Mittwoch, 14. Oktober 2026

Lektürentagebuch 13.10.26

Lektürentagebuch 13.10.26

Goethe und Arnim zitierend schreibt 
Grete de Francesco sehr klug über
Gottfried Christoph Beireis und warum
Dieser Professor ein Charlatan war

Die alchemistischen Anspielungen wie 
Die im Stil des 17. Jahrhunderts noch
Geschriebenen Gedichte und seine
Kokette Altertümlichkeit sorgte dafür

Dass er keine Gestalt der Aufklärung
War sondern an frühere Epochen eher
Denken ließ auch wenn de Francesco 
Meint er deute auf kommende Zeit hin

Der mit Industrie und Banken eng
Verknüpfte Mann der sportlich wie
Hochintelligent war eilte in seiner
Bewunderung für Maschinen schon

Seiner Zeit weit voraus was ihn wie 
Besessen von seinen Puppen machte
Führte zu einer Mythologisierung und
Charlatanisierung einer Technik 

Der er bewundernd liebevoll hörig war
So nimmt er die Schwärmerei einer 
Kommenden Generation vorweg wie
E. T. A. Hoffmann seinen Ferdinand

Sagen lässt dass die äußerlichen
Kunststücke des Türken nur dazu da
Sein unsere Aufmerksamkeit ganz
Auf ihn zu lenken wo aber gerade

Der Schlüssel der Geheimnisses
Nicht zu finden sei ebenso seien die 
Altertümlichen Allüren von Beireis
Nur dazu da abzulenken genau wie 

Es die Charlatane auf den Märkten
Taten die vom Verkauf ablenkten 
Beireis wollte zwar nichts verkaufen
Aber sah sich als ein Wegbereiter 

Der Weltmacht der Maschine einer 
Macht die er kommen sah und im
Dienste dieser wurden die Künste
Der Scharlatane zu gern genutzt

Er gaukelte den Menschen Befreiung
Durch jene Kräfte vor die er selbst nie
Freilassen wollte und entfesselte so
Kräfte die Menschen versklavten

Goethe legte wenig Wert auf die
Automatensammlung und fand die
Figuren nur verkommen verrostet
Worauf der Hofrat Beireis eine

Dramatische Geschichte erfand da 
Er bemerkte dass Goethe immun
Gegen die Wirkung der Mechanik war
Warum er sie nicht mehr aufzog

Begründete er mit einem Offizier dem
Er sie vorführte dem keiner glaubte 
Worauf es zum Duell kam in dem 
Dieser erstochen wurde und seitdem

Wollte er seine Bewunderer nie mehr
Dieser Gefahr aussetzen was Goethe
Unglaubwürdig fand dagegen konnte 
Achim von Arnim mehr entdecken

Er widmete das neunte Kapitel seiner
Gräfin Dolores dem Helmstedter
Professor seine Darstellung sei dabei
Atmosphärisch doch ganz vortrefflich

Allerdings fehlt ihm die künstlerische 
Kraft eines E. T. A. Hoffmann noch er
Er betrachtet es mit relativierender
Ironie der Romantiker als Phänomen

Wo Goethe hart urteilt ist seines
Eher spitz er bleibt an den Automaten
Stehen und wandelt im Zwielicht des
Zweifels über die Beseeltheit oder

Leblosigkeit der Menschen-Maschine 
Er will ironisch sein aber ist längst von
Ihrer Rätselhaftigkeit ergriffen lässt 
Den Grafen den Professor besuchen

Er gruselt sich im Zwielicht dort allein
Weil der Professor einen Patienten
Noch schnell besuchen musste wo
Die Unendlichkeit des Sehens sich 

Leicht der inneren Empfindung mitteilt
Er wollte eine Persiflage über Beireis
Machen aber das Objekt war stärker 
Goethe dagegen polterte gleich los

Gegen die Qualen der Unvernunft 
Die eine Zumutung wären dagegen
Ist Arnim wider Willen ergriffen von 
Der listigen Poesie der Maschinen 

Der Graf lässt die Figuren spielen
Ist fasziniert und erschrocken dabei
Beschwört die Maschine in Versen
Das Glück als Endziel der Charlatane

Nachforschungen des Grafen ergeben
Dass zwei Menschen das Spiel aus
Dem Versteck aufführen durch ein
Sprachrohr Maschinen reden lassen

Nun wird das wunderbare menschlich
Die Maschinen treten zurück ihre
Wirkung verblasst doch fingen die
Romantiker empfindsam schon die 

Drohende Erschütterung auf die
Goethe überging es könnten leicht
Maschinen die Oberhand gewinnen
Was in Zeiten von KI visionär scheint

Vielleicht aber täte uns auch mehr
Kritisches Denken gut um nicht zum
Opfer unserer Ängste zu werden war
Der Geheimrat dem Geheimnis näher

Wie Epikur uns schon durch die Verse
Des Lukrez lehrte ist alles Natur und
Nichts außer oder über ihr was dem
Hokuspokus schnell die Basis entzieht

Nun folgt die Beschreibung Beireis
Durch Goethe mit guter Figur und
Sehr hoher Stirn dabei wohnte um
Die verkniffenen Lippen des schon

Zahnlosen Mundes neidische Bosheit
So sprach er gehässig über Leibnitz
Oder Lavoisier und behauptete
Michelangelo habe aus Neid alle

Bilder und Kupferstiche Dürers 
Vernichten lassen eine so unsinnige
Erfindung die mehr über den Erfinder 
Mehr sagt als seinen Gegenstand

Seine Geliebte die elegante Witwe
Betrog ihn worauf ihn sein Hund erst
Aufmerksam machte so dass er den
Rivalen bei ihr überraschen konnte 

Der Hund erhielt ein Ehrengrab und
Beireis blieb Junggeselle aber liebte 
Hunde mit der Glut seines Hasses 
Gegen jede Untreue was typisch ist

Für übersteigerte Einbildung und
Intoleranz der Charlatane wie es 
Hier de Francesco formuliert wozu
Auch seine Quantitätsleistungen

Wohl gehören mit denen er sich 
Rühmte täglich 14 Stunden Kolleg
Zu lesen was Goethe wieder für eine
Legende im Geist der Wunder hielt

Er hörte vom Grafen Veltheim viele
Solcher monotoner Legenden über
Beireis fand es blieb eher unbestimmt
Was typisch für Scharlatane auch ist

Ihre Geschichten folgen immer dem
Gleichen Schema nur Details wurden
Der Mode entsprechend aktualisiert
Aber es sprach schwache Geister an

Goethe meinte dazu weil er so reich
War konnte es ihm an Verehrern und
Gläubigen nicht fehlen Reichtum und
Kostbarkeiten seien die Hausgötter

Zu welcher die Menge andächtig 
Blickt ist dieser Besitz nachdem sie
Gierig sind mit einem Geheimnis
Erworben wird jedes Wunder geglaubt

Eine Masse Gold und Silber verleihe
Dem Unwahren Ansehen und Gewicht
Der Besitz wird durch Lügen verklärt 
Es verschmilzt Wahrheit und Lüge 

Das Kapitel schließt mit den Worten
Goethes der Beireis und Swedenborg
Vergleicht den Kant einen träumenden 
Geisterseher spöttisch noch nannte

Er erinnert an Cagliostro den großen
Scharlatan der Zeit den er einen nur 
Taschenspieler nennt fragt sich ob der
Aberglaube denn nie enden würde 

So fände sich immer ein Local wo
Das problematisch Wahre was allein
Respekt verdient sich mit der Lüge
Ganz bequem begatten kann 

jens tuengerthal 13.10.26

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