als Retter bin ich so für
Ungezählt viele da
Ein Monat oder vier
Sind nichts gemessen
An geretteten Leben
Was sonst ewig
Weg wäre

jens tuengerthal 30.10.20

Liebessaldo

Ist Liebe jemals berechenbar
Fragte ich mich schon so oft
Lohnt sich der ganze Aufwand
Habe schon über alles geliebt
Es schien das schönste Glück
Diese Frau war dem Atheisten
Eine real angebetete Göttin
Nichts blieb davon übrig als
Leere und unendlicher Schmerz
Der lange nicht enden wollte
Das restliche Leben schien mir
Völlig wertlos geworden ohne
Auch wenn Lust und Liebe in
Guten Momenten viel größer
Waren als alles was ich kannte
Weil ich noch nie so sehr liebte
Bildete ich mir zumindest ein
Waren diese immer wenige
Während Dramen täglich sogar
Alles Schöne wieder zerstörten
Blieb es im Saldo am Ende
Gefühle mal nüchtern betrachtet
Weniger lohnend als leidend
Allein schon weil mir auch
Das eigene Leben wertlos wurde
Was im Ergebnis nie lohnt da
Depressionen dich auffressen
Dabei ist egal ob diese Liebe
Es wert gewesen wäre für sie
In den Tod tragisch zu gehen
Was mehr nach Theater klingt
Aber was war gut beschreibt
Weil mehr als Nichts immer
Im Leben zu finden noch ist
Nicht sein also keine Alternative
Zum Sein sein kann auch wenn
Nichts verlockender lange schien
Danach kamen nur noch Geliebte
Wobei das nur falsch wohl ist
Aber dazu nachfolgend später
Weil ich keine wirklich nah ließ
Auch wenn ich Liebe suchte
Dringender als alles mir war
Eine durch die andere wieder
Ersetzen zu können was selten
Etwas ändern kann aber doch
Was mir unendlich groß schien
Auf menschliches Maß schrumpfte
Die Bilanz aller Geliebten blieb
Immer positiv auch weil diese
Erwartungslos keine Fehler haben
Lernte wunderbare Frauen kennen
Einige sogar ziemlich nah was die
Bilanz noch positiver im Ergebnis
Also beim Saldo der Liebe quasi
Machte und ich so endlich wusste
Was sich wirklich lohnt im Leben
Wäre ich ein Ökonom wüsste ich
Genau wie ich zu leben hätte
Auch als Jurist wüsste ich wohl
Was rechtens und gerecht wäre
Auch wenn Gerechtigkeit doch
Eher ein seltsames Gefühl ist
Denn normativer Maßstab der
Überall für jeden gelten würde
Als Mediziner wüsste ich genau
Was pathologisch daran wäre
Seinem Sein für eine fern zu sein
Doch bin ich nur ein Dichter der
Keine Bilanzen liest sondern
Lieber Worte zur Minne biegt
Der von Zahlen wenig versteht
Von dem ohne Liebe nichts blieb
Aber zumindest weiß ich jetzt
Was sich lohnt und was nicht
Nur schreibt tragische Liebe
Oft die schönsten Verse warum
Sich für Dichter auszahlen kann
Was im Saldo nie lohnen wird
Weil gute Verse viel wertvoller
Vor allem haltbarer noch als
Alles Sein sind zahlt sich am
Ende aus was nie lohnte so
Ist wohl doch alles gut so
Solange die lyrische Bilanz
Stimmt lohnt es für Leser
Wie Dichter irgendwie

jens tuengerthal 29.10.20

Donnerstag, 29. Oktober 2020

Grundrechtsstreit

Die beschlossenen Maßnahmen
Zum kleinen Lockdown werden
Grundrechte massiv beschränken
Ob dies zulässig wie geboten ist
Dabei verhältnismäßig bleibt hat
Heute der Bundestag gestritten
Was gut so und nötig auch war
Fraglich bleibt für mich warum
Keiner den Rang der Grundrechte
Ins Spiel brachte außer Merkel
Mit einer allgemeinen Formulierung
Zur Legitimität der Beschlüsse
Doch steht außer Frage das
Leben gefährdet sind und kein
Milderes Mittel anwendbar ist
Gaulands Vergleich mit dem
Straßenverkehr in dem auch
Täglich Menschen sterben zeigt
Dagegen nur den Zynismus der
Rechten denen Leben sichtbar
Weniger wert ist wogegen sich
Die Mehrheit deutlich stellt
Nun werden Betroffene murren
Trotz versprochener Entschädigung
Alles verständlich und nötig doch
Zeigt die klare Entschlossenheit
Sehen wir vom Rand des Spektrums
Links wie rechts einmal ab was sich
Positionieren will den richtigen Weg
Die Wissenschaft hält ihn für nötig
Zumindest in großer Mehrheit
Was an dieser Stelle wohl genügt
Zum Schutz des Lebens also dem
Höchsten Grundrecht die im Rang
Niedrigeren eine zeitlang etwas
Einzuschränken und solange die
Bewegungsfreiheit nur bedingt
Eingeschränkt wird sollten wir
Vernünftig und solidarisch bleiben
Vielleicht wären andere Wege
Denkbar gewesen doch nun ist
Dieser als nötig entschieden also
Ist jede Diskussion hier müßig
Da wir nur gemeinsam etwas
Erfolgreich erreichen können
Versuchen wir noch das beste
Aus der Situation zu machen
Vielleicht klappt Weihnachten
Dieses Jahr dann doch noch
Was der Mühe wert wäre

jens tuengerthal 29.10.20

Traumpaar

Die Dinge scheinen uns manchmal
Sehr kompliziert dabei sind sie ganz
Einfach betrachten wir sie richtig
Suchte virtuell lange die Traumfrau
Die eine für alles in allem was keine
Natürlich je erfüllen könnte noch
Um mit ihr dann Traumpaar zu werden
Was mir auch traumhaft erschien
Gegen alle vorher Erfahrung doch
Mit Zeit und Erinnerung etwas klüger 
Geworden denke ich heute eher
Zwei sind schnell ein Traumpaar
Was in vieler Hinsicht passt scheint
Dann einfach in allem perfekt zu sein
Hindernisse konsequent übersehend
Aber genau so erscheint es doch nur
Weil und solange sie kein Paar sind
Denke darum oft es ist alles gut so
Ohne feste Paarung zu leben wie
Mit den besten aller Geliebten um
Sich allen Beziehungsstress zu sparen
Denn was sollte besser sein überlege ich
Und wüsste nichts was mehr sein sollte
Geliebte haben eben keine Fehler
Während Ehepaare nichts schneller
Als solche an sich entdecken
Ein Traumpaar bleiben nur im Traum
Weil real nie eins auch für immer
So ist wohl mancher Liebestraum
Realisiert schnell ein realer Alp
Brauchte sicher noch viele Jahre
Bis ich mich wenn binden könnte
Wenn ich es je wieder wollte nach
Aller kritisch betrachteten Erfahrung
Denke ich heute mit mir zufrieden
Auch wenn ich gern anders tue
In alter familiärer Tradition noch
Tiefer verhaftet als bei sich aus
Eben Gewohnheit die nie lohnt so
Wich blindes Vertrauem längst dem
Vorsichtigen Realismus der vermutlich
Das beste ist was sein kann und darum
Alles so genießt wie es ist und kommt
Keine muss mir irgendwas noch bieten
So wenig wie ich für eine als Mann
Funktionieren muss viel lieber
Nehmen wir uns wie wir sind
Auch dabei und überhaupt
Lieben es miteinander und uns
Irgendwie ohne es zu benennen
Werden als harmonisch dabei
Von anderen wahrgenommen
Weil konfliktfrei zugewandt
Eben ohne in einer Beziehung
Nur aneinander zu ziehen wie
Die Konvention es sonst will
Mehr kann nie im Leben sein
Genieße es lieber einfach so
Wie es ist solange wie möglich
Dann bin ich glücklich genug
Ohne emotionale Dramen
Auf die ich gerne verzichte
Und wenn sich was ändert dann
Sehen wir miteinander was wird

Dzdw 29.10.20

Pausenmonat

Es war im traurigen Monat November
Als Heine von Paris nach Deutschland
Reiste und darüber sein Wintermärchen
Einst wunderschön dichtete nun ist es
Wieder November und Deutschland
Was längst Republik wurde hält die
Zeit an um die Kurve der Infektionen
Abzuflachen und Leben zu retten
Es geschieht nun vorsichtiger ohne
Autoritären Hausarrest wie bei den
Nachbarn in Europa aber dafür mit
Appellen an die Vernunft die so
Dringend nötig erscheinen wenn
Wir ein Geschehen wie in Frankreich
Verhindern wollen um möglichst
Viele noch zu retten auch wenn
Die Maßnahmen teilweise wohl
Willkürlich erscheinen können
Es Gastronomie wie Kultur nun
Besonders hart trifft können wir
Uns noch frei bewegen nur nicht
In großen Gruppen aber dafür
Ohne zeitliche Beschränkung
Weil wir alle Kontakte vermeiden
Sollen wird der graue Monat wohl
Für viele sehr einsam aber was
Ist ein Monat Einsamkeit gegen
Ein Leben denke ich und hoffe
Die zugesagten Zahlungen retten
Das Leben der betroffenen Läden
Ausgehen ist damit nicht angesagt
Feiern zuhause nur beschränkt
Wenn überhaupt noch zulässig
Die Vernunft hat diesmal gesiegt
Nur Thüringen unter Ramelow
Von den Populisten der SED-Erben
Regiert stellt sich etwas quer was
Niemanden wirklich mehr wundert
Es wird also ruhig am Platz hier
Für manche ein trauriger Monat
Begrüße die Entschlossenheit
Hoffe sie hilft ein wenig auch
Wenn Weihnachten mit Familie
Für mich wohl in diesem Jahr
Eine Illusion bleiben wird weil
Es gelingen kann viele Leben
So zu retten warum auch nur
Rücksichtslose Populisten vom
Rechten wie linken Rand sich
Gegen das nötige noch wehren
Hoffen wir dass die Mehrheit
Vernünftig bleibt und mitmacht
Damit es nochmal gut geht es
Weihnachten in der Familie gibt
Auch wenn alle Beschränkungen
Bis lange nächstes Jahr dauern
Könnte es überschaubar bleiben
Wenn alle dabei mitmachen die
Es besonders hart nun trifft
Teilweise entschädigt werden
Könnte es relativ gut gehen
Die Alternativen sind wie uns
Der Blick gen Westen zeigt
Erschreckend nutzen wir
Die letzte Chance die bleibt

jens tuengerthal 29.10.20

Mittwoch, 28. Oktober 2020

Familienkultur

Bin aufgewachsen in einer
Familienkultur die auf sich
Aufpasst wie aufeinander
Achtet auch in ihren Sitten
Den Zusammenhalt feiert
Damit auch sich selbst
Was Grund genug bereits
Weiter miteinander noch
Zu gehen als gekommen
Über vieles wird selten
Oder auch nie geredet
Sex wäre so ein Beispiel
Dafür wiederholen sich
Die Sitten immer mehr
Je älter die Teilnehmer
Weil Wiederholung dann
Leichter fällt als Innovation
Warum auch was ändern
Wenn sich alles so bewährt
Der alte konservative Leitsatz
Vorübergehende Ausbrüche
Werden nicht mehr geahndet
Eher nur milde belächelt auch
Teils unmögliches Benehmen
Als Gewohnheit großzügig
Weggelächelt was auch immer
Folgende Generationen davon
Fortsetzen werden tun die gerade
Alten alles damit alles so bleibt
Wie es war und sein soll auch
Wenn keiner mehr weiss warum
Denke ich an all die Damen
Die meine Familie schon
Mit mir hinnehmen musste hat sie
Eine hohe Toleranz entwickelt
Was das Überleben sichert
Weil es anpassungsfähig macht
Wusste immer ganz genau
Was passte und was nicht
Tat dennoch das Gegenteil
Wo es mir opportun erschien
Erspare allen hier Details
Staune noch manchmal über
Die Wendung gegen alle
Gewachsene Kultur wie
Gegen jede Erfahrung
Weil Liebe gern blind macht
Geschah es zumindest ohne
Böse Absicht in guter Hoffnung
Aber am Ende siegt immer
Die Familie und Romeo und Julia
Endet auch im Theater tödlich
Manche brauchen nur länger
Zu begreifen wie es ist was
Keine Änderung je verträgt
Um glücklich zu leben aber
Andere haben auch keine
Familie was auch immer
Ihnen an Kultur dann bleibt
Wenn sie Wurzeln leugnen
Viel ist dann selten übrig
Mit wem ich Leben teile
Sollte ich das je wieder wollen
Möchte ich auch Welten teilen
Nicht nur die Horizontale was
Die Auswahl natürlich beschränkt
Da alles übrige mehr Energie frisst
Als jemals gewonnen werden kann
Aus Varianten der Paarung die
Sich ohnehin bald erschöpfen
Sein wir uns einfach bewusst
Wer heiratet heiratet eine Familie
Der Rest ist völiig egal 
Kann genauso gelassen werden
Mehr Ehen gingen wohl gut
Bedächten Paare das vorab
Warum eine Hochzeit Familie
Feiert und nicht nur ein Gefühl
Liebe stört dabei nicht wirklich
Aber nötig ist ganz anderes
Denke ich lachend in Erinnerung
All meiner oft unpassenden
Verlobungen die nur aus Liebe
Sich ewig versprachen was
Bloß ein Versprecher meist blieb
Die Ewigkeit relativ kurz hielten
Also für Familie nicht mal der
Erwähnung noch weiter wert
Denn Familie bleibt für immer

jens tuengerthal 28.10.20

Erdokann

Erdogan macht sich gerne
Öffentlich lächerlich um so
Als Verteidiger des alten
Aberglauben zu gelten
Wie der einst Sultan der
Dem osmanischen Reich
Von dem er gern träumt
Über viele Jahrhunderte 
Als Monarch vorstand bis
Atatürk das Reich ersetzte
Mit der laizistischen Türkei
Dessen noch nicht Tod
Der des Aberglauben natürlich
Sich historischem Zufall
Weniger verdankt als Macht
Die keiner verlieren will
Der sie dank höherer Mächte
Zu haben behauptet was
Zwar noch lächerlicher ist
Aber mit Gewalt Fakten schafft
Nun spielt sich der gewählte
Präsident der früher modernen
Türkei als Sultan wieder auf
Greift dazu Macron an der als
Guter Franzose die Freiheit
Auch zur Karikatur des Propheten
Gegen fanatische Mörder verteidigt
Was zivilisierten Europäern nur
Selbstverständlich erscheint ist
Für unaufgeklärte Gläubige ein
Schweres Verbrechen was also
Bekämpft werden muss auch
Wenn es nur rückständiges Denken
Offenbart also die Lächerlichkeit
Weiter begründet was jeder sieht
Der kritisches Denken gelernt aber
Gläubigen logisch fern liegt da sie
Den wahren Glauben natürlich nie
Hinterfragen und damit im Kampf
Nur belegen was sie widerlegen
Wollten aber nicht konnten 
Angesichts dieser Fakten welche
Islamistische Religiosität nur als
Überholt lächerlich erscheinen
Lassen kann fragt sich angesichts
Der neuen Karikaturen im Magazin
Charlie Hebdo was uns lange
Je suis Charlie sein ließ aus
Solidarität nach dem Anschlag
Ob hier nicht unzulässige Witze
Über geistig Behinderte gemacht
Werden die da sie wehrlos sind
Blindwütig um sich schlagen
Wie zu erwarten war und ob
Hier nicht der Schutz der Würde
Dieser nicht Vorrang genießt vor
Der Freiheit der Kunst weil diese
Gruppe von Menschen ohne
Freiheit der Aufklärung nur
Reflexhaft reagieren können
Also schutbedürftig sind weil sie
Geistig noch nicht so weit sind
Über sich lachen zu können
So lächerlich sie dabei sind
Verdient die islamische Welt
Also das Mitleid der ehemaligen
Kolonialherren oder wäre das
Nur eine neue Form der quasi
Geistigen Kolonisation gegen die
Es kein Mittel als Gewalt für
Solche Menschen geben kann
Gehen wir wie nach unseren
Verfassungen geboten von der
Gleichheit aller Menschen aus
Verbietet sich jede Überheblichkeit
Müssen wir auch den Großtürken
Dem Anschein zum trotz ernst
Nehmen so schwer es auch fällt
Wenn wir sie dagegen als von
Natur minderbemittelt ansehen
Verdienten sie Schutz weil es
Diskriminierung wäre Menschen
Aufgrund ihrer Natur zu verspotten
Diesen Zwiespalt führt Erdogan
Der schon alles tut zum Spott
Zivilisierter Welt zu werden uns
Noch einmal deutlich vor Augen
Auch wenn dahinter mal wieder
Nur sein sultaninisches Machtstreben
Steht bleibt das Ergebnis hier gleich
Verdient die arabische Welt heute
Als geistig zurückgeblieben Schutz
Oder ist sie natürlich gleichberechtigt
Weil alle Menschen gleich sind
Der private Aberglaube irrelevant ist
Enthalte mich hier jeder Meinung
Jeder ist seines Glückes Schmied
Gebe jedem Muslim die Chance
Gleichberechtigt ernst genommen
Zu werden also verantwortlich zu sein
Bis zum Beweis des Gegenteils
Den Erdogan nach den neuen
Karikaturen im Charlie nun selbst
Wieder bringen kann auch wenn
Alle ahnen was passiert wird es
Zumindest lustig werden bis uns
Der Schutz vor Diskriminierung
Das Lachen über natürlich hier
Minderbemittelte verbietet was
Zeigt es liegt alles in ihrer Hand
Freiheit Gleichheit Brüderlichkeit
Gelten für alle auch für Gläubige
Solange sie nicht für ihre dann
Ungleichbehandlung plädieren
Weil ihnen geistige Mittel fehlen
Erdo hat nun also die Wahl

jens tuengerthal 28.10.20

Dienstag, 27. Oktober 2020

Heldinnenepos

Ist Annette wirklich eine Heldin
Braucht es Frauen wie sie heute
Oder sollten wir lieber froh sein
Mit weniger Ideologie zu leben
Als die Heldin in Anne Bauers
Buch Annette ein Heldinnenepos
Die von der Resistancé sogar bis
Algerien kam wo sie in Frankreich
Als Terroristin wieder verfolgt zur
Ministerin mit allen Ehren wurde
Zumindest der Regierung zuarbeitete
Im neuen revolutionären Staat der
Weniger sozialistisch wurde als sie
Einst träumte als sie in den Kampf
Noch für die Kommunisten gegen
Die Faschisten zog doch bleibt
Diese Frage wie so vieles offen
Weil Menschen nicht einfach nur
Helden sind sondern Wesen mit
Auch schwankenden Gefühlen
Von großen Ängsten bis Hoffnung
Die wie so vieles unerfüllt bleiben
Dieses hervorragende Buch was
Mit Freude ich im Ocelot erwarb
Bei einer der hervorragenden
Jurorinnen unseres Buchpreises 
Von der immer Lieblingsbuchhändlerin
Die mit so viel Engagement für Bücher
Wie Literatur steht warum ein Besuch
Im Ocelot allen Lesern empfohlen sei
Den diesjärigen Buchpreis erhielt die
In Paris lebende Deutsche also die oben
Erwähnte Anne Bauer nämlich zurecht
Ihrer sprachlichen Kraft wie auch
Der weiblich starken Geschichte
Wegen was diesem Buch in Versen
Noch eine schöne Erinnerung dazu
Gibt neben der genialen Anregung
Durch die auch gebrochene Prosa
Der Anne Bauer die ein Leben der
Frau und Ärztin mit Idealen erzählt
Was aber viel weiter noch greift weil
Sich in diesem Buch die Frage stellt
Wer wirklich Heldin ist für uns auch
Wo diese meist männlich bisher waren
Ob wir klare und reine Helden brauchen
Die viel Unsinn machen und riskieren
Um Glück zu haben oder unterzugehen
Was den Status der Heldin ausmacht
Genügt der immer gute Wille dazu schon
Nimmt das verlorene Ideal des längst
Real als totalitär offenbarten Sozialismus
Der Heldin etwas von ihrem Status oder
Rettet der gute Wille als Ärztin sie mit
Dem die Bretonin mutige Wege geht
Auch wenn manches schon damals
Totalitär erschien einem kritischen
Beobachter den Anne Bauer als die
Autorin des Epos gibt durch immer
Wieder kleine historische Einschübe
Die den Fluß der Verse nicht stören
Was auch das Genie des Werkes
Ausmacht was immer wieder ganz
Menschlich kritisch nachfragt ob
Wirklich gut war was gewagt wurde
Jedenfalls groß wird durch diese
Differenzierte kritische Betrachtung
Im besten kantschen Sinne der dem
Großen Königsberger zum Trotz stets
Spannend und mitreißend lesbar bleibt
Aber neben der Lobhudelei des gerade
Begeisterten Dichters und Lesers ist
Die Frage was vom Heldentum bleibt
Viel wichtiger und es fragt sich wer
Unter den Vorfahren verhielt sich in
Kritischen Zeiten ähnlich mutig wie
Was mir noch aktueller erscheint
Wo stünde ich in dieser Situation
Wagte ich ähnliches oder nie von
Linker politischer Verwirrung hier
Abgesehen um auf das Ideal der
Menschlichkeit dahinter zu blicken
Die viele Kinder der Zeit Anhänger
Eigentlich totalitärer Ideologien
Werden ließ die als Rettung schienen
Gegen die Ungerechtigkeit der Welt
Frage ich mich und denke an all die
Anderen Heldinnengeschichten wie
Sie der große Krieg schreiben ließ
Was in friedlichen Zeiten dazu macht
War Merkel mit ihrem wir schaffen das
Schon eine Heldin oder leichtsinnig
Wie rechte Kreise gerne unterstellen
Was sind die Heldinnen der gerade
Krise in die Corona uns stürzte was
Macht echtes Heldentum aus ist es
Die Bereitschaft das Leben zu riskieren
Oder sind nicht jene die zum Schutz
Ihrer Familien lieber schluckten was
Ihnen eigentlich unerträglich war
Genauso Heldinnen sind es nicht
Alle Eltern die Kinder in diese Welt
Voller Ungewissheit noch setzen egal
Ob sie es nun lange so planten oder
Zufälle der Natur bei der Zeugung halfen
Was ist bewahrenswert vom einmal
Heldentum überlege ich und denke an
Marion Dönhoff die ich einmal auf einer
Beerdingung kennenlernen durfte die
Zum Glück damals noch lange nicht ihre
War und die für mich aufrecht und mutig
Als Frau in Zeiten schwerer Not eine
Heldin war nicht nur weil sie die Trakehner
Aus Ostpreußen im langen Ritt rettete
Denke an die Tante meines Freundes
Die eine Freundin Bonhoeffers war mit
Ihrem Mann den Kreisauer Kreis auch
Soweit möglich unterstützte wofür er
Hingerichtet wurde während sie sehr
Peinlich wie es früher hieß als Folter
Noch erlaubt war von den Nazis dazu
Befragt wurde die sicher eine Heldin
Gewesen des Widerstandes auch
Wenn die Kreisauer sich gegen das
Attentat ausgesprochen hatten aber
Dies weite Feld um die Legende vom
Dolchstoß soll hier gar nicht weiter
Ausgebreitet werden für mich war
Die alte Dame die ich noch über 100
Kennenlernen durfte eine Heldin aber
War sie es auch noch als sie später
Nach dem großen Krieg in Westberlin
Richterin Schwule nach § 175 verurteilte
Worüber die taz einmal berichtete was
Am Ende der Vorstellung einer Heldin
Des Widerstandes gegen Hitler stand
Was mir damals als Blasphemie erst
Erschien da der Familie gut bekannt
Die manches nach dem Krieg erlitt
Bis Marion Dönhoff dafür sorgte dass
Der Widerstand aus dem preußischen
Adel zu dem Stauffenberg der Schwabe
Ehrenhalber dazu gezählt wurde auch
Weil er wie viele mit dem Leben für seinen
Mut büßte doch waren diese Urteile welche
Die eigentlich Heldin Marion Yorck sprach
Zwar Kinder des Zeitgeistes aber aus der
Heutigen Sicht Ausdruck schlimmer Intoleranz
So sehe ich ähnliches bei meinem Großvater
Der zwar mit Widerständlern befreundet war
Teils noch aus Kadettenzeiten aber selbst
Jede Beteiligung immer leugnete was wohl
Wie ich heute weiß nicht ganz wahr war
Aber dem Frieden seiner Ehe diente die
Als völlig glücklich immer galt und so schien
Ihm es wichtiger das Versprechen gegenüber
Seiner Frau gehalten zu haben denn als ein
Held des Widerstandes zu gelten was diese
In der Bundesrepublik erst später wurden
Warum sich heute sogar die Bundeswehr
Auf diese Tradition beruft doch hat er selbst
Als deutscher Offizier in den Kriegen gedient
Was er zwar musste weil die andere Aussicht
Zu dieser Zeit noch weniger verlockend war
Denke an die Geschichte meines alten
Freundes Frederic aus Straßburg der noch
In beiden Weltkriegen jeweils auf beiden
Seiten kämpfte um sich am Ende des
Letzten als Franzose aus russischer
Gefangenschaft entlassen nach Afrika
Zu Fuß durchzuschlagen und dort der
Resistancé zur Befreiung Frankreichs
Anzuschließen als einer von den dort
Schwarzfüßen vermutlich der sich auch
Später nicht der Befreiungsbewegung
Anschloss wie die Heldin Annette die
Den Kolonialismus ihres Vaterlandes
Als persönliche Beleidigung empfand
Sondern als Elsäßer stolzer Franzose
War wenn das denn vorstellbar ist
Der mir aber wiederum Geschichten
Erzählte und Menschen kannte die
Den Namen meines Großvaters oder
Des Großvaters meines Freundes der
Auch mysteriös zu Tode kam noch als
Damals Botschafter in Madrid wo er
Gegen den untreuen Franco agieren
Sollte wozu es wohl nicht mehr kam
Gehört und in guter Erinnerung hatten
Doch sogar die Straßburger Freunde
Die zum Kreis um Frederic gehörten
Die einst von Albert Schweizer noch
Bevor er nach Afrika ging als Arzt
Konfirmiert wurden die später als
Ärzte die ohne Grenzen gründeten
Äußerten sich teilweise in einer Art
Über Afrikaner die als alte koloniale
Arroganz noch freundlich bezeichnet
Wäre weil es für sie völlig normal war
Macht es da gut dass jeder von ihnen
Mehr afrikanische Menschen rettete
Als er durch diese Haltung beleidigte
Nun bevor ich mich nun endgültig in
Vielen Anekdoten verliere will ich zum
Kern der Frage lieber kommen ob es
Das reine Heldentum überhaupt gibt
Oder Helden immer auch gebrochen
Sind weil sie irgendetwas erschütterte
Ist mehr Held wer sein Leben riskiert
Komme was wolle oder wer trotz allem
Versucht ganz normal zu überleben
Damit es seinen Kindern auch gut geht
Den Widerstand scheut um niemanden
Damit zu gefährden vor allem nicht die
Nahestehenden einem solchen Risiko
Auszusetzen als Waisenkind zu leben
Weil elterliche Verantwortung nie endet
Sind wir so aneinander gekettet in allem
Dass der leichtfertige Umgang mit dem
Leben für eine Idee zweifelhaft stets ist
Ob wie Annette als werdende Mutter oder
Als Vater wie viele aus dem Widerstand
Kann ein Leben gegen das andere je
Aufgewogen werden oder ist das nie
Möglich weil jedes für sich kostbar ist
Waren Werther oder Romeo und Julia
Damit keine Helden sondern Antihelden
Weil sie ihr Leben für ein Gefühl opferten
Statt wichtigere Aufgaben zu erledigen
Wie etwa doch noch eben die Welt retten
Was ich mich auch als Vater selbst schon
Mehr als einmal fragte völlig blind vom
Wahn verzweifelten Gefühls geworden
Ist dann wirklich heldenhaft wer trotz allem
Einfach weiter macht statt aufzugeben
Auch wenn diese Freiheit gerechtfertigt
Für mich unabhängig vom Heldentum
Immer sein sollte doch wer ist schon
Immer eine Heldin und kann nicht erst
Wer wirklich am Leben zweifelte es
In ganzer Größe lieben wie niemals
Wem die Leidenschaft fremd ist die
Dafür das vernünftige Heldentum oft
Mehr behindert als der Sache zu nutzen
So weiß ich bis heute nicht was wirklich
Zur Heldin oder zum Held machte wer
Es heute mehr für mich ist und wer
Weniger auch wenn ich sicher bin
Die Covidioten eher als verwöhnte
Feiglinge zu sehen die sich nicht
Zum Schutz anderer einschränken
Wollen sehen sie sich eher als die
Letzten Freiheitskämpfer gegen eine
Diktatur des unfreien Staates der
Ihnen ihr vorheriges Leben wegnahm
Auch wenn bei diesen die üblichen
Verschwörungstheorien etwa gegen
Bill Gates oder das Judentum so sehr
Kursieren wie anderer Unsinn sind sie
Aus ihrer Sicht Verteidiger der Freiheit
Die von der Regierung beschränkt wird
Dummerweise beschränkt dabei nur
Ein Virus und nicht ein böswilliger Staat
Der nur so viel wie möglich retten will
Weil dieser Virus besonders die Alten
Wie Schwachen dahinrafft was leugnet
Wer die noch milden Maßnahmen bereits
Für völlig unangemessen hält aber so
Zeigt sich sogar bei denen die bei uns
Die ganz große Mehrheit für Idioten hält
Wofür sie vielfach Bestätigung geben
Der Begriff des Heldentums bleibt ein
Schwieriger und ich denke etwa noch
An einen Flirt mit einer Westberlinerin
Die Kennedy an der Siegessäule lauschte
Von den kruden Theorien ergriffen war
Sich in alter Tradition als eine echte
Verteidigerin der Freiheit wieder sah
Wofür der andere Kennedy in Berlin
Zumindest in seinen westlichen Teilen
Noch einen heldenhaften Namen hat
Auch wenn Robert dem John F nicht
Vergleichbar eher närrisches verbreitet
Frage ich mich wie Annette auch die
Sich aufgrund ihres Heldentums aber
Als schlechte Mutter auch sah was das
Echte Heldentum ist und ob es solches
In unserer differenzierten Welt gibt
Bin zu keinem sicheren Schluss bisher
Gekommen sondern versuche lieber
Jede Situation im einzelnen zu sehen
So waren meine Großmütter sicher
Heldinnen in manchen Momenten aber
Auch angepasst in anderen warum es
Unklar bleibt was Heldentum ausmacht
Die Flucht im Pferdewagen vor den
Nahenden Russen war heldenhaft
Aber auch von Angst und Sorge getrieben
Die viel mehr als Mut dabei antrieb auch
Der Mut meiner anderen Großmutter sich
Beim Maiaufmarsch mit Aufzug der alten
Kaiserlichen Fahne in der Weimarer Republik
Zur familiären Tradition zu bekennen war
Welcher aber als Heldentum fällt mir heute
Schwer diese konservativen Zweifel noch
Gut zu heißen die Weimar so schadeten
Während die Urgroßeltern aus Bremen
Die ein jüdisches Ehepaar versteckten
Über den Krieg und mit vollem Risiko
Für mich klar heldenhaft waren auch
Wenn ich nur die Version meiner zum
Geschichten erzählend neigenden Omi
Von dieser Geschichte heute kenne
Weil die Urgroßeltern gut bremisch
Über ihr Heldentum lieber schwiegen
Warum nun auch genug geschrieben
Wurde an dieser Stelle sicher ist nur
Heldinnen sind wieder ein Thema
Was dem Blick auf die Zeit gut tut
Davon episch zu erzählen gibt den
Versen mehr Gewicht und wer sich
Selbst davon überzeugen will auch
Jenseits dieser kleinen Versuche darin
Möge Annette ein Heldinnenleben lesen
Was bei Matthes & Seitz hier am Platz
Erschien die den Mut zu Versen hatten
Die meine Lieblingsbuchhändlerin auch
Mit ihrer Jury aus guten Gründen prämierte

jens tuengerthal 27.10.20

Lockdownlocker

Kommt morgen der nächste
Beschränkte Lockdown im
Land der meist begrenzten
Phantasie und Vorstellung
Raunt nicht mehr nur Bild
Am Pulse der Meinung
Müssen wir uns darüber
Nun aufregen oder läuft
Das von alleine entspannt
Tut einfach allen gut die
Einen Gang runter schalten
Statt dem üblichen Stress
Vor Weihnachten einfach
Alles überflüssige geschlossen
Schöne Vorstellung denk ich 
Lockdown Light ist auch gut
Für das Klima nur braucht es
Eine Theorie dass er sich
Auch langfristig rechnet weil
Weniger immer mehr wird
Am besten bleiben wir
So locker wie es nur geht
Genießen die Langsamkeit
Die immer eine Entdeckung
Wert wie überhaupt gut ist
Besser als alles wollen was
Nichts außer ständig stresst
Dafür selten jemals lohnt
Corona kann den Michel
Wieder die Ruhe lehren was
In jeder Hinsicht gut so ist
Klimatisch innen wie außen
Stabilisierend weiter wirkt
Was mehr sollten wir wollen
Denke ich erwartungsfroh
Ohne Sorge um Schäden denn
Nichts lohnt wie Zeit nehmen
Es bleibt immer mehr übrig

jens tuengerthal 27.10.20

Ausgemerzt

Noch schreit und klagt er
Wider die Verdcheibung
Des unter Corona noch
Unmöglichen Parteitages
Friedrich Merz der Macher
Gibt sich unfriedlich aber
Versagt vor der Macht des
Präsidiums mit dem er
Politik machen müsste
Wollte er wirklich an die Macht
Womit er sich erledigt hat
Die CDU nach Merkel wählt
Keinen Trump sondern führt
Typen wie ihn einfach vor
Merkel und AKK haben
Den Kampf bereits jetzt
Gewonnen was gut wohl
Für die große Mehrheit ist
Das Land stabilisiert nur
Den rechten Flügel der CDU
Bloßstellt und lahm legt da
Fragt sich nur ob das nicht
Die Falschen stärken könnte
Während die Partei sich
Staatstragend mittig positioniert
Nun spielt Merz noch ein wenig
Den Revolutionär gegen die
Führung was ihm in Krisenzeiten
Keine Stimmen bringt er ist
Politisch damit erledigt was
Merkel und AKK als Siegerinnen
Von der Bühne gehen lässt
Womit die Kanzlerin auch ohne
Jedes Amt allen gezeigt hat
Wie politische Macht heute 
Von wem ausgeübt wird
Wer immer im Frühjahr folgt
Die Konservativen lassen sich
In Ruhe an der Macht Zeit
Der SPD Kandidat ist dann
Bereits weitgehend Geschichte

jens tuengerthal 27.10.20

Montag, 26. Oktober 2020

Leseglück

Welch Glück ist es doch
In Bücherwelten zu tauchen
Lesend quasi parallel zu leben
Sich wenig um alles zu sorgen
Außer Zeit zum Lesen zu finden
Um zwischen Seiten aufzutauchen
Die fesseln und gefangen nehmen
Eigene Gedanken dabei anregen
Zum Schreiben wieder verführen
Und so verschlinge ich seitenweise
Geschichten in denen ich dann lebe
Die ein Eigenleben in mir entwickeln
Zu neuen Versen irgendwann wachsen
In denen eigenes Lesen zum Lesestoff
Für andere Leser wird die dann mit mir
Auf den Gedankentauchgang gehen
Nichts schöneres als Lebensaufgabe
Ist mir noch vorstellbar auch wenn es
Lange dauerte bis ich es begriff wie
Die Worte fand Geschichte zu erzählen
Als Geschichten aus nahen und fernen
Zeiten die Gedanken bewegen können
Habe ich so lesend zu mir gefunden
Bin versunken um neues zu entdecken
Zwischen den Zeilen zu tanzen auch
In Zeiten wie diesen in denen keiner
Sonst irgendwo noch tanzen darf 
Außer mal unter freiem Himmel ist
Das unendliche Reich der Bücher
In dem ich so gerne tauche mir ein
Grenzenloses Paradies was ständig
Neue Gedankenwelten noch öffnet
In denen zu versinken und die dazu
Weiterzuspinnen mir Glück genug ist
Berufung und Erfüllung in einem die
Sich selbst im Genuss noch beflügelt
So sollte Leben wohl sein denke ich
Zufrieden mit der Welt wie sie eben ist
Wie der Rolle als Geschichtenerzähler
Liege auf dem Diwan in der kleinen
Bibliothek mit genug Stoff für ein Leben
Und frage mich was ich sonst je wollte
Als Leben um davon zu erzählen

jens tuengerthal 26.10.20

Variationsverlässlichkeit

Wie verlässlich ist die stete Variation
Fragt sich wer in Berlin virtuell datet
Ständig neue und andere trifft dabei
Einen relativ geringen Prozentsatz
Auch persönlich beglücken durfte
In mehr oder weniger großer Nähe
In einem Jahr oder etwas mehr die
Zahl aller in 49 bisher übertraf was
Für eine gewisse Verlässlichkeit
Auch beim online Daten spricht
Zwar blieben wenige die blieben
Dauerhaft gerne bleiben würden
Aber das waren nur die allerbesten
Was wenn nicht guten Geschmack
Sollte ich ihnen sicher attestieren
Wenn sie zeitweise mich wollten
Auf was sonst käme es dabei an
Denke ich und freue mich an den
Virtuellen Variationen des Lebens
Auch wenn ich nur eine will und
Die ohne Sorgen für immer damit
Das Thema auch erledigt ist aber
Zugegeben hat die Monogamie
Die ich meist vorher lebte auch
Klare Nachteile insofern es viel
Mehr von einer verlangt als wenn
Sie nur eine mögliche auch ist
Nichts sein muss aber alles kann
So dass die Erfahrung zurecht fragt
Ob es nicht klüger wäre statt von
Großer Liebe zu träumen sich mit
Angenehmer Realität ganz ohne
Alle vorher täglichen Dramen
Abzufinden um zu genießen was ist
Was umgekehrt genauso auch gilt
Warum ich mich mit all meinen
Geliebten nahezu nie stritt
Während ich mit den Damen
Die als einzige erwählt waren
Manchen Konflikt austrug der
Unnötige Aufregung bewirkte
Statt zu genießen was ist weil
Auf Dauer jeder unerträglich ist
So hat die Variationsverlässlichkeit
Große Vorteile im Alltag noch
Es findet sich mit Geduld doch
Online immer was passendes
Auch ohne Katze oder Tatoos
Was allem den Druck nimmt
Nur ganz insgeheim denk ich
Manchmal ankommen wäre gut
Die wäre es doch nun wirklich
Da vieles vielfach austauschbar
Behalte es aber lieber für mich
Außer es besteht keine Gefahr
Sie könnte es auch meinen
Vermutlich gibt es in der Liebe
Keinen Königsweg denn wer
Sich einlässt riskiert alles
Wer es nicht tut lebt dafür
Völlig risikofrei nur ohne
Jede Sicherheit die aber wie
Die Erfahrung zeigt ohnehin
Bloß eine relative Illusion ist
Weiß nicht was besser wäre
Ob eines ganz richtig ist
Oder wir immer vom einem
Zum anderen nur streben
Dazwischen schwankend stehen
Wie bei starkem Seegang 
Die Liebe ist stets ein Unwetter
Was die Verwüstungen angeht
Welche ihr innerlich folgen
Es nehmen müssen wie es kommt
Da auch Frauen beteiligt sind
Die sich jeder Logik entziehen
Zumindest soweit sie mein
Zugegeben beschränkter Horizont
Verstehen kann was ich aber
Lieber nicht mehr versuche um
Einfach zu genießen was ist
Bleibt noch weniger logisch wohl
Fühlt sich aber gut an und ich
Bin eben nur ein Mann von
Beschränktem Verstand
Der die Frauen liebt aber
Nur die eine für immer will

jens tuengerthal 26.10.20

Karikaturenkampf

In Frankreich wird ein Lehrer
Aufgrund der offenen Diskussion
Über Mohamed Karikaturen von
Islamistischen Fanatikern umgebracht
Die Verteidigung der Freiheit durch
Präsident Macron führte zum sofortigen
Boykottaufruf zahlreicher islamistisch
Geprägter Länder voller Intoleranz
Wie zu Beschimpfungen durch Erdogan
Den totalitären Clown von Amkara der
Immer mehr offenbart wie fundamentalistisch
Sein Denken als Staatsmann auch ist
Wie er sich zum Führer aller Muslime
In der Tradition der Osmanen aufspielt
Billiges chauvinistisches Gehabe zum
Spätpubertären Leitbild macht was
Perfekt zu dieser unreifen Religion passt
Aber dahingestelllt ob der Islam vielleicht
Elemente des Aberglauben hat die weniger
Lächerlich sind als die Staatsführer der
Islamisch geprägten Länder derzeit
Denken wir etwa mit Hochachtung lieber
An den westöstlichen Diwan Goethes
Der von Toleranz und Geist getragen
Geht es bei den Karikaturen wie dem
Umgang mit Erdogan und anderen
Islamisten darum Europa zu verteidigen
Wenn aufgehetzte religiöse Fanatiker
Toleranz als Angriff verstehen wird es
Gefährlich und ist höchste Zeit diesen
Grenzen aufzuzeigen damit die seit
Jahren zunehmende Eskalation ein
Ende findet bedarf es keiner subtilen
Diplomatie sondern klarer Solidarität
Wer Frankreich boykottiert weil deren
Präsident die Freiheit verteidigt ist ein
Feind der europäischen Werte kann so
Kein Partner oder Kunde Europas mehr
Sein sondern ist bekennender Feind
Von Toleranz und Laizität damit auch
Gegner der zentralen Werte Europas
Kann damit kein Kunde Europas sein
Gehört boykottiert wie einst Südafrika
Als es noch ein rassistischer Staat war
Dann schotten wir uns zurecht ab um
Die Intoleranz zu meiden wie auch
Den Aberglauben fern zu halten die
Private religiöse Überzeugung sei
Noch mehr als ein skurriles Hobby
Es geht beim Kampf um die einst
Karikaturen die bereits zu einem
Entsetzlichen Massaker in Paris führten
Um den Kern europäischer Politik 
Die Basis der gemeinsamen Werte
Hier muss Merkel sich ganz dringend
An die Seite Macrons stellen am besten
Sofort die Botschafter aus der Türkei
Abziehen und geschlossen auftreten
Dann leben Deutschland und Frankreich
Die europäische Außenpolitik wirklich
Befreien wir uns aus der Unmündigkeit
Angeblicher ökonomischer Zwänge
Wer Terrorismus wie den Mord an
Einem toleranten Lehrer verteidigt
Dafür den französischen Präsidenten
Des Wahnsinns anklagt weil er nicht
Autoritären Geboten eines vermutlich
Pädophilen jedenfalls wahnsinnigen
Propheten folgt sondern die Freiheit
Wie Menschenrecht im Schatten des
Terrors einiger Fanatiker verteidigt
Ist ein Feind Europas und seiner Werte
Die in der Aufklärung groß wurden
Da gibt es keine Partnerschaft mehr
Sondern klare Konsequenzen was
Vielleicht einige Aufträge kosten kann
Aber Europa im Kern stabilisiert gegen
Fanatische sektiererische Gläubige
Die Karikaturen sind ein bloßer Witz
Sie könnten den in Fragen der Toleranz
Geistig behinderten Muslimen helfen
Einen vernünftigen Weg zu gehen
Obwohl sie entwicklungsgeschichtlich
Da schlicht 600 Jahre jünger vermutlich
Noch nicht so weit sein können wie es
Der Geist der Aufklärung erforderte
Darum sollten nun alle Europäer
Dringend diese Karikaturen wieder
Veröffentlichen als Kriegserklärung
Eines Kontinents wider die Intoleranz
So schlecht und lächerlich sie sind
Der Kampf um diese Bilder ist eines
Der wichtigsten Schlachtfelder der
Freiheit und wie lange haben wir um
Diese spätestens seit der Aufklärung
Noch gefochten hier sollten wir klar
Zusammenstehen wie einst wider die
Türken vor Wien oder des großen
Karls Vorfahren Karl Martell gegen
Die Mauren aus Spanien siegreich
Mit Hilfe der Friesen war wie vieler
Stämme aus Europa noch so
Sollten wir klar zu Frankreich stehen
Der Kampf um die Mohamed-Karikaturen
Ist einer um Europas Freiheit inzwischen
Hier ist jetzt Solidarität wie Klarheit
Dringender gefragt als je zuvor denn
Europa wird am Bosporus verteidigt
Wer redet wie Erdogan muss damit
Leben dass Byzanz Teil Europas ist
Als solches griechisch immer bleibt
Während Ankara und Anatolien fern
Von Europa noch weit hinter dem
Balkan liegen der felix Austria einst
Zerreißen ließ den Multikulti Staat
Wenn Merkel sich ein Denkmal in
Der europäischen Geschichte setzen
Möchte ist fraglose Solidarität mit den
Franzosen das Gebot der Stunde was
Auch rechten Fanatikern hierzulande
Zeigte wer Europa wo wirklich verteidigt
Damit nicht länger Radikale europäische
Geschichte für sich missbrauchen ist es
Gut sich aus der Mitte auf sie zu berufen
Territorien deokratisch tolerant zu besetzen
Sprache zu steuern und zu benutzen beim
Kampf um die lächerlichen Karikaturen
Des eher komischen Propheten der
Real völlig egal ist geht es um Europa
Zeigen wir der Welt wie es zusammenhält

jens tuengerthal 25.10.20