Lektürentagebuch 23.5.26
Über die guten englischen Manieren
Schreibt Curzio Malaparte herrlich fein
Ironisch eben sehr britisch auch in
Zwischen Erdbeben unter diesem Titel
Er fragt sich was wohl aus Europa
Geworden wäre wenn es den echten
Anglomanen gelungen wäre das alte
Geheimnis der Good Manners doch
Noch zu lüften und ganz Europa dann
Plötzlich im Paradies der englischen
Manieren sich so höflich behandelte
Wie es nur die Kinder Albions können
Albion ist dabei ein antiker Name für
Großbritannien der sich von den
Weißen Kreidefelsen ableiten könnte
Oder sogar keltische Wurzeln hat
Mit feiner Ironie taucht er dafür in
Die englische Geschichte ein nennt
Beau Brummell den bestangezogenen
Dandy aller Zeiten der überhaupt als
Gründungsvater dieses Stils zu gelten
Hat der mit George III befreundet war
Was diesem Hannoveraner dennoch
Nicht half sein Deutschtum abzulegen
Spottet über die niederländischen
Wie die deutschen Könige der Insel
Denen das wirklich große fehlt was
Das Geheimnis der Manners bilde
Durchstreift in diesem ironischen Text
Die englische Geschichte im Schatten
Der Idee was wäre wenn Europa das
Geheimnis der guten Manieren lüftete
Er zeigt mit diesem fein ironischen
Essay eine gute Kenntnis dessen
Was das englische Wesen ausmacht
Noch dazu mit britischem Humor
Beschreibt dabei sehr fein was den
Englischen Splean ausmacht mit so
Paten wie Walpole und Brummell
Was sogar Engländer treffend fanden
Eine lohnende Lektüre die rasant von
Einem zum anderen springt im Ton
Feiner Ironie konsequent dabei
Beschreibt was typisch britisch ist
Der Italiener hält den Engländern
Zumindest der feinen upper class
Den ironischen Spiegel vor mit
Soviel Humor wie Sachkenntnis
Das ist ein Rule Britannia auf die
Feine intellektuelle italienische Art
Lässt herzlich lachen und zugleich
Tief in englische Geschichte blicken
Auf der Reise ins Paradies berichten
Heinrich und Christine Gondela nun
Am 11. September 1802 also genau
199 Jahre vor 9/11 lustigerweise
Mit wieder wunderbarer Ironie sehen
Die beiden Bremer Bamberg an und
Beschreiben mit kritischem Blick was
In dieser Stadt im Übergang zu sehen
Zunächst der Domplatz der Palast des
Bischof die Häuser der Domherren
Wie die einst kaiserliche Burg in der
Reihenfolge der Pracht eben auch
Der Dom von außen eher schlicht aus
Romanischer Zeit noch um das Jahr
1000 stammend im Übergang schon
Zur Gotik hat die unter anderem die
Kaiserlichen Gebeine von Heinrich III
Seiner Frau Kunigunde und auch der
Domherren mit Bildern auch der
Hauptaltar zeigt ein prächtiges Bild
Beeindruckend schön und einem
Heutigen Kaiser würdig dagegen
Ist der hiesige Bischofssitz der
In der Zeit des Übergang verwaist ist
Auch die Häuser der Domherren
Sind prächtig wie kleine Schlösser
Dagegen ist die kaiserliche Burg
Eine eher spärliche Festung
Dort würde bestenfalls noch das
Personal des Palastes wohnen
Was als Pfalz des Kaisers der
Bamberg gründete noch steht
Von der Stadt aus geht es auf
Den Mönchsberg wo Benediktiner
Ein schönes Kloster mit bester
Aussicht über die Stadt haben
Die Stadt wächst langsam schon
Den Berg hinauf bevor sie den
Ausblick genießen dürfen müssen
Sie noch mit ihrem Führer durch
Die hier Kirche mit den Reliquien
Des heiligen Bischof der Kranke
Hier nachweislich geheilt hätte
Worüber sie spöttisch berichten
Vom endlich Ausblick sehen sie
Einiges auch historisch interessantes
Wie die Burg auf der Stauferkaiser
Philipp noch ermordet wurde
Vom übrigens Wittelsbacher die ja
Nun bald wieder neue Herren in
Bamberg sein sollen warum auch
So viele bayerische Soldaten überall
Auch die vorbildliche Anlage des
Spitals das der vorletzte Bischof
Hier nach den Grundsätzen der
Aufklärung anlegen ließ sehen
Sie zumindest die Anlage und
Ihre vorbildlichen Gärten die sie
Sodann besuchen und genau über
Die vorbildliche Ordnung berichten
Vieles davon ähnelt schon modernen
Krankenhäusern mit Zimmern mit je
Acht Betten für Kranke und einem
Für die Schwester und ein Notbett
Die Betten hätten jeweils Vorhänge
Für eine Privatsphäre der Patienten
Wie an jedem Bett Schilder auf denen
Name Diagnose Diät dazu standen
Der gute Bremer Kaufmann darf alles
Besichtigen und berichtet sowohl über
Die Ordnung der Klinik wie auch die
Kosten für das Bett pro Nacht genau
Sichtlich angetan von dieser ganz
Modernen Klinik mit eigenem Park
Wird das Wirken des Bischofs als
Vorbildlich von ihnen dargestellt
Der Besuch bei einem großen
Ausflugsziel ist erstmal eher
Enttäuschend es war heiß aber
Viel wäre noch nicht los gewesen
Auf dem Rückweg sehen sie auf
Dem Domplatz einen Wagen mit
Kindern und Soldaten um den ein
Reges Gedränge auch herrscht
Als Heinrich sich nach vorne drängt
Hört er die Geschichte eines wohl
Rattenfängers der den Bauern die
Kinder mit kaiserlichen Versprechen
Nahm und gerade überführt und
Verhaftet worden sei auch die
Kinder auf dem Wagen bestätigten
Die sehr seltsame Geschichte
Trotz genauer Erkundigung aber
Hörte er später nichts weiter davon
Danach beschließen sie eine Pause
Auch in Anbetracht der großen Hitze
Bei milderem Licht scheint ihnen
Das vorige Ausflugslokal nun doch
Wieder verlockend und sie folgen
Dem Fluss bis dahin aber kommen
Im schließlich dunkel dann dort an
Hatten schönes Licht unterwegs
Die Lage in Bamberg voller armer
Bettler und Studenten denen er gerne
Noch etwas gab zumal ihr Führer
Deren Bedürftigkeit noch bestätigte
Die politische und ökonomische
Situation der Stadt sieht er kritisch
Der bayerische Kurfürst residieren
Nicht vor Ort schröpfe nur zu sehr
Gäbe aber nichts um von Franken
Nur zu profitieren was dort aber
Keine Entwicklung verspreche und
Sieht den Übergang der Herrschaft
Vom Fürstbischof auf den da noch
Kurfürsten von Bayern kritisch
Der Kurfürst hatte sich nach der
Auflösung des Deutschen Reiches
Unter Napoleon bald erledigt dafür
Wurde der Bayer dann zum König
Zunächst aber wird im folgenden
Januar dann mit dem berühmten
Reichsdeputationshauptschluss
Bamberg auch legal Teil Bayerns
Bisher waren die Soldaten dort
Nämlich eher illegal weil der früher
Herzog von Bayern nur Truchseß
Des Fürstbischof von Bamberg
Womit sich der stolze Bremer zurecht
Über die anarchischen Zustände im
Reich gegen alle Ordnung empörte
Deren Auflösung noch bevor stand
Politisch nennen wir so etwas heute
Normative Kraft des Faktischen die
Der Kurfürst mit seinen Soldaten in
Bamberg im September schon schafft
Ein also die Zeit auch politisch sehr
Brisanter Bericht der auch vieles
Über das schwierige Verhältnis von
Bayern und Franken wohl erklärt
Mit Johann Gottfried Seume nach
Graz gewandert wo er erstmal bleibt
Weil ihm Stadt und Leute gefallen
Es besonders schön dort wäre
Auf dem Weg hätte er viel über die
Gerechtigkeit und Billigkeit gegrübelt
Warum ein gerechter Fürst nicht
Noch gnädig sein müsste
Der Staat sei besser gerecht aber
Gnade bräuchten nur Verbrecher
Wie die französische Revolution
Die Idee von Gerechtigkeit beflügelte
Welche dann wieder im Sumpf der
Menschlichen Unvollkommenheit
Versank und wie gut Gerechtigkeit
Wäre auf die Verlass auch ist
Beschreibt dann den schönen Weg
Ins zauberhafte Graz und was es
Hinauf und hinab alles noch am
Lauf der Flüsse zu sehen hab
Schwärmt vom Theater in Graz
Das sogar Iffland kürzlich besuchte
Wie die Besucher auch neben der
Vorstellung noch unterhalten werden
Das schlechteste Theater hätte er
Bei sich Zuhause in Leipzig gehabt
Alles unterwegs wäre viel besser
Sperrte die Masse nicht nur ein
Auch würden die Leute in Graz
Besser und verständlicher deutsch
Sprechen als noch in Wien was
Alle die Wiener hörten nicht wundert
Berichtet dann noch von Geschichten
Von der Bärenjagd die er erzählt dort
Bekam ohne zu wissen wie wahr es
Damit wäre staunt er darüber
Er hätte immer gedacht Bären und
Wölfe gäbe es nur noch in Polen
Wie in östlicher Wildnis davon was
An Polen ihn erinnert und den
Korporal den er hier eine Melodie
Aus einer Oper zur polnischen
Revolution pfeifen hörte die er in
Warschau hörte ohne zu verstehen
Vom Weg berichtete er noch von
Vielen riesigen Fuhrwerken die wohl
Alte Kanonen vielspännig zurück aus
Italien nach Wien transportierten
Zumindest bereiteten die schweren
Gefährte einen Weg auf dem sich
Gut laufen ließe wie ihm Soldaten
Mit Waffe Vertrauen schenkten
Er begründet dies weil nur die Guten
Auch fahren dürften weniger Angst
Vor Räubern war es wohl auch so oft
Er vorher schon davon schrieb
jens tuengerthal 23.5.26
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