Montag, 19. Januar 2026

Lektürentagebuch 19.1.26

Lektürentagebuch 19.1.26

War die Welt wirklich aus den Angeln
Fragte Philipp Blom im gleichnamigen
Buch über die kleine Eiszeit die von 
Etwa 1570 bis 1700 Europa erfror

Dieser historisch sehr spannende 
Band der schon auf dem Einband
Das Gemälde Winterlandschaft vom
Hendrick Avercamp trägt ist so klug

Blom den ich schon als Autor der
Bösen Philosophen lieben lernte als 
Denker der mit kritischer Vernunft wie 
Historisch bewandert klug schreibt 

So auch dieser Band wieder dessen
Epilog wie ein Essay unter dem Titel
Nachtrag zur Bienenfabel steht vom
Dem ich das erste Kapitel heute las 

Wie Singvögel Kellerasseln und
Korallen steht über diesem das auf
Die berühmte Bienenfabel von
Bernard Mandeville von 1714 anspielt 

In jener erläutert Mandeville wie ein
Bienenvolk durch Laster wie Gier Geiz
Luxus und Betrug reich erfolgreich
Wurde was sittsames Tun beendete

Öffentliches Wohl kann danach aus
Dem Laster entstehen während die
Tugend den Untergang beschleunigt
Somit sei Laster Grund für Wohlstand

Wir sein Tiere suggeriert der Autor
Folgten nicht einer höheren Moral
Sondern schlicht unseren Trieben
Es sei sinnlos dem Menschen in

Etwas zu verwandeln was er nicht ist
Der Mensch ist ein cleverer Primat der
Heute nicht klüger ist als er noch vor
Hunderttausend Jahren gewesen ist

Allein das Spielzeug sei größer meint
Blom dazu ich würde ergänzen schon
Die Masse macht alles was die Art
Beginnt zum Problem für andere

Auch wir müssten uns wie jede Art
An die Umweltbedingungen dabei
Anpassen nur sind wir schneller in 
Der Entwicklung neuer Strategien

Dabei zeige die kleine Eiszeit wie
Gut und schnell wir dabei neue
Strategien entwickeln konnten die 
Sich den Bedingungen neu anpassten

Bei dieser Entwicklung der langsamen
Anpassung setzte sich evolutionär die
Bürgerliche Mittelschicht durch mit der
Sich kulturelle Öffentlichkeit änderte 

Es wurde ein früher Kapitalismus neu 
Geschaffen der auf Welthandel setzte
Aus der feudalen Epoche entstand in 
Relativ kurzer Zeit die frühe Moderne 

Sie reichte von der Landwirtschaft
Zu großen theologischen Fragen die
Auch ohne Transzendenz beantwortet
Werden konnten auf geistiger Suche

Philosophie Wirtschaft Wissenschaft
Wie das Streben nach Macht waren
Aspekte derselben sozialen Energie
Die wichtige Reformen begünstigte 

Es veränderten sich Landwirtschaft
Handel wie politische Praxis mit dem
Kreditwesen und einer neuen Art
Kriege zu führen und zu finanzieren

Waren Märkte und Geld früher noch
Randerscheinungen wurden sie nun
Zum Zentrum was sozial dynamischer
Wie damit auch durchlässiger machte

Ziel der Gesellschaft war plötzlich das
Wirtschaftliche Wachstum geworden
Statt spiritueller Erlösung vorher noch
Anders bei Kolonien oder Leibeigenen

Wachstum und Reichtum Europas
Fußte wie Blom treffend erläutert
Auf Ausbeutung anderer auf deren
Ressourcen gebaut worden war

Europa erreichte globale Dominanz
Durch ein neues Denken das später
Kapitalismus genannt wurde sein
Erfolg lebte von Unterdrückung

Auch der Geist wurde dabei zur 
Krücke der Ausbeutung die dann
Christlich oder aufgeklärt begründet
Den Vorgaben des Marktes genügte

Denker wie Descartes Spinoza Locke 
Oder Hobbes legten erst die geistige 
Grundlage für den neuen Anspruch
Eigener bürgerlicher Macht dabei

Die Idee dass jeder Mensch eigene
Natürliche Rechte hätte war eine
Klare Kritik an der zuvor absoluten
Macht des Adels über das Leben

Diesen Ideen ging es wie den Tulpen 
Oder Kartoffeln sie wurden ignoriert
Ausgerupft und verspottet bis ihr Wert 
Am Markt spürbar verbreitet wurde 

Die Idee universeller Menschenrechte
Träumte eine urbane Mittelklasse 
Gegen den Adel was sich dann auf
Alle unterdrückten Menschen bezog 

Daraus ergab sich ein bis heute noch
Wirkendes Dilemma insbesondere für
Die gebildete Mittelschicht die sich als 
Motor des sozialen Gefüges sieht

Ihr moralischer Anspruch gründet auf
Der Idee von Demokratie und dabei
Universellen Menschenrechten und
Fühlt sich der Aufklärung verpflichtet

Ihr wirtschaftlicher Erfolg wie auch der
Wohlstand der das Denken ermöglicht
Begründet sich auf das Erbe von
Wachstum und Ausbeutung bis heute

Jenes frühkapitalistische Denken aus 
Dem 17. Jahrhundert bleibt kolonial
Wie mit Ansprüchen der Aufklärung 
Für immer unvereinbar sein wird

Eine wichtige Erkenntnis die gut den 
Schizophrenen Zustand unserer
Unserer Gesellschaft offenbart die
Mit sich dabei immer uneins bleibt

Wir setzen zuerst auf Wachstum
Nach kapitalistischen Grundsätzen
Das zerstört wovon wir leben wollen
Dem entspricht das Sozialsystem

Noch immer braucht es ein
Lange schon irreales Wachstum
Der Bevölkerung auch künftig noch
Sicher zu funktionieren also bitte

Unsere Umwelt bräuchte von allem
Weniger außer vom echten Wald
Doch wollen wir Wachstum überall
Fällen dafür auch die letzten Bäume

So zerstören wir die Grundlagen
Unseres künftigen Lebens was
Krank erscheinen musste wäre es
Nicht ökonomisch leider nötig

Da beides mit der Zukunft sicher
Nicht vereinbar ist wird diese sich
Ganz nach der Natur dann von 
Allein erledigen und wir sterben aus 

jens tuengerthal 19.1.26




Liebesbleiben

Liebesbleiben

In Liebe bleiben 
Besser als weitersuchen
Wollen ohne Ziel

jens tuengerthal 19.1.26

Verschlafen

Verschlafen

Es gibt Epochen 
Die wir besser verschlafen
Heil zu erwachen

jens tuengerthal 19.1.26

Teetäglich

Teetäglich

Täglich Teegenuss
Beginnt Tage immer schon
Wärmer als ohne

jens tuengerthal 19.1.26

Wesenszug

Wesenszug

Erkenne dich selbst steht am 
Anfang aller Erkenntnis wie es
Am Apollon Tempel von Delphi
Geschrieben stand was wiederum
Chilon von Sparta zitierte der auch
Über die Toten nichts als Gutes
Sagen wollte doch welcher Weg
Führt am ehesten dahin und sind
Die größten Irrtümer dabei eher
Umwege oder Schnellstraßen
Die den zu sich eher abkürzen 
Überlege ich der manche Wege
Ging um am Ende doch lieber
Bei der Vernunft zu bleiben statt
Sich vor einem Aberglauben noch
Verneigen zu wollen der es dafür
Leichter macht angepasst zu leben
Wo die Vernunft kritisch denkt was
Wiederum Mut erfordert womit wir
Nach Kant schon beim Motto der
Aufklärung angekommen wären
Dem gern zitierten sapere aude
Eine Mottoparty machen könnten
Bis das scharfe Denken beginnt
Ist der Irrende auf dem Weg zu sich
Natürlich weiter als Wahrheitsbesitzer
Überlege ich und suche nach dem
Gleis auf dem der Wesenszug fährt
Der völlig in die Irre mich führt 
Wohin auch immer das verführt
Sollte alles Denken bei sich beginnen
Was wesensmäßig auch nahe liegt
Sollte wer denken wollen statt nur
Wie ein Schaf der Herde zu folgen

jens tuengerthal 19.1.26

Lustloch

Lustloch

Gibt es Sicherheit bei der Lust
Etwas was immer gilt und worauf
Wir uns zufällig verlassen können
Außer die bekannten Vorurteile
Über die Vorlieben des jeweils
Anderen Geschlechts um sich
In ein besseres Licht zu rücken
Als könnte es Normen je geben
Die zuverlässig Empfinden regeln 
Was dazu noch am individuellem
Hormonspiegel mehr hängt als
Am vernünftigen Gründen je 
Oder ist die Lust wie ein Loch
In dessen Dunkel alles sein kann
Diese Black Box der Sexualität
Was vor allem immer ungewiss
Bleibt und eher mehr wird desto
Sicherer wir uns dabei noch sind
So fern mir als Aufklärer stets 
Die Dunkelheit liegt auf der Suche
Nach irgendwo geistigem Licht
Wie es sich auch für frühere
Freimaurer vielleicht geziemt
Zieht es die körperliche Lust ganz 
Natürlich in dunkelste Löcher um
Darin am Ende überzulaufen was
Dem Höhlenmenschen der ich bin
Näher liegt als eine lichte Loft
Bleibt nur die Frage ob die Lust
Damit das Gegenteil von Licht
Oder Aufklärung logisch ist
Epikur in dunklen Gründen wühlte
Die wir in lichten Sphären dabei 
Schwebend geistig überwinden
Sollen menschlich wertvoll zu werden
Denke ich und lache darüber der
Ein geistiger Höhlenforscher bleibt
Der gern tiefer dringt als alle vor ihm
Um sich dabei näher zu kommen 
Weshalb das Lustloch für mich
Immer schon reizvoller schien 
Als hehre himmlische Sphären 
Vielleicht braucht es künftig mehr
Höhlenforscherlust um über den 
Tiefgang der Löcher aufzuklären
In denen wir uns dann zu gerne
Zumindest zeitweise verlieren

jens tuengerthal 19.1.26

Liebesgewissheit

Liebesgewissheit

Die Liebste ist die Richtige
Finde sie so klug wie schön
Wir lieben und begehren uns 
Sind uns unserer Liebe sicher
Was mehr an Gewissheit kann
Es noch geben zwischen zweien
Überlege ich und wüsste nichts
Was mehr an Liebesgewissheit
Geben könnte als das beiderseits
Sichere Gefühl das schon die eine
Oder andere Krise überstand
Doch bleibt es ein bloßes Gefühl
Abhängig von Launen der Beteiligten 
Die wie alle Liebe weder belegbar
Noch berechenbar je sein kann
Steht also auf doppelt dünnem Eis 
Versprochene Sicherheit sollte
Eher misstrauisch machen weil
Wer so dreist lügen kann auch
Anderes leicht verbergen kann
Habe kein Rezept dafür was 
Dauer mathematisch zuverlässig
Garantieren würde und wer kennt
Nicht alle die Meineide ewiger Liebe
Deren relative Gültigkeit bekannt ist 
Überlege ich und suche weiter nach
Liebesgewissheit die meinem
Gefühl sicheren Grund gibt
Und schwebe dabei weiter im
Himmelblau luftleeren Raum 
Der Heimat der Träume von Liebe
Vielleicht bleibt sie ja mal
Nicht gleich für immer das
Ist ja relativer Unsinn aber 
Mal so lang ich noch lebe

jens tuengerthal 19.1.26

Schönheit

Schönheit 

Schönheit ist ein Attribut
Individuellen Wohlgefallens
Es gibt Naturschönheiten
Wie schöne Kunstwerke
Nennen wir jemand eine
Schönheit meinem wir meist
Die körperliche Erscheinung 
Als zähle das Wesen nicht
Viel mehr in dieser Frage
Doch wie ich es auch drehe
Bleibt Schönheit subjektiv
Spiegel des eigenen Empfindens
So ist die Frau die ich liebe 
Für mich die allerschönste
Weil ich sie liebe dabei ist
Völlig egal wie sie aussieht
Theoretisch zumindest weil wir 
Zu gerne Opfer der Diktatur
Des Durchschnitts sind der
Ästhetisches Empfinden durch
Kollektive Anpassung ersetzt
Darum gibt es zum Beispiel
Schönheitsoperationen die
Offiziell ästhetische Chirurgie
Heute genannt werden weil
Schön nie wird was sie hier
Für viel Geld uns antun um
Einem durchschnittlichen Gefühl
Näher zu kommen statt irgend
Besonders sein zu wollen
Vielleicht sollten wir wieder
Lernen Schönheit zu empfinden
Die wirkliche würdigen zu können
Nicht nur durchschnittlich zu sein

jens tuengerthal 18.1.26

Sonntag, 18. Januar 2026

Lektürentagebuch 18.1.26

Lektürentagebuch 18.1.26

Beginne die Sonntagslektüre mit
Der 38. Erzählung aus dem alten 
Indischen Papageienbuch in der
Balakrishna seine Stiefmutter 

Zwingt ihn anständig zu behandeln
Was erfahrenen Schwiegersöhnen
Erstaunlich spannend schon klingt
Das ich aber nur theoretisch kenne 

Hatte nur von väterlichmütterlicher
Seite eine Stiefurgroßmutter die eher
Seltsam starb als ich noch keine 16
Bin ansonsten gänzlich unerfahren

Balakrischna aber der Sohn eines
Tempeldieners hat nachdem sein 
Vater zu feige ist die Stiefmutter
Zur Versorgung seines Sohnes

Anzuhalten der Hunger leidet 
Fasst einen für einen fünfjährigen
Geradezu genialen Plan wie der
Papagei der Prinzessin erzählt

Diese wollte ihren Liebhaber sehen
Aber vom Papagei vorab wissen ob
Sie dies gefahrlos tun könne worauf
Dieser ihr die Geschichte erzählt

Dazu den weisen Ratschlag gibt 
Wenn sie so zu täuschen wisse wie
Balakrishna es tat könne sie ohne
Alle Gefahr überall hin gehen

So sagt der Sohn dem Vater er
Habe zwei Väter und werde ihm
Den anderen bei Gelegenheit zeigen
Worauf der Vater unruhig wird

Dieser ahnt nichts und weiß nichts
Fürchtet aber es hieße seine junge
Zweite Frau die er nach dem Tod
Der ersten heiratete betrüge ihn 

Was bei ihrem Alter ja nahe läge
Eine These die ich nicht notwendig
Bestätigen aber ahnungslos naiv
Wie fast alle Männer auch nicht 

Einmal ahne was Frau wirklich denkt 
Was helfen kann jede Nervosität da
Leicht zu ignorieren weil sie ohnehin
Tut was sie will wenn sie denn will

Jedenfalls wurde der Vater immer
Nervöser und gereizter vernachlässigt
Seine Frau und schlägt die sogar 
Worauf diese mit dem gehörigen

Schlechten Gewissen denkt es sei
Der Vernachlässigung seines Sohnes
Wegen was wieder mal bestätigt dass
Weiblicher Instinkt auch richtig liegt

Wenn Mann noch gar nichts weiß
Geschweige denn ahnte was Frau 
Sich dabei denkt richtig liegen kann
Weil sie schon wissen wird warum

Die Frau von ihm bestraft der sich
Dessen nicht einmal bewusst war
Darum ihr Verhalten sofort änderte 
Sich rührend um den Sohn kümmerte 

Dieser beschloss darauf den Vater
Wieder zu beruhigen und sagt ihm
Er würde ihm den anderen zeigen
Ihm darauf einen Spiegel vorhält

Am Ende der Geschichte sind alle
Glücklich und beruhigt auch wenn
Nicht alle genau wissen warum ist
Es genug wenn sie es so denkt

Das fein subtile dieser bereits
Über tausend Jahre alten Geschichte
Trägt weiter als vorstellbar scheint
Für einen fünfjährigen Knaben

Doch ist sie andererseits so ganz
Wunderbar frech das Verhältnis von
Mann und Frau beschreibend dass 
Sie von tieferer Wahrheit kündet 


Familie Buddenbrook sitzt gemeinsam
Im Landschaftszimmer und wartet auf
Den Herrn Konsul der sich verspätet
Worüber sich Tony lautstark mokiert

Sie tut das getarnt mit Sorge an dem
Schwülwarmen Spätsommersonntag
Des Jahres 1855 die Familie ist mit
Kistenmakers zum Spaziergang vor
Dem Tor verabredet und wartet nun

Auf den Konsul aber auch dass der
Drohende Regen endlich aus dem
Immer dunkleren Himmel fällt was
Dann zur Erleichterung aller passiert

Die Furcht vor einem großen Gewitter 
Zerstreut Tom mit Gewissheit die sich
Auf ein Gespräch mit einem Kapitän 
Am Hafen am Vormittag beruft

Wer hat hier beim Lektorat geschlafen
Überlege ich auch wenn jede Kritik 
An den Nobel geadelten Buch sich 
Verehrern Thomas Manns verbietet

Am Sonntag Vormittag war Kirchgang
Tom jedoch sicher nicht im Hafen
Aber solche Kleinigkeiten scheinen
Angesichts nun folgender Aufregung

Verzeihlich wie schnell vergessen 
Dies ist nicht das Erscheinen der
Guten in Ida Jungmann die nun
Schon 20 Jahre bei Buddenbrooks ist

Wovon und ihren gehobenen dabei
Gewohnheiten er gerne berichtet
Im Plauderton der Buddenbrooks
Die so nett plätschern können 

Aber das alles wäre keine Aufregung
Kein gebührendes Ende eines ganz
Wichtigen Abschnitte des Romans
Dazu brauchte es etwas anderes 

Nämlich das aufgeregte Mädchen 
Line das ins Zimmer gestürmt kommt
Der Konsulin auf Platt zuruft sie solle
Schnell kommen und Tom begreift

Sofort stürmt er zum unten nun
Gelegenen Schlafzimmer der Eltern
Ruft nach dem Arzt Grabow aber der 
Konsul ist da bereits gestorben

Ein schönes würdiges Ende in 
Abwesenheit ohne vorher lange
Am Alter noch gelitten zu haben
Die nächste Generation tritt an

Erstaunlich denke ich noch der
Nicht mal die Hälfte des Romans
Bisher erreicht hat dabei ist Tom 
Der letzte Buddenbrook der noch

Die Firma führen wird aber ich will
Hier nicht vorgreifen auch seiner
Ehe und seinem Sohn lieber nicht
Das kommt alles früh genug

Buddenbrooks am Sonntag lesen
Ist Buttersahnebonbons lutschen
Angenehm vertraut auch fern noch
Gefühlt so vertraut wie ganz nah

Vieles ähnelt den Geschichten aus
Der eigenen Familie die sich gerne
Stolz auf ihre Geschichte beruft ohne
Je mehr als alt gewesen zu sein


In zwar wie immer abgebrochenen
Aber doch gefühlvoll begeisterten
Sätzen begrüßt Mynheer Peeperkorn
Hans Castorp als einen Freund 

Die große Persönlichkeit tut dann
Bröckchenweise ihre Wünsche kund 
Welche die rotblonde Begleiterin
Dann für die anderen übersetzt 

Eine Gruppe wird gebildet wie teils
Aus den Balkonlogen abgeholt vom
Dazu bröckchenweise wie auch in 
Clawdias Übersetzung beauftragten

Hans Castorp der einer ersten nun 
Einladung einer Gesellschaft sofort
Nachkam die sich am Spieltisch fand
Mit Vingt et un beginnen wollte

Dies historische Kartenspiel das am
Ehesten 17 und 4 entspricht oder im
Im derberen englisch Black Jack heißt
Versucht die 21 genau zu erreichen

Die große Persönlichkeit Pepperkorn
Dabei ganz in ihren Element freudig
Bestellt erstmal drei Flaschen Chablis
Wie Knabberzeug bei der Zwergin 

Der reiche Peeperkorn unterhält die
Gesellschaft bröckchenweise lädt alle
Erwählten dabei ein und bildet mit
Hans und Clawdia das Epizentrum

Ein schöner kleiner Abschnitt der
Gut den Einstieg dessen bildet was
Die nächsten Wochen Hans Leben
Im Berghof nun prägen wird 


Von der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg
Ist der Sprung in das Ägypten noch
Über 2000 Jahre vor der Zeitrechnung 
Nur scheinbar weit im Josephsroman

Das böse Gezeter der zwei Zwerge
Dûdu und Gottliebchen was die
Katastrophe für Joseph betreibt oder
Verhindern will ist einfach herrlich

Wüst beschimpfen sich die beiden
Die den jeweils anderen erniedrigen 
Wie als Verräter noch bloßstellen 
Der eignen oder hehrer Ziele wegen 

Die Schimpfnamen die sie sich dabei
An den Kopf werfen sind herrlich 
Selten noch wirklich altägyptisch
Eher aus deutschen Vorgärten 

Es gibt also zwei Zeugen für 
Josephs aufrechtes wie auch 
Das verräterische Verhalten
Von Mut die sogar töten wollte

Wer es wie büßen muss erzählt
Die Bibel Andeutungsweise was
Damit beabsichtigt erfindet erst 
Thomas Mann im Zwergen Märchen

Diese Kanonade von Schimpfworten
Zwischen den beiden Zwergen ist
Der bisher komischste Teil im langen
Josephsroman und genial komponiert 

Thomas Mann zeigt sich auch hier
Wieder als der allerkomischste der
Deutschen Schriftsteller dessen 
Humor wirklich seinesgleichen sucht

Das ist was ein kleingeistiger Illies
Der mehr Tagebücher als Werke las
Wohl nie begreifen wieder was mir
Fast schon wieder leid tut für ihn 

Es sind so viele komische Bezüge
In diesem so menschlichen Versuch
Den anderen zu erniedrigen dass die
Wenigen Seiten doppelte Schule sind

Zum einen natürlich im Text wie 
Damit sprachlich historisch spannend
Dann der Umgang mit dem Gesinde
Die feine Sicht auf böse Unruhen 

Hier zeigt sich doppelte Erfahrung
Im Umgang mit Personal wie das
Stets begründete auch Misstrauen
Gegenüber widerlichen Intriganten 

Eine Stelle die vielfach ganz herzlich
Lachen wie zugleich auch wieder
Ganz schrecklich gruseln lässt bei
Blick auf die drohenden Folgen 

jens tuengerthal 18.1.26

Liebeshoffnung

Liebeshoffnung

Auf Liebe hoffen
Ist vergebene Mühe
Außer wenn geteilt

jens tuengerthal 18.1.26

Erwartungen

Erwartungen

Erwartungen sind
Sichere Enttäuschungen
Ansonsten zwecklos

jens tuengerthal 18.1.26

Teetrinken

Teetrinken

Tee trinken ist stets
Die beste Meditation
Aller Teetrinker 

jens tuengerthal 18.1.26

Lustrausch

Lustrausch

Die Lust zieht alles in ihren Bann
Sich ihr hinzugeben ist ein Rausch
In dem die Hormone uns betäuben
Alle Vernunft vergessen lassen um
Im Rausch wie ein Tier zu agieren
Ohne dies moralisch weiter hier 
Bewerten zu wollen ist Sex gesund
Stärkt das Immunsystem und tut gut
Der Lust zu folgen nannte schon
Epikur die Natur unseres Wesens
Nach der wir hedonistisch streben 
Welche Schmerz vermeiden will 
Um den Tag für sich zu nutzen
Ihn sich mit Horaz zu pflücken
So ist die Lust der Rausch der
Unserer Natur am besten tut
Sogar Befriedigung schenkt 
Die im besten aller Fälle
Auch geteilt werden kann
So ist die Lust der beste Rausch
Im Falle des Sex sogar noch
Der für uns gesündeste und
Jede Moral die dies hinterfragt
Darum krank zu nennen und
Mit Lust lebe ich gern gesund
Alles andere ist entbehrlich 

jens tuengerthal 18.1.26

Liebeswirklich

Liebeswirklich

Wie wirklich ist die Liebe je
Überlege ich und frage mich
Was am größten aller Gefühle
Realistisch sein könnte oder ob
Schon die Hoffnung darauf ein
Größeres Problem mit der Liebe
Zeigt statt den Traum zu genießen
Als einfach irreal unvernünftig
Jenseits aller Wirklichkeit eine
Ganz eigene Welt kreieren
Die keine messbaren Grenzen
Hat oder braucht sondern halt
Ist was sie ist und mehr muss
Zur Liebe nicht mehr gesagt
Werden wusste schon Erich 
Ruhe in Fried

jens tuengerthal 18.1.26

Blockadefusion

Blockadefusion

Als Antwort auf Trump
Das dicke ungebildete 
Unglück in Washington
Zählt nur klare Konsequenz
Blockade aller Waren wie
Netzwerke aus den USA 
Ersatz durch europäische
Blockade der Fußball WM
Oder Fusion mit den 
Peinlichen Staaten die kein
Mensch mit Kultur noch
Irgend ernst nehmen kann 
Während Trump mit dem
Weltfusion beschäftigt ist
Vergehen Jahre und das
Thema Trump ist erledigt
Statt mit diesem peinlichsten
Aller Amis feilschen zu wollen
Was bei kriminellen Maklern
Bekanntlich nie lohnt
Stopf ihm das Maul bis er 
Erstickt oder platzt dann
Ist noch schneller Ruhe 

jens tuengerthal 18.1.26