Donnerstag, 1. Oktober 2026

Lektürentagebuch 1.10.26

Lektürentagebuch 1.10.26

In der Literaturka heißt Kapitel 3
In Die Fünf von Vladimir Jabotinsky
In dem es um das gleichnamige
Literatur Café in Odessa geht

Dort werden nach dem wöchentlichen
Konzert die Stühle im Weinsaal für 
Den Tanz zur Seite geräumt als die
Schöne rothaarige Marussja kommt 

Sie zieht ihre Mutter am Ärmel mit
Geht direkt auf den Erzähler zu und
Erklärt diese Frau wollte ihn unbedingt
Kennenlernen wäre nur zu schüchtern 

Anna Michailowna Milgrom wird nun
Vorgestellt und sie sei ihre Tochter
Aber sie könne nichts dafür worauf
Die Tochter die Mutter ermahnt 

Sie solle sich anständig benehmen
Und ging sich einen Kavalier wählen
Die Regel dass es eigentlich doch
Umgekehrt liefe galt für sie nicht

Weinsaal hieß der Raum nach einem
Relief von Reben und Trauben dort
Der Literatur- und Schauspielzirkel
Hatte eine ganze Villa für sich

Das Haus befand sich in bester
Lage zwischen Ober- und Hafenstadt
Der Autor beschreibt die Gegend dort
Wie die vornehme Umgebung

Das Haus erinnerte ihn an die Villen 
Die er in Sienna sah in der Zeit der
Zensur war die Literaturka eine Oase
Des freien Wortes noch aber keiner

Verstand warum die Obrigkeit dies 
Zuließ und es nicht schloss es war
Nicht direkt aufrührerisch aber dann
Indirekt doch in allem irgendwie

Das erstaunliche dort war aber nicht
Der Aufruhr sondern die friedliche
Verbrüderung der acht oder zehn
Volksstämme die in Odessa lebten 

Bald sollte sich das alles ändern
Aber zu Beginn des Jahrhunderts
Waren sie dort alle einträchtig was
Seltsam war weil sie zuhause alle

Getrennt voneinander lebten und
Sich untereinander nie einluden
Hier im Forum waren sie gemeinsam
Es kam auf die gleiche Seele nur an 

Die Mutter erwies sich von nahem
Als eine recht jugendliche Dame mit
Außerordentlich gütigen Augen und
Sie entschuldigte sich sofort für die 

Unverschämtheit ihrer Tochter sicher
Wolle er auch lieber tanzen was er
Zurückweist schon in der Schule hätte 
Der Tanzlehrer ihn rausgeworfen

Im Gespräch versuchte er erst galant 
Ihr gegenüber zu sein aber sie wehrt 
Gleich ab und erklärt ihr Mann hätte 
Seinen verstorbenen Vater gekannt

Sofort fragte sie ihn warum sich ein
So begabter junger Mann noch ohne
Beruf rumtreibe was eigentlich ein
Eher kränkender Auftakt hier war

Aber sie hatte ein Talent auch die 
Unpassendsten Dinge so irgendwie
Liebeswürdig zu sagen wie noch mehr
Ihre Tochter als dürfte sie alles

Er meint darauf er wäre doch seit
Vielen Jahren bei der Zeitung aber
Sie hielt Feuilletons schreiben für
Keiner anständige Lebensaufgabe

Ihr Mann würde ihn gerne in seinem
Kontor anstellen oder eine Kanzlei
Ein Mann könne doch nicht in der
Luft hängen ohne ein Einkommen

Er spürte dass jede Verteidigung
Hier zwecklos war als ergriffe ein
Mann diese Aufgabe nur weil sich
Nichts anderes gefunden hätte 

Worauf er zum Angriff übergeht
Er kenne ja zwei ihrer Kinder wie
Fruchtbar wären solche Ratschläge
Bei denen denn je gewesen

Worauf sie erklärt als Mutter könne 
Sie ihnen keine Ratschläge geben
Denn auf seine Mutter höre keiner
Dann hätten sie bald die Eltern satt

Zwischendurch kam Marussja und
Warnte ihn sie sei eine Demivierge
Bezaubere aber ließe sich auf keine
Romanze ein über ihre Mutter 

Falls jemand wie ich bei dem Wort
Demivierge stutzt sei ergänzt es
Kommt aus dem französischen was
Für Freizügigkeit genügen kann

Zumindest manchmal theoretisch
Meint Halbjungfrau und beschreibt
Frauen die sich gerne öffentlich
Sehr freizügig geben aber real

Noch Jungfrauen also sexuell eher
Unerfahren sind was besonders
Lustig ist wenn es die Tochter die
Freizügig ist über ihre Mutter sagt

Zur Mutter sagt sie dafür sie sei
Verliebt und tanze den ganzen
Abend nur mit dem einen der leider
Einen Schnurrbart habe aber sie hoffe 

Der sei weich und kratze sie nicht
Was an ihre Aussage im Theater
Erinnert es gäbe keinen Studenten
In Odessa der sie noch nicht küsste

Dann kommt Annas Mann dazu der
Deutlich älter und füllig war mit
Glatt rasiertem Kinn und sie klagte 
Gleich dass er nicht ins Kontor wolle

Beim Gespräch über die Kinder
Unterscheidet Ignaz Albertowitsch
Diese danach ob sie Nudelsuppe
Oder Suppe mit Klößchen mögen

Bei den Nudeln sei es immer eher
Glückssache was du zu fassen
Bekämst bei Klößen kannst du dafür
Ganz sicher sein was du hast

Serjosha mag Nudelsuppe während
Der Torik genannte Viktor eher die
Klößchen vorzöge die sicher sein 
Dann fragt er was mit Lika wäre

Wo er ja schon fast alle kenne worauf
Anna nachdenklich sagte Lika sei kein
Gegenstand für ein Gespräch auf dem
Tanzboden was alles hier offen lässt 

jens tuengerthal 1.10.26

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