Donnerstag, 25. Juli 2024

Lektürentagebuch 25/7/24

Lektürentagebuch 25/7/24

Heute dem französischen Geist
In der Literatur gewidmet ohne
Dabei an Olympia nur zu denken
Sondern um des Genusses wegen

Zuerst einige Seiten in la recherche
Als Sommerurlaub am Atlantik im
Fiktiven Ort Balbec der real Cabourg
Sehr ähnelt und was Proust da erlebt

Natürlich nur der Ich-Erzähler nicht
Marcel Proust selbst auch wenn die
Unterscheidung in manchem wohl
Im Erlebnis dahinstehen kann

Wunderbar fein schildert er wie die
Blüten junger Mädchenschönheit
Vor ihm erscheinen und wieder
Verwehen ohne dass er etwas tat

Wie bedauert er diese Eindrücke
Bei denen sich nur für Momente
Blicke treffen ob aus der Kutsche
Oder bei der Milchlieferantin im

Grand Hotel und wie gerne er
Was er natürlich nicht konnte
Seinen Idealen nah gekommen
Wäre den Traum zu bestätigen

Eine Ausrede aus der Kutsche
Zu springen fiel ihm zwar noch ein
Doch war sie auf dem Rückweg
Nicht mehr als Blüte am Feldrand

Vielleicht sagt er sich in dieser
Schwärmerei wären sie nah schon
Nicht mehr so vollkommen schön
Ihm erschienen wie im Augenblick

Doch trägt er diese ersten Eindrücke
Bezaubernder weiblicher Schönheit
Junger Mädchen nun in seinem dafür
So bereiten Herz und schmiedet Pläne

Wie kann er ihnen wieder begegnen
Was tun ihnen nah zu kommen den
Moment vollkommen zu nutzen bei
Ihr in schönster Erinnerung zu bleiben

So wie sie ihm noch vorschwebt als
Ideal von Natur und Schönheit dem
Alles angedichtet werden kann was
Realitäten nur traurig ernüchterten

Wie schön ist es für ihn noch diesen
Knabenträumen völlig unberührt von
Der Realität weiblicher Nähe weiter
Nachzuhängen was immer daraus wird

Wer je neben schnarchenden längst
Auch wechselwarmen Damen sich
Durch Nächte litt wird wehmütig nur
An solche Erinnerungen denken

Doch wie schön sind doch diese
Feinen Knabenmorgenblütenträume
Die Wunder überall entdecken wie
Aus der Ferne sie vergöttern können

Wie schön ist es doch manchmal
Sich die bald Ernüchterung noch
Zu ersparen und weiter zu träumen
Alle Frauen seien noch Engel

Ein wenig früher ins vorrevolutionäre
Frankreich ging es bei der nächsten
Lektüre in Die Welt der Enzyklopädie
Einem Band der Anderen Bibliothek

Dort werden einzelne Artikel zitiert
Wie die Worte von Zeitgenossen
Zu diesen Themen versetzt abgedruckt
Was Aufklärung und Gegenwart verbindet

Habe nach Laune darin geschmökert
Finde aber besonders zwei Artikel von
Diderot hier berichtenswert weil sie den
Freien Geist der radikalen Aufklärer zeigen

Der erste dieser beiden ist jener über den
Gesunden Menschenverstand war der
Autor Diderot ganz sachlich lexikalisch
Definiert wie erklärt um dann aber im

Abschluss deutlich zu machen für wie
Ungeeignet und relativ er den Ausdruck
Hält da wenn jemand Verstand als
Eigenschaft zugebilligt werde dieser

Als intelligenter gelten könnte während
Der gesunde Menschenverstand noch
Bestenfalls auf schwachen Durchschnitt
Hinweist der eigentlich nichts sagt

Die Verwendung dieser Ausdrücke mache
Eigentlich nur deutlich was derjenige der
Sie anderen zuschreibt von sich hält oder
Was von ihm geistig zu halten ist

Stimme Diderot dabei völlig zu finde den
Gesunden Menschenverstand noch dazu
Als einen rassistischen Ausdruck der eine
Diskriminierung schon in sich trägt

Vermeide diese Wortwahl immer weil sie
Nur der Diskriminierung von Kranken wie
Einer durchschnittlichen Abgrenzung dient
Niemals eine positive Identifikation wird

Wer diese Worte heute noch aus bloßer
Gewohnheit verwendet beweist damit nur
Dass es zu mehr als Durchschnitt bei
Verminderter Reflektion wohl nicht reicht

Diderot immer achtsam vor der Zensur
Mit der sich die Jesuiten auf sein Werk
Stürzen wollen sagte es höflicher aber
Doch erstaunlich deutlich dabei

Der andere Artikel dessen Lektüre hier
Berichtet werden soll war die Eifersucht
Dabei unterteilt in die moralische wie die
Emotionale Eifersucht von zwei Autoren

Jaucourt schreibt klug über die Moral
Die einen dazu treibt anderen ihren
Erfolg Ruhm oder Glück zu neiden
Wo Eifersucht und Neid Geschwister

Die nicht zu unterscheiden mehr sind
Außer dass es bei der Eifersucht auf
Gut der anderen immer um die Sorge
Das eigene zu verlieren zuerst geht

Sie herrscht auch zwischen Nationen
Was zum Ausbruch unheilvoller Gewalt
Führen kann die gern in Kriegen endet
Sie hat ihren Grund in der Rivalität

Der Artikel über die emotionale
Eifersucht stammt von Diderot der
Sie als argwöhnisches Verhalten
Beschreibt was Verlust der Liebe

Fürchtet die sie für sich behalten
Wollen warum sie bereits in den
Harmlosesten Handlungen direkte
Hinweise auf das Unglück sehen

Sie lässt in ständigem Argwohn
Leben und lässt andere Qualen
Erleiden warum diese grausame
Kleinliche Leidenschaft wie sie

Diderot bezeichnet bloß ein
Mangelndes Vertrauen zeige wie
Die Furcht vor der Überlegenheit
Anderer damit offenbart womit sie

Für gewöhnlich nur das Übel was
Sie fürchtet beschleunigen würde
Dennoch wären wenige frei davon
Vor allem sei sie Tollheit der Greise

Diese gestünden damit eigentlich nur
Ihre Unfähigkeit dem Grund dafür
Noch selbst Abhilfe zu schaffen was
Eine Offenbarung der Impotenz ist

Sie sei besonders verbreitet in den
Südlichen Ländern die auch das
Heiße Temperament ihre Frauen
Kennen und führte zu Grausamkeit

Diderot nennt hier geschnürte Füße
In China es könnte dabei auch die
Klitorektomie und Verschleierung als
Lächerliches Ritual ergänzt werden

Er schreibt hier sichtbar als Kenner
Des Leidens daran was er of von
Seiner Frau erleiden durfte ohne sich
Dabei darüber ganz zu erheben

Doch offenbart die kritische Distanz
Die Lächerlichkeit der nur religiös
Verklärten Rituale mit denen die
Eifersucht getarnt werden soll

Vielleicht macht dieser wunderbare
Artikel zur Eifersucht auch ein wenig
Verständlich warum das Kopftuch wie
Die Verhüllung ein Thema noch ist

Im laizistischen Frankreich ist die
Befreiung vom Glauben auch ein
Stück der eroberten Freiheit was
Der Toleranz Grenzen auch setzt

So schließt Diderot seinen Artikel
Zur Eifersucht mit den Worten dass
Diese in fast allen Ländern des Orient
Die Freiheit der Frauen opfere

Vielleicht ist diese darum meiner Natur
So fremd wie nichts sonst weil sie ein
Kontraproduktives Gefühl immer ist
Hätte sie einen Grund hat Liebe keinen

Liebe will als Gefühl bedingungslos gut
Eifersucht will etwas ganz für sich haben
Zerstört was sie bewahren möchte was
Mit ihr zu leben zur hohen Kunst macht

Bin vielfach schon vor ihr geflohen und
Finde sie eine Offenbarung menschlicher
Kleinheit der Liebe entgegengesetzt doch
Hindert das nicht an großen Gefühlen

Die Enzyklopädie des Diderot an der
Auch d’Alembert beteiligt war wie die
Freunde aus dem Salon Holbach wo
Auch Voltaire und Rousseaus schrieben

Ist ein vielfältiges Meisterwerk was den
Geist der radikalen Aufklärung spiegelt
Es gibt wenig was ich gerne besäße
Ein Original dieser wäre es bestimmt

jens tuengerthal 25.7.24

Verantwortungsglück

Verantwortungsglück

Verantwortung zu
Übernehmen ist ein Glück
Etwa beim Klima

jens tuengerthal 25.7.24

Trumpangst

Trumpangst

Kamala macht Trump
Größere Angst als alle
Eine kluge Frau

jens tuengerthal 25.7.24

Liebesangst

Liebesangst

Liebesangst tötet
Gerne Gefühle vorab
Nur zur Sicherheit

jens tuengerthal 25.7.24

Weltenretter

Weltenretter

Klimakleber sind
Weltenretter eher als
Alle Politik

Kleben wo Klima 
Leichtfertig fliegend zerstört
Machen aufmerksam

Helden der Zukunft
Bewahren die Gegenwart
Vor Klimakollaps

jens tuengerthal 25.7.24

Liebesgunst

Liebesgunst

Was schenkt die Gunst der Liebe
Ist sie dann günstiger zu haben
Oder ihre Gunst das kostbarste
Was Gefühle je erringen können

Ist die Gunst der Stunde nur eine
Zufällige Koinzidenz die zeitweise
Einen Zusammenhang schafft der
So schnell verfliegt wie er kam

Ist es günstiger bei einer einmal
Errungenen Gunst für immer zu
Bleiben um sich sicher zu sein
Oder ist das nur eine Illusion

Die Liebesgunst ist feminin sagt
Das Grimmsche Lexikon doch
Hoffen beide jeweils sie noch
Gewinnen zu können irgendwie

Die Gunst reimt sich auf Brunst
Was tierisch zugegeben klingt
Am Anfang weniger günstig ist
Für viele der Hauptzweck bleibt

Gunst wird uns gewährt dann
Stehen wir in der Gunst ohne
Zu wissen wie wir es verdienen
Besser zumindest bescheiden

Die Gunst wird als Zuwendung
Wie Hinwendung der Liebe die
Keine Gründe als sich braucht
Auch wenn sie gerne welche sucht

Freuen wir uns an der Liebesgunst
Die unerwartet gerne kommt doch
Vertrauen wir nicht auf ihr bleiben
Bemühen uns nur redlich darum

Ein wenig veraltet klingt es schon
Doch ist die Liebe ja unsterblich
Bis die nächste kommt oder geht
Weil es ja noch nie passte

Was zur Gunstgewährung dann
Passen muss ist ungewiss doch
Führt gewährte gern ineinander
Womit Gunst ein Schlüssel wäre

Aber natürlich geht es bei der
Großen Liebesgunst nur um das
Schönste Gefühl und nicht um Sex
Der nur ein Ausfluss desselben ist

Bevor es mit der Gunst am Ende
Komisch ironisch wird ist es besser
Die Verse im Ernst zu beenden die
Vielleicht Gunst nicht zu verspielen

jens tuengerthal 25.7.24

Historix 002

Historix 002

Familiennetze

Kultur entstand aus Familien
Ihre Netzwerke sind die Basis
Der kulturellen Entwicklung
Auf sie schauen erklärt was wurde

Es gibt viele Betrachtungen der
Kulturgeschichte doch alle welche
Die Familie als Basis übersehen
Verkennen worauf es ankommt

Soziologische Psychologische
Politische Militärische Sichten
Betrachten nur die Folgen der
Entwicklung nicht die Wurzeln

Sich im Urwald der Kulturgeschichte
Orientieren und dabei nur auf die
Kronen der Bäume schauen gibt
Keinen Hinweis auf die Entstehung

Auch Europa wurde durch Familien
Durch viele Jahrhunderte geprägt
Seine Grenzen und Sprachen
Sind nur mit Blick auf sie verständlich

Die julianische Familie in Rom war
So prägend wie zuvor die Alexanders
Die Karolinger formten entscheidend
Das Haus Habsburg wirkt bis heute

Doch nicht nur die regierenden Häuser
Sind in ihrer Familienstruktur für ein
Verständnis der Geschichte wichtig
Netze der Familien tragen Kulturen

Gutenberg und Dürer waren Teile
Von Familien die ihre Erfindungen
Wie Werke weitertrugen auch wo
Ein Genie scheinbar hervorragt

Montaigne wurde was er war als
Teil einer wohlhabenden Familie
Vermutlich von spanischen Juden
Die nach Frankreich flüchteten

Flüchtlinge die als Außenseiter nur
Geduldet zunächst wurden haben
Sich integriert und am Aufstieg ihrer
Familien in der Kultur gearbeitet

Bald konvertiert kam die Familie
Zu Wohlstand und der Großvater
Kaufte Gut und Titel durch die der
Vater ihn humanistisch erst erzog

Seine Stellung als Berater am Hof
Wie als Vermittler zwischen den
Parteien im Hugenottenkrieg war
Seiner Bildung zu verdanken

Menschen die Zeiten prägten wie
Durch ihren Geist veränderten
Vorausdachten haben Wurzeln
Aus denen ihr Netzwerk wuchs

Die nächsten Wurzeln liegen stets
In der Familie in der wir aufwuchsen
Die damit unser Denken prägte was
Zeitweise gerne ignoriert wurde

Zeitweise übernahmen Verbindungen
Logen später Vereine diese Rolle
Wir sind Teil eines Netzwerks immer
Wo Kulturen sich weiterentwickeln

Geschichte und ihre Entwicklung
Wird nur im Kontext verständlich
Wer die Netze sieht wird frei von
Fakten und sieht Zusammenhänge

Der Blick auf Familien und Netzwerke
Die diese zwischen Menschen bilden
Denkt im größeren Kontext der sich
Nicht nur an öden Fakten abarbeitet

Dieses Denken ermöglicht leicht ein
Surfen zwischen den Epochen das
Die Übergänge wie Auslöser erkennt
Hier wird Geschichte persönlich spannend

Es schrieben immer Familien Geschichte
Die großen herrschenden Häuser sind
Dabei oft weniger wichtig als andere die
Den Kurs entscheidend dabei prägten

Die Fugger und die Medici als Bankiers
Krupp Siemens Thyssen sind nur als
Beispiele zu sehen die künftig durch
Software Unternehmer ergänzt werden

Es braucht keine Stichdaten um die
Geschichte zu verstehen sie sind nur
Der Rahmen des Gerüsts in dem erst
Frei fliegen kann wer die Netze sieht

Auf das schauen was die Zeiten im
Kern zusammenhält wie verbindet
Verleiht Flügel zwischen den Zeiten
Wie Leichtigkeit im Umgang mit ihr

Schüler sollten über die Geschichten
Der Familien die so nahbar werden
Geschichte als Netzwerk verstehen
Lernen bevor sie Daten lernen

Wer sich im Netz frei bewegt ist frei
Findet Antworten im Zusammenhang
Die verständlich sind statt Brocken nur
Auswendiggelernt auszukotzen

Haben wir endlich den Mut so frei
Wie großzügig Geschichte zu denken
Statt uns an Fakten aufzuhängen die
Erst im Kontext verständlich werden

Damit beginnt Geschichte in Familien
Wie in Verbindungen der Menschen
Werden die Leben lebendig spannend
Statt nur tot wiedergekäut wie so oft

Wer Geschichte so fliegen lässt kann
Die Welt verstehen lernen wie diesen
Weg ohne Zwänge genießen was die
Details zur Story erst macht

jens tuengerthal 24.7.24

Mittwoch, 24. Juli 2024

Lektürentagebuch 24/7/24

Lektürentagebuch 24/7/24

In drei philosophischen Bänden
Mit kulturgeschichtlichen Themen
Heute über Kant Wittgenstein wie
Die nicht so fabelhaften Rebellen

Unter den Romantikern zu Jena
Die sich zu zerstreiten beginnen
Gelesen und in die Zeiten damit
Geistig für einige Seiten getaucht

Die Kant Biografie von Willaschek
Machte heute den Auftakt wobei
Es um das unvollendete Spätwerk
Des großen Philosophen ging was

Lange als bereits verwirrt schon
Abgetan wurde was aber aus der
Sicht des Autors wie neuerer Studien
Eher an den früher fehlerhaften

Editionen des opus postumum das
Kritisch angemessen ediert dagegen
Den Geist des Königsbergers noch
Weiterführt bei der Suche nach den

Gründen des Seins wie der Moral
Ohne sich im Spekulativen dabei
Zu verlieren sondern klar gedacht
Von den nur Randnotizen bereinigt

Diese Biografie die sich über das
Werk dem Autor nähert liegt mir sehr
Insofern ich es wichtiger finde mehr
Über die Summe seines Denkens

Durch Lektüre zu erfahren als nur
In seinem Nachttopf zu wühlen wie
Über seine Verdauung zu lesen oder
Den Zwist von Lampe mit der Köchin

Beides halte ich für so irrelevant wie
Die Sage seiner Pünktlichkeit die nur
Den Pedanten offenbaren will statt den
Beliebten Gastgeber uns zu zeigen

Sich mit Kant beschäftigen ist auch
Wenn es um sein Ende dabei ging
Immer erfrischend erquicklich während
Die Romantiker mich eher nerven

Kenntnisreich und gut recherchiert
Beschreibt Andrea Wulf in dem 
Buch Fabelhafte Rebellen deren
Aufstieg und Niedergang in Jena

Schiller zog schon leicht genervt
In Goethes Nachbarschaft nach
Weimar während sich sogar die
Schlegels untereinander schon

Zu streiten beginnen was auch
Am neuen Liebhaber von Caroline
Liegt die offen mit Schleiermacher
Flirtet was sogar Fichte empört

Die verkündete freie Liebe stößt an
Reale emotionale Grenzen an denen
Sich die Vernachlässigten zu gerne
Über andere dann laut empören

Der Weg der Romantiker ist damit
Absehbar und der Kreis zerfällt die
Epoche beschäftigt Deutschland
Dagegen noch länger als gut tat

Nichts gegen romantische Momente
Wie den Genuss dieser miteinander
Doch alles gegen eine romantische
Politik die im Aberglauben haftet

Die Verklärung des Mittelalters auch
Durch Novalis und andere hatte noch
Manche ästhetisch eher zweifelhafte
Folge im deutschen Kulturleben

Ob die Nietzsche Verklärung des
Großen Genies im Wahnsinn dem
Geist der Romantik entsprang wie
Ihren Missbrauch schon in sich trug

Mögen die Philosophen noch weiter
Diskutieren es findet sich manches
Was dem Geist der Aufklärung eher
Fremd ist auch bei Heidegger wieder

Anders dagegen Wittgenstein über
Dessen endlich Veröffentlichung des
Tractatus logico philosophicus ich
Heute in Zeit der Zauberer noch las

Mit logischer Strenge weist Wittgenstein
Der zuvor auf sein Erbe verzichtete nach
Wie und warum die Naturwissenschaft
Von geglaubten Hypothesen ausgeht

Wie wenig was wir für beweisbar wie
Klar und sicher halten dies wäre was
Einstein wenig später berechenbar
Machte dachte dieser logisch voraus

Was diese strengen unwiderlegbaren
Sätze aus Wittgensteins Sicht für eine
Revolution im Denken verursachten die
Bis heute keinen Abschluss noch fand

Lasse hier noch dahinstehen ob es die
Quantenrelativitätstheorie des Denkens
Wie Hawkins sie in der Physik suchte
Noch braucht oder Wittgenstein sie im

Tractatus unwiderlegbar logisch schon
In die Welt entließ doch fehlt mir auch
Bei Wittgenstein die Erkenntnis wie sehr
Das denkende Subjekt Teil dessen ist

Hat Kant diesen Gedanken der auch
Benjamin Heidegger und Cassirer zur
Gleichen Zeit wie Wittgenstein umtrieb
Im opus postumum schon vollendet

Lieber als mir die Weltformel anmaßen
Nach der so manche noch suchen 
Wäre es mir sie Kant zuzuschieben
Wie mich vor ihm damit zu verneigen

So ist Zeit der Zauberer wieder eine
Gute Anregung gewesen auch im
Tractatus ein wenig noch zu lesen
Das sich im Stapel hinter mir befand

Dabei sortiere ich Bücher nicht ihrer
Bedeutung nach sondern eher den
Subjektiv ästhetischen Kriterien der
Künstlerischen Laune entsprechend

Diese Form der Bibliotheksromantik
Welche im steten Wandel damit ist
Entspricht meinem Wesen eher als
Jede mathematisch sonstige Form

Alphabetisch oder streng nach Themen
Jedenfalls erkennbar systematisch wäre
Ein meinem inneren Chaos fremder Weg
Schlichte Ordnung ist für schlichte Geister

Was fühlt sich gut an zur Lektüre
Gerade nahe liegend zu haben
Welche können für eine Zeit nun
Ein wenig mit Abstand liegen

Es ist interessant wie mich die heute
Philosophische Lektüre plötzlich zu
Den ästhetischen Kriterien meiner
Bücherordnung im Gedicht führte

Der Gegner der Romantik wie ihrer
Opposition gegen die Aufklärung
Wählt für sich eine zutiefst romantische
Unordnung gefühlvoll lesen zu können

Dies gilt auch für die nach Laune
Gegriffenen philosophischen Texte
Die das strenge Denken anregen
Zumindest erkenne ich ein System

Mache mir auch die Bücherwelt
Genauso wie sie mir gefällt was
Subjektiv rein emotional wie auch
Ästhetisch praktikabel sich bestimmt

Denke dabei an Max Stirner der stets
Direkt neben meinem Kopf liegt wie
Seinen Einzigen der auch seine Welt
Ganz auf sich stellte der Freiheit wegen

Ordnung und sichere Wege machen das
Leben berechenbarer und übersichtlicher
Dessen Quellen sprudeln aber grundlos
In Versen aus mir was hier genügen kann

Als Aufklärer ein Kunstwerk aus sich sein
Das seine Welt ganz auf sich stellt wie
Nach und mit Gefühl ordnet ist vielleicht
Eine Antwort auf viele Fragen an mich

jens tuengerthal 24.7.24



Heiterzeit

Heiterzeit

Zeit für Heiterkeit
Nehmen schenkt mehr Lebenszeit
Als Trauer mir raubt

jens tuengerthal 24.7.24

Wahlkrämpfe

Wahlkrämpfe

Wahlkampf verkrampft
Miteinander nachhaltig
Wem nutzen Wahlen

Lieber Wahlfrieden
Statt weiterer Kämpfe um
Stimmen nach Stimmung

Ganz ohne Sieger
Hätten alle gewonnen
Vor allem Frieden

jens tuengerthal 24.7.24

Liebessorgsam

Liebessorgsam

Liebe sorgt sich um
Der Liebsten Wohlergehen
Nur bedingungslos

jens tuengerthal 24.7.24

Mittwöchig

Mittwöchig

Woche hat sieben
Tage warum drei davor
Wie danach nötig

Mitte findet sich
Am Donnerstag weil Mittwoch
Wochenende fehlt

Immer falsch gezählt
Vergingen Leben darum
Im Ungleichgewicht

jens tuengerthal 24.7.24

Dienstag, 23. Juli 2024

Sternenliebe

Sternenliebe

Unter Sternen an die Liebste denken
Die gerade fern nah gefühlt vielleicht
Den gleichen Sternenhimmel teilt
Macht den Traum von Liebe in der
Einsamkeit so schmerzvoll schön
Dass ihre Anwesenheit nur fast
Noch schöner wäre um sich
Unter den wieder entwölkten
Sternenhimmel zu küssen denn
Manchmal sind die nur Träume
Fast größer als die nur Realität
Denkt der Dichter mit dem Blick
In den Himmel über Berlin der
Kaum Sterne sehen lässt doch
Genügen Träume der Sehnsucht
Mit sich glücklich zu sein gerade

jens tuengerthal 23.7.24

Sommergewitterriesling

Sommergewitterriesling

Auf einen erfrischenden Riesling
Nach dem Sommergewitter das
Die Stadt herrlich abkühlte vorm
Crossroads unter Sternen lässt

Einen heißen Sommertag herrlich
Erfrischend ausklingen neben mir
Am anderen Tisch plaudert eine
Französin ausgelassen am Telefon

Gegenüber am Tisch noch unter
Der Plane eine Dame mit Herrn
Beim Bier im Gespräch vertieft
Raucht sie etwas verschämt

Die beiden reden deutsch aus
Der Bar klingt englisch und der
Riesling kam unbestellt alles
Nimmt einen guten Weg hier

Der frische Wind ist angenehm
Kühl fast wie Seeluft mitten in
Berlin hier vor der Bremer Höhe
Verspricht die Nacht gut zu werden

Der Flaneur staunt lächelnd wie
Sehr wir doch am Wetter hängen
Wie es alles auch in uns beeinflusst
Dankbar für diesen gerade Wechsel

jens tuengerthal 23.7.24

Lektürentagebuch 23/7/24

Lektürentagebuch 23/7/24

Durch sechs Bücher heute gereist
Wie in geistigen Welten geschwebt
Aus vergangenen Jahrhunderten die
Aktueller denn je mir dabei schienen

Diesmal alles Bände aus der geliebten
Anderen Bibliothek was schon haptisch
Ein lustvolles Lesevergnügen immer ist
Das zugleich vielfältig geistig bereichert

Angefangen mit der Grimmelshausen
Biografie von Boehncke und Sarkowicz
Die den Autor als Pazifisten auch zeigt
Wie seine frühen Erlebnisse schildert

Als er die Zerstörung Gelnhausens noch
Miterlebte die er im Simplicissimus dann
Dann sein alter ego beschreiben lässt dem
Wenige Meter über Leichenstapel reichten

Verarbeitet hier Grimmelshausen selbst
Eine traumatische Kinsheitserfahrung indem
Er spät vom unbeschreiblichen Schrecken
Der keine Worte mehr findet schreibt

Genug war es um lieber nach Hanau vor
Den wütenden kaiserlichen Truppen zu
Fliehen wo dann die Schweden regierten
Oder der von ihnen gesandte Schotte

Darüber dann in den Abenteuern des
Simplicissimus selbst zu lesen wie das
Verhalten gegenüber dem Räuber auch
Biografisch zu deuten hilft zum Verständnis

Vom Dreißigjährigen Krieg sprang ich in
Den amerikanischen Bürgerkrieg an dem
Walt Whitman teilnehmen sollte und wie
Der Dichter in New York davon erfuhr

Sehr gespannt auf seine Schilderungen
Des Krieges in den er sich auf die Suche
Nach seinem Bruder macht wie selbst im
Krankenhaus als Sanitäter arbeiten wird

Erhellend ist auch wie er den Anfang
Mit dem keiner rechnete erlebte alle
Dachten es ist schnell erledigt dauert
Höchstens wenige Wochen noch die

Sklavenhalter im Süden zu besiegen
Wie die Freiheit im ganzen Land so
Für alle Menschen durchzusetzen
Wovon die USA bis heute fern sind

Sicher gibt es eine nominelle Gleichheit
Doch ist die Zahl der Opfer von Gewalt
Des Staates unter nicht Weißen deutlich
Höher auch noch nach Obama

Wie erlebt der Dichter der Grashalme
Der zugleich auch enger Freund von
Thoreau war der sich massiv für die
Freiheit und Gleichheit aller einsetzte

Den großen Bürgerkrieg mit all seiner
Grausamkeit als Feingeist im Lazarett
Welche Gedanken bewegen ihn der
Für die gerechte Sache dort pflegte

Aus dem Krieg der USA ging es zum
Kampf der Gedanken beim Philosophen
Sören Kierkegaard in dessen erst spät
Veröffentlichten Band Geheime Papiere

Was der dänische Denker zu Lebzeiten
Noch unter Verschluss hielt war doch so
Scharf und gut formuliert dass Absicht
Wie Ziel ihrer Wirkung deutlich war

Kierkegaard nehme ich immer nur in
Homöopathischen Dosen zu mir die
Noch verdünnter sind als bei Proust
Hier reicht ein kleiner Abschnitt um

Sich einige Tage Gedanken zu machen
Ob Freundschaft nichts anderes sei als
Eine geistige Versicherung und wie
Ekelerregend die Stereotypen dazu sind

Ob die Freundschaft mit dem Verstehen
Endet weil dann die Langeweile beginnt
Die sich nichts mehr zu sagen hat sollten
Verständnisvolle besser gemieden werden

Liegt doch in allem Verständnis schon das
Missverständnis angelegt wie damit auch
Der kommende Konflikt was wir besonders
Gut zwischen Männern und Frauen kennen

Wie befreiend ist es da denkt der Dichter
Frauen als von der Venus und Männer vom
Mars kommend zu sehen dann muss sich
Keiner mehr verstehen kann sich genießen

Ähnlich messerscharf nur viel eleganter
Andrzew Bobkowski in Hinter dem 
Wendekreis bei dem sich der Plüsch
Der Dämmerung nach der Geschäftigkeit

Über die Stadt legt in der dafür das
Akkordeongeschmetter vom Würgen
Der Motoren unterbrochen wird während
Furcht und Enttäuschung häufig wie

Herbstnebel über den Dächern hängen
Von wo einzig die unversehrte Wahrheit
Herströmt was von so großer Eleganz wie
Schönheit ist die innehalten mich lässt

Nach der andächtigen so Minute zog ich
Montaignes Essays in dem wunderbaren
Blauen Band mit goldenem Aufdruck aus
Der Anderen Bibliothek aus dem Regal

Lese dort die letzten Seiten des Essays
Über das Nützliche und Rechte was mit
Dem wunderbaren Zitat beginnt wie ein
Mann mit großem Eifer Quatsch redete

Folgt nach langen Ausführungen und 
Beispielen unverzeihlicher Grausamkeiten
Wie deren Gegenteil als vorbildlich der
Hinweis auf die notwendig nützlichste

Sache der Gesellschaft die Ausübung
Der ehelichen Pflichten sprich des
Beischlafs zur Fortpflanzung mit Lust
Von welcher die Kirche aber ihre

Würdenträger ausschloss wie auch
Nur die Hengste zum Beschälen der
Stuten genutzt werden die zu sonst
Nichts mehr Nütze wären was reicht

Genial bringt Montaigne so die Lust
Die er nach Epikur sehr schätzte wie
Deren Verbot durch die Kirche die er
Als guter Katholik nie direkt angriff

In einen Zusammenhang mit der Moral
Wie der notwendigen Nützlichkeit die
Alles auch die Rolle der Kirche dabei
Lächerlich infragestellt ohne es zu sagen

Diese elegante französische Form der
Kritik wie der Moral die mit dem Sex
Als notwendig nützlich endet lässt den
Leser mit geteilter Freude lächeln

Michel de Montaigne der zwar in den
Essays über das Leiden an seinem
Nach der Natur kleinen Schwanz als
Betroffener schreibt aber auch stets

Ein Genießer war wie auch sein
Reisetagebuch zeigt das einige
Pikante Details über deutsche Bäder
Die nackt gemischt waren wie die

Angeblich besten venezianischen
Huren zu erzählen weiß was er zu
Lebzeiten nie veröffentlichte erst
Viel später noch gefunden wurde

Der deutsche Drang zur Nacktheit
Überlebte seit dem 16. Jahrhundert
Nur heute in den Saunen der Studios
Als Fitnesseinrichtung was ja passt

Das Volk der Birkenstock Sandalen
Die nicht nur Oberstudienräte mit
Socken tragen bleibt sich ähnlich
Wie die Franzosen beim Thema Sex

jens tuengerthal 23.7.24

Staatsverständnis

Staatsverständnis

Wie ändert sich das Verständnis vom
Staat und unserer Rolle in ihm könnte
Die wichtigste Frage sein um gerade
Entwicklungen rechtzeitig zu erkennen

Der Staat bildete sich aus Familien
Die zu Dorfgemeinschaften wie dann
Städten und Ländern wurden wie sich
Gemeinsamen Interessen unterwarfen

Eine unterschiedliche Rolle spielten
Dabei die Götter und ihre jeweils
Organisationen welche die Macht
Etwa des Adels als gottgewollt erst

Legitimierte damit die Basis absoluter
Herrschaft setzte die sich auch in den
Innersten Bereich des Glaubens noch
Fortsetzte also allumfassend war

Nach dreißig Jahren Krieg um den
Rechten Glauben in Europa begann
Die Aufklärung den Staat wie seine
Begründung vom Glauben zu trennen

Diese Entwicklung zur Freiheit fand in
Der Epoche der Romantik ihre Grenzen
Welche die Nation heilig sprachen als
Auch gläubige Gemeinschaft noch

So war auch die deutsche Revolution
Von 1848 die weiter europäisch war
Von romantisch nationalem Geist an
Eine nicht existente Nation geprägt

Das emotionale Gegengewicht zur
Vernunftbetonten Aufklärung fand im
Nationalstaat ein neues Ideal der noch
Mit Rasse und Herkunft begründet wurde

Der Glaube an die Nation wie Rassen war
Wie der Glaube an den Kommunismus die
Begründung grausamster Massenmorde
Wie zweier Weltkriege im 20. Jahrhundert

Nach dem Fall der Mauer wie dem Ende
Des Ostblocks schien zumindest Europa
In einer Phase der Freiheit angekommen
Die Nation wurde dort faktisch überwunden

Bedenken wir dass Nationen ausmachte
Kriege zu führen wie über ihren Haushalt
Autonom zu entscheiden wird offensichtlich
Warum die EU die Nation erledigte

Noch brauchen einige Menschen diese
Große Chance als solche zu begreifen
Was an unehrlicher Feigheit auch ihrer
Regierungen liegt die von Nation reden

Sehen wir die Familie als Kern des Staates
Aus dem alles andere wuchs ist die Folge
Das sich mit der Veränderung dieser wie
Des Lebens in ihnen auch jener verändert

Es braucht in postideologischen Zeiten
Nun ein neues Staatsverständnis was
Ihn ehrlich wie schlicht eine bloße
Verwaltungsgemeinschaft nennt

Für den gegenwärtigen Staat steht
Brüssel und seine rechtsstaatlichen
Administrationen die sich kontrolliert
Die emotionale Nation ist nicht mehr

Bei sportlichen Spielen taucht sie noch
Auf wie die Welt in ein gegeneinander
Was diese noch fraglicher macht doch
Erkennen mehr nötiges miteinander

Die Nation von der nationale Kräfte
Noch mit vielen Vorurteilen träumen
Gibt es auch ökonomisch nicht mehr
Abschottung ist keine Lösung je

Wer darauf setzt fällt aus der Zeit
Findet nur immer noch Zukauf weil
Viele nicht in der Gegenwart bisher
Ankamen sich nach Toten sehnen

Es stünde uns freien Bürgern frei
Die Staaten zu verabschieden uns
Als freie Gemeinschaft grenzenlos
Zu sehen wo wir gerade sein wollen

Dieses Staatsverständnis der Zukunft
Gibt einen Blick in kommende Welten
In denen autonome Gemeinschaften
Im eigenen Interesse sich verbinden

Eine Verwaltung die das eben nötige
Für diese verwalten kann wird dabei
So regional wie möglich und so zentral
Wie effektiv und nötig geschaffen

Befreien wir den Staat vom Aberglauben
Ob an Götter oder Nationen wie uns
Vom Staat der nur verwalten soll als
Quelle einer wertlosen Identität

Wir alle sind Einzelne die ihre Welt
Auf sich gestellt haben wie es schon
Max Stirner in seinem Einzigen schrieb
Der Staat ist nur ein Verwaltungsrahmen

Wer sich auf sich besinnt wie seine
Interessen wird merken wie unnötig
Staaten sind sie uns nur in unserer
Freiheit zu leben logisch behindern

Ein zeitgemäßer Staat wäre darum
Wesentlich anarchischer und ließe
Den Bürgern mit weniger Aufwand
Mehr Freiheit in ihrem Interesse

Es wird kein Staat meine Probleme
Oder die der Welt mit uns lösen
Doch können Menschen für sich tun
Was ihnen wie einander gut tut

Ohne Staaten bräuchte es keine
Armeen wie kaum noch Steuern
Gäbe keine Grenzen mehr dafür
Ein Interesse an der Versorgung

Noch sind wir fern von diesem Ideal
Europa bietet einen guten Rahmen
Sich auf diesen Weg zu begeben
Wichtig ist sich dessen bewusst zu sein

jens tuengerthal 23.7.24

Sommerlust

Sommerlust

Sex im Sommer wird
Überschätzt ist real meist
Nur klebrig verschwitzt

jens tuengerthal 23.7.24