Sonntag, 1. Februar 2026

Lektürentagebuch 1.2.26

Lektürentagebuch 1.2.26

Der Mann ohne Schatten heißt das
Kapitel über Franz Hessel in der
Gesprungenen Liebe von Manfred Flügge der bisher gut schrieb 

Verwirrend jedoch ist dass er wieder
Die Geschichte vom Umzug mit dem
Vater nach Berlin erzählt während alle
Anderen Biografien von dessen Tod

Schon im Jahre 1888 in Stettin noch
Erzählen und dem dann Umzug der
Familie nach Berlin was auch zu der
Romanhaften Umsetzung gut passte

Dazu wird der Kramladen des Glücks
Zitiert der auch den Einstieg in das
Kapitel bildet und in dem er später
Von der Zeit in Schwabing erzählt

Auch wenn es im Roman vorher noch
Freiburg und den Besuch bei dem 
Kongress der Zionisten in Zürich gibt
Wird die Nähe zur Kunstszene klar

Bevor Franziska zu Reventlow und
Ihre literarische Umsetzung der Zeit
Auftaucht werden Thomas Mann
Wie Annette Kolbe noch zitiert

Franz studierte zuerst in München
Jura und dann Orientalistik schloss 
Aber keine seiner Studien ab was er
Sich durch sein Erbe leisten konnte 

Über Karl Wolfskehl bekommt er dort
Anschluss an den Kreis um den etwas
Sphärischen Dichter Stefan George 
Dort lernt er auch Franziska kennen

Thomas Mann beschreibt sie in
Seiner Erzählung der Prophet als 
Von der Familie verstoßene Adelige 
Ohne besondere Talente was wohl

Weniger zu dieser vielfältig auch im
Sinnlichen begabten Frau passte mit
Der und ihrem Liebhaber Franz dann
Länger in Schwabing zusammen lebt 

Um den eher sinnlichen freien Geist
Der Schickeria dort zu beschreiben 
Zitiert Flügge zuerst noch aus den 
Betrachtungen eines Unpolitischen

Eine eher seltsame Idee wie manche
Auch der danach Zitate aus den 
Romanen der Reventlow die als eine 
Freie Frau ihr Leben mit Kind führt

Bin gespannt wie es weitergeht auch
Wenn die bisherige Vermischung von
Verschiedenen literarischen Zitaten 
Mit biographischem verwirrend war


Sprachlicher Schönheit und Klarheit
Wegen wende ich mich nun lieber
Thomas Mann selber zu und lese
Noch ein Kapitel in den Buddenbrooks

Dort kehrt Christian nach acht Jahren
In Valparaiso zurück in die Familie
Im großkarierten Anzug sehr hager 
Mit schon sichtbar gelichtetem Haar

Es ist der Februar des Jahres 1856
Direkt am Nachmittag fährt die ganze
Familie zum Friedhof vor dem Tor
Das Grab des Vaters zu besuchen

Herrlich mit wieder feiner Ironie wird 
Die Szene am Familiengrab gemalt
Wie Tony den Kranz ablegt und sich 
Im Schnee hinkniet um zu beten 

Dies tut sie mit solcher Eleganz
Dass unklar ist ob sie dort eher
Religiös würdig dem Toten gedenkt
Oder einfach ihre Schönheit inszeniert

Tom schaut dabei dezent weg aber
Christian schaut genau hin und
Verdreht die Augen was Tony im
Aufstehen registriert aber ignoriert

Die geschiedene Grünlich ist nun
Selbstbewusst genug zu tun was sie
Für gut und richtig hält und so geht
Auch diese Szene einfach vorbei

An der Kaffeetafel zuhause beginnt
Christian zu erzählen und tut dies
Auf eine unter einfachen Kaufleuten
Ungewohnt extrovertierte Art

Erzählt von seinen intensiven 
Erlebnissen im Theater seinen 
Kontakten auch hinter der Bühne
Imitiert am Flügel einen Pianisten

Dies natürlich ohne zu spielen weil 
So unmusikalisch wie alle Mitglieder
Der Familie Buddenbrooks aber mit
Talent zur theatralischen Inszenierung

Er spricht viel über sein Erleben wie
Seine Angst sich schmerzhaft noch
Beim Essen verschlucken zu müssen
Bringt zum Lachen und empört auch

Als Tony ihren Bruder Tom auf das
Seltsame Benehmen von Christian
Anspricht hält dieser ihr eine Rede
Die zeigt wie sehr es ihn stört

Ihre Aufgabe wäre etwas zu leisten
Wie ihre Vorfahren etwas leisteten
Beendet der genervte Bruder seine
Rede der Tony dann voll zustimmt

Schöner Familientratsch der schon
Die kommenden Probleme andeutet 
Wenn Christian unter dem Chef Tom
In der Firma nun arbeiten soll

All das mit feinem Blick auf die je
Eigenarten beschrieben in der sich
Große Erzählkunst wie Freude an 
Der Ironie ganz deutlich zeigen

Auch in sich anbahnenden Problemen
Bewahrt Mann den Blick für die Komik
Der Situation und inszeniert sie durch
Das agieren seiner Figuren herrlich


Im Zauberberg nun um auf dem 
Gipfel mannschen Humors noch
Ein wenig zu verweilen liegt noch
Frau Magnus auf der Chaiselongue 

Während sich Mynheer Peeperkorn 
Darüber auslässt in üblichen stets
Unterbrochenen Sätzen wie wichtig
Ausreichende Nahrungsaufnahme sei 

Sofort bestellte er eine große Portion 
Aufschnitt mit Fleisch Schinken Wurst
Gänsebrust und mehr Delikatessen 
Auf die alle sich dann gierig stürzten

Doch schien das gelieferte dem 
Patriarchen nicht zu gefallen und er
Schlug mit der Faust auf den Tisch
Keiner wagte mehr einen Bissen

In den üblich abgehackten Sätzen 
Die wohl Hauptmann so treffend
Karrikierten dass Mann ihn erst
Persönlich beruhigen musste

Dabei bekam Pepperkorn einen
Cholerischen Anfall den erst seine 
Nachbarin Clawdia beruhigen kann
Worauf er Omelette für alle orderte

Zur Unterstützung der Bemühungen 
Gab er noch eben 100 Franken mit
Womit sich die Situation beruhigte
Bald kam das goldgelbe Omelette

Grüngesprenkelt natürlich auch
Erregten die Platten Zufriedenheit
Sowohl der Kulturpersönlichkeit
Wie seiner Gäste die sich bedienten 

Dazu orderte er noch Korn und
Flaschenweise Wein während seine
Nachbarn Clawdia und Hans dazu
Rauchten was ihn nicht störte 

Pepperkorn fragt Hans was er
Dazu denke und dieser fasst die
Rede in Brocken klug zusammen
Worauf Pepperkorn begeistert ist

In hörbar trunkener Rede fordert er
Dann Hans auf mit ihm doch bitte
Bruderschaft zu trinken auch wenn
Zunächst erstmal ohne Du noch

Mit wunderbaren kleinen spöttischen
Gesten beschreibt Mann hier den 
Auftritt der so beeindruckenden 
Persönlichkeit die nichts sagt

Wie in der ganzen Zeit seines
Lauten Auftretens im Berghof gibt
Pepperkorn keinen einzigen ganzen
Satz von sich aber ständig Floskeln 

Als feiner humorvoller Beobachter
Entlarvt Thomas Mann hier viele
Beeindruckende Persönlichkeiten die
Inhaltlich selten etwas bieten können

jens tuengerthal 1.2.26


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