Freitag, 9. Oktober 2026

Lektürentagebuch 9.10.26

Lektürentagebuch 9.10.26

Kapitel 6 in Die Fünf heißt Lika
Hier wird also die nächste der
Geschwister vorgestellt die so 
Spartanisch schon wohnte

Die Geschichte beginnt mit der 
Schilderung der zehnten Station
Dort wo die Milgroms ihr Sommerhaus 
Haben wo alle passend zur Sonne

Sonnenblumenkerne kauten auch 
Völlig unabhängig vom Stand oder
Geschlecht Bankdirektoren wie die
Ärmsten Mädchen aßen sie dort

Die Zeit in der das geschieht meist
Am Abend nach Sonnenuntergang
Sogar wird als eine ganz.besondere
Stimmung noch beschrieben

Ins Sommerhaus brachte der Erzähler
Einmal einen befreundeten Maler der
Zur Gruppe der 12 Kraniche auch
Gehörte in die er als Externer quasi

Aufgenommen wurde wozu noch
Einige scheinbar unwichtige Details
Geplaudert werden bis dieser Maler
Lika im Profil sieht und sogleich

Zur Mutter bemerkte wie schön
Doch ihre jüngste Tochter wäre
Worauf diese ihren Löffel mit viel
Schwung in die Soljanka warf 

Davon wurden sämtliche ihr 
Nahsitzenden vollgespritzt während
Ihr Stuhl umfiel als sie empört vom
Tisch aufsprang und ging

Darauf hätte er sie zu gerne völlig
Zusammengefaltet was nicht geschah
Überraschend aber hatte er einige
Tage später die Gelegenheit dazu

Bei einer Wanderung rutschte die
Hinter ihm laufende Lika aus und
Er hielt sie zu ihrem großen Unwillen
Aber gerade nötig am Arm fest

Sofort verlangte die jüngste der
Geschwister wieder losgelassen
Zu werden dann bemerkte sie dass 
Ihr Fuß wohl leider verstaucht war

Wiederum wollte sie ihn wegschicken
Was er unter Hinweis sowohl auf ihre 
Verletzung wie ihre Minderjährigkeit
Entschieden nun klar verweigerte

Zwischen den beiden beginnt ein 
Gespräch bei dem Lika ihre strenge 
Wie rigorose Weltsicht kundtat die
Sich dem Dunklen verbunden fühlt

Weil sie Hilfe für den Rückweg nun
Braucht stützt sie sich auf seinen Arm
Er verspricht ihr dafür künftig einen
Kilometerweiten Bogen zu machen 

Eine Konstellation die zu einer 
Besonderen Nähe zwingt mit einer 
Jungen Frau noch fast ein Mädchen
Deren Schönheit er erst durch den

Blick des Malerfreundes wirklich sah 
Die er dann als vollkommen erkennt
Welche aber geistig völlig abschottet
In einer rigorosen Welt danach lebt 

Schafft einen eigenen Zauber auch
Wenn völlig unklar bleibt was aus 
Dieser ungeplanten Verbindung wird
Der schlecht erzogenen jungen Dame 

Ihr dies doch noch zu sagen hat er
Die Situation genutzt um sie im
Gegensatz zu seiner Ritterlichkeit
Zu zeigen sie also zu provozieren


Im Erstem Buch von Dreihundert Männer begann ich schon in der
Nacht zu lesen über 1870 - 1914
Unter der Überschrift Gründerzeit

Es erzählt von Hermann Wallich dem 
Melancholischen Bankier der sich im
Jahr 1870 auf einem französischen
Passagierdampfer einschifft

Dieser aus einer orthodox-jüdischen 
Familie in Bonn stammende junge
Mann von 36 Jahren sollte nach der
Zeit im Ausland nun Direktor der

Damals gerade neu gegründeten 
Deutschen Bank werden und sieht
Ananas und Palmenherzen essend
Den Afrikanern beim Tanzen zu

Nicht Kunst inspiriere diesen sondern 
Leidenschaft und Liebe die Tropen 
Hatten ihm nicht glücklich gemacht
Immerzu gab es Ärger mit Schuldnern

In seinen Erinnerungen schreibt er
Dass er in den Tropen seine besten
Jahre vergeudet habe er wäre dort vor
Der Zeit schon alt und ernst geworden 

Auch in Shanghai wird er nicht zum
Hedonisten wie Richter schreibt die 
Engländer importierten Opium und
Exportierten Seide und Tee von dort

Wallich fühlte sich matt und nahm
Nicht an ihren Regatten Cricket oder
Pferderennen teil wollte nach Paris
Da kam das Angebot der neuen

Deutschen Bank AG er war auf dem
Französischen Paketdampfer der 
Einzige Deutsche noch weiß keiner
Dass Deutschland Frankreich gerade

Den Krieg erklärt in Schanghai als sie
In Hongkong dann davon erfahren 
Bemitleiden ihn die Franzosen noch
Doch in Singapur Ceylon und Aden

Kommen neue Siegesmeldungen für
Deutschland die Stimmung kippt der
Versorgungsoffizier verkündet nun
Täglich drei Preußen zu verspeisen

Wallich beschließt die Weiterfahrt
Lieber ohne Franzosen zu machen
Mit einem Fischerboot nach Suez
Mit der Eisenbahn nach Alexandria

Von dort aus mit dem Dampfer über
Das Mittelmeer wie er dann nach
Berlin kam bleibt rätselhaft aber dort
Fehlen ihm die Annehmlichkeiten 

Die Gastfreundschaft der Kreolen
Das große Haus in Schanghai mit
Seinen Bediensteten in Berlin hat
Ihm niemand mehr erwartet

Er hat keine Freunde dort und der
Aufsichtsrat empfängt ihn kühl und
Förmlich später schrieb er darüber
Er hätte heulen können so einsam 

Fühlte er sich im großen Berlin das
Ihm auch eher trübe erscheint noch
Wären die Straßen am Gendarmen 
Markt mit Feldsteinen gepflastert

Ein übler Geruch stieg aus den 
Rinnen der Straßen nur die Offiziere 
Wären rotwangig und hochmütig 
Gehen sie spazieren wird es eng

Doch dieser Eindruck täuschte das
Deutschland kurz vor der Gründung
Des Reiches war ein anderes als das
Was Wallich vor 16 Jahren verließ 

Insbesondere Berlin das nun bald
Reichshauptstadt wurde veränderte 
Sich ganz rasant dies war aber eher
Am Stadtrand deutlich sichtbar schon

In den Arbeitervierteln im Wedding
Oder im Friedrichshain wie auch im
Villenviertel im Tiergarten wo neue
Villen der Reichen entstanden

Auch im wüsten Norden Feuerland
Genannt weil dort die Schlote noch
Rauchten nirgendwo sonst war die
Luft so schlecht wie dort lange

Die Dampfhämmer in den riesigen
Fabriken nördlich des Oranienburger 
Tor ließen die Häuser erzittern nach
Feierabend liefen dort tausende heim 

Auf den schon breiten Ausfallstraßen
Die vor kurzem noch Feldwegen 
Waren wie die Chausseestraße die
Ackerstraße oder die Brunnenstraße

jens tuengerthal 9.10.26


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