Dienstag, 5. Mai 2026

Lektürentagebuch 4.5.26

Lektürentagebuch 4.5.26

Heute in vier Büchern unterwegs im
Lektürenland gewesen dabei gleich
Mit dem Reich der Phantasie auch
Begonnen bei Erwin Seitz der sehr

Ausführlich über die Auswirkungen 
Des Christentums auf die endlich
Verfeinerung der Deutschen schreibt 
Was historisch spannend auch ist

Die von dem abtrünnigen jüdischen 
Rabbi und Zimmermann einst noch
Gegründete Sekte war weniger für
Für feine Geister als für Hirten

Handwerker und ländliches Volk und
Wandte sich sogar nach Berichten 
Der Evangelien gegen die städtische 
Kultur des Handels im Tempel

Warf deren Tische um und war auch
Sonst geschäftsschädigend eher tätig
Predigte eher eine Rückkehr zum
Ganz einfachen Leben noch

So gesehen war der Typ einerseits
Ein Revolutionär der sich gegen
Die bestehende Ordnung aber aus 
Albern jenseitigen Motiven wandte

Auch die ersten Anhänger der Sekte
Die teils verlacht und auch verfolgt 
Noch wurden trugen eher nichts zur
Verfeinerung der Sitten selbst bei 

Eine Konkurrenz zur herrschenden
Humanistischen Kultur in Rom wurde 
Die Sekte erst durch den Einfluss des 
Später konvertierten Humanisten

Augustinus der aus Karthago also
Dem nördlichen Afrika ursprünglich
Stammte geistig Vater der Kirche 
In Rom dann wurde die allerdings

Vorher schon unter Konstantin zur
Römischen Staatsreligion wurde
Womit Seitz nur wieder ungenau
Die offizielle katholische Lesart zeigt

Gerät hier etwas ins ungenaue
Was für einen aus dem katholischen
Bayern stammenden nicht völlig
Untypisch ist nach aller Erfahrung

Auch die fehlende Abgrenzung zum
Geistigen Bruch den diese Sekte 
Gegenüber dem Humanisten darstellt
Erwähnt Seitz dabei nicht wirklich

Eine Freude zu lesen ist er dennoch
Weil er guten Anlass für mich zur
Klarstellung noch gibt über die reale
Rolle des Christentums in unserer

Kultur die sich nur ohne und gegen
Diese überbewertete jüdische Sekte
Für ländliche Bevölkerung vor rund
2000 Jahren entwickeln konnte

Sicher sind die wichtigste Kunstwerke
Der Kultur bis zur Aufklärung noch
Von diesem Aberglauben geprägt
Aber nicht die Kultur Europas

Das sogenannte Abendland blieb
Nur Kulturraum gegen und trotz
Der Lehren der dogmatischen Sekte
Die vom Jenseits im Ackerland träumt

Darauf wird teilweise ganz vorsichtig
Auch von Seitz hingewiesen wie das
Römische Reich kultivierter Raum war
Den das Christentum das auch wie

Der noch primitivere Islam mit dem
Schwert eingeführt wurde weil die
Herrscher es als eine Legitimation 
Ihrer Macht benutzten erst verdrängte

Die römische Kultur die sich auf die
Noch ältere griechische berief ging
Mit dem Christentum erstmal unter
Und brauchte 1000 Jahre bis zur

Wiedergeburt in der Renaissance 
Die nicht umsonst diesen Namen
Als geistiges Licht gegenüber dem
Eher finsteren Mittelalter auch trug 

Von all dem schreibt Seitz nichts
Deutet es nur sehr dezent an nach
Dem vorher Lob antiker Kultur in
Trier etwa die danach versank

Hier wäre für einen echten Chronisten
Der Verfeinerung mehr möglich als
Augustinus heilig zu sprechen dessen
Scham für seine Sünden sicher das

Peinlichste geistige Erbe eines vorher
Humanisten ist aber eben typisch den
Christlichen Geist der Hoffnung auf
Ein Jenseits noch albern vorträgt

Die Versuche das menschliche
Bedürfnis nach einer göttlichen
Erlösung als Entwicklung zu deuten 
Sind einfach nur lächerlich heute

Dies benennt Seitz auch ganz richtig
Weist daraufhin dass Christentum wie
Islam ein geistiger Rückschritt nach
Dem vorher schon Humanismus

Immer waren sieht also das Problem
Wie das Hindernis dass alle Religion
Bei der geistigen Verfeinerung bringt 
Aber zieht leider keine Konsequenz 

Das ist schade aber gibt dafür dem
Dichter und Flaneur die Gelegenheit
In der kritischen Betrachtung dann
Auf die geistigen Wurzeln des 

Abendlandes und damit Europas
Wieder hinzuweisen die zuerst im
Älteren Humanismus liegen der den
Albernen Aberglauben überwand

Verdrängt wurde dieses kritische
Denken einer philosophischen Kultur
Von einer dogmatischen Sekte die
Sich mit der Macht nur verbündete 

Natürlich mag jeder gerne nach
Seiner Fasson glücklich werden
Auch glauben was gefällt aber fein
War die Kultur des Humanismus

Jede Religion ist nur primitiver
Rückschritt in vorige Epochen was 
Seitz so auch andeutet aber leider
Ohne Konsequenzen im Thema

Wer sich der Verfeinerung der
Deutschen widmet müsste also
Deutlich sagen trotz und gegen 
Die primitive Sekte kam es dazu

Das Christentum ist Kulturbremse
Im Abendland das durch die Sekte
In seiner geistigen Entwicklung eher
Zurückfiel als je weiter kam damit

Wer das Abendland verteidigen will
Sollte für humanistischen Atheismus 
Bei staatlichem Laizismus plädieren
Das maurische Spanien war toleranter

Erst eine langsam Überwindung der
Jüdischen Sekte Christentum ließ
Eine Verfeinerung der Kultur zu die 
Es im Humanismus davor schon gab


Nach genug Empörung über die
Fehlende geistige Konsequenz im
Sinne eines europäischen Laizismus 
Ging es weiter mit Ghost Stories 

In denen sich Siri Hustvedt zumindest
Philosophisch neurologisch kritisch
Mit dem Geist ihres Mannes des just 
Verstorbenen Paul Auster beschäftigt

Sie geht dabei weite Wege um die
Große Sehnsucht nach Geistern in 
Unserer und anderen Kulturen
Besser verstehen zu können

Woher kommt die gefühlte Präsenz
Der Toten im Leben derer die ohne
Sie weiterleben sollen und was
Steckt wirklich hinter Geistern

Hinterfragt ihr eigenes Erleben als
Pathologisch und stellt es darum
Dem psychisch Kranker gegenüber
Scheut sich nicht vor Hokuspokus 

Die japanische Kultur und ihr offener 
Umgang mit den Geistern der
Verstorbenen die einen eigenen
Feiertag im August haben gefällt ihr

Statt traurigem Totensonntag der
Leicht depressiven Protestanten
Werden in Japan die Toten auch 
Mitte August lieber gefeiert

Sie hinterfragt die Thesen der lang 
Als gültig akzeptierten Stufen der
Trauer nach Kübler-Ross die nicht
Zu ihrem eigenen Empfinden passen

Siri gerät dabei teilweise auf schon
Spiegelglatte Abwege die oft nur
Im Aberglauben enden können die 
Sie aber mit Intellekt gut umschifft

Ohne Scheu sucht sie um ihre
Eigenen Empfindungen wie etwa
Den Zigarillorauch den sie roch
Obwohl er nirgendwo wirklich war 

Zu verstehen nach Lösungen die
Diese geistigen Wunder aus dem
Geist der Trauer erklären lernen 
Ohne die Vernunft zu verlieren 

Das ist eine immer wieder auch
Großartige Beschreibung einer 
Kritisch denkenden Frau die sich
Mit seltsamen Erlebnissen beschäftigt

Die ihr im Leben schon und in der
Phase der Trauer besonders noch
Passieren ohne dabei auf die ganz 
Schlichten Antworten hereinzufallen 

Staune selbst immer wieder wie sie
Auch abstruse Beispiele auf dem
Weg zum vernünftigen Verständnis
So klug für sich nutzen kann noch


Auch im Geiste der Aufklärung waren
Georg Forster und sein Kapitän
James Cook unterwegs über die
Christian Graf von Krockow nett

Plaudernd auf dem Weg nach
Tahiti und die Abenteuer dort mit
Teils deftiger Sprache erzählt
Bis zur Entjungferung von Georg

Das ist nett gemacht und auch zur
Identifikation anregend geschrieben 
Auch wenn relativ unrealistisch im
Sprachlich historischen Sinne

Teilweise fällt der Autor dann doch
Zu sehr ins Reich der Phantasie für 
Die angeblichen Tagebucheinträge
Was dem Traum von Bildung dann 

Mehr nimmt als nutzt was schade 
Bleibt angesichts des so wichtigen
Themas der Aufklärung zu dem 
Die hier politisch korrekte Sprache

Die Bonuspunkte der Sympathie
Für die Protagonisten zu suchen
Scheint aber oft doch eher bemüht
Damit peinlich im Ergebnis wird

Das ist nur noch nett gedacht
Aber eher zu schlicht gemacht im
Historischen Roman der dazu noch
Unkritisch in die Zeit schaut 

Der große Titel der zugleich ein
Auftrag im Geist der Aufklärung ist
Mit dem großen Traum von Bildung
Hätte mehr Mut zur Wirklichkeit nötig

Aber Krockow plaudert nett genug
Wie in seinen Büchern über Preußen
Gern von mir gelesen zu werden
Nur auch kritisch gesehen dabei

Darum las ich lieber noch
Einige Seite aus der Reise um
Die Welt von Georg Forster aus
Der Anderen Bibliothek die den 

Klugen kritischen Geist von Forster
Feiner zeigen als die Kolportage 
Die Krockow hier inszeniert um
Politisch korrekt auch zu klingen

Der Graf erzählt ziemlich exakt 
Aber leider im falschen Ton der
Zu leicht durchschaubare Absichten
Dem genervten Leser offenbart

Forster lesen lohnt mehr der
Erfundene Cook klingt selten
Glaubwürdig und konsistent
Aber nett gemacht ist es schon

jens tuengerthal 5.5.26

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