Samstag, 10. August 2019

Literaturkultur

Was ist die Basis großer Kultur
Als die Größe ihrer Literatur
Die sich in ihrem Kanon offenbart
Nicht am billigen Ramsch mit dem
Unterhaltung suchende Masse gern
Beschäftigt wird was beide erniedrigt
Warum alle Vernunft dagegen aufsteht
Solches auch nur Literatur zu nennen
Es so nötig vielmehr wäre die Kultur
Lesend retten zu wollen statt sie
Leichtfertig verdummend zu verspielen
Um schnellem Markt zu gehorchen
Der blinder Masse einfach hinwirft
Wonach sie gewohnt schlicht verlangt
Statt Menschen geistig zu fordern
Damit sich ihnen neue Welten öffnen
Die sie und damit die Gesellschaft
Auf Dauer mehr bereichern werden
So ist Lesen ein großes Glück wie
Chance sich aus Unmündigkeit selbst
Zu befreien die wir jedem geben sollten
Der Einsatz für literarische Werte ist
Ein Freiheitskampf der Chancen uns
Eröffnet statt im Stumpfsinn nur zu
Versinken der zu viele beschäftigt
Wieder geistig kreativ zu gestalten
Verstehen zu lernen wie zu genießen
Als mündige Bürger in freier Gesellschaft
Die ihre Verantwortung wahrnehmen
Werden sie ein Mosaikstein ihrer Kultur
Die weiter trägt was bleibenswert ist
Warum lesend die Kultur beginnt
Seichte Unterhaltung zu vermeiden ist
Die bloß fesselt statt zu bilden und also
Nur unfrei macht wo Autonomie so
Nötig den Menschen doch wäre künftig
Verantwortlich zu handeln

jens tuengerthal 10.8.2019

Langsamkeitsentdecker

Die Langsamkeit entdecken
Wie miteinander lieben lernen
Beim einander Kennenlernen
Sich alle Zeit zu nehmen um
Beieinander anzukommen
Statt sich rasend zu erobern
Auch wenn sich alles längst
Immer größer schon anfühlt
Gibt die ruhige Gelassenheit
Auf die wir mit Vertrauen bauen
Können komme was wolle
Es hat alles seine Zeit

jens tuengerthal 10.8.2019

Sicherheit

Sich sicher sein
Aber nichts wissen
Mit Gewissheit fühlen
Im noch Unklaren ist
Ein verwirrendes Wunder
Dem ich mich ergebe
Um zu genießen was
Sein könnte wenn wird
Was sich längst schon
So wirklich anfühlt
Weil es ist was es ist

jens tuengerthal 10.8.2019

Freitag, 9. August 2019

Verwunderlich

Liege da und staune wie
Glücklich ich bin in einer
Wunderbaren Welt die nie
So nah mir schien was
Noch kaum wirklich
Scheint wird immer mehr
Aus Worten allein wachsen
Träume zu neuer Realität
Die wirklicher schon scheint
Als ich je zu träumen wagte
So wundere ich mich staunend
Was nun wirklich schon ist
Obwohl nie zu träumen gewagt
Nehme ich dies Glück mit in meine
Träume um es einfach zu leben
Miteinander zu teilen als einen
Traum von vielleicht Liebe

jens tuengerthal 8.9.201

Regenlauschen

Lausche dem Regen
Und stelle mir dabei vor
Wir lägen zusammen hier
Dem Regen lauschend
Verschlungen tröpfelnd
Liebe den Regen sehr
Gerührt schon davon
Nur zusammen noch mehr
Fließt wohl alles

jens tuengerthal 9.8.2019

Dasein

Da sein um da zu sein
Im Dasein anzukommen
Miteinander
Beieinander
Ineinander
Ganz da
Du und ich
Nichts sonst
Als unser
Dasein

jens tuengerthal 9.8.2019

Bücherhafen

Manche fahren zur See
Um die Welt zu erkunden
Andere reisen über Land
Mit dem gleichen Ziel dabei
Steuere lieber zwischen Seiten
In den Bücherhafen meiner
Kleinen Bibliothek um dort
Welten und Zeiten zu erobern
Von denen Reisende nie erfahren
Die nur durch den Raum hetzen
Den sie damit weiter zerstören
Obwohl sie ihn vorgeblich lieben
Als wüssten wir nicht schon lange
Es kommt weniger auf die Orte an
Die wir sahen und besuchten um
Etwas zu erkennen als mehr das
Gleichgewicht in uns zu finden
Mit dem wir genießen können was ist
Statt getrieben immer weiter zu suchen
Nach dem was längst in uns liegt
So wie in meinem Bücherhafen die
Ganze Welt vor Anker liegt in Bänden
Die ich genieße und würdige was
Reisetätigkeit mir für ein Leben genug
Im Wissen ich werde es nie schaffen
Alle Bücher zu lesen die mich reizen
Wähle ich sorgsam aus was mir
Lesend noch so nah kommen darf
Manches kreist um Mann und Goethe
Ein wenig Montaigne und Kant daneben
Kulturgeschichte immer willkommen auch
Ist der Hafen mir wohl vertraut und doch
Seitenweise neu betrachtet zugleich auch
Immer wieder ein anderer mir im Leseglück
Was ich buchstapelweise täglich genieße
Zwischen Zeiten und Kontinenten dabei
Ganz wörtlich hin und her springend
Was nur gegegenwärtig Reisenden
Ohnehin niemals mehr gelingen kann
So kenne ich aus meinem Bücherhafen
Die Welt besser und weiter als all die
Reisenden die nur vorüber eilen
Ohne je bei sich anzukommen

jens tuengerthal 9.8.2019

Wortbedeutung

Wie klingen bekannte Worte
Plötzlich ganz anders mir
Denke ich dabei an dich
Sanft was sonst zart war
Bekommt eine völlig neue
Sinnliche Bedeutung wenn
Du mir schreibst wie du bei
Lustvoller Vorstellung unserer
Hingabe überall ganz sanft wirst
Lese ich irgendwo nun feucht
Denke ich an deine Lippen
Zwischen die meine Zunge
Deine Feuchtigkeit zu schmecken
Endlich tief tauchen möchte
Lese ich irgendwo Stein blitzt
Ein Bild von dir in mir auf
Und so zaubert Nähe aus
Noch Nichts manchmal mehr
Als ich noch träumte je wieder
Finden zu können wie auch
Das Wunder der Blendung
Es schafft Einmaligkeit als
Großes Wunder uns nun
Erscheinen zu lassen auch
Wenn es schlicht bloßer
Wahrscheinlichkeit genügt
Die mich aber glücklich hier
Grinsend nicht interessiert
In dem mir einmaligen Wunder
Was die Welt der Worte sogar
Zart verzaubert verwandelt
Als wäre mehr als Träume
Genieße ich fraglos was ist

jens tuengerthal 9.8.2019

Vorstellungslust

Stelle mir vor fern von dir
Während wir beide noch
Unserer Arbeit nachgehen
Wie ich ganz heimlich dabei
Unter deinen Rock schlüpfe
Mit der Zunge zur Seite
Schiebe was das Paradies
Noch verstellen könnte
Um am Ziel schönster Träume
Züngig deine Lippen zu öffnen
Dich inwendig zu schmecken
Wieder aus dir dann auftauche
Um als Perlentaucher endlich
Deine Lust zum Gipfel zu kitzeln
Den wir so am ungewohnten Ort
Zur gänzlich unpassenden Zeit
Heimlich miteinander genössen
Aber zum Glück träume ich nur
Damit wir beide ganz ordentlich
Unsere Arbeit erledigen um nur
Manchmal vom irgendwann dann
In Worten noch zu träumen

jens tuengerthal 9.8.2019

Unwissenheit

Unwissenheit was
Kommen könnte macht unfrei
Aber ist normal

Was weiß ich schon je
Fragte sich Montaigne laut
In seinem Vorwort

Unwissend frei sein
Die hohe Kunst des Lebens
Was ist wie es ist

jens tuengerthal 9.8.2019

Beischlaf

Liege nackt in meinem Bett
Stelle mir vor mich an dich
Ebenso nackt zu kuscheln
Um friedlich einzuschlafen
Endlich ganz beieinander
Und weiß doch wie fern
Der Gedanke an Schlaf wäre
Lägen wir so zusammen
Fühle die Sehnsucht dir
Überall ganz nah zu sein
Bis in die vorderste Spitze
Kostete zu gern den Tau
Von deinen Lippen nun
Um immer erregter dann
Ineinander tief verschlungen
Doch noch Erlösung zu finden
Die uns selig davon bebend
Am Ende einschlafen ließ

jens tuengerthal 8.8.201

Donnerstag, 8. August 2019

Annäherungen

Langsam nur nähern wir uns
Schritt für Schritt vorsichtig
Ungesehen ungefühlt wie
Ungeschmeckt und doch
Viel näher längst als viele
Je kommen die sich nie so
Sehnsüchtig erwarteten und
So wird die Zwischenzeit uns
Zum Paradies der Vorfreude
Ohne Erwartung nur im Wissen
Es ist alles gut so nun haben wir
Uns doch endlich gehört
Zwischen sich umkreisenden
Träumen jenseits aller Räume
Scheint die verlorene Zeit sich
Im Zusammenwachsen zu finden
Als Traumzeit in der Raumzeit
Überwindet sie alle Grenzen

jens tuengerthal 8.8.2019

Tonfall

Wie wichtig ist der Tonfall
Schon beim Lesen um die
Stimmung einer Geschichte
Nicht bieder kippen zu lassen
Wie es leider Pawel Hueile
Dann doch in seinem Castorp
Der mit viel Geschick zuerst
Figuren von Mann leben lässt
In Kleinigkeiten passiert die
Zeigen wie fremd ihm diese
Bürgerliche Welt in manchem ist
Wenn er zwar gekonnt auch den
Tonfall Manns imitiert ihm aber
Der letzte Schliff ein wenig abgeht
Es dennoch sehr gut geschrieben
Nur in Kleinigkeiten den Ton
Verfehlt der die bürgerliche Welt
Die Mann so zart fein malte
Als eine Welt für sich ausmacht
Dazu muss der Autor vermutlich
In diese hineingeboren sein um
Als getreulicher Chronist auch
In der Ironie noch mit steifem Kragen
Aus dem Handgelenk quasi noch
Mit elegantem Lächeln hinzuwerfen
Das ist dem im sozialistischen Polen
Aufgewachsenen Hueile der seinen
Mann gut studiert hat keinesfalls
Vorzuwerfen vermutlich hört es
Ohnehin kaum einer mehr der
Nicht schon als Kind damit aufwuchs
So Beobachter wie Teilnehmer ist
In der Welt des Zauberers des
Großen Chronisten der Bürgerlichkeit
Und so lese ich mit einem leichten
Stirnrunzeln Hueiles Castorp weiter
Noch angetan nur etwas fremdelnd

jens tuengerthal 8.8.2019

ErMUTigen

Den Mut zu haben
Frei bleiben zu wollen ist
Aufklärungsanfang

Am Ende steht die
Geteilte Freiheit als Glück
Belohnt vorher Mut

jens tuengerthal 8.8.2019

Sichersein

Sich sicher sein auch
Ohne etwas zu wissen
Ist starkes Gefühl

Was immer noch kommt
Ist Gewissheit Glück genug
Es zu genießen

Komme was wolle
Dankbar sicher schon dafür
Lächel ich glücklich

jens tuengerthal 8.8.2019

Mittwoch, 7. August 2019

Wiedersehensfreude

Wie schön ist es sich wieder in einen
Roman zu ganz vertiefen und dabei
Alte Bekannte wiederzutreffen
Wie es mir gerade geschieht in
Pawel Hueiles Castorp mit dem
Vertrauten Freund Hans Castorp
Der im Zauberberg einst mir zuerst
Begegnet war und nun jünger noch
Als fahrender Student auftaucht
Welch faustische Anspielung
Unterwegs nach Danzig um
Dort sein Studium fortzusetzen

Manches klang schon vertraut
Wie das Gespräch mit Konsul
Tienappel im heimischen Hamburg
Der Reisen in den Osten kritisch
Gegenübersteht aber Hans doch
Wie immer streng hanseatisch dabei
Beisteht seinen Weg zu gehen
Ihn aber vorm östlichen Charakter
Der dem norddeutschen fremd sei
Doch weitsichtig warnen möchte
Den Suchenden aber nicht halten kann
Der seinem Studium angemessen
Mit einer Schiffsreise auf einem Frachter
Des Norddeutschen Lloyd beginnt

Wie sehr taucht Hueille schon in der
Ersten Beschreibung der Rituale an Bord
In die besondere Welt des Zauberberg ein
Der sich von der Zeit völlig gelöst längst
Über die Rituale einen Rahmen gab
Den Mann mit viel Humor so genial
Beschrieb mit den kleinen menschlichen
Katastrophen wie sie Hans auf dem Weg
Nach Danzig nun auch auf der Merkur
Erlebt wo Charaktere mit ihren ganz
Besonderen Eigenarten die Mahlzeiten
Quasi rituell prägen als hier Passagiere
Was dort Patienten schon waren die
Im Schatten des Todes noch lebten um
Ihre mehr oder weniger großen Schatten
Die der dort Kapitän Hofrat Behrens
Mit vorgeblicher Fachkunde als Arzt
Zu entdecken wusste wenn er nicht
Als Maler dilettierte am Oberkörper
Den er mit rheinischen Kommentaren
Die er distanzlos zum besten gab
Sonst der Gesundheit wegen durchleuchtete

Ist nun der Maschinist der Merkur der
Hans mit in den Maschinenraum nimmt
Der sonst keinen interessiert der neue
Mentor als rational nüchterner Ingenieur
Ein Wiedergänger von Settembrini auf
Jenem Frachter nach Osten der doch
Genial schon den Namen des Gottes
Der Frechheit trägt den wir auch als
Hermes kennen als halbgebildete Bürger
An Nadolnys Roman dabei noch denkend
Was ahnen lässt wohin die Reise führt
Die Hans nach Danzig nur bringen soll
Wozu es keine Kenntnis hermetischer
Geheimnisse bräuchte in diesem so
Wunderbaren Roman voll alter Freunde
Bei dem ich mich später schon auf die
Polnische Gräfin freue die älter als Hans
Diesem über die Effi Fontanes zu seiner
Östlichen Obsession werden soll
In der er sich erstmals schon völlig
Aus guter norddeutscher Ordnung verliert

So werden mir bei der Lektüre diesmal
Manch vertraute Freunde indirekt wie
Kaum verkleidet noch begegnen
Freue mich sehr auf dies Flanieren
Mit alten Bekannten durch Danzig
Um das Grass auch noch in seiner
Blechtrommel in Momenten genial
Kreiste auch wenn dieser häufiger
Sich verlor als Mann oder bis jetzt
Hueile der wundebar mannsch plaudert
Knapp über 33 Seiten erst und doch
Öffnete sich schon ein Universum
Das mit Verbindungen so sehr spielt
Wie die Literatur auf die Suche schickt
Nach der verlorenen Zeit die auch
Ein Echo am Ende des langen Stegs
Der den Titel so genial hier ziert
Findet der dem leidenschaftlichen Leser
Ein Universum der Literatur neu öffnet
Es polnisch neu spiegelt um damit
Wiederum östliche Brücken zu bauen
Was eigene wie alte Geschichte weckt
Und so freue ich mich als Leser voller
Anregungen und Gedanken auf die
Reise durch vertraute Welten
Fühle mich längst Zuhause

Hans selbst trat schon gewohnt nüchtern
Als echter Humanist im Diskurs auf der
Hier sein schüchtern erster öffentlicher
Auftritt war und gab ihm so jünger noch
Die Haltung des Literaten Settembrini
Machte ihn quasi zum eigenen Mentor
Offenbarte so eine wunderbare Welt
Die ich als Leser voller Gedanken
Bei den Brücken zwischen Kulturen
Nun weiter lustvoll antreten werde

jens tuengerthal 7.8.2019

Kleingeist

Kleingeist ist eher
Unerträglich weil zu sehr
In sich gefangen

Anders nur wirken
Kleine Geister als Besuch
Auf deiner Schulter

Sie sind Glücksboten
Voller Gefühl einfach da
Begleiten sie dich

jens tuengerthal 7.8.2019

Glücksverteilung

Die Glücksverteilung
Scheint relativ gerecht mir
Nur ich habe mehr

Übertreibe es
Im Guten wie im Schlechten
Echter Genießer

Normal wäre gleich
Aber was interessiert
Uns das noch im Glück

jens tuengerthal 7.8.201

Bücherankunft

Oh wie schön ist es doch
Wenn Bücher ankommen
Frisch duftend oder nicht
Neuer geistiger Schatz
Immer mir und erwählt
Berührt mich tiefer als
Vieles je kommen kann
Ist Heimat und Liebe mir
Heimatlosen der zwischen
Buchseiten mehr Zuhause
Schon fand als irgendwo
Sogar meine Familie kam
In den Buddenbrooks mir
Näher fast vor als real
So ist die Ankunft von
Büchern mir immer ein Fest
Die Familie vergrößert sich
Vielleicht etwas verrückt
Zumindest der Welt entrückt
Es sei denn Bücher sind sie
Diese ganze wunderbare Welt
Der Worte als Zwischenraum
In dem ich als Bewohner des
Bücherturms mit Montaigne
Alles glücklich finden kann
Ankunft am Heimatbahnhof
Heißt für mich lesend da sein

jens tuengerthal 7.8.2019

Seinswirklich

Viele spielen noch
Rollen um zu gefallen
Nichts liegt mir ferner

Gefalle wohl gerne
Wer täte das nicht aber
Wenn einzig als ich

Spiele drum nicht mehr
Bin wer ich bin auch einsam
Niemals mehr als ich

Glücklich wer darin
Mit sich gemeinsam nun ruht
Im dann Gleichgewicht

Selig aber ist
Wer Gefühl geteilt genießt
Strebe noch danach

Mehr braucht wohl keiner
Weniger aber wäre
Niemals mehr genug

Jenseits schon aller
Spiele in der Hauptrolle
Einfach zufrieden

jens tuengerthal 7.8.2019

Rilkelegisch

“Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
Die sich über die Dinge ziehen.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
Aber versuchen will ich ihn”

(Rainer Maria Rilke aus Das Stundenbuch, Erstes Buch, Vom mönchischen Leben)

In die Hände von Lous Andreas-Salomé
Seiner fünfzehn Jahre älteren Geliebten
Legte der junge Rilke seine zarten Verse
Ein Jahr später verließ sie ihn schon wieder
Der einsam verletzte Dichter zog sich nach
Worpswede zurück den Künstlerort bei Bremen
Wo er nach genug unendlichem Leid dann
Seine bald Frau die Bildhauerin Clara Westhoff
Bei Vogelers traf und anstatt lieben lernte
An jenem verzaubert düsteren Ort im Moor
Der noch so manchen inspirierte wie zum
Abschied vom grauen Leben verführte
Damals war der schwermütige Dichter
Gerade fünfundzwanzig geworden
Nur einundfünfzig wurde er noch
Bis ihn die Leukämie wieder von der
Ihm so oft fremden Welt nahm da schon
In einem schweizer Sanatorium lebend
Über welche zwei Jahre zuvor noch
Thomas Mann mit seinem Zauberberg
Kulturgeschichtlich reich zauberte

Ob nun der elegische Rilke seine
Lebensringe dort vollendete oder
Schlicht herausgerissen wurde
Weil der Tod stärker was als dies
Zarte Leben voll verzauberter Bilder
Wer wüsste es mit Gewißheit noch
Zu sagen doch waren seine Verse
Mit denen er in die Moderne aufbrach
Die uns als Zauber noch blieben

Wie fragt er uns einst in einem der
Letzten Sonette an Orpheus die als
Das vollendete Werk seines noch
Nicht alten Alters gelten ob es
Wirklich die Zeit gibt die zerstörende
Wir wirklich so ängstlich Zerbrechliche
Nur sind wie uns das Schicksal wahr
Machen möchte wirklich die Kindheit
In den Wurzeln später still ist fragt der
Den Freuds Schülerin Lous einst noch
Analysierte in der Seelenanmaßung
Die lebenslänglich suchend verwirrte

Groß und schwer waren seine Worte
Bedeutungsschwanger wie schön
Getragen vom Glauben an das Große
Wahre Schöne und der ewigen Suche
Sei es auch nach Göttern die zeitgleich
Einem Stefan Geroge schon so fern
Der zwanghaft klein viel symbolischer
In einem Hauch von Nichts wurde
Was seine Jünger hingebungsvoll
Lange noch anbeteten auch einer wie
Stauffenberg der später für das gute
Deutschland aufstand und starb

Wo greifen wir einen Rilke der einen
Mussolini als Führer verbal bejubelte
Als Kraft der verlorenen Ordnung noch
Ohne vom Faschismus zu ahnen der
Sieben Jahre nach seinem Tod dunkle
Neue Blüten zum Untergang trieb wie
Jene traurigen die Baudelaire besang
Die Celan zur Todesfuge brachten
Adorno fragen ließ ob es noch Lyrik
Nach Auschwitz geben könnte

Kind eines untergegangenen Reiches
Zwischen den Welten zuhause wie
Immer wieder auch getrieben um sich
Wiederzufinden zwischen den Zeilen
Die er so gern mit aller Schwere besang
Wie sie im gebrochenen Blick des Panthers
Sichtbar wurde zeigt er sich treffend mit
Schmerzvoll dialektischer Elegie noch in
Den letzten Strophen der Sonette an Orpheus
Stärker und tiefer wird dieser Zauberer
Nie wieder als in dieser Antithese vorigen
Sonetts was als 24. den letzten Akkord anstimmt
Mit dem dies elegische Gedenken endet:

"Sei in dieser Nacht aus Übermaß
Zauberkraft am Kreuzweg deiner Sinne,
ihrer seltsamen Begegnung Sinn

Und wenn dich das irdische vergaß,
zu der stillen Erde sag: Ich rinne.
Zu den raschen Wassern sprich: Ich bin."

jens tuengerthal 6.8.2019

Dienstag, 6. August 2019

Lustspannung

Die Spannung der Lust
Ohne Berührung im Raum
Der Worte nur schwebend
Wartet auf Erlösung jenseits
Aller Worte lädt sie alles auf
Was uns irgendwo nahe kommt
Ist die nur Wortwelt Realität
Die Körper mit Geist bewegt
Lust uns spürbar macht
Bis sie sich erlösend findet
Als kleiner Tod miteinander
Wird sie alles Leben uns
In der Gedankenwelt

jens tuengerthal 6.8.2019

Buchreisender

Natürlich reise ich nur mit
Büchern wenn ich reise
Was ich zu verhindern suche
Weil es geistig wenig gibt
Nur in Bewegung uns hält
Was viel Energie kostet
Die zum Lesen dann fehlt
Aber wenn ich dann doch
In seltenen Fällen mal reise
Dann nie ohne meine Bücher
Wobei die Auswahl beschränkt
Weil ich tragen muss was ich
Unterwegs alles lesen will
Keine Diener dafür mehr habe
Dennoch nehme ich immer
Viel zu viele Bücher mit die
Absolut unentbehrlich sind
So hatte auch Friedrich II.
Als König in und von Preußen
Seine Bibliothek gleich mehrfach
Eine davon auch im Kriege sogar
Stets mobil mit dabei mit Werken
Von Voltaire bis zu Lukrez was
Die Mobilität von Lesern zeigt
Doch ehrlich gestanden scheint
Dies Mitschleppen von Büchern
Doch eher lästiger Ersatz nur wo
Reisen eben unvermeidlich sind
Denn wirklich zuhause ist der Leser
Bei seinen Büchern in der eigenen
Bibliothek nach seinen Träumen
Um dort auf die wirklich großen
Lesereisen zu gehen was nur
Echte Leser verstehen die nicht
Mehr gehetzt durch die Welt laufen
Ein Buchreisender reist in Büchern
Fliegt über Seiten statt fragwürdig
Durch Gegenden wie Massen vor ihm
Ohne zu bemerken wie lächerlich
Unbequem und geistlos dies ewige
Reisen was die Menschen gern
Ihren Urlaub noch nennen doch ist
So lernte ich in meiner Familie noch
Respekt vor Weltreisenden zu haben
Weil sie so viel gesehen schon hätten
Und es verkehrten so einige davon
In meinem Elternhaus regelmäßig
Die ich lange für gebildet hielt
Was sie real nur seltenst waren
Oder höchstens trotzdem nicht darum
Irgendwo gewesen sein macht nicht
Klüger sonder offenbart nur Unruhe
Wer in Büchern reist kommt an
Nicht nur bei sich lesend sondern
Weiß auch wirklich Bescheid was
Sich von Reisenden nie sagen lässt
Sogar die Bildungsbürger sind hier
Nur zum Anschein der Bildung noch
Unterwegs verdummen jedoch selbst
Auf Reisen in lächerlichen Ritualen
All dem völlig zu entgehen wurde ich
Buchreisender zwischen Welten
Wie Zeiten völlig frei schwebend
Ohne dafür den Ort zu wechseln
Mit meist weiterem Horizont als
All die lächerlichen Touristen die
Von Andenken ihre Majestät nähren
Merkte ich wohin meine Reise geht
Lebe dies möglichst konsequent
Dem Vorbild Kants dabei folgend
Wie es Klima und Zeiten fordern
Also guten Gewissens lebend
Als glücklicher Buchreisender
Was sich gut und gelassen anfühlt

jens tuengerthal 6.8.2019

Seitenberührung

Manche Seiten berühren dich
Von Menschen und Büchern
In letzteren lese ich nach
Was mir wirklich nahe kam
Erstere verschwinden auch
Manchmal einfach für immer
Bücher bleiben dagegen
Ohne alle Launen deine
Glücklich gelesen zu werden
Warum ich Seiten so gerne
Zärtlich mit Liebe berühre
In einer Beziehung mit
Büchern lange schon lebe
Weil mir wichtig ist was bleibt

jens tuengerthal 6.8.2019

Hofsonne

Die Sonne scheint im Hof
Kaum Minuten bis zum Boden
Dafür durch mein Fenster im
Dritten Stock und streichelt zart
Über meinen dichtend nackten
Körper von der Mitte bis unten
Bin ich im Seitenflügel gen Osten
Am Morgen so zärtlich verwöhnt
Als läge tatsächlich wer neben mir
Von dem ich doch nur eben träumte

jens tuengerthal 6.8.2019

Erwartungsfrei

Ohne Erwartung
Leben schützt vor Enttäuschung
Schenkt dafür Freiheit

Gelassen lebt sich
Besser bis zur Leidenschaft
Die immer mehr will

Das Balancieren
Zwischen Hoffnung und Freiheit
Ist schon Leidenschaft

jens tuengerthal 6.8.2019

Montag, 5. August 2019

Bücherruhe

Bücher schenken Ruhe
In einer unruhigen Welt
Geben sie seitenweise Halt
Das Leben in ihnen wird
Einfach weitergeblättert
Bis wir zum Ende kommen
Sie sind bereits vollendet
Wenn wir zu lesen beginnen
Nichts ändert sich unerwartet
Was uns gefiel lesen wir
Einfach nochmal was uns
Im Leben nur selten gelingt

jens tuengerthal 5.8.2019

Lebenswege

Wege im Leben
Laufen oft ganz anders als
Einmal noch geplant

An Kreuzungen trifft
Unverhofft zusammen was
Vorher unbekannt

Dann entscheiden wir
Wohin unser Leben geht
Ohne zu wissen

jens tuengerthal 5.8.2019

Bücherbegeisterung

Für gute Bücher begeistern ist
Wunderbar genügt mir völlig um
Glücklich zu arbeiten dabei
Fraglich wäre nur was gut ist
Ob mein Geschmack jemals mit
Dem der Masse kompatibel war
Aber Leser liebten es schon immer
Sich besonders exklusiv zu fühlen
Kenne ich von mir auch wenn es
Real nur um Monopole geht die
Mit Kultur gut getarnt hier von
Institutionen verwaltet werden
Darum nicke ich als Buchhändler
Auch die Buchpreisbindung ab
Die ich als liberaler Denker ganz
Grässlich finde aber welcher Vogel
Kackt schon ins eigene Nest
So ist die Magie um Bücher auch
Viel Geschäft in einem sehr
Kontrollierten Markt der mir als
Freier Bürger missfällt den ich
Als Leser und Rad im System
Mangels Alternative mittrage
Dabei wäre es viel besser den
Büchern an sich mehr Wert
Wieder zu geben statt Monopole
Unfair weiter zu pflegen weil sie
Für die Kultur alternativlos sein
Aber eigentlich mehr Verwaltern
Der Monopole die Arbeit sichern
Aber ich will nicht unnötig klagen
Für schöne Bücher begeistern
Ist wunderbar und gibt dir als
Schlichter Händler das Gefühl
Mehr als nur Verkäufer zu sein
Ein Agent der Buchkultur eher
Was sich zwar verlogen aber
Doch einfach toll anhört dazu
Wenn sich dies Gefühl am Ende
Auch noch gut verkauft sind
Alle mit der Bücherbegeisterung
Irgendwie glücklich was genügt
Von ehrlich stand nichts da

jens tuengerthal 5.8.2019

Lustwirklichkeit

Wie wirklich ist die nur
Gedachte Erotik der Worte
Wenn sie gelesen berührt
Sich als Tau der Lust längst
Auf ihren Lippen niederschlug
Oben wie unten womöglich
Einander sich so innig öffnet
Bevor wirklich wird was nur
Geträumt in unseren Worten
Scheint manche Vorfreude
Mehr Realität als Traum
Fühlte es sich nicht so
Traumhaft schon an

jens tuengerthal 5.8.2019

In Gedanken

Denke daran wie du nun
Mit deinen Verrückten wohl
Arbeitest was so keiner sagt
Außer manchmal wenn es
Alles zu viel wird für Momente
Wie du es erzählt hast
Und küsste dich dabei zu gern
In den Nacken wie ins Ohr
Das ich mit der Zunge zart
Umspielte bis du wieder
Zuckst vor Vorfreude
Noch lieber leckte ich dann
Den Morgentau aus deiner
Zart geöffneten Mitte wissend
Diese Worte können genügen
Sie spätestens beim Lesen
In eine verzaubert feucht offene
Höhle wieder zu verwandeln
So wandern sinnliche Gedanken
In erfundene Worte um sich mit
Irgendeiner Realität lustvoll zu paaren
Ohne den Hauch einer Ahnung
Wann sie wo berühren werden
Trinke grünem Vanille-Tee dazu der
Zart nach schönem Schoß duftet
Und bin so irgendwo zwischen
Dir und mir angekommen

jens tuengerthal 5.8.2019

Gewissheiter

Gewissheit ist stets
Besser als Unsicherheit
Leben ist endlich

Genießen was ist
Ist mit Gewissheit schöner
Als hinterfragen

Hinterfrage stets
Alles als Aufklärer nur
Niemals die Liebe

jens tuengerthal 5.8.2019

Wortlust

Lust nur in Worten
Hohe Kunst der Erotik
Schon in Gedanken

Wer sich so findet
Kam sich näher als viele
Bei bloßem Sex je

Wieviel schöner wird
Vollzug dieser Erregung
Dann erst gemeinsam

jens tuengerthal 5.8.2019

Kussglück

Küssen ist ein Glück
Je länger je lieber wird
Immer nur besser

Zu lange nicht mehr
Weckt bloßer Gedanke die
Liebesgeister auf

Was verloren schien
Kehrt verschönert zurück
Küssen ist Leben

jens tuengerthal 5.8.2019

Sonntag, 4. August 2019

Zwischenzeit

Zeit im Zwischenraum
Vergeht gerne ewig nicht
Wenn wir erwarten

Erwartungslos sein
Nimmt etwas an Aufregung
Beschleunigt nur nicht

Dichten hilft dabei
Räume zu überbrücken
In der Zwischenzeit

jens tuengerthal 4.8.2019

Vorfreudlich

Vorfreude ohne
Erwartung nur mit Gefühl
Zitternder Spannung

Wie reich ist Leben
Wo wir genießen können
Was ist wie es ist

Vorfreude auf den
Dabei geteilten Genuss
Verdoppelt es noch

jens tuengerthal 4.8.2019

Familienromane

Familie ist immer ein Roman
Manchmal wird es real wo sie
Sich vom persönlichen löst
Was sie eigentlich nur erzählt
Um über sich hinaus zu wachsen
So liegt zwischen der Fiktion
Zu der die Realität uns wird
Wo wir sie als Geschichte
Wieder und neu erzählen
Und der Kulturgeschichte
Die sie erzählt nahezu nichts
Werden wir dabei selbst
Geschichte der Geschichte
Die um ihrer selbst willen
Auch wenn eigentlich
Völlig unbedeutend nur
Erzählt wird und darin
Wiederum über sich
Hinaus wachsen kann

jens tuengerthal 4.8.2019

Mondwein

Nach Mitternacht ist
In warmer Sommernacht noch
Viel Leben am Platz

Etwas gedämpft nur
Durch vorigen Besuch
Der Polizei wohl

Beim Wein lausche ich
Gesprächen meiner Nachbarn
In vielen Sprachen

Wo unverständlich
Wird es Hintergrundnusik
Der Samstagstimmung

Ein leichter Wind weht
Bewegt Blätter wie Stimmung
Kühler Abendhauch

Statt dem Mond leuchten
Laternen in unstiller
Nacht um den Platz

jens tuengerthal 3.8.2019

Samstag, 3. August 2019

Wunderwelt

Oh wie wunderbar
Wird Leben im Schatten der
Wunder der Liebe

jens tuengerthal 3.8.2019

Lebensglück

Wie glücklich lebt sich
Anerkannt und gewürdigt
Mit kleinen Träumen

jens tuengerthal 3.8.2019

Liebeslächerlichkeit

Annäherung folgt
Immer gleichem Ritual
Unserer Natur

Manche umschleichen
Einander ewig lange
Ohne Ergebnis

Besser gleich alles
Wagen statt sich
Verlieren im Nichts

jens tuengerthal 3.8.2019

Partnersuche

Partnersuche lässt
Tiefer blicken als viele
Selbstbewusst ahnen

Was schon mit Abwehr
Beginnt beginnt besser nie
Sagt die Erfahrung

Alles übrige
Mehr Vergnügen als Zufall
Findet sich allein

jens tuengerthal 3.8.2019

Blickwechsel

Blickwechsel ändert
Dasein ohne Anstrengung
Bloß durch Kopfdrehung

Alles scheint schöner
In der richtigen Richtung
Eine Haltungsfrage

jens tuengerthal 3.8.2019

Freitag, 2. August 2019

Literaturbrücken

Effi Briest liebte ihre Schaukel
Fontane lässt sie als eine seiner
Starken Frauenfiguren vom Leben
Kräftig durchschaukeln wenn die
Leidenschaft sie zu Maior Crampas
Treibt was diesen am Ende umbringt
Sie ausgestoßen einsam werden lässt
Die willenlos die Jugendliebe ihrer
Mutter heiratete als eine gute Partie
Der alte Briest noch hilflos vom weiten
Feld das eben alles sei raunt nimmt
Pawel Huelles die Geschichte als Pole
Zu dessen Land auch Danzig heute
Gehört auf und lässt den einst noch
Danziger Studenten Hans Castorp
Sie in Liebeswirren lesen um sich
Wie die deutsche Bovary völlig im
Gefühl für die reiche polnische Erbin
Die zehn Jahre noch älter ist als er
Deren Geliebter ohne Duell ermordet
Völlig überrascht verwirrt zu verlieren
Wobei er ganz der Ingenieur plötzlich
Den vorher langweilig empfundenen
Roman ganz genau untersucht
Auf seinen Konstruktionsplan hin
Der ihn Parallelen wie geniales
Selbst betroffen entdecken lässt
Um schließlich der verehrten Polin
Nachzureisen mit ihr gemeinsam
Den Roman zu lesen der so zur
Brücke für kurze Zeit ihnen wird
Auch wenn es erotisch nicht über
Einen Kuss auf die Stirn hinausgeht
Stehen Fontane und Mann als
Große Paten einer deutsch-polnischen
Liebesgeschichte und wer sähe nicht
In jener Wanda Pielecka auch eine
Clawdia Chauchat die als Frau aus
Dem Osten auch einfach im Nichts
Als wäre sie nie alles gewesen ihm
Verschwindet die treue deutsche Seele
Völlig verstört bis ins Bordell treibt
Wovon nur die Rückkehr in die gute
Bürgerliche Existenz nach Hamburg
Ihn wieder rettet um wenig später
In Davos am Zauberberg der Welt
Trotz des Aufklärers Settembrinis
Verloren zu gehen allem Zeitmaß
Längst im Sanatorium entglitten
Wieder von östlicher statt nordischer
Also klarer Liebe völlig wie betäubt
Stehen wir nordisch geprägten
Menschen betroffen daneben
Fragen was von Treue uns bleibt
Aber sehen auch plötzlich die
Großen Brücken die Literatur baut
Einander besser zu verstehen
So hallen viele verlorene Lieben
Plötzlich parallel in mir nach
Die Märkerin die ihren östlichen
Mann mit mir betrog oder die
Geliebten und Liebsten mit mal
Östlichen Wurzeln denen ich
Einfach verschwand oder die mir
Spurlos entglitten genau wie jene
Aus dem tiefen Westen dafür
Katholisch wie alle die mir je so
Wortlos verschwanden was mich
Der große Pläne schon hatte wie
Sie Huelles Castorp noch in
Fontanes Effi einst entdeckte so
Verwirrt wie fassungslos zurückließ
Bis ich die relative Brücke entdeckte
Die alle großen Geschichten am Ende
Doch als geteilten Traum verbindet
Auch wenn manches nie lebbar
Endet was nicht sein soll eben
Im Nichts um Raum für neue
Brücken über dieses frei zu machen
Die ihrem eigenen Plan folgen wird
Alles Leben eines Tages Geschichte
Ohne Urteil über diese schafft große
Literatur es stets Brücke zu werden
Was mehr könnten wir je sein wollen
Als eine Geschichte der Literatur die
Brücken zwischen Kulturen baut als
Vielleicht nach Norden dazu schauen

jens tuengerthal 2.8.2019

Liebesversprecher

Ein Versprechen aus
Liebe verfliegt wie diese
Bindet niemand mehr

Liebe ist luftig
Bloße Idee aus dem Wahn
Wilder Hormone

Wer sie halten will
Greift logisch nur ins Leere
Sieht nur hässliches

jens tuengerthal 2.8.2019

Traumlust

Erotisch geträumt
Herrlich ganz ohne Liebe
Einfach Sex gehabt

Natur und Zeit heilen
Sogar verletztes Gefühl
Lassen vergessen

So verschwindet was
Für Ewigkeit versprochen
Langsam in sein Nichts

jens tuengerthal 2.8.2019

Donnerstag, 1. August 2019

Pflichtglück

Pflichterfüllung bleibt mir
Als Perspektive allein
Nennen wir es Glück

Ohne bliebe nichts
Was einen halten könnte
Nochmal Glück gehabt

Manchmal wird die Pflicht
Freude glauben manche noch
Hoffnung stirbt zuletzt

jens tuengerthal 1.8.2019

Aufklärungshoffnung

Endlich sehen wie weit die
Ideen der Aufklärung heute
Die Menschheit gebracht haben
Gibt Hoffnung für die Zukunft

Millionen Menschenleben wurden
Durch neues Wissen schon gerettet
Der weltweite Wohlstand nimmt zu
Immer weniger Menschen leiden Not

Es ist längst nicht alles gut auf der Welt
Noch werden zu viele Kriege geführt
Leben Millionen in Unfreiheit doch
Es wird zumindest immer besser

Auch wenn die Entwicklung gerade
Durch die populistische Regierung Trump
Ausgebremst wird ist sie unaufhaltbar
Fortschritt und Entwicklung gehen weiter

Suchen wir kein zurück ins Paradies
Das es so wenig je gab wie heile Natur
Diese ist schlicht gewissenlos natürlich
Der Mensch dagegen denkt auch sozial

Alle hehren Ideen und Modelle für eine
Bessere Welt scheiterten auf den Leichen
Von Millionen ihrer Opfer immer wieder
Geben wir sie lieber pragmatisch auf

Machen wir vernünftig und nüchtern
Aus dem was ist das bestmögliche
Damit es den meisten besser geht
Mehr können wir nie erreichen

Ersparen wir uns alle Ideologien
Suchen wir pragmatische Lösungen
Verteidigen wir Freiheit und Vernunft
Damit es uns so gut wie möglich geht

Lehren wir Freiheit und Toleranz statt
Für den wahren Weg zu kämpfen
Schaffen wir geschäftliche Netzwerke
Von denen möglichst viele profitieren

Eine Zukunft mit Freiheit und Demokratie
In einem berechenbaren Rechtsstaat wie
Der Markt ihn zum Erfolg erfordert ist die
Beste Aussicht für die meisten Menschen

Erst wer in Frieden und Wohlstand lebt
Kann sich aus der Unmündigkeit befreien
Damit die Welt langfristig menschlicher
Auch ohne Staaten irgendwann leben kann

Die bloße moralische Krücke des Rechts
Ist langfristig inhaltlich völlig untauglich
Die Menschheit zu aufgeklärt moralischem
Verhalten zu bringen wie Kant es lehrte

Die Welt ist auf einem guten Weg
Gehen wir ihn pragmatisch weiter
Sind die Chancen für die meisten
Immer noch am allergrößten

jens tuengerthal 1.8.2019

Antinietzsche

Ist Nietzsche der geistige Vater
Des Faschismus mit seinem Traum
Vom Übermenschen den diese mit
Gewalt gegen Untermenschen suchten

Sicher stand er diesen Ideologien geistig
Pate doch könnte wer genau liest auch
Das Gegenteil bei ihm noch finden sogar
Ein Plädoyer für eine bessere Aufklärung

Was aber Nietzsche gänzlich fehlt ist das
Kritische Bewusstsein dessen der sich auch
Relativiert und infrage stellt im Gegenteil
Suchen seine Aussagen stets Absolutheit

So widersprüchlich sie auch sind so wenig
Nietzsche als geistiger Vater des Faschismus
Allein gelten kann so sehr ist er es doch
Vor allem wird er niemals ein Humanist

Für die Idee der Verbesserung hin zum
Übermenschen ginge er auch verbal
Wieder über Leichen was ihn klar von
Den Zielen der Aufklärung unterscheidet

Nietzsche hat mutig neues gedacht was
Ihm seine Bedeutung auch für die Kunst
Lange gab doch ist sein Streben stets
Über etwas und also auch intolerant

Dem einen pragmatischen Humanismus
Entgegensetzen der demokratisch gedacht
Eher einschließt statt zu verdrängen wäre
Dem Geist der Aufklärung eher entsprechend

Ob Nietzsche tatsächlich in der Liebe frustriert
Manchen Wahn zum Prinzip machte sei hier
Einmal dahingestellt auch wenn verständlich
Machte es sein Denken nicht menschlicher

Der Übermensch ist antipragmatisch löst
Kein Problem sondern verlagert es nur auf
Eine hehre Metaebene die andererseits
Den Naturgesetzen nur entsprechen soll

Die darwinistische Durchsetzung des Ziels
Vom Übermenschen legte die geistige
Basis für den Mord an Millionen Menschen
Grund genug Nietzsche aufzugeben

Suchen wir lieber eine pragmatische
Menschliche Lösung mit der wir alle
Gut und immer besser leben können
Die bisherige Entwicklung zeigt dies

Wo ökonomische indessen pragmatisch
Den Vorrang haben werden Kriege
Eher vermieden weil es nicht lohnt
Wohlstand für alle sollte Ziel genug sein

Alle totalitären Lehren von Marx bis
Hitler und Stalin haben Millionen das
Leben gekostet der Kapitalismus sorgt
Schlicht für mehr Wohlstand aller

Dies im freiheitlichen Rahmen nach
Humanistischen Grundsätzen frei von
Religion oder wahrer Lehre pragmatisch
Tun sollte Ziel künftiger Aufklärung sein

Es geht mehr Menschen besser als je
Geben wir ihnen die Chance in Freiheit
Glücklich zu leben mehr ist unmöglich
Aufgabe genug für eine bessere Zukunft

jens tuengerthal 1.8.2019

Bücherempfehlung

Empfehle immer gern Bücher
Besonders die ich selbst auch
Schätze aber darüber hinaus
Soll jeder lesen was just gefällt
Damit Lesen eine Lust bleibt
Der wir voll Freude nachgehen
Quäle mich eher nie durch ein
Buch was nicht gefällt bleibt
Immer länger einfach liegen
Damit Lesen ein Genuss bleibt
Es gibt kein muss dabei aber
Um so mehr Schönheit in Freiheit
Die wir voller Liebe Büchern widmen
Darum ist Buchhändler zu sein
Etwas wunderbar liebenswertes
So nah kommt kaum einer Menschen
Wie Bücher die wirklich berühren

jens tuengerthal 1.8.2019

Lebensglück

Glück bleibt zufällig
Glücklich sein eine Haltung
Unglück kein Schicksal

jens tuengerthal 1.8.2019

Sortierung

Nach Umbrüchen muss
Das Leben sortiert werden
Ordnung zu haben

Lebe im Umbruch
Suche noch Ordnung in mir
Sortiert zu leben

Herz noch verloren
Ordnet sich mühsam ohne
Fraglich nur wozu

jens tuengerthal 1.8.2019

Lebensbücher

Manche Bücher begleiten dich
Weit über die Lektüre hinaus
Verändern dein Denken oder
Erweitern deinen Horizont

Solche Bücher in denen ich
Immer wieder mal lese waren
Für mich der Zauberberg wie
Die Buddenbrooks lang allein

Wenige Jahre nach Thomas Mann
Entdeckte ich Michel de Montaigne
Mit seinen Essays genial übersetzt
Von Hans Stilett als meinen Ratgeber

Inzwischen gesellten sich noch
Manche dazu doch blieben drei
Als meine Lebensbücher über
Den vielen wunderbaren danach

Auch die Wende wie die Renaissance
Begann beeinflusste mich sehr lang
Die Dinge der Natur des Lukrez als
Große Dichtung mehr bis heute noch

Alles zum Geist der Aufklärung reizt mich
Über seine Notwendigkeit gerade heute
Lese ich immer wieder gerne schon aus
Überzeugung als alter Aufklärer nun

Doch all dies ist nichts gegen die
Lebensbücher deren Sein für mich
Existentiell wichtig immer war weil
In ihnen mein Denken noch wurzelt

Sich solche zu suchen wenn sie nicht
Einem quasi zufliegen ist die größte
Aufgabe echter Leser alles danach
Wird nur Variation dann davon nur

Die Lebensbücher erst machen dich
Zum wirklichen Leser weil alles sonst
Ohne tiefe Liebe und Leidenschaft im
Leben nur beliebig vorüber plätschert

jens tuengerthal 1.8.2019

Versprochen

Versprechen binden
Außer sie haben sich nur
Versprochen dann nicht

Versprach mich häufig
Halte dennoch Wort will das
Versprechen halten

Liebe war nie ein
Versprecher sondern Suche
Nach der Ewigkeit

jens tuengerthal 1.8.2019

Weinsteinabschied

Am letzten Abend feiert sich
Das Weinstein nochmal mit
Seinen treuen Gästen zum
Abschied nach 26 Jahren

Wäre es immer so voll wie
Heute gewesen es gäbe
Trotz Roys Tod nie einen
Grund zur Schließung

Bald 19 Jahre nun Berliner
Kenne ich das Weinstein
Seit über 18 Jahren und
Liebte es vom ersten Tag

Es war damals das liebste
Restaurant meiner Liebsten
Der Mutter meiner Tochter
Einer echten Feinschmeckerin

Auf ihr Urteil war kulinarisch
Immer Verlass und so hat auch
Das Weinstein das ich später mit
Verschiedenen Damen besuchte

Immer Wort gehalten und etwas
Besonders Gutes geboten zu dem
Dem Namen entsprechend guten
Wein als erste Weinstube am Berg

Regionale Zutaten mit teilweise
Selbst etikettierten Weinen konnte
Das Weinstein echte Feinschmecker
Überzeugen und wurde berühmt

Ganz besondere Namen der Weine
Wie schlank im Schrank für Weißen
Schwul am Pool für den Rosé oder
Fett im Bett für dichten Roten gab es

Dies und der besondere Geist des
Mit viel Abstand besten Restaurant
Am Helmholtzplatz bleiben uns nun
Künftig nur noch in guter Erinnerung

Auch mit der letzten großen Liebe
War ich dort und sie wird nun die
Letzte bleiben mit der ich zumindest
Dort verliebt gemeinsam essen war

Älter als sie wurde das Weinstein
Heute endete ein Stück kulinarischer
Geschichte die auch mein lieber
Freund Max Neuman mit prägte

Traf Nachbarn und manche längst
Bekannte Gesichter dort noch wie
Unseren früheren Bürgermeister von
Prenzlauer Berg Reinhard Kretzer

Genoss reichlich freien Wein dort
Bevor ich nach Hause wankte um
Morgen früh wieder aufrecht im
Buchladen stehen zu können

Es endet ein Stück Geschichte
Wie Kultur des Platzes direkt
Neben dem alten Friedhof der
Freireligiösen Gemeinde

Auf diesem liegen noch einige
Der Revolutionäre von 1848
Was zu diesen revolutionären
Kulinarischen Projekt passte

Direkt nach der Wende hatten
Sie ihre Idee genial mutig
Umgesetzt anfangs noch sehr
In manchem selbst improvisiert

Später vom Weinpapst geadelt
Kredenzten sie ihm sogar mal
Den Prenzlauer Berg Wein der
Im gleichnamigen Park angebaut

Wie lange saß ich dort häufiger
Wenn ich es mir mal leisten konnte
Auch mit der Familie zu genießen
Was gute Küche zum Wein zauberte

Inzwischen ist der Helmholtzplatz
Voll von kulinarischen Angeboten
Die sich la Ly wie die Lychener
Früher hieß entlang häufen

Aber keines vergleichbar dem
Weinstein was wir Platzbewohner
Künftig vermissen werden als
Unser erstes Haus am Platz

Mit vielen Erinnerungen noch
Verbunden werde ich es nun
Als Teil meiner Geschichte
In guter Erinnerung behalten

Es endet ein Stück Geschichte
Kulinarisch wie ganz persönlich
Die Augen ein wenig feucht
Habe ich nun Abschied gefeiert

jens tuengerthal 31.7.2019

Mittwoch, 31. Juli 2019

Islamaufklärung

Nach der Aufklärung hat sich der
Westen weitgehend säkularisiert
Der Anteil aufgeklärt kritischer
Menschen wächst dabei ständig

Der Islam braucht endlich seine
Aufklärung um vom rückständigen
Mittelalterlichen Niveau aller Staaten
Mit islamischem Recht wegzukommen

Die geistige Entwicklung dieser Sekte
Entspricht der des Christentum vor der
Aufklärung was nicht geschönt werden
Braucht der Islam ist noch unterentwickelt

Während sich in zivilisierten Regionen
Die jeweiligen Religionen der kulturellen
Entwicklung anpassten fehlt dies im Islam
Der allerdings 600 Jahre jünger noch ist

Ob wir darum mathematisch bis zum
Jahr 2300 warten müssen bevor sich
Diese Religion zivilisiert ist nicht fraglich
Zu viele Muslime gehen diesen Weg schon

Doch der Kern des Islam der Koran
Bleibt eine antihumanistische teilweise
Brutalst gewalttätige Schrift die sich
In vielem gegen die Aufklärung wendet

Insofern läge in vielen Fällen eine
Hinwendung der Gläubigen zum
Freiheitlichen Atheismus viel näher
Als eine Reform ihrer seltsamen Sekte

Doch gibt es sogar im Islam schon
Liberale Kräfte die sich für so eine
Entwicklung aussprechen die dringend
Der Unterstützung noch bedürfen

Vertrauen wir auf die Werte der Aufklärung
Wer einmal kritisch zu denken begann
Wird nicht mehr zurück zum naiven
Aberglauben göttlicher Allmacht finden

Es wird noch etwas dauern in der
Islamischen Welt aber der Weg ist
Auch dort vorgezeichnet wir können
Ihn nur heute weiter unterstützen

Der Islam hat dabei so viel Zukunft
Wie jeder andere Aberglaube auch
Als traditionelles Privatvergnügen
In einer laizistischen Gesellschaft

Einer humanistisch geprägten also
Gleichberechtigten und freiheitlichen
Gesellschaft kann er seine Rolle
Wie das heutige Christentum spielen

So betrachtet brauchen wir keinen
Kampf der Kulturen mehr zu fürchten
Sondern können ruhig die Aufklärung
Auch dort zur Freiheit nun fördern

jens tuengerthal 31.7.2019

Liebesleben

Vom Liebesleben
Habe ich keine Ahnung
Lebe mit Büchern

Liebe verloren
Blieb nur die Bibliothek
Genug zu lesen

Denke ich daran
Fühle ich nur großen Schmerz
Also lass ich es

Ob Leben ohne
Liebe überhaupt möglich
Wird die Zeit zeigen

Bis dahin genug
Zu lesen zu haben ist
Zumindest etwas

jens tuengerthal 31.7.2019

Bücheraussicht

Bücher geben im großen
Stumpfsinn genannt Leben
Zumindest eine Perspektive
Viele Seiten mehr als nichts
Dies als Leser würdigen ist
Alles was am Ende bleibt
Bin damit relativ glücklich
Mit meiner kleinen Bibliothek
Habe ich noch eine Aussicht
Auf genug Lektüre vor mir
Mehr bleibt ohnehin keinem
Also ist wohl alles gut so

jens tuengerthal 31.7.2019

Lebensweg

Leben besteht aus
Arbeit Essen Schlafen
Der Rest Verwaltung

Manchmal noch Liebe
Als kurze Illusion es
Lohne sich dafür

Ohne Liebe bleibt
Arbeit Essen Verwaltung
Der große Stumpfsinn

jens tuengerthal 31.7.2019

Autonormal

Der Mensch sei sozial
Lernen wir schon als Kinder
Glaubte es noch nie

Gemeinschaft birgt stets
Neue Konflikte um nichts
Als Eitelkeiten

Autonom zu sein
Seine Welt auf sich stellen
Bringt echte Freiheit

jens tuengerthal 31.7.2019

Dreier

Manche mögen gern
Dreier bevorzuge da
Den dritten Aufguss

Der Teegeschmack wird
Immer feiner jedesmal
Wenn aufgegossen

jens tuengerthal 31.7.201

Mörderempörung

Mord an Kindern empört
Besonders viele Menschen
Weil sie ja unschuldig sein
Als gäbe es selbst schuld
Am ermordet werden je
Oder verdienten es manche
Wie Hetzer nun empört rufen
Die schwiegen als letztes Jahr
Ein Deutscher die Tat beging
All das empört mich noch mehr
Tote gehen mich nichts an
Sie haben ja alles hinter sich
Mit Dummheit und Hetze aber
Müssen wir leider noch leben

jens tuengerthal 31.7.2019

Lebenswille

Lebenswille ist
Keine Voraussetzung um
Zu bleiben spürbar

Pflichterfüllung hilft
Ohne weiterzumachen
Bis noch etwas kommt

Manchen wurde Pflicht
Zur Freude zumindest ein
Hoffnungsschimmer noch

jens tuengerthal 30.7.2019

Aufklärungsperspektive

Welche Aussicht hat die Aufklärung
Als Macht der Vernunft gegen den
Aberglauben und die Religionen
Mit ihrer traditionellen Rolle

Sehen wir mit dem Islamismus wie
Dem Erstarken von Fundamentalisten
Das Gegenteil von Freiheit wachsen
Wie reagiert die Aufklärung darauf

Angst ist die Mutter der Unfreiheit
Fanatismus und Populismus ihr Vater
Dennoch wenden sich viele ihnen zu
Weil sie einfache Antworten geben

Dabei ist die Suche nach Antworten
Der beste Anfang der Aufklärung
Würden nur alle ihren Verstand nutzen
Oder kritisch zu denken gelernt haben

Warum Menschen ihre Freiheit aufgeben
Für ein Streben nach schlichten Antworten
Bleibt mit Vernunft betrachtet unverständlich
Es scheint ein Ergebnis der Faulheit zu sein

Aufklärung erklärt dauerhaft und befreit
So von allen Ängsten mit der Kraft der
Vernunft als sicherster Perspektive ohne
Doppelten Boden oder irgend Täuschung

Aufklärung ist immer Befreiung aus der
Selbstverschuldeten Unmündigkeit die
Vom Willen getragen wird frei zu sein
Sich selbst kritisch dabei infragestellt

Das Glück der geistigen Freiheit entdeckt
Nur wer es wagt sie sich zu nehmen
Statt nur ein Opfer fremder Gedanken
Ein Leben lang unfrei zu bleiben

Die Fähigkeit dazu beginnt schon früh
Warum Kinder vorm Gehorsam dringend
Ihre Mündigkeit kennenlernen sollten
Die erst aufgeklärt uns leben lässt

Auf dem Gebiet der Erziehung ist die
Westliche Gesellschaft heute freier
Hat sich im Geist der Aufklärung doch
Entwickelt die Freiheit aller zu stärken

Es gibt noch rückständige Gesellschaften
Insbesondere wo sie religiös geprägt sind
Die auf Autorität statt Mündigkeit setzen
Sogar Kinder schlagen was uns verboten

Doch auch dort ist es nur eine Frage der
Zeit bis das Verständnis für Freiheit wie
Hier ganz natürlich wachsen wird sich
Die Ansprüche daran verändern werden

Es gibt Kräfte die auch mit Gewalt noch
Gegen eine Verbreitung der Freiheit
Kämpfen doch auch das Internet wird
Die Freiheit nach der Natur unterstützen

Insofern Aufklärung bei jedem einzelnen
Beginnt der kritisch dazu denken muss
Ist eine autoritäre Aufklärung undenkbar
Also viel Zeit und Geduld dazu erforderlich

Perspektive und Entwicklung sind deutlich
Positiv im Sinne der Vernunft weltweit
Warum Ausreißer dabei weniger zählen
Trauen wir lieber der Aufklärung mit Geduld

Es werden für Aufklärung und Vernunft
Natürlich keine Wunder geschehen doch
Schreiten sie vernünftig auch alleine fort
Weil sie der Menschheit beständig dienen

Das unterscheidet die Aufklärung vom
Glauben der jenseitiges Glück verspricht
Sie ist vernünftig und also berechenbar
Was sie auf Dauer zuverlässiger macht

Hielten wir uns alle schon daran wäre
Die Welt ein friedlicher Planet der sich
Mit seinem Wohlergehen beschäftigte
Statt Kriege aus Fanatismus zu führen

Darauf zu vertrauen dass irgendwann
Alle Menschen ihrem ganz vernünftigen
Interesse folgen werden scheint derzeit
Vernünftiger als jeder Aberglaube sonst

Diesen Weg durch geistige Arbeit im
Sinne der Aufklärung zu unterstützen
Gibt die beste Perspektive für eine
Gute Zukunft der Menschheit noch

jens tuengerthal 31.7.2019

Dienstag, 30. Juli 2019

Glaubenshumanismus

Haben die Spielarten des Glaubens
Die sich überall auf der Erde finden
Noch eine Zukunft im Humanismus
Oder wird dieser logisch atheistisch

Der Humanismus ist tolerant kann
Also jeden Glauben integrieren der
Sich entprechend offen zeigt die Welt
Wie die Menschen als Natur zu begreifen

Dies schließt zwar eine Schöpfung aus
Aber die Gläubigen haben es immer wieder
Geschafft neues Wissen in ihren Aberglauben
Zu integrieren und sich dem anzupassen

Insofern Toleranz wichtiger ist als bloße
Durchsetzung könnte es sinnvoll sein lange
Etablierte Institutionen auch zu integrieren
Um unnötige Konflikte zu vermeiden

Auf der weltlich humanistischen Seite haben
Die Religionen auch ihre Verdienste warum
Es klüger sein könnte sie konstruktiv zu
Integrieren statt Energie in Kampf zu stecken

Die Prinzipien der Aufklärung die Menschen zum
Kritischen Denken bringen wirken längerfristig
Darauf vertrauen dass sich Vernunft durchsetzt
Hilft diesen Weg in Ruhe weiter zu gehen

Insofern Aufklärung nur wirkt wenn Menschen
Selbständig kritisch denken wäre jeder Versuch
Es mit Zwang oder Verboten zu erreichen zum
Zum Scheitern verurteilt ist daher überflüssig

Der Humanismus kann also den Glauben gut
Tolerieren und in Zukunft auf die Vernunft
Vertrauen die sich nach der Natur durchsetzt
Um den Menschen die Freiheit zu schenken

jens tuengerthal 30.7.2019

Zukunftsaussicht

Wir werden älter
Davon irgendwann kränker
Bis alles endet

Perspektive ist
Keine als das sichere
Ende zumindest

Alles bleibt beschränkt
Nur genießen können wir
So wir noch können

jens tuengerthal 30.7.2019

Vertrauensverlust

Hatte einst alles
Verlor jedes Vertrauen
Es blieb mir nichts mehr

Liebe gleicht Leben
Am Ende steht nur Leiden
Für wenig davor

Traue niemand mehr
Bleibe lieber ganz allein
Mit guten Büchern

jens tuengerthal 30.7.2019

Tiefenstille

Manche sind einfach stiller
Ganz ohne Tiefgang den die
Volksweisheit dahinter sucht
Weil sie nichts zu sagen haben

Andere haben mehr in sich
Als das Nichts erwarten ließ
Was wirklich war weißt du
Immer erst wenn du die
Geschichte zu Ende hast

So gleicht Lesen dem Leben
Wie manchmal der Liebe
Wer viel erwartet erhält wenig
Aber ohne Anspruch kein Niveau

jens tuengerthal 30.7.2019

Bücherschweigen

Als mich jemand fragte wie ich
Es aushalte in der Stille mit den
Büchern dachte ich nur genau
Für euch schweigen die Bücher
Mit mir reden sie ständig aber
Nie mehr als nötig oder ich
Von ihnen hören will was nie
Versteht wer solche Fragen stellt
Eher Unterhaltung noch sucht
An der ich selten etwas finde
So lehrt das Lesen die Worte
Schätzen wie manches dafür
Weniger achten im Alltag der
Sich gern mit Phrasen überbietet
Die Leser schneller durchschauen
Weil die Fülle der Literatur schnell
Hinter die Leere schauen lässt
Aber das alles behalte ich lieber
Ganz für mich glaubt eh keiner

jens tuengerthal 30.7.2019

Bücherleben

Lange lebte ich für Frauen
Besonders für die eine die
Wie ich lange dachte meine
Liebe zu den Büchern teilte
Nun lebe ich für und mit
Büchern allein und hoffe
Mit meiner Liebsten hier
Der kleinen Bibliothek
Glücklich zu bleiben
Ohne Streit und Erwartungen
Dürfen beide sein wie sie sind
Voller Liebe miteinander
Wachsen in ungestörter Ruhe
Nebenbei die Aufklärung fördern
Bis zur letzten Seite gemeinsam
In treuer Liebe immer verbunden
Was mehr sollte ich noch wollen
Frage ich mich lieber nicht um
Die Ruhe zu bewahren weil
Es ist wie es ist

jens tuengerthal 29.7.2019

Montag, 29. Juli 2019

Humanismusideal

Wissen über die Welt wird
Erlangt durch Beobachtung
Experiment und Analyse
Dabei ist Wissenschaft stets
Das beste Mittel zur Lösung
Von Problemen und Erkenntnis
Im Lichte kritischer Intelligenz

Menschen sind seit jeher Teil
Der Natur als Ergebnis eines
Ungelenkten evolutionären Wandels
Als Humanisten geben sie sich
Mit dem irdischem Leben völlig
Zufrieden heißen die Zukunft
Willkommen das Unbekannte
Fürchten sie also nicht

Ethische Werte ergeben sich
Aus natürlichen Bedürfnissen
Wie Interessen der Menschen
Wurden durch Erfahrung geprüft
Sind auf das menschliche Wohl
Gegründet und werden geformt
Durch die Lebensbedingungen
Interessen und Probleme der
Menschen in der ganzen Welt

Erfüllung im Leben wächst aus
Teilhabe am Dienst für humane
Ideale dabei empfinden Humanisten
Staunen Ehrfurcht vor der Freude
Wie der Schönheit menschlicher
Existenz sogar vor dem natürlich
Unausweichlich endgültigen Tod

Menschen sind natürlich gesellig
Empfinden Beziehungen als wichtig
Humanisten streben dabei nach einer
Welt gegenseitiger Fürsorge wie
Anteilnahme ohne Grausamkeit
Werden Differenzen ohne Gewalt
Durch Kooperation beigelegt

Arbeit zum Wohle der Gemeinschaft
Soll für größtmögliches individuelles
Glück sorgen um vom Überlebenskampf
Zu befreien und Leid zu lindern die
Gesellschaft besser zu machen wird
Eine weltweite Gemeinschaft entwickelt

Die Ideale des Humanismus decken
Sich sichtbar weitgehend mit denen der
Aufklärung zum Wohle der Menschheit
Sind von Vernunft getragen wie dem
Geist kooperativer Toleranz um so
Ein weltweites miteinander künftig
Zu ermöglichen was dringend nötig
Die Zukunft der Menschheit zu retten

jens tuengerthal 29.7.2019

Wissenschaftstempel

Die Wissenschaft ergreift keines
Landes Partei sondern dient allen
Hat großzügig ihren Tempel errichtet
In dem sich alle zusammenfinden
Sie kultiviert den menschlichen Geist
Wie die Sonne im Frühling den Boden
Schafft eine verfeinerte Verbesserung
Aus der erst die Kulturen wachsen
Der Philosoph betrachtet keinen der
Philosophen anderer Länder als Feind
Sondern nimmt neben ihm Platz im
Tempel der Wissenschaft zur
Diskussion ihrer Thesen so gleicht
Die Wissenschaft der Aufklärung
Die ohne Ansehen der Person
Für die Menschheit nach mehr
Licht für alle von uns strebt

jens tuengerthal 29.7.2019

Bücherwerbung

Werbung nervt meistens eher
Ist aufdringlich und will damit
Aufmerksamkeit erzwingen was
Zu Büchern wohl eher nicht passt
Warum sich fragt wie für die Stille
Des Lesens was zur Freiheit führt
Geworben werden könnte ohne
Damit das Lesen zu verleugnen
Ob was unternommen wurde
Bisher nicht das Ziel verfehlte
Weil gute Bücher Kultur sind
Die zu erobern wertvoll an sich ist
Der Reiz also in der Eroberung
Nicht in lauter Werbung liegen
Sollte nachhaltig Erfolg zu haben

jens tuengerthal 29.7.2019

Ausredenkönige

Warum suchen viele Ausreden
Statt konsequent zu denken
Übernehmen lieber weniger
Verantwortung statt den Mut
Zu haben der nötig ist um
In Freiheit wirklich zu leben
Aufgeklärt im Sinn der
Aufklärung zu sein
Fraglich nur was sie dazu
Motivieren noch könnte
Wenn sie Unfreiheit nicht
Spüren aus Inkonsequenz
Im Leben voller Ausreden
Denke ich lächelnd befreit

jens tuengerthal 29.7.2019

Verantwortungsethik

Wir reden viel von Aufklärung
Als Befreiung aus Unmündigkeit
Nur zu wenig von Verantwortung
Die mündige Menschen übernehmen
Bei der das Prinzip der Aufklärung
Am kategorischen Imperativ erst
Gemessen und gelebt werden muss
Es auch mal unbequem werden kann
Weil Gewohnheiten infrage gestellt
Vielen weniger gefallen als gut zu sein
Mit einem Lächeln ohne jeden Verzicht
Dabei sollte sich jeder rechtfertigen
Vor sich und der Gesellschaft für
Jeden Flug und jede Reise ohne
Lebensnotwendigkeit damit endlich
Ein Umdenken wirklich beginnt
Verantwortung beginnt bei jedem
Ohne äußeren Zwang dafür mit
Hoher eigener Moral zu leben
Konsequent zu denken statt
Weiter Lügen zu verkünden
Heißt Verantwortung sehen
Sie auch für sich wahrnehmen
Also frei und aufgeklärt zu sein
Alles andere bleibt unfrei nur
Beschränkt und gefangen dazu
Aber viele sind das lieber statt
Verantwortung zu Ende zu denken
Ob es hilft sie so zu nennen

jens tuengerthal 29.7.2019

Lesehochzeit

Wie verbrachte ich die
Hochzeitsnacht mit der
Mir frisch angetrauten
Bibliothek fragte mancher
Sich wohl dabei ist es
Ganz logisch lesend
Lustvoll zwischen Büchern
Mit nichts sonst zwischen uns
Genüsslich darüber einschlafend
Wir kennen uns ja schon lange
Da passieren keine Wunder mehr
Aber das Glück unserer Liebe
Als solches genug feiernd

jens tuengerthal 29.7.201

Sonntag, 28. Juli 2019

Erinnerungskultur

Eine Gesellschaft ganz ohne
Historische Bildung ist wie ein
Mensch ohne Gedächtnis also
Verblendet verwirrt ausbeutbar
Ohne Philosophie fehlen uns
Die Grundlagen des Denkens
Die uns zeigen dass nur Logik
Zur Klarheit im Denken führt
Was wiederum die Bedingung
Von Entwicklung und Fortschritt
Zu allen Zeiten der Menschheit
War so dass wer dieses Wissen
Gering schätzt sich die Zukunft
Raubt ohne eine Perspektive
Eine Kultur die ihre Erinnerung
Wie die Kunst zu denken verliert
Wie Trump es in den USA zeigt
Seien wir also wachsam immer
Für Wissenschaft und Freiheit
Die Aufklärung hat uns befreit
Verspielen wir dies nicht im
Leichtfertigen Aberglauben ohne
Allen kritischen Verstand noch

jens tuengerthal 28.7.2019

Bücherehe

Lange suchte ich eine Frau
Wollte die Richtige finden
Mit der ich alles teilen kann
Es endete immer traurig

Darum heirate ich nun
Einfach meine Bibliothek
Die macht mich glücklich
Wir stritten uns noch nie

Hatte es schon schwer mit ihr
Bei jedem Umzug immer mehr
Aber die Liebe blieb und wuchs
Wurde trotz allem immer größer

Sogar die letzte Verlobung noch
Als ich eine menage a trois mit
Der Bibliothek und der Liebsten
Führte haben wir überstanden

Währenddessen hieß sie nur unsere
Bibliothek was sie klaglos hinnahm
Dabei war der Zuwachs von ihr eher
Bescheiden für ein wirkliches wir

Nun wieder innig verbunden für sich
Im Rükzugsort meines Bücherturms
Im Hinterhof am Helmholtzplatz sind
Wir einander voller Liebe ganz treu

Zwischendurch auch sehr lustvoll
Doch immer maßvoll ohne Erwartung
Gönnen wir uns das Glück miteinander
Sorge ich nun professionell für Wachstum

Manches mal wühlte auch die Bibliothek
Die Gefühle sehr auf doch zog sie sich
Wenn es zu viel wurde friedlich zurück
Blieb unberührt liegen und wartete auf mich

Manche Bücher konnte ich nach der
Großen emotionalen Aufregung vor
Heute fünf Monaten lange nicht lesen
Sie warteten schweigend mit Lesebändchen

Als ihre Zeit wieder kam ließen sie sich
Aufschlagen als wäre nichts gewesen
Statt sich wie die verlorene Prinzessin
Gleich dem nächsten Leser hinzugeben

Bin also überzeugt und entschieden
Diese lange Treue und Liebe mit der
Sie sogar die zeitweise Teilung verzieh
Werde ich voller Liebe nie vergessen

Zugegeben war auch die Prinzessin
Eine leidenschaftliche Leserin die
Bücher trotz ihrer Jugend zu würdigen
Wusste sogar nackt diese gern las

Manchmal streichelte sie auch wie ich
Die Buchrücken unserer Bibliothek
Es haben also wohl alle Seiten von dem
Dreier auch profitiert vermute ich mal

Als treuer Leser voll tiefer Liebe aber
Blieb ich nach allen Schwankungen
Der kleinen Bibliothek doch treu warum
Wir uns nun ein Leben versprechen können

Da noch kein Standesamt die Trauung
Mit einer Bibliothek vollziehen möchte
Trotz der inzwischen bunten Ehe für alle
Werden wir ganz im Stillen heiraten

Dann tragen wir unsere Ringe die uns
Als für immer gebunden allen zeigen
Besucher bleiben uns willkommen doch
Zwischen uns kommt kein Blatt mehr

Was freue ich mich auf das Leserleben
Mit all den Schätzen die noch auf mich
Warten als Gatte meiner immer Liebsten
Werden ich sie immer hegen und pflegen

Die Bücher und ich schlossen den Bund
Fürs Leben und irgendwann machen wir
Ein großes Fest um unsere Ehe zu feiern
Einer wirklich vernünftigen Liebesheirat

jens tuengerthal 28.7.2019

Kostbarkeiten

Was wirklich kostbar
Verschwindet niemals einfach
Der Rest war wertlos

jens tuengerthal 28.7.2019

Doppeltoast

Liebe meinen Toast
Mit Marmelade
Dazu Käse oder Wurst

Manches vereint so
Richtungen des Geschmacks als
Verdoppeltes Glück

jens tuengerthal 28.7.2019

Abendland

Das Abendland ist
Westlicher das Morgenland
Es zählt der Standpunkt

jens tuengerthal 28.7.2019

Sonntagstee

Feiner Sonntagstee
Frei schwebend aufgegossen
Entfaltet sich nun

Tasse für Tasse
Hochgenuss durchläuft mich
Wohlige Wärme

Wie schön ist Leben
Mit feinem Sonntagstee doch
Immer wieder noch

jens tuengerthal 28.7.2019

Bleibensgründe

Zuerst noch zu lesende Bücher
Die zu schreibenden Geschichten
Das von nichts auch nichts kommt
Doch noch alles gut wird am Ende
Am Ende schließlich vergessen
Was überhaupt gut sein sollte
Weil es gerade auch egal ist
Liebe lieber nicht mehr
Lässt schneller gehen

jens tuengerthal 28.7.2019

Freigang

Immer gehen zu dürfen
Jederzeit frei zumindest
Über das Ende entscheiden
Ist die große Freiheit allein
Als Freigang vom Leben
Manche nennen es krank
Diese für sich zu nutzen
Da von nichts nichts kommt
Kann dann alles dahinstehen

jens tuengerthal 28.7.2019

Heinemay

Deutsche haben literarische
Vorlieben nach Zeiten wie Wesen
Heinrich Heine und Karl May etwa
Zeigen dies beides sehr deutlich

Auch wenn manche bestreiten
Dass May je Literatur gewesen
Ist er doch noch viel gelesen
Für einige die Brücke zum Buch

Heine der intelligent wie ironisch
Sein Vaterland so verspottete wie
Seine Wahlheimat Paris war auch
Ein Liebender mit tragischem Ende

Ob er darin den Franzosen näher
Mit Deutschen tragischer fühlte
Oder sich beide viel mehr ähneln
Nur über den Rhein gespiegelt

Bleibt unklar wie so manches des
Dichters vom Wintermärchen was
Sein Vaterland ihm wurde das er
Tränenreich vermisst wie verspottet

Als geborener Jude manchen verhasst
Den dummen Antisemiten wie immer
Während andere den Konvertiten dies
Übel nahmen war er keinem Recht

Er sympathisierte teilweise mit den
Marxisten und Sozialutopisten die
Zeitgleich in Paris lebten nicht ohne
Auch sie in Versen zu verspotten

Dies nehmen Überzeugungstäter
Besonders übel warum er immer
Lieber ein kritischer Geist blieb
Dem Liebe ebensoviel galt

May der vorbestrafte Häftling aus
Sachsen wurde inspiriert von einem
Neuen Indianerbild aus dem Umkreis
Der Transzendentalisten stammend

Der große Schriftsteller der Reise
Vom Orient bis nach Amerika war
Erst lange nach seinem Erfolg an
Beschriebene Ort einmal gereist

Allein dieser wunderbare Beleg
Der zeigt wie überflüssig Reisen
Das heute Statussymbol vieler ist
Macht May literarisch noch wertvoll

Es ist geistige Bewegung erst
Die Menschen irgendwo hinbringt
Reisen ist für Idioten die gerne
Bewegung und Ziel verwechseln

Nicht alles was Masse findet
Wird auch wertvoll oder nur
Erwähnenswert besonders
Ästhetik ist nicht demokratisch

Außer dieses nicht reisenden
Reisenden findet sich eher wenig
Was literarisch erwähnenswert wäre
Im Werk voll erfundener Abenteuer

Die Moral ist schlicht wie eingängig
Es gibt noch gut und böse die beide
Klar getrennt in ihren Welten leben
Statt realistisch stets zu schwanken

Es liegen Welten zwischen Heine
Dem ironisch intelligenten Dichter
Und May dem Produzenten der
Bloß modischen Indianerromane

Keiner will Heine und May ernsthaft
Literarisch vergleichen spannend nur
Wie der Blick auf beide das Publikum
In der Selbstwahrnehmung veränderte

Konservative die gern progressiv wären
Geben vor Heine zu lieben der ihnen
In viel mehr fremd als nah ist dabei
Singen sie gerne von der Loreley

Der kleine Kriminelle May gab
Auch durch die Filme viel Grund
Zu reisen statt sich zu fragen ob
Lesen nicht mehr dabei bildete

Allerdings wäre diese Anforderung
Die selbstkritische Reflektion noch
Verlangte schon der Versuch aus May
Lesern Heine Denker zu zaubern

Auch Festspiele ergänzten die
Erfolgreiche Marketingstrategie
Um geistig eher sehr dünne Bücher
Mit mehr als schlichter Ethik

Hohe Spannung mit üblichen Tricks
Bei schlichten geistigen Themen
Wurde durch vermeintliche Nähe
Zu Emerson und Thoreau literarisch

Heine immer noch lesenswert wie
Neuer Betrachtung wert in seiner
Vielfalt zwischen Liebe und Politik
Gehört keiner Gruppe einfach an

May dagegen schrieb Bestseller
Erfolgreicher Handwerker mit doch
Zumindest netter Absicht für die
Indianer die er nicht kannte

Enthalte mich des Urteils über
Beide gemeinsam da unvergleichlich
Lese wenn Heine weil May mich
Schon als Kind nur langweilte

Manche machen es eher anders
Was wohl der Mehrheit entspricht
Wie die Titel vieler Bücher zeigen
Von denen ich keine Ahnung habe

Ob es besser ist nicht zu mögen
Was die Masse besonders liebt
Oder undemokratisch elitär nur sei
Beim Geschmack dahingestellt

Wie in der Liebe entscheidet
In der Ästhetik am Ende allein
Das Gefühl mit eben mehr
Oder weniger Bildung dabei

jens tuengerthal 28.7.2019

Hinterhofruhe

Ruhe im Hinterhof ist eine
Illusion meistens wird er zum
Schalltrichter vieler Geräusche
Von Streit bis Sex ist dort alles
Viel zu gut zu hören voneinander
Manchmal aber ist es ganz still
Jenseits des Lärm der Stadt
Sonst schließe ich die Fenster
So zu tun als hätte ich meine Ruhe

jens tuengerthal 28.7.2019

Flirtfreude

Mal wieder etwas geflirtet
Noch ohne Absicht aber
Voller Genuss mit zwei
Der drei Damen nebenan
Kluge interessante Frauen
Spürbar von Familie
Schön auf besondere Art
Also überdurchschnittlich
Die Worte flogen ein wenig
Sie lasen mich nebenbei
Ein kleiner Genuss hier
In schöner Sommernacht
Setzte mich lieber weg
Bevor sie gingen noch
Die Freiheit zu verteidigen
Bevor eine sie gefährdet
Aber schön war es
Für den Moment
Was immer kommt
Oder auch nicht

jens tuengerthal 27.7.201

Samstag, 27. Juli 2019

Freiheitsgenießer

Freiheit voller Glück
Wieder zu genießen
Schenkt Zufriedenheit

Was könne mehr sein
Als erwartungslos zu sein
Wie darin glücklich

jens tuengerthal 27.7.2019

Sommernächtliches

Nach einem heißem Sommertag
Sind alle Plätze vor dem Café
Das nachts zur Bar wird gefüllt
Schöne leicht bekleidete Damen
Plaudern mit größtenteils bärtigen
Herren durch die offenen Fenster
Wird die Straße mit beschallt
Mit guter alter Musik meistens
Manche sitzen auch noch nach
Geschlechtern getrennt für sich
Wie die Amerikanerinnen hinter mir
Die Birkenstock zu kurzen Kleidern
Tragen ohne den Flaneur damit
Zu näherer Beobachtung zu reizen
Mit Abstand betrachtet scheint
Das hiesige Theater eher komisch
Es geht wie immer um Formen
Der Paarung der Geschlechter
Wie auch immer dabei kombiniert
Mit erwartbaren Enttäuschungen
Die schon aus der Erwartung heraus
Niemals gut enden können
Warum es gut ist dabei als Flaneur
Nur Beobachter zu bleiben
Unvorstellbar scheint mir noch
Wieder Teilnehmer zu werden
Was die Natur vermutlich
Ihrem triebhaften Wesen folgend
Schneller ändern wird als geahnt
Lächle noch mit Abstand darüber
Ohne zu wissen was die Alternative
Auf Dauer sein könnte doch wie frei
Macht es unbeteiligt zu sein ohne
Eigene Erwartung keiner mehr
Entsprechen noch zu müssen

jens tuengerthal 27.7.2019

Lebensschrei

Wenn du nach dem Tod
Schreist voller Verzweiflung längst
Weißt du du lebst noch

Soviel zu fühlen
Belegt deine große Kraft
Weiß nur kaum einer

Todessehnsucht ist
Dem Leben immer näher
Als kein Gefühl mehr

jens tuengerthal 27.7.2019

Kopfquerschnittslähmung

Eine Depression
Ist kein Beinbruch mehr eine
Kopfquerschnittslähmung

Unsichtbar nimmt sie
Die Gedanken gefangen
Macht völlig unfrei

Sie zu besiegen
Braucht übermenschliche Kraft
Besiegt sich dann selbst

Manche Krankheiten
Stärken das Immunsystem
Depression lähmt nur

Nur wer überlebt
Wird innerlich viel stärker
Fürchtet nichts mehr je

jens tuengerthal 27.7.2019

Erleuchtung

Im Dunkeln einfach
Licht anmachen rät nur wer
Selbst im Hellen sitzt

So weiterleben
Als wäre nichts passiert bleibt
Eine Illusion

Erleuchtung findet
Wer Licht in sich anmacht statt
Schalter zu suchen

jens tuengerthal 27.7.2019

Dunkelnähe

Wer im Dunkeln war
Weiß wie wichtig Nähe ist
Zumindest zu sich

Die Einsamkeit kann
Keiner teilen der nicht selbst
Mit sich allein war

In der Dunkelheit
Noch jemanden finden
Ist fast unmöglich

jens tuengerthal 27.7.2019

Dunkelheiter

Manche haben es
Bei hellster Sonne dunkler
Tiefer nur in sich

Noch heiter bleiben
Der Dunkelheit zu trotzen
Erfordert Größe

Wie groß wirklich ist
Wer das überlebte weiß
Nur wer schon da war

jens tuengerthal 27.7.2019

Absturz

Wenn alles schwarz wird
Kein Rechner mehr funktioniert
Merkst du was du brauchst

Abhängig sind wir
Von Maschinen geworden
Was ist da Freiheit

Ohne undenkbar
Fragten wir besser uns was
Wirklich nötig ist

jens tuengerthal 27.7.2019

Umbruchsbücher

Die Literatur spiegelt ihre Zeit
Oder die Zeiten die Literatur
Die häufig voraus dachte was
Erst später umgesetzt wurde

Die Zeit nach der Romantik wie
Vor der Revolution von 1848
Nach Goethes Tod vor Gründung
Des Reichs bewegte sich vieles

War es nach dem Wiener Kongress
Unter Führung Metternichs wieder viel
Konservativer in ganz Europa geworden
Wurde im Vormärz dagegen gedichtet

Die kurze geistige Blüte auch um das
Parlament in der Paulskirche endete
Nach dem Sieg der Reaktion wieder
Es wurde eher besinnlicher gedichtet

Während im Vormärz noch einige
Der Befreiungsdichter laut wurden
Flohen diese oder schwiegen lieber
Nach dem Sieg der alten Kräfte

So entstand etwa in den USA eine
Eigene Gruppe der 48er die ihre
Ideen im Exil weiter beschrieben
Ohne politisch weiter zu wirken

Die Besinnung auf die Nation wurde
Langsam konservativ statt wie noch
Zu Napoleons Zeiten revolutionär
Spätestens nach 1870/71 war sie es

Viele Dichter flüchteten ins Exils so
Sie 48 aktiv beteiligt waren während
Andere sich staatstragend eher gaben
Wie Fontane im Tunnel über der Spree

Die Transzendentalisten etwa um
Emerson und Thoreau erhoben dann
Eine Bettina von Arnim zur Kultfigur
Der hochgeschätzten Weiblichkeit

Auswirkungen der gescheiterten 48er
Zeigen sich weltweit in den Exil Ländern
Die von der Schweiz bis Brasilien reichen
Eine eigene Literatur dort hervorbringen

Der Umbruch der Gesellschaft durch die
Industrialisierung wie die Entstehung eines
Städtischen Proletariats spiegelte sich auch
In der Literatur dieser Zeit klar wieder

So setzte sich etwa Gerhart Hauptmann
Fast 50 Jahre später mit dem Aufstand
Der Weber literarisch auseinander der
Genau in diese Umbruchphase fällt

Gewohnte Arbeiten entfallen plötzlich
Menschen verarmen und suchen neue
Perspektiven für sich auch im Aufstand
Der die Kultur prägt und verändert

Heinrich Heine der viele Jahre im Exil
In Paris lebte wo manche Revolutionäre
Verkehrten ist eleganter Kritiker immer
Der Zustände aber nie ein Revolutionär

Während die Bücher von Marx und Engels
Ihre Kreise ziehen und die alten Eliten das
Fürchten lehrten verkehrte Heine mit beiden
Dichtete als konvertierter Jude darüber auch

Der verstärkte Materialismus infolge der
Erfolgreichen Industrialisierung fand den
Geistigen Gegenpol im Idealismus der
Die Ideen als Ursprung von allem feierte

Demgegenüber stand Marx der wiederum
Das Materielle über allem sah dem aber
Die Idee des Kommunismus hinzu dachte
Wie ein Produkt idealistischer Weltfremdheit

So zeigt sich in den Zeiten des Umbruchs
Zwischen dem Sieg über Napoleon bis zur
Gründung des Reiches ein unklares Bild
Dessen womit Literatur sich beschäftigte

Auch hier wandelte sich im Schreiben
So viel wie in der abgebildeten Realität
Vom nationalen Aufbruch zur Reaktion
Von Sozialem Engagement bis Ideal

jens tuengerthal 27.7.2019

Bücherinsel

Lebe auf einer wunderbaren Insel
Mitten im lauten Meer des Alltags
Ort des Rückzugs wie Paradies
Gefunden zwischen Buchseiten
Die ich aufschlage um abzutauchen
In die Welt der schönen Literatur
Die mir Heimat und Liebe geworden
Wenn nichts blieb war dort alles
Was es braucht um zu überleben
Und Lesen macht glücklicher auf
Der Bücherinsel meiner Welt

jens tuengerthal 27.7.2019

Traumverliebt

Habe mich heute
Nacht im Traum verliebt oh wie
Wunderbar war das

Die Lust begann schon
Als ich erregt erwachte
Eigentlich schade

Schlief selig wieder
Ein ohne alle Ängste
Dankbar wie befreit

jens tuengerthal 27.7.2019

Freitag, 26. Juli 2019

Faustwelt

Der Faust wurde Weltliteratur
Doch wie verschieden dabei
Von allen Kulturen gelesen die
Sich mit ihm auseinandersetzten

In Goethes beiden Stücken steckt
Die ganze Welt für viele in ihren so
Existenziellen Konflikten zwischen
Gut und böse wie Liebe und Lust

Was treibt den Doktor Faust der
So gelehrt schon vieles studierte
Ein wissender Humanist war in
Den Bund mit dunklen Mächten

Es ist der Drang nach Wissen wie
Zugleich die Sehnsucht nach Lust
Ihrer schnellen Erfüllung wie die
Angst doch etwas zu verpassen

Der Trieb der heute Reisende treibt
Wie manche Forscher auch noch die
Grenzen des menschlichen immer neu
Mit ihrem Wissen zu überschreiten

Die Figuren werden in den Adaptionen
Teils völlig verschieden weltweit gedeutet
Das oben und unten der Figuren aus den
Monotheistischen Religionen galt für diese

Andere Kulturen suchten sich neue Bezüge
Doch setzten viele sich mit dem Pakt oder
Auch dem Drama um Gretchen auseinander
Was Liebe und Lust als Verführung mit trägt

Kommt der Mensch um des Paktes wegen
Vom rechten Wege ab oder findet er diesen
Aus sich und seinem Verstand doch wieder
Um Erlösung von was auch immer zu finden

Die Adaptionen entwickelten eine eigene
Neue faustische Kultur der Sinnsuche wie
Der Auseinandersetzung mit dem Leben
Was uns nach allem noch zu tun bleibt

Die Franzosen setzten sich sowohl im
Bild wie in der Musik mit dem Faust den
Sie menschlich deuteten auseinander
Etwa in Delacroix's Bildern genial

Diese Stiche lobte sogar Goethe noch
Als treffender noch als seine Vorstellung
Die erste Vertonung von Berlioz dagegen
Ignorierte er nach Rücksprache mit Zelter

Zwar kreist manche Symbolik zentral um
Die Himmel und Hölle Symbolik die gerade
Für monotheistische Religionen typisch war
Doch fanden sich auch Chinesen in ihm

Die jüdische Auseinandersetzung mit dem
Faust war immer intensiv und führte auch
Zu Nachdichtungen die den Faust in den
Biblischen Kontext als Sucher stellten

Im osmanischen Reich und anderen
Arabischen Regionen fand ebenfalls
Eine Auseinandersetzung mit Faust statt
Der auch für sie zentrale Fragen stellte

Japaner setzten ihn als Manga um
Mit den dort typischen Figuren die
Den existenziellen Konflikt suchten
Sich mit der Moderne wieder treffen

Die englischen Romantiker nahmen
Den Faust sehr intensiv auf von Byron
Bis Shelley wurde die Geschichte neu
Gespiegelt als teils Gruselroman

Die Suche des Heinrich Faust der
Sich zum Pakt verführen lässt um
Die Welt im Innersten zu ergründen
Sie intensiv zu erfahren bleibt uns

Die Fragen stellen sich jeder neuen
Generation wieder die daran auch
Ihre moralischen Grundsätze misst
Ihn im Spiegel der Zeit neu reflektiert

Was wurde aus der Auseinandersetzung
Mit dem Kapitalismus im Faust II nach
Dem Ende des Kommunismus oder auch
Seiner sozialistischen Derivate bis heute

Wie bedeutend bleibt der Prolog im Himmel
In einer zunehmend atheistischen Welt noch
Welche Sehnsüchte suchen Menschen heute
In ihrer großen Suche noch sich zu erfüllen

Westlichen Menschen ist jeder Ort nahezu
Erreichbar und die Welt ist vernetzt auch
Sexuell kann jeder alle Spielarten ausleben
Drogen erweitern vielen noch den Horizont

Ist die große Suche ein Rausch an sich
Der kein Ziel hat als zu erkennen dass
Dies Sein keinen Sinn hat als zu sein
Sich so genügt wo es glücklich ist

Wie lesen wir den Faust epikureisch
Wenn das Streben nach Befriedigung
Als höchste Aufgabe gesehen wird
Wo finden wir was im Kern wir suchen

Ist vielleicht doch die Liebe die Faust
Für Lust mit Gretchen die dafür stirbt
Leichtsinnig lustvoll mal eben verspielt
Der Kern von allem statt nur sein Rand

Hält die Liebe die Welt im Innersten mehr
Zusammen als der Gang aller Natur deren
Teil wir wie alle Dinge nur sind weil sie uns
Glauben lässt unser Gefühl sei übersinnlich

Faust trifft die Welt immer noch in ihrer Mitte
Stellt Fragen die uns alle betreffen je nach
Gerade persönlicher Situation werden wir
Den Schwerpunkt anders für uns finden

Ihn zu lesen und mit ihm sich zu fragen
Was unsere Welt und also unser Sein
Im Kern zusammenhält bleibt auch nach
Entdeckung der Kernspaltung aktuell

Wie grenzen wir die wahnsinnige Suche
Vom normalen Stumpfsinn vieler ab wie
Sehr macht das Faustische uns erst zu
Menschen die immer fragend bleiben

Habe keine Antworten aber finde viele
Fragen immer wieder neu im Faust
Je nachdem was mich gerade mehr
In meinem Innersten nun bewegt

Mal ist es mehr die Liebe dann wieder
Die sozialen Konflikte oder die Frage
Nach dem höheren Kontext in aller
Suche von uns Menschen auf der Welt

Manches scheint uns einmalig für uns
Doch vieles dachten andere auch schon
Ähnlich in ihrer Auseinandersetzung mit
Faust und seiner Welt auch im Gefühl

jens tuengerthal 26.7.2019