Lektürentagebuch 28.1.26
Weiter ging es zuerst wieder mit
Philipp Blom und der Welt aus den
Angeln dort mit den klugen Epilog
Als Nachtrag zur Bienenfabel
Heute tauchte ich mit dem klugen
Philosophen und Autor tief in das
Kollektive Jenseits als vorletztes
Kapitel des Nachtwortes noch ein
Am Anfang steht die Frage ob der
Liberale Traum wirklich gewonnen hat
Die ganze Welt natürlich nun dieser
Entwicklung auch folgen werde
Dies weil Menschenrechte universell
Sind jede Gesellschaft sie früher oder
Später natürlich wollen wird wie wir
Lange unwidersprochen dachten
Doch kam es anders weil für einen
Großen Teil der Menschheit die
Präsenz des Westens weniger mit
Menschenrechten verbunden war
Vielmehr hatten sie über Jahrhunderte
Entrechtung Unterdrückung wie auch
Dazu Sklaverei erfahren müssen
Auch von Denkern der Aufklärung
Der universelle Anspruch auch der
Aufklärung wurde als Postkolonialer
Anspruch fortgesetzter Ausbeutung
Von nationalen Denkern abgelehnt
Nichts deutet noch auf eine neue
Bewegung zu Freiheit und Demokratie
Hin im Gegenteil folgen immer mehr
Hier wieder der Religion meint Blom
Ehemals liberale Länder entdecken
Den Charme autoritärer Demokratie
Schrieb der Autor weitsichtig schon
2018 und die USA belegen es nun
Das Wirtschaftswachstum etwa von
Autoritär regierten Ländern wie China
Scheint den Glauben an autoritäre
Muster für viele noch zu bestätigen
Diese Staaten lehnen weiterhin die
Menschenrechte als westlich ab das
Wohlstandsversprechen wird mit
Unterhaltungselektronik abgepolstert
Auch die Bewohner westlicher Länder
Nehmen schon wieder für ganz klare
Aussagen und Versprechen gerne
Autoritären Nationalstolz hin auch
Wenn diese lächerliche Idee noch nie
Irgendwem genutzt hat außer denen
Die an der Rüstung gut verdienten
Was im Rausch wohl keiner erfasst
Die Aufklärung begann ihren Weg
Im 17. Jahrhundert als eine Form
Der Emanzipation der Bürger von
Der Übermacht der Aristokratie
Die Bewegungen zur Freiheit die
Eine eigene Kultur oft auch suchen
Knüpfen daran teilweise zumindest
Von Vokabular her noch wieder an
Sie tun dies jedoch real häufig unter
Nutzung autoritärer Träume die dann
Schlichte Muster der Sprache nutzen
Welche erst Ausgrenzung betreiben
Die Entwicklung der nächsten Jahre
Mit wirtschaftlichen Krisen wird mehr
Menschen autoritären Mustern hier
Folgen lassen Sicherheit zu finden
In der Kulturgeschichte der Neuzeit
Ging es bei Egon Friedell um den
Geistigen Hintergrund der Barocke
Wie der kukler aus ihm noch sagt
Während der Norddeutsche der dem
Duden noch heute so nah ist korrekt
Von dem Barock als Epoche spricht
Sagt der Wiener gern die Barocke
Was schon viel über die Intensität
Der Beziehung zu dieser Epoche
Erzählen kann die gerne mit dem
Übermaß noch üppig spielt dabei
Schauen wir uns nüchtern klare
Nordische Backsteingotik an die
Das Gegenteil südlichen Barocks
Ganz deutlich ist zeigt es sich
So galt nach Friedell auch die
Ansicht zu dieser Zeit dass alles
Durch Fleiß und Studium erlernbar
Durch wissenschaftliche Virtuosität
Es ist es auch die Blütezeit der
Poetiken wie der ganz korrekten
Kunstwerke Gemälde und Gärten
Alles war mit Zirkel und Lineal gerade
Die Zünfte teilten die Zuständigkeiten
Detailliert und spezialisiert dabei auf
Es gab für jeden Bereich eine eigene
Die genau auf ihre Rolle dabei achtet
Über genau gegliederter Gesellschaft
Steht dann einzeln absolut wieder ihr
Herrscher als ganz isolierte Gestalt
Was die Theorie dazu auch bestätigt
Der Staat war danach der freiwillige
Zusammenschluss von Einzelnen
Die automatische Welterklärung findet
Wieder allgemeine Anerkennung
Dies hatte sie schon in der Antike
Wie Epikur und Lukrez uns aus den
Jahren vor der jüdischen Sekte
Christentum berichten konnten
Deren Verbreitung warf Europas
Einwohner geistig für tausend Jahre
Etwa auf primitives Niveau zurück
Das viele Kulturen bis heute pflegen
Ob dies darum auch ernst genommen
Oder als bloßer Aberglaube bekämpft
Werden muss ist bis in die Gegenwart
Noch seltsam unsinnig umstritten
Zu den großen geistigen Leistungen
Des Zeitalters zählt Friedell nun auch
Die Gravitationstheorie von Newton
Sie spiegelt den Zeitgeist ideal wieder
Dies weil Weltkörper sich dabei nicht
Berühren sondern durch unsichtbare
Kräfte gelenkt und bewegt werden
Als seien sie gelenkte Marionetten
Die Malerei drückt nur scheinbar ein
Entgegengesetztes Weltgefühl aus
Sie verwischte etwa die Kontur aber
Löst sie noch nicht ganz dabei auf
Die Figuren sind nicht mehr mit
Dem Messer aus dem Bild quasi
Geschnitten aber die Lichtaura
Isoliert sie noch als Grenzzone
Das Licht ist noch an die Objekte
Gebunden die es umspielt dabei
Hat jedes seinen Strahlenkegel als
Sei es als Monade ein kleines All
Seine Harmonie mit anderen Objekten
Ist noch wie in der Renaissance durch
Den Künstler von außen prästabiliert
Nur schwankend religiöser mystisch
Mit Leidenschaft schreibt Friedell
Dann über die neue Wissenschaft
Der Mechanik die typisch für die Zeit
Wäre weil sie vollständig erklärt
Nach dem Ideal der Zeit sollte die
Mechanik den gesamten Weltlauf
Erfassen und beschreiben alles so
Berechenbar machen wie Puppen
Die Marionette wird so zum Spiegel
Des barocken Geistes der sich sowohl
Bei Descartes wie bei Moliere auch
Im Ausdruck ihrer Kunst spiegelte
Die Marionette für die Friedell hier
Zeitlich verfehlt Kleist zitiert wird so
Zu Abstraktion und Ausdruck der Zeit
Paradox zeigt sie Barockmenschen
Weil jeder Mensch noch vollkommen
Solitär lebte wurde auch sein ganzes
Eigenleben ungeheuer fein entwickelt
Jeder war hier eine Welt für sich
Aber darum eben ein Mikrokosmos
Passend wurde damals auch noch
Das Mikroskop erfunden was wieder
Ein neues Reich im Kleinen öffnete
Dazu passt auch die da erfundene
Infinitesimalrechnung und wichtiger
Noch erwarb auch die Psychologie
Witterungsvermögen für Differentiale
Die Psyche wurde erstmals als eine
Summe kleiner Vorstellungen sichtbar
Was eine Vorliebe für Miniaturen auch
In dieser Epoche noch begründete
Diese Neigung zeigt sich auch in den
Kostümen der Zeit mit ihren Spitzen
Tressen und Brokat auch sprachlich
Werden Wortspiele stets gesucht
Im Gesicht findet die Neigung zum
Ornament im Schönheitspflaster ihren
Seltsam eigenen Ausdruck das ganze
Weltbild der Zeit sei ein Mosaik
Jeder Mensch ist eine Monade die
In sich abgeschlossen ist ganz ohne
Fenster allein auf seinem Platz im
Sorgfältig abgestimmten Kosmos
Dieser nimmt in allem prästabiliert
Vorherbestimmt seinen mechanischen
Lauf präzise wie ein Uhrwerk was zur
Darum besten aller Welten auch führt
Alle waren davon überzeugt dass
Prächtigste und bewundernswerteste
Wie kunstvoll geistreichste wäre doch
Einer gutgehende mechanische Uhr
Dies spannende Ende mit dem sich
Der Mensch zum Herren der Zeit
Machte ist ein Spiegel des Barock
Sei er nun weiblich oder männlich
Mechanisch wollen wir die ganze
Welt beherrschen und verstehen
Wie gerade im Bereich der KI die
Viele als Schlüssel der Zukunft sehen
Statt uns zu bemühen einfach das
Paradies was ist in Ruhe zu genießen
Wollen wir es beschleunigen wie
Noch dazu verbessern ohne bisher
Das Prinzip was allem zugrunde liegt
Was es womöglich gar nicht gibt weil
Alles natürlich bunt vielfältig ist je
Verstanden oder erkannt zu haben
So werden wir vermutlich wieder am
Unverständnis scheitern nur wird der
Schaden etwas größer noch werden
Wie eben alles exponentiell wächst
jens tuengerthal 28.1.26
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