Lektürentagebuch 13.5.26
In den Ghost Stories von Siri Hustvedt
Das Kapitel Hold on weiter gelesen
Mit den beiden Liebesbriefen an Paul Nachdem er sie verlassen hatte
Dazu noch die zarte und zauberhafte
Liebesgeschichte dieser zwei Dichter
Die sich fanden gelesen und bin
Davon so gerührt wie von den Details
Kleine politische Notizen am Rand
Wie sie in Paris 1981 im Marais
Bei einem Freund alle auf der Straße
Tanzten den Sieg des Sozialisten
Über die Rechtsradikale Le Pen zu
Feiern wie sie bei Obamas tanzte
Beim Schreiben des Buches noch
Hoffte im November zu tanzen
Was leider nichts wurde weil der
Kleine primitive kriminelle Makler
Wieder zum Präsident gewählt wurde
Der die Welt gegenwärtig noch quält
Auch wie Sophie auf dem College
Beim Sieg von Obama tanzte fließt
Als Detail der Liebesgeschichte
Von Paul und Siri hier mit ein
Wie beide in der U-Bahn Station noch
Heulten es das doch noch nicht
Gewesen sein kann mit ihnen auch
Wenn sie ganz viel vergessen hatte
Die Sage ihrer Liebe hat die Zeit
Der Trennung auf höchstens 5 Tage
In der Erinnerung beider reduziert
Die Briefe belegen es waren zehn
Mindestens zehn denn im nächsten
Kapitel taucht dann noch der eine
Ominöse dritte Brief wieder auf
Was immer dieser dann beschwört
Sie erklärt den ersten weil sie ihm
Ihre Liebe noch ganz ausdrücklich
Erklären musste was bisher nur
Durch Küsse oder konkludent
Durch Zeichen der Liebe geschah
Die sie aussprechen wollte um dann
Im zweiten von ihrer Migräne noch
Zu schreiben und Erinnerungen
Zärtlich wundervoll weiblich aber
Beschreibt sie ihr dann wieder
Zusammenkommen was damit
Begann dass er dann ganz wollte
Also zusammenziehen und der
Einzige Mann mit dem sie vorher
Zusammengelebt hatte war ihr
Vater es war also ein Schock
Auf diesen Schock bei dem sie
Mit ihrer Freiheit noch rang kam
Von ihr nur wenn sie heirateten
Worauf Paul meinte ist okay
Wie sie als nordischer Blitz als erstes
Nachdem sie bei ihm einzog sein
Typisch männliches Bad putzte sich
Dort wohl fühlen zu können künftig
Bei dieser kleinen Erinnerung an den
Alltag der Liebenden denke ich an die
Geliebten hier der letzten 16 Jahre als
Irgendwie immer und doch nie Single
Das Bad putzten einige die auch hier
Zeitweise lebten und nie wurde es so
Wenn ich das gelegentlich tat was
Für unterschiedliche Talente spricht
Paul Auster fragte Siri Hustvedt beim
Putzen er dachte sie sei Bohemiens
Und sie darauf schreibt was sie nie
Wieder in diesem Männerbad wollte
Vom Duschen Pissen oder Kacken
An was ich bei Siri zugegeben nie
Dachte bisher und darüber staunte
Weil manches uns verbogen scheint
Wieder begeisterte mich diese so
Ausnehmend kluge wie feinfühlige
Autorin die dann wo nötig auch ganz
Deutlich wird etwa beim Männerbad
Lebe seit vielen Jahren mit großer
Toleranz in einem solchen was nun
Manche zum putzen anregte und
Andere schlicht ignorierten bin
Noch nicht sicher was mir dabei
Näher kam und sympathischer war
Am Ende zeigt sich was bleibt
Dreck ist nicht der Rede wert
Nach der großen Liebesgeschichte
Noch ein wenig in Bowmans herrlich
Komisch englischen Ein Glücksritter
Über die englischen Jahre des
Fürsten von Pückler-Muskau der als
Freund holder Weiblichkeit für seinen
Geschmack bekannt Kulturgeschichte
Aus der Anderen Bibliothek wieder ist
Dieser war nach England gegangen
Um eine reiche Frau zu finden die
Es ihm ermöglichte Gut Muskau mit
Seinem Garten weiter zu halten
Sie sollte dann bitte auch seine
Eigentlich geliebte Frau die eine
Geborene Hardenberg war tolerieren
Was immer schwieriger für ihn wurde
Unter großem finanziellen Aufwand
Stürzte er sich von Saison zu Saison
In das Gesellschaftsleben auf den
Gütern und in London
Die letzte Saison hatte er schon mit
Henriette Sontag verplempert die
Später ihren Grafen heiratete aber
Sehr eng mit Pückler-Muskau war
Doch nach einigen Artikeln die seine
Absichten als kontinentaler Jäger
Britischer Schürzen offenlegten
Sanken seine Chancen weiter
Trotz bereits herunter geschraubter
Ansprüche erfährt er nur Ablehnung
Verärgert zwischendurch auch seine
Frau noch was ihn sehr beunruhigt
Dann taucht in London plötzlich
Leticia Bonaparte auf eine Nichte
Von Napoleon die mit einem Iren
Verheiratet ist der sie inzwischen
Nach London schickte weil sie seiner
Politischen Karriere durch kleinere
Provokationen störte und diese Dame
Kündigt Pückler-Muskau nun ihren
Selbstmord am Abend mit einer
Flasche Opium an falls nicht ihr
Geliebter mit ihr nach Italien ginge
Es folgt also das nächste Drama
Die lapidare Art wie Peter James
Bowman über die tödlichen Tragödien
Der Liebe schreibt ist so britisch kühl
Dass noch jedes Drama komisch wird
Denke an meine eigenen großen
Dramen der Liebe zurück über die
Heute leichter zu lachen ist als im
Moment emotionaler Beteiligung
Bowman lesen hilft die großen
Tragödien der Liebe mit einem
Feinen englischen Lächeln eher
Unbeschadet noch zu überstehen
Nach dem britischen Humor noch
In den herrlich komischen Roman
Hermann und Ulrike eingetaucht
Von Johann Karl Wezel von 1780
Der schildert wie Hermann nach
Der Ankunft in Dresden zuerst vom
Friseur besucht wird der ihn nun
Als Pudermeister adonisieren soll
Er will nun persönlich die Briefe
Überbringen seines Lehrers um
So Anerkennung und mehr noch
Vor Ort finden zu können so
Wie diese Versuche zu denen er
Gefühlt schön wie ein Königssohn
Aufbricht eine wunderbare sich
Sozialkritik aus der Zeit treffend sind
Des Absolutismus voller Ironie der
Protagonist Hermann geht dabei
Davon aus mit Briefen seines Lehrers
Schwinger stets willkommen zu sein
Schon beim ersten Besuch noch
Wegen Aufstieg am Hof degradiert
Wird er beim nächsten höflich aber
Mit Versprechungen nur vertröstet
Euphorisch schwärmt Hermann dann
Von der Schönheit am Elbufer wo die
Paläste beiderseits hinauf wachsen
Wie es Dresdner von dort gern sagen
So faszinierend fand ich Dresden nie
Der ich in Heidelberg studierte es ist
Ganz nett aber dafür ist der Dialekt
Unerträglich genug fern zu bleiben
Schließlich zieht ihn sein Führer mit
Vor der katholischen Kirche natürlich
Die nur für das Fürstenhaus war das
Mit der polnischen Krone konvertierte
Oder vielleicht auch nur für sie was
Ein weites Feld im Aberglauben ist
Wird er angebettelt und verschenkt
Naiv beim Ansturm der Kinder alles
Nun hofft er um weiterhin gut im
Reichen Dresden leben zu können
Auf Erfolg der Briefe seines Lehrers
Schwinger ohne Zweifel morgen
Es ist ein feiner teilweise böser
Spott über die Zustände im wenig
Aufgeklärten Absolutismus der Zeit
Mit viel feinem Humor dabei
Der Stil lässt mich teilweiser an den
Späteren Jean Paul denken der aber
Schon Kind der Romantik auch war
Während Wezel kritisch aufklärt
Was sonst literarisch nur Diderot
Mit so treffender Schärfe beschrieb
Wird hier plötzlich ganz deutsch was
Der Szene zusätzliche Komik verleiht
Er spottet über die Dresdner Eitelkeit
Wie über Zustände im Absolutismus
Wo eine Berühmtheit der deutschen
Provinz schon in Dresden nichts galt
Warum Goethe den guten Wezel nicht
Weiter würdigte ist mir ein Rätsel
Seine Nähe zum Hof könnte ihn bei
Der Lektüre peinlich berührt haben
jens tuengerthal 13.5.26
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