Lektürentagebuch 18.1.26
Beginne die Sonntagslektüre mit
Der 38. Erzählung aus dem alten
Indischen Papageienbuch in der
Balakrishna seine Stiefmutter
Zwingt ihn anständig zu behandeln
Was erfahrenen Schwiegersöhnen
Erstaunlich spannend schon klingt
Das ich aber nur theoretisch kenne
Hatte nur von väterlichmütterlicher
Seite eine Stiefurgroßmutter die eher
Seltsam starb als ich noch keine 16
Bin ansonsten gänzlich unerfahren
Balakrischna aber der Sohn eines
Tempeldieners hat nachdem sein
Vater zu feige ist die Stiefmutter
Zur Versorgung seines Sohnes
Anzuhalten der Hunger leidet
Fasst einen für einen fünfjährigen
Geradezu genialen Plan wie der
Papagei der Prinzessin erzählt
Diese wollte ihren Liebhaber sehen
Aber vom Papagei vorab wissen ob
Sie dies gefahrlos tun könne worauf
Dieser ihr die Geschichte erzählt
Dazu den weisen Ratschlag gibt
Wenn sie so zu täuschen wisse wie
Balakrishna es tat könne sie ohne
Alle Gefahr überall hin gehen
So sagt der Sohn dem Vater er
Habe zwei Väter und werde ihm
Den anderen bei Gelegenheit zeigen
Worauf der Vater unruhig wird
Dieser ahnt nichts und weiß nichts
Fürchtet aber es hieße seine junge
Zweite Frau die er nach dem Tod
Der ersten heiratete betrüge ihn
Was bei ihrem Alter ja nahe läge
Eine These die ich nicht notwendig
Bestätigen aber ahnungslos naiv
Wie fast alle Männer auch nicht
Einmal ahne was Frau wirklich denkt
Was helfen kann jede Nervosität da
Leicht zu ignorieren weil sie ohnehin
Tut was sie will wenn sie denn will
Jedenfalls wurde der Vater immer
Nervöser und gereizter vernachlässigt
Seine Frau und schlägt die sogar
Worauf diese mit dem gehörigen
Schlechten Gewissen denkt es sei
Der Vernachlässigung seines Sohnes
Wegen was wieder mal bestätigt dass
Weiblicher Instinkt auch richtig liegt
Wenn Mann noch gar nichts weiß
Geschweige denn ahnte was Frau
Sich dabei denkt richtig liegen kann
Weil sie schon wissen wird warum
Die Frau von ihm bestraft der sich
Dessen nicht einmal bewusst war
Darum ihr Verhalten sofort änderte
Sich rührend um den Sohn kümmerte
Dieser beschloss darauf den Vater
Wieder zu beruhigen und sagt ihm
Er würde ihm den anderen zeigen
Ihm darauf einen Spiegel vorhält
Am Ende der Geschichte sind alle
Glücklich und beruhigt auch wenn
Nicht alle genau wissen warum ist
Es genug wenn sie es so denkt
Das fein subtile dieser bereits
Über tausend Jahre alten Geschichte
Trägt weiter als vorstellbar scheint
Für einen fünfjährigen Knaben
Doch ist sie andererseits so ganz
Wunderbar frech das Verhältnis von
Mann und Frau beschreibend dass
Sie von tieferer Wahrheit kündet
Familie Buddenbrook sitzt gemeinsam
Im Landschaftszimmer und wartet auf
Den Herrn Konsul der sich verspätet
Worüber sich Tony lautstark mokiert
Sie tut das getarnt mit Sorge an dem
Schwülwarmen Spätsommersonntag
Des Jahres 1855 die Familie ist mit
Kistenmakers zum Spaziergang vor
Dem Tor verabredet und wartet nun
Auf den Konsul aber auch dass der
Drohende Regen endlich aus dem
Immer dunkleren Himmel fällt was
Dann zur Erleichterung aller passiert
Die Furcht vor einem großen Gewitter
Zerstreut Tom mit Gewissheit die sich
Auf ein Gespräch mit einem Kapitän
Am Hafen am Vormittag beruft
Wer hat hier beim Lektorat geschlafen
Überlege ich auch wenn jede Kritik
An den Nobel geadelten Buch sich
Verehrern Thomas Manns verbietet
Am Sonntag Vormittag war Kirchgang
Tom jedoch sicher nicht im Hafen
Aber solche Kleinigkeiten scheinen
Angesichts nun folgender Aufregung
Verzeihlich wie schnell vergessen
Dies ist nicht das Erscheinen der
Guten in Ida Jungmann die nun
Schon 20 Jahre bei Buddenbrooks ist
Wovon und ihren gehobenen dabei
Gewohnheiten er gerne berichtet
Im Plauderton der Buddenbrooks
Die so nett plätschern können
Aber das alles wäre keine Aufregung
Kein gebührendes Ende eines ganz
Wichtigen Abschnitte des Romans
Dazu brauchte es etwas anderes
Nämlich das aufgeregte Mädchen
Line das ins Zimmer gestürmt kommt
Der Konsulin auf Platt zuruft sie solle
Schnell kommen und Tom begreift
Sofort stürmt er zum unten nun
Gelegenen Schlafzimmer der Eltern
Ruft nach dem Arzt Grabow aber der
Konsul ist da bereits gestorben
Ein schönes würdiges Ende in
Abwesenheit ohne vorher lange
Am Alter noch gelitten zu haben
Die nächste Generation tritt an
Erstaunlich denke ich noch der
Nicht mal die Hälfte des Romans
Bisher erreicht hat dabei ist Tom
Der letzte Buddenbrook der noch
Die Firma führen wird aber ich will
Hier nicht vorgreifen auch seiner
Ehe und seinem Sohn lieber nicht
Das kommt alles früh genug
Buddenbrooks am Sonntag lesen
Ist Buttersahnebonbons lutschen
Angenehm vertraut auch fern noch
Gefühlt so vertraut wie ganz nah
Vieles ähnelt den Geschichten aus
Der eigenen Familie die sich gerne
Stolz auf ihre Geschichte beruft ohne
Je mehr als alt gewesen zu sein
In zwar wie immer abgebrochenen
Aber doch gefühlvoll begeisterten
Sätzen begrüßt Mynheer Peeperkorn
Hans Castorp als einen Freund
Die große Persönlichkeit tut dann
Bröckchenweise ihre Wünsche kund
Welche die rotblonde Begleiterin
Dann für die anderen übersetzt
Eine Gruppe wird gebildet wie teils
Aus den Balkonlogen abgeholt vom
Dazu bröckchenweise wie auch in
Clawdias Übersetzung beauftragten
Hans Castorp der einer ersten nun
Einladung einer Gesellschaft sofort
Nachkam die sich am Spieltisch fand
Mit Vingt et un beginnen wollte
Dies historische Kartenspiel das am
Ehesten 17 und 4 entspricht oder im
Im derberen englisch Black Jack heißt
Versucht die 21 genau zu erreichen
Die große Persönlichkeit Pepperkorn
Dabei ganz in ihren Element freudig
Bestellt erstmal drei Flaschen Chablis
Wie Knabberzeug bei der Zwergin
Der reiche Peeperkorn unterhält die
Gesellschaft bröckchenweise lädt alle
Erwählten dabei ein und bildet mit
Hans und Clawdia das Epizentrum
Ein schöner kleiner Abschnitt der
Gut den Einstieg dessen bildet was
Die nächsten Wochen Hans Leben
Im Berghof nun prägen wird
Von der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg
Ist der Sprung in das Ägypten noch
Über 2000 Jahre vor der Zeitrechnung
Nur scheinbar weit im Josephsroman
Das böse Gezeter der zwei Zwerge
Dûdu und Gottliebchen was die
Katastrophe für Joseph betreibt oder
Verhindern will ist einfach herrlich
Wüst beschimpfen sich die beiden
Die den jeweils anderen erniedrigen
Wie als Verräter noch bloßstellen
Der eignen oder hehrer Ziele wegen
Die Schimpfnamen die sie sich dabei
An den Kopf werfen sind herrlich
Selten noch wirklich altägyptisch
Eher aus deutschen Vorgärten
Es gibt also zwei Zeugen für
Josephs aufrechtes wie auch
Das verräterische Verhalten
Von Mut die sogar töten wollte
Wer es wie büßen muss erzählt
Die Bibel Andeutungsweise was
Damit beabsichtigt erfindet erst
Thomas Mann im Zwergen Märchen
Diese Kanonade von Schimpfworten
Zwischen den beiden Zwergen ist
Der bisher komischste Teil im langen
Josephsroman und genial komponiert
Thomas Mann zeigt sich auch hier
Wieder als der allerkomischste der
Deutschen Schriftsteller dessen
Humor wirklich seinesgleichen sucht
Das ist was ein kleingeistiger Illies
Der mehr Tagebücher als Werke las
Wohl nie begreifen wieder was mir
Fast schon wieder leid tut für ihn
Es sind so viele komische Bezüge
In diesem so menschlichen Versuch
Den anderen zu erniedrigen dass die
Wenigen Seiten doppelte Schule sind
Zum einen natürlich im Text wie
Damit sprachlich historisch spannend
Dann der Umgang mit dem Gesinde
Die feine Sicht auf böse Unruhen
Hier zeigt sich doppelte Erfahrung
Im Umgang mit Personal wie das
Stets begründete auch Misstrauen
Gegenüber widerlichen Intriganten
Eine Stelle die vielfach ganz herzlich
Lachen wie zugleich auch wieder
Ganz schrecklich gruseln lässt bei
Blick auf die drohenden Folgen
jens tuengerthal 18.1.26
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