Donnerstag, 1. Juli 2021

Mündigkeitswege

Mündigkeitswege

Welche Wege führen zur Mündigkeit
Die Voraussetzung der Aufklärung ist
Welche als Befreiung aus der danach
Selbstverschuldeten Unmündigkeit von
Kant unwiderlegt definiert wurde ist dies
Heute noch realistisch oder eigentlich
Die Voraussetzung des Rechtsstaates
Nicht sonderlich suggestiv gefragt wie
Der Dichter hier kleinlaut gesteht da
Oft genug an dieser Stelle zitiert aber
Auch der Offenheit wegen die der
Mündige Umgang miteinander braucht
Der Voraussetzung der Freiheit auch ist
Wie der würdigen Achtung des anderen
Vor allem aber seiner selbst was der oft
Übersehene und unbekanntere Teil der
Schrift was Aufklärung ist noch bleibt
Der aber entscheidend für alles wird
Weil wir zu gerne unsere Mündigkeit
Abgeben um uns zu unterwerfen im
Sittlichen Urteil was so wertlos wird
Wie wir infolge unmündig denn die
Große Freiheit der Aufklärung ist
Uns die Mündigkeit zuzutrauen
Sofern wir nicht völlig blöde sind
Bekommen wir das Zutrauen ein
Sittliches Urteil zu fällen geschenkt
Damit die Basis der größtmöglichen
Freiheit die Menschen haben können
Als Zeichen unserer Mündigkeit gilt
Für den aufgeklärten Menschen jedes
Gesetz und alle Regeln nur im Schatten
Seines Gewissens was alles prüft warum
Gehorsam das Gegenteil von mündig
Völlig unaufgeklärtes Verhalten wäre
Was sittlich völlig wertlos ist auch wenn
Es zur Funktionalität gelegentlich nützlich
Sein kann ist der Weg zur Mündigkeit
Der Schlüssel der Aufklärung der stets
Kritisch an seinem Gewissen prüft was
Gerade gut und geboten sein kann
Womit die aufgeklärte Bürgerin über
Allen Gesetzen befreit steht statt sich
Etwas unterwerfen zu müssen noch
Spannender wird die Frage des danach
Freien kritischen und sittlichen Urteils
In Zeiten des Populismus wie der von
Moskau gelenkten Medienschelte einer
Rechtspopulistischen inneren Opposition
Die von außen gelenkt sich für freier hält
Wie ist es bei denen die Leben riskieren
Für ihren persönlichen Aberglauben wie
Im Trotz Freiheitskampf nennen was nur
Eine verlängerte Lebensgefährdung war
Brauchen auch diese die Aufklärung als
Selbsterkenntnis der Mündigkeit noch
Müssen wir warten bis der letzte
Antroposoph noch verstanden hat das
Lebensgefahr keine Glaubensfrage ist
Den sittlichen Wert der Entscheidung
Betrachtend müsste ich es so sehen
In Anbetracht der Lebensgefahr aber
Halte ich die Ausnahme hier für legitim
Die Unmündigkeit ist nach Kannt dann
Selbstverschuldet wenn sie nicht nur
Aus Mangel an Verstand also Dummheit
Resultiert sondern aus Faulheit mehr
Spare es mir hier die Dummheit aller
Impfgegner zu diskutieren insofern die
Drohende Gefahr für viele Leben
Groß genug ist sie so zu behandeln
Als ob sie unmündig wären um damit
Mehr Leben zu retten als zu gefährden
In der Not der Zeit wegen nicht kritisch
Jede Motivation zu hinterfragen damit
Weniger Menschen sterben müssen
Was eben irreversibel ist damit wir
Nach Abklingen der Pandemie was
Länger vermutlich dauert als gehofft
Allen Überlebenden die Mündigkeit
Als Geschenk wieder zuzugestehen
Wie es die Rechtsordnung vorsieht
Das Wahlsystem eigentlich voraussetzt
Egal wie viel Grund zu Zweifeln viele
In ihrem Verhalten immer wieder geben
Ist dies Versprechen der Mündigkeit
Als Basis demokratischer Freiheit das
Größte Geschenk dieser manchmal
Auch fragwürdigen Regierungsform
Ohne bessere denkbare Alternative
Wo die Krücke der Lebensgefahr
Genügt weder Mündigkeit noch den
Mangel an Verstand diskutieren zu
Müssen scheint die Not auch etwas
Gutes für die Freiheit zu haben denn
Sie hießen nicht umsonst Covidioten
Sagen muss es der Staat nicht mehr
Um den Weg zurück zur Mündigkeit
Der größten Menge offen zu halten
Wer sich aufgrund Aberglaube nicht
Impfen lässt und infolge verstirbt hat
Zumindest mündig darob entschieden
Erspart langfristig uns manches auch
Aufklärung muss nicht meinen besser
Als die Natur zu sein aber kann so
Die Dummheit der Welt ignorierend
Der größten Menge die beste Chance
Geben es noch zu erleben

jens tuengerthal 30.6.21

Glücksbefriedigung

Glücksbefriedigung

Was braucht es zur Zufriedenheit
Wann bin ich vollkommen befriedigt
Ist es das Höchste oder Schönste
Was ich mir nur erträumen kann
Sei es nun sexuell oder materiell 
Gipfel Tempo Entfernung Orgasmen
Wäre es der absolute Superlativ
Oder gilt auch hier weniger ist mehr
Was die Moderne noch zu gerne
Mies van der Rohe zuschreibt der
Es als architektonischer Minimalist
Nur vom vorher Wieland entlieh 
Wobei nur unklar ist inwieweit Mies
Wieland kannte oder schätzte oder
Nur eine ohnehin gängige Redensart
Mit seinem Ideal von Schönheit als
Schlichte Formel im Bau vereinte
Aber egal ob ich nun dem Weimarer
Klassiker oder dem Bauhaus mehr
Zuneige lebte es inhaltlich schon viel
Früher Epikur lange bevor im später
Heiligen Land der Rabbi seine Sekte
Als Abspaltung vom Judentum gründete
Die höchstes Glück im Jenseits sahen
Wie alle Lust sich streng verbaten um
Das elende irdische Sein zu ertragen
Als eher lustfeindlich immer blieben
Indem er auf die Frage was für ihn Glück
Oder ein erfülltes Leben wäre antwortete
Ein Brot Wasser Wein sowie ein Garten
Voller Freunde was der Grieche als einziger
Bis in die Moderne gleichberechtigt in seiner
Schule mit Männern und Frauen lebte was
Zum Thema Glücksbefriedigung doch noch
Der Rede wert zu sein mir scheint denn
Auch wenn nicht immer vernünftig erklärbar
Ist das geteilte Glück doch oft das schönste
Gehört ein gutes Gefühl zur Befriedigung
Mehr noch dazu als es sexuell scheint wo
Manchen mechanische Vorgänge genügen
Die nur das Ende nicht die Basis sind was
Viele mit enttäuschendem Ergebnis oft
Verwechseln ohne es zu begreifen aber
Infolge unbefriedigt dabei eher bleiben
Mehr als Zufriedenheit ist im Leben nie
Erreichbar wo wir für Momente dazu
Noch Befriedigung sogar teilen durften
Ist der Gipfel wohl erreicht womit sich
Der gute Hedonist zufrieden gibt denn
Wenn alles Schöne erlebt war es gut so
Wer diesem Weg des Epikur den auch
Lukrez in seinem de rerum so trefflich
Später beschrieb folgt wird merken
Wieviel leichter Zufriedenheit bleibt
Wo uns weniger mehr wird was die
Befriedigung zum Kontinuum macht
Wenig mehr ist wohl alles Gute was
Mensch im Leben erreichen kann
Denke ich tief zufrieden mit allem
Was war und ist erwartungslos
Das Leben liebend wie es ist

jens tuengerthal 30.6.21

Seinszweck

Seinszweck

Verfolgt das Sein einen Zweck
War es nur sinnvoll wenn dieser
Entsprechend auch erreicht wurde
Oder ist es natürlich zweckfrei
Weil es sich selbst genügt wenn
Es ist ohne mehr zu müssen als
Zu sein was alle Sinnsuche logisch
Ad absurdum führte und damit wohl
Betrachten wir die Versuche davon
Mehr Gutes täte als schadete auch
Wenn die Erkenntnis manchen noch
Schwer fällt die gerne mehr wollen
Als zu Sein und meinen sie könnten
Ihrem Leben durch Aufgaben einen
Sinn geben was immer scheitert
Egal ob sie die gesetzte Aufgabe nun
Erfüllen oder an ihr scheitern was
Unendlich viele Gründe haben kann
Wäre das Sein je zweckgebunden
Müsste es ohne diesen enden oder
Verlöre nach Erreichung seinen Grund
Was ein ebenso unsinniger Aberglaube
Ist wie die Zwecksetzung da Sein nach
Seiner Natur ist ohne einen weiteren
Zweck erfüllen zu müssen wir können
Es nur mehr oder weniger genießen
Worüber wir uns Rechenschaft geben
Können oder nicht was aber am Sein
Wie seinem natürlichen Lauf nichts 
Ändert so wenig wie ob wir uns unser
Leben lang dem Zweck unterworfen
Sei er religiös oder anderweitig knechten
Oder jeden verbleibenden Tag genießen
Vielleicht können wir sagen dass wer es
So sehr wie möglich genoß zumeist eine
Bessere Bilanz vor sich haben wird als
Diejenigen die sich darin gequält haben
Außer diejenigen empfinden das Leiden
Am Leben als lustvoll wie es bei vielen
Im ewigen Chor der Klagelieder scheint
Doch Zweck hat weder der Genuss noch
Das Leiden an höheren Aufgaben es ist
Nur eine Art sein Leben mehr oder weniger
Lustvoll hinter sich zu bringen was nichts
Darüber sagt ob ich mich gut fühlen kann
Wenn ich schwere Aufgaben erledige
Die mein Ansehen fördern und damit in
Allgemein verbreiteter Eitelkeit auch das
Wohlbefinden und so die Lust am Leben
Auch wenn sie diese ganz offensichtlich
Eher zu mindern scheinen ob die heutige
Arbeitsteilige Gesellschaft nur funktioniert
Weil sich viele die Frage nach der Lust
Für ihr Leben weniger stellen als einer
Pflicht im sozialen Kontext zu folgen
Weil sie das für ihre Aufgabe halten
Die ihrem Sein einen Zweck gibt den
Leben nie braucht weil es Natur ist
Es ist und genügt sich damit selbst
Egal welchen Sinn wir darin sehen
Oder vernünftiger eben nicht suchen
Was wir aber täglich üben können
Ist zu genießen was ist wie es ist
Um sich am Kleinen zu erfreuen
Was zwar auch keinen Sinn hat aber
Das Leben lustvoll schöner macht
Genug es mehr zu genießen wie
Vermutlich das Höchste was wir
Im Leben erreichen können um am
Ende sagen zu können schön war’s

jens tuengerthal 30.6.21

Mittwoch, 30. Juni 2021

Lustfinale

Lustfinale

Den kleinen Tod nennen die Franzosen
Nicht ohne Grund den Höhepunkt wenn
Im Idealfall beider Lust gemeinsam stirbt
Um sich selig erschöpft danach
In die Arme zu sinken was wohl
Als Finale unübetroffen wie keiner
Weiteren Steigerung mehr bedarf
Weil es am Ende auch dieses ganz
Teilt und so befriedigt ist was alle
Die es erlebten wohl teilen werden
Und mehr muss dazu auch nicht mehr
Gesagt werden wenn zwei alles hatten
Ist es also gut so und damit final
Den kleinen Tod zu teilen macht
Das Liebesleben vollkommen
Alles auf dem Weg dahin ist
Wunderbar sinnlich schön
Aber nach dem Finale ist
Ein gutes Ende da

jens tuengerthal 29.6.21

Dienstag, 29. Juni 2021

Liebesfinale

Liebesfinale

Ist das Finale der Liebe
Der Anfang vom Ende
Wo es um alles oder nichts
Dann geht was zu oft ín
Immer enttäuschten Erwartungen
Endet die keiner erfüllen kann
Dann ein Endspiel mit erwartbarem
Ausgang nur noch ist was das
Leiden aneinander verlängert
Oder ist es das letzte Spiel
Nach dem nichts mehr kommt
Weil eine alles ist und so das
Finale erst final endet was als
Hoffnung zumindest nett klingt
Nur sollte jede Liebe so beginnen
Sonst ließen wir es doch besser
Sagt der Glaube an die Liebe doch
Die Erfahrung lehrt dass schon diese
Hoffnung schnell zur Erwartung wird
Die ersteres in Gang setzt während
Was erwartungslos begann doch
Überraschend schön wurde also
Immer die Chance hat auch zum
Finale zu werden ohne gleich darauf
Setzen zu wollen sondern lieber sich
An dem was ist zu freuen wie es ist
Warum ich lieber alle Hoffnung aufgab
Um mich überraschen zu lassen also
Am Ende die Hoffnungslosigkeit die
Sicherste Chance der Liebe ist was
Nur paradox klingt aber schließlich
Geht es um Liebe da muss nichts
Aber kann alles denk ich heimlich

jens tuengerthal 29.6.21

Postfinal

Postfinal

Was sollte danach gesagt werden
Vielleicht einfach das übliche wie
So ist eben Fußball und am Ende
Gewinnt wer mehr Tore hat aber
Ohne Hesses schlechtestes Gedicht
Über Stufen stolpernd zitieren zu
Wollen wohnt doch jedem Anfang
Der auf das Ende folgt etwas inne
Vielleicht sogar eine Chance und so
War es nun Jogis letztes Spiel ohne
Entscheiden zu wollen ob das auch
Gut so ist auch weil ich es nicht könnte
Lieber sachliche Inkompetenz gestehe
Kein millionster Bundestrainer bin
Eher wenig vom Fußball verstehe
War es das nun und das ist eigentlich
Alles was dazu noch zu sagen ist
Die EM geht entspannt zu Ende
Kein Grund zur Aufregung mehr

jens tuengerthal 29.6.21

Präfinal

Präfinal

Jedes der Spiele nach der Vorrunde
Ist ein kleines Finale und so bin ich
Hier vor dem Al Hamra quasi Präfinal
Gespannt wie das Spiel was Jogis 
Letztes sein könnte wird und lausche
Was Basti so von sich gibt bevor das
Große kleine Endspiel in Wembley
Losgeht und denke daran was noch
Präfinal hieß als ich noch in der
Krebsbaracke arbeitete es mit Benn
Zu sagen dem dichtenden Arzt
Der gut wusste mit dem Tod zu
Spielen in seiner Lyrik und ich denke
An die kleine Aster die nach der
Obduktion in den Bauch des just
Sezierten Bierfahrers fiel und so
Blühenden Zeichen des Lebens
Auch im Tod noch wurde dabei
Denke ich an die vielen Patienten
Für die es nach präfinal keinen
Weg zum nächsten Finale gab
Hier wird heute einer weiterkommen
Lassen wir uns überraschen was kommt
Hoffentlich stirbt keiner darob

jens tuengerthal 29.6.21

Totlebendig

Totlebendig

Ich starb nicht,und doch blieb ich nicht lebendig;
So denke denn, bist du des Denkens fähig,
Wie, Tod und Leben missend, mir zu Mut war.

Io non mori’ e non rimasi vivo
pensa oggimai per te, s’hai fior d’ingegno,
qual io divenni, d’uno e d’altro privo.

Dante Göttliche Komödie Inferno XXXIV, 25–27, übersetzt von Karl Witte

Wie nah gingen mir diese Verse schon
Beim ersten lesen als ich überlegte
Wie so ein Sein wohl wäre jenseits
Von Leben und Tod und doch nicht
Mehr von dieser Welt so ganz in der
Er Anfangs um die Mitte seines Lebens
In einem Wald sich ganz verirrte um
So tiefer in die Geheimnisse des Seins
Zu tauchen als Mensch je erhoffen darf
Weil er die Zeiten überschreitend sich
Dem Ideal des Lichts so nähernd
Hölle wie Unsterblichkeit erlitt um
Dabei als weder noch zu sein der
Sich betrachtend finden muss doch
Weder hoffnungslos noch frei von
Aller Angst wohl war die mit dem Tod
Sich als real unendliche Komponente
Des Seins nach der Natur verbindet
Im Schwebezustand jener fiktiven
Zwischenwelt gefangen wie gelöst
Von allem Irdischen ohne schon ein
Teil des geaberglaubten Jenseits zu sein
Hing Dante an der Seite von Vergil
Zwischen den Welten die ihm fremd
Bleibend zur Offenbarung wurden
Weil Licht der Erkenntnis ihm zur
Laterne der Freiheit auch wird die
Bewusst Grenzen überschreitet
Also ist und nicht ist

jens tuengerthal 29.6.21

Deltaplanlos

Deltaplanlos

Die indischstämmige Delta Variante
Kommt und breitet sich aus aber die
UEFA spielt Fußball in vollen Stadien
Die Schulen stehen wieder im Sommer
Leer statt in Luftfilter zu investieren
Lassen wir London und die UEFA 
Haften für die Schäden der nächsten
Welle aufgrund realer Ignoranz
Wider besseres Wissen und wer
Begründet neue Schulschließungen
Weil im Sommer nichts geschah
Haften die elenden Kultusminister
Ferien sind wunderbar seien 
Jedem gegönnt nach der Pandemie
Aber wer diese mutwillig verlängert
Die Pandemie nicht die Ferien
Wie Leben wider besseren Wissens
Gefährdet sollte dafür auch haften
Johnson und die UEFA gehören dazu
Wir wissen was kommt und tun nichts
So etwas nennt sich Deantwortung
Oder bestenfalls Ignoranz wofür
Bei Handlungspflicht Verantwortung
Mit daraus Haftung resultiert was
Für relative Gerechtigkeit sorgt
Natürlich ist jeder auch für sich
Verantwortlich wie klar ein Idiot
Wer jetzt ins volle Stadion geht
Aber wie auch ein Architekt haftet
Oder ein Bauunternehmer der
Mangelhaft baut gilt dies auch
Für Staatsführer und Verbände
Die ein erkennbares Risiko noch
Unnötig verlängern was keiner
Müsste oder braucht denn genau
Dieser verantwortungslose Leichtsinn
Bei dem jeder nur auf seinen Gewinn
Schaut führt wieder ins Corona-Chaos
Diese Krise lehrt uns viel für die Zukunft
Es braucht weltweit kooperative
Verantwortung damit sich etwas
In die richtige Richtung bewegt
Konkurrenz in der Kooperation
Statt im sich unterbieten nur
Ein guter Plan gegen Delta wäre
Gebt Verantwortung und lasst haften
Damit es nicht blind weiter geht
Als wüssten wir nicht was droht
Wer Verantwortung trägt aber nun
Planlos einfach weiter macht sollte
Zur Verantwortung gezogen werden
Schadensersatzansprüche von allen
Geschädigten würden genügen ein
Umdenken zu erzwingen und so
Die Balance halten zwischen nötiger
Freiheit in Verantwortung weil die
Millionen Toten weltweit nicht nur
Eine abstrakte Größe mehr sind

jens tuengerthal 29.6.21

Montag, 28. Juni 2021

Seinsglück

Seinsglück

Sich am Sein zu freuen
Weil es ist genügt völlig
Um glücklich zu leben
Alles mehr ist Luxus
Liebe vielleicht Gnade
Manchmal auch Zufall
Es so zu genießen
Als schönen Moment
Scheint höchste Kunst
Sie zu üben eine Freude
Mehr ist es wohl nicht
Glaube ich

jens tuengerthal  28.6.21

Geschichtenkultur

Geschichtenkultur

Kulturgeschichte zu erzählen
Ist Teil unserer Kultur wobei
Das Erzählen zu einer eigenen
Kultur wiederum wird die durch
Ihre Geschichten aus der Geschichte
Schöpferisch ihren Gegenstand
Quasi fortschreibt zur eigenen
Geschichte damit wird die sie
Betrachtet und der Beobachter
Verlässt als Erzähler die Illusion
Der Objektivität und macht sich
Mit zum Gegenstand der Geschichte
Deren Teil er durch seine Vorgeschichte
Seit Generationen wurde ohne sicher
Zu wissen was Prägung und was Anlage
Bereits ist die viele Generationen die
Wahrnehmung prägten und veränderten
Kann der Autor Geschichte erzählen als
Subjekt und Gestalter dieser im doppelten
Sinne als Teil wie als Erzähler der sein
Bild mit seinem Horizont weitergibt
Womit sich die Form des Epos als
Klassische Erzählung der Geschichte
Wie als Teil dieser wandelt wir etwa
Die Ilias im doppelten Sinne lesen
Damit Kultur pflegen wie vom Blick
Auf sie erfahren und zugleich als die
Kinder Winckelmanns die eigene
Geschichte in anderen Zeiten neu
In unseren Horizont einpassen um
Auf unsere Art Klassiker zu werden
Für kommende Generationen
So gehe ich auf Spurensuche die
Wo ich Geschichte erzähle meine
Gegenwart als Kultur in Geschichten
Spiegelt und schreibe damit erst
Geschichte die das Sein sucht um
Als Teil am Blick mitzugestalten

jens tuengerthal 28.6.21

Herzkontrolle

Herzkontrolle

Das Herz kontrollieren wir am EKG
Manchmal übernimmt auch die
Herzlungenmaschine die Kontrolle
Anstatt ohne zu wissen was die
Technik mit den Gefühlen macht
Habe an die Zeit ohne Herzschlag
Keinerlei Erinnerung was logisch
Erscheint da wochenlang bewusstlos
Herzchirurgen berühren das Herz
Ganz direkt und haben dabei stets
Alles unter Kontrolle hoffe ich doch
Emotional aber ist alles anders
Versuche die Liebe manchmal noch
Durch Imperative zu kontrollieren
Befehle mir Vernunft und Abstand
Auch um der lieben Freiheit willen
Was nur theoretisch wirklich klappt
Andere wählen ähnlich erfolglos
Konvention und Vernunft anstatt
Um sich nie fallen lassen zu müssen
Was totaler Kontrollverlust wäre
Träumen dabei davon festgehalten
Zu werden wenn sie fallen also
Sich anlehnen zu können in der Not
Wobei sich fragt ob wer sich anlehnt
Kontrolle aufgibt oder gewinnen will
Um in Sicherheit zu bleiben aber
Sicher ist wer keine Kontrolle verliert
Kommt nie wirklich zusammen oder
Überhaupt je und da fragt sich der
Dichter in mir was das je wert wäre
Ankommen wollen ohne weg zu sein
Verliert sich in bloßer Belanglosigkeit
Aber was weiss ich schon denke ich
Von Frauenherzen und der Liebe
Bin schon froh nicht ganz dabei
Verloren zu gehen im Nichts was
Ohne Herz noch bliebe

jens tuengerthal 28.6.21

Sonntag, 27. Juni 2021

Anthropophagelei

Anthropophagelei

Die Menschenfresser sind uns fremd
Schaudern überkommt uns zivilisierte
Homo Sapiens wenn es einen uns
Ganz nahen so oder so erwischt was
Bei Belageungen nicht unüblich ist
Wie etwa in St. Petersburg was da
Noch in totalitärer Ideologie Leningrad
Genannt wurde von 41 bis 44 wie
Bei jeder neueren folgenden Belagerung
Wieder die zu unmenschlichem bringt
Wie wir von Moral verführt gerne sagen
Doch zugleich ist es ganz normal zu
Seinem Schatz zu sagen dass du
Sie zum Fressen gern hast wie auch
Jemanden der lecker aussieht gern
Vernaschen möchtest auch aus Liebe
Was die Nähe und Ferne der Worte
Wie Taten auf dem dünnen Grad der
Normalität in unserer Gesellschaft zeigt
Können wir einander Delikatesse sein
Darf sinnlicher Genuss nur unvergänglich
Für eine gefühlte Ewigkeit sein also
So trügerisch wie alle Frauenherzen
Was Frauen umgekehrt wohl sagen
Könnten aber als Lied bisher weniger
Bekannt wurde denn in der Realität
Wir scheinen allerdings keine große
Delikatesse zu sein und gefühlt will ich
Einen Schoß den ich voll Lust küsste
Danach nicht verspeisen auch wenn
Dem Fleisch eher nie abgeneigt
Sowenig wie fleischlichen Gelüsten
Sonst vom anderen Geschlecht dabei
Was mich auch gerne vernaschen darf
Unter gegenseitiger Verkostung der Lust
Aber dennoch liegt es mir völlig fern
Ein Menschenfresser je zu sein
Sind diese Grenzen natürlich
Oder inkarnierte Moral fragte ich mich
Nach der Lektüre von Alphonse Karr
Der über Menschenfresser schreibt
In der Reise um meinen Garten die
Nach zwei Seiten schon doppelt mich
Inspirierte und so ein großes Glück ist
Was Gedanken frisch vernascht gern
Fliegen lässt das Naschen in Erinnerung

jens tuengerthal 27.6.21

Amanzonenwandel

Amanzonenwandel

Zur Zeit der alten Griechen wurden
Die Völker mit weiblichen Kriegern noch
Amazonen genannt woraus die Geschichte
Entstand ihre eine Brust sei verkümmert
Oder würde abgeschnitten was typisch
Chauvinistische Sagen sind von Völkern
Die ihre auch nur auf Glaube basierende
Patrilineare Struktur rechtfertigen indem
Sie weibliche Macht als gegen die Natur
Erklären wie den Namen Amazone
Von a-mazos also brustlos herleitet
Andere meinen es komme von a-maza
Also brotlos weil die Damen Fleisch
Als Nahrung bevorzugten was an die
Diskussionen um die Potenz der
Grillenden Veganer eher erinnert
Manche glauben dagegen fest der
Name stamme von zone und hieße
Wohlgegürtet also gut bewaffnet
Auf die Sozialstruktur ihrer guten
Gemeinschaft dagegen spielt die
Benennung nach hama und zosai
An was zusammenlebend meint
Wie auch immer der Name kam
Verrät dieser wie viel in den Sagen
Mehr über griechischen Chauvinismus
Als über das tatsächliche Leben in
Matriarchal geprägten Gesellschaften
Um das Mittelmeer herum die wohl
So gut funktionierten dass die Griechen
Teilweise aus Angst und Feigheit
Sagen nach der Niederlage erfanden
Laut Herodot lebten solche um das
Schwarze Meer herum wie auch
Auf dem Gebiet des heutigen Libyen
Was auch für Ostanatolien bezeugt
Wo darin eine Traditionslinie zu den
Hethitern gesehen werden könnte
Welche wie die Babylonier auch
Höchste weibliche Göttinnen hatten
Spannend dagegen wie das Judentum
Seine Matrilinearität erst in der viel
Späteren rabbinischen Zeit begründete
Als Reaktion auf die neue Dominanz
Der griechisch römisch geprägten Sekte
Christentum die Frauen nicht nur vom
Priesteramt ausschloß sondern sie für
Unrein wie schuldig erklärte auch
Unter Berufung auf die Geschichte
Von Adam und Eva während zeitgleich
In Germanien etwa eine matrilinear
Geprägte Struktur laut Tacitus üblich war
Sind es die Komplexe der Männer gewesen
Die Frauen über Jahrtausende vom der
Macht verdrängten wie ihre wesentlich
Höhere Potenz tabuisierten was die
Jüdisch christlich geprägte Sekte des
Wüstenräubers Mohammed noch
Lange weiter fortsetzte wem immer
Das auf lange Sicht nutzen sollte
Ist kein vom Islam geprägtes Land
Heute fortschrittlich oder wohlhabend
Außer durch zufällig Bodenschätze
Spannender aber als die erwartbare
Wirkung monotheistischer Sekten
Die schon Rom zugrunde richteten
Ist wie Amazonen von heute nicht
Ihre Brüste binden oder amputieren
Sondern sie lieber selbstbewusst
Erheben durch die Produkte ihrer
Kleiderzauberer oder aus dem Hause
Wonderbra über das was die Natur
Ihnen zubilligt wie es Alphonse Karr
So elegant dezent dem Kapitel
Über Anthropophagen französisch
Lächelnd mit Eleganz voranstellt
Dazu kommen noch die mit Plaste
Wie es im wilden Osten einst hieß
Unter der Haut aufgeblasenen Brüste
Egal ob solche nun eher vom neuen
Selbstbewusstsein oder Komplexen
Der Trägerinnen zeugen werden diese
Wie solche mit weniger Umfang gerne
Von Frau ausgestellt um sich damit
Auf dem Boulevard der Flaneure als
Kriegerin im Kampf der Geschlechter
Offensiv zu präsentieren wie auf
Reaktion darauf vermutlich hoffend
Was solch lächerlich bajuwarische
Kleidungsstücke wie das Dirndl sogar
Im einst preußischen Berlin beliebter
Machen als es je Sitte noch hier war
Dies tun auch Frauen die sich ihres
Geschlechts mit Stolz bewusst sind
Auch um Männer zu beherrschen
Die erwartbar wie dressierte Hunde
Auf präsentierte Reize starren wie
Frau es erreichen will auch um sich
Zugleich über männliche Schlichtheit
Naserümpfend zu erheben während
Alle die wegschauen interessant sind
Desinteresse den Kampfgeist heutiger
Amazonen auf dem Schlachtfeld des
Der Befriedigung dienenden Sex weckt
Während Anhänglichkeit verscheucht
Weil die ihre Brüste präsentierenden
Amazonen frei wie unbesiegbar sich
Gerne geben in der Überzeugung
Doch jeden zu kriegen gerne mit
Allen Mitteln der Technik darum sich
Bemühen wobei Erfolg Eroberung ist
Weniger der Wert des so zur Strecke
Gebrachten Gatten für eine Nacht
Statt verkümmerter Bogenbrüste wie
In antiker Sage tragen heutige eher
Was sie haben angehoben mit Stolz
Unklar noch was das für die Zukunft
Von Frau und Kultur uns verspricht

jens tuengerthal 27.6.21

Samstag, 26. Juni 2021

Leselust

Leselust

Heute morgen voller Lust wieder
In Hermann und Ulrike wie dem
Simplicissimus gelesen während
Bei ersterem Ende des 18. Jahrhunderts
Erschienen Roman Johann Karl Wezels
Es um eine unstandesgemäße Liebe geht
Sind die Abenteuer des Simplicissimus
Der literarische Bericht über die Zeit
Des Dreißigjährigen Krieges wobei
Der gute Simplicissimus sich in Paris
Als Lustknabe verdingt mit so wichtigen
Damen dass die Lust nur im Dunkeln
Stattfindet und er die Damen allein
Maskiert zu Gesicht bekommt was
Mit der Vorbereitung des Abenteuers
Schon lustvollen Rahmen genug gibt
Der durch die lapidare Beschreibung
Noch zusätzlich gesteigert wird wobei
Simplicissimus gesteht dass er als sich
Noch mehr Kundinnen dieser Art fanden
Bei denen er sehr gut verdiente die sich
Aber so über ihn hermachten dass er
Mit dem Schwinden seiner Kräfte lieber
Beschloss davon Abstand zu nehmen
Sein schlechtes Gewissen als bereits
Verheirateter Mann konnte er mithilfe
Der Vermittlerin dabei gut verdrängen
Und so vögelte der deutsche Krieger
Der zuerst für die Kaiserlichen focht
Aber zur Zeit seines Ausflugs längst
Bei den Schweden war sich durch die
Prominenz des Pariser Adels ohne je
Zu wissen mit wem er es dabei tat
Gewann er doch den zu Köln noch
Durch Betrug verlorenen Schatz wieder
Was auf sehr sinnliche Art zeigt Paris
War schon zu dieser Zeit mehr die
Stadt der Lust der nur der Mantel der
Liebe dekorativ umgehängt wurde was
Den sinnlichen Ort auch nicht weniger
Anziehend macht zumindest theoretisch
Praktisch dürfte Berlin die Seine-Metropole
Längst in der freien Liebe abgelöst haben
Aber mancher Ruf ist eben unerschütterlich
Dagegen küsst die besorgte Ulrike den nur
Liebeskrank bis zur Bewusstlosigkeit dann
Gewordenen Hermann nur liebevoll doch
Das weil unstandesgemäß Verbotene dabei
Gibt der eigentlich keuschen Situation neben
Der den Roman durchziehenden Komik auch
Eine sehr sinnliche Note was dem Geist des
Späten Rokoko in der Aufklärung entspricht
Wovon unsere Zeiten wohl noch manches
Wieder lernen können nachdem das prüde
19, Jahrhundert unter dem Mantel der nur
Vermeintlich sinnlichen Romantik alle Lust
Wie im viktorianischen England erstickte
So war der Hauptgang der heutigen Lektüre
Nach ein wenig Kulturgeschichte vorab
Schon sehr sinnlich schön was zum Tag
Wie dessen Sommerlicht wunderbar passte
Gerne folge ich diesen auch erotischen
Texten aus der Anderen Bibliothek noch
In Gedanken ein wenig träumend von dem
Was vielleicht irgendwann wieder kommt

jens tuengerthal 26.6.21

Lustphilosophie

Lustphilosophie

Welche Philosophie gibt sich der Lust
Ihrer Art entsprechend ganz hin oder
Liegt der Kitzel dieser im Unerreichten
Verliert was verfügbar ist seinen Reiz
Weil wir uns dessen zu sicher sind ist
Also Lust als Kitzel in der Erotik auch
Immer mit einem Mangel verbunden
Wie uns der leicht verhüllte oder die
Entscheidenden Stellen mit Wäsche
Bedeckende Körper oft mehr reizt als
Die nur natürliche Nacktheit ist also
Das Spiel von Entzug und Begehren
Ganz natürlich und fehlt uns damit
Der Ansporn zu den Turnübungen
Wo sie nicht im Spiel getarnt werden
Denke zwar auch nach der Natur
Kann Nacktheit genügen verbunden
Mit Zuneigung Reize zu wecken aber
Das Spiel mit dem Unsichtbaren wie
Scheinbar Unerreichbaren erhöht die
Lust noch zusätzlich womit reizvoll
Auch geistig wird was sonst schlichte
Begattung nach der Natur wäre die
Wie viele Paare bezeugen werden
In Beziehungen ihren Reiz verliert
Was sicher viele gute Gründe hat
Auf die hier nicht einzugehen der Platz
Doch kann dem Verlust erfolgreich
Durch kleine Spiele entgegengewirkt
Werden wie dem Sex neuer Reiz also
Verliehen wird was der Lust mehr
Dauer verleiht als die nur Natur warum
Es immer wieder lohnt Gewohnheiten
Dabei auch infrage zu stellen um sich
Jedes mal neu zu überraschen
Also reizvoll füreinander zu bleiben
Der ewige Streit der Paare der dann
Im Versöhnungssex eine Erlösung findet
Ist dabei zwar die verbreitetste Form wohl
Doch ist sie zu schlicht und echter Erotik
Eher unwürdig ihr den Zauber noch raubt
Worte können dabei viel bewirken wie das
Geistige Vorspiel viel wichtiger erscheint als
Der Akt an sich der in relativ ähnlicher Art in
Beschränkter möglicher Form von Stellungen
Bald seine gymnastischen Grenzen findet
Während die verbale Erotik grenzenlos ist
Ein Universum der Lust uns eröffnet was
Als geistige Haltung besser genutzt würde
Statt sich in indischen Stellungen nur noch
Verrenkt sinnlich wieder zu finden was zwar
Gewissen Reiz auch hat aber nie auf Dauer
Mit geistiger Lust noch mithalten kann

jens tuengerthal 26.6.21