Mittwoch, 6. Mai 2026

Lektürentagebuch 5.5.26

Lektürentagebuch 5.5.26

Begonnen mit Gilbert White der in 
Die Erkundung von Selborne über
Verschiedene Arten von Vögeln
Wie ihr Wanderverhalten schreibt 

Wie aus Beobachtungen der Natur
Eine neue Theorie wird die über das
Verhalten der Tiere auf die Art und
Ihre Gewohnheiten schließt fasziniert

Welche wann besonders auffallen 
Warum zeitweise fast nur Weibchen 
In Scharen zu finden sind ob diese
Alleine gen Süden wandern was

Eine These von Lené bestätigte 
Der dies für Buchfinken behauptete
Die sich um Weihnachten sammeltem
Vermutlich gen Spanien noch flögen

Dann noch etwas über die winzigen
Mäuse erfahren die im Feld auf halber
Höhe brüten sich aber im Winter dafür
Unterirdisch Höhlen bauen würden 

Die im Herbst in gefüllten Scheunen 
Zu hunderten anzutreffen sein wo die 
Bauern sie jagen und vertreiben um
Ihre Ernte damit noch zu schützen

Der feine neugierige Blick von White 
Auf die Tiere und ihre Entwicklung
Zeigt Interesse an ihrer Existenz
Im besten Geist der Aufklärung

Es ist auch darum eine immer wieder
Freude mit ihm auf Erkundungstour
Um Selborne zu gehen weil es den 
Blick für die Naturwunder öffnet


Einige Seiten noch vom euphorischen
Curzio Malaparte gelesen in dessen
Lob des guten Italieners einem Text
Noch aus seiner faschistischen Phase

Spannend ist wie er dabei sprachlich
Nicht die Großen lobt die er eher als
Eierkrauler abtut und dafür lieber den
Privatmann als Träger der Kultur sieht

Malaparte zeigt damit was ihn später
Auch vom Faschismus wieder weg
Treiben wird seine besonders noch 
Ausgeprägte Liebe zum Einzelnen 

Beruft sich am Ende wieder auf
Graf Oxensternia der auch schon
Die entscheidende Rolle des Bürgers
Gegen den Terror des Staates sah 

Hier finden sich national faschistische
Ideen die heute abstrus klingen nach
Der Erfahrung mit dieser Bewegung 
Hierzulande wie mit deren Folgen

Andererseits ist er auch dabei schon
Zutiefst freiheitlich individuell orientiert 
Ist italienischer Faschismus auch auf
Der Suche nach eigener Freiheit noch

Das untergegangene römische Reich
Wird verklärt die lange danach noch
Spanische und österreichische
Besetzung als Problem benannt

So ist die seltsam für heutige Leser
Klingende Verklärung des Privatmann
Wie stolzen Italieners noch vom Geist
Der Befreiung unter Garibaldi geprägt 

Das gibt kulturhistorisch auch einen
Interessanten Blick auf die danach
Entwicklung nationalen Denkens aus
Dem Gefühl eines vorher Mangels 

Vielleicht kann so die Lektüre auch
Des frühen Malaparte helfen den 
Seltsamen Nationalismus im vorher
Ostblock verstehen zu lernen

Über die Italiener fluchte dagegen
Johann Gottfried Seume auf seinem
Spaziergang nach Syrakus in Wien
In Gestalt eines dreisten Beamten 

Dieser ein echter Wiener spricht im
Breitesten Dialekt den Seume dabei
Schriftlich darzustellen versucht was
Mehr seinen Ärger darüber noch zeigt

Wie es ihm dann doch mit viel Zeit
Gelingt an seinen Pass zu kommen
Ohne dem neugierigen Beamten zu
Viel zu offenbaren ist herrlich

Vor dem Pass der zur Abreise wie
Zur Weiterreise nötig ist beschreibt
Seume noch mit viel Humor das
Theater des Herren Schikaneder

In der Vorstadt an der Wien das
Sehr erfolgreich Stücke für das Volk
Auch gäbe die teils deftige Kritik
Am kaiserlichen Hof auch übten 

Schikaneder ist uns heute ja eher
Als Librettist der Zauberflöte bekannt
Im Jahre 1802 war er erfolgreicher
Unternehmer mit Theater auch

Das sei kein großes Theater dort
So wenig wie das des Herrn Kasperle
Was ich erst für einen Witz nur hielt
Aber besser als das der Hofburg

So wie Seume Schikaneder hier 
Beschreibt ist die Gaudi vorstellbar
Die beide Logenbrüder mit ihrer
Zauberflöte noch damals hatten 

So legen sie dort einerseits die
Geheimen Rituale teils offen 
Spielen mit dem großen Pathos 
Bringen Liebe und Lust mit hinein

Davon schreibt Seume hier nichts
Aber es stellt den von ihm als sehr
Erfolgreicher Theaterunternehmer
Gezeigten Schikaneder gut dar 

Seume hat einen feinen Blick auf
Die sozialen und kulturellen Dinge 
Seiner Zeit was sehr lohnend ist
Und schaut dabei mit Humor auch

Die kleine Geschichte um den für
Italien nötigen österreichischen Pass
Aus der dortigen italienischen Kanzley
Zeigt wie wunderbar frei Europa ist 

Gäbe es nicht so kleine Geister wie
Den deutschen Bundeskanzler der
Schon Wahlkampf mit seiner typisch
Deutschen Angst zu kurz zu kommen

Machte wären Grenzen in Europa
Geschichte aber dafür braucht es
Einen freien großen Geist der leider
Wenig zu Merz Persönlichkeit passt

So schlägt sich Deutschland weiter
Mit Typen herum wie dem Wiener 
Den Seume herrlich karikierte und
Wählt sie sogar naiv zum Kanzler

jens tuengerthal 6.5.26

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