Samstag, 18. September 2021

Liebesreichtum

Liebesreichtum

Liebe die Frauen wie Casanova es
In seinen Erinnerungen beschreibt
Bewundere sie und freue mich an
Ihrer gelegentlichen Gunst auch wo
Diese nur Momente weilt war sie ein
Mehr an Glück im Leben was mich
Zu einem reichen Menschen macht
Der viele verschieden lieben durfte
Wie deren Gegenwart noch genießt
Früher träumte ich noch von der
Einen große Liebe die alles hat
Was so schrecklich ist wie die
Vorstellung einer alles zu sein
Dem keine wie keiner auf Dauer je
Genügen kann warum die sichere
Enttäuschung schmerzvoll bevorsteht
Die des anderen geliebten Menschen
Wie über sich diesem nicht zu genügen
Beides lässt zweifeln wie verzweifeln
Was keine gute Perspektive ist die
Dennoch fast alle immer wieder wählen
Um die sichere Enttäuschung wissend
Mit genug schlechter Erfahrung doch
Dem romantischen Muster folgend
Was keine Zufriedenheit kennt dafür
Übertreibung in jede Richtung die
Süchtig macht wie jede Droge auch
Reich an Liebe zu sein und sie so
Großzügig zu verteilen ist wunderbar
Dies miteinander zu genießen ein Glück
Bewundere alle die es dauerhaft können
Dem Ideal der Liebe die fraglos gönnt
Näher sind als all die welche etwas
Ganz allein für sich haben wollen
Übe es immer noch um nicht wieder
Dem romantischen Traum verfallen
Lieber frei und aufgeklärt zu lieben
Verbindlich wie voller Bewunderung
Für die eine in jedem Moment der
Geteilt werden darf miteinander
Manchmal schon schaff ich es
Dann bin ich denen dankbar
Die mich lieben lehrten

jens tuengerthal 18.6.21

Büchergegenwart

Büchergegenwart

Es gibt Tage da lese ich in dreißig
Oder vierzig verschiedenen Bänden
Voller Glück für diese Schätze nur
Einige Seiten in jedem damit nicht
Die Nachbarn zu kurz dabei kommen
Dann wieder lese ich stundenlang
Nur in einem Band voller Liebe für
Genau diese Geschichte gerade
In der ich dann aufgehe und lebe
Was zugegeben eher selten so ist
Weil ich kein Ziel lesend verfolge
Nichts zu erledigen dabei habe
Aber manchmal wie heute etwa
Lese ich nur wenige Seiten noch
Vielleicht vorm einschlafen was
Ein stetes Ritual schöner Träume
Für mich ist genieße aber dafür
Schreibend der Bücher Gegenwart
Die um mich überall stehen voller
Erwartung gelesen zu werden aber
Ohne Druck oder Enttäuschung
Viele Tage Dekoration nur zu sein
Weil die Liebe zur Schönheit der
Bücher auch tiefe Zuneigung zeigt
Die diese nicht nur auf den Inhalt
Beliebiger Schriftsteller reduziert
Sondern ihre Wesenheit auch als
Ganzes anerkennt wie liebt sie
Im Vorübergehen zärtlich streichelt
Voller Freude an der Bibliothek
Die der kleinen Wohnung auch
Angemessen bescheiden wohl doch
Der ganze Stolz ihres Liebhabers ist
Eine Geschichte meines Lebens wie
Das meiner Vorfahren auch spiegelt
Und so sind solche Tage an denen
Die Gegenwart von Büchern zum
Glück wie dichten mir genügt nicht
Oberflächlich sondern ganzheitlich
Weil ein Buch auch als gebundenes
Papier eine Schönheit für sich ist
Zumindest vielfach so sein kann
Wodurch mich schon das Leben
In einer kleinen Bibliothek zu einem
Glücklichen Menschen macht
Was mehr sollte ich noch wollen
Denk ich zufrieden mit dem Leben
Wie es ist und sich mir zeigt in den
Büchern um mich herum

jens tuengerthal 18.9.21

Bewunderungsglück

Bewunderungsglück

Bewundere gerne voller Glück
Gönne anderen ihre Erfolge lieber
Als über Mißerfolge nachzudenken
Finde Teilhabe am Glück schöner
Als den geteilten Schrecken der
Zwar alles zu relativieren hilft
Doch destruktive Beschäftigung bleibt
Das Glück schwärmen zu können
Habe ich von meinem Vater geerbt
Für alles Schöne in der Welt
Bei uns beiden wohl die Kunst
Für ihn mehr die Natur die er
Gut kennt und lang studierte
Sogar zum Beruf sich machte
Bei mir eher die Dichtung wie
In der Natur die Liebe für die
Frauen die ich als Wesen schon
So verehre wie bewundere aus
Vielen guten Gründen die das
Leben nicht reduzieren sondern
Miteinander schöner machen was
Das höchste Ziel mir stets scheint
Wo ich schwärmend bewundere
Wie mich in der Gegenwart dieser
Sonnen darf freue ich mich darüber
Es ist ein großes Glück finde ich
Bewundern und gönnen zu können
So liegt Missgunst oder Eifersucht mir
Ferner als irgendwas sonst dafür
Kann ich mich für andere freuen
Habe manchmal das Gefühl diese
Kunst geht ein wenig verloren heute
In der Konkurrenz am Markt die
Schon in sozialen Netzwerken auch
Im Privatleben beginnt wofür sich
Viele verbiegen und retuschieren
Übe lieber für alles zu schwärmen
Was mein Glück mehren kann weil
Zufriedenheit kein Überfluss ist für
Einen der mal aus dem Leben fiel
Sondern das Schönste im Sein
Das für Momente teilbar ist um
Sich mehr in der Umarmung als
Im Ausschluss künftig zu üben
Dankbar für das geerbte Talent
Aus der väterlichen Linie lebe ich
Wie es meiner Natur entspricht
Gerne mit liebevoller Bewunderung
Die Verehrung werden kann wo es
Angemessen und geboten auch ist
So bleibe ich bei den Glücklichen
Was könnte je schöner sein

jens tuengerthal 18.9.21

Gelassenheitskünstler

Gelassenheitskünstler

Gelassenheit zu üben statt sich über
Vieles mit oder ohne Grund aufzuregen
Scheint mir die beste Übung für ein
Gutes Leben zu sein und also Anfang
Des Genuss immer insofern wäre
Zumindest für mich der lieber cool
Als ständig noch aufgeregt lebt
Abstand halten von Konflikten gut
Besser nach Lösungen zu schauen
Statt sich in Probleme zu stürzen
Die Frage stellen was ist wichtig
Wie macht es mich glücklicher
Welcher Weg ist lösungsorientiert
Was im Ganzen das Gegenteil dessen
Ist was ich im Jurastudium lernte wo
Die Suche nach Problemen im Konflikt
Zentrum der Ausbildung ist damit dann
Recht gesprochen werden kann ohne
Zu fragen was sich daraus ergibt weil
Justitia nicht umsonst blind sein soll
Der Rechtsstaat sich an Normen stets
Orientiert die formal gelten aber nicht
Am für alle besten Ergebnis was alle
Die längste Zeit glücklich macht und
So bin ich glücklich kein Jurist der sich
Beruflich streitet sondern Dichter zu sein
Was die Umstände eben so ergaben
Der sich als armer Poet immer mehr
In Gelassenheit übt statt Konflikte noch
Irgendwo zu suchen lieber Gerechtigkeit
Walten lässt wie vieles sein lässt um
Ein Gelassenheitskünstler zu werden
Der sich von vielem rühren lässt wie
Zu gerne auch in Worten berührt aber
Sich lieber der Parteinahme enthält um
In allen üblichen Konflikten eher die
Enthaltsamkeit zu üben die mehr ein
Gutes Leben schenkt als alle Kämpfe
Möge jeder nach seiner Fasson selig
Werden wie glücklich sein so scheint
Die Mischung aus Stoa und Epikur
Welche Montaigne so treffend lebte
Ein guter Weg zur Zufriedenheit die
Voraussetzung erkannten Glücks ist
Ausdruck gelebter Gelassenheit stets
Manchmal übe ich es noch doch wird
Es ein weniger an Politik heißen die
Zur verbalen Polarisierung stets lädt
Spannendes Thema immer wohl ist
Aber der Verlust öder Verwaltung für
Ein mehr an Lebenslust die sich mit
Gelassenheit an dem freut was ist
Scheint mir ein guter Ausgleich doch
Ob dies die Übersättigung vor der
Wahl beim bedrängten Wähler ist
Oder zufällig entdeckte Weisheit
Über die ich absichtslos stolperte
Ohne solche zu beanspruchen
Ist für mich dabei ohne Belang
Was gut tut wird gut sein warum
Weniger Aufregung mehr schenkt
An Glück und Zufriedenheit was
Mehr könnte je sein denke ich mit
Allem zufrieden wie es nun ist

jens tuengerthal 18.6.21

Berlincafésex

Berlincafésex

Es ist Freitagabend in Berlin
Alle Plätze vor Höschen Bar
Wie Misirlou sind besetzt
Viele gemischte Doppel
Teilweise sehr aufgemotzt
Reden sie intensiv miteinander
Über alles mögliche was aber
Keinen eigentlich interessiert
Denn hier sind sie weil sie
Sex wollen und sich das
Durch viele Zeichen zeigen
Die aber alle darauf mal
Angesprochen leugnen würden
So reden sie lange um den
Heißen Brei der in ihren schon
Wieder den Temperaturen
Entsprechend gut eingepackten
Geschlechtsorganen feucht kocht
Was sie während sie wie etwa
Am Nachbartisch noch über die
Zwillingsforschung sprechen durch
Entsprechende Handzeichen mehr
Als deutlich machen denn eigentlich
Wollen doch alle nur das eine
Oder zumindest damit spielen
Um sich über die Empörung
Wie sie gerade Mode ist
Weiter erregen zu können
So nimmt die Nacht ihren Lauf
Es geht eigentlich nur um Sex
Den die wenigsten haben werden
Von denen ein noch geringerer Teil
Guten zu erwarten hat oder kennt
Es ist also alles wie immer
Freitagabend in Berlin

jens tuengerthal 17.9.21

Freitag, 17. September 2021

Liebeszufall

Liebeszufall

Ist Liebe planbar oder immer
Ein Zufall unseres Seins der
Außerhalb unseres Willens liegt
Stets unberechenbares Glück
Oder genauso gut auch Unglück
Weil seine Gründe ohnehin die
Weite der Vorstellung übersteigen
Nach vielfältiger Erfahrung scheint
Die Liebe mir eher eine Laune der
Natur so zufällig wie wechselhaft
Wie die Stimmung jener denen ich
Das eigene Herz zeitweise schenkte
Umso ewiger beschworen desto
Weniger lange hatte es Bestand
Es floh was ich halten wollte aber
Klebte an mit bis zur Lästigkeit
Was mich nicht weiter interessierte
Gelassenheit ließ es gut gehen
Emotionale Aufregung scheitern
All dies spräche für eine Dialektik
Die fast gesetzmäßig abläuft so
Wenn die Liebe erklärt wurde kann
Die Zeit bis zur nächsten Krise in
Ruhe gezählt werden weil dabei
Scheinbar wenig zufällig ist
Sondern ewiger Gewohnheit
Genügt die stets auf und ab sucht
Womit die Liebe vom Wesen her
Dem menschlichen Herz entspricht
Was ohne stetiges auf und zu auch
Kein Leben mehr in sich trägt
Warum ruhiger Gelassenheit dabei
Genauso zu misstrauen ist wie dem
Euphorischen Glück weil beides zum
Gegenschlag meist schon ausholt
So scheint mir die Liebe weniger
Zufällig als gesetzmäßig immer
Aufeinander zu reagieren was
Kalkulierbar eigentlich ist wäre
Wer verliebt noch bei Verstand
Womit jede Überlegung dazu
Hier endet und der Rest sei
Dem eben Zufall überlassen
Der seinen Gesetzen folgt
Wie uns willkürlich verfolgt

jens tuengerthal 17.9.21

Seinsglück

Seinsglück

Sein glücklich zu betrachten
Auch wenn es wenig Grund gibt
Oder gerade dann zu lächeln ist
Die hohe Lebenskunst denk ich
Übe noch manchmal wohl aber
Eigentlich bin ich ja glücklich
Wüsste ich so genau was das ist
Lass es fließen vielleicht kommt
Am Ende raus was Glück war
Es immer schon da ist wir es
Nur nicht bemerkt haben warum
Wohl alles immer gut so ist
Was es einfacher macht
Zufrieden zu sein
Theoretisch

jens tuengerthal 17.9.21

Berlinlektüre

Berlinlektüre

Bücher über Berlin gibt es unzählige
Manche lohnen sich sogar andere
Sind Literaturgeschichte geworden
Wie Döblins Berlin Alexanderplatz
Den ich weniger lohnend finde der
Aber ein schönes Zeitbild des bis
Heute gültigen Selbstverständnisses
Der armen Arbeiter Kieze noch gibt
Wie vieler Berliner die sich gerne
Für nicht nur literarisch bedeutend
Wie besonders großzügig halten
Worüber Fontane elegant lästerte
Während Döblin sozial jammerte
Heute las ich in vier Büchern die
Aus und über Berlin erzählen so
Ein Bild der Stadt geben wie sie
Liebt Sex hat sich vergnügt um
Entscheidungen ringt oder auch
Große Bedeutung erringt die ist
Was Berlin heute liebenswert noch
Macht wie bei der Familie Liebermann
Über die Regina Scheer so gut
Recherchiert hat dass es eine auch
Kulturhistorische Freude doch ist
Über die literarische schweige ich
An dieser Stelle lieber höflich wie
Bei Gott wohnt im Wedding was
Aber schöne Blicke noch gewährt
In die Lebenswelten der Nachbarn
Wie es überhaupt immer wieder
Auch komisch ist als Wahlberliner
Denn richtiger werde ich wohl nie
Dahingestellt ob das gut so ist
Über deine Stadt zu lesen wie
In vielen Beschreibungen aus
Egal welcher Zeit noch deine
Gegenwart genau wiederzuerkennen
Weil sich wirklich wenig verändert
Vor allem der Charakter der sich
Bei intimen Vorgängen wie Sex
Besonders deutlich zeigt der hier
Ein Konsumgut und Status ist
Aber emotional weniger wert hat
Was an der leichten immer wieder
Austauschbarkeit der Partner auch
Liegen könnte aber wer kann sich
Schon noch bei etwas gewiß sein
Zumindest ähneln sich irgendwie
Die Beschreibungen zu dem was
Der Genießer heutiger Tage erlebt
So ist mir die Berlinlektüre immer
Auch ein Spiegel meiner selbst
Indem ich mich literarisch lächelnd
Betrachte um zu merken wie es
Anderen schon genauso ging
In diesem schönen Moloch

jens tuengerthal 17.9.21

Deutschnational

Deutschnational

Deutschnational ist spätestens seit
Der Zeit des Nationalsozialismus ein
Schwieriger Begriff der heute nur noch
Am ganz rechten Rand gepflegt wird
Der großen Mehrheit eher fremd ist
Dagegen erzählte meine 1911 geborene
Großmutter noch mit Stolz sie sei
Deutschnational und kaisertreu als
Kind aufgewachsen und erzogen
Gewesen keinesfalls eine Soze wie
Die ab 1914 den Reichspräsidenten
Stellenden Sozialdemokraten noch
Genannt wurden doch wo beginnt
Dieser Begriff und welcher historische
Hintergrund hat ihn geprägt was war
Der Anfang deutscher Nation in der
Geschichte auch wenn es schon
Erste Erwähnung im 12. Jahrhundert
Gab wonach Julius Cäsar seine Macht
Wie sein Kaisertum mit Hilfe deutscher
Stämme durchgesetzt hätte diente dies
Eher der Legitimation des deutschen
Römischen Kaisertums unter den Staufern
Später wurde es auf Karl den Großen
Auf den sich auch die Franken berufen
Von Norbert von Iburg zurückgeführt
Aber das alles hatte eher funktionale
Kaiserliche Herrschaft legitimierende
Bedeutung denn es gab de facto im
Heiligen römischen Reich das bis zur
Niederlage gegen Napoleon bestand
Keine deutsche Nation sondern viele
Kleinstaaten die zu einem Bündnis
Unter der Krone des gewählten Kaisers
Zusammengefasst wurden was der
Postnationalen EU nicht unähnlich
Aber nicht mal eine Währung hatte
Welche die Nation kennzeichnet als
In Finanzen autonomes Rechtssubjekt
Wirklich bedeutend wurde das Wort
Deutsche Nation erst zu Beginn des
19. Jahrhunderts nach der Niederlage
Gegen Napoleon und im Widerstand
Wie er etwa von Turnvater Jahn als
Wehrsporttraining ins Leben gerufen
Aus dem sich die Turner Verbindungen
Später gründeten in denen einige der
Vorfahren meiner Familie sich fanden
Damals war national liberal wie sich
Auch die Burschenschaften noch als
Vorkämpfer der Befreiung sahen die
Heute eher am rechten Rand stehen
Die geeinte Nation mit einer Verfassung
Galt als Versprechen der Kriege gegen
Napoleon auch wenn sich dann nach
Dem Wiener Kongress die Reaktion
Unter Metternich durchsetzte die vom
Verfassungsversprechen nichts mehr
Hören wollte als sich dann später
Bismarck nach der gescheiterten
Revolution von 1848 durchsetzte wurde
Der Begriff Nation vom dann Reich das
Frankreich 1871 schlug übernommen
Das preußische Kaiserreich war eine
Wirkliche Nation die schon vorher mit
Einer Zollunion begann auch wenn die
Lokalen Fürstentümer weiter bestanden
Gab es ab 1871 einen Reichstag für die
Deutsche Nation in Berlin die den Begriff
Unter Wilhelm II. noch weiter missbrauchte
Insbesondere die Kolonialpolitik wie
Der Kult um Bismarck nach seiner eher
Unehrenhaften Entlassung trugen dazu bei
Hier folgte die Mode dem Geist der Nation
Vom Matrosenanzug zur Flottenpolitik bis
Zum unsäglichen wilhelminischen Baustil
Der Berlin den peinlichen Dom bescherte
Nach dem 1. Weltkrieg wurde das Wort
Nation neu diskutiert auch infolge der
Gebietsverluste im Osten und Westen
Wie der damals Diskussion um das Ende
Des Krieges die Dolchstoßlegende die
Besagte die Deutschen wären zuhause
Von aufständischen Soldaten und nicht
Im Feld geschlagen worden gehörten
Zur typischen Argumentation noch in den
Deutschnationalen Kreisen denen sich
Die Großmutter zurechnete denen aber
Auch Köpfe wie Ernst Jünger angehörten
Welche im Bürgertum noch schick waren
Die es der neuen Nation schwer machten
Auch wenn das Scheitern der ersten
Deutschen Republik viele Gründe hat
Ist das Erstarken der Nationalsozialisten
Sicher auch auf die für Deutschland nicht
Einfachen Friedensverträge von Versailles
Mit zurückzuführen durch die sich eine
Nation geschlagen und erniedrigt sah
Auch wenn sie mit der Besetzung Belgiens
Den Krieg als Aggressor begonnen hatte
So war es weise von den Amerikanern
Dass sie nach dem 2. Weltkrieg zumindest
Den Westen wiederaufbauten mit Geldern
Aus dem Marshall Plan wovon beide Seiten
Profitierten doch gab es dann eben zwei
Deutsche Staaten bis zur Wiedervereinigung
Wovon der eine an Russland leisten musste
Ein totalitäres Regime nach Moskauer
Prägung bekam und bis 1989 etrug was
Vielleicht ein unterschiedliches Verhältnis
Zum Verständnis der Nation erklärt die
Im Westen schon vierzig Jahre wuchs
Bevor der Osten Demokratie wurde
Der Begriff Deutschnational ist heute
Durch die Verbrechen der Nazis
Belastet und die Bundesrepublik geht
Im Bündnis mit Frankreich in der EU
Besser auf als sich national noch zu
Profilieren doch zeigen die Erfolge
Der AfD infolge der Flüchtlingskrise
Wie brennbar der Begriff Nation noch
Immer hierzulande ist warum gilt was
Goethe den Deutschen einst riet die
Sich lieber freier zu Menschen als zur
Nation bilden sollten um gut zu leben

jens tuengerthal 17.9.21

Herbsterotik

Herbsterotik

Vor der Höschen Bar am Helmholtzplatz
Dem Laden mit dem erotischsten Schild
Am ganzen Platz sitzt noch eine Dame
Mit hochgesteckten blonden Haaren
Zu kurzer Sporthose die dafür ihren
Schal mehrfach umgewickelt trägt
Die intensiv mit ihrem Typen spricht
Der trotz Tankwartbart eleganter wirkt
Als sie mit sichtbar lichter werdenden
Haar oben die Temperaturen sind nach
Viel Regen über den Tag herbstlich
Erotik bräuchte eine dicke Fettschicht
Woran es der Dame jenseits der vierzig
Sichtbar mangelt dennoch genießt sie
Mit ihm noch einen weiteren Wein
Auch wenn sichtbar schon frierend
Ein wenig verkrampft in der Haltung
Was aber täuschen könnte denn
Wer versteht schon noch das
Temperaturempfinden von Damen
Prostet sie während er Wein holt
Dem Dichter lächelnd zu der gerne
Erwidert dabei schaut sie so als ob
Wir uns kennen würden wovon aber
Sie mehr zu wissen scheint als ich
Die beiden sind ein seltsames Paar
Am Anfang vom Herbst des Lebens
Stört sie trotz kurzer Hose die
Witterung nicht und sie lehnt die
Ihr angebotene Decke ab was 
Wiederum vermuten lässt dass
Hormone ihr Temperaturempfinden
Manche Saltos schlagen lässt
Nun wieder mit ihm ernst im
Gespräch flirtet sie zwischendurch
Sichtbar nicht ohne Leidenschaft mit
Zumindest einer gewissen Neugier
Nicht ahnend dass der Flaneur hier
Nur als neutraler Beobachter weilt
Aber vermutlich weckt genau das
Auch die hormonell erhitzte Natur
Denk ich als neutraler Beobachter
Gespannt was noch passiert 
Als sie schließlich aufbrechen
Wohin auch immer es sie zieht

jens tuengerthal 16.9.21

Donnerstag, 16. September 2021

Sexreife

Sexreife

Die Natur ist doch gerecht denke ich
Seit ich mehr Sex mit Damen schon
Jenseits der 50 gelegentlich habe
Wie diese immer mehr Lust haben
Ihre Potenz keine Grenzen kennt
Während wir Männer nun schon
Aufpassen müssen damit noch
Bei Gelegenheit etwas steht
Pfizer sei dank auch erfolgreich
Aber doch spürbar an Grenzen
Langsam stoßen bekommen
Frauen mit Ende ihrer sie ein
Leben lang auch mal quälenden
Zeugungsfähigkeit eine Potenz
Die alles vorige in den Schatten
Weit stellt warum sich so manche
Lady nun junge Liebhaber anlacht
Es muss ja nicht für alles wie auch
Nicht mehr für immer geplant sein
Dagegen ist bei vielen Männern
Der Sex mit Scham eher besetzt
Ob ihrer abnehmenden Standkraft
Der aber Pfizer mit Viagra gut half
Vor allem von ungeahnter Dauer
Wovon beide Seiten profitieren
Werde mich immer davor hüten
Heute das Alter macht ja weiser
Zu sagen was am besten ist
Damit keine sich je zu wenig
Oder nicht berücksichtigt fühlt
Aber wenn du es als Mann auch
Jenseits der 50 noch erleben darfst
Wie eine vor Glück zitternde Frau
In deinem Arm liegt sei glücklich
Denke ich und bewundere den
Schon immer geliebten weiblichen
Körper mit zunehmendem Alter
Immer mehr dies lustvolle Wunder
An Potenz und Glück ist eine
Große Erfüllung warum das Ideal
Der lustvoll erotischen Frau nicht
Die jugendliche Geliebte je ist
Welche kaum ihren Körper kennt
Sondern jene die genießen kann
Ohne sich beweisen zu müssen
Voller Lust einfach Frau ist
Was diese mehr haben an
Dingen die sie gern verdecken
Falschen Idealen noch folgend
Sind sie jungen Frauen dafür
An Lust und Potenz überlegen
Die nicht mehr zu spielen braucht
Wer das Glück hat dies ganz
Genießen zu dürfen sei froh
Mehr und erfüllender ist nichts

jens tuengerthal 16.9.21

Liebesehrlich

Liebesehrlich

Echte Gefühle schulden Ehrlichkeit
Wenn überhaupt wem irgendetwas
Weil Lügen den Zugang zum Herz
Endgültig verkleben und sperren
Als symbolische Basis des Chaos
Was Neuronen und Hormone in uns
Stiften zu dem aber nie gelangt wer
In all der Verwirrung auch noch lügt
Dennoch tun es die allermeisten
Erst um besser zu scheinen bei
Der Eroberung des anderen dann
Damit vorherige Lügen nicht auffliegen
Schließlich aus lauter Liebe um
Nicht schöne Illusionen zu stören
Irgendwann aus Gewohnheit weil
Keiner vor lauter Geschichten mit
Alten Lügen weiß was wirklich ist
Wie die mit denen wir uns selbst
Gefesselt und seit Jahren belügen
Solange wir uns wohl damit fühlen
Kann alles gut so sein und bleiben
Machen ja alle irgendwie so die
Längere Liebe im Alltag leben
Aber danach können wir mal
Ehrlich sein uns zu verstehen
Es das nächste mal besser
Zu machen aber wer will schon
Die Wahrheit danach noch hören
Da leben wir besser mit höflichen
Lügen denk ich inzwischen denn
Nichts ist schlimmer als Paare
Die keine mehr sind aber dann
Ewig bei anderen über diesen
Schlimmen Fehler lamentieren
Also lügen wir besser weiter um
Wenigstens glücklich auszusehen
Erhöht auch die Quote zum Glück
Und also geht es in der Liebe
Wie immer weiter mit den üblichen
Lügen es schöner zu haben was
Dann echte Gefühle sind weiß eh
Keiner mehr nur wenn wir mal was
Wirklich erledigen wollen dann
Reden wir so als ob

jens tuengerthal 16.9.21

Fertiglesen

Fertiglesen

Viele die mich besuchen fragen ob ich
All diese Bücher gelesen hätte worauf
Es verschiedene Antworten je nach
Intellekt oder Zuneigung gibt die von
Nein die stünden nur zur Dekoration
Da das Chaos dahinter zu verdecken
Bis natürlich was sonst reichen wie den
Varianten dazwischen und manchen
Mute ich sogar die Wirklichkeit zu
Von den 60 Büchern die ich stets
Parallel lese und das ich bewusst
In einer Bibliothek lebe um Bücher
Wie ihren Geist um mich zu haben
Über viele Jahrhunderte gesammelt
Das ich es nicht erstrebenswert finde
Bücher fertig zu lesen sondern lieber
In ihre Welt immer wieder eintauche
Für seitenweise Ausflüge wie ich alle
Leser die Bücher erledigen wollen nur
Bemitleiden kann den wenig liegt mir
Heute ferner als den vertrauten Kontakt
Zu einem Buch zu beenden lieber noch
Lese ich langsamer um länger etwas
Von dieser Liebe zu haben wie ich
Im Zauberberg oder den Essays von
Michel de Montaigne immer wieder
Nach Laune lese um mich an den
Worten zu freuen wie die Gedanken
Früherer Lektüre wieder zu wecken
Fertiglesen ist was ich am liebsten
Verschiebe warum ich wenn das Ende
Naht zu anderen Büchern greife die
Dann alles weiter verzögern je mehr
Bücher ich parallel lese desto größer
Wird das Universum meiner Gedanken
Die ich sehr ungern nur begrenze
Warum ich als Leser nichts mehr
Erledigen muss sondern mir lieber
Alle Zeit des Lebens lasse die ich
So mit Büchern geschenkt bekomme
Was könnte je mehr sein

jens tuengerthal 16.9.21

Optionsschein

Optionsschein

Habe ich die Wahl zum Glück
Oder hängt das immer auch
Am Wahnsinn der anderen
Mit denen ich Glück zu gerne
Teilte um es gemeinsam als
Vollkommenes zu genießen
Wenn ich mein Glück an die
Zufälligen Gefühle anderer hänge
Habe ich sicher keine Wahl mehr
Warum ich lieber meine Welt ganz
Auf mich stelle wie Max Stirner es
In seinem Einzigen so treffend schreibt
Ob ich in Anbetracht des Zufalls wie
Der unübersehbaren Kräfte der Natur
Je die völlige Freiheit der Wahl habe
Kann völlig dahinstehen so lange ich
Handeln kann als wäre es so bin ich es
Stelle in meiner Vorstellung meine Welt
Die alles ist was mich interessiert
Allein auf mich als Ausdruck meiner
Freiheit die also real existiert für mich
Solange ich über Leben und Tod
Von mir frei entscheiden kann
Was menschliche Würde ausdrückt
Die autoritäre Sekten zu gerne mit
Bestem Willen beschneiden noch
Denen zu folgen oder nicht hier
Zumindest jedem relativ frei steht
Warum die Wahlfreiheit hier größer ist
Als in allen autoritären Staaten
Ob die zum Glück frei steht
Hängt daran ob ich mein Glück
An mich oder andere hänge
Wer es in der Liebe sucht
Bleibt also immer unfrei
Wer es für sich findet ist es
Unabhängig von anderen als
Autonomes Wesen ganz egal
Was ein Leben ohne Liebe wert ist
Bleiben wir besser in allem frei
Um die Wahl zu haben ob wir
Glücklich leben falls eine solche
Wahlfreiheit ein Wert an sich ist
Im Schatten der Liebe nicht alles
Egal würde was vorher gesagt
Und so belüge wir uns weiter
Bis es ein Ende findet je nachdem
Was gerade mangelt oder nicht

jens tuengerthal 16.9.21