Lektürentagebuch 19.1.26
War die Welt wirklich aus den Angeln
Fragte Philipp Blom im gleichnamigen
Buch über die kleine Eiszeit die von
Etwa 1570 bis 1700 Europa erfror
Dieser historisch sehr spannende
Band der schon auf dem Einband
Das Gemälde Winterlandschaft vom
Hendrick Avercamp trägt ist so klug
Blom den ich schon als Autor der
Bösen Philosophen lieben lernte als
Denker der mit kritischer Vernunft wie
Historisch bewandert klug schreibt
So auch dieser Band wieder dessen
Epilog wie ein Essay unter dem Titel
Nachtrag zur Bienenfabel steht vom
Dem ich das erste Kapitel heute las
Wie Singvögel Kellerasseln und
Korallen steht über diesem das auf
Die berühmte Bienenfabel von
Bernard Mandeville von 1714 anspielt
In jener erläutert Mandeville wie ein
Bienenvolk durch Laster wie Gier Geiz
Luxus und Betrug reich erfolgreich
Wurde was sittsames Tun beendete
Öffentliches Wohl kann danach aus
Dem Laster entstehen während die
Tugend den Untergang beschleunigt
Somit sei Laster Grund für Wohlstand
Wir sein Tiere suggeriert der Autor
Folgten nicht einer höheren Moral
Sondern schlicht unseren Trieben
Es sei sinnlos dem Menschen in
Etwas zu verwandeln was er nicht ist
Der Mensch ist ein cleverer Primat der
Heute nicht klüger ist als er noch vor
Hunderttausend Jahren gewesen ist
Allein das Spielzeug sei größer meint
Blom dazu ich würde ergänzen schon
Die Masse macht alles was die Art
Beginnt zum Problem für andere
Auch wir müssten uns wie jede Art
An die Umweltbedingungen dabei
Anpassen nur sind wir schneller in
Der Entwicklung neuer Strategien
Dabei zeige die kleine Eiszeit wie
Gut und schnell wir dabei neue
Strategien entwickeln konnten die
Sich den Bedingungen neu anpassten
Bei dieser Entwicklung der langsamen
Anpassung setzte sich evolutionär die
Bürgerliche Mittelschicht durch mit der
Sich kulturelle Öffentlichkeit änderte
Es wurde ein früher Kapitalismus neu
Geschaffen der auf Welthandel setzte
Aus der feudalen Epoche entstand in
Relativ kurzer Zeit die frühe Moderne
Sie reichte von der Landwirtschaft
Zu großen theologischen Fragen die
Auch ohne Transzendenz beantwortet
Werden konnten auf geistiger Suche
Philosophie Wirtschaft Wissenschaft
Wie das Streben nach Macht waren
Aspekte derselben sozialen Energie
Die wichtige Reformen begünstigte
Es veränderten sich Landwirtschaft
Handel wie politische Praxis mit dem
Kreditwesen und einer neuen Art
Kriege zu führen und zu finanzieren
Waren Märkte und Geld früher noch
Randerscheinungen wurden sie nun
Zum Zentrum was sozial dynamischer
Wie damit auch durchlässiger machte
Ziel der Gesellschaft war plötzlich das
Wirtschaftliche Wachstum geworden
Statt spiritueller Erlösung vorher noch
Anders bei Kolonien oder Leibeigenen
Wachstum und Reichtum Europas
Fußte wie Blom treffend erläutert
Auf Ausbeutung anderer auf deren
Ressourcen gebaut worden war
Europa erreichte globale Dominanz
Durch ein neues Denken das später
Kapitalismus genannt wurde sein
Erfolg lebte von Unterdrückung
Auch der Geist wurde dabei zur
Krücke der Ausbeutung die dann
Christlich oder aufgeklärt begründet
Den Vorgaben des Marktes genügte
Denker wie Descartes Spinoza Locke
Oder Hobbes legten erst die geistige
Grundlage für den neuen Anspruch
Eigener bürgerlicher Macht dabei
Die Idee dass jeder Mensch eigene
Natürliche Rechte hätte war eine
Klare Kritik an der zuvor absoluten
Macht des Adels über das Leben
Diesen Ideen ging es wie den Tulpen
Oder Kartoffeln sie wurden ignoriert
Ausgerupft und verspottet bis ihr Wert
Am Markt spürbar verbreitet wurde
Die Idee universeller Menschenrechte
Träumte eine urbane Mittelklasse
Gegen den Adel was sich dann auf
Alle unterdrückten Menschen bezog
Daraus ergab sich ein bis heute noch
Wirkendes Dilemma insbesondere für
Die gebildete Mittelschicht die sich als
Motor des sozialen Gefüges sieht
Ihr moralischer Anspruch gründet auf
Der Idee von Demokratie und dabei
Universellen Menschenrechten und
Fühlt sich der Aufklärung verpflichtet
Ihr wirtschaftlicher Erfolg wie auch der
Wohlstand der das Denken ermöglicht
Begründet sich auf das Erbe von
Wachstum und Ausbeutung bis heute
Jenes frühkapitalistische Denken aus
Dem 17. Jahrhundert bleibt kolonial
Wie mit Ansprüchen der Aufklärung
Für immer unvereinbar sein wird
Eine wichtige Erkenntnis die gut den
Schizophrenen Zustand unserer
Unserer Gesellschaft offenbart die
Mit sich dabei immer uneins bleibt
Wir setzen zuerst auf Wachstum
Nach kapitalistischen Grundsätzen
Das zerstört wovon wir leben wollen
Dem entspricht das Sozialsystem
Noch immer braucht es ein
Lange schon irreales Wachstum
Der Bevölkerung auch künftig noch
Sicher zu funktionieren also bitte
Unsere Umwelt bräuchte von allem
Weniger außer vom echten Wald
Doch wollen wir Wachstum überall
Fällen dafür auch die letzten Bäume
So zerstören wir die Grundlagen
Unseres künftigen Lebens was
Krank erscheinen musste wäre es
Nicht ökonomisch leider nötig
Da beides mit der Zukunft sicher
Nicht vereinbar ist wird diese sich
Ganz nach der Natur dann von
Allein erledigen und wir sterben aus
jens tuengerthal 19.1.26
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