Dienstag, 3. Februar 2026

Lektürentagebuch 3.2.26

Lektürentagebuch 3.2.26

Den Mann ohne Schatten das Kapitel
Über Franz Hessel in München in der
Gesprungenen Liebe von Flügge nun
Zu Ende gelesen wobei sich der Autor 

Für seine Mutmaßungen zu Hessel
Ganz auf den Kramladen des Glücks
Mangels anderer Quellen konzentriert
Diesen Roman den ich auch schon

Ausführlich hier kommentiert habe
Der so viel von seinem Weg wie der
Bedeutung von Gräfin Franziska für 
Den jungen Dichter auch erzählt

Wie von den anderen Lieben die
Seinen Weg bis Paris noch kreuzen 
Auch vom Judentum nun erzählt für
Gustav den Protagonisten dort der

Auf dem Züricher Zionistenkongress
Zu Besuch mit seinem Stamm dort
Fremdelt sich nirgendwo zugehörig
Fühlt trotz Rede von Theodor Herzl

Er verlässt die Versammlung um in
Einer Gasse den Kramladen dann
Zu entdecken der voller Kinderträume
Wie ein erfülltes Versprechen sind

Glücklich kauft der Student eine Tüte
Mit Bonbons und dann geht es in der
Auf das Leben schauenden Erzählung
Von Flügge schon nach München

Er analysiert das Judentum von Franz
Hessel anhand der Erlebnisse von
Gustav aus dem Kramladen was zwar
Gewagt aber doch schlüssig eher ist

Nun in München lernt er natürlich
Auf einem Kostümfest die bekannte
Grete von Brodersen kennen und ist
Ganz hin und weg von ihr eigentlich

Lange dauert es aber bis er sich traut 
Sie wie ihre Tochter in ihrem kleinen
Häuschen zu besuchen wo er sich
Gleich voll integriert auch vorkam

Der Zauber dieses Balls wie der
Begegnung mit Grete die real für 
Franziska steht die ihren eigenen
Weg zur Kunst und im Leben ging

Ist eine der bezauberndsten Szenen 
Im Kramladen des Glücks was auch
Einen Blinden die Bedeutung der so
Kritisierten Franziska deutlich zeigt

Grete hat auch andere Geliebte wie
Franziskas immer Männer auch hatte 
Im Roman Kramladen raten ihm seine
Freunde Grete dringend zu besuchen 

Sie könnte ihn ins Leben einführen
Tatsächlich war sein Freund Karl
Wolfskehl der ihn bei George schon
Einführte früher schon auch einer

Der zahlreichen Geliebten die sich
Franziska nach Laune wohl hielt
Von denen Franz eine literarisch
Zumindest bleibende Rolle spielte

Erzählt wird auch noch von Marianne 
Der Kunststudentin deren Vater ein
Professor in Marburg war und die in
Jules und in Jim auch auftaucht

Eine der ganz großen Lieben die
Auch nur in Gedanken Erfüllung
Noch fand beim sehnsüchtigen aber
Immer traurigen Pierrot Franz

Während ich die Wiedergabe des
Kramladens des Glücks durch Flügge
Lese den ich weit vor Jules und Jim
Schon las nicke ich meist zustimmend

Hier am Text ist der Autor meist exakt
Interpretiert passend dazu dann auch
Was die vorigen eher abstrusen Ideen
Zu Franziska noch seltsamer machen

Zeigt doch der Kramladen des Glücks
Den Hessel erst in Paris schreiben
Konnte wie wichtig Franziska für den
Weg zum Autor Franz Hessel war

Denke an die liebe schöne Freundin
In Schwabing die Franziska als ihr
Role Model bezeichnete die mal von
Ferne auch mir Muse war und lächle

Literatur lebt wenn wir ihren Spuren
Im realen Leben finden und stirbt 
Wenn wir wie der Boulevard noch im
Privatesten indiskret herum wühlen

So verbinden mich mit München so
Einige reale und geträumte meiner
Liebesgeschichten ohne je dort mit
Einer glücklich gewesen zu sein

Doch höre ich die dortige Mundart
Noch aus dem Klang der Erinnerung
An die Geliebten von dort was als
Bayerische Erfahrung mir genügt

Interessant ist wie Flügge die Analyse
Die der Gustav im Roman betreibt im
Brief an seinen Bruder als wörtlich 
Für eine von Franz Hessel nimmt

So sehr ich die enge Bindung an 
Werk und Text bei der Betrachtung
Von Autoren bevorzuge wie sie auch
Dieter Borchmeyer zu Thomas Mann

Vorbildlich gefunden hat so absurd 
Wird es wenn ich literarische Figuren
Einfach übertrage was Flügge hier
Ohne weitere Argumente nun tut

So ist die Gesprungene Liebe gut 
Mit teils vielen Details recherchiert
Zwischen denen sich der Autor leider 
Manchmal etwas auch verliert 

Das Buch hilft gut zum Verständnis
Der Hintergründe von Jules und Jim
Kenner der Werke aller Beteiligten
Werden etwas genervt aber sein 

Empfehle weiter die Lektüre und
Freue mich sehr auf die Fortsetzung
Trotz gewisser inhaltlicher wie auch
Manch kontextueller Mängel dabei

Bleibt am Werk und lasst vor allem
Die wertend moralische Interpretation
Des privaten Lebens lieber ganz weg
Die auch Reemtsma peinlich machte


Im 4. Brief an Thomas Pennant 
Esquire erfahren wir Leser einiges 
Über den Sandstein der sich in
Verschiedenen Schichten findet

So berichtet Gilbert White in seinem
Buch Die Erkundung von Selborne 
Sehr genau über die Struktur des 
Bodens und was er an Stein enthält

Auch über die praktische Verwendung
Der verschiedenen Sorten Gestein im
Bau von Öfen Häusern und Straßen
Wird dabei genauestens informiert

Warum bestimmte Steine nur in der
Richtung ihrer Struktur geschlagen
Werden können wird dabei deutlich
Wie was bei der Nutzung passiert

Wie bestimmte Steine aufgrund
Der in ihnen enthaltenen Salze im
Kamin oder Ofen zu einer glatten
Wunderbaren Oberfläche schmelzen 

Was wie lange haltbar ist im Feuer
Warum sich der Sandstein nicht für
Den Straßenbau eignet aber dafür
Sich im Ofen ideal weiterentwickelt

Welche Steine im Kontakt mit Metall
Funken schlagen können und wie
Maurer bestimmte Brocken noch dem
Mörtel zur Verzierung beimischen

So werden alle Bereiche der Nutzung
Der lokalen Steine die sich je nach
Schicht finden wunderbar beschrieben
Dass auch der Laie begeistert liest

Denke dabei wieder an meinen Vater
Der heute 85 geworden wäre und der
Sich die Platten für seinen Garten auf
Teils abenteuerliche Weise suchte

Auch der Transport dieser Steine im
Dann sehr tief liegenden Auto könnte
Wunderbare Geschichten über diesen
Naturforscher und Arzt noch erzählen

Mit diesem kleinen Beitrag des ihm
Geistig so verwandten Gilbert White 
Sei ihm damit an seinem Geburtstag
Gedacht und auf sein Wohl getrunken

Auch wenn er nicht mehr ist hat seine
Art die Natur mit Freude staunend zu
Betrachten wie verstehen zu wollen
Wohl seine ganze Familie geprägt

Auch wenn seine teils abenteuerliche 
Art der Naturerkundung seine Familie
Gelegentlich nervlich beanspruchte
Ist die Erinnerung heute wunderbar

jens tuengerthal 3.2.26

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