Samstag, 24. Januar 2026

Allesliebe

Allesliebe

Alles Liebe wünschen wir gerne
Zu Geburtstagen und auch sonst
Manchmal gerne aber was meint
Wer alles Liebe zu Ende denkt

Ist wenn alles Liebe ist alles gut
Oder wird dann alles gefährlich
Weil Liebe dann überall ist oder
Gar mit jeder was anstrengend wird

Natürlich meint alles Liebe nur
So etwas wie alles gute besonders
Herzlich halt mit Gefühl wir nennen
Das dann Liebe oder so ohne mehr

Ist alles Liebe auch sinnlich oder
Nur emotionaler Überfluss der mit
Sex erstmal nichts zu tun eigentlich
Auch wenn Liebe machen das heißt

Doch wer Liebe machen sagt ist
Ohnehin so weit erotisch verloren
Dass es darauf auch nicht ankommt
Halt irgendwas mit Liebe machen

Was ich von meinen Versen auch
Denke aber dass heißt ja nichts
Klingt wie Werbung vom Bäcker
Vielleicht wäre liebevoll besser 

Wünsche jedenfalls alles Liebe
Allen die nun Liebe machen auch
Wenn es besser keiner mehr sagte 
Ist es gut wenn alles mit Liebe war 

jens tuengerthal 24.1.26

Barriesling

Barriesling

Heute in der Ecke an der Bar im
Crossroads auf einen Riesling
Direkt bei Mo und Phil II neben
Mir der Hundehüter mit Zigarillo

Oben ist heute rappelvoll sogar
Die Flaneurloge war besetzt so
Musste ich auf einem Barhocker
Platz nehmen was nicht meins ist

Auch hier unten alle Tische gemischt
Besetzt der Freitag brummt und die
Musik ist passend beschwingt ohne
Nervig aufdringlich zu sein dabei

Dafür ist der Lärmpegel von oben
Konstant brummend hoch und Mo 
Wie Phil II sind ständig beschäftigt
Mo mit einer Feder dazu am Hut

Der Abend wandert in die Nacht
Noch kommen neue und gehen
Andere die Tische werden fliegend
Gewechselt dazu läuft Queen

jens tuengerthal 23.1.26

Freitag, 23. Januar 2026

Lektürentagebuch 23.1.26

Lektürentagebuch 23.1.26

Einige Seiten mit Proust unterwegs
Gewesen in la recherche und dabei
In den Träumen junger Mädchenblüte
Über Saint Loups völlig unmögliche

Geliebte eine unbegabte Kokotte
Seinen Freund den Ich-Erzähler
Lästern gelesen die es dem von ihm
Bewunderten Baron gleich doppelt 

Schwer machte weil sie ihn zum
Einen seiner eigenen Gesellschaft
Entfremdete auf die er unter ihrem
Einfluss nur angeekelt herabsah

Der junge Mann von uraltem Adel
War unter ihrem Einfluss wie es so
Oft in der Liebe geschieht seiner 
Gewohnten Welt entfremdet worden 

Zugleich stand die junge wohl weder 
Besonders begabte noch schöne 
Kokotte unter dem Einfluss von dem
Adel feindlich gesinnten Männern 

So hatte sie dafür gesorgt dass er
Paris verließ und ohne sie in Balbec
Urlaub machte wo die beiden 
Freunde sich dafür innig fanden

Ganz großartig wie Proust wieder
Die Intrigen verschiedener Gruppen
Aus Adel und Intellektuellen gegen
Die Liaison fein böse beschreibt 

Der Adel glaubt Saint Loups habe sich 
Unter ihrem Einfluss seinen Wurzeln 
Also ihnen völlig entfremdet was wohl
Eine richtige Vermutung dabei war

Diese hatten seine Geliebte einmal
Als sie von einer Tante von ihm zur
Aufführung eines modernen Textes
Geladen worden war ausgebuht

Seine noch Geliebte denn der kluge
Saint Loups sah das Ende vor sich
Behauptete die Männer hätten sie 
Zuvor alle füßelnd angemacht 

Der Hass der Frauen gegen sie wäre
Also nur Eifersucht und Neid auf die
Begehrte erfolgreiche Konkurrentin
Der Männer weil sie diese zurückwies

Der Ich-Erzähler der die Geschichte
Vermutlich von seinem Freund hörte
Sehen wir vom allwissenden Erzähler 
Einmal ab bleibt auch dabei parteiisch

Die Kokotte die er auch so nennt ist
Seines Freundes eher unwürdiger
Abschaum der Adel dagegen dumm
Wie zugleich geistlos intrigant auch

Das ist zwar mit dem so typischen
Proustschen Ernst in der Aufregung
Über Standestragen geschrieben
Doch nicht ohne feine Ironie

Es hat eine vornehme Komik wie
Einerseits der junge Freund klar
Partei ergreift andererseits dies
Über die Zustände lästernd tut

Hier lästert einer als Kenner über 
Die Intriganten Zustände deren Teil
Er als Beobachter von Familie ist
Ergreift dazu noch Partei im Streit

Lobt den Freund der unter dem
Einfluss der schwierigen Geliebten
So achtsam wie feinsinnig wurde 
Die er andererseits unmöglich findet

Das mit einer gewissen ironischen
Distanz noch dazu zeigt schon auf
Wenigen Seiten die große Kunst
Mit der Proust hier Literatur zaubert 


Spannend weiter ging es nun mit
Philipp Blom in die Welt aus den 
Angeln im Epilog der ein Nachtrag
Zur Bienenfabel weiterhin ist

Das heutige Kapitel behandelte
Die Konkurrenz auf dem Marktplatz
Der Träume zwischen der großen
Freiheit der Aufklärung und ihren 

Gegnern die Kulturen separieren
Was sie heute statt Rasse sagen
Und wie nah sich dabei jeweils die
Fanatiker der Unterscheidung sind 

Wie dieser geistige Kampf zwischen
Denen die letzte Antworten wie
Große Sicherheit versprechen
Dafür auch Gewalt noch anwenden 

Schon im 17. Jahrhundert begann
Warum die AfD wie Islamisten sich
Inhaltlich näher sind als Liberalen
Die auf Freiheit zuerst setzen je

Diese Gruppen versprechen Rettung
Vor drohenden Gefahren die sie erst
Durch ihre Lügen erfinden um so eine
Gemeinschaft besorgter Bürger die

Um ihr Hab und Gut so sehr fürchten
Wie um ihre Kultur die dann gerne ein
Imaginäres Abendland jenseits aller
Historischen Realität werden soll

Der Ton der Springer Presse heute
Gleicht dem von Spenglers Buch 
Der Untergang des Abendlandes
War in Mein Kampf nicht anders

Angst vor Verlust befeuert dabei
Was durch die vor den kriminellen 
Einwanderer noch potenziert wird 
Was bei Einfältigen ein Echo findet

Auf der anderen steht der Traum
Vom grenzenlosen Europa in dem 
Sich die Ideen der Aufklärung in 
Staatlicher Form zuerst zeigten 

Europa steht für Freiheit wie die
Freizügigkeit seiner Bürger was
Denen die Fremde fürchten ein
Graus schon zu allen Zeiten war

Um den geistig schwachen Trump
Hat sich ein seltsames Bündnis der
Anhänger gefunden was Superreiche
Mit christlichen Fanatikern vereint

Global Player die noch viel weniger 
Steuern zahlen wollen und von einer
Oligarchie unter ihrer Führung noch
Träumen vereint mit Rassisten

Internetunternehmer die der Welt
Unter dem Vorwand angeblicher
Meinungsfreiheit ihre Sicht diktieren 
Wollen über KI das Denken leiten

Ein Land das Basis der Demokratie 
Mit der Boston Tea Party einst war
Zerstört die eigene Freiheit für eine
Oligarchie der Superreichen ohne

Jede ethische Verantwortung als
Sich weiter zu bereichern was dem
Puritanischen Aberglauben als dann
Von Gott geliebt auch entspricht

Hier zeigt sich besonders deutlich
Der krasse Gegensatz der entsteht
Wenn Milliardäre einen Staat wie die
USA sich über Dummheit kaufen

Es macht deutlich warum wir Geld 
Streng von politischer Macht künftig
Trennen müssen die Freiheit aller
Im Staat weiter zu verteidigen


Weiter geht es daran anschließend
Mit Der europäische Traum von
Aleida Assmann über die vier Lehren
Aus der Geschichte zur Demokratie

Unter dem Titel Demokratisierung
Beschäftigt sich die Professorin mit
Deutschen Antworten auf 2 Diktaturen 
Die Ähnlichkeiten und Unterschiede 

Schon der Vergleich der beiden sei
Schwierig weil die eine Millionen an 
Menschen vernichtete während die
DDR Millionen Karteikarten hinterließ

Hierzu zitiert Assmann den Historiker
Bernd Faulenbach der eine gute
Formel für differenzierte Urteile schuf
Nach der das folgende gelten soll

Die SED-Diktatur darf die NS Diktatur nicht verharmlosen, 
Die NS-Diktatur darf die SED-Diktatur nicht trivialisieren.

Es gab große Unterschiede zwischen
Den beiden Diktaturen auch vermischt
Sich Täter und Opfer in der DDR noch
Viel mehr war Gewalt Kontrollmittel

Keine Gleichsetzung der Diktaturen 
So ähnlich sich FDJ und HJ waren
Aber Bewusstsein es gab zwei davon
Die DDR war ein totalitärer Staat 

War auch ein Unrechtsstaat nur nie
Dem NS Unrecht vergleichbar wie
Vom Ziel nicht auf Vernichtung einer
Gruppe gerichtet außer vielleicht

Die Zerstörung des Bürgertums was
In östlichen Wahlergebnissen noch
Bis heute deutlich sichtbar ist die
Westliche Demokratie ist stabil

Die östliche steht nicht selbständig
Neigt zum Fanatismus noch und
Hat ihre Bewährungsprobe noch
Vor sich je nach weiterer Entwicklung 

Sehr fein und differenziert beginnt hier
Die große Kulturhistorikerin ihre
Ausführungen zu den Diktaturen die
Deutschland lange geprägt haben

jens tuengerthal 23.1.26

Mehr oder weniger

Mehr oder weniger 

Wir sollen immer mehr
Arbeiten bezahlen konsumieren
Um die Rente zu sichern
Braucht es noch mehr
Menschen die Kinder
Machen und bekommen
Für die soll auch mehr
Gebaut werden wie das
Straßennetz noch weiter
Ausgebaut werden dabei
Sind wir längst zu viele 
Müssen weniger werden
Die meisten überarbeitet
Am Rande ihrer Kräfte und
Der Generationenvertrag war
Schon bei Bismarck eine Lüge
Für die wir feige weiter bezahlen 
Es wäre ganz einfach wenn nur
Endlich weniger mehr würde 
Wir uns konzentrierten auf
Einen schrumpfenden Kern
Dem was ist lange genügt nur
Müssten wir dazu endlich die
Lüge vom ewigen Wachstum
Aufgeben und einfach glücklich
Künftig viel weniger werden
Ist doch ganz einfach und
Wäre die Rettung für alles 

jens tuengerthal 23.1.26

Liebeskomplex

Liebeskomplex

Liebe ist immer
Komplizierter als gedacht
Leben spart i ein

jens tuengerthal 23.1.26

Teekomplex

Teekomplex

Teezubereitung
Bleibt immer komplexer als
Einfach aufbrühen

jens tuengerthal 23.1.26

Komplexitätskapitulation

Komplexitätskapitulation

Vor Komplexität
Kapitulieren könnte
Vernünftiger sein 

Zumindest als Mann
Soweit diese weiblich ist
Wäre es weise

jens tuengerthal 23.1.26

Lustzentrum

Lustzentrum

Was ist das Zentrum der Lust
Gibt es ein Organ was nur auf 
Korrekte Weise stimuliert werden
Muss Erregung auszulösen was 

Ein quasi erotischer Schalter der
Auch ohne große Gefühle so
Effektiv wie folgenlos funktioniert
Ist für kein Geschlecht bekannt

Auch wenn Männer von einem
Solchen sexuellen Schaltplan der
Frau einfach erläutert gern träumen
Besser wir vergessen diese Idee

Sexualität steht immer in einem
Komplexen Zusammenhang der
Häufig auch emotional geprägt ist
Was die Beurteilung schwer macht 

So gibt es zwar Orte an denen die
Sexuell stimulierbaren Nerven wohl
Geballt verlaufen die aber auch nur
Dann reagieren wenn Erregung da ist

Diese wiederum erfordert eine
Generelle Bereitschaft auch zu
Sexuellen Handlungen hat also
Eine komplexe geistige Basis

Auch der nervus pudendus sorgt 
Für keine Lust auf Knopfdruck
Es braucht dazu eine insgesamt 
Erregte Stimmung Lust zu haben

Zwar ist der auch um den Anus
Verlaufende Nerv zentral für das
Empfinden physischer Lust aber
Die braucht eine geistige Basis

Seine Stimulation ist der Schlüssel
Zur sexuellen Befriedigung den
Früher behaupteten G-Punkt gibt es
Neurologisch wohl gar nicht

Vielmehr sei dieser Ort genau der
Punkt an dem der durch Erregung
Angeschwollene Nerv stimuliert wird
Falls er zufällig dort auch verläuft 

Nach der Studie tut er dies jedoch
Nur bei einem kleinen Teil der Frauen
Es ist normal dort nichts zu empfinden
Alle können sich insoweit entspannen

Diese neue Forschung die das Bild
Von weiblicher Sexualität umwarf 
Hat mich anfangs sehr fasziniert bis
Deutlich wurde es ist nicht der Knopf

Für schönen Sex braucht es auch
Die geistige Bereitschaft dazu die
Wichtiger vermutlich ist sogar als
Jede bloß neuronale Stimulation 

So können emotionale Nähe wie
Vertrauen mehr für die Lust tun als
Die neuronale Stimulation alleine
Welche ohne echolos verhallt

Habe mich lange mit Studien zur
Weiblichen Sexualität beschäftigt
War vom Nerv fasziniert der in der
Klitoris sein eines Ende findet

Dachte es wäre der Schlüssel zu
Gutem Sex und war also wieder
Typisch männlich nur auf einen 
Schalter dabei alleine fixiert

Heute verstehe ich eher dass
Romantische Kerzenbeleuchtung
Mehr bewirken kann noch als die 
Gute neurologische Sachkenntnis

Beruhigend daran ist dass die
Erweckung komplexer Gefühle
Dichtern doch eher liegt als die
Nur neurologische Sachkenntnis 

Erschreckend dagegen dass es
Heißt Mann müsste Frau verstehen
Um den Weg zum Sex zu erkennen
Was also unmöglich eher bleibt

Dennoch funktioniert sexuelle
Erregung wie gelegentlich auch
Befriedigung ohne Sachkenntnis
Der sehr komplexen Zusammenhänge

Sich auf das es geht schon wenn
Es irgendwie passt mehr zu verlassen
Als die Gründe wirklich zu verstehen
Könnte wesentlich effektiver sein

jens tuengerthal 23.1 26

Liebeskern

Liebeskern

Kern der Liebe ist
Ein riesiges Gefühl
Glaube ich zumindest

Manchmal so flüchtig 
Wie vorher für immer
Gemeinsam geträumt

Dann bleiben nur leere
Erinnerungen als tote 
Hülle verlorener Träume

Gelegentlich kommt sie
Danach noch stärker
Wieder als je zuvor um

Sich aussichtslos dann 
Ans Nichts zu verlieren 
In seltenen Fällen aber

Überlebt sie uns sogar
Was auch tragisch wird
Doch im Kern bleibt immer

Das riesige Gefühl ohne
Zu verraten was dieses
In Wirklichkeit ist also

Jenseits der Träume aber
Manches ersparen wir uns
Lieber der Liebe wegen

Die im Kern ganz einfach
Wunderschön ist zumindest
Manchmal für Momente

Die dann lohnen 
Bis sie weg sind ein
Kommen und gehen

jens tuengerthal 23.1.26

Donnerstag, 22. Januar 2026

Lektürentagebuch 22.1.26

Lektürentagebuch 22.1.26

Über große Träume der Gesellschaft 
Die nicht mehr über eine Religion ihre 
Transzendenz begründet schreibt
Philipp Blom in Welt aus den Angeln 

Sieht nur noch eine Strickleiter ins
Jenseits an der von allen Seiten auf
Der Suche nach Identität gezerrt wird
Die heute die Ökonomen übernahmen 

Die Gesellschaft als ein Anhängsel
Des Marktes der alles regiert ist zur
Gelebten Realität geworden und die
Erbsenzähler bestimmen den Kurs

Schrieb Ernst Jünger noch einst in
Seinen Tagebüchern Siebzig verweht
Nach dem Kap der Guten Hoffnung
Kommt ein neuer Steuermann der

Seinen Kurs mehr nach Sternbildern
Statt nach Landmarken dabei sucht
Fragt sich in welchen Himmel heute
Blickt wer den Erbsenzählern folgt

Blom spricht über die Lehre Calvins
Von der Prädestination wie deren
Bedeutung für den Kapitalismus die
Den freien Markt zur Götze erhoben 

Auch der Glaube an die heilsame
Eigendynamik des Marktes speist
Sich noch aus der Lehre von 
Adam Smith im 18. Jahrhundert

Der real existierende Kapitalismus
Übermächtiger Monopole lässt uns 
Zwischen Apple Microsoft Google
Frei unseren Sklavenhalter wählen

Dies entspricht nicht dem bloßen 
Glauben an die unsichtbare Hand 
Des Marktes den Adam Smith 
Forderte ohne begründen zu können

Jene erdachte Kraft erinnert jedoch
Mehr an den Deux ex Maschina aus
Der Barockoper als einem System
Begründeter Freiheit zu entsprechen

Der vermeintlich so vernünftige 
Marktliberalismus glaubt neben der
Prädestinationslehre auch religiös an 
Die Berechenbarkeit des Verhaltens

Die Annahme der Vernunft ist nicht
Beweisbar und reiner Glaube ohne
Irgendeinen praktischen Beweis es
Bleibt offen was uns beherrscht

Ist es die Vernunft oder sind es 
Vielmehr echte Gefühle wie unsere
Leidenschaften die uns bei einer 
Entscheidung am Markt leiten

Die Aufklärung stärkte als erste die
Individuellen Freiheitsrechte was in
Der Erklärung der Menschenrechte 
Auch erstmals formal verbrieft wurde 

Die Idee des Liberalismus mit dem
Erfolg am Markt schuf dynamische
Gesellschaften die sich ständig noch
Veränderten ohne letzte Wahrheiten

Ein Leben das unsere Sehnsucht 
Nach Wahrheit nicht befriedigen kann
Sei eine ständige Zumutung und nur
Selten sind die Umstände günstig

Wer die Freiheit der Aufklärung als
Rein ökonomische Freiheit begreift 
Als sich selbst regulierender Markt
Der kalkuliert Menschenopfer ein

Was für ein deutlicher Schlag am
Ende der eher philosophischen 
Ausführungen geht es nun um
Leben und Tod im Leben

Damit schließt Philipp Blom diesen 
Spannenden Abschnitt der im Licht
Der Veränderungen unserer Zeit wie
Großer noch Fragen spannend bleibt


Statt wie die Eliten der Welt asozial 
Nach Davos zu jetten komm ich durch
Aufschlagen des Zauberberg ohne
Jeden ökologischen Schaden hin

Weiter in der spielenden Runde
Um Mynheer Peeperkorn alias
Gerhart Hauptmann Frau Chauchat
Wie des Protagonisten Hans Castorp

Mit wunderbarem Humor beschreibt
Thomas Mann hier das Kartenspiel
Bei den es auch um Geld geht was 
Für Peeperkorn lächerliche Beträge 

Als Einsatz nur waren den er auch
Festgelegt hatte brachte einige der
Teilnehmer in große Aufregung wie
Die Damen Stöhr Magnus Chauchat

Aber auch der wie er vorgab aus 
Monaco so spielerfahrene Herr Albin
Spielte nur noch die Ruhe und kam 
Wie einige gut dabei ins Schwitzen

Wie Thomas Mann hier seine Figuren
In der immer reichlicher trunkenen
Gesellschaft beschreibt zeigt seinen
Feinem so großartigen Humor

Bei Thomas Mann wird nicht wie bei
Hesse bedeutungsschwanger nur in
Floskeln geraunt sondern sich sehr
Höflich aber doch königlich amüsiert

Manchen Witz erkenne ich erst jetzt
Bei der zweiten Lektüre nach über
Dreißig Jahren aber immer mehr
Erscheint Mann als so humorvoll

Möchte nicht alle Witze offenlegen
Schreibe ja keinen Kommentar auch
Wenn Sekundärliteratur zum Witz
Bei Mann dringender ist als Illies

Dieses intrigante Lästermaul auf
Bunte Niveau würde ohnehin mit
Schweigen besser übergangen ging
Es nicht um die Verteidigung Manns 

Er ist für mich der witzigste unter
Den großen deutschen Autoren
Dessen meist liebevoller Spott
Die Figuren gern tanzen lässt

Das ist der Puppenspieler Thomas
Der dem Hanno der Buddenbrooks
Gleicht und sich zugleich auch über
Diesen ein wenig lustig macht

Dabei nie platt schenkelklopfend wie 
Sein Bruder Heinrich oder viele die
Sich über andere lustig machten 
Er lässt seine Puppen komisch tanzen

Das ist jedesmal wieder so schön 
Auch gerade wieder in dem er sich
Über die Davoser Floskeln einer
Persönlichkeit lustig macht

Da lese ich eine Seite und bin
Schon wieder so wunderbar
Amüsiert dass ich sogar die
Rede Trumps als Witz sehe

Vielleicht wird die Welt ein wenig
Leichter wenn wir auf feine Art
Mit Thomas Manns Humor über
Die Anwesenden milde lächeln 

Es ist auf jeden Fall vornehmer 
Als was viele dauerempörte nun
In sozialen Netzwerken von sich
Geben statt milde nur zu lächeln

Der offensichtlich geistig nicht
Mehr ganz zurechnungsfähige
US Präsident hielt eine lange Rede
Die ihn als dementen Lügner zeigte

Da schaue ich lieber weg und lese 
Auf dem heimischen Diwan noch
Ein wenig den Meister des feinen 
Humor mit Thomas Mann in Davos

jens tuengerthal 221.26

Merzeffizienz

Merzeffizienz

Merz kämpft für mehr Effizienz
Darum tippt er mit zwei Fingern
Setzt auf den Verbrennungsmotor
Der nur 40% Effizienz gegen den
Elektromotor mit über 90% hat
Er spricht in Davos öffentlich
Dänemark und Grönland einen
Besonderen Schutz zu nachdem 
Das Thema schon erledigt war
Ein alter weißer Mann setzt auf
Gaskraftwerke während unsere Speicher bereits alle sind und
Reduziert bei den erneuerbaren 
Energien dem Markt in dem 
Deutschland in Führung war
Zeigt überall er kann es nicht
Frage mich wer endlich diesen 
Ineffizienten Versager aufhält 
So einen kann sich auch ein
Gesundes Deutschland nicht
Lange leisten ohne zu verlieren
Vielleicht kann er sich ja aus 
Davos dauerhaft telefonisch
Krank schreiben lassen und
Zur Liegekur dort antreten

jens tuengerthal 22.1.26

Liebeskönnen

Liebeskönnen

Liebe kann alles
Außer gelassen bleiben
Dann ist erledigt

jens tuengerthal 22.1.26

Nichts

Nichts

Tage an denen
Einfach nichts passiert können
Länger erscheinen

jens tuengerthal 22.1.26

Teegenuss

Teegenuss

Tee genießen heißt
Ziehen lassen können bis
Er ausgezogen ist

jens tuengerthal 22.1.26