Winterhöhle
Eigentlich gehe ich jeden Freitag
Auf einen Riesling ins Crossroads
Heute bin ich noch um halb neun
Bei der ersten Runde um den Platz
Vorbeigelaufen und habe Tino der
Hinter der Bar beschäftigt war
Von draußen gewunken und
Dachte dabei noch bis später
Als ich aber auf dem Diwan bei
Tee und Spekulatius angekommen
Dem elektrischen Kamin noch mir
Nach dem Kartoffeleintopf anmachte
Wurde mir plötzlich wieder klar
Nirgendwo ist es im Winter so
Schön wie in deiner Bücherhöhle
Warum sollte ich während es
Draußen eisig ist und schneit
Irgendwo hin wollen als warm
Im Schlafsack bei meinen Büchern
Bleiben auch wenn es Freitag ist
Wird es nirgendwo schöner sein
Nie gibt es so viele gute Bücher
In denen ich noch dazu gerade lese
Auf engstem Raum beisammen
Wie in meiner kleinen Bibliothek
Die ich nur im Notfall bis
Die sibirische Kälte abzieht
Noch mehr als nötig verlasse
Vielleicht ist es genau das
Richtige im Winter einfach
Zuhause zu bleiben wo es
So ist wie ich es mir träume
Auch wenn ich meine Höhle
Vielleicht etwas sauberer noch
Geträumt hätte und weniger
Staubig als es hier eben ist
Steht doch der Aufwand dies
Zu ändern in keinem Verhältnis
Zur mit Toleranz gewonnenen Zeit
Schaue um mich und bin nun
Einfach dankbar hier zu sein
Was ich bei einem Glas spare
Sind zwei Flaschen Riesling
Von denen ich wochenlang
Im kalten Winter noch habe
Denke es dankbar zufrieden
Mit allen wie es ist und mir
Hier ohne noch irgendwo
Hin zu müssen als vielleicht
Eine Runde um den Platz
Wieviel mehr noch wird das
Weniger in Winternacht hier
In der besten aller Welten
Als Leser in meiner Bibliothek
jens tuengerthal 31.1.26
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