Lektürentagebuch 21.3.25
Trotz Spaziergang Haikus und Abwasch
Heute noch eine wunderbare Geschichte
Von Franz Hessel aus dem kleinen Band
Persönliches über Sphinxe gelesen
Wird er kommen? Heißt die Geschichte
Die vom Umzug in eine neue Wohnung
Berichtet im vierten Stock im Hinterhaus
Was die Berliner das Gartenhaus nennen
Der so infrage gestellte ist der Wein
Den er von der dicken alten Dame mit
Der Wohnung in Kästen übernahm der
Seinen Balkon heimelig zuwachsen soll
Ein wenig ungeduldig darob gießt er
Anfangs zuviel bis sich die ältere Dame
Unter ihm beschwert es tropfe hinab
Jene Frau die neulich schon beinahe
Die Polizei gerufen hätte als er noch
Des nachts Möbel rückte die also schon
Mehr gereizt als reizend war und wie
Nach einem Umzug gerückt würde
Das gehöre doch dazu bis dann die
Möbel ihren Platz fanden und alles
So bleibt und damit schön ist müsse
Eben manchmal gerückt werden
Von der fetten Henne erzählt er
Deren Samen die Drogistin ihm
Auf Nachfrage verkauft weil sie
Quasi von ganz alleine käme
Eigentlich wäre er ganz glücklich
Mit der neuen Wohnung denn in
Berlin wohne die Seele gerne im
Vierten Stock im Hinterhaus
Was immer diese Seele sein soll
Lasse ich sie Hesel gerne durchgehen
Wie das diesmal inflationär genutzte
Wort ‘man’ als Krücke der Hilflosigkeit
Wohnen sei gar nicht so leicht
Stellt er erschöpft fest als sich
Der Geschmack noch streitet
Um die besten Plätze dabei
Später gewöhne er sich das Wohnen ab
Wie damit auch den inneren Streit um
Die Gegenstände einfach ihren Platz
Nehmen zu lassen wie es ihnen passt
Schön still sei es dort zu wohnen
Alles sehr angenehm denn in Berlin
Wohne die Seele im Hinterhaus
Vierter Stock ohne Fahrstuhl
Wie wunderbar sind diese kleinen
Momentaufnahmen aus dem Leben
Die Franz Hessel ganz nebenbei als
Kleine Plauderei uns Lesern erzählt
Lassen die Stadt zart spüren wie ein
Gefühl für das Leben in ihr wach werden
Auch die Konflikte liebevoll betrachtet
Um den Dingen ihrem Lauf zu lassen
Franz Hessel lesen ist immer ein Genuss
Verbreitet eine angenehme Stimmung
Die alle Probleme lösbar scheinen lässt
Was ihm dazu noch mit Humor gelingt
Der Leser fühlt dabei zumindest ich tue es
Warum die gute Mascha Kaleko ihn einst
Den heiligen Franziskus vom Fischer Verlag
Nannte diesen guten Menschen in Berlin
jens tuengerthal 21.3.25
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