Samstag, 17. Januar 2026

Lektürentagebuch 17.1.26

Lektürentagebuch 17.1.26

Im 10. Kapitel von Buddenbrooks
Wird das neue Leben von Tony als
Geschiedene Tochter im Haus in der
Mengstraße uns Lesern vorgestellt 

Erfahre von der Ermahnung des
Konsuls an seine Tochter sich als 
Geschiedene Frau dunkel zu kleiden
Wie äußerste Zurückhaltung zu üben

Tony findet sich in diese neue Rolle
Bald gut und mit Würde ein spricht
Vor allem mit ihrem Vater über die
Anstehende Scheidung von Grünlich 

Als Thomas endlich aus Pau wie von 
Amsterdam zurückkehrt findet sie im
Geliebten Bruder bald einen neuen
Verbündeten der nur blässlich blieb

Immerhin liest er nun auch moderne
Romane zum Missfallen des Vaters
Der sonst stolz auf den Sohn ist der
Eine gewisse Weltläufi auch hat

Thomas ist noch starker Raucher
Ansonsten die Zurückhaltung in
Person der nur die Braue leicht hebt
Wenn Tony die Prediger quält

Diese mit zunehmendem Alter von
Konsul und Konsulin noch häufiger
Am Tisch der Buddenbrooks wieder
Einkehrenden frommen Schnorrer

Waren Tony ein Graus und immer
Wieder Gegenstand ihrer Streiche
Sie regte sich über Bekannte auf 
Die sie nicht ordentlich grüßten

So verteidigte sie stolz die Ehre 
Der Familie aus ihren Augen und
Musste sich über ihre Kusinen
Die sie ärgerten etwas aufregen

Als die alte Konsulin. Kröger
Dann im hohen Alter starb was
Wie Mann andeutet an der Zeit war
Bekommt die Firma 100.000 Kapital

Tony begleitet mit ihrem etwas
Nervösen Magen ihren Vater
Zweimal im Jahr zur Kur in
Die gerade angesagten Bäder

Sie schätzt die Abwechslung im
Ansonsten ihr zu langweiligen
Leben im frommen Elternhaus 
Was sie dennoch mit Würde führt

Es tauchen in diesem kurzen Ritt
Über die ersten Jahre nach der
Trennung und dann Scheidung
Viele bekannte Gesichter auf

Alles wieder mit der typischen
Dezent hanseatischen Ironie
Die Thomas Mann perfekt spielte 
Überall kleine Scherze versteckte 

Das schlimme an frommen Menschen
So gut menschlich sie sein mögen ist
Die Zunahme dessen im Alter um
Auf ein Jenseits hoffen zu können 

Statt Weisheit bringt das Alter dann
Verlogene Frömmelei im Dienst der
Spendensammler aller Religionen
Der es protestantisch ernst meint



Im Zauberberg vergeht die Zeit
Wieder vom Helden, vom Autor 
Wie von diesem gemutmaßt auch
Für uns Leser völlig unbemerkt

Doch zum Glück ist zumindest
Der Leser und Dichter dieser Verse
Über das Lesen von wenig sonst 
Verstehe ich sie viel es zu wagen

Trickreich genug die Finten des
Von seinen Kindern auch Zauberer
Genannten Meisters unter der Woche
Mit historischer Lektüre auszuhebeln

Auch die parallele Lektüre der drei
Großem Romane Buddenbrooks des
Zauberberg und Joseph und seine 
Brüder retten das Zeitgefühl etwas

Erinnere noch genau die Zeit der
Ersten Lektüre während der ich selbst
Aushilfsweise in der Rohrbacher auch
Lungenklinik schon arbeitete und mich

Es war noch vor dem Fall der Mauer
Aber nach meinem 18. Geburtstag
Was den Zeitraum doch einschränkt
Von Oktober 88 bis November 89

Völlig jenseits der Zeit verlor wozu
Der Zauberberg wie la recherche von 
Proust uns zu gerne verführen die 
So europäischen Romane zur Zeit 

Dazu kam die dort ständige Nähe 
Zum Tod mit Tumorpatienten die
Noch in die Klinik zum Sterben
Kamen oder einfach dort blieben 

Gründe genug gab es also als noch
Gerade volljähriger Knabe der Zeit
Schon verloren zu gehen wie es dem 
Helden Hans Castorp auch so ging 

Darum auch der besondere hier 
Sicherheitsgurt der drei Romane
Am Wochenende nur parallel wie
Historischem unter der Woche 

Während also Thomas Mann hier
Ganz persönlich wird und der da
Schon Nobelpreisträger auch uns 
Aus dem Publikum mit einbezieht

In den Prozess der Romanschöpfung
Verging die Zeit wie gewöhnlich im
Sanatorium Berghof und die Gäste
Finden sich zur Abendgesellschaft 

Es gab einen Zigeunergeiger wie es
Mann in den Zwanzigern schrieb 
Was heute wohl Empörung weckte
Außer in Neufünfland unter Rechten

Den wiederum der Hofrat der mit
Dr. Krokowski anweste auf amüsante 
Art am präparierten Flügel begleitete 
Als käme John Cage nicht viel später

Eine kurze Einlage zum Lachen 
Was ja gesund sein soll bevor die
Ärzte ohne Grenzen wieder gehen 
Ist aber nur der Einstieg noch

Während sich das übliche Publikum
Wie ich es auch aus der Stammbar
Zur genüge kenne dort amüsierte
Las Hans nebenan Zeitung

Zumindest tat er so als läse er
Hielt das Blatt in Augenhöhe
Lauschte jedoch konzentriert 
Dem musikalischen Geschehen 

Wie hellhörig Hans für Musik ist
Ward meine ich schon erwähnt
Auch wenn die Fülle des Wohllauts
Aus dem Automaten vor uns liegt

Was immer ihn dabei nun anzog 
Die Stimme die ihn plötzlich von
Hinten für ihn unsichtbar ansprach
War ihm wohlvertraut angenehm

Es war Clawdia Chauchat die vom
Musikzimmer wo sich der gute 
Russentisch traf herüberkam um
Hans nach seinem Vetter zu fragen

Sie tat das mit ihrer gedehnten typisch
Östlichen Betonung die kennt wer je
Damen von dort begegnen durfte auf
Die Hans überrascht formell antwortet 

Im weiteren Geplauder dann duzt er
Sie die sich darüber zunächst empört 
Lästert dann mit einer eher  frechen 
Bemerkung über Mynheer Peeperkorn

Dies verbietet sie sich die zugleich
Genauer nachfragt wer Radamanth
Sei was Hans unter Verweis auf den
Urheber Settembrini noch aufklärt

Die rothaarige östliche Schönheit
Erklärt darauf ihre Abneigung über
Settembrini doch bevor es noch zu
Weiteren Verwicklungen hier kommt

Steht plötzlich der riesige Pepperkorn
Die beeindruckende Persönlichkeit
Vom Format Gerhart Hauptmanns
In ganzer Größe vor ihm

Nun muss Hans Castorp reagieren
Steht auf und das dabei so dass
Sein Stuhl zwischen ihnen dreien
Steht während Clawdia sie vorstellt

Sie genügt damit einer Sitte des
Kultivierten Abendlandes wie Mann 
Es mit wunderbarer Ironie beschreibt
Nennt Hans einen alten Bekannten

Pepperkorn dagegen muss weder 
In seiner Rolle noch als große
Persönlichkeit vorgestellt werden
So wird real Rang geschaffen

Dieses erste reale Treffen darf sich 
Noch bis morgen gedulden wenn der
Schwer reiche Holländer seine hohlen
Aber sehr netten Phrasen drischt


Ähnlich hoch emotional wie das
Erste Gespräch von Clawdia und 
Hans ist die Begegnung von Mut 
Mit Joseph bis zu seinem Abgang 

Was durch den Vorhang geht aus
Dem sich dann zwei schimpfende
Zwerge noch wickeln die gleich
Verbal übereinander herfallen

Doch dieses kleine Manöver zur
Ablenkung nach allerbester
Shakespearscher Manier sei hier
Noch bis morgen ignoriert um sich

Ganz auf den so bedeutenden
Abgang des Sklaven Joseph hier zu
Konzentrieren der seine Herrin Mut 
Die alles versucht zurückweist

Eine Schande nennt er ihre Lust
Der sich der deutlich jüngere lieber 
Nicht hingeben will darum die noch
Bettelnde lieber ganz real flieht 

Wie fühlt sich Frau dabei die dann
Noch sich bei ihrer größten Blamage
Belauscht sehen muss und wie wird
Die adelige Dame nun reagieren

Nun wir kennen die alte Geschichte
Aus der Bibel zur genüge Joseph
Wird für seine Freiheit wie für die
Moral viele Jahre bitter büßen

Sie ruft ihm noch hinterher er hätte 
Gott falsch verstanden so sei der 
Beischlaf mit der Mutter der erste
Natürlich wie auch gewollt

Nie wäre das Sünde denn sie sei 
Doch Isis Mut die Mutter der er sich
Getrost ergeben könne um so den
Weg allen Fleisches auch zu gehen

Wir lesen Isis denken an die viel
Ältere Ista deren Kult in Babylon
Mit weiblicher Dominanz noch
Gepflegt wurde nach der Natur

Auch des Alters nicht ganz sicher
Sind beide sich jedoch vom Wesen 
Wie der Zuständigkeit her ähnlich 
Es geht um Liebe und Lust auch

Aber auch die Berufung auf so
Sinnlich schöne Göttinnen für
Liebe und Lust führt nicht weiter
Der junge Monotheist flieht lieber

Die junge aufstrebende eher
Intellektuelle Religion der Juden 
Gegen den aus der Naturreligion 
Entwickelten Polytheismus 

Hier treffen Welten aufeinander
Das natürliche Bedürfnis nach Lust
Wie die Sehnsucht nach Liebe 
Kollidieren mit moralischen Prinzipien

Folgen wir unserer Natur oder ist
Die Kultur so stark eine Moral
Über die dunklen Triebe zu stellen
Ist das dann Fortschritt oder nicht

Ein nur kurzer Abschnitt aus dem
Josephsroman vereinigt auch ohne
Die Konfrontation der Giftzwerge
Grundlegende Fragen der Menschheit

Wie genial ironisch Thomas Mann
Der mit der biblischen Sprache spielt
Aus dieser ausbricht für Momente
Um die menschliche Seite zu zeigen

jens tuengerthal 17.1.26

Literaleben

Literaleben

Lebe mit und für Bücher
Ihr Inhalt bestimmt meine
Gedanken und kommt mir 
Gefühlt näher als egal was
In der oberflächlichen Welt
Die mehr auf Anschein wie
Die Illusion von Erlebnissen
Setzt statt den Geist noch
Weiter zu bewegen was 
Lektüre uns immer schenkt
Darum den Kern berührt
Das Wissen um diese
Paradiesische Welt innen
Lässt die außen lächelnd
Mit Abstand betrachten
Ist der Schlüssel auch
Zu bleibender Gelassenheit
Das Literaleben lohnt also
Vielfältiger als die Wirklichkeit
Die ich lieber mehr ignoriere
Innen in Ruhe zu genießen 
Lesend mit feinem Tee dazu

jens tuengerthal 17.1.26

Biblioliebe

Biblioliebe

Liebe ja Bücher
Bibliotheken bleiben
Paradiese mir 

Lebe  in einer
Kleinen vollkommen glücklich
Genug zu lesen

jens tuengerthal 

Literatüren

Literatüren

Literatüren
Öffnen geistige Reiche
Für alle Leser

jens tuengerthal 17.1.26

Lebensgenuss

Lebensgenuss

Lebensgenuss ist
Mit Liebe Tee trinken
Und Bücher lesen

jens tuengerthal 17.1.26

Willensfreiheit

Willensfreiheit

Immer gelassen bleiben
Sich über nichts mehr
Unnötig aufregen und
Dabei voll die Kontrolle
Über den eigenen Willen
In jeder Situation zu behalten 
Wäre echte Willensfreiheit
Denke ich und überlege
Ob maximale Verzögerung
Die sich einfach Zeit lässt
Der Weg zur Freiheit ist
Also Nichtstun die beste
Aller Lösungen sein könnte
Die Willensfreiheit zu erhalten
Und denke das gefällt mir
Nichtstun kann ich gut
Also wird alles ganz einfach
Und am Ende passiert nichts
Aber die Willensfreiheit siegt 

jens tuengerthal 17.1.26


Lustvollkommen

Lustvollkommen

Was macht die Lust vollkommen
Überlege ich und erinnere mich
Sicher ist es das zusammen Kommen
Doch ist das nur ein winziger Moment
Der wenn er kommt schon fast wieder
Vorbei ist auch wenn das danach
Ganz besonders schön sich anfühlt
Kommt es vielmehr auf das Ganze an
Die Harmonie miteinander dabei
Der gerne lange Weg dahin weil sich
Alles dabei vollkommen schon anfühlt
Warum ich heute glaube der Weg
Dahin macht es erst möglich
Lässt alles ganz erst genießen
Wenn also alles miteinander stimmt
Kommt das gute Ende von alleine
Auch wenn es darauf dann schon
Nicht mehr ankommt weil es
Sich bereits perfekt anfühlt 
So ist der vollkommene Sex
Mehr ein Gefühl das den 
Ganzen Vorgang meint ohne
Auf das Ende zu schauen
Einfach genießen was ist

jens tuengerthal 17.1.26

Liebeswille

Liebeswille 

Brauche es Willen zur Liebe
Oder macht sie was sie will
Egal was ich wollen sollte
Überlege ich und traue ihr
Gefühlt beides zu auch wenn
Liebe nach meinem Gefühl
Freiheit sich füreinander zu
Entscheiden braucht um
Wirklich zu werden aber bin
Doch zu gern gefesselt 
Von der Anziehungskraft
Der wundervollen Liebsten 
Vielleicht ist Liebe besonders
Dann ganz echt und tief
Wenn sie alles einfach kann
Es sich so oder so immer
Ganz richtig auch anfühlt
Dann stimmt vermutlich alles 
Und es wird damit völlig egal
Wie es eigentlich sein sollte
Weil am Ende alles gut ist

jens tuengerthal 17.1.26

Freisamstagsriesling

Freisamstagsriesling

Um Mitternacht im Crossroads 
Eingetroffen von Selma gleich
Begrüßt worden und von Tino
Noch bevor ich saß den immer

Riesling gereicht bekommen
Obwohl der Laden heute unten
Rappelvoll wie auch oben gut 
Gefüllt ist das Stammgastprivileg

Dazu gerne auch den Spruch von
Tino mitgenommen dass es heute
Nur Riesling gäbe was ja passte
Dunja und Melanie unten gewunken

Schon im Dichten zwischendurch
Selma im Vorbeigehen gefragt ob
Alles in Ordnung sei was sie mit
Einem Lächeln erleichtert bestätigte

Melanie und Dunja sind mit einer 
Sehr attraktiven Dritten im Gespräch
Die mit ihrem vielleicht Mann oder
Sonst wohl nah zusammensitzt

Noch einige bekannte Gesichter
Am der Bar und oben zwei größere
Gruppen junges Volk zwei Herren 
Ein schmusend versunkenes Date

Die Musik mit älteren Hits auch aus 
Bekannten Filmen begleitet die hier
Ausgelassene Freitagsstimmung der
Schon Samstag einfach wurde gut

So wandern wir hier in die Nacht
Unterhaltungen über Kreuz erzeugen
Gewünschte Verwirrung und alle sind
Glücklich im Country Crossi zu sein

jens tuengerthal 17.1.26

Freitag, 16. Januar 2026

Lektürentagebuch 16.1.25

Lektürentagebuch 16.1.25

Wie zum Abschluss des Barock den
Egon Friedell die Barocke nennt wird
Über dessen Wesen in Europa noch
In der Kulturgeschichte der Neuzeit 

Ein wenig vom Autor philosophiert
Was Weltbilder aber auch Tiefe fein 
Offenbart aber auch ganz typische
Vorurteile schön bloßlegen kann 

Die französische Barocke ist für
Friedell unter Ludwig XIV ganz klar
Cartesianisch die im übrigen Europa
Nennt er eher berninisch dagegen

Frankreich hätte als einziges Land
Die Stilprinzipien der italienischen
Hochrenaissance voll realisiert die
Lateinisch oder klassizistisch genannt

Europa veränderte sich im Schatten
Des Sonnenkönigs auch weil alle ihm
Nacheiferten seinen Stil imitierten nur
Am Rand fanden sich neue Kräfte

Der Cartesianismus bleibt wie hier
Treffend beschrieben die legitime
Französische Geistesform in Maß
Klarheit wie Proportion deutlich

Insofern die Barocke wie Friedell
Hier schreibt nicht rational war
Sondern Rausch und Nebel in das
Zwielicht und Dunkel herabreichten

Sich nach unterirdischen Welten 
Sehnen in die das Licht der Vernunft
Nie scheinen wird ist die französische
Barocke auch keine reine geworden

So wie der Cartesianismus außerhalb
Frankreichs nie ein ganz reiner war
Frankreich blieb vierhundert Jahre
Lang durch die Epochen klassizistisch

Friedell nimmt dazu ein Bild aus der 
Bruchrechnung meint in Frankreich
Blieb der Nenner stets cartesianisch
Im übrigen Europa war er Barock

Dort war Descartes nur ein modischer
Zähler von zeitweiser Gültigkeit was
Viel über europäische Verhältnisse
Bis in die Gegenwart offenbart 

Dagegen waren die Epochen alle in
Frankreich nur modische Varianten
Als Zähler über dem Nenner der
Immer cartesianisch dabei blieb

Die Erfahrungen von zehn Jahren
Enger Kontakte ins Elsass können
Diese These für mich nur bestätigen
Auch wenn dies immer speziell war

Es ist die deutscheste Region von
Frankreich bis zu den Balkonblumen
Wie sie die französischste im Reich 
War so immer ein dazwischen blieb

Doch die in ganz Frankreich noch
Geführten Diskussionen um die 
Themen des Grand Orient sind ein
Guter Spiegel dieses Denkens

So blieb das Weltgefühl Frankreichs
Wie Friedell treffend schreibt stets ein
Barock gefärbter Klassizismus sonst
Cartesianisch imprägniert irrational 

Diesen Irrationalismus der Barocke 
In sonst Europa nennt Friedell treffend
Berninisch an Bernini hier erinnernd
Den klassizistischen Künstler Roms

Bernini blieb Rom sein Leben lang
Wie insgesamt 9 Päpsten treu bis
Auf einen Ausflug nach Paris wo er
Den Louvre neu gestalten sollte

Dieser Auftrag von Ludwig XIV wurde
Jedoch nie realisiert und so kann der
Gute Friedell weiter über den großen
Gegensatz im Barock philosophieren 

Zum Abschluss dieses kurzem eher
Kulturhistorisch philosophischen
Einschubs gesteht Friedell dass es
Alles viel komplexer doch war

So waren auch die Franzosen im
Gefühl echte Barockmenschen wie
Der Rest Europas auch im Barock
Die natürliche Vernunft noch spürte

Welch Wunder Menschen haben
Mehr als eine Seite die sie auch
Ihrer Natur entsprechend ausleben
Statt nur in Schubladen zu leben

Eine interessante philosophische
Gegenüberstellung welche die
Unterschiedlichen Charaktere in 
Europa gut beschreiben kann

Natürlich gibt es nicht die Franzosen
So wenig wie die Italiener und auch
Die Deutschen sind sehr verschieden
Manches aber ist sehr treffend

Neugier auf das Wesen der Bewohner
Einer Region wie was das Wesen der 
Menschen im Kern ausmacht ist eine
Immer noch aktuell spannende Frage

Bei den transeuropäischen Lieben im
Freundeskreis oder bei den Kindern
Mancher Liebsten zeigen sich auch
Diese Fragen noch aktuell wieder

Hier können auch Friedells schlichte
Schubladen das gegenseitige oft
Schwierige Verständnis noch erhöhen
Nicht schon an der Kultur zu scheitern 

Verabscheue schlichte Schubladen
Nur hilft klare Struktur auch bei der
Orientierung in Krisenzeiten wie wir
Sie durch Putin und Trump erleben

Insofern kann es helfen auch beim
Wesen mehr über die Denker die
Es prägten und charakterisieren
Nachzudenken einander zu verstehen

Halte zum Verständnis des Geistes
In Frankreich aber Montaigne für 
Tiefer und zielführender als Descartes
Wie Diderot viel mehr als Rousseau

In Deutschland analysiert Kant perfekt
Aber gibt Goethe eher das Gefühl was
Beides Teil des deutschen Wesen ist
Wie der Blick nach außen offenbart

Die galizische Jüdin Mascha Kaleko
Traf den Ton Berlins einst perfekt wie
Der in Stettin geborene Jude Hessel 
Als Flaneur zum Chronisten wurde 

Um zu sehen was ist dürfte es meist
Besser sein nicht ganz Teil von etwas
Zu sein um ein Beobachter zu bleiben 
Der immer etwas daneben auch steht

Nicht dazu zu gehören was kennt
Wer je als Flaneur lebte ohne an 
Steppenwolfkitsch dabei zu denken 
Ist die Bedingung zu erkennen was ist

Wie sehr bei Friedells Urteilen über
Die Völker Europas immer auch der
Wiener Kaffeehausgänger mitklingt
Der im multikulti KuKasien aufwuchs

Sollte noch bedenken wer ihn liest
Der kluge Autor mit seiner Vorliebe
Für ganz junge balkanische Mädchen 
Ist als Mensch auch Teil seiner Urteile 


Wunderbar treffend und humorvoll
Schreibt Johann Kaspar Riesbeck
In den Briefen eines Reisenden 
Franzosen über gerade Wien 

Im 24. Brief denn die scharfen teils
Mutig kritischen Reportagen sind als
Briefe an einen Freund in Frankreich
Perfekt getarnt worden 1788 auch

In 1. Auflage auf französisch noch
Erschienen zu mutig und scharf
War die Kritik des Autors an den
Zuständen in allen Ständen im Reich 

Der heutige Brief der schon lieber kein
Datum trägt beschäftigt sich mit der
Dreiteilung der Macht in Wien bei
Der zwei Parteien verfeindet sind

Auch wenn das natürlich in Wien
Keiner je so sagen würde weil es
Dabei um die Kaiserin Maria Theresia 
Und ihren Sohn Kaiser Joseph geht

Auf Seiten der frommen Kaiserin
Steht natürlich die Kirche wie eine
Vielzahl sie imitierende Hofdamen
Und der gesamte konservative Adel

Diese wollen ohnehin nie etwas
Ändern und ihnen ist jede Reform
Erstmal suspekt weil sie so ihre 
Bewährten Privilegien beeinträchtigte

Auf der Seite Josephs steht die 
Von ihm klug aufgeklärt reformierte
Armee mit dem klugen Feldmarschall
Lacy der gern die Mönche bekriegt

Seine Mutter Maria Theresia hat die
Mehrheit der Besitzstandswahrer am
Hof wie im Reich hinter sich die für 
Viel Geld nahezu nichts leisten 

Dagegen würde der Kaiser alles
Auf seine Effektivität hin prüfen
Was den meist untätigen aber
Lange gut bezahlten nie gefiel

Den Aufstand der auf ein solches
Vernünftiges Verhalten folgt hat
Gerade die Regierung Trump wie
Ihr zeitweise Diener Musk erlebt 

Eigentlich wäre ja weniger wie 
Vor allem verantwortlich effektiver
Staat im Interesse aller Bürger
Doch verhindern Besitzstände dies 

Damit hatte auch der Aufklärer
Joseph zu kämpfen der auch den
Erzfeind seiner Mutter Friedrich II
Sehr schätzte und bewunderte 

Als Vermittler nennt Riesbeck hier
Den Kanzler Kaunitz der zwischen
Dem Kaiser und seiner Mutter die
Realistischen Kompromisse suchte

Der 39 Jahre als Staatskanzler für
Außenpolitik des Reichs zuständige
Wenzel-Anton von Kaunitz-Rietberg
Wurde von beiden hoch geschätzt 

Riesbeck lästert darüber wie dieser
Sich seine Tätigkeit als Vermittler
Gut bezahlen ließ um seine überall
Berühmte Tafel weiter zu führen

Es sind die kleinen Informationen
Über die Politik des Reiches das
Schon unter Maria-Theresia der
Aufklärung sich verpflichtet die

Dies Buch so lesenswert machen
Wie den Zeitgeist noch besser
Verstehen lassen der auch im
Österreichischen Reich herrschte

Damals über zwanzig Jahre vor dem
Reichsdeputationshauptschluss gibt
Es das deutsche Kaiserreich noch
Das mit Karl dem Großen begann 

Der Kaiser wird für sein rationales
Wie effektives Verhalten sehr gelobt
Wir schreiben das Jahr 1788 sind
Also ein Jahr vor der Revolution

Bischöfe Mönche und Hofdamen
Werden als destruktive bestechliche
Kamarilla dargestellt wofür nach aller
Historischer Kenntnis viel spricht 

Wie Kanzler Kaunitz sich seine wohl
Nötige Rolle als Vermittler von beiden
Gut bezahlen lässt offenbart den 
Typischen Nepotismus der Zeit

Bis auf Trump der es nicht begreift
Schmückt sich heute kein Staatsmann
Noch mit seiner Bestechlichkeit die
Nach dem Machtwechsel teuer kommt

Der Blick als Franzose auf die
Regierung und die Zustände im Reich
Ermöglichen Riesbeck Offenheit die 
Kein Zeitgenosse so wagen konnte 

Fein beschreibt er die Doppelrolle die
Kaunitz als Mann beider Seiten also
Aufklärer der mit der Kirche kann 
Spielt um das mögliche zu erreichen

Dabei bestechlich wie so viele im
Kukasischen Reich weil die Moral
Dies nicht zu tun ungewöhnlich war
Kant war Preuße kein Österreicher

Aber 39 Jahre als Staatskanzler sind
Auch eine ziemlich lange Zeit da
Kommen wenige Monarchen mit 
Dahingestellt ob es gut so ist

Stelle ich mir vierzig Jahre unter 
Einer korrupten Trump Regierung vor
Käme mir das kalte Grausen wohl
Sie drohen nach der Natur nicht

Riesbeck lesen lohnt immer sehr
Er erzählt auch Kulturgeschichte
Tut dies nur gut getarnt politisch
Aus einer Zeit des Umbruchs


Noch ein kurzes Stück den guten
Johann Gottfried Seume auf seinem
Spaziergang nach Syrakus im Jahre
1802 lachend staunend begleitet

Teilweise sehr deftig in der Sprache
Zumindest soweit es um die der
Soldaten im Wirtshaus noch geht
Wie ihre Ratschläge zu Huren

Der Erzähler gibt das nur wieder
Um die Stimmung zu beschreiben
Die fast zu einem Konflikt führt der
Dann noch gerade abgebogen wird

Schließlich führt die Wanderung ihn 
Nach Prag unter der Überschrift der
Abschnitt den ich noch mit ihnen
Wanderte dann auch stand

Seume schimpft über die Preise in
Böhmischen Wirtshäusern ist also
Wie heutige Reisende auch sind
Beklagt die miserable Qualität dazu

Auch über die Sauberkeit der Betten
Wie sonst Räume wird gerne gelästert
Von Reisenden aller Orten als ich
Böhmen nach Wien durchquerte 

Waren die französischen Tankstellen
So sauber wie sie es gewöhnlich sind
Auch die Preise durchschnittlich wie 
Die Huren dort sind weiß ich nicht

Aus Prag berichtet er vom Dom
Auf dem Hradschin mit den halt
Gräbern früherer Herzöge noch
Aber zuviel gotischem Kitsch 

Klagt über die wegen eines Brandes
Geschlossene Bibliothek welche die
Schweden noch reichlich beraubten
Wir lasen schon bei Christina davon

Er hätte über den befreundeten
Bibliothekar sicher Zugang gehabt
Wäre dieser zufällig da gewesen
Mehr erfahren wir Leser nicht davon

Nur Kaiser Joseph von dem eben
Schon lobend bei Riesbeck die Rede
War lobt auch Seume gerne für die
Reformen und größere Gerechtigkeit 

Vor Prag im flachen böhmischen Land
Wo er aufgrund der Fruchtbarkeit
Mehr Wohlstand erwartet hätte
Herrschte nur grausamste Armut

Gerdückt schlichen die Leute dort
Ohne jede Hoffnung umher und
Sahen die nahenden Franzosen
Unter Napoleon eher mit Freude

Wenn das einfache Volk Besatzer
Weniger fürchtet als ihre Herren
Denen sie dienen müssen ist es
Um Gerechtigkeit nicht gut bestellt

So erlebe ich hier in zwei Büchern
Die mit 13 Jahren Unterschied noch
Erschienen das Lob von Joseph wie 
Die Klage über ungerechte Realität

Beides sind wunderschöne Bände
Der Anderen Bibliothek der gute 
Seume schlich sich sogar doppelt ein
Riesbeck dafür als großer Reiseband

Spannend ist es eine ähnliche Zeit
Aus dreierlei Sicht zu betrachten
Die Begeisterung wie die Probleme
Wie live geschildert zu bekommen 

So funktionieren gute Zeitreisen
Die auch kritisch nachdenken lassen
Statt nur Orte zu bestaunen auch
Ihren Geist erfühlen zu können 

jens tuengerthal 16.1.25

Abheben

Abheben

Einfach abheben
Wie fliegen nur leichter mit
Konto als ohne

jens tuengerthal 16.1.26

Landung

Landung

Es landen wieder
Soldaten in Deutschland
Zum Krieg spielen nur

jens tuengerthal 16.1.26

Liebesgewiss

Liebesgewiss

Sicher ist Liebe
Niemals aber immer ein
Gefühl für ewig

jens tuengerthal 16.1.26

Seelensklaven

Seelensklaven

Immer wieder frage ich mich
Warum erfinden sich Menschen
Eine Seele oder plappern den 
Alten unfreien Aberglauben es
Gäbe etwas unsterbliches an
Ihnen außer der Erinnerung an
Was sie schufen nach solange
Sie lebten was immer noch nicht
Wenige als Zwischenzustand nur
Sehen durch den die erfundene
Seele von Körper zu Körper
Wandern würde als wäre da
Wirklich etwas irgend messbar
Doch nichts davon ist je real
Die Seele ist wie alle Götter 
Oder überirdischen Paradiese
Nur Aberglaube für unfreie Narren 
Die sich schlimmer noch damit 
Zu Sklaven dieser Erfindung
Aus dem Reich der Geister
Die nur im Traum existieren
Machen ohne es zu müssen
Natürlich verstehe ich als 
Selber Phantast und Träumer 
Die Freude an erfundenen
Reichen der Phantasie die
Ein Genuss sein können
Verglichen der Wirklichkeit
Doch nur dann wenn dies
Von der Freiheit meines Geistes
Getragen auch ist und nie wenn 
Deren Existenz mich unfrei als
Mensch natürlich macht weil
Etwas über meiner Natur wäre
Was nicht in dieser nachweisbar
Wie Epikur schon vor über
2200 Jahren richtig erkannte
Braucht es keine Furcht vor
Dem Tod weil wir dann einfach
Nicht mehr sind was genügt
Es belanglos für mich zu machen
Den Freitod als natürliche Freiheit
Zum Nichts darum zu betrachten 
Die Annahme eines Wesens das
Seele genannt wird statt die in ihr 
Versammelten Körperfunktionen
Natürlich für sich zu betrachten 
Verstellt den Blick auf die Natur
Macht damit konsequent unfrei 
Verstellt also was mich zum Mensch
Der entscheiden kann macht und
Nur dann auch Verantwortung
Dafür übernehmen kann im
Guten wie im schlechten dabei
Aufgeklärt und also aus der
Selbstverschuldeten Unmündigkeit
Befreit kann nur sein wer kein
Sklave einer Seele oder in der
Postreligiösen Variante auch
Ohne Unterbewusstsein lebt 
Nur die können dann auch ihrem
Freien Gewissen verantwortlich
Folgen und moralisch entscheiden
Alle anderen bleiben lebenslänglich 
Sklaven einer höheren Instanz und
Warum sich das wer antut der
Genug Verstand hat es auch
Begreifen zu können bleibt
Für mich immer rätselhaft
Aber ich fürchte immer mehr
Sie begreifen es wirklich nicht
Weil ihnen der Mut fehlt in
Freiheit nach der Natur
Zu leben statt als Sklaven
Von ihrer Seele zu faseln
Die es nirgendwo gibt und
Es merkt nur wer es erkennt
Sich aus der Unmündigkeit 
Vorher logisch schon befreite
Was Seeleninhabern unmöglich
Vielleicht genügt auch Mitleid
Für diese Gruppe geistig armer
Mehr als sapere aude kann ich
Ihnen auch 2026 nicht zurufen

jens tuengerthal 16.1.26