Donnerstag, 22. Januar 2026

Normal

Normal

Was ist noch normal
Wo werde ich verrückt
Gibt es einen Maßstab
Für das genau richtige

Normal heißt nach der Norm
Allgemein anerkannten wie
Verbindlich geltenden Regeln
Zum Zusammenleben entsprechend

In der Psychologe ist es das
Erwünschte förderungswürdige
Gesunde und akzeptable Verhalten
Im Gegensatz zum unerwünschten

Verhalten das behandlungsbedürftig 
Gestört gar vom Durchschnitt noch 
Abweichendes Verhalten wäre was
Normal schlicht an die Masse bindet

Daneben gibt es noch Formen von
Normal in den Disziplinen auch der
Verschiedenen Wissenschaften die
Damit ihren Durchschnitt benennen

Früher habe ich darunter gelitten
Anders zu sein als fast alle über
Viele Dinge anders zu denken
Nicht mit der Masse zu gehen

Heute bin ich stolz darauf anders
Als ein eher stupider Durchschnitt
Zu sein und nenne meine Abweichung
Lieber Begabung statt Behinderung

Dabei ist es eine klare Behinderung
In einer am Durchschnitt orientierten
Gesellschaft anders und besonders
Sein zu müssen eben nicht normal

Was die meisten tun langweilt mich
Es braucht mein Gehirn ganz andere
Herausforderungen zu funktionieren
In der Masse bin ich einfach nur blöd

Für mich lese ich über hundert Bücher
Parallel und wechsle die Welten der
Phantasie nach Laune flexibel kann
Überall sein ohne mich zu bewegen

Habe eine teilweise Hochbegabung
Einen in diesen Bereichen sehr weit
Überdurchschnittlichen IQ bin aber
In normalen Dingen geistig behindert

Denke in dem was ich verstehe viel
Schneller und komplexer als alle
Mit denen ich darüber rede bin aber
In vielen normalen Dingen unfähig 

Egal ob ich es nun in die Schublade
Familiär ererbtes ADHS stecke die
Teilweise vollkommen passt oder
Hochbegabung mit Asperger nenne 

Dazu kommen noch viele Elemente
Die mich schwer integrierbar machen
Obwohl ich tiefer über Gesellschaft
Philosophiere als ich es noch je las 

Bin ein unangepasster Störfaktor der
Sein Anderssein heute deutlich sieht
Nur nicht sicher ist ob seine damit
Behinderung nicht Begabung ist

Es gibt mehr von dieser Art auf der
Welt die mit allem was nicht normal
Nicht gut umgehen kann womit sich
Beide normalerweise schlecht fühlen

Wäre manchmal gerne ganz normal
Möchte es andererseits niemals sein
Halte normalen Stumpfsinn nicht aus 
Aber sehne mich nach Normalität

Die Talente dieser Menschen nutzen
Wird in einer von Erbsenzählern auf
Effektivität vermessenen Welt eher
Unmöglich was schade für alle ist

Gemessen am normalen Durchschnitt
Bin ich ein überflüssiger Luxus als 
Existenz sui generis die in keines der
Normalen Schemen je hinein passt

Der Staat kümmert sich um die 
Bedürfnisse der Massen und ist
Im Wesen auf sie zugeschnitten
Damit natürlich nicht meines auch

Eine Existenz zwischen den Welten
Ist der wichtigste Schlüssel der erst
Eine Verbindung von geistiger Welt
Mit der nur Wirklichkeit ermöglicht

Sofern der Durchschnitt aber herrscht
Wird das Besondere nicht gesehen
Weil es normal unsichtbar bleibt im
Durchschnitt spurlos untergeht

Die an Normen der Masse orientierte
Normalität unterdrückt alles andere
Dazwischen versucht das Besondere
Mit seiner Behinderung zu überleben

Wie weit eine Gesellschaft es schafft
Auch vom Durchschnitt abweichende
Potentiale zu nutzen entscheidet ob
Sie mehr als Durchschnitt je erreicht

jens tuengerthal 22.1.26

Lustkompromiss

Lustkompromiss

Außer bei der völlig kompromisslos
Befriedigenden Onanie braucht aller
Sex Kompromisse um zum Gipfel
Geteilter Höhepunkte zu kommen 

Es ist das Wesen der Lust ständig 
Kompromisse zwischen eigenem
Bedürfnis und den Vorlieben der
Anderen lustvoll sich zu suchen

Wer keine Kompromisse sucht
Befriedigt sich nur im oder am
Anderen statt zusammenzuklingen 
Betreibt also Onanie mit Dritten

Sex ist wie Orchestermusik dabei
Müssen die Instrumente vorab
Gestimmt wie beim Spiel auch 
Aufeinander abgestimmt werden

Warum das auch ohne Dirigenten
Manchmal perfekt passen kann ist 
Eines der vielen Wunder der Natur
Sich demütig daran zu freuen tut gut

Solch quasi improvisierter Sex ist
Wie das berühmte Köln Concert 
Von Keith Jarrett einfach schön
Aber ohne Aufnahme einmalig

Das spannende an Kompromissen
Der geteilten Lust wie des Sex im
Besonderen ist wie wenig darüber
Geredet wird und wieviel stattdessen

Stillschweigend erwartet wird was
Besonders für kritische Punkte gilt
Die wir uns kaum selbst gestehen
Gemischt dazu mit sonst Gefühlen

Vergessen wir nebenbei noch nicht 
Dass wir von zwei Planeten kommen 
Uns natürlich nicht verstehen auch
Wenn wir doch mal zu reden wagen

Wird das Wunder befriedigender
Sex und zusammen kommen
Immer erstaunlicher noch was
Wir leider zu selten würdigen

Was ich früher für normal hielt 
Wurde je näher der tausend zur
Seltenen schönen Ausnahme
Die mehr nie kennenlernen

Im Bewusstsein dessen statt 
Noch Erwartungen zu haben 
An den einzig wertvollen Sex
Lohnt mehr Freude am möglichen

Durch diesen Lustkompromiss
Wird das meist weniger gefühlt 
Uns fast schon mehr als es war 
Was genügt glücklich zu bleiben

Sich in seltenen Momenten eines
Sexuell unabgelenkten kritischen 
Bewusstseins daran zu erinnern
Kann dauerhaft befriedigend wirken 

Weil Sex nie mehr erreichen kann
Scheint die entspannte Haltung
Dazu ideal um zu genießen was
An Zusammenklang möglich ist

jens tuengerthal 22.1.26

Liebeskompromisslos

Liebeskompromisslos

Liebe ist völlig kompromisslos
Sie ist ein absolutes Gefühl das
Nichts gleichwertig neben sich
Duldet als sei sie wie früher die

Monarchen sich anmaßten auch
Gott gewollt den es zum Glück
In der Liebe wie auch sonst
Überhaupt nicht mehr braucht

Der seit Kant spätestens zum
Bewusstlosen Störfaktor wurde 
Der jede Moral nur behindert 
Nach dem kategorischen Imperativ

Weil es dabei allein auf das Gewissen
Ankommt was sich dazu aus der noch
Selbstverschuldeten Unmündigkeit 
Befreite um moralisch zu handeln

Wer aber das tat duldet keine Macht
Über sich die sagt was gut und böse
Was nur das Gewissen entscheidet
Das keiner Götter zum Glück bedarf

So hat wer in den Apfel einst biss
Also vom Baum der Erkenntnis aß
Statt bewusstlos zu bleiben schon 
Das Paradies des Glaubens verloren 

Wer also mit Max Stirner seine Welt
Auf sich gestellt hat und Kant zufolge
Wirklich moralisch handelt wird mit
Dem Absolutismus Probleme haben

Solchen Absolutismus ertragen freie 
Menschen darum nur frisch verliebt
Also geblendet ohne alle Vernunft
Die natürlich Kompromisse sucht 

Absolute große Liebe ist ähnlich
Verdächtig wie die letzte Wahrheit
Die stets Erfindung eines Lügners ist
Der nur naive Gläubige noch folgen 

Sagt zumindest die Vernunft dabei
Ganz entschieden worum sich aber
Die Liebe selten nur kümmert weil sie
Mit absoluter Macht alles gern ergreift

Den organisierten Versuch mit der
Liebe einen Kompromiss zu schließen
Nennen wir Beziehung was ich ein
Hässliches Wort für Gefühle finde

Aneinander ziehen wollen ist wie
Einander fesseln ziemlich unfrei
Dem großen Gefühl unwürdig
Zumindest theoretisch unpassend

Manche mögen das dennoch wie
Andere gern gefesselt werden
So haben alle ihre Neigungen die
Immer nur relativ gültig sind

Doch gestehe ich als Aufklärer 
Der Liebe den Absolutismus zu
Wie als Anarchist ihre unbeschränkte
Macht über all unsere Gefühle

Wäre ich Ökonom und könnte ich
Rechnen hätte längst bemerkt dass
Liebe sich eher nicht rechnet aber
Sie ist halt Teil unserer Natur

Also müssen wir mit ihr leben wie
Mit Fürzen bei zuviel Luft im Darm
Folgen ihr koste es was es wolle 
Egal was die Logik dazu berechnet

Nur hinterher stellen wir gerne fest
Es habe sich ja nie für uns gelohnt
Was eigentlich natürlich ist aber die
Erledigung unerledigt erleichtert

So wie zum anständigen Essen auch
Das Scheißen gehört ist die Liebe
Teil unserer geistigen Existenz denn 
Mehr als Einbildung wird sie ja nie

Allerdings kann sie wie auch eine
Gestörte Verdauung Durchfall und
Ähnlich unangenehmes verursachen
Was uns dann wirklich stinkt

Etwa beim Broken Heart Syndrom
Ganz echte Herzbeschwerden bei
Betroffenen verursachen auch wenn
Sie eigentlich nur eine Einbildung ist

Doch so wenig wir ganz frei sind
Sie einfach abzuschalten wenn
Die oder der andere unsere immer
Enttäuschten Erwartungen natürlich

Nicht erfüllen kann und es dauert
Bei vielen länger als ein Leben bis
Sie doch nicht bemerkt haben dass
Alle Erwartungen der Tod der Liebe

Logisch immer sind aber die Liebe
Hat es ja nicht so mit der Logik und
So scheitern sie immer wieder oder
Auch nicht weil es egal dann wird

Allerdings ist diese Feststellung
Ähnlich absolutistisch wie die Liebe
Was deutlich dafür spricht dass sie
Zum größten Gefühl perfekt passt

Es lässt sich abschließend zur Liebe
Feststellen vom Wesen her kann sie
In Beziehungen nie funktionieren nur
Ohne gibt es diese meist gar nicht

An der Liebe immer wieder darum
Zu scheitern ist so normal wie auch
Vernünftig und dennoch hat sie
Wenn sie sich zeigt immer Vorrang

Die Liebe duldet nie Kompromisse
Neben sich aber keine Beziehung
Lässt sich kompromisslos führen
Frau erwartet beides von Mann

Dies möglichst noch zugleich also
Quasi synchron was sie aus dem
Bauch mit Gewissheit entscheidet
Die wir nie infrage stellen sollten 

Warum wir emotional schlichteren
Wesen dabei an unserer Grenzen 
Stoßen oder schizophren werden
Wundert vermutlich wenige Männer

Wie erstaunlich Frauen das finden
Besonders jene die von sich leugnen 
Irgend wie andere Frauen zu sein
Zeigt spätestens der erste Konflikt

Darum ist es einfacher für Männer
Sich die absoluten Gesetze der
Glücklichen Liebe zu merken deren
Es genau genommen nur drei gibt

Nach der Liebesschutzdemut gilt

§ 1 LSD
Die Frau hat immer Recht. Dabei ist egal, was die Logik beweist. Es ist, wie es ist.

§ 2 LSD
Falls ausnahmsweise nicht § 1 gilt, wird dieser ersatzweise entsprechend angewandt auch für das gefühlte Geschlecht. Es ist, was es ist.

§ 3 LSD
Was Mann beweist ist für Geltung von § 1 irrelevant. Wer dem folgt, beweist seine Liebe, egal ob das klug ist. Es wird, wie es immer war.

Wer sich das merkt und entsprechend
Handelt kann mit fast jeder Frau
Zumindest zeitweise glücklich sein
Wenn nicht ist es wohl besser nie

jens tuengerthal 22.1.26

Grönlandkompromiss

Grönlandkompromiss

Der alte wirre Mann im Weißen Haus
Schloss im weißen Davos mit dem
NATO Generalsekretär Rutte einen
Kompromiss den noch keiner kennt

Was ist das für eine Hinterzimmer
Politik denke ich ein wenig empört
Über die Anmaßung die damit auch
Zusammenhängt aber doch erfreut

Erfreulich ist eine Einigung über das
Gemeinsame Verteidigungsbündnis 
Das so dauerhafte Stabilität zeigt
Was gerade momentan wichtig ist

Noch kennen wir den Kompromiss
Nicht der angeblich für die Ewigkeit
Nun sein soll doch nahm Trump seine
Letzte Zolldrohung wieder zurück 

Das stabilisiert die Wirtschaft und
Zeigt trotz seiner Beschränktheit 
Sind noch vernünftige Deals mit
Diesem Makler im Amt möglich

Der Verkauf der amerikanischen 
Staatsanleihen auf einem nervösen 
Finanzmarkt der Trump misstraut 
Durch Skandinavier wirkte dabei

Vor allem die Aussage der dortigen
Fondsspezialisten dass auf die USA 
Derzeit nicht vertraut werden könne 
Zeigt wie Trump beherrschbar ist

Die Gefahr wachsenden Misstrauens
An den Finanzmärkten wie bei den 
Ratingagenturen versteht der alte
Weiße Mann scheinbar wirklich noch

Die EU sollte darüber nachdenken
Dem alten weißen Mann den dann
Zollfreien Weltstaat vorzuschlagen 
Wir werden dann alle USW werden

Dann braucht es keine UNO mehr
Beziehungsweise der Präsident des
Neuen Staates auf Basis der USA 
Würde quasi ein Generalsekretär

So würden Russland und China
Entmachtet wie zu Kompromissen
Nach westlichem Muster gezwungen
Was nur in Demokratien funktioniert 

Weil langfristig alle Nationen dann
Den USW beitreten hat sich auch
Das lächerlich atavistische Thema
Nation dann endgültig erledigt

Bis dieser Verträge verhandelt sind
Ist Trump Geschichte und vermutlich
Längst gestorben der kleine König
Ohne Bildung und Adel im Wesen 

Noch kennt keiner offiziell bisher
Den Kompromiss aber eine nun
Einigung in Frieden tut der Welt
Besser als ständige Aufregung

jens tuengerthal 21.1.26

Mittwoch, 21. Januar 2026

Lektürentagebuch 21.1.26

Lektürentagebuch 21.1.26

Über ererbte Kompromisse las ich in
Die Welt aus den Angeln vom wieder
Sehr weitsichtigen Philipp Blom der
Gleich zu Beginn das Problem zeigt

Wir sind nicht nur die geistigen Erben
Der Aufklärung mit mehr an Wissen
Sondern leider auch die Erben ihrer 
Gefährlich schlechten Kompromisse 

Die Philosophie war wie alle Bereiche
Von den Bedürfnissen mitgeformt die
Der Erhaltung des Wohlstandes auch
Dienen dafür Kompromisse suchen

Der ständige Widerspruch zwischen
Selbstbild und Selbstinteresse trug 
Zu dieser düsteren Entwicklung bei
Die vor allem Heuchelei wachsen ließ

Wir verkünden universell nun gültige
Menschenrechte aber pflegen noch
Eine auf Ausbeutung gegründete
Ökonomie die Ressourcen frisst 

Doch gab es im 17. Jahrhundert noch
Keinen Klimawandel der die eigenen
Lebensgrundlagen zerstört was der
Amerikanische Präsident halt negiert

Wir wissen längst von der logisch
Exponentiellen Entwicklung des
Problems und handeln als wäre es 
Nur guter Wille Rücksicht zu nehmen 

Die Dummheit der amerikanischen
Wähler die einen Idioten wie Trump
Zum Präsidenten wählen können zeigt
Uns die Schwächen der Demokratie 

Die Kompromisskonvention von Paris
Welche erst fünf Jahre später in Kraft
Als flauer verwässerter Kompromisse
Trat zeigt Flucht vor Verantwortung

Wir wissen was ist aber reagieren
Auf den Klimawandel nicht viel
Effizienter als unsere Vorfahren zur
Zeit der kleinen Eiszeit es noch taten

Chaotisch improvisierend getrieben
Nur von sich häufenden Katastrophen 
Dabei setzen wir wie Narren immer
Noch auf Wachstum der Wirtschaft

Dieses angeblich nötige Wachstum
Dient nur persönlicher Bereicherung 
Ohne Rücksicht auf Verluste dabei
Als wüssten wir nichts von Anpassung

Diese ist eine notwendige Bedingung
Des Überlebens im Klimawandel was 
Wir blind gegenüber einer stupiden
Ökonomie lieber weiter ignorieren

Es wäre nötig und notwendig sich mit
Der Fähigkeit zur Planung auf die uns 
Nahenden Krisen vorzubereiten egal
Ob das schnellen Gewinn verspricht

Längst haben wir die Grenzen der
Ausbeutung der Ressourcen schon
Überschritten und kratzen an Resten
Die immer mehr Schaden bringen

Wachstum durch Ausbeutung was
Die Antwort auf die letzte Klimakrise
Noch war wurde zur existenziellen
Bedrohung unserer aller Zukunft 

Wer heute noch Kinder in eine 
Schon überbevölkerte Welt setzt
Handelt natürlich unverantwortlich 
Es ist alles längst zuviel geworden

Doch das Bewusstsein dazu wächst
Erst langsam und jeder leugnet gern
Die persönliche Verantwortung in 
Einem anderen kritischen Bereich

Es braucht dringend Alternativen 
Zur Wachstumsökonomie die keine
Zukunft langfristig haben darf nur wer
Wird ohne Gewinn investieren

Wachstum braucht natürliche Grenzen
Weniger muss wirklich mehr werden
Statt schlechte Kompromisse nur im
Alten Modell gierig weiter zu suchen 

Der frühe Klimawandel in der kleinen
Eiszeit wird von Zeitzeugen noch als
Strafe Gottes betrachtet wir wissen
Was gerade passiert ist unsre Schuld 

Langsam im 17. Jahrhundert merkten
Menschen dass beten nicht weiter half
Es kamen neue Vordenker wie Locke 
Oder später auch ein Bayle dazu 

Dessen Denken dass auch Atheisten
Moralisch sein könnten hat die Welt
In ihren Grundfesten erschüttert die
Religion war moralisch überflüssig

Diese Tatsache die Kant in seiner
Philosophie noch abstrakt beweist 
Haben CSU und CDU bis heute
Noch nicht wirklich verstanden

So suchte die Welt sich eine neue
Transzendenz vom der sie träumte
Für Spinoza war es die Natur noch
Locke suchte die ideale Gesellschaft 

Bei Mandeville zählte allein das
Überleben der geschicktesten Gauner
Über das Recht des Stärkeren was
Sehr an die gerade USA erinnert

Ob sich die Menschheit jemals geistig
Weiterentwickelt oder der Rückfall in
Den Imperialismus nach Herrschaft 

Des Völkerrechts natürlich war ist
Noch offen aber es bleibt kritisch 
Wie Blom sehr treffend darlegt

jens tuengerthal 21.1.26

Liebesplan

Liebesplan

Habe keinen Plan
Von der Liebe oder so
Erlebe sie nur

jens tuengerthal 21.1.26

Lebensplan

Lebensplan

Weniger wollen
Statt alles haben müssen
Wäre ein Anfang

jens tuengerthal 21.1.26

Teekontinuum

Teekontinuum

Das einzige was
Im Leben bleibt ist täglich
Liter Tee trinken

jens tuengerthal 21.1.26

Lustsynchron

Lustsynchron

Lust funktioniert nur wenn
Die Beteiligten sie auch teilen
Egal ob eins zwei oder viele
Müssen sie geil aufeinander
Zumindest irgendwie sein
Sonst wird es schnell für 
Einen oder beide peinlich
Wie damit unangenehm
Was die Lust dauerhaft
Unnötig noch mindern kann 
Fehlversuche beim Sex
Traumatisieren oft mehr
Als der Erfolg Glück schenkt
Sobald ich es mit Abstand
Also eher nüchtern betrachte
Wird viel der Gymnastik dabei 
Schnell lächerlich schlimmer
Nur wird es wenn wir es
Dabei ernst meinen wie
Mit ganz viel Gefühl es wollen
Statt gelassen mit Abstand
Synchronität ist also wichtig 
Freude am Sex zu haben
Das beste Mittel aber gegen
Diese wie andere Probleme
Beim und mit dem Sex ist
Humor der am Ende alles 
Lachend noch heilen kann 
Überlege ich dabei lachend

jens tuengerthal 21.1.26

Liebesübermacht

Liebesübermacht

Wenn am Ende immer die Liebe siegt
Egal was ich meine oder will wäre die
Liebe die große Übermacht die alles
Im Griff hat auch wer Grönland kriegt
Was natürlich so oder so Unsinn ist
Weil Politik nichts mit Liebe zu tun hat
Eher das natürliche Gegenteil ist
Es um Macht und Ehrgeiz geht 
Aber zumindest in Fragen der Liebe
Ist sie die absolute Übermacht ohne 
Zu wissen ob die Vaterlandsliebe oder
Jene zum Mutterland auch eine ist
Weil Millionen dafür gerne sterben
Wenn wenige Verrückte wieder
Krieg spielen statt irgendwas 
Vernünftiges lieber zu tun
Warum diese sogenannte Liebe
Eher eine Form von Dummheit ist
Der manche zu gerne verfallen 
Aber wenn es nur um Gefühle
Für eine andere geht dann haben
Diese immer wieder absolute
Übermacht was gut so ist
Auch wenn nicht wirklich
Vernünftig dabei gewinnt
Am Ende die Liebe sonst
Ist halt noch nicht zu Ende

jens tuengerthal 21.1.16

Dienstag, 20. Januar 2026

Missverständnisse

Missverständnisse

Missverständnisse sind anstrengend
Oft auch schmerzvoll ärgerlich denn 
Wie gerne fühlten wir uns verstanden 
Gar ganz einverstanden miteinander

Doch sind Missverständnisse wirklich
Vermeidbar oder der ganz natürliche 
Lauf der Dinge weil wir die Welt eben
Unterschiedlich sehen egal was ist

Gibt es überhaupt etwas das so ist
Aber nicht anders sein kann und
Wie denn dann überhaupt was wäre
Einzig richtig und gibt es das jemals 

Die Wahrheit ist die Erfindung eines
Lügners und wie wirklich dabei noch
Relative Wirklichkeit ist bleibt unklar
Wie so vieles im Leben eher immer

Der eine sagt etwas und meint es so
Die andere hört darin etwas völlig
Anderes weil sie an etwas denkt was
Nichts mit der erst Absicht zu tun hat 

Irrt nun die die anderes hört als 
Gemeint war oder drückte sich
Der andere nur unklar aus was die
Verantwortung für Missverständnisse

Seltsam offen und unklar noch lässt
Ist der etwas sagt dafür verantwortlich
Wie seine Worte bei ihr ankommen
Oder überforderte das natürlich alle

Traue mir nie zu Frauen zu verstehen
Noch sicher zu sein wie sie mich aus
Der Laune des Augenblicks oder ganz 
Anderen tiefen Gründen je versteht 

Wie soll ich wissen was meine Worte
In ihr auslösen die vielleicht einen
Völlig anderen Kontext für sie haben 
Der natürlich klar ist was sie versteht

Davon verstehe ich aber nichts noch
Kann ich hoffen es je zu können weil
Wir von Natur her verschieden sind
Gleiche Worte unterschiedliches für 

Jeden der Beteiligten heißen können
Was denke ich darüber nach mir auch
Völlig logisch erscheint was nun das
Eis jedes Konsens sehr dünn macht

Wie schnell brechen wir dann ein 
Auch wenn in bester Absicht noch
Miteinander in losgegangen weil wir 
Uns nicht klar verständigen können 

Denke an das Mars Venus Prinzip 
Nach dem Frauen von der Venus 
Männer aber vom Mars kommen
Sich nicht verstehen können

Das gefährliche dabei ist nur dass 
Wir die gleichen Worte mit völlig
Unterschiedlicher Bedeutung nutzen 
Es kam nicht keine Missverständnisse

Geben sondern diese sind logisch
Völlig normal gerade wenn unser
Gefühl uns sagt es sei doch alles
Völlig klar und offensichtlich ist es

Das sicher nie jedoch kann es sehr
Helfen sich dessen bewusst zu sein
Natürlich verstehen wir uns nicht 
Das können wir nach der Natur nicht

Aber sofern wir uns lieben ist alles
Andere im übrigen völlig egal weil
Die Liebe immer Recht hat egal was
Nun logisch wäre oder genau nicht

Sagen wir also lieber künftig dass 
Missverständnisse das neue normal
Sind werden wir über vieles leichter
Lachen können als sich ganz sicher

In egal was sein zu wollen was dann
Bestimmt der größte Irrtum ist weiß 
Doch jedes Kind in der Liebe wie auf 
Hoher See ist nichts je gewiss

jens tuengerthal 20.1.26

Lektürentagebuch 20.1.26

Lektürentagebuch 20.1.26

Über Freiheit und Luxus schreibt 
Philipp Blom im zweiten Kapitel
Seines Epilog zur Welt aus den 
Angeln über die kleine Eiszeit

Hier rechnet er mit Voltaire ab
Dem reichen Bankier des Adels
Der aufgeklärt kritisch schrieb
Über die Gleichheit aller Menschen

Aber als Geldverleiher und Investor
Auch am Sklavenhandel gut verdiente
Die Nähe von Despoten suchte um
Sein freies luxuriöses Leben zu führen

Er predigte in gut verkäuflichen
Kalendersprüchen Gleichheit aller
Aber doch bitte nicht für Neger die
Einfach eine andere Rasse wären 

So war der große Voltaire nach dem
Verständnis unserer Zeit ein Rassist
Was Blom mit vielen Beispielen auch 
Belegen kann und zugleich widerlegt

Wir lernen den auch verlogenen
Intriganten hinter dem bekannten
Autor der Aufklärung kennen der
Mit Friedrich dem Großen schrieb

Doch im Gegensatz zu Diderot wie
Baron Holbach dessen Systeme des
La Nature erfolgreichstes Buch der
Epoche wurde und in dessen Salon

Die Bösen Philosophen über die
Blom so treffend schrieb verkehrten
War Voltaire kein Anhänger von
Freiheit Gleichheit Brüderlichkeit

Vielmehr war der Literat und Bankier
Für einen Atheismus und eine klar 
Kritische Aufklärung nur unter den 
Freien erfolgreichen für Freiheit

Auch das Streben nach einer idealen
Gerechten Welt wie er sie noch im
El Dorado des Candide beschreibt 
Lohne sich nach Voltaire nicht

Es bliebe immer illusorisch und ihm
Würde dort langweilig werden warum
Der Einzelne sich ins Privatleben
Zurückzieht den Garten zu kultivieren

So werden wir nach Voltaire nicht als
Kämpfer für die Freiheit glücklich
Sondern als Kleingärtner sofern
Ein Stück Land unser Eigentum ist

Egon Friedell schreibt in seiner
Kulturgeschichte der Neuzeit über
Die Arten der Weltfiktionen in der
Geschichte und was sie ausmacht

Er unterscheidet Naturvölker vom
Kulturvölkern die sich aber bei den 
Römern wiederum glichen was zeigt
Wie relativ tauglich Schubladen sind

Ob uns die Welt nun wirklich erscheint
Gar berechenbar sein soll oder als
Bloße Halluzination für höhere Kräfte
Wie das Mittelalter gerne annahm

Sind Varianten die für jeden der die
Freiheit aus dem Bewusstsein der
Aufklärung verstand völlig irrelevante
Fragen weil wir es können genügt

Friedell meint jedoch die Barocke
Wie er wieder schreibt vereine 
Alle Teile davon die alles ästhetisiert
Sie spielt mit allem auch der Logik

Löst die Welt in einem Traum auf
Den sie als theatrum dei empfindet 
Hat so heterogene Aspekte zu einer
Kultur komponiert die einheitlich war

Unter dem Ideal der Fettleibigkeit 
Denkt Friedell über die stärkste 
Klammer der Form nach die alle 
Gegensätze streng zusammenhielt

Hier schneiden sich für Friedell der
Cartesianische Rationalismus mit
Dem berninischen Irrationalismus
Nach beiden soll die Form über die

Materie triumphieren ja auf bloße
Form alle Materie reduziert werden
Die Barocke sei formfreudigste wie
Formgewaltigste formhörigste Zeit

Welches zugleich auch noch das
Förmlichste Zeitalter der Geschichte
Was sich schon äußerlich etwa in der
Perücke zeigte die natürlich bremste

Alles genügt einer vorgegebenen
Form keine Improvisation dabei
Als geistreich galt wer genau die
Vorgegeben Regeln dabei erfüllte 

Dazu passte der Stöckelschuh wie
Die lange reich verzierte Weste dazu
Riesige Ärmel und Knöpfe sollten
Dabei große Gravität verleihen

Entsprechend kam Fettleibigkeit in
Mode die genau dem Ideal der
Barocke an Schönheit entsprach die
Durch den Stock verziert wurde 

Die Kunst der Zeit von Rubens
Bis zu Rembrandt und mehr
Zeigt genau dieses Ideal auch
Sehe die fetten rosa Gesichter

Abgesehen von den schlichten
Schubladen die nie ganz für alle
Passen ist der Gedanke über den

Zusammenhang von Form und
Geist der Barocke hier spannend
Für ein allgemeines Verständnis

jens tuengerthal 20.1.26

Lieblos

Lieblos

Liebe los werden
Erleichtert Leben danach
Lieblos zu führen

jens tuengerthal 20.1.26

Sinnlos

Sinnlos

Leben ist sinnlos
Dies erkennen erleichtert
Abgang am Ende

jens tuengerthal 20.1.26

Teehilfe

Teehilfe

Tee hilft auch Tage
Zu überstehen welche 
Elend anfangen

jens tuengerthal 20.1,26