Lustkompromiss
Außer bei der völlig kompromisslos
Befriedigenden Onanie braucht aller
Sex Kompromisse um zum Gipfel
Geteilter Höhepunkte zu kommen
Es ist das Wesen der Lust ständig
Kompromisse zwischen eigenem
Bedürfnis und den Vorlieben der
Anderen lustvoll sich zu suchen
Wer keine Kompromisse sucht
Befriedigt sich nur im oder am
Anderen statt zusammenzuklingen
Betreibt also Onanie mit Dritten
Sex ist wie Orchestermusik dabei
Müssen die Instrumente vorab
Gestimmt wie beim Spiel auch
Aufeinander abgestimmt werden
Warum das auch ohne Dirigenten
Manchmal perfekt passen kann ist
Eines der vielen Wunder der Natur
Sich demütig daran zu freuen tut gut
Solch quasi improvisierter Sex ist
Wie das berühmte Köln Concert
Von Keith Jarrett einfach schön
Aber ohne Aufnahme einmalig
Das spannende an Kompromissen
Der geteilten Lust wie des Sex im
Besonderen ist wie wenig darüber
Geredet wird und wieviel stattdessen
Stillschweigend erwartet wird was
Besonders für kritische Punkte gilt
Die wir uns kaum selbst gestehen
Gemischt dazu mit sonst Gefühlen
Vergessen wir nebenbei noch nicht
Dass wir von zwei Planeten kommen
Uns natürlich nicht verstehen auch
Wenn wir doch mal zu reden wagen
Wird das Wunder befriedigender
Sex und zusammen kommen
Immer erstaunlicher noch was
Wir leider zu selten würdigen
Was ich früher für normal hielt
Wurde je näher der tausend zur
Seltenen schönen Ausnahme
Die mehr nie kennenlernen
Im Bewusstsein dessen statt
Noch Erwartungen zu haben
An den einzig wertvollen Sex
Lohnt mehr Freude am möglichen
Durch diesen Lustkompromiss
Wird das meist weniger gefühlt
Uns fast schon mehr als es war
Was genügt glücklich zu bleiben
Sich in seltenen Momenten eines
Sexuell unabgelenkten kritischen
Bewusstseins daran zu erinnern
Kann dauerhaft befriedigend wirken
Weil Sex nie mehr erreichen kann
Scheint die entspannte Haltung
Dazu ideal um zu genießen was
An Zusammenklang möglich ist
jens tuengerthal 22.1.26
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen