Dienstag, 8. Juni 2021

Bedeutungsrelativität

Bedeutungsrelativität

Was ist wirklich bedeutend im Leben
Worauf kommt es am Ende an was
Wollen wir auf keinen Fall verpassen
Oder ist schon dieser Ansatz das was
Uns am Leben leiden lässt weil wir
Meinen zu müssen es aber um nichts
Geht als das was ist zu genießen was
Mit weniger wollen auch zugleich viel
Weniger müssen bringt und so erst
Nachhaltig glücklich machen kann
Weil es Freiheit schenkt die so viel
Kostbarer ist als so vieles was wir
Für nötig noch halten aber dafür
Das kostbarste schenkt nämlich
Immer mehr Zeit zu genießen
Was ist statt an dem zu leiden was
Noch unerreicht vor uns liegt
Die Bedeutung relativieren zu lernen
Am Rand des eigenen Lebens hat
Bescheidenheit gelehrt die mich so
Viel zufriedener macht als ich je
Dachte sein zu können solange ich
Noch irgendwelchen Zielen hinterher
Hechelte statt zu genießen was ist
Und im Kleinen offenbart sich dieses
Ganz nah viel mehr als irgendwo
Warum der Blick in sich um mit dem
Zufrieden zu sein was ist der erste
Schritt zu glücklicher Zufriedenheit ist
Die nachhaltig positiv wirkt warum ich
Diesen Weg jedem empfehlen kann

jens tuengerthal 8.6.21

Wortanstand

Wortanstand

Braucht es bei Worten Anstand
Verbieten sich gewisse historisch
Oder können Worte nie etwas für
Den Missbrauch den manche einst
Mit ihnen betrieben haben führen sie
Ein unabhängiges Leben erlebte es
Neulich bei einer Freundin die zu
Ihrer Gartenarbeit bei Facebook
Schrieb Arbeit macht frei was
Einige Leser eher schockte
Auch mich völlig empörte
Sie sah leider nicht ein warum dies
Eine Relativierung des Holocaust ist
Sie damit in AfD-Nähe rückte was
Nie zun ihr passte aber sie blieb
Bockig dabei eben weil die Worte
Frei wären und kein Nazi Sprache
Für immer belegen könne was
Zwar liberal klingt aber Unsinn ist
Zumindest in meinen Augen war
Dürfen Traditionen schwerer wiegen
Als reale Diskriminierung wie sich
Bei der Mohrenstraße in Berlin
Wie den früher Negerküssen noch
Genannten Schaumküssen oder
Beim Vater von Pippi Langstrumpf
Der Negerkönig einst war was heute
Eine Diskriminierung ausdrückt die
Durch eine sensiblere Sprache nun
Endlich normal wurde so fragt sich
Ob diese Anpassung der Sprache
Eine Diskriminierung der Gewohnheit ist
Oder nur offenbart wie diskriminierend
Unsere Realität viel zu lange war
Halte den unbedachten Gebrauch
Der Worte die von den Nationalsozialisten
Missbraucht wurden für eine Relativierung
Von deren Taten und beim fraglichen
Arbeit macht frei also für eine des
Holocaust die hierzulande strafbar ist
Und das aus guten Gründen auch
Wenn es mir fern liegt sie dessen 
Zu verdächtigen finde ich zugleich jede
Relativierung dieser Schuld problematisch
Doch kann dieser Anstand erwartet werden
Ist er Teil unserer Kultur und der Sitten
Wird er überall gleich verstanden
Wie schaffe ich ein Bewusstsein dafür
Warum ist es wichtig Worte auch im
Historischen Kontext zu begreifen
Darf es dabei nur eine Moral geben
Müssen Abweichungen bestraft werden
Oder braucht die Freiheit mehr Toleranz
Eine stete Gratwanderung der Moral
Bei der wir uns in Freiheit üben können
Noch übe ich mich in Verständnis

jens tuengerthal 8.6.21 

Abstandsblick

Abstandsblick

Mit Abstand sieht alles anders aus
Was zur emotionalen Katastrophe
Viele führt scheint lächerlich egal
Alle Grenzen verschwimmen vom
Weltraum aus betrachtet im Nichts
Was als Weltraum den Rahmen
Um unser kleines Sein bildet
Schaue ich mit noch etwas mehr
Abstand auf unser Sonnensystem
Wirkt dieser kleine Stern mit seinen
Planeten doch eher unbedeutend
Ob sie erlischt oder nicht wird am
Anderen Ende des Universums
Vermutlich kaum bemerkt werden
Unsere Sonne ist nichts besonderes
Was bei der Gewichtung unserer gen
Überschätzten Dramen sehr hilft
Auch Politik so zu betrachten bringt
Viel Gelassenheit im Wahlkampf
Scheint gerade wieder nötig denn
Was interessieren mich noch welche
Lügen im Lebenslauf unserer nächsten
Kanzlerin oder ihrer Konkurrenten
Der Blick auf die Liebe wird am
Universum gespiegelt sehr ruhig
Was zählt ein Gefühl universell
Sollte also denken wer sich mit
Der Realität der Sterne befasst
Sei gelassener als alle anderen
Würde sich über nichts aufregen
Lachte über Astrologie wie den
Irdischen Unsinn der Eifersucht
Mit Blick auf das Große ganze
Das Gegenteil war oft der Fall
Frauen die sich mit den Sternen
Physikalisch auskannten waren
Entweder Astrologie gläubig um
Über den Hokuspokus dem Blick
In die Sterne einen Sinn zu geben
Oder lächerlich rasend eifersüchtig
Wie manchmal beides zugleich was
Sie vollends unerträglich machte
Jedenfalls für mehr als eine Nacht
Weil die Fähigkeit zur Relativierung
Trotz Kenntnis des Universums fehlte
Was zeigt der Blick mit Abstand bringt
Keine Befreiung wenn du in dir noch
Völlig gefangen bist als kleiner Mensch
Dich Ängste beherrschen statt der
Weite Blick im Zusammenhang wie ich
Selbst es erfahren musste als mich
Verzweifelte Liebe zum Romeo machte
Mit etwas Vernunft und Abstand
Wären mir das wohl nie passiert was
Zeitweise mir mein Leben wert war
Doch gibt es wohl kein besseres
Hindernis der Vernunft als Liebe
Die blind blöd und selten glücklich
Auf Dauer uns macht dennoch
Klammern wir uns zu gern an Träume
Die mit Abstand nie etwas waren
Doch die höchsten Tsunamiwellen
Des Gefühls in uns auslösen können
Vor denen viele in der Magie Zuflucht
Suchen um sich zurecht zu finden
Habe keine Ahnung von den Sternen
Die zeitweise App dazu habe ich gelöscht
Für mich zählt der Blick nach Innen
Wie in Bücher mehr als die Sterne
Die ich mal zu lesen lernte was ich
Dem Geist der Aufklärung verpflichtet
Aber weit hinter mir ließ doch der
Gedanke an das Universum wie
Der relativierende Abstand gefällt mir
Gibt mir auch ohne Kenntnis Freiheit
Vielleicht sogar noch mehr denk ich
Was ich nicht weiß macht mich nicht heiß
Wird im Verhältnis zum Universum
Was wichtig schien nichtig und klein
Denke ich und lächle das Leben an
Solange es da ist genieße ich es
Wie es ist weil es ist was es ist
Mehr Abstand hilft mir dabei

jens tuengerthal 8.6.21

Onagern

Onagern

Einmal las ich auf dem Klo einer Bar
Onanie ist Liebe an und für sich was
Ein guter Witz mir schien während ich
Pinkelnd den Gegenstand des Humors
In der Hand hielt über dem Pissoir dort
Doch je mehr ich darüber nachdachte
Desto besser fand ich den Spruch treffend
Überlegend was wir alles unternehmen
Um Sex zu bekommen der selten gut
Wie beiderseits befriedigend ist schien
Der Klospruch zur Philosophie zu werden
Welcher die einzig sinnvolle Antwort auf
Die Frage der Prostitution mir scheint
Sicher ist körperliche Nähe wunderbar
Kann geteilte Lust am Sex traumhaft
Immer wieder auch sein doch steht
Der dafür betriebene Aufwand oft in
Keinem Verhältnis zum Ergebnis 
Warum wir Onanie lieber Onagern
Nennen sollten um als Genießer
Auch sich Gutes zu tun was doch
Immer Sex mit jemandem ist den
Wir wirklich gut kennen wie stets
Zur glücklichen Befriedigung führt
Was Schmusen wie Zärtlichkeit
Sicher nicht ersetzen kann aber
Den Sex für den viele viel Geld
Ihr Leben lang investieren in ein
Vernünftiges Verhältnis zum dabei
Erstrebten Erfolg setzt wie noch
Völlig autonom glücklich macht
Wer die Einsamkeit liebt sollte
Über sein Sexualverhalten auch
Häufiger nachdenken da diese
Variante völlig gefahrlos ist wie
Das gesparte Geld in Bücher besser
Investiert wird und die gewonnene
Zeit zum Lesen genutzt werden kann
Was am Ende stets glücklich macht
Denke ich und schau auf die Geschichte
Der Menschheit die sich vieles somit
Erspart hätte von Romeo und Julia
Ganz zu schweigen die nur der Wahn
Zu solchem Unsinn trieb der oft auf
Fehlende Befriedigung schließen lässt
Vor allem kann wer sich Lust schenkt
Sie auch anderen besser gönnen

jens tuengerthal 7.6.21

Einsamkeitsliebe

Einsamkeitsliebe

Wie sehr liebe ich die Einsamkeit
Der kleinen Wohnung für mich
Muss keine scheinbar verlassenen
Orte aufsuchen um für mich zu sein
Sondern schließe die Tür hinter mir
Und bin allein was mich lange umtrieb
Durch die Stadt laufen ließ um der
Einsamkeit zu entfliehen die noch
Der verlorenen Liebe nachtrauerte
Ohne die Erleichterung der Freiheit
Als solche zu genießen auch wenn
Lange der Körper zum ankuscheln
Fehlte habe ich es lieben gelernt
Ein eigenes Leben zu führen das
Mit sich und seiner Umgebung so
Wie sie ist glücklich ist ohne das
Etwas an dem geändert oder noch
Verbessert werden muss was sein
Gutes hat und Gelassenheit schenkt
Die das größte Lebensglück sein
Kann im ewigen auf und ab was
Viele sonst ein Leben lang umtreibt
Denke ich dankbar und bin gespannt
Wie lange ich dies Glück genießen
Darf bis anderes Liebe fordert

jens tuengerthal 7.6.21

Montag, 7. Juni 2021

Rückzugsglück

Rückzugsglück

Wie schön ist es einen Rückzug
Zu haben statt weg zu müssen
Denke ich auf meinem Diwan
Mitten in der eigenen kleinen
Bibliothek dem Glücksort meines
Rückzugs und wie schön ist es
Diesen wieder freiwillig zu wählen
Während die Cafés am Platz alle
Wieder geöffnet haben weil ich es
Genießen kann mich zu wie mit den
Büchern zurückzuziehen ohne so
Der Welt entfliehen zu wollen aber
Eine schöne für sich zu haben wie
Montaigne es in seinem Turm hatte
Denke ich beim Gang in die dritte Etage
Im Hinterhof am so belebten Platz
Den ich nach Laune besuchen kann
So wurde ein Haufen Bücher meine
Heimat und meine große Liebe die
Im Rückzug Zufriedenheit schenkt

jens tuengerthal 7.6.21

Büchermarkt

Büchermarkt

Bin ein leidenschaftlicher Leser
Irgendwie Dichter und Autor auch
Aber der Büchermarkt mit all seinen
Neuerscheinungen ist mir ein Graus
So gerne ich in Buchläden gehe wie
Als liebender Sammler mit Büchern
Zusammenlebe ist mir die Masse
Die der Markt fordert zuwider weil sie
Das singuläre Lesevergnügen zum
Massenmarkt macht der wechselt
Wie alles austauschbar macht
Warum ich als Buchhändler auch
Wenig taugte so sehr ich meine
Kunden auch für ausgewählte
Bände begeistern konnte blieb
Das Exklusive der Liebe dabei
Völlig auf der Strecke und Bücher
Werden zum wertlosen Konsumgut
Vielleicht darum habe ich mich zum
Rückzug vom Markt entschieden
Lese nahezu keine Rezensionen mehr
Sammle nur ausgewählte Bände der
Anderen Bibliothek die zumindest eine
Kleine Illusion des Besonderen wach
Halten auf dem erschlagenden Markt
Lebe gern in meiner Bibliothek mit teils
Sehr alten ererbten Bänden die noch
Einen Hauch von Einmaligkeit verbreiten
Wie die eher emotionale wie ästhetische
Sortierung meiner Bücher auch noch
Etwas hat was es sonst nirgends gibt
Möchte als Leser gern einmalig mich
Zumindest fühlen und ignorieren dieser
Schönen Illusion wegen den Markt gern
Was zugegeben ein schlechtes Geschäft
Für alle anderen wäre aber vielleicht läßt
Sich die Illusion der Einmaligkeit auch
Gut vermarkten ohne dass es einer
Wie ich gleich bemerken muss
Warum auch Buchmessen etwa
Die ich früher immer besuchte heute
Für mich ein nerviger Jahrmarkt sind
Den ich mir der Illusion wegen lieber
Erspare statt einer von vielen zu sein

jens tuengerthal 7.6.21

Ostbürger

Ostbürger

Lebe im Osten Berlins der aber
Sehr von zugezogenen Wessis
Wie auch ich einer bin hier im
Prenzlauer Berg besiedelt wurde
Worüber sich unter dem Stichwort
Bionade-Biedermeier mokiert wurde
Zunächst war es sehr jung wie auch
Schnell wechselnd aber langsam
Etabliert es sich in immer mehr auch
Eigentumswohnungen doch es bleibt
Anders als in Westbezirken weil eine
Gewachsene bürgerliche Kultur fehlt
Die der Osten über vier Jahrzehnte
Mehr oder weniger erfolgreich noch
Zu zerstören versucht hat was aber
Zu einer Sammlung des Widerstandes
Um Kirchengemeinden führte dennoch
Gibt es diesen Bruch und spannend wird
Wie sich die Gesellschaft künftig entwickelt
Was an bürgerlichem Engagement in den
Szenebezirken nachwächst während es in
Anderen östlichen Bezirken ohne diesen
Starken Austausch der Bewohner noch
Nachfolger früherer Sozialinstitutionen gibt
Bleibt die Situation wie das Wahlverhalten
In diesem Bezirk noch unklar der sich heute
Pankow nennt und mit Weißensee auch
Vereint einen Bezirk bildet der uneinig bleibt
Derzeit einen Linken Bürgermeister hat was
Eher für östliche Traditionen noch spricht bei
Denen die SED Nachfolger stark noch sind
Aber in Prenzlauer Berg mehrheitlich noch
Grün wählt während die CDU hier eher keine
Rolle spielt und die AfD in Pankow stärker ist
Als sie in Prenzlauer Berg je werden wird
Der viele internationale Bewohner hat die
Egal woher eben auch Berliner wie alle sind
Die eher schwache Berliner CDU hat seit
Jahren für den Machterhalt der SPD gesorgt
Die hier eher eine kleine Rolle spielt aber mit
Verschiedenen Bündnissen noch überlebte
Aber jenseits der parteilichen Neigungen die
Wie vieles sich im Alter ändert fragt sich wo
Das Bürgertum im Osten bleibt und wie dort
Die Mitte mehr gestärkt werden kann welche
Für Stabilität und Entwicklung der Kultur 
Seit Jahrhunderten entscheidend gesorgt hat
Die Linke versucht leider erfolgreich noch die
Kulturszene zu besetzen und schafft sich so
Ein Refugium eigener Art der vergessen lässt
Für was die Erben der SED sonst stehen
Manchen Populismus ignorieren lässt beim
Erwartbaren Ende der Mietpreisbindung die
Für soziale Probleme sorgt die nicht nötig
Waren weil jeder wissen konnte wie illegal
Ein solch populistisches Vorgehen war doch
Greifen die schlichten Lügen beim Ködern
Betroffener Wähler noch erstaunlich gut
Aber lassen wir Berlin mal weg was alles
Kann zumindest meint oder ist wenn es nur
Irgendwie will fragt sich was aus der früher
Bürgerlichen Kultur künftig werden wird
Wie die Zukunft ohne aussähe und was
Nachwachsen kann wenn etwas fehlt das
Dies Basis unserer Demokratie auch ist
Vielleicht nennen wir es dann anders weil
Bürgerliche Kultur vielen spießig klingt
Aber womöglich entdecken wir es neu
Weil etwas wichtiges in der Mitte fehlt
Ob der Osten dazu schon bereit ist
Werden die nächsten 25 Jahre zeigen

jens tuengerthal 7.6.21

Lebensepochen

Lebensepochen

Heute lerne ich mit meiner Tochter
Für ihr Abitur und so ist es Zeit mich
Zu fragen welche Epochen mein Leben prägten das 1970 begann also mitten
Im Kalten Krieg wie der Hippiezeit
Kriege von Vietnam bis Afghanistan
Zogen sich durch mein Leben der
Im ehemaligen Jugoslawien fiel
Quasi nebenan in meine Abiturzeit
Wie der erste Golfkrieg noch
Das Denken war von den 68ern
Wie ihrem Aufstand gegen das System
Immer stärker geprägt die Gesellschaft
Öffnete sich dem kritischen Diskurs
Erst langsam und mühsam dann aber
Immer mehr und stellte vieles infrage
Es begann langsam die Grüne Epoche
Die sich der Grenzen des Wachstums
Bewusst wurde und daraus Forderungen
An das Leben des Einzelnen ableiteten
Die jetzt wo ich 50 bin erstmals eine
Die Bundeskanzlerin stellen wollen
Es mischten sich langsam im Übergang
Von der Epoche der verklärten linken
Ideale zur postideologischen Epoche
Nach dem Zusammenbruch des Sozialismus
Aufgrund ökonomischer Untauglichkeit die
Freiheitsideale der Aufklärung mit den
Überkommenen totalitären Vorstellungen
Parallel dazu wurden die Computer im
Leben aller Menschen immer bedeutender
Es traf die am Ende der Dekadenz
Von Freud entwickelte Psychologie auf
Eine postreligiöse Gesellschaft die
Lange an alten Polen festhielt um
Einen Kompass im Leben zu haben
Die Eltern waren noch im Krieg geboren
Hatten die Epoche des totalitären
Denkens in Faschismus und Kommunismus
Wie selbst autoritäre Eltern erfahren
Auch sie brachen neu auf um mit dem
Was sie erfuhren zu brechen wie auch
Die Tradition zugleich weiter zu führen
Geboren in eine bürgerliche Familie
Die viele Ideale des 19. Jahrhunderts
Bis heute noch pflegt wie sich als
Geistige Elite durch Bildung sah
Darum stets darin übertrumpfen wollte
Einander wie andere unter Besserwissern
Dies vom Ideal der Aufklärung geprägte
Denken dem viel galt wer was wusste
Machte den Diskurs in der egalitären
Gesellschaft nicht wirklich leicht aber
Hielt das Ideal der Freiheit immer hoch
Bewahrte die meisten Mitglieder der
Familie davor Parteimitglied zu werden
Eine kurze eigene sozialdemokratische
Verwirrung meinerseits hier mal ignoriert
Was der bürgerlichen Kultur noch als
Auszeichnung galt auch wenn darin
Stets das peinliche ich kenne keine
Parteien Wilhelms II. mit anklang was
Dem Großvater als kaiserlichem Kadett
Aber nur scheinbar nahe lag in der
Nach 68 Opposition nationalen Denkens
Wie ich erst kurz vor seinem Tod noch
Vor meinem Abitur von ihm erfuhr was
Den Kreis der Epochen fast schließt
Zu denen noch die Berliner Epoche
Wie die als Vater ab 2001 kam vom
Studium der Rechte zu Heidelberg
Als Epoche zu sprechen sträubt sich
Manches in mir und doch war es wohl
Die strenge analytische Basis erst die
Eine literarischen Betrachtung der
Epochen mich lehrte wie die klare
Kunst der Unterscheidung auch wenn
Erst die Lektüre Kants dies manifestierte
Ob der Kult des Individualismus dabei
Eher ein Wiedegänger der Romantik
Oder eine Fortsetzung der Renaissance
Im Denken war hängt wohl auch davon ab
Wie sich jeder selbst dabei versteht also
Wie bewusst dieser Schritt erfolgt ist
Was wieder zeigt wie weit der Einfluss
Der Psychologie auf das geistige Leben
Bis heute geht und warum es so wichtig ist
Fragwürdige unfreie Begriffe wie Seele
Oder Unterbewusstsein immer wieder
Kritisch infrage zu stellen frei zu bleiben
Um zu verstehen wo wir warum stehen

jens tuengerthal 7.6.21

Cafétanz

Cafétanz

Zum Wein ins Misirlou gegangen
Ein wenig geplaudert mit den
Tischen nebenan doch dann kam
Im langen weiten Rock eine
Liebe Freundin vorbei die sich
Zu mir an den Tisch setzte wo
Sie von ihrem gerade öden Date
Erzählte wie ich von meinem
Grauenvollen gestern was ich
Irgendwann abbrach wie sie
Ihren Verehrer nach Hause
Geschickt hatte um auf einen
Absacker vor die Bar noch
Zu kommen und wir freuten uns
An der Stimmung am Licht wie
An der Musik dort und dann als
Wir eigentlich gehen wollten
Spielten sie Stücke aus dem
Karneval dar Tiere da fing sie
Auf dem breiten Gehweg vor
Dem Café an zu tanzen
Den nächsten Walzer wirbelten
Wir berauscht vom Sommer
Zusammen und drehten uns
Voller Lust am Augenblick
Es ist wieder Sommer und
Wir haben hinein getanzt
Es war wunderbar für einen
Moment der dir zeigt wie
Schön das Leben hier ist
Dankbar allein auf dem Diwan
Denk ich was für ein Glück
An diesem Platz zu leben
Mit Freunden zu tanzen
Und das Leben zu feiern
Es ist Sommer in Berlin

jens tuengerthal 6.6.21

Sonntag, 6. Juni 2021

Wahlsinn

Wahlsinn

Die Wahlen in Sachsen-Anhalt gingen 
Trotz oder wegen vorheriger Warnung
Nochmal gut aus für die Demokraten
Die eine deutliche Mehrheit im Landtag
Gewonnen haben auch wenn ⅓ der
Wähler Parteien jenseits der Mitte
Ob nun Linke oder Rechte wählten
Dies sollte bei aller Fteude über den
Wahlsieg der Mitte nicht vergessen
Werden um die Aufgabe zu sehen
Die für die Zukunft ansteht ohne
Eine Stärkung der bürgerlichen Mitte
Droht dem Osten immer wieder auch
Die Radikalisierung durch Populisten
Dabei spielen Linke und AfD mit sehr
Ähnlichen Mitteln unter nur scheinbar
Umgekehrten Vorzeichen noch was
Alle Demokraten wecken sollte denn
Es ist wohlfeil von der SPD die auch
In Sachsen-Anhalt weiter verlor 
Gegen die Faschisten rechts zu hetzen
Aber mit totalitären Ideologen links
Wo nötig zu regieren warum sich
Die Frage stellt wie glaubwürdig
Wahlpropaganda sein kann und wer
Aus diesem Ergebnis was lernen kann
Es ist typisch östlich wie auch von
Der Person des Ministerpräsidenten
Geprägt aber dennoch gibt es eine
Deutliche Auswirkung der Warnung
Vor einer weiteren Radikalisierung
Durch einen Wahlsieg der AfD hier
Zeigt sich der Erfolg der Abgrenzung
Den die SPD die sogar teilweise mit
Der Linken koaliert nicht gehen will
Um sich alle Optionen offen zu halten
Die Erben der SED haben sich gewandelt
Zu teilen und mancherorts zumindest
Dennoch bleiben sie die Nachfolger
Mit marxistischem und stalinistischen Flügel
Da ist eine Abgrenzung der Mitte nötig
Die gerade links geführte SPD wird
Dafür bei der Bundestagswahl hoffentlich
Genauso wieder bestraft denn eine
Große Koalition mag für manche eher
Suboptimal klingen aber tatsächlich
Spiegelt sie die Mehrheit am besten
Wieder was Wert genug sein sollte
Das Ergebnis ist erfreulich für die Mitte
Sie hält immer noch die Mehrheit
Allen Krisen zum trotz aber wichtig
Für die Zukunft wird sein deren Basis
Das Bürgertum zu stabilisieren wie
Dessen Kultur weiter zu fördern
Weil auf ihr die liberale Freiheit steht
Die unserem Staat zu Grunde liegt
Wie alle Radikalen von der Regierung
In Zukunft fern zu halten damit der
Populismus keine Perspektive hat

jens tuengerthal 6.6.21 

Sonntagskonzert

Sonntagskonzert

Beim Gang um den Platz einen Moment
Innegehalten um Janos dem Trompeter
Mit seinen Freunden zu lauschen die mit
Trompete Schlagzeug und Kontrabass
Am östlichen Ende des Helmholtzplatz
Musizierten und wie schwungvoll gut
Waren sie und tat diese Pause während
Die Cafés gegenüber gut gefüllt sind
Lieferten die drei Musiker mit ihrem Jazz
Den passenden Sound zum Sonntag
Hier auf dem Berg und die Paare
Auf der nahen Wiese küssten sich
Wie im Takt und es war gut so
Schön ist das Leben am Platz
Auf dem Berg in Berlin

jens tuengerthal 6.6.21

Lustsinn

Lustsinn

Ist die Lust sinnvoll weil sie einem
Zweck der Natur der Fortpflanzung
Dient also zweckgebunden ist was
Den Sex nur gut machte der dem
Ziel der Zeugung dient was aber
So falsch wie meist unsinnig ist
Im Gegenteil entwickelt sich etwa
Die Lust der Frauen oft erst nach
Der Zeugungsfähigkeit wirklich
Erleben sie das größte Glück
Eher zweckfrei als um zu was
Für Männer aus Erfahrung auch
Bestätigt werden kann die oft
Den richtigen Genuss erst erfahren
Wenn sie den Drang zu zeugen
Oder die Furcht davor überwanden
Lust braucht weder Sinn noch Zweck
Im Gegenteil stört dieser eher beim
Sex wie wohl manche zeugungswillige
Paare bezeugen können denn wer
Zeugen will erreicht oft eher nichts
Warum beim Sex wie im Leben gilt
Genießen was ist ist die Kunst
Die zum glücklichen Leben führt
Mehr zu wollen wäre anmaßend
Wie selten zielführend noch

jens tuengerthal 6.6.21

Liebessinn

Liebessinn

Welchen Sinn hat die Liebe
Ist sie zweckfrei wie alles Sein
Oder hat die Evolution für sie
Eine konkrete Aufgabe noch
Vorgesehen wie den Bestand
Der Familie zu sichern damit
Die bestmögliche Aufzucht erst
Gewährleistet werden kann
Die ein Lernen im Verbund
Ermöglicht also sinnvoll wäre
Im Sinne evolutionärer Entwicklung
Was nicht auszuschließen ist aber
Besser liebt sich doch ohne Sinn
Einfach weil es ist was es ist
Dem Gefühl fraglos folgen kann
Die schönste Erfüllung sein
Auch wenn es weil ohne Verstand
Genauso oft in den Abgrund führt
Vermutlich sogar weit häufiger noch
Jedes Risiko wieder wert scheint
Warum sich die Frage stellt was
Vom Sinn übrig bleibt wenn es
Um ein Gefühl dabei geht ob
Erlebnis genug ist damit so
Glücklich wie möglich zu bleiben
Liebe dem Leben völlig gleicht
Am Ende immer sinnlos ist

jens tuengerthal 6.6.21

Sinnvoll

Sinnvoll

Was ist sinnvoll zu tun im Leben
Müssen wir etwas erlebt haben
Bestimmte Dinge noch sehen
Wie schlechte Bücher suggerieren
Die einen Markt des Überfluss als
Vergleich der Gier billig bedienen
Menschen unter Niveau drücken
Vielleicht darum so beliebt sind
Wie etwa auch das Fernsehen
Sich also gut verkaufen was der
Maßstab des Erfolges allein ist
Auch wenn wir uns gern belügen
Es ginge um Sinn oder Tiefe im
Leben zählt am Ende die Bilanz
Ob jemand erfolgreich war aber
Nicht messbar ist was uns erst
Glücklich machen kann jenseits
Des trügerischen Schein allein
Warum wir uns allein darauf
Jeden Tag konzentrieren sollten
Damit wir zumindest glücklich
Bleiben wo alles vergänglich ist
Was das ist herauszufinden ist
Die einzig sinnvolle Aufgabe
Den Rest vergessen wir lieber
Weil nichts Sinn hat genügt Lust
Dabei wie miteinander völlig

jens tuengerthal 6.6.21


Lebenssinn

Lebenssinn

Was ist der Sinn des Lebens
Fragen sich viele dabei dabei
Hat und braucht nichts einen
Sinn können wir höchstens
Genießen was ist weil mehr
Eine Freiheitsberaubung wäre
Die verloren Leben wertlos
Machte statt zu bereichern
Nichts muss aber alles kann
Was gefällt ist Aufgabe genug
Ein Leben lang glücklich zu bleiben
Vielleicht hilft das Bewusstsein
Sinnlosen Seins dessen Zweck
Nichts ist als zu sein viel mehr
Mit dem glücklich zu werden
Was ist statt mehr zu wollen
Womit ein gutes Gefühl eine
Zeit lang erreicht werden kann
Was die Unzufriedenheit so
Mehr überwindet als jede
Sinnlose Sinnsuche

jens tuengerthal 6.6.21