Samstag, 30. Mai 2026

Lektürentagebuch 30.5.26

Lektürentagebuch 30.5.26

Aus Laybach schreibt Seume auf
Seinem Spaziergang nach Syrakus
Ein längeres Kapitel weil er dort
Station macht um seine Stiefel 

Frisch besohlen und den Anzug 
Reinigen zu lassen weil ihm die
Stadt die heute Laibach oder 
Ljubljana auf slowenisch heißt

Interessant sind Seumes Erwägungen 
Über das slawische Land dort dass 
Doch Russland innig verbunden wäre
Die Sprachen sich alle nah wären 

Diese Gedanken von Anfang noch
Aus dem Jahr 1802 sind heute im
Konflikt mit Russland nicht ohne
Bedeutung erleichtern Verständnis

Seume nennt noch Polen oder die
Lausitz als Russland sprachlich wie
Im Wesen nahe Gegenden dazu
Später auch das Baltikum noch

Einerseits nennt er es das
Deutschordensland andererseits
Erinnere ihn manche Wirtschaft auf 
Dem Land an diese Gegenden 

Die Menschen sprächen einen 
Wie er sagt krainisches Rothwelsch
Was den slawischen Sprachen nah
Trotz der Pyramide dort mit dem

In Marmor mit Gold gefassten 
Treueeid schon für Karl VI den Vater
Von Maria Theresia der durch die
Pragmatische Sanktion bekannt ist

Neben den Berichten über die dort
Zauberhafte Landschaft wie die ganz
Besondere Schönheit von Laibach
In Architektur und Kultur wäre es

Graz eher ähnlich und wie dort sei
Die Kaffeehauskultur viel schöner
Als in Wien wo vieles aufgesetzt 
Wie teuer statt gut bloß wäre

Es wird von guten und schlechten 
Wirten berichtet die er auf dem Weg
Erleben durfte wie Versuchen sich 
Mit Eingeborenen zu verständigen 

Einmal wäre er fast in einem ganz
Frisch gekalkten Zimmer dass er
Gehörig hatte heizen lassen noch
Umgekommen durch den Kalk

Mit letzter Kraft verließ er den
Gasthof und siehe da unterwegs 
Ging es ihm gleich immer besser
Während der dort fast starb

Zumindest beschreibt er seine
Gefühlten Zustand dabei sehr
Authentisch als dem Tode wie
Der Ohnmacht näher schon

Laibach am Fluss gelegen dessen
Verlauf er schon früher folgte
Gefällt ihm sehr gut auch sei
Deutsch dort Amtssprache

Dies wird von ihm 1802 noch als 
Äußerster Zipfel Deutschlands 
Gesehen noch vor dem dieses
Alte Reich bald auflösenden

Reichsdeputationshauptschluss
Spannend ist dass die Menschen
Weniger über Franzosen klagen
Die unter Napoleon dort kämpften

Als über die eigenen Truppen die
Nach verlorener Schlacht schon in
Auflösung begriffen mehr wüteten 
Bis sie in Laibach versorgt wurden

So ist der Spaziergang nach Syrakus 
Von Johann Gottfried Seume mehr
Als ein Reisebericht auch eine
Kulturgeschichte vor Ort wieder

Am 12. September 1802 schreiben
Gondelas auf der Reise ins Paradies
Auch aus der Anderen Bibliothek nun
Aus Würzburg über den Weg dorthin

Der mäßige Zustand der Straße von
Bamberg gen Würzburg das sie aber
Wirzburg schreiben hatte sie zunächst
Ziemlich durchgerüttelt bevor sie ab 

Dettelbach wo auch der Weinbau in
Franken beginnt der Main bald kommt
Eine gute sandige Chaussee fanden
Den Weg mehr genießen konnten 

Die fruchtbare Landschaft zwischen
Bamberg und dem Main hat sie an
Holstein erinnert wenn auch weniger
Hügelig noch doch reich fruchtbar

So schwärmen sie auch von der
Landschaft zwischen Hügeln am
Main von den schönen reichen
Klöstern die dort zu finden sind

Der Weinbau verschwindet dann um
In Würzburg wieder aufzutauchen was
Schon bei Einfahrt mit der Citadelle
Von beeindruckender Schönheit wäre

Sie wählen als Hotel den Kleebaum
Davon und aus der Stadt wird dann 
Im nächsten Kapitel weiter berichtet
Das Reisen war 1802 ein Abenteuer

Schön ist noch die eingeflochtene
Erinnerung ihrer besonderen Liebe 
Für Weingegenden so führte schon
Ihre Hochzeitsreise den Rhein hinab 

Diese kleine Ergänzung und dass die
Beiden Bremer bis Heidelberg fuhren 
Erschließt sich aus den wieder guten 
Fußnoten die besser solche wären 

Im 29. Brief immer noch aus Wien
Erzählt Johann Kaspar Riesbeck in
Briefen eines reisenden Franzosen 
Wieder aus der Anderen Bibliothek 

Von den großartigen kaiserlichen
Sammlungen die jeder täglich
Bis auf sonntags natürlich kostenlos
Besuchen dürfte und beginnt dabei

Seltsam genug ausgerechnet mit
Der Münzsammlung die aber wohl
Die größte und beste in Europa sei 
Mit allein 20.000 antiken Münzen

Auch Mineralien und sonstige eben
Übliche Kabinette stünden in Wien
Auf Anordnung des guten Kaisers
Der Öffentlichkeit jederzeit offen

Die Hofbibliothek die gleichfalls von
Jedem besichtigt werden könnte sei
Eine der prächtigsten Einrichtungen
Mit über 300.000 Bänden allein schon

Davon sind mindestens 12.000 noch
Kostbare Handschriften und auch der
Zugang zu verbotenen Büchern für
Die es eigentlich eine Erlaubnis vom

Erzbischof extra bräuchte sei mit
Einem guten Draht zum Bibliothekar
Jederzeit leicht ohne Probleme dort
Möglich es werde nicht streng geprüft 

Trotz dieser großartigen Bibliothek mit
Ungeheurem Reichtum läsen doch die
Meisten Wiener wenig und wüssten
Im Gespräch nichts kluges zu sagen

Die wenigsten läsen im Lesesaal
Gute wertvolle Bücher etwa von
Philosophen wie Montesquieu die
Meisten lesen nur schlechte Romane 

Dies obwohl der großzügige Kaiser 
Genug eifrige Bibliothekare in der
Kaiserlichen Livree zur Verfügung
Stellte die Lektüre leicht wäre

Nur die Ungarn lobt er hier als große
Ausnahme diese würden dort meist
Würdige Werke zur Geschichte lesen
Was den Deutschen nicht einfällt 

Über den königlichen Buchhändler
Der mit der Gunst der Kaiserin hier
Seinen Handel betreibt regt er sich
Seiner Methoden wegen auf

Dieser drucke auch andernorts bereits
Erschienene Bücher mit kaiserlichem
Privileg nach und zwingt Gelehrte
Bei ihm zu verlegen ohne zu zahlen

Humorvoll schreibt er über die
Wienerinnen die er eher nicht
Besonders schön findet aber
Dafür sehr klug Gespräche führten 

Er sieht die Wienerin als zwischen 
Engländerin und Französin stehend
Voller Lust bei der Sache aber ohne
Eleganz und Schönheit der Französin

Erzählt von den Abenteuern eines
Bekannten den eine schöne junge
Frau vom Fenster aus hereinbat und
Wie dieser es später bereuen sollte

Drinnen stritten dann lautstark
Mutter und Tochter wer das Privileg
Des Genusses haben sollte die sich
Darauf einigten er sollte für beide

Sorgen was er sodann mit allen 
Seinen Kräften versuchte um zum
Abschied um baldigen Besuch von
Beiden Damen gebeten zu werden

Diese Gasse mied er danach um so
Neuen Einladungen vorzubeugen 
Das Liebhaberwesen sei in Wien
Geduldet und ein guter Verdienst

Davon profitierten der Adel wie
Die unteren Schichten sehr einzig
Das wohlhabende Bürgertum ist
Davon eher weniger begeistert

So ist es bis heute noch geblieben 
Wer Geliebte hat oder ist genießt 
Das eben mögliche die anderen
Empören sich gerne moralisch

Nun folgen Ausführungen zur
Volkswirtschaft und dem Handel
Dabei verdienen die Ausländer
Die Wiener zeigten wenig Talent

Der Kaiser den er wieder sehr lobt 
Bemüht sich um Entwickelung wie 
Mehr ökonomisches Denken auch
Beim Adel der verschuldet wäre

Er macht Vorschläge dazu wie Wien 
Sich auch ökonomisch entwickeln
Könnte und kommt dann auf die
Gerade erkrankte Maria Theresia

Besorgt schreibt er über ihre wohl
Angeschlagene Gesundheit um im
Nächsten 30. Brief von ihrem Tod
Zu berichten also November 1780

Amüsant an diesem Brief war der
Versuch als getarnter Franzose
Locker über Liebhaber zu schreiben
Sich dabei aber deutsch moralisch

Im Ergebnis eher zu empören auch
Wenn er es der Tarnung als Franzose
Wegen eigentlich nicht wirklich kann 
Womit er sprachlich lustig lavierte

So ist es bis heute in Frankreich sind
Geliebte völlig normal und retten so
Eher viele Ehen in Deutschland sind
Sie immer noch ein kleiner Skandal

jens tuengerthal 30.5.26

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