Lektürentagebuch 5.5.26
Begonnen mit Gilbert White der in
Die Erkundung von Selborne über
Verschiedene Arten von Vögeln
Wie ihr Wanderverhalten schreibt
Wie aus Beobachtungen der Natur
Eine neue Theorie wird die über das
Verhalten der Tiere auf die Art und
Ihre Gewohnheiten schließt fasziniert
Welche wann besonders auffallen
Warum zeitweise fast nur Weibchen
In Scharen zu finden sind ob diese
Alleine gen Süden wandern was
Eine These von Lené bestätigte
Der dies für Buchfinken behauptete
Die sich um Weihnachten sammeltem
Vermutlich gen Spanien noch flögen
Dann noch etwas über die winzigen
Mäuse erfahren die im Feld auf halber
Höhe brüten sich aber im Winter dafür
Unterirdisch Höhlen bauen würden
Die im Herbst in gefüllten Scheunen
Zu hunderten anzutreffen sein wo die
Bauern sie jagen und vertreiben um
Ihre Ernte damit noch zu schützen
Der feine neugierige Blick von White
Auf die Tiere und ihre Entwicklung
Zeigt Interesse an ihrer Existenz
Im besten Geist der Aufklärung
Es ist auch darum eine immer wieder
Freude mit ihm auf Erkundungstour
Um Selborne zu gehen weil es den
Blick für die Naturwunder öffnet
Einige Seiten noch vom euphorischen
Curzio Malaparte gelesen in dessen
Lob des guten Italieners einem Text
Noch aus seiner faschistischen Phase
Spannend ist wie er dabei sprachlich
Nicht die Großen lobt die er eher als
Eierkrauler abtut und dafür lieber den
Privatmann als Träger der Kultur sieht
Malaparte zeigt damit was ihn später
Auch vom Faschismus wieder weg
Treiben wird seine besonders noch
Ausgeprägte Liebe zum Einzelnen
Beruft sich am Ende wieder auf
Graf Oxensternia der auch schon
Die entscheidende Rolle des Bürgers
Gegen den Terror des Staates sah
Hier finden sich national faschistische
Ideen die heute abstrus klingen nach
Der Erfahrung mit dieser Bewegung
Hierzulande wie mit deren Folgen
Andererseits ist er auch dabei schon
Zutiefst freiheitlich individuell orientiert
Ist italienischer Faschismus auch auf
Der Suche nach eigener Freiheit noch
Das untergegangene römische Reich
Wird verklärt die lange danach noch
Spanische und österreichische
Besetzung als Problem benannt
So ist die seltsam für heutige Leser
Klingende Verklärung des Privatmann
Wie stolzen Italieners noch vom Geist
Der Befreiung unter Garibaldi geprägt
Das gibt kulturhistorisch auch einen
Interessanten Blick auf die danach
Entwicklung nationalen Denkens aus
Dem Gefühl eines vorher Mangels
Vielleicht kann so die Lektüre auch
Des frühen Malaparte helfen den
Seltsamen Nationalismus im vorher
Ostblock verstehen zu lernen
Über die Italiener fluchte dagegen
Johann Gottfried Seume auf seinem
Spaziergang nach Syrakus in Wien
In Gestalt eines dreisten Beamten
Dieser ein echter Wiener spricht im
Breitesten Dialekt den Seume dabei
Schriftlich darzustellen versucht was
Mehr seinen Ärger darüber noch zeigt
Wie es ihm dann doch mit viel Zeit
Gelingt an seinen Pass zu kommen
Ohne dem neugierigen Beamten zu
Viel zu offenbaren ist herrlich
Vor dem Pass der zur Abreise wie
Zur Weiterreise nötig ist beschreibt
Seume noch mit viel Humor das
Theater des Herren Schikaneder
In der Vorstadt an der Wien das
Sehr erfolgreich Stücke für das Volk
Auch gäbe die teils deftige Kritik
Am kaiserlichen Hof auch übten
Schikaneder ist uns heute ja eher
Als Librettist der Zauberflöte bekannt
Im Jahre 1802 war er erfolgreicher
Unternehmer mit Theater auch
Das sei kein großes Theater dort
So wenig wie das des Herrn Kasperle
Was ich erst für einen Witz nur hielt
Aber besser als das der Hofburg
So wie Seume Schikaneder hier
Beschreibt ist die Gaudi vorstellbar
Die beide Logenbrüder mit ihrer
Zauberflöte noch damals hatten
So legen sie dort einerseits die
Geheimen Rituale teils offen
Spielen mit dem großen Pathos
Bringen Liebe und Lust mit hinein
Davon schreibt Seume hier nichts
Aber es stellt den von ihm als sehr
Erfolgreicher Theaterunternehmer
Gezeigten Schikaneder gut dar
Seume hat einen feinen Blick auf
Die sozialen und kulturellen Dinge
Seiner Zeit was sehr lohnend ist
Und schaut dabei mit Humor auch
Die kleine Geschichte um den für
Italien nötigen österreichischen Pass
Aus der dortigen italienischen Kanzley
Zeigt wie wunderbar frei Europa ist
Gäbe es nicht so kleine Geister wie
Den deutschen Bundeskanzler der
Schon Wahlkampf mit seiner typisch
Deutschen Angst zu kurz zu kommen
Machte wären Grenzen in Europa
Geschichte aber dafür braucht es
Einen freien großen Geist der leider
Wenig zu Merz Persönlichkeit passt
So schlägt sich Deutschland weiter
Mit Typen herum wie dem Wiener
Den Seume herrlich karikierte und
Wählt sie sogar naiv zum Kanzler
jens tuengerthal 6.5.26
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen