Dienstag, 27. Oktober 2026

Aberglaubensbefreiungsfront

Aberglaubensbefreiungsfront

Tötet alle Götter
Die es nicht gibt 
Wenn nicht mehr ist
Was es nie gab
Macht das nichts
Aber befreit euch
Vom Aberglauben

Ist das Motto der anarchischen
Aberglaubensbefreiungsfront

Immer noch gibt es Menschen die
An höhere Wesen glauben als
Lebten wir nicht 300 Jahre nach
Der Aufklärung die uns aus der
Selbstverschuldeten Unmündigkeit 
Befreite durch nichts als Natur
Über und außer der nichts ist
Wie schon Epikur vor Christus lehrte
Die kritisch denken und prüfen
Lässt was vorher nur geglaubt
Noch steht in der Verfassung
In der Präambel sogar die
Verantwortung vor Gott geschrieben
Also einem höheren Wesen dessen
Existenz der Aberglaube behauptet
Das durch nichts beweisbar ist
Darum ist es nun dringend Zeit
Die Menschheit durch Aufklärung
Vom lächerlichen Aberglauben
Egal wo auf der Welt zu befreien
Weil Glaube nur unfrei macht
Das mündige Denken was aber
Die Verfassung voraussetzt
Grundsätzlich infrage stellt darum
Soll die Aberglaubensbefreiungsfront
Uns von all diesen Ballast befreien 
Damit Menschen auch wirklich
Aufgeklärt leben können sofern
Es ihnen dafür nicht wie Kant so
Treffend formulierte am nötigen
Verstand mangelt sie also einfach
Zu blöd sind zu erkennen warum
Der staatliche Laizismus notfalls
Mit Gewalt realisiert werden muss
Sofern es irgendwen auch nur 
Kritisch denken lehren würde
Was Hauptfach werden sollte 
An allen Schulen aber leider
Nichts an der nötigen Mündigkeit
Die kritisches Denken erst ermöglicht
Ändern wird und wo diese fehlt
Leute weiter lieber zu Heiligen 
Beten sich gen Mekka verneigen 
Anderen albernen Kult praktizieren 
Ist die Aberglaubensbefreiungsfront
Verlorene Liebesmüh weil kritisch
Denken kann nur wer sich befreit 
Über ausreichend Verstand verfügt 
Den Zusammenhang zu erkennen
Bis dies für mehr als ein halbes
Promille nachweisbar ist kann 
Die befreite Aufklärung sich alle
Mühe vermutlich sparen und lieber
Kluge Bücher lesen anstatt denen
Die es nicht begreifen wollen oder
Vermutlich können von der Freiheit
Die Aufklärung uns allen schenkt
Warum Kant ein Anarchisten war
Etwas zu erzählen weil sie es ohne 
Eigenes kritisches Denken nie 
Verstehen werden und also ist
Schweigen bis sie dich fragen
Warum du keine Angst vor dem Tod
Hast noch wer deine Freiheit je
Beschränken kann und warum
Alle Staaten lächerlich sind
Das Gebot der Stunde
Und also schweige ich und die
Aberglaubensbefreiungsfront
Bleibt ein bloßer Traum

jens tuengerthal 27.10.26

Montag, 26. Oktober 2026

Vitamingabe

Vitamingabe

Manche Menschen meinen
Wir bräuchten Vitamine noch
Zusätzlich zur Ernährung um
Länger am Leben zu bleiben

Dieser Aberglaube begründet sich
Wie jener an Heilige oder Götter
Aus der Natur aus sich selbst aber
Im naturwissenschaftlichen Gewand

Wie jeder gute Glaube kann dieser
Berge versetzen und Meere teilen
Allerdings glauben es bei Vitaminen
Anhänger als wissenschaftlich real

Dabei unterscheidet sich der Glaube 
In seiner Seriosität nicht von den der
Impfgegner an Chips von Bill Gates
Nur sein Markt ist noch größer

Ob ich nicht glauben würde dass 
Vitamine helfen würden werde ich
Von entstetzten Gläubigen gefragt 
Natürlich soweit Natur sage ich dann

Zitiere dazu gerne meinen Vater der
Als guter Arzt und Wissenschaftler
Vitamingabe für Humbug erklärte
Nur durch Nahrung ginge es gut

Die isolierten Vitamine hielt er
Sogar für eher karzinogen weil
Sie in der Natur nicht vorkämen
Er starb am Herzschlag mit 83

Was weder das Gegenteil belegt
Noch für Vitamine spricht ihm aber
Manches noch ersparte was uns 
In dunklen Zeiten noch bevorstand 

Ob gehen besser ist als bleiben
Muss jeder für sich entscheiden
Auch wenn jede zweifelt gilt dies
Nichts ist immer weniger als etwas

Nur den Glauben Glauben zu nennen
Statt ihn für Wissenschaft zu halten
Täte in vielen Fällen besser denn so
Können Vitamine Berge versetzen

Ob es damit zu einer Herrschaft der
Vernunft über die Dummheit des
Aberglauben der jeder Glaube ist
Noch kommt bleibt weiter unklar

So fragwürdig jede Herrschaft ist
Die Macht ausüben will über andere
So sicher ist doch immer noch die
Menschliche Dummheit fast aller 

Ob also kommende Generationen
Die es besser wissen könnten einen
Neuen Aberglauben erfinden oder
Aufgeklärt kritisch denken ist unklar

So wird es mit den Vitaminen wohl
Ewig weitergehen und besonders
Schwört unter den Freundinnen eine
Impfgegnerin natürlich auf diese

Und wer nun meint mit dem doch 
Sicheren Untergang der Menschheit 
Stürbe auch die Dummheit aus so
Lebt auch dieser Irrtum wohl weiter

jens tuengerthal 26.10.26

Gutgewinnt

Gutgewinnt 

Die Guten gewinnen wieder
Demokratische Wahlen was
In Brasilien wie Serbien schon
In der Nacht jubeln ließ
Verbreitet sich als gute Nachricht
Lässt Menschen endlich nach
Dunklen Zeiten unter der
Herrschaft der Mafia wie
Verbrechern vom Clan
Trump oder Putin wieder
Gewählte Freiheit bejubeln
Das ist einfach wunderbar
Sich an dieser Hoffnung
In dunklen Zeiten zu freuen
Ist noch ein kleines Licht
Gegen die Weltmächte
Aber das Märchen der Welt
Kann erst enden wenn die 
Guten gewonnen haben
Hoffen wir weiter denn 
Manchmal hilft es damit
Am Ende Gut gewinnt

jens tuengerthal 26.10.26

Lektürentagebuch 25.10.26

Lektürentagebuch 25.10.26

Am Sonntag Buddenbrooks lesen
Dazu die Spekulatius in den Tee tief
Tunken und den Kamin hier flackern 
Sehen ist ideal herbstlich wohl

So also tat ich im Schlafsack gut 
Gewärmt und las das Kapitel von 
Der Wahl von Thomas zum Senator 
Im ehrwürdigen Rathaus zu Lübeck

Davor standen ganz verschiedene
Teile der Bevölkerung und sprachen 
Über die Aussichten der drei noch
Verbliebenen Kandidaten oben

Die Spannung stieg und Gerüchte
Nahmen ihren Lauf wer es nun wohl 
Würde Hagenström Buddenbrook oder Kistemaker standen zur Wahl

Es war drei Wochen nach dem Tod
Von Konsul James Möllendorpf also
Noch genau fristgemäß denn binnen
Vier Wochen musste das Amt wieder

Gemäß der alten Gesetze des Senat
Der alten und freien Hansestadt 
Besetzt werden und so stand am
Kühlen Februar Mittag die Menge

Im Schneematsch vom Seemann
Über Packer zu sonst Bürgern und
Inmitten eine Dame im feinen Mantel
Mit Stiefelchen die den Schleier

Voll vor ihr Gesicht unter dem Hut
Gezogen hatte lauschte den immer
Wieder aufflammenden Gerüchten
Glühte innerlich der Kälte zum Trotz

Dann hörte sie das sichere Gerücht 
Als die Boten vor die Tür traten dass 
Hagenström gewählt sei und wollte
Schon betrübt wieder heimgehen 

Als sie sah die rot gewandelten Boten
Liefen die Breite Straße hinunter und
Plötzlich war allen klar Buddenbrook
War zum Senator gewählt worden

Die Dame lief so schnell sie konnte 
In die gleiche Richtung los überholte
Schneller laufend als es eine Dame
Gerade noch durfte aber vermutlich

Völlig aufgeregt die Straßen hinunter
Bis zu dem Haus ihres Bruders
Lief die Treppen hinauf und rief
Thomas zu er sei gewählt denn 

Die Dame war Tony Buddenbrook
Inzwischen Frau Permaneder aber
Geschieden und der auch schon
Etwas blasse Thomas freute sich

Mit seiner Wahl verkündete sie
Zugleich Hagenström sei dabei
Durchgefallen was ihr vermutlich
Mindestens genauso wichtig war

Nichts ist Tony so wichtig wie die
Gesellschaftliche Stellung ihrer
Familie der Buddenbrooks dafür
Steht sie auch Stunden in der Kälte

Am nächsten Tag schon es war der
Auf den Freitag folgende Samstag
Im Februar 1862 leistete Thomas
Seinen Eid als Senator in Lübeck


Im Zauberberg also weiter beim
Sonntäglichen Thomas Mann beginnt 
Der große Stumpfsinn wie ich mich
Langsam dem Ende damit zuneige

Schon der Name des Kapitels zeigt
Den großen Humor von Mann der
Sich noch mehr im nun folgenden
Gespräch mit Hofrat Behrens zeigt

Dieser sucht Hans bei der Visite
In seiner Balkonloge auf um ihm
Seine neuste Theorie zu dessen
Gesundheit oder Krankheit hier

Ausführlich zu begründen und mit
Seinen üblichen Sprüchen dabei
Darzulegen was wohl die letzte
Gelegenheit wäre von ihm zu lesen

Wie Mann hier nebenbei ankündigt
So als Regisseur im eigenen Roman
Mehr denn als sonst Erzähler auftritt 
Zum Genuss der Lektüre also rät

Dieser direkte Dialog mit dem Leser 
Die Offenlegung der eigenen Karten 
Im Spiel der Erzählung hat viel von
Dem für Mann typisch dezenten Witz

Es geht langsam auf das Ende zu
An das ich lieber noch nicht denke
Wo Hans wie mein Urgroßvater auf
Den Feldern des Krieges verschwand

Behrens begründet dann warum er
Davon ausgeht dass Hans noch
Temperatur vermutlich nicht mehr
An der geheilten Tuberkulose liegt

Nach seiner Theorie die Hans eher
Gelassen gelangweilt zur Kenntnis
Nimmt könnten es bei ihm heilbare 
Streptokokken sein und darum

Kündigt er sogleich für den nächsten 
Tag eine Blutentnahme an er würde 
Zur Ader gelassen wie Behrens es 
In seiner rheinisch deftigen Art sagt

Schon bald werde er dann munter
Ins Feld springen und im Flachland
Seinen Dienst tun können weil er
Als geheilt entlassen werden kann

Hans nimmt das zur Kenntnis und
Wirklich war er nach Clawdias nun
Abreise in Stumpfsinn verfallen
Betrachtete das Geschehen eher

Dieses und die Moden im Berghof
Dem Sanatorium das Behrens leitet
Sind das nächste Thema gerade ist
Fotografie wieder sehr in Mode

Es wird berichtet wie sich die Gäste
Oder Patienten mit Begeisterung in
Diese stürzten und die Dunkelkammer
Im Haus nun ständig belegt war

Es wurden sogar kleine eigene 
Laboratorien mit natürlich schwarzen
Vorhängen auf den Zimmern dazu 
Eingerichtet bis die Hausleitung dies 

Nach einem beinahe tödlichen Unfall
Sich verbat bei Tisch wurden die
Neuesten Aufnahmen gezeigt dann 
Kam der Blitz plötzlich in Mode 

Erstarrte Gesichter von geblendeten 
Menschen galten dabei als Ausdruck 
Großer Lebendigkeit und wurden 
Bei den Mahlzeiten laut belacht

Wer schon länger da war wie Hans
Merkte die Wiederkehr der Moden
Wie deren Abschwächung nach
Ablauf der üblichen Zeit es scheint

Kündigt sich zwischen diesen Zeilen
Schon an als sei nun alles erzählt
Vom Leben auf dem Zauberberg
Was wir lange so nah erlebten 


Im Kapitel Der Fremdling in seinem
Roman Die Fünf schildert uns nun
Vladimir Jabotinsky die Begegnung
Mit einem seltsamen Passagier wie 

Die wechselnden Herren um die
Schöne Marussja genannt wurden
Der hoher Offizier zur See und dazu
Russe war also ein Fremder für sie 

Zuvor wird noch sein Amt vorgestellt
Was einen komisch langen Titel hat
Sich um die gesundheitliche Sorge
Besonders armer Juden kümmerte

Nach einem der Besuche bei dem ihn
Marussja begleitet hatte und wieder
Mit ihrer Fähigkeit im Umgang mit
Kindern glänzte fahren sie zusammen

Er beschreibt wie sich Marussja auf
Dem Rückweg an ihn kuschelt der
Den Arm um sie gelegt hatte was 
Damals der Mode entsprach als ob 

Er diese zärtliche Nähe sogleich
Entschuldigen wollte die nichts zu
Bedeuten hätte und überredet ihn 
Sie zu Runizki noch zu begleiten

Dort hatten sie einen sehr schönen
Abend mit der Familie und auf dem
Rückweg erfährt er dann dass dieser
Besuch der Anlass des Streits war

Diesen hatte er schon bemerkt als
Er Anna und Marussja getroffen hatte
Diese fürchtete sich vor Runizki weil
Dieser als Seemann und Russe

Völlig anders wäre was Anna mit der
Er längst das wohl vertrauteste
Verhältnis ihm kurz darauf erzählte
Sie sieht ihn als eine Gefahr

Was für eine Gefahr er wäre konnte 
Sie dabei nicht genau sagen es war
Wohl der untrügliche mütterliche
Instinkt der die Gefahr schon witterte

Dass Marussja ihn heiraten werde
Oder seinem Drängen nach Monaten
Auf See zu sehr nachgäbe fürchtete 
Sie dabei aber ausdrücklich nicht

Ganz nebenbei bemerkt der Erzähler
Dass Anna und Marussja wohl da
Schon genau wussten wen sie einmal
Heiraten würde wovon er nichts ahnte

Beim ausschütteln der Sofakissen 
Sagte sie zu ihm wen Marussja mal 
Heiratet wüssten sie und ihre Tochter
Genau und auch er könnte es schon

Längst wissen wenn er nur mal eine
Schärfere Brille tragen würde was an
Eindeutigkeit nicht zu übertreffen ist
Der letzte Satz des Kapitels war


Fast hätte ich noch die zwei schönen
Kapitel in Hermann und Ulrike von
Johann Karl Wezel vergessen die nun
Wirklich der Rede verliebt wert waren

Im einen kam nach der Tristesse in 
Der er auf Ulrike wartete und nur noch
Arbeitete um Karriere zu machen und
Beiden eine Zukunft zu finanzieren

Der Frühling und plötzlich zog es 
Hermann der Heinrich heißt wieder
Raus und so wanderte er mit der
Menge aus der Stadt zu einem

Wasserfall und an Mühlen vorbei
Was ja schon der Inbegriff von
Romantik und Freiheit zugleich ist
Das Wasser rauschte und schwoll

Dazu klappert dann die Mühle am
Rauschenden Bach und es wird 
Das romantische Liedgut wach
Was die Aufklärung nicht kannte

Während er allein am Hang für 
Einen Moment überlegt sich in 
Die brausende Tiefe zu stürzen
Lenken ihn Kinder davon ab

Auf dem Rückweg dann als er
Eine bildschöne junge Frau neben
Einer schnarchenden Alten sieht
Direkt an einer Mühle überlegt er 

Noch im Vorbeigehen ob so nicht
Ulrike fast aussah sie es vielleicht
Sein könnte und während er noch
Überlegt ob der sich umdrehen soll

Da hört er seinen Namen rufen und
Erkennt im gleichen Moment Ulrike
Sie stürmen aufeinander los und
Fallen sich glücklich in die Arme 

Aber der Müllerbursche wohl schon
Gewarnt weckt die Alte vielleicht
Hätte er die schöne Ulrike auch zu
Gerne so in den Arm genommen 

Die Alte zetert zerrt Ulrike Weg und
Der Müllersbursche eilt ihr zuhilfe
Hebt sie hoch und trägt sie ins Haus
Gegen zwei konnte Hermann nicht

Er beschließt ein wenig von der
Mühle entfernt im Wald zu warten
Ihnen in die Stadt zu folgen um
Ihre Adresse herauszufinden

Doch besteigt die garstige Alte
Bald mit Ulrike eine Kutsche er
Versucht ihnen noch zu folgen
Verliert aber bald ihre Spur wieder

Als er nun in die Stadt kommt
Lauert ihn gleich einer der Bettler auf
Die er als er noch Geld hatte immer
So großzügig bedacht hatte

Er gibt ihm ein wenig aber fragt ihn
Ob er die Fuhrwerke kenne darauf
Meint dieser alle wie sie hier in
Dresden nur fahren was er wolle 

Darauf erzählt Hermann von der
Kutsche mit Ulrike und der Alten 
Der Straßenjunge weiß sofort wer
Das ist und wo die Baronesse wohnt

Gegen ein Entgelt verspricht er nun
Briefe zwischen beiden zu liefern 
Die das Thema des nächsten Kapitels
Werden mit vielen Liebeserklärungen

Beide erzählen sich ausführlich ihre
Bis dahin Geschichte was nur bei
Ulrike in Briefform geschieht weil die
Von Hermann wir Leser miterlebten

Zumindest jene die Hermann und
Ulrike von Beginn an lasen während
Dafür Ulrike von der garstigen Tante
Wie ihrer großen Dummheit erzählt

Das ist alles ganz nett und lässt sich
Nach dem Wein in frühen Stunden
Am Morgen gut lesen ist aber doch
Etwas schlicht erwartungsgemäß

Werde weiter berichten wenn auch
Vielleicht weniger detailliert denn 
Als Einschlaflektüre ist der Roman
Aus der Aufklärung doch sehr gut

Interessant ist wie Wezel hier schon
Eine Generation vor Dickens und
Also vor der industriellen Revolution
Wie der sozialen Entwicklung infolge

Das Talent und die Begabung der
Armen hier des Straßenjungen also
Thematisiert und diesen damit zum
Träger der Geschichte auch macht

Brücken über die Klassen baut damit 
Ulrikes Schicksal als völlig verarmte
Baronesse die auf den guten Willen 
Der Verwandten angewiesen ist zeigt

Freiheit hängt an finanzieller Freiheit
Wer sich nicht anpasst und eigene
Emotionale Wege gehen will wird
Dabei aussortiert ist fast wie heute

Das sind sozial interessante Sichten
Die Klassengrenzen überschreiten
Wie sozialen Zwang damit aufheben 
Plötzlich die Welt völlig verändern

Eine solche Geschichte geschrieben
Noch im Zeitalter des Absolutismus
Die literarisch Grenzen überschreitet
Ist auch darum politisch spannend

Diese Stärke wiederum lässt mich
Über die teils literarische Schwäche
Großzügig hinwegsehen es kann 
Eben nicht jeder wie Goethe konnte 

Der schenkelklopfende Humor ist
Dabei einem Henrich Mann ähnlicher
Da fehlt die wirkliche Größe die sich
Bei Thomas Mann oder Goethe zeigt

Aber als soziale literarische Studie
Für den Geist der Aufklärung die
Sich mit sozialen Fragen bereits
Beschäftigt bedeutend und lohnend. 

jens tuengerthal 25.10.26

Sonntag, 25. Oktober 2026

Winterschläfrig

Winterschläfrig 

Die schönste Zeit beginnt
Nun wird es früher dunkel
Der Kamin erfüllt seinen Zweck
Als wärmendes Licht und die
Klügsten Säugetiere verschlafen
Die dunkle Zeit im Jahr ganz
Fressen sich vorher noch eine
Ordentliche Speckschicht an 
Davon zehren zu können 
Es lädt diese Zeit ein zum
Weniger statt immer mehr
Genießen wir besser in Ruhe
Zuhause warm eingekuschelt
Statt noch auf Reisen zu gehen
Wer eine Bibliothek hat hat es
Noch leichter dabei weil genug
Zu lesen immer da ist für den
Rückzug in die Höhle denke ich
Im Schlafsack und blicke auf
Den Kamin der elektrisch flackert 
Mehr arbeiten und das Wachstum
Fördern fordert der Kanzler und
Will dafür weniger geben was
Zum Wesen des Sauerländers
Perfekt passt und ihn beschreibt
Dabei braucht die Welt gerade 
Von allem viel weniger doch
Täte nichts besser als ein sehr
Ausgedehnter Winterschlaf statt
Weihnachtskonsum oder Reisen
Bleiben wir am besten zuhause 
Genießen was uns bleibt gelassen
Verschlafen die schlechten Zeiten 
In denen Verbrecher wie Trump
Im Westen oder Putin im Osten
Unheilige Allianzen schmieden
Ziehen uns in eine Höhle zurück
Kuscheln vielleicht miteinander
Aber genießen ansonsten einfach
Die Ruhe im Winterschlaf denn 
Nichts braucht die Welt dringender
Als Ruhe und Gelassenheit um
Dunkle Zeiten zu verschlafen

jens tuengerthal 25.11.26

Zeitumstellungsfreude

Zeitumstellungsfreude

Zweimal im Jahr wird an der Uhr
Gedreht und ich finde es wunderbar
Weil uns diese Umstellung wie heute
Zeit schenkt dir wir wunderbar dabei

Verschlafen können und weil sie auch
Zugleich noch an die Relativität der
Zeit wie allen Seins erinnert die wir
Nur einen kleinen Platz am Rande

Der Milchstraße im unendlich großen
Universum einnehmen merken wie
Leicht verstellbar zufällig doch alles
Immer ist was wir gerne für absolut

Wie immer gültig halten und so könnte 
Die Zeitumstellung uns jedesmal
Wieder daran erinnern wie wenig je
Sicher ist und was es nur bedarf um

Alles auf den Kopf zu stellen wieder
Wer hat an der Uhr gedreht ist denn
Die Zeit nicht absolut und was heißt
Das für Tage die länger Nächte nun

Nach der Natur auch werden aber
Zugleich etwas in uns verschieben
Manche bilden sich alle Jahre wieder
Empört ein die Zeitumstellung sei

Gesundheitsschädlich aber wer das
Ernsthaft meint bei denen ist schon
Alle Hoffnung auf Vernunft verloren
Die fürchten auch durch Impfungen

In Aliens verwandelt zu werden sind
Nicht weiter ernst zu nehmen dienen
Nur dem Amüsement noch künftig
Vor allem wenn diese dann noch

Regelmäßig in den Urlaub jetten
Wo die verstellte Zeit normal ist
Aber sich in Deutschland empören 
Weil sie merken wie relativ alles ist

Da freu ich mich doch lieber wenn
Die relative Zeit mir bewusst wird
Damit die Frage nach dem Absoluten 
Ihre nur relative Gültigkeit offenbart

Nichts ist für immer und am wenigsten
Wir Menschen die wir gewöhnlich
Sterbliche Natur sind die selten nur 
Hundert Jahre mal erreicht dann aber

Zum Ende hin wieder kindlich wird 
Pflege braucht und wenig nur allein
Bewerkstelligen kann weil keiner so
Einfach an der Lebensuhr mehr dreht

Am lustigsten ist dabei für mich dass 
Die Winterzeit Normalzeit heißt aber
Sommerzeit schon verstellt ist was
Fragt war denn normal dann noch ist

jens tuengerthal 25.10.26

Liebeslauf

Liebeslauf

Der Lauf der Liebe ist so
Unterschiedlich wie die daran
Beteiligten doch in einem
Gleichen sich alle Lieben
Ob sie nun alle Erwartungen
Übertreffen oder nie erfüllen
Schon mit der ersten Erwartung
Beginnt die Enttäuschung die
Über kurz oder lang die Liebe
Auffrisst und damit erledigt
Weil Erwartungen nur dazu 
Da sind enttäuscht zu werden
Sie Liebe nicht länger mehr
Bedingungslose sein lassen
Nur ob es überhaupt je eine 
Liebe ohne Erwartungen gibt 
Also wir wirklich bedingungslos
Lieben können bleibt unklar
Warum es gut ist sich mit
Einigermaßen tauglichen
Kompromissen zufrieden
Zu geben statt am Ende
Ohne zu bleiben und so
Geht es eben meistens
Wie immer mal schief 
Weniger lohnte nur 
Ohne Liebe zu leben

jens tuengerthal 25.10.26

Rappelriesling

Rappelriesling

Gegen zwanzig vor eins im heute
Rappelvollen Crossroads das Mo
Und Tino machen angekommen
Die Bar und alle Tische unten sind

Vollbesetzt und bis auf einen ist oben
Auch wieder gut gefüllt bekannt bisher
Nur Roy heute in blond an der Bar
Tino und Mo sind gut beschäftigt

Die Runden oben und unten sind 
Laut einzelnes klingt dabei nicht
Aus dem hohen Lärmpegel nur
Vereinzelt wird ein Lachen hörbar

Die Musik ist gerade krachig und
Sehr schnell zu lange halte ich das
Vermutlich heute nicht hier aus aber
Es ist zumindest wirklich was los

Die Flaneurloge war der letzte noch
Ruhige Platz und ich sitze hier und
Beobachte das Treiben überlege
Ob die Musik doch bekannt ist

Partystimmung im Crossi ist gut 
Nach dem lauen Abend gestern
So ist die gleiche Bar heute ein
Komplett anderer Ort und feiert

jens tuengerthal 25.10.26

Samstag, 24. Oktober 2026

Lektürentagebuch 24.10.26

Lektürentagebuch 24.10.26

In der Nacht bis in den Morgen noch
Hermann und Ulrike von Johann Karl
Wezel aus der Anderen Bibliothek
Gelesen und mich etwas gelangweilt 

Es ist offensichtlich Zeit für etwas 
Abwechslung in der Literatur hier 
Aber zuvor berichte ich noch vom
Gerade Schicksal von Hermann

Der eigentlich Heinrich heißt aber
Mit Familiennamen Hermann was
Im Titel eine Ungleichheit bedeutet
Denn Ulrike hieße von Breysach

Dazu ist sie noch Baronesse als
Welche sie ihren Brief unterschrieb
Der nicht mit Nadeln gestochen was
Wieder so romantisch schön klingt

Im letzten Kapitel aber ging es nur 
Um Qual und mehr arbeiten um so
Karriere zu machen und Ulrike ein
Gutes Leben zu finanzieren wozu

Hermann fest entschlossen ist obwohl
Die Gattin des Doktor ihn nachdem
Sie festgestellt hatte dass sie ihn 
Nicht vertreiben konnte so quälte

Ein logischer Schluss ohne eine
Trübung des Bewusstseins durch
Hormone und Gefühle wäre ja dass 
Ehefrauen eben so sind und darum

Besser zu meiden aber Hermann
Will Ulrike unbedingt und käme nie
Auf die Idee dass Frauen eben so
Sind um ihre Gier zu befriedigen 

Sondern will naiv alles tun um mit
Großem Fleiß Karriere zu machen
Ihr ein standesgemäßes Leben
Damit auch zu ermöglichen

Hier klingt zwischendurch leicht der
Zorn und die Verzweiflung darüber
Durch arm geboren zu sein als Sohn
Eines unbekannten Hilfsarbeiters

Diese Wut der niederen Stände mit
Geradezu revolutionären Geist gefiel
Einem großbürgerlichen Goethe nicht
Der dies aber nur mütterlich war

Deren Familie entstammte noch dem 
Frankfurter Stadtadel quasi so war der
Großvater noch Bürgermeister zu
Frankfurt warum Goethe auch die

Kaiserkrönung mit Rieslingbrunnen
Vom Balkon des Römers als Knabe
Erleben durfte wie er ausführlich in
Dichtung und Wahrheit beschreibt

Dagegen war der Großvater Göthe
Noch ein einfacher Schneider der
Aus heute Thüringen stammend nach
Lyon auf der Walz endlich kam 

Auf dem Rückweg war dieser dann
In der Messe- und Kaiserstadt die
Frankfurt damals war geblieben und
Erfolgreicher Gewandschneider dort

Mit den Kenntnissen französischer
Mode wie Seidenbearbeitung war er
Bei den reichen Kaufleuten erfolgreich
Kaufte später noch einen Gasthof

Erst Goethes Vater hatte nicht mehr
Arbeiten müssen und vom Vermögen
Des Vaters gut leben können war also
Eigentlich bloß eine neureiche Familie

Goethes Mutter dagegen war eine
Geborene Textor was eine Familie
Mit altem Namen und Rang war im
Darauf sehr bedachten Frankfurt

Goethe erwähnt darum auch den 
Großvater Göthe mit keinem Wort in
Dichtung und Wahrheit der nur 
Schneider war nicht der Rede wert 

Ob sein erst später verliehener Adel
Wie ein gewisses Geltungsbedürfnis
Dazu beitrugen oder er es einfach
Galant großzügig überging ist unklar

Doch jenseits aller Mutmaßungen 
Ob Goethe schlicht ein Bourgeois 
War und blieb sei dazu angemerkt
Der väterliche Großvater war schon

Fast zwanzig Jahre tot bei Goethes 
Geburt 1749 während er den Vater
Der Mutter noch 22 Jahre erlebte was
Grund genug für Erinnerung wohl ist

Aber um Goethe ging es ja hier nicht 
Sondern um Wezel den die Welt mit
Ihrer Ungerechtigkeit empört was er
Zumindest Hermann in den Mund legt 

Das hier zitierte Wissen über Familie
Goethe entstammt dabei noch einem 
Anderen Band der Anderen Bibliothek
Mit dem Titel Monsieur Göthe der für

Alle Goethe Freunde und Frankfurter
Ganz unbedingt lohnend auch ist aber
Für Wezel keine Rolle spielte den 
Goethe eher so naja nur fand 

Was der Autor dieser Verse übrigens
Gelegentlich teilt er labert manchmal
Etwas viel um wenig zu sagen und
Übertreibt die moralischen Bilder 

Es ist teils wirklich witzig sogar
Klamaukig aber auch etwas naja
Dabei noch was nicht sein muss
Die Freude nur bedingt steigert

Werde bei Gelegenheit mal wieder
Weiterlesen denn wirklich schlecht
Ist diese Liebesgeschichte ja nicht
Nur leider etwas mühsam noch


Am Sonntag den 19. September 1802
Kommt das Ehepaar Heinrich und
Christine Gondela in ihrem Haus an in
Auf der Reise ins Paradies der beiden 

Sie handwerkeln und räumen um sich
Oben Schlafzimmer und eine Kammer 
Für ihren Hinrich schön zu machen
Finden einiges noch brauchbares 

Der Rest wird vom Gutsverwalter
Gebracht oder von Nachbarn geliehen 
Er nagelt die Gardinenstangen fest 
Sie kümmert sich um die Vorhänge

Gegen Mittag haben sie dann schon
Die beiden Zimmer oben und eine 
Gute Stube unten für Besucher gut
Eingerichtet und wollen noch wandern

Zuvor aber kommt der erste Besuch
Ihr Gutsverwalter und der Maire wie
Er wörtlich schreibt von Königsbach 
Berichten vom Krieg und der Republik

Besonders der Bürgermeister hat auf
Die Republik und das Chaos darin so
Geschimpft dass Heinrich staunte als
Er bei seinem Toast auf die Republik

Überhaupt noch mit trank aber er hat
Wohl den guten Wein aus ihrem Gut 
Nicht verkommen lassen wollen wie 
Heinrich mit viel Humor mutmaßt

Sie laufen zu Schloss Hardt als die
Sonne schon hinter den Hardtgebirge
Stand und schauten dort die Ruine im
Rücken ins zauberhafte Rheintal 

Sehen die Türme von Mannheim
Bis zur Ruine von Heidelberg in
Der letzten Sonne noch liegen um 
Dann über die Dörfer zurück zu laufen

Im Dorf Hardt war noch großer Jubel
Um den just errichteten Freiheitsbaum 
Während dieser in Gimmeldingen und
Königsbach schon ganz verdorrt war

Dort wollten sie lieber um den Baum
Tanzen wenn er wieder abgehackt
Schimpften über die Republik lieber
Wollten sie der Freiheit abschwören

Die von Paris aufgedrängte Freiheit
Wurde in der geraubten Pfalz also
Nur sehr teilweise begrüßt eher fühlen 
Sich die Pfälzer dort wohl besetzt

Spannend ist es einen Bericht aus der
Zeit zu lesen von Bremer Bürgern die 
Ihrer Republik schätzen aber auch
Kritisch auf die Nachbarn schauen

Sie hatten die Reise gemacht um ihr
Gut dass Christine vom Vater erbte
Zu verkaufen weil sie auch die nun
Entwicklung eher kritisch sahen 


Mein Hauswart heißt das Kapitel in 
Die Fünf von Vladimir Jabotinsky das
Damit beginnt dass er die Familie
Milgrom für Monate nicht sah

Die veränderte Atmosphäre in diesem 
Eigentlich politischen Frühling wird 
Beschrieben der wohl wieder wie so
Viele zuvor in Kugeln enden würde

Anhand seines Hauswarts beschreibt
Er die veränderte Stimmung mit der
Ein revolutionärer Staat die Menschen
Bei sich zu Hause plötzlich ergreift 

Hatte dieser früher egal um welche 
Zeit er kam rasch das Haustor noch
Geöffnet dauerte es immer länger und
Der Dank für die Kopeken dafür fiel

Immer bescheidener aus erst fällt
Die Anrede als Herr weg dann das
Französische merci bis nichts mehr
Kommt und er sich schon entschuldigt

Stattdessen wird er ermahnt so spät 
Auszugehen sei nicht gut für die
Gesundheit und auch die Post wird
Kommentiert bei ihm der vielen

Ausländischen Zeitungen wegen
Als das Hausmädchen nach Holz
Zu ihm geschickt wird der sich schon
Häufiger an ihr vergriffen hat kam sie

Ohne Holz wieder und richtete aus
Der Hauswart sei ausgegangen statt
Wie früher bei Personal weggegangen 
Während nur eine Dame ausging

Diese feinen auch sprachlichen
Beobachtungen werden auch noch
In Anmerkungen und Fußnoten weiter
Erläutert die Veränderung zu zeigen

Es gab in diesem Frühling deutliche 
Wie spürbare Veränderungen in
Odessa und dem Umgang im Alltag 
Auch die Kleidung ändert sich dabei

Die Revolutionäre trugen meist eine
Nickelbrille leicht verbogen und ihre
Kleidung war immer irgendwo schon
Beschädigt Damen trugen Hüte 

Diese radförmigen Strohhüte mussten 
Beständig zurecht gerückt werden
Serjosha fand sehr treffende Worte 
Um diese Menschen zu beschreiben

Spannend ist es wie genau er das
Eindringen des revolutionären Geistes 
In die Häuser durch die Hauswarte
Beschreibt die den Wandel leben 

jens tuengerthal 24.10.26