Dienstag, 3. August 2021

Liebesnachhaltig

Liebesnachhaltig

Kann Liebe nachhaltig sein
Vom Bestand ruhig zehren
Oder lebt sie vom lodern der
Gefühle im Wechselspiel das
Sich immer wieder entzündet
Ist Liebe eher ein heißes Feuer
Oder ein ruhiger langer Strom
Sie kann sicher beides sein
Verliebt ist das Feuer herrlich
Doch sitze ich lieber am Fluss
Als in der Gluthitze wobei auch
Das sich wandeln kann je nach
Temperatur und Jahreszeit warum
Beides gute Seiten haben wird
Aber glücklich macht mich was
In Ruhe zusammenwächst als
Im wechselhaften Feuer großer
Leidenschaft alles in Brand nur
zu setzen und also zu zerstören
Die Liebe nicht zu konsumieren
Sondern dauerhaft mit ihr zu leben
Damit sie sich nicht bloß verbraucht
Wie die Beteiligten ausbrennt zwar
Hat jede dauerhafte Liebe auch ein
Auf und ab der Gefühle aber wenn
Dabei die Kontinuität überwiegt
Tut es beiden besser als das ewige
Wechselspiel zwischen schönstem
Glück und tiefer Betrübnis weil mehr
Zeit bleibt das Schöne zu genießen
Warum ich nachhaltige Liebe dem
Feuer der Leidenschaft vorziehe
Weil es in Summa glücklicher macht

jens tuengerthal 2.8.21

Montag, 2. August 2021

Standesgemäß

Standesgemäß

Standesgemäß zu heiraten war noch
Für meine Eltern ein großes Thema
Wie die Großeltern die viel auf sich
Hielten ob mit oder ohne Grund denn
Häufig geht der Dünkel eher einher
Mit dem Mangel an eigener Klasse
Aber schon in der Familie selbst war
Umstritten was als solches noch galt
So war meine eine Großmutter eher
Nicht standesgemäß hatte sich beim
Großvater auf dem Rittergut seines
Freundes hochgeheiratet wie es
Im klassenbewussten Jargon hieß
Doch hatte ihre Liebe alle Grenzen
Vorbehalte wie Schranken überwunden
Blieb eine romantische Liebesgeschichte
Von allen hoch und heilig gehalten bis
Die Großmutter nach dem Tode des
Großvaters dessen Korrespondenz
Mit seiner einst Sekretärin entdeckte
Die dieser leichtsinnig nicht entsorgte
Was sie sehr rührte aber in unserer
Klasse eher freundlich belächelt wurde
Die Geliebte war längst Teil der Kultur
Geworden als Ehen noch vermittelt
Wie zum Aufstieg genutzt wurden der
Das Familienvermögen noch abrundete
Dagegen war die Ehe der Großeltern
Mütterlicherseits ganz standesgemäß
Die Fabrikantentochter hatte den sehr
Großen Reiter in ihrer Reitquadrille im
Bremer Bürgerpark kennengelernt das
Passte also rein formal alles sehr gut
Und so blieben sie auch zeitlebens
Verheiratet obwohl mein Großvater
In russischer Gefangenschaft wohl
Eine lebensrettende Liaison hatte
Darüber wurde nicht geredet sondern
Die Schlafzimmer schlicht getrennt
Außer auf den Kreuzfahrten noch
Auch meine Eltern die sich in der
Turnverbindung kennenlernten die
Beide Familien seit Generationen
Beschickten fanden sich standesgemäß
So etwas wurde gerne gesehen wie
Am entsprechenden Ort gefeiert
Damit alles seine gute Ordnung hatte
Die erste meiner Verlobten war zwar
Väterlicherseits von Familie aber als
Halbblut mütterlicherseits passend
Worüber zu reden heute doch eher
Belächelt wird weil es in eine längst
Klassenlose Gesellschaft nicht passt
Dabei erleichtert standesgemäß vieles
Wie früher Ehen ausgesucht wurden
Was manchen Fehltritt uns ersparte
Aber andererseits viele Verbindungen
Gänzlich ausgeschlossen hätte noch
Weil sich das Alter in engen Kategorien
Bewegte welche der emotionalen sonst
Realität doch viel weniger entspricht
Einige Fehltritte lehrten mich inzwischen
Dass es schon einen Wert hat sich in
Passenden Kreisen zu bewegen um
Erwartbare Diskussionen zu vermeiden
Weil Sex zwar klassenlos funktioniert
Aber eine Verbindung mehr erfordert
Als ein schlichtes Ineinander doch wie
Glücklich wer beides erst teilen kann
Die konsequente Negierung wie auch
Verpönung der Klassen in der neuen
Klassenlosen Gesellschaft die von
Ehrgeizigen Aufsteigern geprägt war
Brachte manch absurde Entwicklung
Die wenige der Beteiligten wirklich
Dauerhaft glücklicher machten aber
Wo über eine Ehe das funktionale
Ineinander mehr entscheidet als
Das reale Miteinander auch auf
Einer geistigen Ebene soweit sie
Überhaupt noch vorhanden war
Wo auch die Schulen Egalität lang
Predigten die den Bildungskanon
Völlig egal für den Erfolg machten
Wo bloß abrufbare Fakten ohne
Einen inneren Zusammenhang
Künftig noch zählten was zwar
Vielleicht jedem die gleiche Chance
Gab aber vieles verloren gehen ließ
Dass sich die Frage stellte was am
Ende von der Illusion übrig blieb die
Gleichheit nutze doch allen mehr
Weil sie in einen Sack steckte was
Auf verschiedenen Ackern blühte
Es mag auch nicht standesgemäße
Verbindungen geben die glücklich
Blühen aber sie bleiben doch eher
Die erwähnenswerte Ausnahme
Was für wen als standesgemäß gilt
Ist auch in meiner Familie bereits
Heillos umstritten dahingestellt ob
Dies an zahlreichen nicht mehr
Standesgemäßen Verbindungen lag
Wie fehlendem Zugehörigkeitsgefühl
Der Beteiligten die teilweise sogar
Allergisch auf den Begriff bürgerlich
Reagierten auch wenn das Element
Der Bourgeoisie doch kennzeichnend
Für viele Entwicklungen intern war
Aber manchen Zeitgenossen scheint
Noch absurd was der Abstand dann
Historisch eher verwischt um den
Blick auf echte Tradition zu werfen
So war eines der zentralen Elemente
Der inneren Standesordnung immer
Die Tischsitten wie das mit ihnen
Verbundene Verhalten an der Tafel
Die Familie bis heute zusammen
Kommen ließ getarnt als Fete die
In Wirklichkeit strengen Riten folgt
Bei denen sofort deutlich wird wer
Überhaupt standesgemäß sein könnte
Was alles durch Netz eher fällt
Vermute interne Leiden mancher
Teilnehmer die sich darüber mit
Ihren Partnern auseinandersetzten
Waren einer der Gründe für die
Abwendung vom Standesdenken
Während sie bei meinen Versuchen
Der Partnersuche im Milieu eher
Die Bindung noch vertieften oder
Die Illusion ihrer Natürlichkeit weil
Wir unter gleichen Sternen aufwuchsen
Was Verständigung enorm erleichtert
Rahel Varnhagen Verlobung mit dem
Baron Finckenstein scheitert auch
Daran dass zwischen ihnen völlig
Die kulturelle Bindung wie auch
Gewohnheit fehlte warum es den
Gegnern leicht wurde sich gegen
Diese unstandesgemäße Ehe der
Armen Jüdin mit dem Preußen aus
Alter bedeutender Familien zu empören
Können wir diese Kreise verlassen
Oder lässt der Versuch schon vorher
Scheitern was unpassend scheint
Ist es positiv die eigenen Grenzen
Zu überwinden oder immer auch ein
Stück Selbstverleugnung die es den
Beteiligten unnötig schwer macht
Nach drei eher standeswidrigen
Verlobungen mit auch erwartbarem
Ergebnis schien das Thema erledigt
Nun frage ich mich wiederum was
Auf einer Ebene zählt und wo du
Zwischen klassischen Formen einen
Völlig neuen Weg suchst wie dieser
Sich dem eigenen Erwartungshorizont
Im Familienkontext dann anpasst
So ist es leicht sich über standesgemäß
Als dünkelhaft egalitär zu erheben doch
Zeigt sich echte Kunst darin was allen
Seiten dabei gerecht werden kann

jens tuengerthal 2.8.21

Beschränkungsfreiheit

Beschränkungsfreiheit

Welche Freiheit liegt in der Beschränkung
Ist sie ein Angriff auf die Entfaltungsfreiheit
Oder ein Kontrapunkt zum Überfluss der
Dem Sein wieder Raum gibt sich zu entfalten
Statt nur gelenkten Bedürfnissen zu folgen
Entdeckt wer weniger will vielleicht mehr
In dem was bleibt weil es wertschätzt
Frage ich mich und genieße weniger
Seit Jahren immer mehr nicht nur des
Besseren Gewissens wegen sondern
Auch aus dem Genuss der Konzentration
Weil ich vorausschauend lieber mich
Vorab etwa beim Reisen beschränkte
Um die Erde zu erhalten statt sie im
Konsum der Orte weiter zu zerstören
Auch im Alltag befreit mich kein Auto
Mehr zu haben von vielen Fragen die
Vorher relevant erschienen wie wir
Menschen seit Ewigkeiten versuchen
Uns in der Liebe zu konzentrieren um
Eine mehr zu genießen statt viele nur
Im Vorübergehen zu konsumieren
Gerne hätte ich Geräte wie Kleider
Die so lange dann doch halten wie ich
Zumindest bei den Büchern gibt es
Einige die deutlich älter schon sind
Habe das Gefühl genug zu haben
Was ich erfüllend glücklich finde
Könnte mit dem was ich habe gut
Noch viele Jahre zufrieden leben
Woran der Markt kein Interesse hat
Aber ich habe für mich festgestellt
Wie zufrieden ich mit allem so bin
Nur das nötigste nah einzukaufen
Keine Kataloge nach Angeboten
Zu studieren sondern einfach das
Leben was mir schlicht entspricht
Auch in der Liebe finde ich dies
Modell nach vielem Wechsel eher
Erstrebenswert der Kontinuität wegen
Die ein Glück an sich sein kann
Inzwischen freut mich was bleibt
Mehr als neu erobertes egal wo
Vielleicht könnte diese Haltung
Helfen unser Sein zu stabilisieren
Zumindest mich macht sie viel
Zufriedener als endlose Gier
Die schnelle Befriedigung sucht
Empfinde es als große Freiheit
Mit weniger glücklicher zu sein

jens tuengerthal 2.8.21

Katastrophenmanager

Katastrophenmanager

Über die Zukunft entscheiden für uns
Die besseren Katastrophenmanager
Wir sind in der Klimakrise keiner kann
Mehr die Augen davor verschließen
Wie wir damit umgehen bestimmt den
Weg den eine Gesellschaft nimmt
Messbar an der Zahl der Opfer die
In Kauf genommen oder vermieden
Werden durch nötige Achtsamkeit
Wie Rücksicht statt Egoismus der
Sich in verzerrter Form gerade
Unter den Covidioten zeigt welche
Die Weiße Rose mißbrauchen um
Ihren egoistisch rücksichtslosen
Widerstand zu begründen der sich
Gegen einen sozial schützenden
Staat richtet also nur asozial ist
Aber nicht jeder bedenkt wirklich
Wogegen zu sein solange es die
Richtige Gruppe Menschen mit tut
Doch auch wenn diese eher kleine
Gruppe sozial minderbemittelter die
Andere gefährden für die großen
Katastrophen keine Rolle spielen
Haben sie sich auch da wieder mit
Ihrem rechten Umfeld aufzuspielen
Versucht als die besseren Retter
Manchmal denke ich es machte
Das Management von Katastrophen
Leichter wenn mehr weniger darüber
Befinden müssen wie sie etwas finden
Oder schlimmer noch sich dabei fühlen
Was schnell völlig grenzenlos wird
Sondern schlicht funktionierten ganz
Gegen die kritischen Prinzipien der
Aufklärung weil hier die Funktionalität
Zur Lebensrettung klar über Meinung
Wie deren Freiheit künftig auch steht
Keine Diskussionen über Impfpflicht
Überall wo sie nötig ist weil ohnehin
Jeder sich in der Pflicht sähe oder
Mit sozialem Ausschluss leben muß
Die Flutkatastrophe hat gezeigt wie
Nötig ein klares Krisenmanagement
Statt unklarer Meinungen dann ist
Wie rechtzeitige Befehle vermutlich
Hunderte Leben gerettet hätten die
Opfer von unklarer Schlamperei auch
Wurden welche die Trumpjahre mit
Ihrer gestörten Wahrnehmung der
Wirklichkeit und den offiziellen Lügen
Zu lange zur Normalität im Westen
Auch machten da von China oder
Russland nicht anderes zu erwarten
Gewesen war mangels einer Kultur
Von Demokratie und Diskurs die nur
In kurzsichtiger Imitation brilliert
Warum Asien auch nicht die Zukunft
Gehört sondern sie in sich gefangen
Immer bleiben da das Fundament
Geistiger Freiheit dort völlig fehlt
Warum es angesichts der gerade
Erlebten Krisen so dringend nötig ist
Eine klare Reaktion zu zeigen
So einig wie strategisch abgewogen
Keine beliebigen Meinungsdiskurse
Zum Krisenmanagement sondern
Klare Anordnungen anstatt wie in
Den Kadern der Katastrophenhilfe
Damit funktioniert was nötig ist
Das Risiko noch minimiert wird
Es muss nicht diskutiert werden
Ob Reisen oder Flüge während
Einer Pandemie sinnvoll sind
Sie sind es nachweislich nicht
Sind es ohnehin klimatisch nie
Dann wird ohne Diskussion nur
Geregelt was nötig und befohlen
Wer sich dem widersetzt wird als
Lebensgefährder mit Härte behandelt
Es braucht keine Diskussion über
Lebensrettende Rücksicht und wer
Dies nicht begreift wird ausgegrenzt
Idioten die ohne Masken dann durch
Berlin provozierend laufen würden
In Lagern gesammelt wie jene die
Im Katastrophengebiet stören was
Zur Wiederherstellung der Ruhe
Geboten und nötig würde also
Von Krisenmanagern durchgeführt
Statt mit Populisten noch diskutiert
Den Katastrophenzustand definieren
Als größere Lebensgefährdung bei
Der ein professionelles Management
Beginnt ersparte uns heute vieles
Demokratie und Diskurs sind sehr
Wichtig und gut aber nicht in einer
Krise die einer strategischen Führung
Dringender bedarf als einer Meinung
Von egal welchem Glauben womit
Im Katastrophenfall auch die Stellen
Der Entscheidung aus dem politischen
In den technischen Bereich wanderten
Dann konferierte nicht das Kanzleramt
Mehr mit Ländern über das nötige
Wobei sich jeder gerne profilieren will
Sondern entschiede das RKI etwa in
Absprache mit den Katastrophenmanagern
Die in der Sache Ahnung haben dabei
Nicht von irgendwem gewählt werden
Keine Parteien befriedigen müssen
Klimawandel und globaler Handel der
Alle Infekte rasend schnell verbreitet
Macht die Einrichtung solcher Stabsstellen
Gerade nötiger als Meinungsfreiheit
Eine Katastrophe managen heißt auch
Ihre Tragweite als Lebensgefahr dann
Präzise zu erkennen und zu benennen
Die zu schaffenden Stellen müssen
Dabei von der Politik unabhängig sein
Weil wir nicht immer mit einer so guten
Wie ruhigen Naturwissenschaftlerin als
Kanzlerin noch rechnen können warum
Was nötig ist jenseits funktionieren muss
Welche Partei zufällig gerade regiert
Weil es eben um Lebensrettung geht
Wirklich ernsthafte Dinge also die nicht
In den politischen Zirkus passen

jens tuengerthal 2.8.21

Sonntag, 1. August 2021

Glücksliebe

Glücksliebe

Was heißt in der Liebe richtig
Glück zu haben wonach bemisst
Sich der Grad der Zufriedenheit
Gibt es ein verbindliches Maß
Ist es der Zufall der Findung der
Heute so oft am Intervall einer
Rechenmaschine hängt die mit
Dem Dichter unverständlichen
Mitteln ihre Entscheidungen trifft
Wann lieben wir das Glück mehr
Als was es uns erst offenbart
Weil es wie ein Rausch wirkt
Dem wir uns sinnlich hingeben
Habe keine sichere Antwort
Aber genieße was ist mehr
Als ich je dachte mit immer
Weniger und werde also freier
Was alle Grenzen logisch aufhebt
Der Liebe unendlich Raum gibt
Wer immer diesen wie füllt dann
Denke ich glücklich mit dem
Was ist wie es ist
Liebe halt

jens tuengerthal 1.8.21

Bürgerdialektik

Bürgerdialektik

Lebt das Bürgertum und seine Werte
Mehr in Abgrenzung als an sich
Frage ich mich der ihm entstammt
Aber um der Kunst willen ausstieg es
Betrachten wie beschreiben zu können
Sitten der Familie aus Tradition pflegt
Ihren Vorbildern ästhetisch klar folgt
Wie zugleich mit allem auch bricht
In der Liebe immer genau das suchte
Wie ich überrascht glücklich gerade
Feststellte was alles vorher relativiert
Aber zugleich gemeinsam einen neuen
Weg jenseits der Konvention sucht
Um mit dem was ist glücklich zu sein
Statt in bekannte Muster zu verfallen
Traditionen pflegt aber anders ist
Um sich noch mehr dabei zu sein
Die Brücke zwischen Bohème wie
Bourgeoisie miteinander lebend
Beim Sex über Proust und Mann
Debattiert wie Rosé dazu schlürft
Die Höhepunkte neurologisch auch
Mit verliebtem Lächeln betrachtet
Ist es die Leinenserviette im sonst
Silberring auf meinem Schoß die
Dem Frühstück einen Rahmen gibt
Der Bestand der Bibliothek im Flur
Das Regal hinter dem Diwan oder
Die zum Essen gereichte Hand um
Dame wie Speisen zu würdigen
Sind Traditionen dem heimatlosen
Aussteiger im fremden Milieu noch
Viel wichtiger als denen die sie in
Gewohnter Mühle nur leben als
Funktionierende Teile noch einer
Auf ihrer Tradition erst errichteten
Freiheitlichen Demokratie die aber
Noch immer ihre Wurzeln lieber
Negiert statt zu pflegen was sie
Im Kern ausmacht wie nach Kant
Allein zur Freiheit tragen kann von
Der sie selbst gefangen in ihren
Eigenen Konventionen so weit
Entfernt ist wie Sein nur sein kann
Weil sie zu gerne in Schubladen
Packt die Gewohnheit entsprechen
Sie von der Abgrenzung auch lebt
Was die Betrachtung als Abtrünniger
Der ihre Riten in der Liebe ganz pflegt
Noch spannender macht wie ein
Leben im Zwischenraum des Seins
Das traditionell grenzenlos wird
In einer Liebe die ihm entstammt
Aber über es hinaus will zugleich
Sich jenseits aller Pole doch findet
Weil der Kern humanistisch doch ist
Nur die Schale dialektisch noch wirkt
Von der nicht mehr bleibt als von den
In den Tee getunkten Madeleines
Über die Proust in Combray mit
Vollem Herzen in die Jugend taucht
Die aus verlorener Zeit stammt wie
Die eigene Kindheit mit Großeltern
Welche im Kaiserreich geboren noch
Unsere Traditionen stolz wach hielten
Als Kinder einer Klasse deren Untergang
Schon Thomas Mann einmalig schön
Im Requiem der Bürgerlichkeit den
Buddenbrooks zum Abschied besang
Doch heute noch reichen wir uns die
Hände mit den Sprüchen die schon
Vorfahren im vorvorigen Jahrhundert
So ihren Kindern vorbeteten wie sie
Sind wir fest davon überzeugt dabei
Die letzte Generation zu sein aber
Reichen es treu an unsere Kinder
Weiter die es neu variieren am
Alten Vorbild noch orientiert
Vielleicht bleibt das an Dialektik
Am Ende ändern wir alles
Damit es bleibt wie es ist

jens tuengerthal 1.8.21

Glücksaufklärung

Glücksaufklärung

Kann über Glück aufgeklärt werden
Warum ein Lotto oder Losgewinn nie
Glück bringt sondern völlig egal ist
Für Haltung und Wohlbefinden aber
Unfrei abhängig vom Zufall macht
Der mein Leben dann bestimmt statt
Des befreiten Willens der sich nicht
Auf solches verlässt für sein Glück
Die eigene Haltung entscheiden lässt
Selbstbestimmt damit zuerst bleibt
Nicht am Zufall oder Göttern hängt
Aus der Unmündigkeit sich befreite
Teil eines geplant glücklichen Lebens
Sein kann was mehr dem Willen folgt
Als sich abhängig zu machen da es
Genug unsteuerbaren Dingen stets
Unterliegt von Gefühlen bis zur Lust
Bei denen wir den Einfluss anderer
Logisch nicht abstellen können warum
Aufgeklärtes Glück zuallererst in einer
An eigenen Ressourcen orientierten
Haltung besteht die sich befreit von
Der Ohnmacht gegenüber dem Zufall
Oder den erdachten höheren Mächten
Dann ist auch Liebesglück kein bloßer
Zufall mehr sondern vielmehr auch die
Kombination aus Vertrauen mit gutem
Handwerk zu rechter Zeit bei dem sich
Nur viele Komponenten noch mischen
Die wir nicht beeinflussen können aber
Das mögliche vernünftig zu behandeln
Hilft dem Unmöglichen zu entfliehen
Warum was Aufklärung ist wie Kant es
Einst definierte auch beim Glück sicherer
Weiter hilft als Gebete oder Aberglaube
Mögen manche drei Kreuze schlagen
Mehrfach gegen Holz klopfen oder
Neujahr Karpfen essen mir genügt zum
Glück was ich begreifen kann worauf
Das wenige an Vernunft was ich habe
Irgend Einfluss noch nehmen kann
Um sich bestätigend glücklich zu sein
Aber vielleicht denke ich auch zu schlicht
So ohne allen Hokuspokus noch auch
An keine Sterne mehr glaubend

jens tuengerthal 1.8.21

Glücksfreiheit

Glücksfreiheit

Bin ich frei glücklich zu sein
Liegt das Glück in meiner Hand
Oder ist es dann keines mehr
Weil es mehr Zufall als Wille
Bedarf ein glücklicher Mensch
Zu sein worauf ich dann nie
Einfluss im Leben mehr hätte
Als bloßer Spielball dann der
Zwar den Gesetzen der Physik
Folgt wie gelegentlich auch
Tritt oder Wurf aber niemals
Für sich dies entschied was
Eine sehr unfreie Konstellation
Wäre die mir so nie gefiele
Glück ohne Verdienst schiene
Dauerhaft wertlos mir machte
Alles Streben und Bemühen
Zur Beschäftigungstherapie
Die nichts damit zu tun hätte
Wie glücklich ich dann lebte
Stufte die Befreiung nach der
Aufklärung zur lästigen Pflicht
Herab die nicht mit dem Glück
Im Leben mehr zu tun hätte
Auch das Erringen der Lust
Wäre ein Zufallsprodukt was
Die Ideen des Epikur gänzlich
Infrage stellte was zwar wohl
Rom gefiele aber völlig fern
Der menschlichen Natur wäre
Kants Denken zum Witz machte
Weil die Herrschaft der Geisterseher
Wie des von ihm einst verspotteten
Sevedenborg alles entschiede also
Der Hokuspokus zur Macht würde
Als einziges Mittel gegen den Zufall
Der logisch unerklärlich bliebe außer
In Wahrscheinlichkeiten nach der
Normalverteilung aber unexakt stets
Zwar mag ein Lottogewinn am nur
Zufälligen Glück liegen was mir nie
Zukommen wird da ich nicht spiele
Solches meiner Natur zuwider wäre
Dennoch bin ich auch durch Verzicht
Glücklicher und zufriedener als je
Weil danach ich entscheide was
Ein glückliches Leben ausmacht
Wessen es wirklich bedarf was mit
Jedem Lebensjahr weniger wird
Weil sich am Kleinen zu freuen das
Spät erkannte große Glück ausmacht
Weil zwar nicht immer weniger mehr ist
Manche den Schick der übersättigten
Gesellschaften als Spott empfinden
Aber in der Erkenntnis des Willens
Der das Glück für sich wählt mehr
Davon schenkt als Zufall je könnte
Weil oh heilige Binsenweisheit
Die Betrachtung allein zählt
Für das was Glück ist dagegen
Der Wert völlig egal nur wird
Damit befreie ich das Glück vom
Zufall wie von der geaberglaubten
Macht höherer Mächte die gerne
Vom Glauben schlichter Gemüter
Noch beschworen wird was dem
Glück die würdige Position gibt
Die es als Verdienst verdient
Denn glücklich zu sein ist auch
Nach dunklen Zeiten lernbar
Wenn ich wage es zu sein
Mit dem was gerade ist
Statt etwas zu erhoffen

jens tuengerthal 1.8.21

Samstag, 31. Juli 2021

Telefonerotik

Telefonerotik

Telefonsex kannte ich schon
Erinnert etwas an Porno stets
Tut gut und hilft aber lässt allein
Weil die Erfüllung ungeteilt bleibt
Sogar bei mehr oder weniger
Gespielter Gleichzeitigkeit die
Videotelefonate uns suggerieren
Blieb immer ein Nachgeschmack
Von Leere und Einsamkeit zurück
Mehr als bei der virtuellen Liebe
Die in Worten sich nur aufheizt
Wobei ich die selten gegenseitig
Erlebte aber die Rolle desjenigen
Der sich mit Leidenschaft mehr um
Die Lust der Frau kümmert liegt mir ja
Aber viel spannender als dieser eher
Schlichte Vollzug der Bedürfnisse
Ist es wenn durch Nebensätze
Eine erotische Spannung entsteht
Die sich in Andeutungen ergeht
Ohne dabei konkret zu werden
Fühlbar mehr Lust weckt als der
Schlicht stöhnende Vollzug welcher
Ins animalisch komische schnell
Abgleitet wie Sex es mit Abstand
Betrachtet den wir dabei natürlich
Selten der Natur nach haben stets
Gerne tut aber vielleicht hätten viele
Besseren Sex lachten sie mehr dabei
Über sich aber die Telefonerotik die
Mit dem Nichtvollzug wie der doch
Großen Sehnsucht spielt hat mehr
Als der pornoeske Telefonsex aber
Vermutlich braucht es dazu wie auch
In der Realität wirklich Klasse
Unterscheidet Porno von Erotik
Weder das Wort noch das Thema
Alles kann erotisch sein aber mit
Den meisten wird es pornografisch
Beim Thema des Vollzugs während
Erotik das große Spiel immer bleibt
Weil die Kunst versteht dass am
Telefon Sex nur in Onanie endet
Wo Erotik Lust unendlich macht
Findet Telefonsex seine Grenzen
Bei sich mit dem eigenen Geschlecht
In der Hand dem nichts sonst bleibt
Was wo bewusst nur einsam macht
Während Erotik Lust potenziert so
Eine verzauberte Welt schafft wie
Alle Erfahrung zeigt Huren lohnen
Nie solange es erotische Damen
Auf dieser Welt irgendwo gibt

jens tuengerthal 31.7.21

Telefonliebe

Telefonliebe

Kann Liebe am Telefon wachsen
Ein zartes Pflänzchen Verliebtheit
Zu einem Stamm der Liebe werden
Braucht es nicht die Gegenwart um
Sich nahe zu kommen oder ist die
Ferne nach genossener Nähe eher
Besonders geeignet sich noch viel
Näher zu kommen als im geteilten
Alltag den sexuelle Triebe mehr
Noch prägen als reines Gefühl
Dessen du für sich viel sicherer
Sein kannst weil durch sonst
Nichts voneinander abgelenkt
Du auf Worte angewiesen bist
Also Geist einander fühlbar zu
Werden um nicht in der Ferne
Wortlos sich verloren zu gehen
Weiß nicht ob dabei je etwas
Allgemein gelten kann aber
Beginne zu begreifen dass es
Wirklich sein kann wenn wir
Wagen dem Wort zu trauen
Wie einander verstehen aber
Auch würdigen können ohne
Jede Berührung einander doch
Viel fühlbarer werden weil was ist
Nicht mehr braucht um zu sein
Zumindest wird deutlich spürbar
Ein wie geistiger Prozess Liebe
In uns auch ist der zwar viele
Hormone in Gang setzt wie die
Zugehörigen Körperteile bewegt
Vom Herz bis zum Geschlecht
Aber es scheint mir als wäre die
Telefonliebe ein feines Destilat
Der Liebe welche sie auf ihren
Kern als Gefühl erst reduziert
Was groß macht das besteht
Wie erledigt was da verfliegt
Offenbart was wirklich bewegt
Erhält was wertvoll uns ist weil
Nichts mehr als Gefühl ist was
In Worten dann einander sucht

jens tuengerthal 31.7.21

Religionsklassen

Religionsklassen

Bei Hannah Arendt mal wieder über
Rahel Varnhagen gelesen wie
Von deren Hoffnung auf eine Ehe
Mit Karl Graf von Finckenstein
Dem Sohn des preußischen Ministers
Wie ihrer Überzeugung damit ihren
Makel das Judentum abzulegen
Was die Autorin zu klugen Gedanken
Über Moses Mendelssohn der als
Einer der Köpfe der Aufklärung dem
Vater der jüdischen insbesondere
Wie über den Makel den dieser Glaube
In der Gesellschaft trotz Assimilation
Noch bedeutete die Klassen fühlbar
Machte warum auch Herder für den
Umgang mit Juden nicht deren wie
Von Mendelssohn orthodox geforderte
Assimilation sondern die Frage ob
Die jüdischen Gesetze zum Staat
Gehören zu einer staatrechtlichen
Allein machte ohne religiösen Disput
Wohin der Weg Moses Mendelssohns
Seine Tochter Dorothea Schlegel
Führte die im Geiste der Aufklärung
Frei erzogen aber nach jüdischer
Tradition noch verheiratet wurde
Mit einem befreundeten Kaufmann
Den sie nach zwei Kindern verließ
Um sich Schlegel und dessen 
Katholizismus zuzuwenden wie sich
Hannah Arendt eher despektierlich
Über die Konvertitin äußert welche
Ihrer Schwägerin Caroline Schlegel
Weit unterlegen war was aber eher
Ein anderes Schlachtfeld eröffnet
Über Umgang der Frauen miteinander
Spannend dagegen ist wie später
Die Söhne aus erster Ehe die beim
Jüdischen Vater blieben mit den
Nazarenern zu den christlichsten
Malern der Zeit wurden deren Werke
Auch zur Abschreckung einen Blick
Wert sind um die engen Grenzen
Zu erkennen in welche die Romantik
Wie der mit ihr verbundene Glaube
Viele Menschen lange führte auch
Nachdem ein Kant ihnen schon die
Grundlagen der Welt erklärt hatte
Dessen Schüler und bekannten
Berliner Arzt Marcus Herz die erste
Der großen Berliner Salondamen
Geheiratet hatte die aber erst lange
Nach dem Tod von Eltern und Gatten
Zum romantischen Katholizismus
Konvertierte niemanden zu verletzen
Wie sie sich ihrer berühmten Schönheit
Zum Trotz immer sehr keusch verhielt
Ihrer besonderen Rolle dabei bewusst
So beschreibt Hannah Arendt wieder
Meisterhaft verschiedene Frauen der
Epoche und ihren Umgang mit dem
Judentum als Klasse mit dem auch
Eine Rahel Varnhagen stets haderte
Es lohnt die Lektüre auch für einen
Blick in den Geist der Zeit wie die
Ohnmacht gegenüber Vorurteilen
Trotz der Assimilation von 1812
War es zur Gleichberechtigung
Noch ein weiter langer Weg nur
Bleibt die Frage ob diese jemals
Religiös sein sollte oder nicht
Primär staatsrechtlich damit der
Jeweilige Aberglaube privat bleibt
Bis heute und in manchem mehr
Bestehen soziale wie religiöse
Klassen in der Gesellschaft fort
Die am ehesten überwände wer
Den Staat vom Glauben trennt
Auch Schleiermachers Rezepte
Seiner Zeit sieht Arendt als eher
Fragwürdige Basis dessen was
Später folgte streift aber so ganz
Nebenbei die Geschichte des
Deutschen Geisteslebens ganz
Eine mehr als lohnende Lektüre
Denke ich bei jeder neuen Seite
Heute waren es sogar sechs

jens tuengerthal 31.7.21

Religionsfreiheit

Religionsfreiheit

Die Freiheit der Glaubens wie der Religion
Wird in unserer Demokratie gewährt die
Noch immer mehr in alten Traditionen lebt
Als die Freiheit zu feiern die sie garantiert
Institutionen des Aberglaubens so weit
Toleriert dass ihr Wirken sogar die eigenen
Bedingungen der Moral infrage stellt weil
Zwar jeder glauben mag was gefällt halt
Gut preußisch nach seiner Fasson selig
Werden soll doch wäre es wichtiger noch
Die Basis dafür zu stärken statt deren
Systematische Gegner zu unterstützen
Nicht das Christentum vermittelt Werte
Diese sind humanistisch und Resultat
Der Aufklärung deren Bedingungen uns
Kant genau definierte und auch wenn
Viele Geister nach der vernünftigen
Epoche der Aufklärung abstürzten
In die Welt von Romantik wie in ihrer
Folge Nationalismus wie anderen
Wahn der Weltkriege mit begründete
Sind heutige Demokratien nach den
Grundsätzen der Aufklärung verfasst
Stehen auf dem Fundament der Freiheit
Sind ohne ihre Annahme nicht denkbar
Auch wenn diese Hypothese gewagt
Nicht nur bei bildungsfernen Bürgern
Scheint sollten wir die Basis bedenken
Nach der Ziel der Staaten Aufklärung
Sein muss und also die konsequente
Befreiung aus der selbstverschuldeten
Unmündigkeit durch freies Denken
Was die Annahme höherer Gründe
Als des Gewissens negieren muss
Dieses im Gegensatz stärken sollte
Damit Bürger moralisch handeln
Nicht nur gehorsam Regeln befolgen
Was das Gegenteil von Moral ist
Nur Funktionalität sichern kann die
Ohne jeden ethischen Wert ist dafür
Die Einhaltung des Konsens mit
Mitteln sichert die diesen verhindern
So gesehen sind die Religionen mit
Ihren nur transzendent begründeten
Heilsversprechen untauglich an der
Stärkung der Moral wie konsequent
Moralischen Verhaltens mitzuwirken
Im Gegenteil schaden sie dem Staat
Trotz relativer Anpassung systematisch
Es mag jeder erwachsene Mensch
Glauben was gerade gefällt aber um
Kindern die Chance zur Entwicklung
Einer eigenen Moral zu geben wie sie
Die Demokratie für jeden Bürger doch
Voraussetzt braucht es endlich echte
Religionsfreiheit in dem Sinne alle
Schulen und Kinder davon frei zu halten
Einen dem Rechtsstaat entsprechenden
Laizismus der allen Glauben aus dem
Öffentlichen Bereich fernhält um dann
Auf einer Basis der Freiheit es allen
Freistellen zu können was sie glauben
Was viele traditionell eingebunden nie
Oder nur gegen großen Widerstand je
Kennenlernen dürfen um zu sichern
Wovon wir ausgehen was aber der
Aberglaube systematisch beschädigt
Wer frei von allem Glauben aufwächst
Kann seinem Gewissen erst folgen
Wer Moral nur religiös reflektiert lernt
Entwickelt kein eigenes Gewissen
Vor allem bleibt dieses stets unfrei
Kann nicht im Sinne der Aufklärung
Moralisch handeln sondern bleibt
Nur Regeln gehorsam die moralisch
Ohne jeden Wert sind bloß als just
Nötige Kompromisse akzeptabel sind
Es ist darum dringend nötig endlich
Die Religionsfreiheit als solche von
Zu verstehen damit diese für jeden
Als privates Vergnügen nutzbar ist
Wie es die Verfassung garantiert
Aber schon in der Präambel mit
Der Verantwortung vor Gott bereits
Infragestellt und so betrachtet ist
Echte laizistische Religionsfreiheit
Die Kinder vor dem Glauben schützt
Die einzige Möglichkeit die nötige
Freiheit darin zu garantieren warum
Artikel 4 GG korrekt ausgelegt nun
So gelesen werden muss dass die
Basis dessen was geschützt wird
Das freie Gewissen also wirklich
Auf Dauer geschützt wird nicht nur
Die Macht der Sekten gesichert wird
Welche moralisch völlig wertlos ist
Die Bürger Religionsfreiheit leben

jens tuengerthal 31.7.21

Schmutzwerfen

Schmutzwerfen

Wahlkampf wird immer mehr ein
Schmutzwerfen bei dem mit allen
Mitteln versucht wird Kandidatinnen
Zu verunglimpfen auch wenn die
Sich noch zurückhalten finden sich
Genug Institutionen die es sich zur
Aufgabe gemacht haben sich durch
Aufdeckungen zu profilieren um so
Den Wahlkampf zu beeinflussen was
Weniger mit der Politik der Kandidaten
Als mit den Interessen der Aktivisten
Zu tun hat die damit jene zum Kotau
Zwingen oder bestenfalls noch den
Rücktritt vorab erzwingen wollen
Jedenfalls die Wahl so beeinflussen
Ob diese Tätigkeit nicht demokratisch
Legitimierter Organisationen gut tut
Scheint mir immer fraglicher denn
Aufklärung ist zwar immer gut doch
Treten Kandidaten nie alleine an
Hinter ihnen stehen Parteien die sie
Demokratisch gewählt haben auch
Wenn die Parteiendemokratie wohl
In vielem fragwürdig ist hat sie doch
Eine geordnete demokratische Basis
Die nach gesetzlichen Vorgaben ihre
Arbeit erledigen muss während diese
Form der Kandidatenbeschädigung
Nur dazu beiträgt das Misstrauen in
Die Politik zu erhöhen wobei dies
Typisch amerikanische Grillen aller
Eher Politikverdrossenheit fördert
Der Demokratie einen Bärendienst
Damit erweist besonders durch die
Von Geheimdiensten anderer Staaten
Versuchte Einflussnahme allerdings
Wird es im Zeitalter des Internet auch
Schwer dem auszuweichen wenn
Wirkliche Probleme offenbar werden
Zeigt sich darin auch die Stressresistenz
Der so erprobten Politikerinnen wobei
Es vielleicht ein Glück war dass die
Grüne Kandidatin hier als erste am
Nasenring durch die Arena geführt
Wurde was Laschet nun erlebte
Scholz noch vor sich sicher hat
Das Verfahren ist sehr hässlich
Wie manches in Medien heute
Trägt inhaltlich nichts bei zeigt
Aber wie gut Kandidaten diese
Prüfung überstehen können auch
Wenn es den Wähler am Ende
Vor die Wahl zwischen beschädigten
Kandidatinnen stellt was meist eher
Die Wahlmüdigkeit verstärkt ist es
Teil des politischen Prozesses nun
Lassen wir es an uns vorbeilaufen
Kann es die demokratische Kultur
Im Umkehrschluss doch stärken
Es bleibt ekelhaft nur mit Schmutz
Statt mit Argumenten zu arbeiten
Jede Empörung wird lächerlich
Aber vielleicht ist das auch gut so
Jenseits des Lärms zeigt sich was
Von allen übrig bleibt was zwar den
Weg so hässlich lässt wie er ist aber
Wohl ausgehalten werden muss weil
Sich in der Demokratie auch wer nur
Dreck wirft öffentlich profilieren darf
So wurde Wahlkampf Dschungel-Camp
Frei von Niveau aber unterhaltsam
Für bildungsferne Schichte die nur
Auf Skandale noch reagieren

jens tuengerthal 31.8.21

Wiedereröffnung

Wiedereröffnung

Nach einem Band bei der Sanierung
Eröffnete heute das Misirlou wieder
Die Stammbar des Flaneurs seit er
Der ich nur bin also ganz unbedeutend
An diesem wunderbaren Platz lebt
Doch wie schön ist es wenn vertraute
Orte wiedererwachen und den Platz
In ihr mildes orangenes Licht tauchen
Schon räumen sie die ersten Tische
Damit nicht zur Eröffnung schon
Die Polizei das Fest unterbricht
Der Dichter hier identisch mit dem
Flaneur genießt in aller Stille sein
Privileg noch einen Moment länger
Sitzen zu dürfen umter dem leicht
Bewölkten nicht ganz Sternenhimmel
Bei einem Glas Rosé erfüllt von der
Stimmung am Platz und des Sommers
Genießt er die südliche Stimmung
In Gedanken bei der Liebsten
Über der Bucht von Nizza schafft
Die griechisch geprägte Stimmung 
Mediterrane Nähe im Gefühl und so
Genieße ich der er ist ungespalten 
Die Stimmung am Helmholtzplatz
Mit allen Sinnen als Beobachter
Wie Teilnehmer still scheibend
Im Lärm der Umgebung

jens tuengerthal 30.7.21

Freitag, 30. Juli 2021

Liebeswahr

Liebeswahr

Was macht wahre Liebe aus
Gibt es diese oder eher nie
Weil jede Liebe nur spiegelt
Was in den Beteiligten wie
Ihren vielen Lügen vor sich
Vorgeht also trotz ganz fester
Eigener Überzeugung nie wahr
Zumindest nicht komparativ
Mehr als eine andere sein kann
Ein beschränkter Ausschnitt
Genauso eingegrenzten Seins
Nur sein kann der uns aber wie
Ein Universum miteinander scheint
Neige zur Individualisierung die
Jedes allgemeine Bild negiert
Aber glaube es gibt Elemente
An denen Liebe sich zeigt
Welche den Namen verdient
Die ist was sie ist wie alles
Überwinden kann zu bestehen
Jenseits von Raum und Zeit
Sich nicht an Kleinigkeiten stört
Weiß was sie glücklich teilt aber
Sehe auch wie strittig dabei schon
Viele Punkte zwischen zweien sind
Weiß also nicht was wahre Liebe ist
Noch wie ewiges Glück erreichbar
Aber es gibt Kompromisse glaube ich
Die alles gut erträglich machen helfen
Ohne den wahren Weg zu kennen
Genießen lassen was nur ist

jens tuengerthal 30.7.21