Lektürentagebuch 23.1.26
Einige Seiten mit Proust unterwegs
Gewesen in la recherche und dabei
In den Träumen junger Mädchenblüte
Über Saint Loups völlig unmögliche
Geliebte eine unbegabte Kokotte
Seinen Freund den Ich-Erzähler
Lästern gelesen die es dem von ihm
Bewunderten Baron gleich doppelt
Schwer machte weil sie ihn zum
Einen seiner eigenen Gesellschaft
Entfremdete auf die er unter ihrem
Einfluss nur angeekelt herabsah
Der junge Mann von uraltem Adel
War unter ihrem Einfluss wie es so
Oft in der Liebe geschieht seiner
Gewohnten Welt entfremdet worden
Zugleich stand die junge wohl weder
Besonders begabte noch schöne
Kokotte unter dem Einfluss von dem
Adel feindlich gesinnten Männern
So hatte sie dafür gesorgt dass er
Paris verließ und ohne sie in Balbec
Urlaub machte wo die beiden
Freunde sich dafür innig fanden
Ganz großartig wie Proust wieder
Die Intrigen verschiedener Gruppen
Aus Adel und Intellektuellen gegen
Die Liaison fein böse beschreibt
Der Adel glaubt Saint Loups habe sich
Unter ihrem Einfluss seinen Wurzeln
Also ihnen völlig entfremdet was wohl
Eine richtige Vermutung dabei war
Diese hatten seine Geliebte einmal
Als sie von einer Tante von ihm zur
Aufführung eines modernen Textes
Geladen worden war ausgebuht
Seine noch Geliebte denn der kluge
Saint Loups sah das Ende vor sich
Behauptete die Männer hätten sie
Zuvor alle füßelnd angemacht
Der Hass der Frauen gegen sie wäre
Also nur Eifersucht und Neid auf die
Begehrte erfolgreiche Konkurrentin
Der Männer weil sie diese zurückwies
Der Ich-Erzähler der die Geschichte
Vermutlich von seinem Freund hörte
Sehen wir vom allwissenden Erzähler
Einmal ab bleibt auch dabei parteiisch
Die Kokotte die er auch so nennt ist
Seines Freundes eher unwürdiger
Abschaum der Adel dagegen dumm
Wie zugleich geistlos intrigant auch
Das ist zwar mit dem so typischen
Proustschen Ernst in der Aufregung
Über Standestragen geschrieben
Doch nicht ohne feine Ironie
Es hat eine vornehme Komik wie
Einerseits der junge Freund klar
Partei ergreift andererseits dies
Über die Zustände lästernd tut
Hier lästert einer als Kenner über
Die Intriganten Zustände deren Teil
Er als Beobachter von Familie ist
Ergreift dazu noch Partei im Streit
Lobt den Freund der unter dem
Einfluss der schwierigen Geliebten
So achtsam wie feinsinnig wurde
Die er andererseits unmöglich findet
Das mit einer gewissen ironischen
Distanz noch dazu zeigt schon auf
Wenigen Seiten die große Kunst
Mit der Proust hier Literatur zaubert
Spannend weiter ging es nun mit
Philipp Blom in die Welt aus den
Angeln im Epilog der ein Nachtrag
Zur Bienenfabel weiterhin ist
Das heutige Kapitel behandelte
Die Konkurrenz auf dem Marktplatz
Der Träume zwischen der großen
Freiheit der Aufklärung und ihren
Gegnern die Kulturen separieren
Was sie heute statt Rasse sagen
Und wie nah sich dabei jeweils die
Fanatiker der Unterscheidung sind
Wie dieser geistige Kampf zwischen
Denen die letzte Antworten wie
Große Sicherheit versprechen
Dafür auch Gewalt noch anwenden
Schon im 17. Jahrhundert begann
Warum die AfD wie Islamisten sich
Inhaltlich näher sind als Liberalen
Die auf Freiheit zuerst setzen je
Diese Gruppen versprechen Rettung
Vor drohenden Gefahren die sie erst
Durch ihre Lügen erfinden um so eine
Gemeinschaft besorgter Bürger die
Um ihr Hab und Gut so sehr fürchten
Wie um ihre Kultur die dann gerne ein
Imaginäres Abendland jenseits aller
Historischen Realität werden soll
Der Ton der Springer Presse heute
Gleicht dem von Spenglers Buch
Der Untergang des Abendlandes
War in Mein Kampf nicht anders
Angst vor Verlust befeuert dabei
Was durch die vor den kriminellen
Einwanderer noch potenziert wird
Was bei Einfältigen ein Echo findet
Auf der anderen steht der Traum
Vom grenzenlosen Europa in dem
Sich die Ideen der Aufklärung in
Staatlicher Form zuerst zeigten
Europa steht für Freiheit wie die
Freizügigkeit seiner Bürger was
Denen die Fremde fürchten ein
Graus schon zu allen Zeiten war
Um den geistig schwachen Trump
Hat sich ein seltsames Bündnis der
Anhänger gefunden was Superreiche
Mit christlichen Fanatikern vereint
Global Player die noch viel weniger
Steuern zahlen wollen und von einer
Oligarchie unter ihrer Führung noch
Träumen vereint mit Rassisten
Internetunternehmer die der Welt
Unter dem Vorwand angeblicher
Meinungsfreiheit ihre Sicht diktieren
Wollen über KI das Denken leiten
Ein Land das Basis der Demokratie
Mit der Boston Tea Party einst war
Zerstört die eigene Freiheit für eine
Oligarchie der Superreichen ohne
Jede ethische Verantwortung als
Sich weiter zu bereichern was dem
Puritanischen Aberglauben als dann
Von Gott geliebt auch entspricht
Hier zeigt sich besonders deutlich
Der krasse Gegensatz der entsteht
Wenn Milliardäre einen Staat wie die
USA sich über Dummheit kaufen
Es macht deutlich warum wir Geld
Streng von politischer Macht künftig
Trennen müssen die Freiheit aller
Im Staat weiter zu verteidigen
Weiter geht es daran anschließend
Mit Der europäische Traum von
Aleida Assmann über die vier Lehren
Aus der Geschichte zur Demokratie
Unter dem Titel Demokratisierung
Beschäftigt sich die Professorin mit
Deutschen Antworten auf 2 Diktaturen
Die Ähnlichkeiten und Unterschiede
Schon der Vergleich der beiden sei
Schwierig weil die eine Millionen an
Menschen vernichtete während die
DDR Millionen Karteikarten hinterließ
Hierzu zitiert Assmann den Historiker
Bernd Faulenbach der eine gute
Formel für differenzierte Urteile schuf
Nach der das folgende gelten soll
Die SED-Diktatur darf die NS Diktatur nicht verharmlosen,
Die NS-Diktatur darf die SED-Diktatur nicht trivialisieren.
Es gab große Unterschiede zwischen
Den beiden Diktaturen auch vermischt
Sich Täter und Opfer in der DDR noch
Viel mehr war Gewalt Kontrollmittel
Keine Gleichsetzung der Diktaturen
So ähnlich sich FDJ und HJ waren
Aber Bewusstsein es gab zwei davon
Die DDR war ein totalitärer Staat
War auch ein Unrechtsstaat nur nie
Dem NS Unrecht vergleichbar wie
Vom Ziel nicht auf Vernichtung einer
Gruppe gerichtet außer vielleicht
Die Zerstörung des Bürgertums was
In östlichen Wahlergebnissen noch
Bis heute deutlich sichtbar ist die
Westliche Demokratie ist stabil
Die östliche steht nicht selbständig
Neigt zum Fanatismus noch und
Hat ihre Bewährungsprobe noch
Vor sich je nach weiterer Entwicklung
Sehr fein und differenziert beginnt hier
Die große Kulturhistorikerin ihre
Ausführungen zu den Diktaturen die
Deutschland lange geprägt haben
jens tuengerthal 23.1.26
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