Lektürentagebuch 16.5.26
Auf der Reise ins Paradies schreibt
Heinrich mit Christine Gondela aus
Bamberg am 10. September 1802
Wohin sie mit Hindernissen gelangten
Sie hörten schon das Klappern des
Rades an der Leiter des Wagens
Aber der Postillon meinte es würde
Noch dicke bis Bamberg halten
Zur Sicherheit wollten sie die nur
Zwei Meilen zu Fuß laufen und die
Kutsche sollte hinterher fahren doch
Kaum liefen sie ein wenig lief schon
Wer hinter ihnen laut rufend her
Die Achse war wieder gebrochen
Der Wagen infolge umgefallen
Zum Glück direkt vor einer Schmiede
Herrlich aber noch sehr höflich wird
Dabei umschrieben wie Heinrich den
Böhmischen Schmied verfluchte der
Vorher mangelhaft arbeitete auch die
Versuche von positivem Denken um
Das Unglück besser zu ertragen sind
Sehr nett und scheinen ganz aktuell
Es hätte schlimmer kommen können
Dabei macht sich der Bremer mit
Viel Selbstironie über sich lustig
Indem er sich ausmalt wie schlimm
Es doch noch hätte kommen können
Der Schmied und seine Leute halfen
Beim Aufrichten des Wagens und
Behoben den Schaden schnell wieder
Die Fahrt nach Bamberg ging weiter
Der Postillon meinte es gäbe wohl in
Bamberg hervorragende Werkstätten
Wie er ihnen später auch ein anderes
Als das gebuchte Hotel nahelegte
Sie aber blieben bei ihrem und fuhren
Gut damit alles wäre gut und reinlich
Gingen dann noch durch die Stadt
In der sie bayerische Soldaten trafen
Dies ist besonders wie auch dort noch
Berichtenswert weil nach dem gerade
Reichsdeputationshauptschluss vom
Allerdings erst 25. Februar 1803 dann
Die kirchlichen Fürstentümer erst als
Ersatz für an Frankreich verlorene
Gebiete links des Rheins dann zur
Säkularisierung neu verteilt wurden
So trat der Bischof von Bamberg
Der ein Fürst im Reich noch war
Am 29. September 1802 zurück
Eine Reise im sich wandelnden Land
Dies wird im Buch teilweise durch
Eine kleine Fußnote bemerkt lohnt
Aber der weiteren Lektüre weil der
Reichsdeputationshauptschluss die
Offizielle Auflösung des einst noch
Heiligen Römischen Reiches brachte
Ein Achsenpunkt der deutschen
Geschichte mit Folgen wohl ist
Das erste deutsche Reich hielt ohne
Am Anfang deutsch zu heißen von
800 bis 1803 was die Geschichte vom
Tausendjährigen Reich begründete
Das zweite noch von 1871 bis 1918
Also ganze 47 Jahre dabei während
Das 3. Reich nach 12 Jahren zum
Glück wieder Geschichte war
Um diesen wichtigen Wendepunkt
Reisen beide durch das Reich und
Plagen sich teils mit Grenzen wie
Dem Zustand der Straßen dabei
Bamberg selbst und die Gassen
Dort finden sie erstmal ziemlich
Dunkel und eng gehen lieber mit
Frischen ersten Trauben aus der
Altstadt an den Stadtrand und
Besteigen dann wie so gerne
Noch einen Hügel von dem die
Stadt zauberhaft wieder aussieht
Auf dem Weg zurück sehen sie
Pfälzische Soldaten den Dom
Betreten und folgen ihnen neugierig
Bis auf einmal laut die Tür knallt
Sie wähnen sich eingeschlossen
Rennen so schnell es geht zur Tür
Überlegen ob sie schreien sollen
Aber die Tür war gottlob hier mal
Seltsam passend verwendet nicht
Verschlossen und heim ging es
Gerade noch rechtzeitig zum dann
Reichlichen Essen am Abend
Aus Mürzhofen berichtet von seinem
Spaziergang nach Syrakus der gute
Johann Gottfried Seume Mitte Januar
Von stürmischer Wanderung noch
Durch hohen Schnee im Winter
Er schreibt es sei Mitte Januar
Die Alpen dann zu Fuß überqueren
Ist schon eine harte Prüfung
Doch kommt er im tiefen Schnee
Der ihm bis zur Wade reicht teils
Schneller teils langsamer vorwärts
Als die Fuhrwerke die er trifft
Berichtet von den Quellen der Wien
Wie anderer Flüsse die hier in ganz
Zauberhaften Tälern häufig Mühlen
Noch zum Nutzen aller antreiben.
Was ihm Grund genug gibt über
Das Leben etwas zu philosophieren
Was ihn zu dem klugen Schluss führt
Mal geht es schneller mal langsamer
Sehr erfreut berichtet er dafür vom
Anblick des jungen schönen Mädchen
Das ihn in der nächsten Pension mit
Teilnahme begrüßt was entschädigt
Ein kurzer Bericht über die nun
Alpenquerung im Winter was im
Sommer schon ein Abenteuer ist
Der ein Bild der Aufregung zeigt
Neben dem immer wieder im
Schnee verlorenen Weg zehrt
Auch die Angst vor Räubern
Dabei noch ständig an ihm
Im 28. Brief berichtet der Autor
Johann Kaspar Riesbeck der
Sich zur Tarnung als Franzose
Ausgibt aus Wien und Umgebung
Zunächst aber kommt er auf den
Ungeheuren Reichtum des Hauses
Lichtenstein wie des Fürsten Franz
Der reicher als alle an Besitz sei
Nennt ihn den reichsten Partikular
Was Privatmann eigentlich heißt
Weil seine unmittelbare Herrschaft
Im Reich mit Vaduz und Schellenberg
Unbedeutend sein und nur dazu
Dienten eine Stimme im Reichstag
Auch zu haben er verdiene allein
Zehnmal mehr als der reichste
Engländer der Lord Cavendish wäre
Auch die Fürsten Esterhazy und
Schwarzenberg hätten wohl auch ein
Vielfaches an Einkommen noch
Verglichen mit denen in Neapel die
Pilati in seinem Reiseführer noch
Fälschlich als die Reichsten einstuft
Dem muss Riesbeck widersprechen
Spätestens bei diesem eher komisch
Konkurrenten Verhalten im Kleinen
Aber offenbart sich der Deutsche
So schriebe wohl eher kein Franzose
Trotz des großen Reichtums sind die
Meisten Häuser hochverschuldet weil
Sie sich so viele Pferde wie Lakaien Tafeln und Spiele dazu leisteten
So würde in Paris das Geld wohl mit
Mehr Geschmack verschwendet aber
Die Wiener hielten länger dabei durch
Ohne dabei wohltätig zu sein noch
Auch die Kunst profitiere nicht vom
Hiesigen Reichtum es würde bloß
Geschmacklos verschwendet außer
Der Lichtensteinschen Sammlung
Diese hätten mehr als 600 Meister auf
Ihre 12 Zimmer verteilt von Da Vinci
Bis Rubens wäre hier alles dabei aber
Das sei außer dem Hof auch alles
Dann beschreibt er sehr einfühlsam
Wie es typisch für Wien wäre dass sie
Essen bis sie kotzen müssen dies
Dann täten um weiter zu essen
Die Musiken wären das einzige wo
Der Adel hier Geschmack zeigt viele
Häuser hätten eine eigene Bande
Musikanten was eine Kapelle heißt
Es gäbe vier bis fünf große Orchester
Die alle unvergleichlich wären dabei
Sei die Zahl der Virtuosen gering aber
Die besten Orchestermusiker der Welt
Er hätte bis zu 40 Instrumente noch
Zusammenspielen hören und alle
Gäben einen richtigen reinen Ton
Was die Zuhörer völlig begeistert
Es gäbe gegen 400 Musikanten die
Sogar an einem Tag alle zusammen
Spielen würden zum besten der hier
Musikantenwitwen in Harmonie noch
Eins der schönsten Schauspiele sein
In den letzten Sommernächten die
Limonadenhütten das wären große
Zelte auf allen größeren Plätzen
Dort würde zur Nachtzeit Limonade
Ausgeschenkt es gäbe da hunderte
Stühle mit Damen und Herren dazu
Spielen bei sonst Stille Musikanten
Wer die Equipagen von Wien sehen
Will sollte im Sommer ein Feuerwerk
Im Prater besuchen dieser wäre ein
Natürlicher Eichen und Buchenwald
Gelegen auf einer Insel in der Donau
Deren oberer Teil die Leopoldstadt
Als große Vorstadt ist dort liegen
Etwa 30 Hütten verstreut noch im
Schatten der Bäume mit Bänken und
Tischen wo es Essen und Trinken im
Überfluss noch gibt und wird täglich
Stark besucht aber bei einem
Feuerwerk besonderes merkwürdig
Etwa 12.000 Menschen würden sich
Versammeln dort Abendrot essen zur
Nacht strömt alles zu einer Wiese
Gegenüber dem Feuerwerk erhebt
Sich ein Amphitheater das von wohl
Einigen hundert sehr geschmückten
Damen besetzt wird die glänzen
Danach aber kämen bis zu 1500
Kutschen und sonst Fuhrwerke die
Aus dem Wald in die Stadt fahren
Alle direkt hintereinander dabei sind
Meistens herrschaftliche Equipagen
Mit 4 bis 6 Pferden deren Anzahl sich
Auf etwa 3500 beläuft sowie 560
Fiaker und 300 Stadtlohnwagen
Es gäbe trotz des starken Verkehrs
Keinerlei Unordnung so haben die
Fußgänger besondere Wege das wird
Von Kürassieren mit Säbel bewacht
Es sei der Verkehr hier sehr ordentlich
Nie würden mehr als 7 totgefahren
Was weniger als 20 in Paris wären
Froh wären wir um diese Zahlen heut
Das Feuerwerk zieht er allen anderen
Schauspielen vor sogar dem Theater
Er lobt dann einen besonders der
Seinen Konkurrenten verdrängte
Dieser wäre zwar besser gewesen
Aber war Italiener wurde als ein
Atheist beschimpft und war darum
Bald bei der Kaiserin erledigt
Zu den Sommerbelustigungen gehört
Auch der Augarten was ein schöner
Großer Park wäre der östlich an den
Prater grenzt und ein Werk des
Kaisers wäre der ihn allen Menschen
Widmete aber es genießt ihn nur der
Feinere Teil des Publikums der Pöbel
Merkt selbst dass er nicht hin passt
Es sei ein englischer Garten für den
Der Kaiser keine Kosten scheute
Es gibt prächtige Pavillons mit allen
Erfrischungen im Sommer hier
Alle Stände mischten sich hier
Besonders Adel und Gelehrte und die
Damen trinken Kur sich im Neglischee
Zu zeigen was die Herren genießen
Unter den öffentlichen Spazierplätzen
Ist der Wall am beliebtesten obwohl in
Praller Sonne oft gedrängt voll so
Machten die Bürgerlichen stets nach
Der Kirche zugleich eine Tour auf dem
Wall um die ganze Stadt wozu sie nur
Eine Stunde brauchen höhere Stände
Führten ihre Hunde dort gerne aus
Hunde seien ein großer Luxus hier
Mit dem gewetteifert würde wie mit
Equipagen und Kleidern dabei sind
Gerade besonders Spitze in Mode
Der Garten des Belvedere das einst
Prinz Eugen besaß ist auch ein
Öffentlicher Spazierplatz heute dabei
Hat der Park nichts besonderes
Dagegen sei das Gebäude eines der
Merkwürdigsten der ganzen Stadt
Von dort hast du den Überblick
Der Palast enthält die kaiserliche
Gemäldegalerie unten die Italiener
Von herausragender Qualität mit
Werken von Raffael bis Veronese
Besonders lobt er Corregios Cupido
Oben hängen die Niederländer von
Wouwerman Bergheim Rembrandt
Die Galerie wäre 3 Tage die Woche
Für jedermann unentgeltlich offen
Anstößige Gemälde sind mit grünen
Vorhängen bedeckt die aber jeder
Nach Belieben öffnen kann dabei sind
Einige bei denen sich wohl der
Heilige Franz von Assisi in Dornen
Wälzen würde es sind auch Gruppen
Die du im Leben nirgends als hinter
Bettgardinen findest also Sex
Er sah es in einer Gruppe mit auch
Verschiedenen Damen und Fräulein
Die Herren zogen ungeniert auf und
Auch die Damen sahen genau hin
Zwar verbargen einige dabei ihr
Gesicht hinter Fächern aber diese
Hatten genug große Öffnungen und
Keine überwand sich wegzusehen
Eine halbe Stunde vom Wall liegt
Die Sommerresidenz der Kaiserin
Schönbrunn in sumpfiger Senke
Er hielte es dort keine zwei Tage aus
Der Palast wäre sehr weitläufig und
In großem Stil gebaut die Meublierung
Dort sei kaiserlich aber einige Säle
Hätten Tapeten von Gobelin
In dem dort Tiergarten sei ein Elefant
Das merkwürdigste der aus Indien
Ein Geschenk des Statthalters von
Holland wäre das wertvoll ist
Der Kaiser hat sich im klassizistischen
Stil eine Sala Terrena auf die Anhöhe
Bauen lassen auf der seine Mutter
Besser ihr Schloss gebaut hätte
Wenn die Kaiserin da ist sieht man
Außer Kapuzinern und alten Damen
Wenig schöne Welt der Garten ist zu
Jederzeit für jedermann offen
Der Palast aber nur in Abwesenheit
Der Kaiserin besonders reizvoll findet
Riesbeck Schönbrunn deutlich nicht
Er bevorzugt da den Kahlenberg
Dieser läge eine Stunde über der
Stadt an der Donau schon der Weg
Sei vortrefflich dorthin wo sich auch
Das Sommerhaus des Feldmarschalls
Franz Moritz Graf von Lacy der im
Siebenjährigen Krieg gegen Preußen
Kämpfte und Berlin besetzte befindet
Der einen englischen Garten hat
Auf der Spitze des Berges steht ein
Kamaldulenserkloster am schönsten
Punkt weit und breit davor gibt es
Bänke und Tische für die Damen
Denen ist der Eintritt in das Heiligtum
Ohne Erlaubnis des Erzbischofs noch
Verboten dabei haben die Mönche
Kleine Häuser mit eigenem Garten
Sie haben eine Aussicht auf die
Donau die einem Mönch wirklich
Unwürdig sei es liegt einem ganz
Wien von dort zu Füßen
Vor da kannst du bis an die Grenzen
Österreichs bis nach Mähren Ungarn
Blicken auf dem von dort sichtbaren
Berg von Enzersdorf wächst einer
Der besten Weine von Österreich
Er genießt den Ausblick sehr und
Meint glücklich sei wer so wohnen
Dürfe aber der Mönch verneinte es
Die Zellen seien beständig dem Wind
Ausgesetzt und im Winter noch kälter
So brachte ihn der Mönch aus der
Verzückung wieder zurück
Nach der Besichtigung gaben sie
Den Mönchen ein Trinkgeld für
Einige Messe für sie was das übliche
Eintrittsgelder dort oben wäre
Sie eilten zurück zu ihren Damen
Hatten kalte Küche und Wein dabei
Der Tag war schön die Frauenzimmer
Gut aufgelegt und so genossen sie
Es gibt noch andere öffentliche
Spazierplätze darunter auch der
Kalvarienberg an dem die Eroberung
Unter der Maske der Andacht noch
Weiter getrieben werden kann als an
Öffentlichen Orten weil sich unter
Heiligen noch besser vor der Polizei
Versteckt werden kann in Wien
Von Wien geht es nach Berlin aus
Dem Jahre 1780 in das Jahr 1846
Zum Berlin Buch von Ernst Dronke
Auch aus der Anderen Bibliothek
Sehr feinfühlig schreibt Dronke über
Schlafstellen für die ärmeren Klassen
Die ein Bett für die Nacht brauchen
Aber tagsüber bitte verschwinden
Darum müssen viele Arbeiter die so
Billig wohnen auch ihre freien Tage
Außer Hause verbringen was selten
Nur von guten Folgen sein kann
Diese Nachtunterkunft bringt die
Armen oft in klägliche Situationen
Vermieter sind oft misstrauisch
Wie in Fällen der Not hartherzig
Wer nicht bezahlen kann fliegt raus
Sein Hab und Gut wird anstatt dann
Beschlagnahmt sie müssen dann
Bei jedem Wetter draußen nächtigen
Oft fallen sie so der Polizei in die
Hände und gehen dann rechtlos
Einer ewigen Strafe entgegen was
Manche freiwillig in Haft gehen lässt
Schlimmer noch sind die Verhältnisse
Bei armen Arbeitern welche Familie
Haben für die auch noch gesorgt
Werden soll in Familienhäusern
Es ist erschreckend wie spannend
Wenn Dronke den Blick auf die
Widrigsten Umstände wirft eine
Sozialgeschichte Berlins schreibt
jens tuengerthal 16.5.26
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