Montag, 15. Februar 2021

Freiungleich


Freiungleich

Wer ungleiches gleich behandelt
Behandelt es also ungleich was
Viel ungerechter sein könnte als
Jede vorher Ungleichbehandlung
Weil es unter dem Anschein der
Gerechten Gleichheit erfolgt die
Reale Ungerechtigkeit hervorruft
Aber sich gut zu tarnen weiss was
Moralisch betrachtet als Wertung
Unter dem Diktat vermeintlicher
Gleichheit den Ungleichen deutlich
Mehr Freiheit raubt als es den so
Eher politisch als tatsächlich je
Gleichen überhaupt geben kann
Weil das Diktat der Gleichheit die
Demokratie zum egalitären Knast
Für alle Unterschiedlichen macht
Was mehr Vielfalt immer zerstört
Als es an Freiheit je fördern kann
Doch wird sich daran nichts ändern
Solange Geld die Köpfe regiert
Denke ich nach der Lektüre von
Joseph und seine Brüder wo der
Alte Jakob seinen Liebling Joseph
Beschenkt und damit bevorzugt
Gegenüber den Brüdern was so
Ungerecht sein könnte aber doch
Wäre die formale Gerechtigkeit
Gegenüber Rachels Sohn noch
Viel ungerechter was keiner je
Versteht der zu denen gehört
Die sich benachteiligt fühlen weil
Andere ihnen ungleich sind dafür
Gern den geringen Durchschnitt
Für gerecht noch halten ohne
Zu verstehen welche Ungleichheit
Zu ihrem Sein nach der Natur
Anderer einfach besteht weil
Mehr ungleich als gleich ist
Bleibt das Diktat einer immer
Gleichbehandlung ewige Quelle
Größerer Ungerechtigkeit noch
Die zu verstehen einigen wohl
Offensichtlich der Horizont fehlt
Woran Schulen bis heute leiden

jens tuengerthal 15.2.21

Wellenerwartung


Wellenerwartung

Wer mit vernünftiger Erwartung
Von der bald dritten Welle kündet
Gilt als Kassandra wird dafür noch
Im besten Fall verspottet während
Viele gerade gute Zahlen als das
Signal zum Aufbruch sehen wollen
Wird die ewige Mahnerin Merkel
Als gescheitert betrachtet weil sie
Den Landesfürstinnen nachgab die
Um ihre Wiederwahl populistisch
Ringen als sei Wahl mehr als Leben
Alle konnten sehen wie richtig stets
Die Schwarzmaler noch lagen weil
Es dauern wird bis eine Pandemie
Beherrscht und besiegt solange
Widerstreitende Interessen noch
Die Vernunft weiter behindern
Jeder seinen Senf äußern darf
Von gierigen Medien verbreitet
Wird kein Ende noch absehbar
Bevor die Mehrheit geimpft wurde
Aller Leichtsinn hat seinen Preis
Dieser wird in Leichen gezählt
Wann das Leben der anderen
Mehr zählt als die Gewohnheit
Ist unklar denn was im Frühjahr
Leicht noch ging wurde später
Im Jahr vielfach beklagt weil es
Nur Alte oder Kranke beträfe
Die ohnehin bald stürben wurde
Darwinistisch wieder argumentiert
Was lange hier noch tabu war
Wich als moralischer Grundsatz
Sobald es unbequem wurde
Solange wir weiter ohne no covid
Über Öffnung debattieren werden
Die Populisten Unsinn verbreiten
Nach der wievielten Welle wird
Der letzte Narr erkennen dass der
Föderalismus in Krisen nichts taugt
Wir steuern gerade darauf zu
Jeder der denken kann weiß es
Aber die Narren beschimpfen die
Mahner als Schwarzmaler wobei
Ihr Argument gegen die Vernunft
Volkes Ungeduld ist was somit
Zeigt wer wesen Interessen hier
Verfolgt bei der vorgeblichen
Verteidigung der Freiheit die
Real riskiert wer Welle auf Welle 
Dem Populismus opfert statt nur
Einmal konsequent zu bleiben
So liest wer etwas Verstand hat
In den Plädoyers für eine Öffnung
Nichts als die totale Kapitulation
Die lieber schnell viel riskiert weil
Ohne viele Tote und Drama sich
Nichts im Leben mehr ändert
Warum endlich deutlich wird wer
Für Erleichterung plädiert ist die
Reale Kassandra die sogar noch
Das geleugnete Unglück beschleunigt
Während vorsichtige Mahner die
Immer noch recht behielten als
Aufklärer in die Geschichte eingehen
Aber das zu merken scheint vielen
Der Durchblick noch zu fehlen
Lieber ignorieren sie weiter auf 
Den Häuptern der Toten so war
In der griechischen Sagenwelt noch
Kassandra nur Künderin kommenden
Unglücks hier aber schöpfen die Leugner
Wovon sie das Gegenteil behaupten selbst
Ohne für ihren guten Willen dabei noch je
Bestraft zu werden der so tödlich ist
Wer nun eine dritte Welle erwartet
Könnte zum Retter noch werden
Wer abwiegelt eher ein Mörder
Jeder hat nun die Wahl

jens tuengerthal 15.2.21

Inpeacement


Inpeacement

Das Impeachment endet mit einem
Freispruch für den unfähigsten aller
Präsidenten der nie mehr war als ein
Verlogener Scharlatan aber was nun
Manche als Blamage für die Demokratie
Beschreien könnte besser so sein
Sofern wir alles mit etwas Abstand
Statt kurzsichtig empört betrachten
Die Republikaner werden gezwungen
Die populistische Bewegung zu besiegen
Es stehen alte Wege für Verfahren offen
Der Putschpräsident wird nicht in einem
Politischen Prozess erledigt was ewig
Verschwörungstheorien beflügelt hätte
Sondern kann von neutralen Richtern
Angeklagt und verurteilt werden was
Dem inneren Frieden besser tut als
Eine politische Verurteilung denn nun
Sollte ihm ein Prozess ohne Politik
Für seine Vergehen gemacht werden
Damit die Anhänger in Ruhe sehen
Wen sie bejubelten womit sich die
Aufgeheitzte Situation beruhigt
Damit die USA wieder Frieden finden
Ein politisches Urteil hätte dies nur
Verzögert warum es gut so ist
Wenn Trump Straftaten beging
Soll ihn ein Gericht verurteilen
Nicht der politische Gegner der
Regiert während die Opposition
Sich nun neu aufstellen muss
Den unfähigsten Politiker wieder
Los zu werden ohne sich damit
Auf Dauer zu spalten oder in
Abhängigkeit von Trump zu bleiben
Ob Trump die nächsten vier Jahre
Politisch wie finanziell überlebt
Scheint mehr als fragwürdig
Vielleicht erledigt es die Natur
Einigkeit ist nun wichtiger als
Ein politisches Urteil gegen
Einen Unruhestifter der mehr
Zerstörte als er je bewirkte
Das Thema Trump wird sich
In den zähen Mühlen der Justiz
Schneller erledigen als es der
Politische Prozess je könnte
Der juristisch fragwürdig ist
Da er die Gewaltenteilung
Als Bedingung des Rechtsstaats
Unnötig infragestellt ohne dabei
Die Ursache des Problems je
Lösen zu können im Gegenteil
Sogar die Polarisierung noch
Verschärft wo es Versöhnung
Braucht um all die Lügen in
Ruhe aufzuklären aber lehrt
Warum wir politische Prozess
Besser erfahrenen Profis der
Verwaltung überlassen statt
Populistischen Schwätzern
Damit es um öde Verwaltung
Eines Gemeinwesens geht
Ohne unnötigen Polarisierung
Vielleicht lernen es nun alle
Politik ist dann am besten
Wenn sie nur öde Verwaltung
Optimal funktionieren lässt
Womit auch alle Polarisierer
Von alleine verschwinden
Wenn es um gute Verwaltung
Des Staates geht haben Typen
Wie Trump keine Chance mehr
Trauen wir lieber dem Rechtsstaat
Statt politische Prozesse zu fordern
So gesehen wird das gescheiterte
Impeachment allen besser tun

jens tuengerthal 14.2.21

Sonntag, 14. Februar 2021

Weißenseeis


Weißenseeis

Einmal um den Weißensee gewandert
Vom Helmholtzplatz aus waren es nur
Sieben Kilometer durch die Kälte was
Bei austeichendem Tempo genügte
Die Jacke noch offen zu lassen auch
Wenn auf dem Eis Zweifel kamen ob
Dies eine so gute Idee wirklich war
Vorsichtig ging ich auf den See nach
All den Warnungen der Feuerwehr
Wie sogar die Polizei noch mit dem
Hubschrauber die Eisläufer vertrieb
Was für gehörige Empörung sorgte
Unvernünftig war es sicher doch ob
Diese dramatische Warnung nicht
Das Risiko erhöhte ist wohl unklar
Ist halt Berlin was soll ich sagen
Doch dies Wissen ignorierend
Ging ich aufs Eis und verließ mich
Auf die vielen anderen dort 
Wie hier lesbar überlebte ich es
Ziemlich zugig war es nur aber
Es ist irgendwie gut einmal im
Jahr auf und im See gewesen
Zu sein dachte ich und lief dann
Um den See und zurück auf den
Berg ohne Anstieg zum Platz
Nach gefühlter Nacht auf dem Eis
Es war eben schon dunkel im
Winter in Berlin um acht

jens tuengerthal 14.2.21

Optionsrelativ


Optionsrelativ

Ständig werden wir mit Möglichkeiten
Der Partnerwahl beglückt die uns sowohl
Vielfalt wie relativen Wert der Liebe wie
Der mit ihr verbundenen körperlichen
Akte immer wieder vorführt weil alles
Austauschbar wird was mir plötzlich
Ungefragt klar wurde als ich einmal mit
Zweien meiner Geliebten zum Geburtstag
Der einen an deren Tisch speiste mit
Einem guten Freund wie ihrem Mann
Der noch eine seiner Geliebten einlud
Mit der er gemeinsam Sex mit der Ex
Des Freundes hatte war alles sehr nett
Doch danach wurde mir klar wie fremd
Diese gefährlichen Liebschaften mir als
Akteur im Netz waren weil die Lust dort
Ohne Liebe leicht austauschbar wurde 
Auch wenn das Erlebnis sehr inspirierte
Künstlerisch nicht ohne Reiz war blieb
Ein irgendwie falsches Gefühl zurück
Weil die Löcher austauschbar wurden
In denen die einzelnen versanken
Emotional oder wörtlich auch weil so
Am Ende nicht mehr voneinander bleibt
Als ein nettes Amüsement miteinander
Dabei wollen wir doch nichts mehr als
Einmaligkeit einmal noch haben die
Weder ersetzbar noch austauschbar
Macht aber so verletzlich wie nichts
Sonst in ersetzbarer Welt macht die
Den Einzelnen als Teil der Masse nur
Funktional begreifen kann also nicht
Und so haben wir unendliche Vielfalt
Um in ihr neben gelegentlich Sex
Völlig zu vereinsamen aber egal
Denk ich statistisch fällt das nicht
Weiter mehr ins Gewicht und so
Wurde mit der stets Verfügbarkeit
Von Sex dieser total egal was
Auch eine Art Freiheit wohl ist

jens tuengerthal 14.2.21

Freiliebe


Freiliebe

Kann die Liebe je frei sein?

Ist es unfrei Liebe gewesen?

Verwechselt nicht Liebe und Lust
Wem die Freiheit am wichtigsten?

Den Gedanken zur Liebe sein die Verse der großen Feministin Louise Aston vorsngestellt, welche die freie Liebe schon 1848 lebte und zu ihrem Motto machte:

Lebensmotto

Himmelssehnend, lebenssatt;
Euch ist rings ein Thal der Schmerzen,
Eine finst're Schädelstatt!
Mag in schreckenden Gesichten
Bang vor mir das Schicksal steh'n;
Nie soll mich der Schmerz vernichten,
Nie zerknirscht und reuig seh'n!

Freiem Leben, freiem Lieben,
Bin ich immer treu geblieben!

Leben – Meer, das endlos rauschend
Mich auf weiten Fluten trägt:
Deinen Tiefen freudig lauschend
Steh' ich sinnend, stummbewegt.
Stürzt Gewittersturm, der wilde,
Jauchzend sich in's Meer hinein,
Schau' ich in dem Flammenbilde
Meines Lebens Wiederschein.

Freiem Leben, freiem Lieben,
Bin ich immer treu geblieben!

Liebe – von der Welt geächtet,
Von dem blinden Wahn verkannt,
Oft gemartert, oft geknechtet,
Ohne Recht und Vaterland;
Fester Bund von stolzen Seelen
Den des Lebens Glut gebar,
Freier Herzen freies Wählen,
Vor der Schöpfung Hochaltar!

Freiem Leben, freiem Lieben,
Bin ich immer treu geblieben!

Und so lang' die Pulse beben,
Bis zum letzten Athemzug,
Weih' der Liebe ich dies Leben,
Ihrem Segen, ihrem Fluch!
Schöne Welt, du blühend Eden,
Deiner Freuden reicher Schatz
Giebt für alle Schicksals Fehden
Vollen, köstlichen Ersatz!

Freiem Lieben, freiem Leben,
Hab' ich ewig mich ergeben!

[Louise Aston 1814 - 1871]


Freie Liebe die uns nicht beengt
Lieber den Liebsten alles gönnt
Ist ein alter Traum der Menschheit
Der am Wesen der Liebe so oft schon
Scheitert wie von der Gesellschaft
Lange verpönt und verfolgt wurde
Um die Kontrolle zu behalten wer
Welche Familie bildet auch wenn
Wir nicht genau wissen ob nicht
Das christliche Modell der Monogamie
Viel jünger ist als andere Formen
Wie sie Tacitus von den Germanen
Berichtet hat bei denen die Frauen
Das Schlüsselrecht im Haus hatten
Was die Männer alle drei Jahre wechselten
Während Frau und Kinder am Hof blieben
Vieles wissen wir noch nicht genau
Weil das Christentum die Spuren
Seiner Vorgängerkulturen vernichtete
Ist die Liebe mit der Sexualität
Notwendig verbunden oder nie
Nach ihrer Natur nur auch wenn
Es eben so gut passt oder ist die
Verbindung von Lust und Liebe
Beiden abträglich nur aufgesetzt
Was macht wenn den Kern der Liebe
Aus als innige Verbundenheit
Wie frei kann diese je sein wenn
Das Gefühl Ausschließlichkeit will
Was entspricht unserer Natur
Fragen bei denen es schwer fällt
Das Gefühl von der Gewohnheit
Durch Kultur noch zu trennen
Die aber wichtig sind um die
Liebe im Kern zu erkennen
Kann lieben wer Konventionen folgt
Statt dem natürlichen Gefühl was
Macht dieses im Kern aus ist dies
Wirklich teilbar oder einmalig stets
Kann es eine Antwort geben oder
Nur deren so viele wie Menschen
Die sich alle auf ihre Art lieben
Liebe braucht für mich Freiheit
Weil nur wo sich zwei frei füreinander
Entscheiden kann das Gefühl sein
Doch die Erfahrung lehrt wie oft es
Auch genau anders kommen kann
Manche fühlen sich füreinander bestimmt
Dürfte ich ihnen die Liebe absprechen
Oder zwei wurden verheiratet aber
Lernen sich mit der Zeit lieben
Nenne selbst eine große Liebe
Was mich völlig unfrei machte
Weil das Gefühl so groß war
Lange mir unsterblich schien
Obwohl es mir nicht gut tat
Können wir die Qual lieben
Liebten sich wechselnde Gatten
In Germanien oder hatten sie nur
Ein zeitweise gemeinsames Leben
Wenn Yanomami ihren Gästen zur
Begrüßung ihre Tochter über Nacht
In die Hängematte schicken damit
Diese die Lust miteinander genießen
Ist das schon Liebe oder nur Lust
Habe keine Antwort auf alle Fragen
Folge teils dem Gefühl oder auch
Wo es passend scheint der Konvention
Manchmal sogar der Vernunft
Mit mehr oder weniger Zwang wobei
Das Bild von Familie mit dem ich
Aufwuchs von Paarliebe ausgeht
Wie könnte es künftig anders sein
Kommt es auf etwas anderes an
Als sich glücklich zu machen
Egal wie andere es nennen
Denke ich nach langer Erfahrung
Bei der das konventionelle Modell
Selten das friedlichere war eher
Weniger Festlegung mehr wurde
So weiß ich heute weniger als je
Was auf Dauer richtig sein könnte
Wer glücklich ist macht es richtig
Erlaubt ist was gefällt nur sich
Vorher zu fragen was gut ist
Könnte helfen es zu bleiben
Bin natürlich monogam wo ich
Liebe aber war es stets ungern
Wo ich es musste oder sollte
Weil jeder Zwang mir zuwider
Die Liebe frei glücklich machte
Aller Zwang dagegen unglücklich
Ohne zu wissen ob mein eher
Konventionelles Ideal von Liebe
Was in der Familie wurzelt eher
Der eigenen Natur entspricht
Oder erfolgreich anerzogen wurde
Spannend bleibt es zu ergründen
Sich freiem Leben zu ergeben
Um frei auch zu lieben vielleicht
Ein Weg glücklich zu bleiben

jens tuengerthal 14.2.21

Samstag, 13. Februar 2021

Freiheitswert


Freiheitswert

Was ist uns die Freiheit wert
Für was geben wir sie auf
Geben wir uns mit ihr weg
Verlieren ohne alle Werte
Was können wir wertschätzen
Wenn wir sie verloren haben
Bin frei und ungebunden doch
Hätte ich lange alles gegeben
Lieber unfrei gebunden zu sein
Was fragen lässt wieviel mir die
Freiheit überhaupt wert ist wenn
Ein nur Gefühl genügen kann das
Leben lieber fliehen zu wollen weil
Es ohne die große Liebe sinnlos
Erschien die doch alles gewesen
Was die Zeit irgendwann relativierte
Die Vernunft immer Unsinn nannte
Konnte stärker sein als alles was
Bestätigt wie sehr ich ein Sklave
Der Liebe geworden war die nie
Glücklich werden konnte weil es
Keine dauerhafte Zufriedenheit gab
Die andere ewig schwanken wird
Was ich eigentlich immer wusste
Dennoch willigte ich aus Gefühl
In die totale Bindung ein obwohl
Ihr Misstrauen Warnung genug
Gewesen wäre vernünftig betrachtet
Vor Eifersucht ich stets weglaufe
Ließ mich mit geringem Widerstand
Vollständig virtuell überwachen
Wovor ich bei Verstand flüchtete
Weil die große Liebe es wert schien
Um danach von ihr vorgeführt mich
Nochmal erniedrigen zu lassen aber
Statt wütend zu werden am Leben
Verzweifelte was ohne nichts wert
Schien obwohl ich endlich befreit
Glücklich hätte leben können gab ich
Dem Gefühl alle Macht über meine
Freiheit die mir alleine wertlos schien
Was vielleicht einiges über die Größe
Der Liebe verrät aber mehr noch wie
Wenig gut sie mir je tat der alles
Verloren glaubte als endlich wieder
Befreit und lange brauchte dies als
Höchstes Glück wieder zu schätzen
Was die allgemeine Frage mir stellt
Ob die Wertschätzung der Freiheit
An ihrem Mangel hängt also das
Glück selbstbestimmt zu leben ohne
Sklave zufälliger Launen zu sein
Am höchsten schätzt wem es fehlt
Frage ich meinen Verstand lacht er
Über die schlichte Dialektik nur laut
Das Gefühl dagegen lächelt leise
Weiß es ist gegen alle Vernunft
Stärker als alles in uns noch
Lässt Leben genießen oder fliehen
Macht den kostbarsten Schatz die
Freiheit als mündiger Mensch mit
Einem nur Herzschlag wertlos
Ob die Sklavenhalterin Liebe darum
Mehr wert ist als die Freiheit die uns
Erst zu aufgeklärten Menschen macht
Ist eine müßige Diskussion zumindest
Kann sie leicht stärker werden um
Alles ihrer Macht zu unterwerfen
Kenne noch kein Mittel dagegen
Sich an die Freiheit halten könnte
Weiter helfen als alle Sehnsucht
Die nie Erfüllung aber immer Leiden
Mit sich bringt also unfrei macht
Ob die Freiheit so sehr höchstes Glück
Sein kann wie die Liebe sich anfühlt
Solange sie zufällig mal da ist bleibt
Fraglich aber auch wenn sie nur ein
Mittleres Glück wäre ist dies noch
Wesentlich besser als das Leid was
Mit dem Gefühl immer noch kommt
Ist Freiheit schwankungsfrei was
Dauerhafter Zufriedenheit sichert
Alle Vernunft setzt also auf die
Freiheit mehr als auf die Liebe
Von der Verstand aber zu wenig
Versteht sich sicher zu sein
Setze also alles auf die Freiheit
Um nie mehr ein Sklave zu sein
Was mir der höchste Wert scheint
Bis ich mich wieder verliebe aber
Darum ging es bei meiner hier
Philosophischen Wertschöpfung
Weniger es lebe die Freiheit

jens tuengerthal 13.2.21

Irrlichter


Irrlichter

Leben noch alle Lieben in mir
Gleich Irrlichtern wäre erst ihre
Summe Quelle größten Glücks
Fände die Suche nie ein Ende
Weil keine wie die andere ist
Wüchse das Glück immer weiter
Könnte ich längst überglücklich
Sein und bleiben nach allem
Damit für immer zufrieden
Schöner lebt sich dies leugnend
Weiter die Wahre finden wollen
Wäre es nicht so unvernünftig
Könnte es immer wiederholt
Gegen jede Erfahrung resistent
Wie beim ersten mal wieder sein
Wovon ich noch zu gerne träume
Wäre ich nicht zu erfahren längst
Vor allem wird das erste mal doch
Ohnehin schon völlig überschätzt
Mit Erfahrung wird es immer
Schöner und gelassener was
Den Genuss deutlich erhöhen
Könnte wagte ich noch je so
Zu träumen als wäre nicht
Jedes für immer nur relativ
Aber davon abgesehen hat
Die Summentheorie auch was
Weil sie Liebeskummer ganz
Wunderbar relativieren hilft
Vor allem macht sie Einsamkeit
Wesentlich erträglicher auch
Wenn sie eine Illusion bleibt
Lebt es sich besser mit ihr
Wie real die Liebe dagegen ist
Wäre wohl der Frage wert
Im großen Quartett der Träume
Vor allem funktioniert die nur
Miteinander irgendwie was gleich
Die bekannten Probleme bringt
Während die Summentheorie einfach
Weiter zählt ohne sich dabei über
Den zufälligen Zustand zu viele
Gedanken zu machen weil ja
Alles was war an Liebe noch
In mir weiterlebt auch wenn
Es einem darüber schwindlig
Werden kam lebt es sich doch
In summa noch angenehmer
Bis wieder die Wahre kommt

jens tuengerthal 13.2.21

Freitag, 12. Februar 2021

Einsamkeitsglück


Einsamkeitsglück

In winterlicher Einsamkeit die noch
Durch den Lockdown verstärkt
Suche ich nach dem Glück des
Alleinseins was gerade jetzt
Wo das Bedürfnis nach Nähe
Einer Umarmung oder Zärtlichkeit
Noch viel größer ist gedanklich
Eine besonders gute Übung ist
Sich über die Freiheit und die
Kraft der Gedanken dabei klar
Zu werden als selbstständiger
Mensch der sich von der ewigen
Sklaverei der Gefühle befreit hat
Die Sehnsucht überwindet wie
Mit sich allein glücklich ist aber
Es ist gerade ziemlich schwer
Die bösen Geister des Zweifels
Zu vertreiben doch hilft der Blick
Auf den knackenden Kamin mit
Dem Samowar darauf wie die
Vielen Bücher um mich dabei
Sich wohl zu fühlen und sich
Klar zu machen wie gut alles
So ist wie es ist nur manchmal
Noch ganz insgeheim gebe ich
Der Sehnsucht nach die aber
Wie alle Erfahrung lehrt nie
Glücklich macht weil wir uns
Dann nur unvernünftig an stets
Schwankende Gefühle hängen
Die keine stabile Basis des
Glücks sein können wie die
Freiheit selbstbestimmt zu leben
Viel zu sehr gefährdet wäre
Dennoch bleibt die Sehnsucht groß
Einen Menschen voll Liebe zu umarmen
Diese versklavenden Gefühle alleine
Durch Konzentration zu überwinden
Glück für sich allein zu empfinden
Damit zufrieden zu sein macht frei
Wie zumindest relativ glücklich
Solange die Alternativen fehlen
Sage ich mir und übe noch etwas
Damit glücklich zu bleiben
Es wäre ein großer Sieg über
Die Macht der Einsamkeit immer
Durch Gedankenkraft allein frei
Zu sein wäre ein bleibendes Glück

jens tuengerthal 12.2.21

Russenroulette


Russenroulette

Russland spielt weiter russisch Roulette
Als käme dieses den Offizieren des Zaren
Im Ersten Weltkrieg zugeschriebene Spiel
Das vermutlich in amerikanischen Romanen
Erfunden wurde von manchen danach
Probiert mit tödlichem Ausgang tatsächlich
Aus Russland wo scheinbar die Angst
Vor einem Erstarken der Demokratie umgeht
Warum sie schon vorab drohen als ob sie
Sich den Konflikt leisten könnten mit
Europa von dessen Devisen für ihre
Hoffentlich bald überflüssigen Rohstoffe
Sie noch ohne Perspektive leben
Mit einem überholten System von
Mafiös oligarchen Strukturen ohne
Aussicht auf Veränderung wird sich
An die Macht der Geschichte aus
Untergegangenen Reichen geklammert
Solange der Narr in Washington noch
Regierte schien ihr zunehmend
Autoritärer Weg noch sicher zu sein
Doch mit dessen Verschwinden
Wächst die Angst vorgeführt wie
Für ihr Unrecht belangt zu werden
Warum sich Zar Putin Straffreiheit
Vorab garantieren ließ der Russland
Mit KGB Methoden noch regiert
Aber nun nachdem Europa noch
Uneins in Fragen der Pipeline scheint
Weil Putin Merkel noch nie verstand
Meinen sie diese mit Drohungen wie
Es könnte böse enden erpressen
Zu können dafür lieber mit großer
Geste den Revolver weitergeben
Als wolle wer russisch Roulette
Heute noch spielen statt lieber
Das miteinander friedlich zu üben
Hoffen wir Europa bleibt klüger
Weist den Revolver lächelnd zurück
Worauf Russland weiter provoziert
Weil es nur männlich chauvinistisch
Erfolgreich sein kann statt sich auf
Offene Verhandlungen einzulassen
Spielt es lieber mit dem Revolver
Weil nur ein möglichst kriegerischer
Konflikt mit Europa von der Krise
Im Inneren weiter ablenken kann
Europa sollte sich hüten dies Spiel
Mitzuspielen beim russisch Roulette
Gewinnt keiner es stirbt nur wer
Wenn Putin seinen politischen
Selbstmord weiter treiben will
Als Diktator erinnert zu werden
Sollte Europa ihm höchstens noch
Therapeutische Hilfe anbieten um
Offen in Verhandlungen zu bleiben
Ansonsten angesichts wohl drohender
Unruhen seine Grenzen gut sichern
Im Bündnis mit den USA wieder
Das amüsanteste an dieser Lage ist
Am Ende schafft es Putin so noch
Das Projekt seines Freundes Gert
Hierzulande Gasgert genannt mit
Nachhaltiger Wirkung zu verhindern
Was Merkel die dazu lächeln kann
Ein Vergnügen wohl sein wird das
Echte Größe im Abgang noch zeigt
Auch darum beteuern nun alle laut
Sie wollten fertig bauen um so
Der Kanzlerin einen Abschied nach
Maß zu schenken auch wenn viele
Sozen mit ungeklärtem Verhältnis
Zu Russland dies noch nicht ganz
Verstanden haben dürften wird die
Zeit sie eines besseren belehren
Lassen wir die Russen weiter spielen
Die erledigen sich so von alleine
Wie einst beim russischen Roulette
Europa muss nur gelassen bleiben
Statt mitzuspielen was keiner
Um des Lebens willen tun sollte
Vielleicht sollten die Russen sich
An ihre Zarin Katharina erinnern
Die mit klug eingefädelten Intrigen
Die Macht errang und sicherte wie
Den Geist der Aufklärung nach
Russland brachte jene geborene
Prinzessin von Anhalt-Zerbst die
Mütterlich Herrin von Jever war
Also Holsteinerin auch die bei
Angela Merkel auf dem Schreibtisch
Als Vorbild immer stand was sie
Daran erinnern könnte wer Partner
Für sie besser wäre und wie gut es
Ihnen ging als eine deutsche Frau
Mit klaren Grundsätzen sie regierte
Statt eines undurchsichtigen Typen
Der auf Ehre und Vaterland setzt
Also vorgestrige Begriffe benutzt
Für eine Politik ohne Zukunft die
Nie die Nähe zum KGB überwand
Dafür vorgestrige Spielchen spielt
Die mit dem Europa der Aufklärung
Nichts zu tun haben sollten wo die
Vernunft herrscht statt den Zufall
Der mal eben Leben auslöscht

jens tuengerthal 12.2.21

Lustgeschmack


Lustgeschmack

Ob es passt ist Geschmackssache
Warum die orale Lust ein so sicherer
Weg zur Entscheidung ist denn auch
Wenn sich dieser immer wandelt je
Nach Zeitpunkt des Zyklus wie auch
Die Konsistenz des Sekrets zeigt
Was gerade im Körper los ist dem
Du so nah sein darfst und manches
Ohne Worte dir schon sagen kann
Verrät der Geschmack dir mehr über
Die Biochemie als jedes Gespräch
Auch wenn es sich vorher alles so
Gut anfühlte kannst du sicher sein
Gegen den Geschmack der Natur
Und was sie mit dir dann macht
Kommt kein Verstand an weil da
Sinne gereizt werden die wir nie
Bewusst erreichen können obwohl
Die Biochemie uns so viel verrät
Habe keinerlei Ahnung welche
Formel zusammenpasst oder ob
Sich diese sonst feststellen ließe
Im Verhältnis der Aminosäuren
Aber kann meiner Zunge vertrauen
Wie auch der Nase denn wer uns
Stinkt passt auf Dauer nie was
Auch ganz wörtlich gemeint ist
Zungig tief ineinander zu tauchen
Bringt Nähe die unabgelenkt
Von allen Gedanken den Kern von
Nähe uns offenbart die zumindest
Der beschränkte Geist mit dem ich
Leben muss nie so vollständig
Erfasste weil zu vieles ablenkt
Von Gefühlen bis Hoffnungen
Die so gerne und leicht täuschen
Was zu vielen Illusionen führt
Dagegen trügt der Geschmack nie
Zumindest passt dann die Biochemie
Was zumindest schönen Sex
Miteinander verspricht mehr aber
Leider im Umkehrschluss nicht
So kannst du dir wohl sicher sein
Es passt und wird gut beim Sex
Wenn die andere dir ungewaschen
Auch schmeckt aber ob du dich
Darüber hinaus verstehst bleibt
Nur der konventionelle Weg sich
Kennenzulernen zumindest aber
Weißt du danach ob es sich lohnt
Diesen auch mühsamen Weg mit
All seinen Risiken und Nebenwirkungen
Miteinander weiter zu gehen bloß
Naiv ist wer meint Biochemie genüge
Für mehr als gute Lust doch ist die
Manchmal schon Glück genug
Zu mehr sei lieber nichts gesagt
So genieße ich das mögliche
Oder spare es mir ganz denn
Sex der nicht passt lohnt nie
Aber was schmeckt immer
Wie du allerdings aus der
Nummer wieder rauskommst
Wo es nicht schmeckt zeigt
Die sozialen Grenzen auch
Der tollsten Tricks der Natur
Denn aussprechen wird es
Wohl keiner mit Anstand
Habe es nie einer gesagt
Aber zumindest wird es dann
Keine Wiederholung geben
Außer es ist wie meistens
Bevor die Zunge in den Schoß
Tauchen darf musst du ihr Herz
Mit echtem Gefühl berühren
Was aber dich so sehr blendet
Dass auf dein Urteil kein Verlass
Mehr sein dürfte womit Erfahrung
Lehrt auch die geilste Theorie
Taugt in der Praxis eher nichts
Weil Liebe alle Sinne betäubt
Solange es so bleibt ist alles gut
Wo nicht werdet ihr es merken
So sind wir am Ende so klug
Als wie zuvor haben aber
Lange über orale Lust
Schreiben können
Ist ja auch was

jens tuengerthal 12.2.21

Donnerstag, 11. Februar 2021

Liebesrealismus


Liebesrealismus

Vielleicht ist es nach vielen
Geplatzten Träumen Zeit für
Etwas mehr Realismus
In Sachen Liebe denk ich
Und frage mich was dann
Übrig bliebe und wie das
Gehen soll mit der Vernunft
Ob da nicht das Gefühl streikt
Wenn noch was übrig bliebe
Aber die Vorsicht spricht dafür
Lieber mehr dieser zu trauen
Als auf große Gefühle zu bauen
Mit bekannt schmerzhaften Folgen
Was weniger stolpern lässt als nur
Versehentliche Endreime in der Minne
Vielleicht wird die Liebe überschätzt
In der Haltbarkeit bestimmt aber auch
Als Lebensform für ein miteinander
Die meistens an den Erwartungen
Scheitert den enttäuschten wie den
Unerfüllbaren weil die Realität zeigt
Am besten fahren wir mit irgendwie
Ganz guten Kompromissen ohne
Noch Wunder zu erwarten aber
Auf möglichst niedrigem Niveau
Noch zufrieden lebt es sich besser
Als in ständiger Angst vor der sonst
Sicheren nächsten Enttäuschung
Wo es dann noch gelegentlich Lust
Wie Vertrauen und Zuneigung gibt
Ist das langfristig immer mehr wert
Als heilige Schwüre von großer Liebe
Von denen nicht mal warme Luft 
Nach dem Ende bleibt weil alle
Extreme sich zu gerne umkehren
Dies scheint mir alles vernünftig
Aus langer Erfahrung gelernt
Werde ich es genau so machen
Bis die Liebe wieder macht
Was sie will und alles anders
Kommt weil es ist was es ist

jens tuengerthal 11.2.21

Zyklusreise


Zyklusreise

Während in Berlin Väterchen Frost
Auf russische Art eher kühl regiert
Bin ich mit Alphonse Karr in der
Fortsetzung des Kapitels zu Lilien
Durch den Jahreszyklus gereist
Was die nahe Vielfalt in all ihrer
Unterschiedlichen Schönheit mir
Als Betrachter offenbarte was ich
Lieber noch ignoriere solange Sohn
Im väterlichen Garten für den dieser
Voller Überschwang immer mich
Begeistern wollte was ich aber
Schon aus Trotz ignorieren musste
Wobei die Allergie mir noch half
Das ganze Leben eine Ausrede
Zu haben die vor Gartenarbeit
Relativ gut schützte auch wenn
Die Vielfalt der Blüten nicht völlig
Spurlos an mir vorbei ging war
Ignoranz in Gartendingen noch
Vorherrschend was sich mit der
Lektüre von Karr etwas ändert
Weil der begeisternde Blick für
Die Veränderungen im Zyklus
Des Jahres mich ergriff und so
Immer schon gekannte Vielfalt
In ihrer Schönheit neu offenbarte
Er stellt so wunderbar dar wie
Jede Blume zu ihrer Zeit im Jahr
Manche sogar im Winter noch
Sich durch die Erde wühlen um
Dort einen Weg zu finden der
Den Durchbruch noch gefalteter
Blätter gerade dann ermöglicht
Wenn es ihr entspricht zu blühen
Wie wunderbar fein die Natur
Dabei alles aufeinander schon
Abgestimmt hat damit auch jede
Zu ihrem Zeitpunkt im Jahr den
Weg ans Licht findet etwas die
Frühblüher fest verschlossen noch
Die harte Spitze nach oben durch
Das Erdreich brechen wie mit Spaten
Während spätere leichter kommen
Dies große Zusammenspiel der Natur
Was direkt vor der Haustür sichtbar
Lässt durch das ganze Jahr mit
Seinem Zyklus mich reisen ohne
Irgendwo hin zu müssen als hier
Mit Karr in seinen Garten der mich
An den väterlichen mit viel Liebe
Geführten erinnert was die Lektüre
Doppelt nahe bringt weil sie auch
Zugleich in den Schoß der Familie
Führt die auch einem Garten gleicht
In dem jeder zu seiner Zeit blüht
Denke ich und frage mich was wohl
Einmal meine Blütezeit gewesen
Sein wird und wer all diese kleine
Schönheit am Rand bemerken wird
Wie Karr mich gerade die vielfältige
Der Natur neu sehen ließ was
Zufriedene Begeisterung hinterlässt
Um sich am Kleinen zu freuen
Lohnt manchmal der Blickwechsel

jens tuengerthal 11.2.21

Genusspflicht


Genusspflicht

Leben wir um der Pflicht willen
Oder sind wir um zu genießen
Ist Genuss nur geiler Luxus
Oder der natürlichste Antrieb
Fragt sich wer Deutschland
Insbesondere Berlin betrachtet
Der Protestantismus neigt zur
Nüchternen Pflichterfüllung um
Zu tun was eben nötig ist
Wofür Merkel ein Muster ist
Die alle Bürger gerne zur
Disziplin mahnt was bei den
Ministerpräsidenten weniger
Gut bisher leider gelang
Was als gut preußisch galt
Ist selten genussfreudig
Scheint dem kantschen Prinzip
Des kategorischen Imperativ
Innezuwohnen der streng ist
Hohe Disziplin fordert nur um
Ein gutes Gewissen zu haben
Was der Protestant bekanntlich
Mit sich allein ausmachen muss
Während der Katholik beichtet
Wie vor bunten Heiligen betet
Die Leidenschaft eher zulässt
Außer er kommt aus Münster
Die leiden ohnehin lieber mehr
Ohne dabei Lust zu empfinden
Was natürlich Vorurteile sind
Welche nur die Liebe belegte
Dafür selten klar blicken lässt
Aber katholisch stets unglücklich
Endete ohne zu wissen warum
Der Gegenbeweis noch aussteht
Aber jenseits regionaler Klischees
Wäre der Blick auf den Kern
Was echter Genuss sein kann
Wichtiger als zufällige Konfession
Die weniger an Überzeugung als
An Abstammung meist hängt die
Sich wie vieles verwachsen kann
Während sich was genossen wird
Oder wofür wir leiden bei nahezu
Allen Menschen verschieden ist
Aber doch wieder auch ähnlich
Die Neigung zufällig scheint über
Alle Überzeugungen gehen kann
Solange als Genuss empfunden
Während manche Bewegung wie
Aktion als höchsten Genuss sehen
Ist bei mir trotz früher Leistungssport
Der Stillstand wie Ruhen bei der
Guten Lektüre die den Geist im
Gleichgewicht bewegt größte Lust
Sehen wir vom Sex mal ab der aber
Auch vielfach überschätzt wird
Bei dem ich die Ruhe danach
Aber immer mehr genieße als die
Varianten komischer Gymnastik
Die wir davor gern praktizieren
Sicher gehört beides zum Menschen
Ist ein Gleichgewicht dabei gesund
Aber dennoch empfinde ich mehr
Genuss beim Gedanken an gute
Lektüre in schöner Umgebung
Als bei der Vorstellung von einer
Aufregend wilden Aktion in der Menge
Sicher nimmt Sehnsucht etwa nach
Nähe und Zärtlichkeit in dem Maße zu
Oder ab wie wir dieser entbehren warum
Mangel zu seltsamen Ideen führen kann
Zuviel Nähe Abstand lieber suchen lässt
Weil Genuss auch Gleichgewicht braucht
Doch wie wir es auch drehen egal was
Jedem nun dabei gefällt was so dann
Auch erlaubt sein sollte steht Genuss
Im Zentrum und es fragt sich wie dies
Mit dem kategorischen Imperativ noch
Vereinbar sein kann der als Basis des
Guten Handelns in Freiheit auch gilt
Ob das gute Gewissen dem zu folgen
Bereits Genuss genug sein könnte
Eine Lust an und für sich bereits ist
Oder den Rahmen guter Lust gibt
Um als Epikuräer im Sinne Kants
Ohne Knoten im Gewissen zu handeln
Dann wird der Genuss zur Pflicht um
Als glücklicher Mensch ausgeglichen
In der Gemeinschaft leben zu können
Forsche noch ein wenig danach aber
Es fühlt sich schon ziemlich gut an
Mit Kant genießen zu können statt
Mit oder ohne mehr zu leiden

jens tuengerthal 11.2.21