Freitag, 25. April 2025

Weltbild

Weltbild

Welt bleibt ungerecht
Asozial gewinnt Wahlen
Lügen schlägt Wahrheit

jens tuengerthal 25.4.25

Liebesleicht

Liebesleicht

Wie schwer ist es zu lieben
Kann ich verlieben üben um
Es unbeschwert zu genießen
Oder wäre das dann nicht mehr
Natürlich genug für eine Liebe
Die von Herzen kommen soll
Um echt zu sein und nicht
Erzwungen oder gekünstelt
Braucht alle Liebe Leichtigkeit
Wäre das nicht unerträglich 
Wenn dem tiefsten Gefühl
Alle Schwere plötzlich fehlte
Schmeckte die Leidenschaft
Dann nicht wie Diätkost 
Ein wenig fade ohne Sex
Dafür mit Blümchen nett
Überlege ich und denke
Liebe wie ich sie meine
Soll fliegen lassen statt
Nur mit Eifersucht noch
Die Missgunst zu fesseln
Unklar bisher nur ob das
Je eine noch teilen wird
Warum es dann egal wird
Am Ende nur noch ein
Nimm's leicht nimm mich
In der Resteverwertung
Damit keine übrig bleibt
Bliebe ich lieber allein

jens tuengerthal 25.4.25

Donnerstag, 24. April 2025

Lektürentagebuch 24.4.25

Lektürentagebuch 24.4.25

Auf Sardinien zu lesen begonnen 
In Marcello Fois Die schöne Mercede
Und der Meisterschmied ging es um
Die Unentschlossenheit von Gavino

Nachdem der Bruder sich bei der 
Armee freiwillig gemeldet hat blieb er
Als zweiter Sohn der Familie verschont
Ist sich aber nicht klar ob er das will 

Während seine Schwester mit einem
Rechtsanwalt verlobt wird beginnt nun
Deren Freundin Agnese Gavino als
Mann zu umschleichen und mehr

Ergattert in einem kleinen Überfall
Dem eine lange Verführung schon
Vorausging bei der er sich wieder
Völlig unentschlossen zeigt alles

Was also mehr als ein Kuss war
Sich voller Lust auf dem Küchentisch
Vom plötzlich wilden Gavino endlich
Nehmen lässt der seinen Samen

Mitten im sonst Krieg in ihr lässt 
Wie sich danach ganz schnell
Wieder ordentlich anziehen will so
Beschreibt Fois die Erotik natürlich

Die Frauen untereinander reden
Über die Entjungferung Gavinos
Den sie nun endlich eroberte was
Ihn auf den Weg bringen soll


In der kleinen Grafschaft irgendwo
Im Reich gelegen wollen es die beiden
Liebenden Hermann und Ulrike endlich
Schaffen gemeinsam zu flüchten

Der komische Roman des Autors
Johann Karl Wezel der ein Zeitgenosse
Von Goethe und Schiller noch war nimmt
So der Liebe folgend tragisch komische

Wendungen deren vermutlich Scheitern
Neue komische Wendungen erwarten lässt
Die zugleich den Absolutismus seiner Zeit
Mit feinen Spitzen zu verspotten wissen

Warum Goethe ihn nicht möchte den
Dafür Wieland umso mehr lobte ist
Literarisch interessierten Lesern hier
Nicht ersichtlich es bleiben Mutmaßungen

Gefiel dem geadelten Geheimrat nicht
Wie lächerlich die Fürsten dort gemacht
Andere radikalere Autoren lobte er sehr
Sei es wie es sei die Lektüre lohnt


Weiter im abenteuerlichen Leben des
Simplicissimus von Hans Jacob Christoffel
Von Grimmelshausen ging es um die 
Räuberischen Taten seines Freundes

Hierbei beschreibt dieser wie rasant
Der Wechsel der Truppen stattfand von
Kaiserlichen zu Schweden noch als
Gefangener dort wieder geflüchtet

Sich den Holländern angeschlossen
Die ihm zu klösterlich fromm waren
Zwischendurch noch alle Kameraden
Die mit ihm flüchteten umgebracht

Von der holländischen Grenze dann
Bis in den Breisgau gelaufen um die
Kaiserlichen wiederzufinden die sich
Dann als Bayern plötzlich entpuppten

Wie er sich dann als Räuber lieber
Selbständig gemacht habe um seine
Beute die reichlich war ungeteilt weiter
Genießen zu können bis sie sich trafen

So war der ständige Wechsel zwischen
Sich teils feindlich gesinnten Truppen 
Nicht selten aber verdeutlicht auch die
Ganze Perversion des Bruderkrieges

Mit Humor beschreibt Grimmelshausen
Die völlig normalen Zustände unter denen
Einer den anderen des Geldes wegen
Abmurkste damit genug übrig blieb

Tiefere Verbundenheit mit ihrer Truppe
War nicht vorhanden jeder sah zu wie
Er und die Seinen dabei überlebten 
Recht und Ordnung eine Illusion

Wie die Zustände im Krieg eben sind
Was die Rechtsordnung so kostbar
Gegen die Herrschaft des Unrechts
Mit der Macht des Stärkeren machte


Aus dem Krieg und seinem Hass der
Deutschland dreißig Jahre verheerte
Ging es nach Venedig wo Casanova
Als junger Abbé nach Liebe sucht

Die Wirren mit denen er über kleine
Versteckte Briefe schließlich eine
Verabredung mit dreien in deren
Schlafzimmer erreicht sind herrlich 

So muss er sich um die Gunst des
Ihm wohlgesonnenen Senators dort
Bemühen eine Pension für die arme 
Tante zu erhalten bei der sie wohnen

Trickreich schaffen sie es seinen 
Abgang zu inszenieren während
Er sich im Dunkeln in deren Zimmer
Schleicht wie von ihnen geplant

Wie vieles dessen was in der Liebe
Und auf ihren Spuren bei der Lust
Immer von Frauen inszeniert wird 
Beschreibt Casanova wunderbar

Nicht er glänzt als Verführer dabei
Sondern die Frauen spielen mit ihm
So wie es ihnen gerade gefällt was
Nach aller Erfahrung wahr klingt

Warum es Frauen dann immer noch
Gerne kurz davor so inszenieren als
Seien sie Opfer der Verführung der
Sie nur widerwillig folgen bleibt so

Rätselhaft wohl immer wie das
Wesen der Frauen könnte aber
Auch Konventionen genügen 
Denn Frauen sind es die verführen

Männer müssen dabei nur folgen
Um das Spiel nach ihren Regeln 
Zu spielen was dann beiden die
Schönste Erfüllung schenken soll

Männer die von sich denken sie
Seien große Verführer sind meist
Nur lächerliche Gockel denn die
Echten Genießer folgen Frauen

Natürlich müssen sie diesen dabei
Das Gefühl geben gewollt zu werden
Doch besser nie zuviel was nur zum 
Rückzug und zu Widerstand führt

Es gelten in der Liebe vermutlich
Die Gesetze des Marktes härter
Als auf diesem je was leicht zu haben
Scheint uns in der Lust wertlos 

Die Gelassenheit zu besitzen bis
Zum entscheidenden Moment zu
Warten an dem sie Aktion erwarten
Erfordert wohl auch lange Übung

Das Spiel der Geschlechter die
Umeinander werben ist immer
Auch großes Theater in dem
Alle ihre Rolle spielen müssen

jens tuengerthal 24.4.25

Bücherantwort

Bücherantwort

Die beste Antwort auf alle Fragen
Egal ob politisch oder emotional
Beruflich oder ganz privat ist
Schau in Bücher und lese sie
Gute Bücher sind die besten
Ratgeber wie Medikamente
Sie lassen Kummer verfliegen
Sind Stimmengsaufheller die
Nachhaltig besser wirken als
Alle Psychopharmaka weil sie
Geistig autonome Vorgänge von
Innen in Gang setzen damit die
Körpereigenen Boten aktivieren 
Sie schützen die Demokratie wie
Sie Toleranz und Vielfalt lehren
So wurden Bücher zur besseren
Antwort auf alles im Leben die
Zusätzlich ein Genussmittel mit
Unschädlichem Suchtcharakter sind
Womit die Bücherantwort am Ende
Alles ist was es je braucht

jens tuengerthal 24.4.25

Eradopfer

Eradopfer

Es sinkt die Zahl der Verkehrstoten
Aber es steigt unter diesen deutlich
Die Zahl der Radfahrer was aber 
Angesichts neuer E-Räder keinen
Wirklich mehr wundern muss weil 
Alles was massiv wächst damit
Auch massenhaft Unfälle bringt
Noch dazu wer schneller fährt
Was damit leichter wird sich einem
Erhöhten Risiko noch aussetzt
Womit eigentlich alles doch 
Erwartungsgemäß abläuft alle
Sich darob beruhigen können
Auch wenn es kein Leben rettet 
Ist es doch beruhigend zu wissen
Mehr Tote haben gute Gründe
Kein Anlass zur Sorge also
Solange wir es überleben
Wo nicht ist eh alles egal
Spreche da aus Erfahrung
Wurde schon mal tot gefahren
Aber es wird alles besser

jens tuengerthal 24.4.25

Drogenproblem

Drogenproblem

Deutschland hat ein Drogenproblem
Melden uns die Nachrichten es sterben
Fast 150.000 Menschen jährlich infolge
Alkohol und Tabak Konsum was doch
Eher dafür spräche zu sagen unser
Land hat keine Problem dabei an den
Zulässigen Drogen früher zu sterben
Denn Deutschland hat viele Probleme
Es gibt gute Gründe nicht mehr so
Leben zu wollen und lieber zu sterben
Als hier auch noch alt zu werden doch 
Statt Lösungen für die Probleme zu suchen
Die den Drogenkonsum begünstigen 
Wird gefordert diese zu verbieten 
Zumindest höher noch zu besteuern
Weil Verbote je etwas gelöst haben 
Im Laufe der Menschheitsgeschichte
Denke ich und schaue auf meine Familie
Wo bei allen Festen gerne und viel
Gesoffen wird während rauchen 
Völlig verpönt seit Jahren schon ist
Was mich noch eher dazu bringt
Gebt wenn ihr kein Drogenproblem
In Zukunft mehr haben wollt lieber
Alles frei damit jeder Mensch sich
Entscheiden kann wie er stirbt denn 
Unter diesen Bedingungen sind alle
Lebensverlängernden Maßnahmen
Schon eine Form von Folter die zum
Entwürdigenden alt werden zwingt
Der Skandal sind nicht legale Drogen
Empörend ist dass es illegale gibt
Wie hoch diese besteuert werden
Womit der Staat sehr gut verdient
An dem was er angeblich nicht will 
Wer braucht noch einen Staat der
Verbietet was Freude macht nur um
Die Produktivkraft zu erhalten was 
Eher Lust schnell zu sterben macht
Legalisiert endlich alle Drogen damit
Jeder selbstbestimmt gehen kann

jens tuengerthal 24.4.25

Liebesfund

Liebesfund

Wer Liebe findet
Darf sie behalten oder
Auch fliegen lassen

jens tuengerthal 24.4.25

Freitod

Freitod

Sterben dürfen statt
Leben müssen wäre für
Viele schon genug

jens tuengerthal 24.4.25

Lebenshaiku

Lebenshaiku

Leben in nur drei
Zeilen auszudrücken ist
Kunst eines Haiku

jens tuengerthal 24.4.25

Bücherliebe

Bücherliebe

Nach über 888 Versuchen mit den
Wunderbarsten Frauen bleibe ich
Bei meiner ersten treuesten Liebe 
Der zu schönen Bücher mit denen ich
Friedlich ein Leben lang Leser wurde
Die mich noch nie enttäuschten wie
Jede Konkurrenz geduldig abwarteten
Bis mein ganzes Herz ihnen gehörte
Die keine Eifersucht kennen noch
Etwas anderes machen wollen als
Lesen was das schönste immer ist
Alles andere scheint verglichen
Nichtig und klein und nie war ich
So glücklich wie lesend auf dem
Diwan in meiner Bibliothek
Sicher kann Sex gelegentlich
Auch ganz nett sein doch die
Folgen sind selten dauerhaft
So entspannend wie gute Bücher
Es für mich immer waren noch
Schenkte Sex so folgenlos eine
Tiefe Zufriedenheit wie es gute
Bücher ab der ersten Seite tun
Frauen kamen und gingen egal
Wie oft sie davor kamen oder
Was sie auch alles versprachen 
Bücher blieben und machen
Auch bei wiederholter Lektüre
Noch nachhaltig glücklich
Denke dabei bleibe ich
Außer es kommt die eine
Die dies ganz teilen kann

jens tuengerthal 23.4.25

Mittwoch, 23. April 2025

Buchtag

Buchtag

Braucht es einen Welttag des Buches
Frage ich mich der jeden Tag in
Vielen Büchern mit Liebe liest
Zwischen Büchern lebt mindestens
Um die hundert parallel liest also
Jeden Tag schöne Bücher feiert
Sein letztes Geld für Bücher eher
Ausgäbe als für Essen und Kleider
Vermutlich genauso aussieht vom
Büchermenschen zum Buch wird 
Keine Welttage je bräuchte aber
Seine große Liebe gerne auch
Heute mit viel Gefühl feiert nun
Aber bald lieber lesen will
Mit Liebe und so und sagt
Bitte lest denn mehr braucht
Keiner um überall zu sein
Ohne jemand zu schaden
Leser sind die friedlichsten
Menschen auf der Welt
Strebt danach alle euch
Bibliotheken anzuschaffen
Nichts anderes braucht es
Überall gewesen zu sein
Hinfahren kann jeder Idiot
Solche machen es noch
Hinlesen nur kluge Köpfe
Darin alles zu finden aber
Ist die Kunst die dauerhaft
Glücklicher uns macht

jens tuengerthal 23.4.25

Lektürentagebuch 23.4.25

Lektürentagebuch 23.4.25

Ein wenig mit Thomas Mann auf den
Zauberberg in Davos wo Hans Castorp
Mit Vetter Joachim Ziemßen sich am
Frühling in voller Blüte erfreut 

Dieser weicht dann noch wie es im
Hochgebirge wenig überrascht noch
Einmal novembrigem Wetter das die
Finger in der Liegekur steif wurden 

Mit großer Begeisterung schaut Hans
Auf die Blütenpracht und will sich gleich
Botanisch weiterbilden und einen Band
Mit Namen und Erläuterungen bestellen

So vergeht die Zeit von Mitte April bis
Anfang Mai ganz rasant in wenigen
Absätzen schmucklos abgelaufen bis
Der Enzian schon lange blüht


Von den Schweizer Bergen ging es
Lesend nach Ägypten zu Joseph und
Seinen Brüdern wo gerade Mut des
Potiphar Ehefrau vor Dûdu sprach

Seltsame Worte lässt sie dort fallen
Will auf die Frauen schießen lassen
Mit Pfeil und Bogen die es wagten
Ringe nach ihrem Juden zu werden

Schützt und verflucht ihm zugleich
Redet eigentlich wirr lassen wir dabei
Außer acht dass sie längst verliebt ist
Was den Unsinn verständlich macht

Logisch wird ihre Litanei damit auch
So wenig wie ihre Klage über den nur
Ausländer mit den wulstigen Lippen
Als solche glaubwürdig erscheint

Zumindest unternimmt sie etwas
Erteilt dem Zwerg dazu Befehle
Der erkennen wird was mit ihr ist
Die im Wahn der Liebe handelt


Nach Paris ging es nun mit dem
Kenner der Stadt Franz Hessel 
Zum alten Café du Dômes das in
Montparnasse der Treffpunkt war

Hier fand sich die Bohème aus
Künstlern und anderen um über
Leben und Liebe zu philosophieren 
Was längst touristisch wurde 1930

Mit viel Gefühl erzählt Hessel über
Dies berühmte Café in dem sich auch
Picasso Hemingway und mein Großvater
Einst mit Lust dem Alkohol hingaben

Ob über diese schlimme Droge besser
Geschimpft würde oder sie ein Teil der
Erinnerung voller Wehmut ist sei hier
Offen gelassen und ignoriert

Wunderbar fängt Hessel die Stimmung
Im Dôme ein das heute noch vielfach 
Touristischer leider wurde wie ganz Paris
Dafür gibt es ja noch Berlin anstatt

jens tuengerthal 23.4.25

Regenlauschen

Regenlauschen

Lausche dem Regen nachdem
Am vom Staubsaugen aufgewirbelten
Staub fast erstickt auf dem Diwan mit
Klopfendem Herzen liegend höre ich
Dem heute geradezu vorlauten Regen
Der pladdert tropft fließt zum Rauschen
In Rinnen wieder wird das alles hier
In seinem Fluss lautstark umtost zu
Freue mich daran sehr hier auf
Dem sandigen Boden der Mark 
Tut jeder Tropfen so gut damit
Berlin nicht bald inmitten der
Märkischen Wüste liegt die dann
Keine Luft mehr filtern kann
Freue mich also am normalen
Aprilregen als sei er etwas 
Besonderes schon was an
Der geschärften Wahrnehmung
Des gerne Stubenhockers liegen kann
Wie der Sensibilisierung für das Klima
Oder der Seltenheit so ergiebigen Regens
Lasse es noch lieber offen um das
Hintergrundrauschen noch etwas
Nach Luft schnappend zu genießen

jens tuengerthal 23.4.25