Mittwoch, 28. Oktober 2026

Lektürentagebuch 27.10.26

Lektürentagebuch 27.10.26

Im Wettstreit mit den Meistern nennt
Antonio Forcellino das nächste Kapitel
Das die weitere Entwicklung des noch
Jungen Meisters Raffael erzählt

Es beginnt wieder in Città di Castello
Wo der nächste Auftrag einer reichen
Familie für ihre Hauskapelle ihn die
Vermählung Mariens neu malen lässt

Zuvor plaudert Forcellino noch etwas
Über die Konkurrenz von Città und
Perugia die beide in Umbriens Hügeln
Liegen und eng verwandt waren

Dieses Gemälde gilt auch als ein
Früher Raffael noch und wird in 
Der Kunstgeschichte als unter dem
Einfluss seines Lehrers Perugino

Entstanden geführt was angesichts
Des gleichen Motivs nahe lag war
Doch die Thematik ikonographisch
Vorgegeben jedoch zählt hierbei 

Die kleine Variation weit mehr als 
Es der vorgegebene Aufbau auf
Den ersten Blick ermöglicht hier 
Zeigt sich das große Talent bereits

Im einzelnen erläutert Forcellino uns 
Warum er Perugino nicht für den 
Lehrer Raffaels hält der nur mit
Dessen Vorbild einfach gut spielt

Der Bildaufbau nahezu identisch
Nur die Positionen Marias und
Josephs getauscht und beide einen
Symmetrischen Tempel hinten

Doch während dieser bei dem
Angeblichen Lehrer ein starres
Gebäude war was den Tempel von
Jerusalem darstellen soll ist es

Bei Raffael ein lebendiges Gebäude
Mit Vorsprüngen und exakten Stufen 
Bereits im Stil der neuen Zeit gemalt
Die das Gemälde sichtbar belebt 

Der nächste Auftrag kommt nun
Aus Perugia wo er die Marienkrönung
Malen soll für eine Kapelle die zuvor
Schon Pinturicchio malte der selbst

Schüler von Perugino war aber längst 
Als Meister galt und die Dombibliothek
In Siena im Auftrag von Bischof 
Francesco Piccolomini ausmalte

Dafür hat er sich Vorzeichnungen
Von Raffael machen lassen was wohl
Übliche Sitte war ältere Künstler
Beauftragten jüngere Kollegen damit

Auch hier wählt Raffael wieder den 
Identischen Bildaufbau wie schon 
Vorher Pinturicchio aber übertrumpft
Diesen in Lebendigkeit und Farben

Er misst sich also mit zwei Meistern 
Seiner Zeit aber schafft es sie beide
In der Ausführung in den Schatten zu
Stellen zur Freude der Auftraggeber 

Hier gab es im Italien der Zeit was
Schon im vorigen Jahrhundert begann
Einen regelrechten Konkurrenzkampf
Unter den wohlhabenden Bürgern

Viel Geld zu verdienen war das eine
Aber die wirkliche Klasse zeigten die 
Reichen dieser Zeit weniger in ihren 
Yachten oder Autos natürlich als in

Der Fähigkeit junge Begabungen zu
Erkennen wie zu fördern und dieser
Kulturstreit um die schönsten Bilder
Wurde fast blutig ausgetragen

Hier stellte sich Raffael auch dem
Wettbewerb zwischen den Reichen
Schuf zum gleichen Motiv ähnliche
Die Vorgänger übertreffende Gemälde

Heute sind es die Sitze im Privatjet 
Die Längen der Yacht oder die PS 
Ihrer Luxuswagen gelegentlich aber
Auch Kunstwerke für Sammlungen 

Dabei musste zwischen den Künstlern
Keinerlei Konkurrenz bestehen die
Aufträge sprechen dagegen aber
Es widerlegt auch die Behauptung

Eines Lehrer Schüler Verhältnisses
Was alle von Vasari abschrieben der 
Es ohne Belege behauptete was aber
Niemand hinderte es zu übernehmen

Für ein Lehrer-Schüler Verhältnis gibt 
Es keinen Beweis dafür wie weit der
Angebliche Schüler beide übertraf 
Stehen dagegen die Bilder als Beweis

Eine wieder schöne Geschichte die
Dem Übergang zur Hochrenaissance
Zeigt und den veränderten Stil den ein
Junger Künstler mit Mut anwandte


Am Morgen wieder bis gegen Sechs
Johann Karl Wezel gelesen der nun in
Hermann und Ulrike eine neue erste
Begegnung mit viel Humor inszeniert

Während Heinrich Hermann sich beim
Warten auf eine Gelegenheit mit
Ulrike langweilt kommt es nach vielen 
Ihm lang gewordenen Monaten ganz

Überraschend dazu sie erscheint vom
Betteljungen geführt einfach vor der
Tür als er allein Zuhause ist und sie
Liegen sich gleich in den Armen

Überglücklich umarmen und küssen
Sich beide tun was eben Verliebte 
Nach langer Trennung so tun aber
Nebenbei reden sie auch noch

Sie hat noch Verstand genug ihm
Die Hälfte ihres Geldes zu geben
Erzählt ständig sie müsse gleich
Wieder weg und hätte nur eine

Viertelstunde höchstens Zeit aus
Der vor lauter Aufregung Liebe wie
Zwischendurch Zärtlichkeit bald
Eine halbe Stunde wurde und schon

Nahte das Unglück sie hören jemand
Kommen und ins Haus eindringen
An jede Tür klopfen und sie aufreißen 
Bis sie schließlich zu ihnen kamen

Es ist die schreckliche Tante die wohl
Früher zurück war sofort ahnte was 
Geschehen sein musste und Ulrike
Wieder einfangen wollte was sie

Mit einer Laterne in ihren dunklen 
Raum leuchtend in dem sie sich
Hinter dem Bett versteckten tat was
Auch immer sie vorher dort taten 

Sah die kreischende Tante Ulrike
Sofort und der mit ihr gekommene
Diener packte sie schneller als sich
Die beiden Verliebten wehren können

Verliebt scheint also nicht nur blöd
Sondern auch wehrlos zu machen
Darauf stürzt sich Hermann die
Arme Ulrike zu befreien auf die Tante 

Hermann wird von ihr erst noch 
Zurück gestoßen Zeit genug für den
Diener mit Ulrike zur Kutsche zu
Laufen und sie dort unterzubringen

In der Zeit rannte Hermann wieder
Der Tante hinterher die um Hilfe
Schrie im Treppenhaus worauf das
Personal kam und sie befreiten 

Die Tante verschwand schnell aber
Nachbarn und Diener hielten nun
Herrmann für verrückt geworden
Sperrten ihn in sein Zimmer

Der Doktor und seine Frau werden
Bei ihrer Rückkehr über dem neuen
Anfall von Wahnsinn bei Hermann
Informiert und gleich geht wieder

Das Gezeter der Frau los die den
Gefährlichen Hermann unbedingt
Ganz schnell los werden will während
Der besorgte Doktor Johann besucht

Dieser erzählt ihm die ganze wahre
Geschichte voller Vertrauen dabei
Verzweifelt und erschüttert und der
Gute Doktor glaubt ihm auch alles

Als seine Frau daraufhin wieder zetert
Wie manche Ehefrauen das so gerne
Tun erzählt der Doktor ihr Hermann
Sei nicht verrückt sondern verliebt

Sofort will sie wissen in wen und
Da der Doktor Hermanns Vertrauen
Nicht brechen will sagt er in sie 
Worauf sich ihr Verhalten ändert

Plötzlich ist die vorher garstige
Gattin die Liebe ganz und kümmert
Sich aus christlicher liebe natürlich 
Um den armen ihr nahen Kranken

Als Reaktion auf diesen kleinen
Zwischenfall soll Ulrike ins Stift
Wie vorher noch von ihrer Mutter
Abgeholt werden es ist zum

Verzweifeln tragisch und damit schon
Fast wieder komisch nun auch was 
Der Liebesgeschichte aus der Zeit
Noch der Aufklärung besser steht 

Die Unfreiheit der jungen Baronesse 
Welche aber alt genug zum Heiraten
Aus damaliger Sicht war empört aus
Der unserem und soll auch rühren

Die unmögliche Liebe der beiden
Welche keinen Beruf noch irgend
Eigenes Geld haben ist dabei zum 
Verzweifeln und bis heute realistisch

Die Liebe und das Glück in ihr hat
Eben ihren Preis wer den nicht
Leisten kann steht schnell allein
Auch wenn sie lieber betteln wollen

Welche Aussichten hat dieses so
Verliebte Paar vernünftig betrachtet
Warum auch der Lehrer und dazu 
Väterliche Freund Schlinger abrät

Wie kann es nach diesem Drama 
In einem Roman der Aufklärung
Der Standesgrenzen einreißt nun
Wohl weitergehen fragen wir uns

jens tuengerthal 27.10.26

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen