Sonntag, 30. März 2025

Lektürentagebuch 30.3.25

Lektürentagebuch 30.3.25

Begonnen mit Franz Hessel im wieder
Wunderbaren Kramladen des Glücks 
In dem der Autor als erfahrener Flaneur
Erzählt wie Gustav nach dem Abitur

Mit seinem Freund Arthur loszieht um
Das Berliner Nachtleben zu erkunden
Was sie dabei alles in der damals so
Verruchten Friedrichstadt erleben 

Fein schildert Hessel unterschiedliche
Orte wie das wechselnde Publikum
Wen sie kennenlernen und wen treffen
Wohin das die Beteiligten dann führt 

Sehr gut ist auch sein Besuch im Bordell
Wo er gleich eine junge süße Hure noch 
Retten und freikaufen will um dann mit ihr
Seine ersten Erfahrungen zu sammeln

Bis zu diesem Treffen wo er sie dann
Ganz für sich haben möchte will er ihr
Noch nicht körperlich nah kommen auch
Wenn diese sich liebevoll um ihn bemüht

Damit dies gelingt leiht er ihr gleich noch
Einen hohen Betrag seines Taschengeldes
Sie verabreden sich für den nächsten Tag
Wo er sie nun leicht verliebt nicht antrifft 

Die Kolleginnen schicken ihn zu einem
Hotel vor dem er sie mit einem sichtbar
Wohlhabenden Kunden in ein Taxi noch
Steigen sieht seine erste Huren Lektion

Mit viel Humor beschreibt Hessel dann
Wie Gustav ein Zimmer in seinem 
Studienort sucht wobei die ersten Versuche
So schnell er kann wieder fliehen lassen

Dann findet er sein Traumzimmer in einem
Verwunschenen Garten der ihn faszinierte
Die erst planlose Suche zu einem doch 
Guten Abschluss noch dabei brachte

Sobald Hessel mit liebevoller Distanz über
Etwas schreibt findet er seinen feinen Ton
Der die Lektüre so wunderbar macht als
Direkt Beteiligter verliert er leider etwas

Bleibe gespannt wie sich das im Laufe
Des Romans noch entwickelt der sich
So für mich bisher zweiteilt bin nun auf
Die Briefe an den Bruder gespannt

Auch dazu wird wieder die Perspektive
Zum Ich-Erzähler Gustav gewechselt
Was bisher meist zweifelhaft war doch
Nun in neuer Konstellation geschieht


In Was ist Aufklärung noch über die
Kunsthistorischen Hintergründe zum
Begriff Aufklärung gelesen was mir nur
Bei der Enzyklopädie spannend schien

Die Ausführungen über die Symbolik im
Frontspitz des genialen Werkes von
Diderot das d'Alembert nur mit aufführt
Zeigen deren revolutionären Charakter

Am Ende kommt Daniel Fulda noch auf
Den Roman Aufklärung von Angela Seidel
Zu sprechen den ich auch begann aber
Etwas gelangweilt zur Seite noch legte

Da taucht die feministische Perspektive auf
Indem die Erzählerin eine Bach Tochter den
Begriff bei einer alphabetischen Ordnung
Fiktional verwendet und dann erläutern soll

Die dort feministische Perspektive der
Autorin und ihrer Ich-Erzählerin hat sicher
Auch ihre emanzipative Bedeutung in dem
Ihrer Frau gewidmeten historischen Roman

So wurde der etwas professorale Ton am
Ende doch noch literarisch was mich aber
Nur begrenzt reizte den Roman gleich
Wieder weiterzulesen statt anderer Essays

jens tuengerthal 30.3.25

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