Dienstag, 3. Februar 2026

Lebenstraum

Lebenstraum

Was wäre der Traum meines Lebens
Wenn Geld keine Rolle mehr spielte
Aber kann es das je für einen Traum
Überlege ich und denke dabei zuviel

Würden vermutlich die romantischen 
Träumer dazu sagen die lieber der
Intuition als der Vernunft folgen dabei
Wäre aufgeklärt vernünftig traumhaft 

Als Dichter und Denker was ja dem
Wesen der hiesigen entspricht ohne 
Heute noch im braunen Thüringen
Leben zu wollen trotz Weimarliebe

Anders als noch zu Zeiten der
Aufklärung als Goethe und sein 
Herzog Hochkultur versammelten
In sächscischweimarscher Provinz

Beide als Illuminaten mit Knigge auch
Korrespondierten wozu noch so
Manches von Gläubigen gemutmaßt
Die immer irgendwo Verschwörung 

Sehen fürchten oder heimlich hoffen
In Ahnungen bestätigt zu werden statt
Kritisch vernünftig noch zu denken um
Unter Aluhüte vor Kondensstreifen

Lieber zu fliehen die ihrem natürlich
Beschränktem Horizont letzte
Wahrheiten zum Sein verkünden
Als bliebe je mehr von uns als nichts

Hätte nicht Kant schon alles nötige
Zu Vernunft und Moral gesagt was
Aufgeklärt kritisch vernünftig noch
Dazu gesagt werden könnte

Weil es nichts außer dir braucht
Um in der Welt vernünftig zu leben 
Mit gutem Gewissen dabei auch ein
Gutes Gefühl wohl noch hättest 

Was bliebe also vom großen
Lebenstraum übrig wenn die 
Wichtigsten Fragen geistig sind
Die ganze Welt im Kopf ist

Vielleicht eine Mischung aus einer 
Hobbithöhle und meiner Wohnung 
Jedenfalls mit meiner Bibliothek die
Sich schon perfekt für mich anfühlt

Überlege warum ich noch etwas 
Anders wollen sollte wenn doch 
Hier schon alles vollkommen ist
Um damit glücklich so zu leben 

Vielleicht weniger staubig und
Schön sauber aufgeräumt aber
Solch kleinlicher Spießerkram
Ist für jene die bügeln lieben 

Lasse den Staub so lange liegen
Bis zufällig Besuch kommen sollte 
Wäge dann in Ruhe ab was welchen 
Aufwand im Leben noch wert ist

Überhaupt finde ich Veränderung
Eher gruselig und liebe Bestand
Wie alle Bewohner von Bibliotheken
Wir sind ganz natürlich immobil

Dafür haben wir die ganze Welt
Als Leser offen um uns stehen
Reisen durch Zeit und Raum 
Ohne irgendwohin zu müssen

So gesehen lebe ich schon längst
Den Lebenstraum und bin lieber
Mit allem zufrieden weil es gut so ist
Auch weniger wollen mir mehr ist

Verweigere wenn möglich allen
Konsum um mit weniger noch
Den Rest anständig zu verbringen
Glücklich wenn mir das gelingt

Wer ohne großen Schaden am
Ende spurlos verschwindet hat
Alles auch moralisch erreicht
Kann einfach zufrieden sein 

So ist am Ende dieser Verse zum
Lebenstraum mir klar geworden
Eigentlich habe ich längst alles
Zu voller Zufriedenheit erreicht

Mehr geht nicht mehr und sich 
Damit zufrieden zurücklehnen
Um ein gutes Buch zu lesen
Wäre wohl schon GIück genug

jens tuengerthal 3.2.26

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