Sonntag, 24. Mai 2026

Zweifellos

Zweifellos

Zweifellos zu lieben 
Ist das schönste auch
Wenn zwischendurch
Krisen mal für Momente
Alles infragestellen sich
Dennoch sicher zu sein
Bleibt zweifellos was zählt
So dass die Summe stimmt
Immer die Liebe gewinnt 
Was zweifellos gut so ist
Mehr bleibt uns nie

jens tuengerthal 24.5.26

Pfingstriesling

Pfingstriesling 

Am Pfingstsonntag um 11 nach 1
Im Crossroads angekommen auf
Einen nächtlichen Riesling wo die
Musik für letzte Gäste ruhig ist

Vor der Bar noch vier Bekannte 
Im Gespräch beim Trinken wie
Eine bekannte Dame am Ende
Der Bar vorm Fenster für sich

Einige Gäste noch draußen
Tino und Selma räumen auf
Der Terrasse auf und einige
Gäste kommen rein plötzlich

Wandelt sich die Stimmung
Während die lustig gekleideten
Gäste im Retro-Look zahlen
Koordiniert Selma den Rest

Gespräche über Kinder am
Tisch und Planung für den
Geburtstag der Montag ist
Nun kehrt wieder Ruhe ein

Langsam wandert der Abend
Hier in die Nacht ohne große
Aufregung Platz genug für den 
Heiligen Geist der selten kommt

jens tuengerthal 24.5.26

Samstag, 23. Mai 2026

Lektürentagebuch 23.5.26

Lektürentagebuch 23.5.26

Über die guten englischen Manieren
Schreibt Curzio Malaparte herrlich fein
Ironisch eben sehr britisch auch in
Zwischen Erdbeben unter diesem Titel

Er fragt sich was wohl aus Europa
Geworden wäre wenn es den echten
Anglomanen gelungen wäre das alte
Geheimnis der Good Manners doch 

Noch zu lüften und ganz Europa dann
Plötzlich im Paradies der englischen
Manieren sich so höflich behandelte 
Wie es nur die Kinder Albions können

Albion ist dabei ein antiker Name für
Großbritannien der sich von den 
Weißen Kreidefelsen ableiten könnte 
Oder sogar keltische Wurzeln hat

Mit feiner Ironie taucht er dafür in
Die englische Geschichte ein nennt
Beau Brummell den bestangezogenen
Dandy aller Zeiten der überhaupt als

Gründungsvater dieses Stils zu gelten
Hat der mit George III befreundet war
Was diesem Hannoveraner dennoch
Nicht half sein Deutschtum abzulegen

Spottet über die niederländischen
Wie die deutschen Könige der Insel
Denen das wirklich große fehlt was
Das Geheimnis der Manners bilde

Durchstreift in diesem ironischen Text
Die englische Geschichte im Schatten
Der Idee was wäre wenn Europa das
Geheimnis der guten Manieren lüftete

Er zeigt mit diesem fein ironischen
Essay eine gute Kenntnis dessen
Was das englische Wesen ausmacht
Noch dazu mit britischem Humor

Beschreibt dabei sehr fein was den
Englischen Splean ausmacht mit so
Paten wie Walpole und Brummell
Was sogar Engländer treffend fanden 

Eine lohnende Lektüre die rasant von
Einem zum anderen springt im Ton 
Feiner Ironie konsequent dabei
Beschreibt was typisch britisch ist

Der Italiener hält den Engländern
Zumindest der feinen upper class
Den ironischen Spiegel vor mit
Soviel Humor wie Sachkenntnis 

Das ist ein Rule Britannia auf die
Feine intellektuelle italienische Art 
Lässt herzlich lachen und zugleich
Tief in englische Geschichte blicken 

Auf der Reise ins Paradies berichten
Heinrich und Christine Gondela nun
Am 11. September 1802 also genau
199 Jahre vor 9/11 lustigerweise

Mit wieder wunderbarer Ironie sehen
Die beiden Bremer Bamberg an und
Beschreiben mit kritischem Blick was
In dieser Stadt im Übergang zu sehen

Zunächst der Domplatz der Palast des
Bischof die Häuser der Domherren 
Wie die einst kaiserliche Burg in der 
Reihenfolge der Pracht eben auch

Der Dom von außen eher schlicht aus
Romanischer Zeit noch um das Jahr 
1000 stammend im Übergang schon
Zur Gotik hat die unter anderem die

Kaiserlichen Gebeine von Heinrich III
Seiner Frau Kunigunde und auch der 
Domherren mit Bildern auch der
Hauptaltar zeigt ein prächtiges Bild 

Beeindruckend schön und einem
Heutigen Kaiser würdig dagegen
Ist der hiesige Bischofssitz der
In der Zeit des Übergang verwaist ist

Auch die Häuser der Domherren
Sind prächtig wie kleine Schlösser
Dagegen ist die kaiserliche Burg
Eine eher spärliche Festung

Dort würde bestenfalls noch das
Personal des Palastes wohnen
Was als Pfalz des Kaisers der
Bamberg gründete noch steht

Von der Stadt aus geht es auf
Den Mönchsberg wo Benediktiner
Ein schönes Kloster mit bester 
Aussicht über die Stadt haben 

Die Stadt wächst langsam schon
Den Berg hinauf bevor sie den 
Ausblick genießen dürfen müssen
Sie noch mit ihrem Führer durch

Die hier Kirche mit den Reliquien
Des heiligen Bischof der Kranke
Hier nachweislich geheilt hätte 
Worüber sie spöttisch berichten

Vom endlich Ausblick sehen sie 
Einiges auch historisch interessantes
Wie die Burg auf der Stauferkaiser
Philipp noch ermordet wurde 

Vom übrigens Wittelsbacher die ja
Nun bald wieder neue Herren in
Bamberg sein sollen warum auch
So viele bayerische Soldaten überall

Auch die vorbildliche Anlage des
Spitals das der vorletzte Bischof
Hier nach den Grundsätzen der
Aufklärung anlegen ließ sehen

Sie zumindest die Anlage und
Ihre vorbildlichen Gärten die sie
Sodann besuchen und genau über
Die vorbildliche Ordnung berichten

Vieles davon ähnelt schon modernen
Krankenhäusern mit Zimmern mit je
Acht Betten für Kranke und einem
Für die Schwester und ein Notbett

Die Betten hätten jeweils Vorhänge
Für eine Privatsphäre der Patienten
Wie an jedem Bett Schilder auf denen
Name Diagnose Diät dazu standen

Der gute Bremer Kaufmann darf alles
Besichtigen und berichtet sowohl über
Die Ordnung der Klinik wie auch die
Kosten für das Bett pro Nacht genau

Sichtlich angetan von dieser ganz
Modernen Klinik mit eigenem Park
Wird das Wirken des Bischofs als
Vorbildlich von ihnen dargestellt  

Der Besuch bei einem großen
Ausflugsziel ist erstmal eher 
Enttäuschend es war heiß aber
Viel wäre noch nicht los gewesen

Auf dem Rückweg sehen sie auf
Dem Domplatz einen Wagen mit
Kindern und Soldaten um den ein
Reges Gedränge auch herrscht

Als Heinrich sich nach vorne drängt 
Hört er die Geschichte eines wohl
Rattenfängers der den Bauern die 
Kinder mit kaiserlichen Versprechen 

Nahm und gerade überführt und
Verhaftet worden sei auch die
Kinder auf dem Wagen bestätigten
Die sehr seltsame Geschichte

Trotz genauer Erkundigung aber
Hörte er später nichts weiter davon
Danach beschließen sie eine Pause
Auch in Anbetracht der großen Hitze

Bei milderem Licht scheint ihnen
Das vorige Ausflugslokal nun doch
Wieder verlockend und sie folgen
Dem Fluss bis dahin aber kommen

Im schließlich dunkel dann dort an 
Hatten schönes Licht unterwegs
Die Lage in Bamberg voller armer 
Bettler und Studenten denen er gerne

Noch etwas gab zumal ihr Führer 
Deren Bedürftigkeit noch bestätigte
Die politische und ökonomische
Situation der Stadt sieht er kritisch

Der bayerische Kurfürst residieren
Nicht vor Ort schröpfe nur zu sehr
Gäbe aber nichts um von Franken
Nur zu profitieren was dort aber

Keine Entwicklung verspreche und
Sieht den Übergang der Herrschaft
Vom Fürstbischof auf den da noch
Kurfürsten von Bayern kritisch

Der Kurfürst hatte sich nach der
Auflösung des Deutschen Reiches
Unter Napoleon bald erledigt dafür
Wurde der Bayer dann zum König

Zunächst aber wird im folgenden
Januar dann mit dem berühmten 
Reichsdeputationshauptschluss
Bamberg auch legal Teil Bayerns

Bisher waren die Soldaten dort
Nämlich eher illegal weil der früher
Herzog von Bayern nur Truchseß
Des Fürstbischof von Bamberg

Womit sich der stolze Bremer zurecht
Über die anarchischen Zustände im
Reich gegen alle Ordnung empörte 
Deren Auflösung noch bevor stand 

Politisch nennen wir so etwas heute
Normative Kraft des Faktischen die
Der Kurfürst mit seinen Soldaten in
Bamberg im September schon schafft

Ein also die Zeit auch politisch sehr
Brisanter Bericht der auch vieles 
Über das schwierige Verhältnis von
Bayern und Franken wohl erklärt

Mit Johann Gottfried Seume nach 
Graz gewandert wo er erstmal bleibt
Weil ihm Stadt und Leute gefallen
Es besonders schön dort wäre

Auf dem Weg hätte er viel über die
Gerechtigkeit und Billigkeit gegrübelt
Warum ein gerechter Fürst nicht
Noch gnädig sein müsste

Der Staat sei besser gerecht aber
Gnade bräuchten nur Verbrecher
Wie die französische Revolution
Die Idee von Gerechtigkeit beflügelte

Welche dann wieder im Sumpf der
Menschlichen Unvollkommenheit
Versank und wie gut Gerechtigkeit
Wäre auf die Verlass auch ist

Beschreibt dann den schönen Weg
Ins zauberhafte Graz und was es
Hinauf und hinab alles noch am
Lauf der Flüsse zu sehen hab

Schwärmt vom Theater in Graz
Das sogar Iffland kürzlich besuchte 
Wie die Besucher auch neben der
Vorstellung noch unterhalten werden

Das schlechteste Theater hätte er
Bei sich Zuhause in Leipzig gehabt
Alles unterwegs wäre viel besser
Sperrte die Masse nicht nur ein

Auch würden die Leute in Graz 
Besser und verständlicher deutsch
Sprechen als noch in Wien was 
Alle die Wiener hörten nicht wundert

Berichtet dann noch von Geschichten
Von der Bärenjagd die er erzählt dort
Bekam ohne zu wissen wie wahr es
Damit wäre staunt er darüber

Er hätte immer gedacht Bären und
Wölfe gäbe es nur noch in Polen
Wie in östlicher Wildnis davon was 
An Polen ihn erinnert und den

Korporal den er hier eine Melodie
Aus einer Oper zur polnischen
Revolution pfeifen hörte die er in 
Warschau hörte ohne zu verstehen

Vom Weg berichtete er noch von
Vielen riesigen Fuhrwerken die wohl
Alte Kanonen vielspännig zurück aus
Italien nach Wien transportierten 

Zumindest bereiteten die schweren 
Gefährte einen Weg auf dem sich
Gut laufen ließe wie ihm Soldaten 
Mit Waffe Vertrauen schenkten 

Er begründet dies weil nur die Guten 
Auch fahren dürften weniger Angst 
Vor Räubern war es wohl auch so oft
Er vorher schon davon schrieb

jens tuengerthal 23.5.26

Entdeckungsreisender

Entdeckungsreisender

Reise schon mein ganzes Leben
Entdecke jeden Tag neue Welten
Auch in mir und bin außer in meiner
Bibliothek heimatlos immer noch
Warum auch meine engste Beziehung
Die zu Büchern immer schon war
Muss darum nirgendwo mehr hin
Genieße lieber was bleibt wo ich bin
Weil genug in mir täglich passiert
Welten sich finden und verlieren
Gedanken bis über den Rand auch
Des Universums gerne streifen das
Im Reich der Phantasie vor allem
Keine Grenzen mehr kennt und
In Frieden miteinander lebt statt
Sich besiegen zu wollen lieber
Hingebungsvoll einander liebt 
Was die schönste Entdeckung 
Eines geteilten Universums ist
So bleibe ich immer ein großer
Entdeckungsreisender ohne je
Irgendwohin weg zu müssen

jens tuengerthal 23.5.26

Zeitnahme

Zeitnahme

Wofür nehme ich mir Zeit
Was braucht auch seine
Um in Ruhe zu reifen und
Wieviel Zeit habe ich noch
Dieses oder jenes doch
Zu erledigen überlege ich
Was muss ich überhaupt
Je erledigen solange ich
Ledig bleibe wohl weniger
Als in Beziehungen die gern
Zeit miteinander verbringen
Unbedingt etwas machen wollen
Aber sie viel zu selten dabei
Auch füreinander Zeit finden
Zumindest gerne so reden
Weil eigentlich sind so Typen
Wie ich einer bin am liebsten
Für sich ohne viel zu reden
Dafür mehr Zeit zum Lesen
Wofür ich mir besser viel mehr
Zeit nehmen würde statt noch
Etwas anderes zu wollen denn 
Wer liest verpasst nichts dabei
Ist dafür immer auf angenehmste 
Art noch beschäftigt ohne die
Zeit mit Unsinn totzuschlagen
Nehme mir zu gerne dafür 
So viel Zeit wie nur möglich
Und alle Zeit die ich mir nehme
Ist damit meine was mich so
Reich gelassen wie glücklich
Für möglichst lange Zeit macht

jens tuengerthal 23.5.26

Vierundzwanzigstundenregel

Vierundzwanzigstundenregel

Sich in allem Zeit zu lassen 
Lieber mehr statt weniger
Scheint mir in schnelllebiger Zeit
Wichtiger als etwas zu erledigen
Um was auch immer in Ruhe
Vernünftig bedenken zu können
Statt schnell emotional auf etwas
Reagieren zu wollen was selten
Gut geht vor jeder Entscheidung
Mit gravierend wichtigen Folgen 
Immer 24 Stunden abzuwarten
Vom Einkauf bis zur Liebe
Wird viele Katastrophen verhindern
Uns so einiges wohl ersparen
Aber auch viel Übung brauchen 
Weil gerade dann wenn etwas
Besonders wichtig scheint
Noch 24 Stunden nichts tun
Eine harte Prüfung schon ist
Aber war diese nicht besteht
Ist vermutlich wenig wert 
Bewahrt jedenfalls sicher
Vor mehr Katastrophen
Als das Nichtstun auslöst
Abwarten und Tee trinken
Könnte die Idee heute sein
Statt irgend Beschleunigung
Es braucht viel weniger
Was allen einiges erspart
Wertvoller macht was blieb

jens tuengerthal 23.5.26

Liebeswunder

Liebeswunder 

Liebe zaubert manche Wunder 
Die mich immer staunen lassen 
Wie uns die Liebste als Schönste
Ganz fraglos scheint und alle Tage 
Egal wie wirklich grau sie sind im
Licht der Liebe rosa schön scheinen
Wäre wohl schon wunderbar genug
Doch über allem steht das Wunder 
Der Versöhnung das nach Krisen 
Noch die Liebe wachsen lässt uns 
Gefühlt enger noch verbindet was
Natürlich Unsinn ist aber sich dann
Wie frisch verliebt anfühlt vielleicht
Weil uns bewusst dann wird was 
Für ein Glück es ist sich zu lieben
Oder wie schrecklich es wäre sich 
Unter Umständen zu verlieren aber
Egal ob die Verlustangst größer ist
Macht das Glücksgefühl sich doch 
Noch zu haben und zu lieben dann 
So glücklich dass es scheinen könnte
Als würden Krisen der Liebe gut tun
Was vielleicht übertrieben dialektisch
Scheinen könnte zumindest hilft auch
Krisen miteinander gut zu überstehen
Beim nächsten maln gelassener zu
Ertragen was gut tun könnte aber
Vermutlich nur graue Theorie ist
Weil Liebe nicht planbar ist

jens tuengerthal 23.5.26

Terrassentiesling

Terrassentiesling

Am ersten warmen Freitag vor
Pfingsten auf der Terrasse vorm 
Crossroads Platz genommen und
Bei Selma den Riesling bestellt

Hier wieder gut gefüllt muss sie
Erstmal Gläser einsammeln um
Alle bedienen zu können während
Drinnen Tino am Mixen der Drinks ist

Die Stimmung ist heute sommerlich
Kleine und größere Gruppen sitzen 
Um die Tische während Polizei mit
Blaulicht hin und ohne zurück fährt

Herr mit Hund Daniela und Nathan
Sitzen am Tisch nebenan und packen 
Ein Geschenk aus beim Wein den 
Selma in blau auch hier nun brachte

Gerade entwischte der kleine Hund
Über die Ampel aber vom Flaneur
Beobachtet holte sein Herr ihn
Gleich wieder hierher zurück 

Direkt vor mir eine Gruppe von
Drei Damen mit vier Herren die
Kultiviert auf englisch plaudern
Auch Tino bedient zwischendurch

Junge Damen leicht bekleidet mit
Sommerlich kurzen Röcken flanieren
Immer wieder vorbei ein schöner
Anblick in beginnender Nacht

Unterm Baum zwei Paare an
Zwei Tischen davor noch zwei
Gruppen bis zur Straße bestuhlt
Wo der rote Elektro Rollstuhl steht

Nun gegen Mitternacht wird es bald
Zeit hineinzugehen schon fängt Tino
An die ersten Stühle einzupacken 
Noch klingt Musik aus offener Bar

jens tuengerthal 23.5.26

Freitag, 22. Mai 2026

Lektürentagebuch 22.5.26

Lektürentagebuch 22.5.26

Unter dem Titel Screwball und
Slapstick erzählt Siri Hustvedt in
Ihren Ghost Stories komische
Erinnerungen die sie mit Paul teilt

Wie sie ein Drehbuch schrieben 
Das auch noch verfilmt wurde
Aber so sehr verändert dass sie
Ihre Namen lieber zurückzogen 

Vom gemeinsamen Traum einmal 
Eine Screwball Komödie zusammen 
Zu schreiben und dem Spaß den das
Gemeinsame Schreiben schenkte 

Auch ihre eigene Slapstick Erfahrung
Im realen Leben wie die Geschichte
Als Paul Auster in Taormina in den
Pool im Dunkeln lief ist herrlich

Die Vorstellung von Sophie wenn
Paul übrig geblieben wäre würde 
Er nur von Tiefkühlkost und Whisky
Noch leben gehört zum Humor 

Als einer der sich allein von Tee 
Salzstangen und Spekulatius auch
Ernähren kann lächle ich darüber
Der Whiskey verstaubte bei mir

Über die Aufregung der Liebe wie
Kleinen Tragödien des Lebens auch
Lachen zu können macht dieses
Bei aller Dramatik erträglich

Wollte nach der tragischen Trennung
Ein Werther Drama über meine
Verlorene jugendliche Liebe noch
Schreiben und lache heute darüber

Wenn die Liebe zur Komödie wird 
Weil wir uns natürlich nie verstehen
Zumindest nicht auf Dauer ganz nah
Tut es besser darüber zu lachen

Beinah wäre ich für meine kleine
Kroatin am gebrochenen Herzen
Ganz elend gestorben und finde
Das heute eher eine Komödie

Was der wahre Blick auf die Liebe 
Wie ihre Untiefen ist weiß ich nicht
Aber darüber lachen zu können
Sie als Komödie sehen tut besser

So gefällt mir darum Siris lachender
Blick zurück in Erinnerung der auch
Komischen gemeinsamen Zeiten 
Tragisch ist der Tod ohne Mühe

Ihn auch komisch zu finden und
Über das Schicksal was es nicht gibt
Auch wenn es mal seltsam zuschlägt 
Scheint mir die höhere Lebenskunst

Beginne das 5. Buch des komisch
Tragischen Simplicissimus der die
Deutsche Literatur schon früh um
Das Element der Komik bereicherte 

Im ersten Kapitel schreibt Hans Jacob Christoffel von Grimmelshausen wie 
Simplicius ein Pilger wird und mit
Herzbruder auf Wallfahrt geht der

Nach Einsiedeln in der Schweiz nun
Wallfahren wollte was Simplicius 
Weniger der Frömmigkeit wegen
Als um die Eidgenossenschaft das

Einzig noch friedliche Land zu sehen
Herzbruder lehnt jedoch sowohl seine
Finanzielle Unterstützung wie seine
Begleitung zunächst noch ab weil er

Keine Belastung sein wollte worüber
Beide in freundschaftlichen Streit 
Miteinander gerieten warum wer
Das des anderen nicht annahm

In Wirklichkeit hatte Herzbruder wohl
Abscheu vor dem blutigen Geld was
Zur frommen Reise nicht passte was
Simplicius wieder dazu brachte die

Pilgerfahrt zu wollen um dabei noch
Besserung zu geloben hielte er ihn 
Davon ab und stürbe Simplicius 
Inzwischen lüde er schwere Schuld

Auf sich behauptet sogar er wollte
Genau wie er als Buße für sein bisher
Sünhaftes Leben auf Erbsen nach
Einsiedeln auch nun gehen doch bald

Fand sich ein neuer Grund zum Streit
Simplicius wollte sich einen Pass für
Den Weg zum Regiment ausstellen
Lassen was dann eine Lüge wäre

Wer wirklich bereue der dürfe nicht
Mit einer Lüge den Weg beginnen
Meinte Herzbruder und zitiert dann
Christus mit der Verleugnung Gottes

Was Simplicius wieder mit dem
Auch biblischen Argument widerlegt
Sie müssten sich auch den immer
Den Zeitläufen nach Paulus anpassen

Worauf sie endlich über Rottweil
Gen Schweiz aufbrachen die ihm
So anders vorkam als alle anderen
Deutschen Länder als wäre er dort

In Brasilien oder China und sah die
Menschen in Frieden handeln und
Wandeln und die Ställe standen voller
Vieh es wimmelte vor Hühnern Gänse

Enten die Straßen waren sicher in
Den Wirtshäusern ließen es sich die
Leute gutgehen nirgendwo war Furcht
Alle lebten dort in Frieden miteinander

Im Vergleich mit anderen deutschen 
Ländern in solchem Überfluss trotz
Rauer Bedingungen schien es wie
Im Paradies dort leben zu dürfen

Während Herzbruder Rosenkränze 
Betete und ihn dazu ermahnte sah 
Simplicius staunend überall herum
Doch in Zürich bemerkte er es

Die Nacht vorher waren sie noch
In Schaffhausen gewesen wo er
Sich die Erbsen weich kochen ließ
Aus Furcht um seine Füße damit 

Weich in den Schuhen ganz bequem
Nach Zürich wandern konnte während
Herzbruder sich grausam marterte mit
Harten Erbsen noch in den Schuhen

Als dieser es dann bemerkt und sie
Darüber reden fürchtet der fromme
Herzbruder Gott würde sie beide
Bestrafen ihre Buße nicht anerkennen

Herzbruder macht Simplicius klar
Was für ein schlechter Mensch und
Armer Sünder er doch sei worauf
Dieser Gewissensbisse bekommt

Traurig über seine Sünden sinnend
Lief er nun schweigend neben dem
Meist schweigenden Herzbruder her 
Bereute sein Leben und gelobte

Aus religiöser Überzeugung endlich
Besserung damit es aufwärts mit
Ihm ginge der ein armer Sünder 
Doch immer nur gewesen wäre

Der Vanitas Gedanke verbunden
Mit tiefer Reue an die sich gerne
Auch fromme Rituale knüpften ist
Typisch für den späten Krieg noch

Elend und Mord mit Seuchen
Verheerten das ganze Reich
Warum die Schweiz paradiesisch
Trotz widriger Bedingungen war

Noch ein wenig zum Großmeister
Der Komik in der deutschen Literatur
Thomas Mann im biblischen Kontext
Bei Joseph und seinen Brüdern 

Die Taktik der Verzögerung wie die
Argumente mit denen sich Joseph
Der Geilheit von Mut entwindet die
Drängt er möge bei ihr liegen sind

Teils dem biblischen Original noch
Entsprechend auf Gott bezogen
Aus Angst vor dessen Strafe auch
In grausam komische Form gesteckt

Die Ausreden mit denen er ihre nun
Zweifel an seiner Männlichkeit dabei
Zurückweist sind einfach zu komisch
Verspotten sich sogar selbst noch

Bedenken wir dabei dass Mut nur
Scharf auf Joseph ist und alles
Versucht ihn endlich dazu zu bringen 
Er möge mit ihr vögeln wird die

Besonders große Komik von Mann 
Gerade im sexuellen Bereich noch
Deutlicher der mit der Sprache der
Bibel komisch über Sex dabei redet

Dies macht sich doppelt lustig über
Christlich jüdische Prüderie wie die
Geilheit ägyptischer Frauen noch
Dazu mit großem Gefühl dabei

Sie preist sich an wie einen schon 
Stinkenden Käse den doch die Reife
Erst so wohlschmeckend machte
Versucht ihn dann zu provozieren

Tatsächlich bemüht er sich noch
Ihr zu erklären er könnte schon
Wenn er nur wollte nur will er
Nicht aus hohem moralischen Grund

Wie unklug es ist Frauen in dieser
Hinsicht belehren zu wollen merkt
Jeder der es einmal nur probierte
Doch Joseph spielt weiter doppelt

Sagt nicht ich will dich nicht weil 
Zu alt oder zu hässlich für mich
Sondern will sie nur nicht weil es
Gegen Gebote seines Gottes

Was wie Mann auch zeigt ein
Schwaches Argument gegen
Die starke Natur immer war 
Joseph provoziert und riskiert 

Um so mehr Mut versucht den
Sklaven Joseph zu beziehen
Dem sie alles befehlen könnte 
Desto klarer wird dessen Schuld

Thomas Mann zeigt mit tiefem
Feingefühl alle Untiefen dieser
Biblischen Geschichte auf die
Vieles über Mann und Frau lehrt 

Die umgekehrte Entwicklung der
Sexuellen Potenz klingt darin durch
Bevor sie neurologisch nachgewiesen
In der Studie zum Nervus pudendus 

Mit all dem wie auch seiner eigenen
Homoerotischen Neigung spielt der
Große Autor Thomas Mann hier mit
Einer feinen bürgerlichen Komik

Ein seitenlanges Gespräch über Sex
Der dann doch nicht stattfindet in der
Sprache der Bibel ist schon ein Witz 
Wie dieser dabei erzählt die Krönung

Was mich wieder darin bestätigt wie
Lächerlich fehl die Interpretationen
Von Illies und Lahme gehen die wohl
Mehr über sich als über Mann reden

Aber Coming-out eines stocksteifen
Bürgerlichen ist eben hipp für die
Eher schlichten Geister die Mann 
Nie lasen oder seinen Witz sahen

Empfehle darum allen die wirklich
Guten deutschen Humor sehen
Wie im Wesen verstehen wollen
Die Lektüre von Manns Werk

Dieses macht ihn zum unsterblichen
Autor der literarische Welten kreierte 
Während Illies und Lahme nur als
Kleine Köter an sein Denkmal pissen

jens tuengerthal 22.5.26

Liebesterror

Liebesterror


Liebe ja die Frauen wirklich
Es sind wunderbare Wesen
Wenn nicht aller Anschein trügt

Nur manchmal muss ich mich 
Daran sehr deutlich erinnern
Um es nicht völlig zu vergessen

Im Ärger über weibliche Spiele
Die Liebe als Mittel des Terror 
Zur Erpressung mit Erwartung

Einsetzen statt offen zu reden
Die indirekt etwas sagen aber
Dann behaupten dies nie so 

Gemeint zu haben ohne über 
Das zu reden was sie ärgert
Weil sie strategisch erpressen

Besonders perfide wird diese Form
Emotionaler Erpressung wenn Frau
Behauptet sie täte was Mann wolle

Auch wenn bisher noch jede
Frau einen Eid schwor dass
Sie ganz anders als alle wäre

Machte es noch jede im Falle
Eines Konflikt genau so weil
Sie sich Vorteile davon erhoffen 

Vermutlich bin ich bisher nur
Lauter einmaligen Sonderfällen 
Im Leben begegnet die immer

Genau sagen was sie meinen
Auch wenn das schon die erste
Lüge war und der Anfang des

Terror aus Liebe ist bei dem es
Allein um Macht nie um Liebe
Noch geht was schade ist weil

Damit keine Liebe die meisten
Versuche von Liebe scheitern lässt
Dabei wollen beide das gleiche

Nur das Spiel um Macht hindert
Offen und fair miteinander zu sein
Sich gut zu tun wie wir es wollen

Ob sich das jemals ändert oder mit
Einer vernünftig zu klären ist bleibt
Bis zum Beweis des Gegenteils offen

Männer wie Frauen haben einfach
Bestimmte gattungsbedingte vom
Anderen schwer zu ertragende

Eigenschaften nach ihrer Natur
Damit offen umzugehen könnte 
Die meisten Konflikte leicht lösen

Stattdessen werden sie Quelle des 
Größten Terror der alle nur quält
Dabei wollen wir uns nur lieben 

Liebe aber heißt nach der Natur
Das Gegenteil von besiegen
Meint also bedingungslos gönnen

Wie schön wäre es doch miteinander
Gingen wir davon einfach immer aus
Statt uns weiter ewig zu quälen 

Ob es Hoffnung gibt dieses hehre Ziel
Je zu erreichen bleibt weiter unklar
Aber zumindest stirbt diese zuletzt

Sich daran zu erinnern dass wir mit
Mars und Venus von verschiedenen
Planeten kommen könnte helfen

Wir können uns natürlich nicht
Verstehen aber lieben was nur 
Verständnislos bedingungslos geht

Fürchte aber sehr diese uralte
Weisheit lässt sich nicht gendern
Was es für viele unmöglich macht

Dabei ist es so einfach eigentlich
Wir lieben uns und wollen uns
Bedingungslos glücklich machen

Warum wir dabei so häufig wie
Immer wieder auch das Gegenteil
Erreichen machte nachdenklich

Wäre die Liebe je vernünftig
Ginge es wirklich um sie 
Nicht um Macht im Spiel

Nicht auszuschließen ist dabei
Dass es Männern wie Frauen stets
Genauso geht mit der Liebe

Weil wir uns natürlich nicht
Verstehen aber die Liebe gerne
Verständnisvoll miteinander tut

jens tuengerthal 22.5.26