Dienstag, 26. Mai 2026

Nichtstun

Nichtstun 

Heute werde ich nichts tun 
Weil es zu heiß zu allem ist
Doch nicht nur um nicht zu
Schwitzen ist Nichtstun wichtig 
Sondern vor allem und vielmehr
Damit die Dinge Raum finden 
Gedanken ihren Lauf nehmen 
Verse keinen Reim mehr suchen
Einfach alles sein kann ohne
Etwas zu müssen oder wollen
Die Schatten der Erinnerung
Sich in Wohlgefallen auflösen
Niemandem geschadet wird 
Vielleicht sollten wir viel mehr
Viel weniger wollen damit die
Dinge ihren Platz finden können
Statt etwas zu müssen meinen 
Auch im Krieg tötet Nichtstun
Niemand und schadet weniger
Als noch egal was zu wollen
Was selten allen gut tut und so
Ist Nichtstun die Antwort auf die
Wichtigsten Fragen der Welt

jens tuengerthal 26.5.26

Hitzewellen

Hitzewellen

Im Sommer wird es heiß
Manchmal auch schon im
Frühling was normal ist
Nur wie wir mit der Hitze
Umgehen ist es nicht in 
Einer überhitzten Ökonomie
Die ständig auf Hochleistung
Fährt und darum überhitzt
Ständig am Rand der Krise ist
Statt einfach Pause zu machen
Sich ab 30 Grad möglichst
Wenig zu bewegen wie die
Langsamkeit zu entdecken
Ist einzig angemessen um
Auf Hitze zu reagieren dabei
Ist egal ob es am Klima liegt
Oder völlig normal noch ist
Bei Hitze ist weniger mehr
Weniger Bewegung ist der
Anfang einer Entdeckung 
Der Langsamkeit die gut tut
Tempo raus nehmen in allem
Tut viel besser noch dabei
Weniger wollen und tun ist
Ein Anfang weniger zu werden
Die Hitze zeigt uns deutlich
Es braucht kein mehr mehr
Sondern zur Erfrischung
Von allem weniger was 
Jeder bei sich beginnen kann
Mehr Ruhe zu genießen
Nichts muss nun mehr
Lassen wir uns Zeit
Bis Ende September
Wird Siesta gemacht
Danach bereiten wir uns
Auf den Winterschlaf vor
Weil weniger immer mehr ist
Gehen wir es gelassen an 

jens tuengerthal 26.5.26

Montag, 25. Mai 2026

Lektürentagebuch 25.5.26

Lektürentagebuch 25.5.26

Im Tagebuch der Reise nach Italien
Von Michel de Montaigne noch etwas
Über Florenz gelesen das er noch
In Ruhe besichtigt und beschreibt

Im Palazzo Pitti beeindruckte ihn eine
Mauleselin aus Marmor die so für die
Harte Arbeit geehrt wurde bei der sie
Materialien für den Bau her schleppte 

Darauf wiesen lateinische Verse hin
Dort sah er auch jene Chimäre die
Wie ein Löwe geformt zwischen den
Schultern einen Kopf mit Hörnern hat 

Am Samstag war der Palast des
Großherzogs geöffnet so dass sich 
Die Bauern dort drängten die alles 
Ansehen durften und überall wurde

Ausgelassen getanzt und so gaben 
Sie ein Bild ihrer verlorenen Freiheit
Die sich zumindest zum Hauptfest
Der Stadt doch auch wieder zeigt

Montag war er dann bei einem Herrn
Silvio Piccolomini eingeladen der als
Meister der Fechtkunst berühmt ist 
Dabei hält er nichts von italienischen

Meistern dieser Kunst und lobte nur 
Einen seiner Schüler besonders er
War gerade dabei ein Buch drucken
Zu lassen über die Fechtkunst

Montaigne gefiel dass Piccolomini
Die Artillerie in der Kriegsführung 
Eher ablehnt jedoch lobt er das Buch
Von Machiavelli zur Kriegskunst

Weiterhin meinte er im Dienste des
Serenismus stehe gerade wohl der
Beste aller Fechtungsbaumeister für
Den Großherzog von Florenz 

Dort würde dem Wein Schnee in 
Den Gläsern zur Kühlung zugefügt
Doch er nahm nicht viel davon weil
Er sich nicht mehr ganz wohl fühlte 

Hat dabei den süßen noch nicht
Ausgegorenen Weißwein in Verdacht
Ihm Migräne zu verursachen aber
Keinen Durst löschen zu können

Zu Recht würde Florenz la bella 
Genannt doch die dortigen Huren
Oder wie Montaigne sagt jene Damen
Die sich jedem zeigen der es wünscht

Nennt er eher nichts besonderes 
Verglichen mit denen in Venedig
Oder Rom wo sie am Fenster sind
Stünden sie in Florenz vor der Tür

Weder ihre Quartiere noch ihre
Haltung Anmut oder Schönheit
Sei denen in Rom vergleichbar
Alle müssten in einem Viertel arbeiten

Am Dienstag schied er einen roten
Stein aus und besuche Mittwoch das
Landhaus des Großherzogs in dem 
Ihm ein Wasserspielfelsen auffiel

Donnerstag war wieder Pferderennen
Aber er ging lieber nach Pratolino das
Er genauestens besah um es dem
Tivoli auch vergleichen zu können 

Dabei war bald das eine dann das
Andere besser was es egal machte
Freitag aber erwarb er im Laden von
Giunti ein ganzes Bündel Komödien 

Elf wären es im ganzen gewesen
Sowie ein paar kleinere Bücher noch
Er konnte auch das Testament des 
Boccaccio ansehen wobei ihn dort

Wirklich erstaunte wie arm der große 
Dichter in Wirklichkeit war was aber
Den heute Dichter und Flaneur in
Berlin 500 Jahre später nicht wundert

Am Ende des Abschnitts zu Florenz
Erzählt er nochmal von den hiesigen
Dirnen und wie sie sich präsentieren
Wo und wann sie herumstehen

Mit feinem Humor zeigt sich der
Große Intellektuelle auch als Tourist
Bei allem ist aber zu bedenken dass
Er das Tagebuch nie publiziert hat

Ob die Nachwelt wirklich von seiner
Migräne wie seinen Nierensteinen
Lesen muss scheint der Frage wert
Nicht alles muss gedruckt werden

Doch seine Beschreibung der Orte
Wie auch das Wesen der Menschen
Zeigt den großen Autor und guten
Beobachter seiner Zeit was lohnt

Endlich in Rom ist das Kapitel im
Buch von Veronica Buckley über
Christina Königin von Schweden
Betitelt und beginnt unspektakulär 

Ohne Fackeln und nur im grauen
Kleid kam sie an und ritt direkt im
Dunkeln zum Apostolischen Palast
Wo Papst Alexander VII sie empfing 

Ob sie vor ihm kniete und seine Füße
Küsste ist nicht überliefert aber sie
Wird die drei rituellen Verbeugungen
Wohl wie alle auch gemacht haben

Danach saßen sie noch beieinander 
Problematisch war dabei das Gestühl
Einen Sessel mit Rückenlehne und
Armlehne bekamen nur Könige

Ein Hocker würde für Christina aber
Kaum reichen und so löste Bernini
Das Problem indem er einen neuen
Hocker mit breiten Armlehnen entwarf

Sie durfte als einzige Frau damals im
Ganzen Vatikan im Apostolischen 
Palast wohnen und bekam auch von
Bernini gestaltete acht Räume im

Turm der Winde von dem aus sie
Über die ganze Stadt blicken konnte
Ihr Zimmer hatte ein großes Bett mit
Silberner Wärmflasche und dazu 

Einen offenen lodernden Kamin
Es war Heiligabend 1655 also die
Eher kältere Jahreszeit die Bilder
An ihren Wänden stammten von

Berninis jüngerem Bruder am
Nächsten Tag stand noch ihre
Offizielle Ankunft nach Rom an
Wozu ihr Papst Alexander noch

Eine auch von Bernini gestaltete
Kutsche und eine Sänfte auch in
Blau mit silbernen Beschlägen 
Dazu als Willkommen schenkte

Auch noch Pferde Esel wie ein
Reitpferd für Damen auf dem sie
Dann wieder im grauen Kleid wie
Mit dunkler Perücke einritt 

Durch die Porta di Populo ging es
Nach Rom und zunächst zur Messe
In der ihr die Firmung erteilt wurde
Die Sixtinische Kapelle durfte sie

Erst später besichtigen aber wählte
Als Firmungsnamen Alexandra und
Auf Drängen des Papstes noch Maria 
Womit sie jedoch nie unterschrieb

Am nächsten Tag besuchte sie sehr
Ausgiebig die Vatikanische Bibliothek
Unter Führung des Leiters dieser
Lucas Holste der als Konvertit auch

Die Konversion von Christina noch
Begleitet hatte und zwischendurch
Traf sie sich auch noch mit Bernini der
Ihr Willkommen so würdig inszenierte 

Die wichtigste Konvertitin nur sieben
Jahre nach Ende des Krieges um den
Rechten Glauben im Reich wurde 
Von Papst Alexander VII gefeiert 

Es ist beeindruckend wie Christina 
Die Rollen wechselte und sich vom
Papst als Königin empfangen ließ
Der diplomatisch dafür zauberte

Schon in der Nacht über Alexander
Karena gelesen dessen Auto halt!
Aus der Anderen Bibliothek ich noch
Mit Freude gelesen hatte über den

Russischen Professor für Literatur
Im Exil der sich als Taxifahrer nun
Verdingen muss und von seinen 
Abenteuern in Berlin erzählt

Dabei wurde leider offenbar dass 
Kareno den Professor nur spielte
Tatsächlich nur in der nsdap noch
Erfolgreich als Antisemit auch war

Zwar hat er sich wohl auch als
Taxifahrer zeitweise betätigt in 
Berlin erzählte also aus Erfahrung
Aber seine ideologische Nähe

Zum Nationalsozialismus wie zum
Antisemitismus und sein Engagement
In dieser Zeit relativieren die erste
Begeisterung über den Russen sehr 

Auch wenn Auto halt! witzig bleibt
Einen schönen Einblick in das
Leben der russischen Exilanten gibt
Ist diese Ideologie nicht verzeihlich

Gut durch ein kritisches Nachwort 
Von der Schattenseite erfahren zu
Haben die Kareno zu unmenschlich 
Zeigt sein Werk zu empfehlen

jens tuengerthal 25.5.26

Folteropfer

Folteropfer

Nun werfen die armen Opfer
Der antisemitischen Flotte zur 
Unterstützung der Hamas wieder
Israel Folter vor und machen damit
Weiter mit ihrer Propaganda für die
Islamistischen Terroristen dabei
Ist Israel noch viel zu nett mit
Diesen Terror Unterstützern die
Besser gleich versenkt würden
Sobald sie Hoheitsgewässer 
Erreichen ohne noch Rücksicht
Auf Verluste dabei zu nehmen
Weil wer Terroristen unterstützt 
Wie ein Terrorist auch dann
Zu behandeln ist und also
Legitimes Opfer wäre aber
Noch macht die beste Armee
Sich lustig über diese blinden 
Antisemiten auf Segelbooten
Die besser versenkt würden
Endlich Ruhe vor den Freunden
Der Hamas Terroristen zu haben
Die vorher wissen was ihnen droht 
Ein Kindergarten der Provokation
Naiv blinder Antisemiten ist das
Der dankbar sein darf noch nicht
Wie Terroristen behandelt
Zu werden mehr nicht

jens tuengerthal 25.5.26

KIEnzyklika

KIEnzyklika

Ist irgendwie noch relevant
Was der Vorsitzende des
Größten Vereins für sexuellen
Missbrauch öffentlich zur Moral

Sagt oder logisch irrelevant weil
Dessen Legitimation überhaupt
Moralische Urteile zu fällen 
Längst Geschichte ist wofür

Kritisch betrachtet mehr spricht
Der Aberglaube ohnehin das
Gegenteil von moralisch ist
Nur autoritäre Befehle gibt

Im Auftrag des erdachten 
Gottes ohne jede eigene
Sittliche Verantwortung die
Dem ursprünglichen KI also

Dem kategorischen Imperativ 
Natürlich widerspricht damit 
Moralisch einfach erledigt ist
Warum völlig irrelevant wurde 

Was aus Rom kommt schon seiner
Natur als autoritärer Aberglaube nach
Dennoch ist für viele Menschen der
Vereinsvorsitzende noch eine quasi 

Natürliche Autorität warum seine
Worte so moralisch wertlos sie
Logisch sind nach Kant dem 
Großmeister des echten KI

Nicht ganz ohne Relevanz wie
Der Erwähnung hier wert sind
Nicht weil sie systematisch noch
Irgend moralisch begründet wären 

Sondern aus demokratischem 
Respekt gegenüber der Masse
An immer noch Gläubigen die
Traditionelle Werte vertreten

Er mahnt erwartungsgemäß dabei
Dass nicht Maschinen als Waffen 
Über Leben entscheiden dürften 
Was verlogener Humanismus ist

Ist es etwa menschlicher wenn
Menschen noch persönlich töten
Als wenn Maschinen solches tun
Was sichtbar das Problem verkennt 

War die Guillotine gegenüber dem
Beil des Richters nicht menschlicher
Ist tötende KI die Menschen die
Grausame unmenschliche Tat erspart

Nicht viel menschlicher als es der
Aberglaube von der Liebe der noch
Panzer segnet je war fragt sich wer
Diese moralischen Einwände hört

Er will die Würde des Menschen auch
Im Zeitalter der KI hochhalten warum
Er an die Wahrheit appelliert damit die 
Üblichen Lügen nur wieder verbreitet

Weil Wahrheit und die Rede von ihr
Die ein Lügner logisch erfand das
Verlogene System falscher Moral
Die nicht von Innen kommt offenbart 

Lobenswert die Entschuldigung für
Sklaverei und deren Legitimation
Durch seinen eigenen Verein der
Bis dahin sich noch nie entschuldigte 

Einige Fortschritte und ein doch 
Menschlicher Anspruch auch im
Unmenschlichen ist nicht schlecht
Auch wenn moralisch wertlos dabei

Die philosophisch wie moralisch
Völlig wertlosen Worte des Papstes
Werden aus Rücksicht auf uralten
Aberglauben hier nur erwähnt

Wichtiger als alles bisher erwähnte 
Ist dagegen die Erkenntnis dass KI
Die Spaltung der Welt fortsetzt in
Reiche und Arme was keinem gut tut

Eigentum bleibt immer Diebstahl was
Moralische Anarchisten schon sagten 
Bevor wer von künstlicher Intelligenz
Nur träumen konnte weil das Natur ist

Alles gehört allen und keiner hat das
Recht etwas als seines zu sehen was
In der Liebe gilt wie beim Eigentum an
Sonst beweglichen Sachen immer

Es braucht vor allem von allem 
Viel weniger also auch Menschen
Damit überleben möglich bleibt
Darüber sollten wir mehr nachdenken

Die Gründe der päpstlichen Moral
Sind keine irgend tauglichen noch
Aber Spaltung benennen wie auch
Weniger ist mehr sagen tut gut

jens tuengerthal 25.5.26

Wunschdenken

Wunschdenken

Wenn früher wer noss
Sagtest du Gesundheit
Was heute als blamabel gilt
Weil es Niesende bloßstellt
Sich weniger umeinander
Kümmern und höflich eher
Ignorieren ist mehr en vogue
Weil Wunschdenken als
Naiv eher abgetan wird
Statt noch Träume zu leben
Wird dieses nur noch für
Erfüllte Konsumwünsche
Genutzt und Reichtum als 
Zahl auf dem Konto definiert
Weil alles käuflich wäre leider 
Vergessen viele beim neuen
Wunschdenken dass was zählt
Immer unbezahlbar bleibt

jens tuengerthal 25.5.26

Unvergleichlich

Unvergleichlich

Gibt es eine große Liebe
Ist dieser Vergleichswahn
Der eines größer als das
Andere nennen will nicht

Genau das Problem was
Liebe nur relativiert damit 
Austauschbar und egal macht
Weil sie dazu verglichen wird

Früher habe ich auch im
Strom der Zeit mit einer
Jungen konkurrenten Geliebten
Von der großen Liebe die dann

Irgendwann völlig spurlos
Wieder verschwand noch
Gesprochen heute sage ich
Lieber ist immer unvergleichlich

Keine ähnelt der anderen
Jede ist also besonders
Egal ob eine Nacht oder ein
Leben lang und dabei ist

Völlig egal wie lange eine
Zufällige Beziehung dauert
Es kann keine Liebe größer 
Als die andere für mich sein

Dauer sagt nichts über Größe
Wie die Unterscheidung von
Liebe und verliebt eher Ausdruck
Typisch weiblicher Konkurrenz ist

Bewerte keine Lieben mehr als
Mehr oder weniger wert noch
Unterscheide ich länger gar
Liebe und verliebt albern 

Am Ende kann ich sagen 
Ich habe die Frauen geliebt 
Jede für sich unvergleichlich
Immer als wäre sie die einzige

Liebe ist ein Gefühl der Zuneigung
Das verschiedenen Ausdruck findet
Es kann stärker und schwächer sein
Nie ist es so stark wie frisch verliebt

Dennoch meinem mache verliebt 
Sei weniger als die Liebe was sich
Weder logisch noch systemisch
Erschießt eher im Gegenteil noch

Habe mehr Frauen im Leben geliebt 
Als ich Finger und Zehen habe aber
Keine war wie die andere und wenn
Es eine Rangfolge bräuchte wäre

Die höchstens temporär nie aber
Emotional oder sonst konkurrent
Jede Liebe bleibt unvergleichlich
Was ich auch sexuell heute sage

So wie keine wie die andere je
Schmeckte roch oder sich hier
Wie dort anfühlte rede ich in der
Liebe von lauter Einzelfällen

Seit ich dies erkannte und keine
Mit der anderen je mehr vergleiche
Was irgendwann alles relativierte
Merke ich wie wunderbar jede war

Die Gefühle für die Frauen die ich
In meinem Leben liebte waren stets
Individuell und damit unvergleichlich
Ohne Konkurrenz ist alles entspannt

Manche suchen ewig die eine große
Liebe für immer ich genieße lieber
Was gerade ist als einmalig wie damit
Unvergleichlich ewig konkurrenzlos 

Miss Wahlen sind für Idioten die
Austauschbar damit werden wie 
Völlig egal eben amerikanisch so
Für alles was ich ich liebe egal

Jede Liebe bleibt unvergleichlich
Ist voller Gefühl die allerbeste
Zumindest solange sie währt
Danach auch weil ich es will

Es zählt nicht die Summe der
Lieben oder die Länge weil
Ohnehin unvergleichlich und 
Liebe jede Zeit aufhebt 

jens tuengerthal 25.5.26

Sonntag, 24. Mai 2026

Lektürentagebuch 24.5.26

Lektürentagebuch 24.5.26

Wie aus dem Oktober November wird 
Und dieser langsam verschwindet ist
Das Kapitel in Ghost Stories von 
Siri Hustvedt passend betitelt

Sie betrachtet darin ihre Ängste vor 
Dem Tod ihres Enkels Miles in der
Analyse ihrer Todesängste ein Thema
Grauenvoll Nebelhaft voller Geister 

Von der Frankfurter Buchmesse aus
Also Anfang Oktober meist ging es
Zur Preisverleihung nach Spanien
Wo sie den Prinzessin von Asturien

Preis verliehen bekam den vorher
Paul schon als er noch Prinz von
Asturien Preis hieß bekommen hatte
Der Prinz noch nicht König dort war

Sie traf Sophie Miles und Spencer
Sophie sang ein Lied für Paul sie
Gingen auf Tournee in Europa und
Siri fuhr allein nach New York 

Schreibt über ihre untergründige
Todesangst für Miles vor dem ersten
November der ihrer toten Enkelin
Die Daniel wohl mit Heroin tötete

Gedenkt und zugleich 11 Monate
Mit Miles wären der wunderbar wie
Gesund und gut heranwächst aber
Die Angst sitzt ganz tief in ihr 

Sie denkt an die Wahlen und hofft
Noch auf Harris während real über
77 Millionen Amerikaner einen
Verurteilten Verbrecher wählten

Ihr Unverständnis wie Menschen
Diesen primitiven Lügner wählen
Einen mafiösen Verbrecher lässt
Dennoch sehr differenziert auf die

Völlig unterschiedlichen Motive der
Wähler schauen die zumindest keine
Frau keine dunkelhäutige wollten oder
Immer schon Republikaner wählen

Gemischt mit der traumatischen
Angst vor dem 1. November wird
Die Stimmung von Siri langsam
Apokalyptisch dabei immer grau

Es ist ein halbes Jahr nach dem
Tod von Paul mit dem sie sonst
Dachte sie gut umgehen kann
Eine spürbar erdrückende Stimmung

Dann die Erinnerung an das
Thanksgiving bei Asti die diesmal
Die Füllung Paul zu Ehren machte
Der sie als einziger wohl mochte 

So schließt sie auch das Kapitel für
Den traurigen Monat November wie
Heine im Wintermärchen schrieb mit 
Einer auch lächelnden Erinnerung

Dieses massenhafte Truthahnfressen
Der Amis ist so widerlich wie vor Fett 
Tropfende Gänse an Weihnachten 
Denke ich der lieber ohne töten liebt

Aber selbst seit über fünfzig Jahren
An Weihnachten meist Wild auch aß
Weil es eben das übliche Essen ist
Wir mit grausamen Traditionen leben 

Herr Permaneder wohnt bei den 
Buddenbrooks benimmt sich auf
Seine Art anständig besucht alle
Veranstaltungen im Hause dazu

Tom nimmt sich Zeit ihn durch die
Stadt zu führen lädt ihn zum Essen
In sein Haus ein und stellt ihn auch
Engen Freunden an der Börse vor

In einer warmen Nacht liegt Tony 
Wach und ruft Ida Jungmann die
Nebenan gerade Socken stopft
Bald geht es nach Travemünde

Ida macht ihr einen kühlen Umschlag
Gegen ihre Kopfschmerzen eigentlich
Aber rief Tony Ida um mit ihrer alten 
Amme die schon über vierzig ist was

Der gerade Dreißigjährigen Tony ja
Uralt erscheint über Permaneder zu
Reden der ihr doch morgen einen 
Antrag machen soll oder muss

Der Bayer der in Lübeck eher
Ungewöhnlich erscheint ist keine
Gute Partie aber sie mochte ihn
In München doch sehr gerne 

Andererseits sieht sie wie andere
Verwandte am Kindertag die Augen
Über ihn ein wenig verdrehen aber
Weiß auch was ihre Pflicht ist

Sie soll wieder heiraten um so den
Ruf der Familie zu retten die alte 
Scharte der Scheidung von Grünlich 
Wieder auszubügeln was Tom will

Der tut alles für den Ruf der Firma
In München mochte sie ihn ja auch
So wird sie sich in das fügen was
Nun auf sie scheinbar zukommt

Lange wendet sie vor Ida noch alle
Argumente hin und her die für oder 
Gegen Permaneder sprechen der
Ja nicht schön aber ehrlich wäre

Dann schläft sie irgendwann ein 
In dem Wissen als Buddenbrook
Wird sie wieder ihre Pflicht tun 
Wie es die Familie von ihr erwartet

Wieder rutscht Tony in eine Ehe 
Die ihr nicht ideal erscheint aber
Tut ihre Pflicht als Teil der Familie
Was wichtiger als alle Gefühle ist

Mit viel Humor und feiner Sprache
Inszeniert Thomas Mann dieses
Nächtliche Gespräch am Himmelbett
Von Tony die ihre Pflicht tun wird 

Im Zauberberg geht der Spaziergang
Weiter mit Settembrini und Naphta 
Wie Mynheer Peeperkorn und dem 
Rest wobei zum Streit der beiden

Der Holländer unter seinem Hut 
Nicht viel zu sagen hat den Mann
Mit feinem Humor ein torkelndes 
Mysterium nennt das wie immer

Vom Weg noch dazu angestrengt 
Nur Wortbrocken von sich gibt bis
Er anhält und aller Aufmerksamkeit
Zuerst für die klare Luft fordert dann

Den Blick nach oben wendet um
Mit scharfem Blick einen Steinadler
Zu erkennen dessen Merkmale er
An der Form der Flügel beschreibt

Daraus mit relativ klaren Sätzen
Die natürlich am Ende unvollständig
Dessen Jagd auf blutige Beute
Beschreibt auf die er niederstürzt

Nun war Peeperkorn wieder in seinem
Element und lud alle ein um gleich
Einzukehren noch eine Mahlzeit
Zwischendurch zu sich zu nehmen

Der großzügige reiche Holländer
Mit seinem Geld aus den Kolonien
War plötzlich wieder Herr der Lage
Macht alle zu seinen Gästen

Hier stand er wieder im Mittelpunkt
Steuerte das Geschehen durch den
Blick auf ein Naturereignis das fern
Allen Intellekts einfach da ist wie er

Während er zwischen den Diskursen
Von Settembrini und Naphta einfach
Verloren und dumm wirkte war er
Nun wieder der König der Hof hielt 

Ein wunderbares Bild was den 
Hohlkopf der er real war als König
Nach der Natur zeigt der in ihr mit
Scharfem Blick als solcher wirkt

Der Mann der eigentlich nichts im
Zusammenhang vernünftig sagt 
Regiert als König nach seiner Natur
Gestaltet die Wirklichkeit ungeistig

Auf keinen Fall sollte Joseph sich
Entmannen meint die entsetzte Mut
In Joseph und seine Brüder nun
Lieber solle er sich mit ihr vereinen

Das dürfe nicht sein meint Joseph
Darauf entschieden und klar was
Mut zu einem gefährlichen Wutanfall
Bringt in dem sie ihn bedroht

Sollte er sie nicht endlich nehmen
Wonach alles in ihr schreit werde 
Sie vor ihrem Mann schwören er
Habe sie gewalttätig vergewaltigt

Mit ihr getan was sie noch wolle
Nur gegen ihren Willen dann was 
Sein Ende zur Folge haben wird 
Das grausamer als grausam wird

Mit feinem Sadismus malt sie ihm
Die Todesarten aus die ihm drohen
Wie die Krokodile ihn fressen werden
Oder er Hunden vorgeworfen würde 

Sie ihn auf kleiner Flamme mit dem
Größten Schmerz rösten würden 
Bis er es nicht mehr aushielte 
Und schrie was keiner hörte 

Noch könnte er es abwenden wenn
Er ihr seinen Kranz endlich schenkte
Worauf er meinte es könne nicht sein
Weil er vor seinem Gott aufrecht

Mit reinem Gewissen bleiben müsse 
Auch habe sie recht er würde nicht
Widersprechen wenn sie ihn vor
Seinem Herren anschwärze 

Sie warnt ihn am Ende noch vor
Seiner Klugheit die ihm weh tun wird
Weil sie mit ihrem unermesslichen
Ungestillten Verlangen alles nun täte

Genial und dennoch humorvoll ließ
Thomas Mann die beiden Figuren
Der biblischen Geschichte auf das
Ende mit der Wende zusteuern

In genauer Kenntnis der großen
Emotionalen Not die Menschen
Als Opfer ihrer Triebe antreibt ist
Dies Ende noch dazu königlich 

Er wird jede Strafe ohne sie der
Lüge anzuklagen auf sich nehmen
Sollte sie ihn wirklich anklagen dafür
Sogar bis in den Tod gehen

Damit wird sie völlig hilflos die
Doch nur Liebe und Lust will 
Er verstärkt ihren Wunsch nach
Rache wegen verletzter Liebe 

Sie hat als Herrin die Mittel ihn
Bestrafen und vernichten zu lassen
Er aber bleibt ihr moralisch überlegen
Ihre grausame Rache verletzt sie

Durch sein Vertrauen auf seinen Gott
Den sie noch dazu nicht kennt zeigt
Joseph ihr wie wenig sie ihn erreicht
Nimmt ihr auch die letzte Hoffnung

Zugleich verstärkt er noch ihre Wut
Die endlich mit ihm schlafen will
Ihn ohnehin über alles auch liebt
Indem er sich unnahbar gibt

Ob Joseph ihre Tat taktisch klug
Mit kleinen Zugeständnissen noch
Hätte verhindern können also auch
Mitschuld trägt wird selten gefragt

Nach der biblischen Geschichte in
Alter männlich dominanter Gesinnung 
Ist nur Mut das böse rachsüchtige
Weib bei Mann ist anderes möglich

So bietet die biblische Geschichte 
Mehr Möglichkeiten der Deutung
Zeigt bei emotionalen Konflikten sind 
Immer beide Teil der Eskalation

Enttäuschte Erwartungen sind das
Häufigste Ende von Beziehungen
Meinen viele dabei starb die Liebe
Schon vorher mit der Erwartung

Welch gute Kenntnis auch der
Intimen Beziehungen zwischen
Den Geschlechtern zeigt diese
Interpretation der Ereignisse

Der keusche schöne Mann der
Durch seine Keuschheit die Frau
In den Wahnsinn treibt dem er
Zum Opfer fällt trägt Mitschuld

Folgt doch das sexuelle Spiel
Zwischen den Geschlechtern
Genauen Regeln die der keusche
Mann zu ihren Lasten nun bricht

Nichts erreichen zu können steigert
Das Begehren nach der Natur bis zum
Wahnsinn wer kennt das nicht auch
Denke ich und bewundere dabei

Wie Thomas Mann bei Umkehrung 
Der Verhältnisse offenbart die Natur
Folgt den Gesetzen des Marktes auch
Was für die Liebe seltsam noch klingt

Ist die Lust stärker und dominant
Besiegt sie die Güte der Liebe für
Grausame Rache im Ergebnis nach
Den Gesetzen des Marktes eben

Eine erstaunliche Geschichte über
Liebe und Lust die tief blicken lässt
Nachdenklich noch dazu macht wie 
Es eigene Reaktionen dabei betrifft

jens tuengerthal 24.5.26

Genusslust

Genusslust

Sein ist um zu genießen was ist
Es gibt keinen Zweck außer der
Lust am Genuss auf die zu bauen
Weiterführt als sich je zu quälen
Außer ich leide gerne was dann
Eine eigene Lust wieder ist die
Alle nach ihrer Fasson wählen
Sollen wie es ihnen gut tut
Erlaubt ist was gefällt außer
Andere werden dadurch gestört
Leben dreht sich besser um Lust
Mehr gibt es in ganz natürlich
Beschränkter Zeit nicht zu
Gewinnen und also nehme ich
Voller Lust den Hauptgewinn 
Lebe so lustvoll wie möglich

jens tuengerthal 24.5.26

Sinnlos

Sinnlos

Leben ist sinnlos
Sein Fortbestand
Ist nicht an etwas
Außer der physischen
Existenz geknüpft
Es ist mehr nicht
Dies können wir
Mehr oder weniger
Genießen was 
Vollauf genügt um
Glücklich damit
Seine ganz natürlich
Beschränkte Zeit zu
Genießen und mehr
Ist nicht alles darüber
Ist Aberglaube und Flucht
Vor der bloßen Wirklichkeit
Die aber besser sein kann
Als alles was uns die
Realität zu bieten hat
Warum die Phantasie
Vielen zum Anstatt wird
Das mehr Genuss bietet
Sinnvoll ist das nicht aber
Das ist das Leben ja nie
Es ist was es ist mehr nie
Lustvoll zu genießen was
Bleibt alles was geht ganz
Ohne Sinn immer

jens tuengerthal 24.5.26

Pfingstmarketing

Pfingstmarketing

Pfingsten feiert den Heiligen Geist
Der über die Jünger kam um 50
Tage nach der Kreuzung wieder
Eine Motivation zu finden um ihre

Neue Sekte weiter zu verbreiten
Nicht zufällig fiel es genau mit
Einem jüdischen Feiertag noch
Zusammen was Tradition fortsetzte

Wie Weihnachten auf dem Weg des
Aberglauben nach Norden dazu kam
An Sonnenwendfeiern anzuknüpfen 
Dazu macht es eine bloße Idee

Den Spuk von heiligen Geistern
Zu einem realen Feiertag der Kirche
Dieser größten Organisation für
Kindesmissbrauch seit Anbeginn 

Was vermutlich weniger aus der
Sage vom Kindermord rührt als
Produkt klebriger Liebe nur ist
Die noch dazu keusch sein will 

Gegen unsere Natur die doch
Im sexuellen Erfüllung findet
Damit keiner der Konvertiten die
Pesach kannten fürchteten auch

Nur einen Feiertag zu verlieren 
Wurden die alten mit egal wie
Abstrusen neuen Behauptungen
Fortgesetzt und auch angenommen

Dabei war das Christentum mit
Seiner asexuellen Liebeslehre
Immer die weiteste Abkehr von
Aller Natur und Vernunft die so

Dialektisch den Reiz noch erhöhte
In diesem Sinne ist Pfingsten
Strategisch gutes Marketing für 
Das Produkt der neuen Sekte die

Damit zeigen schaut alle her 
Euch wird nichts fehlen bei uns
Das Volk feiert egal wie der Tag
Von den Priestern genannt wird

Hauptsache drei Tage feiern 
Gerne auch mit einem Ochsen
Wir könnten die Feiertage auch
Mit Abstand einfach nummerieren 

Wäre genauso passend dann
Aber Tradition ist ja auch ein Wert
Beim Marketing der Kulturen
So wie Pfingsten in Berlin halt 

Karneval der Kulturen heißt
War es den Juden Pessach und
Je absurder die Bedeutung desto
Fester der Glaube der Narren

Das war es zum Pfingstmarketing
Hokuspokus halt der ganz nüchtern
Ältere Traditionen fortsetzt damit
Keiner fürchtet was zu verpassen

jens tuengerthal 24.5.26