Freitag, 6. Februar 2026

Lektürentagebuch 5.2.26

Lektürentagebuch 5.2.26

Noch weiter in das wunderbare
Kapitel von Pierre und Franz in
Gesprungene Liebe von Manfred 
Flügge vertieft und es lohnte

Etwa die Besuche mit Franz
In der Closerie Lila wo alles was
In der Kunstszene einen Namen
In Paris hatte schon verkehrte 

Dort speiste und trank er etwa 
Mit André Gide und lud auch die 
Weniger bemittelten Künstler aus 
Dem Café du Dôme dorthin ein

Die Berichte der Dômiers über Franz
Sind durchweg positiv wie er dort
Meist gegen Mitternacht auftauchte
Beobachtete und liebevoll beriet

Seine besondere Aufmerksamkeit
Galt stets auch den Damen die in 
Irgendwelchen Nöten sich befanden
Denen er liebevoller Zuhörer war

Die leicht spielerische Betrachtung
War in ihrer Ironie nie böse eher
Zugewandt und positiv auch der stets
Ausgedehnte Heimweg war schön 

Henri Roché erhielt dann Post aus 
Russland wo Violett sich inzwischen
Verheiratet und schwanger für ein
Neues Kapitel ihres Lebens band 

Dann taucht auch Margret seine
Andere englische Liebe wieder in 
Paris auf und sie landen endlich im
Bett miteinander worauf er stolz ist

Das ganze in der Wohnung von
Violett und beide inspizieren dann
Die Blutflecken im Bettlaken woher 
Immer diese Details nun auch kamen

Vermutlich plaudert das Tagebuch
Von Henri auch über solche Details
Über die Genießer gerne schweigen 
Denke dabei auch an mein letztes

Erstes mal mit der Nonne von Ikea
Zum Glück nicht dort und das übrige
Spielt hier weiter keine Rolle mehr
Roché hat seine Rothaarige defloriert

Dann wieder pathetische Briefe
Sie kam nochmal aus England auch
Da lieben sich beide und das
War das Ende des englischen Roman 

Franz verliebt sich auch mal wieder
Beide genießen sie die auch in ihrer
Wildheit Roman wurde und bald den
Beinamen Existence noch bekam

Diesen will Franz erfunden haben
Was Flügge bezweifelt ohne Gründe
Manchmal erstaunen seine Urteile
Im Gegensatz zur guten Recherche 

Henri trifft sie nach dem Krieg wieder
Zu dieser Zeit arbeitet sie als Hure
Soll aber später gutbürgerlich noch
Geheiratet haben was in Frankreich

Normaler ist als in Deutschland das
Zum Bordell Europas wurde worüber
Sich manche empören und Verbote
Statt Freiheit für die Huren fordern

Wer diesen Titel trägt sollte auch
Diejenigen deren Arbeit und dabei
Körperlichen Einsatz sich dies
Verdankt endlich gebührend ehren

Was uns sicher besser zu Gesicht
Stände als die immer wieder auch
Moralische Empörung über das
Älteste Gewerbe der Welt

Nach dieser kleinen Episode mit
Dame bereiten sich beide intensiv
Auf ihre Griechenland Reise vor
Lesen viel dazu in der Bibliothek

Dort treffen sie noch einen deutschen
Archäologen den Franz schon aus
München kennt und mit dem Henri
Dann politisch zusammenstößt

Ihre besondere Verehrung gilt einer
Figur bei der Satyr ein Mädchen raubt
Die sie so sehr beeindruckt dass sie
Tage brauchen um darüber zu reden

Beide lassen diese Figur Literatur
Werden sie war mir also bekannt
Auch die Diskussion über die da 
Noch ganz neue Traumdeutung

Führt zum Streit mit Koch bald
Haben Franz und Henri wieder
Sehnsucht nach Pariser Bordellen
Die Erinnerung an die Figur bleibt 


Nun noch einen Tagebucheintrag 
Lang mit Robert Byron im Bergland
Von Persien unterwegs in seinem
Buch Der Weg nach Oxiana

Er berichtet mit herrlich britischer
Ironie am 18. Oktober wie sich der
Aufbruch verzögerte weil die dort
In ihren Diensten stehenden Treiber

Der Maultiere noch zu vernebelt
Von der Opiumpfeife am Abend
Vorher waren und wie er sich darüber
Empörte und daraufhin von seinem

Freund zurechtgewiesen worden sei
Sie hätten lokale Sitten zu achten
Worauf er erwiderte seine Sitte sei 
Sich nicht von denen terrorisieren

Zu lassen für deren Dienste er 
Sie gut bezahle und schildert
Den Ritt ins Hochland lässt sie
Eine Brücke und Land bewundern

Interessant ist hier auch seine
Bemerkung dass er den Boden
Für ertragreicher und fruchtbarer
Hält als er bisher genutzt würde 

Der Rtt wird auf Holzsätteln eine
Qual aber der Blick entschädigt
Quartier bekommen sie im besten
Zimmer des Dorfvorstehers diesmal

Es liegt direkt über dem Stall was
Auch deutlich zu riechen wäre ist
Ein weitgehend leerer Raum ohne
Alle Möbel nur mit Vertiefungen in 

Wänden wo Haushaltsgegenstände
Platz finden Teppichen und Kissen
Wasserkrüge und Zinnbecher von
Denen manche auch getrocknete

Rosenblüten enthalten die den 
Feineren Geschmack geben die 
Sitzpolster sind sehr bunt mit typisch
Russischen Motiven noch bedruckt 

Sie zeigen Verkehrsmittel wie sie
Gerade vorm Krieg aktuell waren
Die Reise findet 1933 statt alles
Scheint schön bunt und sauber 

Doch kaum schrieb er das hüpfte
Ein Floh von seiner Hand was ihm
Weniger Sorgen um sich als um
Christopher in der Nacht machte 

Für diesen seien Flöhe alles andere
Als ein Witz und sie bekamen noch
Warme Milch frisch von der Kuh der
Zu Ehren sie die Whiskyflasche öffnen

Am Ende wie so typisch für Byron 
Der mit viel Humor und zugleich
Großem Wissen schreibt erfahre ich
Wie die Aserbaidschaner sprechen

Diese kleinen Notizen über Land
Und Leute gemischt mit viel auch
Sachlichem Wissen machen Byron 
So lesenswert wie auch komisch

Robert Byron ist ein Nachfahre von
Lord Byron der Baron Robert kann
Seinen Adel auf die gleiche Linie 
Zumindest irgendwie zurückverfolgen

Byron wurde nur 35 Jahre alt sein
Schiff dass ihn 1941 nach Persien
Bringen sollte wurde vom Torpedo 
Eines deutschen U-Bootes getroffen 

Das ist Ironie des Schicksals denn 
1938 hatte er noch in Begleitung von
Unity Mitford den Reichsparteitag in
Nürnberg besucht wobei diese Dame

Eine überzeugte Nationalsozialistin
War es gab solche auch in England
Bruce Chatwin den manche auch gern 
Lesen hält Byron für den Größten 

Im Vorwort der Neuauflage der Reise
Nach Oxiana nennt er das Buch sogar
Das beste aller Zeiten da will ich eher
Britisch antworten es ist nicht schlecht

jens tuengerthal 5.2.26

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