Lektürentagebuch 19.5.26
Bei Erwin Seitz in der Verfeinerung
Der Deutschen über deren Anfänge
Gelesen unter Karl dem Großen als
Fürst und Lebemann dabei betitelt
Sehr ausführlich und gut recherchiert
Schreibt Seitz hier über den Aufstieg
Der Karolinger nach Karl Martell wie
Karls Vater Pippin auch noch davor
Dessen Taufe und Verteidigung des
Papstes die dann zur berühmten
Pippinschen Schenkung nach dem
Sieg über die Langobarden führte
Hier zeigt sich Seitz mal wieder als
Treuer Katholik und gibt nur die als
Katholische Lüge längst enttarnte
Römische Version wieder was zum
Thema angesichts der Diskussionen
Auch wenn für die Verfeinerung der
Deutschen weniger von Bedeutung
Schon ziemlich dünn eher ist
Seine Begeisterung für Karl den
Großen als Vater Europas ist ja
Durchaus verständlich auch ist
Seine Hofkultur in Aachen sehr
Wichtig für die Entwicklung der
Feineren deutschen Hochkultur
Ordnete sein Reich erstmals neu
Mit einer ganz genauen Verwaltung
Er zitiert hier viel Einhard wie auch
Andere Biographen aus der Zeit
Was ein einseitiges Bild nur gibt
Karls Zersörungswut ignoriert
Ganze dreißig Jahre führte er Krieg
Brachte das Christentum mit dem
Schwert nach Sachsen richtete
Massaker unter Aufständischen an
Seine Reformen und seine Ordnung
Auch für Klöster legten zwar die
Bedingungen für ein produktives
Wie ziviles Leben im Reich aber
Zu welchem Preis und unter welchen
Opfern bei dreißig Jahren Krieg wie
Einer gewalttätige Verbreitung seiner
Kultur unter Verdrängung voriger
Davon schreibt Seitz nichts dafür
Ausführlich über Lebensmittel wie
Kräuter die angebaut wurden so eine
Feine mediterrane Küche brachten
Auch sind die Buchausgaben die im
Umfeld der Aachener Schule wohl
Entstanden heute Weltkulturerbe
Zivilisierte und kultivierte er sehr
Im Hinblick auf die Verfeinerung der
Kultur im fränkischen Reich war Karl
Sicher so verdienstvoll wie Seitz es
Mit vielen Details dazu beschreibt
Doch ist dieser Kaiser zugleich
Auch ein Massenmörder der nach
Berichten bis zu 4500 an einem Tag
Hinrichten ließ Widerstand zu brechen
Er hat die christliche Sekte mit dem
Schwert verbreitet und die Sachsen
Vor die Wahl gestellt Tod oder Taufe
Die vorige Kultur vollständig eliminiert
Den Kaiser und König den wir als
Deutsche mit den Franzosen teilen
Auch zu loben für seine kulturelle
Leistung gibt es gute Gründe
Doch zu ignorieren zu welchem
Preis dies geschah und wie eine
Andere Kultur hier zerstört wurde
Ist eher ignorant und untragbar
Die Ordnung der Verwaltung wie
Der landwirtschaftlichen Produktion
Sind sicher ein großer Verdienst aber
Die Vernichtung anderer Kulturen
Bleibt eine Schande die auch so
Genannt werden sollte da genau
Dieser Geist später die Kulturen
In Amerika brutal zerstörte
Die Lektüre war ein guter Anlass
Über den großen Karl zu lesen
Den Europa bis heute hochhält
Damit eine mörderische Kultur feiert
Karl hat eine wichtige Rolle für
Das werdende Europa und seine
Kultur gespielt aber auch eine
Sehr dunkle Seite dabei noch
Was Karl unter den Sachsen mit
Gewalt veranstaltete war eine
Ethnische Säuberung und hat
Elemente eines Völkermordes
Wer dies anderen als Verbrechen
Vorhält sollte in der Wahl seiner
Helden achtsamer sein und nicht
Wie Seitz einseitig nur verklären
Schön erzählt er aber von der
Kultur der Feste bei Hofe und
Wie wenig Karl sich von der
Katholischen Moral zähmen ließ
Vier Ehen allein schloss er ganz
Regular und hatte zahlreiche
Nachkommen auch verhinderte er
Dass seine Töchter heirateten
Gestattete aber die Friedelehe
Was eine germanische Form der Ehe
War die auf Zuneigung und freiem
Willen beider beruhte womit die
Sonst Vormundschaft des Gatten
Wie in der Sippenehe wegfiel es
War eine Art Liebesheirat bei der
Die Kinder erbberechtigt waren
Dabei waren mehrere Friedelehen
Auch neben der Muntehe möglich
Allerdings wird schon das Bestehen
Des Instituts Friedelehe hinterfragt
Warum auch immer Seitz also nun
Karl ein angebliches germanisches
Institut für das es keine Belege gibt
Unterschieben will bleibt unklar
Jedoch waren die Töchter und auch
Sonst Frauen bei Hof willkommen
Ihnen die Freiheit der Lust zu lassen
Ohne eine Ehe zu müssen ist gut
Wieder zeigt Seitz die Tendenz die
Katholische Lesart von Kultur als
Absolut zu setzen was einer irgend
Differenzierten Sicht im Weg steht
Aber trotz aller Kritik regt er zur
Kritischen Prüfung seiner Thesen an
Die zu den Wurzeln der Kultur führen
Was positiv zu bewerten ist
Das macht es auch verzeihlich dass
Er immer wieder unbelegte Thesen
Wie nicht hinterfragte Geschichten
Erzählt als wäre es so gewesen
Die Idee des neuen kulturellen
Blicks auf die Verfeinerung der
Deutschen bleibt gut sie bräuchte
Nur mehr deutsche Korrektheit
Noch das kurze Kapitel über Baseball
Von Siri Hustvedt in Ghost Stories
Gelesen das wieder eine schöne
Liebeserklärung an Paul auch ist
Sie beschreibt wie sie drei Mails
Wie eine handschriftliche Mitteilung
Von Freunden bekam die wie Paul
Die Baseball Spiele der Mets als
Fans mitverfolgen und wie Paul
Sich über deren Sieg gefreut hätte
Erinnert sich wie sie mit Paul schaute
Weil er Baseball wirklich liebte
Wäre er nicht Schriftsteller geworden
Hätte er dort eine große Karriere
Machen können meinte einmal einer
Dieser Baseball Freunde noch zu ihr
Kurz vor Pauls Tod erinnerte noch
Der Stadionsprecher der Mets an
Paul erinnerte und welche Bücher
Er von ihm besonders liebte
Das ist voller Liebe geschrieben von
Gemeinsamer Erinnerung getragen
Aber ohne Paul interessiert sie
Baseball eher überhaupt nicht
Dieses zarte Geständnis ließ mich
Nachdenken warum ich zumindest
Bei Weltmeisterschaften manchmal
Fußball schaue mit anderen sogar
Obwohl mich Fußball eigentlich
Nur mit meiner Tochter die spielte
Ein großer Fan blieb mal etwas
Interessiert hat sonst so egal ist
Wie bei Siri der Baseball für Paul
Zeitweise spannend war aber ohne
Ihr völlig egal ist wer da gewinnt
Was ich so gut verstehen kann
Aber wie sie Paul so durch ihr
Eigentlich Desinteresse nochmal
Ihre Liebe erklärt ist wunderbar
Weil Liebe auch teilen heißt
jens tuengerthal 19.5.26
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