Lektürentagebuch 8.5.26
Passend zum 8. Mai heute die große
Grete de Francesco gelesen über die
Macht des Charlatan den Teil über
Wundermechanik als neue Alchemie
Im Kapitel Aufklärung und Automaten
Ging es um die in dieser Zeit neuen
Wie beliebten mechanischen Figuren
Die gekonnt Menschen imitierten
Sie stellt zunächst verschiedene Arten
Vor und wie sich in Kabinetten oder
Auf Jahrmärkten verbreiteten und
Durch Täuschung staunen ließen
Dabei wird erklärt wie sie dabei rein
Mechanisch funktionierten aber auf
Diese Technik noch die Täuschung
Des Publikums gesetzt wurde
Warum diese Maschinen auch nicht
Dem Geist der Aufklärung technisch
Dienten sondern Aberglauben was
Alles möglich wäre wecken konnten
Über die Romantik und Geschichten
Von E.T.A. Hoffmann baut sie dabei
Literarisch interessant eine Brücke
Zum Thema des Charlatans noch
Dies ist wieder beste Aufklärung die
Einen großen kulturellen Bogen auch
Schlägt und ohne es zu nennen die
Aktuellen politischen Verhältnisse
Zur Zeit des Faschismus kritisiert
Grete de Francesco wurde 1893 in
Wien als Margarethe Weissenstein
Geboren und wurde 1945 im KZ
Ravensbrück wohl ermordet
Ihr 1937 veröffentlichtes Buch gilt
Als Standardwerk zur Scharlatanerie
Sie war Tochter jüdischer Eltern
Ihre Diplomarbeit im Fach Politik
Schrieb sie dort als erste weibliche
Absolventin 1931 über das Gesicht
Des italienischen Faschismus
Sie schrieb für das Feuilleton der
Frankfurter Zeitung und war unter
Anderem mit Walter Benjamin auch
Befreundet wie Bloch und Kracauer
Sie wurde 1944 von der SS in ihrer
Wohnung in Mailand verhaftet und
Danach vermutlich im März 1945 im
KZ Ravensbrück umgebracht
Ihr Band zum Charlatan aus der
Anderen Bibliothek ist gerade heute
Beim Blick nach Osten wie nach
Westen eine echte Leseempfehlung
jens tuengerthal 8.5.26
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