Samstag, 3. Oktober 2026

Lektürentagebuch 2.10.26.

Lektürentagebuch 2.10.26.

Weiter bei Jack El-Hai in der Nazi und 
Der Psychiater wie Göring über eine
Station in Augsburg nach Luxemburg
Bad Mondorf-les Bains gebracht wird

Dort haben die Amerikaner ein Lager
Für die hochrangigen Nazis errichtet
Das sich in einem ehemaligen Hotel
Befand das bald wie ein Lager mit

Zäunen und Wachtürmen umgeben
Jeden Ausbruch verhindern sollte 
Auch vor Rache der Luxemburger an
Nazis sollte so geschützt werden

Erfahre einiges über den dortigen
Kommandanten der auf eine strenge 
Formelle Gleichbehandlung bestand
Göring wurde das Gepäck wie sein

Adjutant genommen und der fette
Nazi ohne Unrechtsbewusstsein
Beschwerte sich ständig in Briefen
An den Oberkommandierenden

Doch Roosevelt reagierte nicht auf
Die dreisten Beschwerden auch seine
Beschwerden über das Essen waren
Nicht erfolgreich im Gegenteil

Hermann Göring wird als fettleibig
Kurzatmig und herzkrank beschrieben
Durch sein Verhalten macht er sich
Beim Kommandanten unbeliebt 

Gleichzeitig wird schon angedeutet
Wie Intrigant und gefährlich dieser
Ehemaliges führende Nazi noch war
Was zusätzlich neugierig macht

Das Zyankali das er in Ampullen
Bei sich führte wurde ihm genommen
Eine Ampulle aber versteckte er
Noch erfolgreich vor den Kontrollen

In Maurice Jolys Handbuch des
Aufsteigers wird vom Zufall und
Der richtigen Spielweise erzählt
Es ist das 1. Kapitel im ersten Buch 

Welches allgemeine Elemente der
Kunst des Aufsteigens behandelt im
Spiel des Lebens das eine äußerst
Schwierige Partie voller Zufälle wäre

Das wäre auch die Leitidee dieses 
Buches ihr verdanke es alle weiteren
Argumente um mit Talent zu spielen
Was die Kunst des Lebens wohl sei

Dabei gibt es das Spiel der Politik
Der Liebe des Vermögens wie des 
Ruhms jedes habe seine eigenen
Schwierigkeiten und erfordere Talent

Eines spielen zu können heißt viel
Alle zu beherrschen sei der Gipfel
Des Wissens wer hier Rat suchte 
Bekäm die Frage welches Spiel

Der Zufall nimmt einen großen Platz
Im Leben von einer gewissen Warte
Aus bestünde es nur aus Zufällen 
Erfolg und Scheitern sind Schicksal

Erfolgreich bist du zunächst weil du 
Erstens Eigenschaften besitzt die
Einfluss auf die Gesellschaft und die
Menschen besitzen und zweitens

Weil dir Umstände zu Hilfe kommen 
Wie du beim Gegenteil scheiterst 
Diese sind alle günstigen oder auch
Ungünstigen Ereignisse im Leben 

Daraus folgt dass du dem Zufall
Gegenüber denselben Standpunkt
Einnehmen kannst wie es etwa der
Katholische Spiritualismus gegenüber

Der göttlichen Gnade tut denn ganz
Unabhängig vom Verdienst könne
Ein Christ nie ohne Hilfe der Gnade
Zum Heil kommen und so wird auch

Der Ehrgeizige ohne Hilfe des Zufall
Nicht gehen allerdings sind die echten 
Glücksfälle wenig regelmäßig verteilt
Zumindest weniger als angenommen

Die Fähigkeit den Zufall zu nutzen
Unterscheidet die Einzelnen mit ihr
Findet sich auch der Eintritt in die
Richtige Spielwiese noch immer

Es gäbe Menschen die durch ihre
Natürliche Unfähigkeit dazu verurteilt 
Sind dem Glück stets den Rücken
Zu kehren was tragisch schon klingt

Die Vielfalt der Chancen sei unendlich
Einige kommen früh andere spät und
Manchmal wirken sie langsam und
Nacheinander dann wieder plötzlich

Mit direkten Folgen für das Schicksal
Zum Beispiel des Einflusses des
Zufalls erzählt er eine Geschichte
Um einen Intriganten mit Namen

Chavigny der eine Liaison mit einem
Holländischen Kammermädchen die
Dem nie abgeneigt und nicht spröde
Wären hatte wurden sie gerade dabei

Von ihrer Chefin überrascht und sie
Konnte ihm nur und gerade noch im
Schrank verstecken während das
Zimmer an zwei Herren nun ging

Die dort ein geheimes politisches
Gespräch führen wollten und sich
Zu einer politische Intrige fanden
Es ging um einen Komplott dem

Der Herzog von Orléans zum Opfer
Fallen sollte um diesen aus der noch
Regentschaft zu drängen einer der
Beiden Herren war ein Abenteurer

Den Kardinal Alberoni anheuerte
Der ursprünglich den Regenten noch
In den Bois de Boulogne locken wollte 
Als es scheiterte nach Den Haag floh

Chavigny spürte sofort wie nützlich 
Diese Entdeckung für ihn war warum
Er seine Geliebte dazu brachte ihn 
Am nächsten Tag wieder dort zu

Verstecken mehr zu erfahren dabei
Wurde das nächste Gespräch noch
Viel deutlicher mit dem Geheimwissen
Schrieb er an den Regenten und tat

Ganz geheimnisvoll er habe eine
Eröffnung von größter Wichtigkeit
Erhielt eine Audienz beim Herzog 
Von Orléans und ging nach Paris

Der Herzog wollte ihm zuerst nicht
Glauben worauf er ihn als Phantasten
Beschimpfte und der Raumes verwies
Aber Chavigny blieb dabei und macht

Dem Regenten den Vorschlag ihn in
Die Bastille zu stecken sollte das von
Ihm angekündigte nicht eintreffen
Damit hatte er sein Glück gemacht

Wunderbar plaudernd aus der Zeit der
Régence in Frankreich also unter der
Herrschaft von Herzog Philipp II von
Orléans 1715 bis 1723 der für den

Noch minderjährigen Ludwig XV
Die Regentschaft übernahm teils 
Sehr ausschweifend wohl lebte
Wie große Macht lang innehatte

Es war die Zeit des Übergangs vom
Schweren Barock zum verspielten
Rokoko was sich in vielem zeigte
Der Regent lebte im Palais Royal

Weil der Hof in Versailles noch
Geschlossen war nach dem Tode
Von Ludwig XIV hatten sich viele
Adelige in ihre Palais im Marais

Wie auf ihre ländlichen Güter wieder
Zurückgezogen es war eine Zeit der
Innerlichkeit wie auch des Übergang
Die Leben Denken und Kunst prägte 

Versailles sollte erst mit der
Volljährigkeit Ludwigs XV wieder
Bezogen werden es ist also eine
Epoche im Pariser Zwischenraum

Über die auch erotisch gewagten
Episoden dieser Zeit schreibt sehr 
Eindrücklich schon Egon Friedell der
Als Wiener ein guter Kenner war

Die historische Anspielung auf die
Epoche im Ancienne Regimes aus 
Einem Gefängnis im Frankreich nach
Der Revolution hat viel Hautgout 

Auch wenn es hier nicht um länger 
Oder kürzer abgehangenes Wildbret
Geht ist der Kontext beim Aufstieg
Doch von besonderer Würze


Vladimir Jabotinsky schreibt in 
Die Fünf im vierten Kapitel über
Den Kreis um Marussja und stellt
Dabei einige ihrer Passagiere vor

Dies im gewohnt ironischen Ton wie
Entlang der teils sehr treffenden
Verse von Serjosha über diese die
Dessen Genie immer offenbaren

Warum sie nicht immer auch fair 
Die in ihnen dargestellten dabei
Beschreiben wird vertieft erläutert
Aber auch was Marussja ausmacht

Wie der Erzähler selbst bemerkt
Das ihm ganz angenehm zumute 
Wird als diese von ihm noch nicht
Bemerkt ins Haus zurückkehrt

Wie weit sie mit ihren Passagieren
Tatsächlich geht bleibt unklar denn 
Einerseits kennt sie ihre Grenzen gut
Andererseits übertritt sie diese auch

Diese Beschreibungen werden auch
Genutzt noch andere Mitglieder der
Familie und ihre Rolle dabei auf
Humorvolle Art vorzustellen

Einer etwa gibt sich als Anhänger 
Des zu wenig bekannten deutschen 
Anarchisten Max Stirner was eine 
Besonders schöne Perle wieder ist

Stirner der mit Marx bei Hegel in
Berlin studierte hat in seinem Einzigen
Den Individualanarchismus wohl am
Konsequentesten überhaupt gedacht

Ihn in der Nachfolge Kants als den
Zu sehen der den Königsberger zu
Ende dachte ohne als Ideologe dafür 
Die Freiheit zu verraten ist genial

Dies insbesondere weil der einzige
Der Stirners Einzigen einer echten
Rezension würdigte der totalitäre
Denker Karl Marx war der aber

Diese nicht veröffentlichte um dem
Früheren Kommilitonen keine zu
Große Aufmerksamkeit zu schenken
Weil Marx Machtpolitiker stets war

Auch damit spielt der Autor auf eine
Kluge jüdisch ironische Art besonders
Klug beim Spott über die Marxisten
Unter den bunten Passagieren

Ganz nebenbei wird noch von den
Externen erzählt also Juden aus
Der Provinz aus Galizien bis hinauf
Ins Baltikum die in Odessa ihr

Abitur machen wollten um so eine
Der nur wenigen Zulassungen für
Juden am Gymnasium zu erhalten
Wie viele sich vergebens mühten

Wie diese Externen auch darum eine
Gruppe strebsamer Besserwisser war
Aber bei Marussja nur die besonders
Unterhaltsamen darunter verkehrten

Auch die Beschreibung des Vaters
Der alle Gäste willkommen hieß aber
Ansonsten völlig in Ruhe ließ ist
Sehr fein humorvoll gelungen

Diese sollten sich so frei fühlen dass
Sie auch mit dem Kopf gegen die
Wand rennen könnten ohne damit
Sich nicht mehr willkommen zu fühlen

Diese Familie der wir langsam so mit
Ihren Eigenarten näher kommen ist
Auf vielfältige Art besonders was der
Geschichte auch ihren Reiz gibt

jens tuengerthal 3.10.26

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