Dienstag, 26. August 2025

Wirklichkeiten

Wirklichkeiten

Ist die Wirklichkeit
Immer Singular oder 
Gibt es ganz viele

jens tuengerthal 26.8.25

Sonnenscheinbar

Sonnenscheinbar

Sonnenschein zeigt mir
Wie schmutzig meine Scheiben
Scheinbar wieder sind 

Vorhänge schließen
Verdeckt effektiver als
Putzen je wäre

jens tuengerthal 26.8.25

Pastapsychologie

Pastapsychologie

Spaghetti mit Tomatensauce machen mich
So glücklich wie als Kind schon immer
Kenne keine Drogen oder Medikamente
Die besser wirkten als Pasta mit Tomaten

Die Neigung zu Depressionen wie
Selbstzweifeln wächst konvergent 
Zum Mangel an Pasta in mir wie
Umgekehrt genug davon heilen 

Den Bauch voller Pasta mit genug
Rotwein da genügen eineinhalb Gläser
Lichtet sich auch der dichteste Nebel
Für ein glückliches Spaghettisatt Strahlen 

Möchte nicht ergründen warum das so ist
Es genügt damit glücklich zu sein wie
Sich diese einfache Problemlösung
Jederzeit noch leisten zu können

Leben ist endlich und mit zunehmendem
Alter wird das Ende täglich attraktiver
Wie schön aber wird was bleibt mit
Genug Pasta für drei Tage dann

Am Leben zu zweifeln wie auch immer
Wieder daran fast zu verzweifeln 
Gibt es gerade im Moment wieder
Gründe genug dagegen hilft Pasta

Freue mich darüber und lasse es
Ohne analytisch Gründe zu suchen
Einfach so stehen genieße bloß die
Pasta und schlafe selig danach ein

jens tuengerthal 26.8.25

Montag, 25. August 2025

Lektürentagebuch 25.8.25

Lektürentagebuch 25.8.25

Weiter mit Michel de Montaigne der im
Essay über die Ablenkung nun von den 
Ärzten erzählt die einen Katarrh den sie
Nicht austreiben können einfach ableiten

Er hätte zudem festgestellt dass dies auch
Das vorherrschende Verfahren sei bei der
Behandlung psychischer Krankheiten die
Montaigne noch fälschlich seelisch nennt 

Aber auch Lukrez und Epikur sprechen
Noch von der Seele dieser sklavischen
Erfindung des Aberglaubens die es in 
Der Natur nachweisbar nirgendwo gibt

Dieser trotz seiner fatalen Wirkung
Noch immer gängige Begriff sollte
Dringend kritisch hinterfragt werden
Da seine Wirkung immer fatal ist

Aber was sollen hier arme Poeten
Noch gegen Gewohnheiten aller
Anschreiben die lieber weiter noch
Unaufgeklärt an ihrer Seele leiden

Zu sagen es gibt diese nirgendwo
In der Natur die doch alles sei ist
Sehr vernünftig zwar aber was hilft
Vernunft jemals beim Aberglauben 

Das kranke Gemüt müsse zuweilen
Durch einen geistigen Ortswechsel 
Aus den es fesselnden Umständen
Entschieden gerissen werden

Darum lassen die Ärzte die Psyche
Den Kampf mit dem Übel nicht direkt
Aufnehmen sondern wählen lieber
Das Ausweichen oder Wegducken

Alleine Männer von höchstem Rang
Vermögen es sich mit dem Übel ganz
Unmittelbar zu befassen wie Sokrates
Der dem Tod spottend entgegen ging

Dagegen hätten die Schüler des Hegesias
Die sich scharenweise verhungerten ein
Höheres Sein danach im Auge gehabt
Wie es bei solchen Sekten üblich ist

Auch würde man denen die einen 
Abgrund überqueren müssten raten
Die Augen zu schließen oder abzuwenden
Wie Täter vor der Hinrichtung Gott anrufen

Wer im Kampf fällt mache sich auch
In diesem Augenblick keine Gedanken
Über den Tod wofür Montaigne noch
Das Beispiel eines Mannes bringt

Im Augenblick des Todes klammerten
Wir uns an die Hoffnung auf ein besseres
Leben im Jenseits meint Montaigne was
Eine sehr gewagte These mir scheint

Hoffe ich werde auch sterbend noch
Frei von diesem Unsinn bleiben wie 
Nicht auf Rache an den Schuldigen
Hoffen sondern ruhig gelassen gehen 

Xenophon riss sich als er vom Tod seines
Sohnes erfuhr den Kranz vom Kopf aber 
Setzte ihn gleich wieder auf als er erfuhr 
Wie tapfer dieser im Kampfe fiel 

Auch Epikur tröstete sich als das Ende
Nahte mit der Nützlichkeit wie auch
Unvergänglichkeit seiner Schriften so
Sei Mühe für Ruhm leicht zu ertragen

Wie sehr er sich täuschte weil es die
Christlichen Sekten schafften ihn fast
Vollständig vergessen zu laden ist
Ein anderes trauriges Kapitel

Der große Zenon argumentierte dass
Kein Übel ehrwürdig sei der Tod es 
Jedoch sei warum er kein Übel sei 
Was sich logisch ins Knie schießt

Doch freut sich Montaigne dass auch
Große Geister im Angesicht des Todes 
Manche Dummheit von sich geben wie 
Damit seinesgleichen nicht abschüttelten

Rache sei süß und eine uns von der Natur
Eingepflanzte Leidenschaft warum er dem 
Jungen Fürsten den er neulich beriet nicht
Von dieser Arbeit oder gar noch die

Vorstellung von Vergebung nach der
Bergpredigt vorschlug sondern lieber
Ihm die Ehre schmackhaft machte die
Vergebung ihm bringen könnte 

Wo in der Liebe die Leidenschaft zu
Mächtig wird sollten wir sie aufteilen 
Was Montaigne für einen guten Rat hält
Damit nicht eine Lust euch beherrscht

Hierzu zitiert er wieder passend Verse: 

Wenn Samen klopft  im Glied das Blut 
Spritzt irgendeinem Leib ein das kühlte
Wo gerade einmal nötig uns die Glut 

Auch sollte sich keiner einer Lust allein
Unterwerfen Stunden besser ablenken 
Wofür Montaigne wieder feine Verse
Sogleich noch zu zitieren weiß

Die alten Wunden durch neue überwunden! 
Im Streunen hast du Venus bald gefunden

Selbst von einem heftigen Schmerz einmal
Ergriffen der ihn beinahe tötete beschloss
Er sich zur Ablenkung zu verlieben was
Ihn über den Verlust des Freundes tröstete

So tauscht er wie er berichtet zu gerne
Einen quälenden Gedanken gegen Lust
Was leichter ist als die Qual zu bändigen
Es täte jede Verdrängung ihm wohl

Durch ihre Unbeständigkeit täte die
Natur uns so wohl und erleichterte 
Worauf die Zeit zur besten Ärztin wird 
Durch ihre Fähigkeit zur Ablenkung

Montaigne erzählt von Alkibiades der
Die Gerüchte über sich in eine andere
Richtung lenken wollte schnitt er seinem 
Schönen Hund Ohren und Schwanz ab 

So jagte er ihn auf den Marktplatz damit
Die Leute darüber klatschen könnten ihn
Im übrigen aber in Ruhe lieber ließen wie
Manche Frauen echte Geliebte hinter den 

Falschen zu verstecken wussten um so
Die Gerüchte über sich zu zerstreuen 
Was in manchen Kreisen bis heute noch
Nötig ist seine Ruhe zu behalten

Jedoch warnt Montaigne kann die nur
Gespielte Liebe auch gegen den Willen
Zur wahren werden ohne jede Absicht
Was dann auch zu Verwirrungen führt

Daraus hat er gelernt dass es besser ist
Sich von solchen Spielen fern zu halten
Wenig bräuchte es uns abzulenken wie
Es ebenso wenig bräuchte uns zu halten

Selten betrachteten wir in der Liebe die
Dinge in ihrer ganzen Größe wie ganz
Es beeindrucken uns unerhebliche
Umstände wie bloße Oberflächenreize

Doch sind diese bloß abgeworfen
Leere Hüllen der Dinge wie auch die
Blutverschmierte Toga Cäsars ganz 
Rom mehr aufwühlte als sein Tod 

Von seinen Nierensteinen in seiner Rute 
Erzählt er die mit Harnstau von mehreren 
Tagen ihn mehrfach beinah umbrachten
Wie Tiberius Gefangene so folterte

Der Tod den er nahen fühlte brachte ihn
Als Ganzes nie aus der Ruhe aber im
Einzelnen hätte dieser ihn im Griff wie
Bei der konkreten Vorstellung davon

Ein Mensch mag noch so weise sein
Niemals wird er durch den Verstand
Allein das Herzleid in seiner ganzen
Tiefe wahrnehmen können wie real

So sieht er das emotionale Engagement
Der Anwälte wie das Geheul gekaufter
Klageweiber als eher unglaubwürdig an
Dennoch würden sie echt ergriffen 

Quintilian etwa erzählt von Schauspielern
Die ihre Trauerrolle so ergriff dass sie
Noch zu Hause geweint hätten wie ihn 
Der Schmerz anderer persönlich ergriffe

Denke an eine wunderschöne wie auch
Schauspielerisch geniale von Ferne
Geliebte Operndiva die Gedichte 
Mehr als lebendig uns vorträgt

Wie oft sorgte ich mich schon fälschlich
Um ihre wirkliche Stimmung wenn die
Gespielte nur ein Ventil ihr dazu war
Fragt sich wie wirklich ist die Wirklichkeit

Erzählt von Bauersfrauen in den Bergen
Die in ihrer Trauer zugleich auch alles
Schlechte über ihre Männer erzählten um
So wieder ins Gleichgewicht zu kommen

Dies hält er für natürlicher als immer nur
Gutes über die Toten zu reden wie es ein
Lateinischer Spruch uns so gerne rät der
Bis heute noch zitiert wird hier und da

Er verzichte lieber im voraus auf alle
Schmeichelei die ihm angedichtet würde
Es wäre dann ja nicht weil er sie verdiene 
Sondern weil er tot sei dem schließt sich

Der Flaneur und Dichter gerne an auch
Wenn ich meinen Vater in der Rede zur
Beerdigung noch sehr hoch lobte was
Immer noch relativ verdient mir schien 

Es bedarf keines Grundes unsere Psyche
Aufzurühren schon ein Hirngespinst kann
Sie erregen und unterwerfen wie es die 
Luftschlösser der Liebe immer bleiben

Allein der Mensch ist fähig sich für solch
Wesenlose Ideen zu versklaven kein Tier
Tötete für Götter oder die Liebe je schon 
Träume motivieren uns zum Mord 

Am Ende des fabelhaften Essays wird
In gereimten Versen noch auf den 
Prometheus verwiesen und wie wenig
Bliebe mit nur freiem Körper ohne Geist

Dieser humorvolle Lacher am Ende lässt
An Goethes Sturm und Drang Verse die
Kaum dem Geheimrat entsprachen nun
Lächelnd revolutionär noch denken

Montaigne bleibt fabelhaft geistvoll stets
Immer wieder überraschend gelegentlich
Mit einem Augenzwinkern humorvoll im
Verhältnis von Frauen und Männern 

Egal was ich heute noch lese kann dieser
Text mit aller Fülle für sich besser stehen
Auch als Verneigung vor Montaigne der
Darauf relativ wenig wert nur legte 

jens tuengerthal 25.8.25

Erspürsinn

Erspürsinn

Was will ich eigentlich wirklich vom Leben
Wohin soll die Reise gehen im selbigen 
Überlege ich und spüre schon den großen
Widerwillen gegen jegliches Reisen 

Andere sind immer unruhig wollen noch
Ständig unterwegs sein wie irgendwo hin
Empfinden Reisen als große Erholung
Predige mit Kant lieber das Gegenteil

Will ankommen um da zu bleiben statt
Irgendwo noch gewesen zu sein was nie
Den Horizont weitet sondern allein den 
Körper unruhig hin und her bewegt

Ein gemütliches Auenland mit einer
Höhle mit elektrischem Kamin niemand
Durch mein Leben noch zu schaden
Dazu eine Bibliothek voller Geschichten 

In meiner Bibliothek im Sessel sitzen
Um Geschichten zu erzählen wäre
Vollkommen genug für mich dabei
Erlebte alles in meiner Phantasie

Lesen erzählen und Tee trinken wäre
Ein befriedigend erfülltes Leben ob
Mit oder ohne Hobbitfrau noch dabei
Hinge daran wie entspannt sie wäre

Viele meinen sie müssten alle großen
Abenteuer selbst nochmal erleben weil 
Ihnen die Phantasie beim Lesen fehlt
Habe genug davon und eine alte Familie

In mir leben die Geschichten des Landes
Über Jahrhunderte aus den Generationen
Die vor mir schon waren mehr braucht
Keiner die Geschichte zu erzählen

So hat mich das Leben selbst auf die
Spur gebracht was ich von ihm will 
Die Aufgabe der Erzähler ist es nur 
Geschichten in sich zu erspüren

Nirgendwo muss ich und will ich hin
Am Kamin sitzen lesen und nebenbei 
Die Geschichte der Welt als die meiner
Familie vielleicht in Versen zu erzählen

Alle bisherigen Verse sind darum Teil
Der großen Geschichte vom Leben 
Wie sie der Erzähler um sich fand nie
Geht es um neues sondern was war 

jens tuengerthal 25.8.25

Konkurrenzlos

Konkurrenzlos

Überall herrscht Wettbewerb
Jeder will jeden überbieten
Wir stehen ständig in Konkurrenz

Solange wir uns noch etwas 
Erhoffen spielen wir das Spiel mit 
Als gäb es etwas zu gewinnen

Auch wenn alle eigentlich längst
Genug von dem Mist haben lieber
In Ruhe ihr Leben genießen würden

Rennen sie nach Dienstschluss
Auf dem Laufband im Fitnessstudio
Weiter in dauernder Konkurrenz

Wie gut tut es da auszusteigen
Niemand besiegen wollen noch
Sich einen Gewinn zu erhoffen 

Dies sei gegen die Natur die ein
Beständiger Konkurrenzkampf sei
In dem nur die stärksten überleben

Wenden die Neoliberalen dagegen ein
Der Idiot Trump ist ihr Ideal weil er
Täglich neue Unruhe noch stiftet

Bin da lieber kultiviert und ziehe mich
Aus dem Wettkampf endgültig zurück 
Gibt nichts mehr dabei zu gewinnen

Das beste Leben führe ich entspannt
Ohne Wettbewerb und Konkurrenz als
Unikat und jens der ich halt so bin

Was manche liebten andere weniger
Will niemanden mehr schlagen noch je
In Konkurrenz mit der Welt treten 

Ihr meint das sei nicht lebensfähig
Könnte nie auf Dauer bestehen
Lache nur darüber noch lebe ich

Gebe mich entspannt genüsslich
Der Lektüre hin statt am Markt je
Zu reüssieren bleib ich wie ich bin

Wenn der Kanzler nochmal meint
Dafür sei kein Platz in Deutschland
Erschieße ich ihn oder mich einfach

Damit bleibe ich völlig konkurrenzlos
Konsequent nachhaltig im Denken
Begriff ich es braucht ein Gegengewicht

jens tuengerthal 25.8.25

Liebeswahl

Liebeswahl

Ausgewählt lieben
Macht Liebste kostbarer sonst
Lieber alleine

jens tuengerthal 25.8.25

Erlesen

Erlesen

Erlesen ist uns 
Besonders kostbar nur zu
Selten Lektüre 

jens tuengerthal 25.8.25

Nachrichtenauslese

Nachrichtenauslese

Lese als erstes
Nachrichten dabei täte
Auslese besser

jens tuengerthal 25.8.25

Lektürentagebuch 24.5.25

Lektürentagebuch 24.5.25

Begonnen mit dem Essay über die
Ablenkung von Michel de Montaigne 
Das mich schon in den ersten Zeilen
Lachen ließ als er erzählt wie er einst

Eine wahrhaft bekümmerte Dame trösten
Musste und gleich dazu erläutert warum
Er wahrhaft nutzte weil die meisten doch
Nur aufgesetzte Bekümmernisse hätten

Dazu zittert er einen schönen Vers der
Zum Lächeln in seinem Humor reizte

Tränen halte ich bereit für alle Fälle, 
Fließen nach Belieben 
Nie versiegt die Quelle 

Denke an all die immer wieder auch
Tränenüberströmten Dramen die ich
Mit Damen jeden Alters schon erlebte
Wie meine stete Hilflosigkeit dabei

Es wäre ein falsches Verfahren lehrt
Montaigne hier ihnen ihren Schmerz 
Ausreden zu wollen denn Widerworte
Verstricken sie tiefer in ihre Trübsal 

Durch rechthaberisches Räsonieren
Würde das Übel noch schlimmer was
Schon normal Widerstand auslöst wird 
Bei dem was berührt noch schlimmer

Es soll doch der Arzt der noch etwas
Erreichen will locker freundlich wie
Einnehmend den Patienten begrüßen
Wer finster blickt richtet nie etwas aus

So zeigt sich Montaigne mit dieser Sicht
Auf die Ärzte schon im 16. Jahrhundert
Als ein Kenner der Psychosomatik wie
Des menschlichen Wesen besonders

Darum soll zunächst auf die Klage
Eingegangen werden wie dazu noch
Ermuntert werden wie bekunden dass 
Sie verständlich wie berechtigt sind

Vermutlich ist es viel wirkungsvoller
Auf diese Art zuzustimmen und zu
Fragen wie sie das nur aushielt als
Jeder vernünftige Versuch zu helfen

Möchte als Mann doch zu gerne für
Frau in der Not da sein wie ihr die
Passende Lösung des Problems
Präsentieren was immer falsch ist

Hier sollte Mann sich vermutlich nur
Im Zuhören üben statt etwas lösen 
Zu wollen wie es in meiner Natur läge 
Was Montaigne schon 1570 wusste 

Dies gewinne das für den nächsten
Schritt nötige Zutrauen langsam
Damit sie so für dem Verschmerzen
Dienliche Argumente zugänglich wird

Montaigne nahm sich vor dem Übel
Mit einem Trostpflaster abzuhelfen da
Er wusste wie ungeschickt er stets bei
Überzeugungsversuchen gewesen war

Wie schön denke ich dass auch der
Kluge wie belesene Michel de Montaigne 
Dies Problem aus leidvoller Erfahrung 
Kennt es könnte in der Natur liegen

Nachdem er eine Weile auf den Schmerz
Der Dame eingegangen war machte er
Nicht mal den Versuch sie davon noch mit
Vernunftgründen irgend zu kurieren

Auch verzichtete er auf die Tröstungen
Welche die Philosophie verspricht wonach
Wir uns sagen sollten worüber wir klagten
Sei überhaupt kein Übel oder ein leichtes

Nicht einmal der seiner Art nahestehenden
Lehre des Epikur der die Gedanken vom 
Unerfreulichen zum erfreulichen lenken 
Wollte bediente er sich dabei

Auch anders als Cicero wählte er nicht
Eine geballte Ladung aus der Masse
Solcher Anweisungen sondern lenkte
Das Gespräch in Ruhe auf anderes 

So versetzte er sie ganz langsam in einen
Völlig entspannten Zustand der anhielt
Solange er noch bei ihr war jedoch war
Die Axt nicht an des Übels Wurzel gelegt

Sodann erzählt Montaigne als Beispiel
Für seine psychologische Taktik wie der
Herr de Himbercourt der in Lüttich im
Auftrag des Herzog von Burgund war

Dort die Übergabe der Stadt noch mit
Den Bürgern verhandeln sollte die des
Nachts empört sein Quartier stürmen
Wollten diese mit Angeboten hinhielt 

Dadurch verrauchte der Zorn der Bürger
Er überstand bis zum Morgen was ja
Alles war was erreichen wollte um die
Nacht als Verhandler zu überstehen

Die andere Geschichte erzählt von der
Außergewöhnlich schönen und schnellen
Atalante die tausend Freier begehrten
Denen sie eine Bedingung stellte 

Sie wolle denjenigen heiraten der sie
Im Wettrennen schlägt wer verliert aber
Sollte mit dem Leben bezahlen müssen
Worauf sich viele meldeten die alle starben

Hippomenes wollte es dennoch versuchen
Wandte sich aber zuvor noch an die Göttin
Der Liebe die ihn erhörte und ihm drei 
Goldene Äpfel überreichte und erklärte

Wie er diese nutzen solle als im Rennen
Atalante ihm auf den Versen schon ist
Lässt er den ersten Apfel fallen worauf
Sie sich neugierig bückt ihn aufzuheben 

Das gleiche wiederholte er noch mit
Den beiden anderen Äpfeln und gewann
So das Rennen und Atalantes Hand was
Zeigt Ablenkung kann zum Sieg führen

Diese funktioniert nur bei genauer
Kenntnis der Psyche der anderen
Also aufmerksamer Beschäftigung
Miteinander was stets ein kluger Rat ist

Die konstruktive Ablenkung die dabei
Der anderen zuvor noch das Gefühl gibt
Ernst genommen zu werden ist sicher
Ein kluger Rat denke ich heute

Wieviele Krisen und emotionale
Katastrophen hätte ich wohl vermieden
Wenn ich dies berücksichtigt hätte statt
Der Herzdame philosophisch zu raten

Denke an John Gray und seine Theorie 
Nach der Männer vom Mars kämen 
Während Frauen von der Venus sind
Wir uns natürlich nicht verstehen

Montaigne hatte diese weisen Gedanken
Verbunden noch mit einer wirklich
Konstruktivistischen Problemlösung
Die ressourcenorientiert ist 400 Jahre eher

Gut gelaunt lache ich über mich der
So oft in Krisen besser wissen wollte
Was ihr nun gut täte was wohl auch
Eine Familienkrankheit bei uns ist

Montaigne lesen lohnt immer wieder
Auch wie passend das Beispiel aus
Dem Krieg hier wäre wo es um Leben
Oder Tod ging wie so gern in der Liebe

Müßig ist es nun zu überlegen welche
Lieben alle noch gerettet worden wären
Hätte ich dies Essay früher gelesen denn
Klar war das eigentlich schon immer

Doch sich vorzunehmen sollte sich
Wider erwarten noch eine finden
Vorher oder dabei daran zu denken
Wenn ich das schaffe schadet nicht

jens tuengerthal 24.8.25

Sonntag, 24. August 2025

Traumerfüllung

Traumerfüllung

Habe den Traum meines Lebens erfüllt
Lebe in einer wunderbaren Bibliothek
Durfte die schönsten Frauen lieben wie
Ihnen zeitweise ganz nah auch sein

Mehr an GIück ist nicht vorstellbar
Denke ich und bin gerne dafür nun
Bescheiden dankbar zufrieden um
Glücklich zu sein mit allem was war

Nichts neues mehr zu erwarten wie
Nach allem was war tief befriedigt
Sich auf dem Diwan zurückzulehnen
Ist das höchste mir mögliche erreicht 

Kenne die dunklen Momente zu gut
In denen sich grauer Nebel über alles
Legt und dich betäubend lähmt doch 
Wie glücklich macht die.Traumerfüllung

Bin in der zugegeben etwas verstaubten
Bibliothek was wohl dazu gehört denk ich
All die wundervollen Frauen in Erinnerung
Die wie im Paradies hier mit mir lagen

Was hatte ich daran gemessen für ein
Wunderbar buntes und reiches Leben
Alle Bücher die ich mir träumte um mich
Höchstens Diderots Enzyklopädie fehlt

Alle Träume schon erfüllt bleibt nun der
Rest Leben um zu genießen was ist
Statt sich für irgendwas zu quälen weil
Weniger im Alter noch viel mehr wird 

Betrachte ich die Welt draußen also
Jenseits meiner literarischen Welt wie
Der lustvoll schönen Erinnerungen
Gäbe es wenig Grund bleiben zu wollen

Doch mit ihnen lässt sich dankbar leben
Wie ertragen was noch kommt weil die
Geistige Welt mit Büchern und schönster
Erinnerung doch alles schöne schon hatte

jens tuengerthal 24.8.25

Gottlos

Gottlos

Es gibt keine Götter mehr
Die Seele ist eine Erfindung 
Welche die Freiheit einschränkt 
Von mir bleibt nach mir nichts 

Habe meine Welt allein auf mich
Gestellt um zu tun was mir gefällt
Doch schaue ich in die Welt bleibt
Bleibt wenig was gefällt als Bücher

Längst sind wir viel zu viele hier
Jeder weniger ist eine Erleichterung
Was zwar keinem gesagt wird doch
Eher zu gehen wäre ein Verdienst

Sinn hat und braucht das Leben nie
Es ist bis es endet mehr nicht 
Wir können es genießen oder nicht
Wenn nicht ist es Zeit zu gehen

Die Suche nach Gründen zu bleiben
Wird angesichts der Situation lächerlich
Ob es mehr Feigheit oder Kraft der
Widerständigen Natur war ist egal

Solange wir sind werden wir uns
Weiter durch das Leben quälen was
Zu ertragen Tapferkeit genug für
Große Verdienstorden wohl wäre

Darüber zu lachen macht es dann
Zumindest für Momente komisch
Nur braucht das wirklich noch wer 
Frage ich mich und weiß es nicht

Leben ist endlich und beschränkt
Im Alter erwartet uns nichts Gutes
Es wird nur schmerzhaft beschissener
Darum genießen was noch gut bleibt

Es gibt keine Hoffnung auf Besserung
Hass und Missgunst regieren die Welt
Aber es gab einige gute Momente noch
Mit Büchern und Frauen das war es

Zumindest gottlos dabei zu bleiben
Auf kein Jenseits oder eine Fortsetzung
Mit neuem Folgen noch zu hoffen ist
Die Hoffnung auf ein Ende das bleibt

jens tuengerthal 24.8.25

Liebesendlich

Liebesendlich

Alle Liebe ist
Endlich also ganz logisch
Irgendwann vorbei

Mehr Hoffnung bleibt nie
Aber zumindest etwas
Als Erinnerung

jens tuengerthal 24.8.25

Endlich

Endlich

Alles ist endlich
Wann endlich ist es vorbei
Fragen hilft nicht mehr

jens tuengerthal 24.8.25

Nichtsfolge

Nichtsfolge

Aus nichts folgt auch nichts
Am Ende bleibt immer mehr
Nichts als vorher war

jens tuengerthal 24.8.25