Samstag, 2. Mai 2026

Lektürentagebuch 1.5.26

Lektürentagebuch 1.5.26

Begonnen am Tag der Arbeit heute
Mit Von der Arbeit aus dem Band 
Spazieren in Berlin von Franz Hessel 
Der entsprechendes uns erzählt

So besucht er die Kathedralen der
Wachsenden Industrie in Berlin was
In Gesundbrunnen bei Borsig begann
Ging dort weiter zu AEG in deren

Riesige Hallen mit teils automatisierter
Fertigung von Industrieprodukten die
Noch gefräst oder verwickelt wurden 
Von vielen auch Frauen am Fließband

Berichtet wie diese pausenlos dort
Arbeiten aber sich auch ihren Kaffee
In eigener Tasse auf dem Band nach
Einer Runde überbrüht liefern lassen

Schwärmend berichtet er von der
Produktion von Glühbirnen welche 
Arbeiten Männer und welche eher
Frauen übernehmen auch was 

Alles schon voll automatisiert dort
Abläuft und stellt sich eine künftige 
Welt vor in der Arbeit nur noch die
Maschinen beaufsichtigen die wir

Inzwischen immer mehr erreichen
Fährt dann in die Siemensstadt
Im nordwestlichen Charlottenburg
Erlebt die Produktion bei der Firma

Die bis 1966 noch Siemens & Halske
Hieß mit denen mein Urgroßvater
Noch Ostfriesland elektrifizierte mit
Dem bekannten Torfkraftwerk dort

Diese modernen Bauten werden
Mit viel Wohlwollen und Neugier
Auf die Ästhetik der Arbeit dort
Beschrieben die neues fertigt

Von der industriellen Produktion
Geht es zur eher handwerklichen
Von Bilderrahmen mit Drucken im
Großen Stil und wer dort was macht

Wieder ist weibliche und männliche
Arbeit nach Feinheit und Schwere
Unterschieden mit viel Humor dabei
Beschreibt Hessel auch die Motive

Die Rückschlüsse die sich aus dieser
Produktion für Wohnungen der Nation
Wie sich wandelnden Bedürfnisse der
Kunden ergeben sind klug bedacht

Schließlich besucht er noch die Orte 
An denen Konfektion wie Hüte noch
Produziert werden am Spittelmarkt
Wie Schaufensterpuppenwerke nah

Das alles betrachtet der Flaneur mit
Liebevoll bewundernder Neugier um
Etwas für Berlin typisches eben Arbeit
Als Kunstwerk ästhetisch zu sehen

Der kleine Spott oder auch dezente
Politische Anspielungen sind dabei
So klug wie unauffällig platziert wie 
Das uniformierter Hindenburg sich

In der Rahmenfabrik nicht so gut
Mehr verkaufe weil den noch alle
Aus dem Krieg im Keller hätten was
Lächeln und verstehen lässt dazu 

Der große Traum von Bildung des 
Grafen Christian von Krockow geht
Um Neuseeland weiter mit Beiträgen
Aus Sicht von Forster und Cook

Das ist teils nett gedacht und gut 
Beschrieben um die Situation an 
Bord wie an Land zu verstehen wie
Konflikte dort gelöst wurden 

Der Blick in das originale Werk 
Von Forster über diese Reise ist
Dabei deutlich realistischer ohne
Heutige politische Korrektheiten

Die Empörung über Prostitution von 
Frauen der Eingeborenen atmet eher
Sprache und Geist unserer Zeit ist
Aber dennoch wichtig und gut so

Ein dabei sehr humorvoll dazu noch
Beschriebenes Erlebnis eines jungen
Schönen Offiziers versucht noch die 
Brücke über die Zeit zu schlagen

Kurz in Forsters eigenen Bericht
Dieser Tage geschaut der völlig
Anders gewichtet aber eher ein
Gefühl für den Geist dabei gibt

Es gelingt Krockow nur bedingt
Sich sprachlich in die Zeit und
Das Denken seiner Protagonisten 
Einzufühlen scheint es mir dabei

Dies wirkt alles eher als würde 
Ein heutiger Autor die Protagonisten
Moralisch korrekt darstellen wollen
Was eher pädagogisch nervt

Dennoch ist die Lektüre dieses eher
Für ein breites Publikum verfassten 
Buches noch lohnend nur halt etwas
Pädagogisch offensichtlich dabei 

Diese übermäßige Korrektheit statt 
Authentizität finden viele Menschen
Als moralisch übergriffig was ich
Verstehe wir Leser sind nicht dumm

Wer ein Buch wir dieses mit dem
Titel Der große Traum von Bildung 
Liest muss nicht so belehrt werden
Wird lieber korrekt informiert dabei

Dies relativiert eine gute Idee wie
Den Ansatz im Geist der Aufklärung
Weil er nicht aufklärt sondern eher
Historisch inkorrekt nur unterhält 

Noch einige Seiten in den feinen 
Ghost Stories von Siri Hustvedt
Gelesen die weiter über Geister 
Wie ihre Erscheinung nachdenkt

Zunächst berichtet sie möglichst
Nüchtern und neutral von den 
Erfahrungen mit Erscheinungen
Aus dem familiären Umfeld was 

Noch um weitere Erfahrungen
Wie Berichte ergänzt wird die
Sie kritisch mit ihren persönlichen
Erfahrungen dazu noch abgleicht

Dann begibt sie sich wie so typisch
Für ihr Denken auf die Spuren von
Neurologie und Psychologie und wie
Diese solche Erscheinungen erklären

Ob wir uns dabei aus dem auch nur
Erfundenen Unterbewusstsein was 
Sie leider da typisch amerikanisch
Nicht kritisch hinterfragt täuschen 

Was die innere Gewissheit auch
Neurologisch erklären könnte wozu 
Sie Studien von Spezialisten auf
Dem Gebiet der Schizophrenie las

Auch diese beschäftigt sich ja mit 
Erscheinungen ihrer Patienten auch
Wenn es dabei nicht unbedingt um
Trauer um Angehörige ging

So hinterfragt sie in der Trauer schon
Die eigenen Gefühle und prüft ob sie
Schon der erste Schritt zum Wahnsinn
Sein könnten was viel Größe zeigt

Das sind spannende und auch für
Unser Verständnis der Erlebnisse
Wichtige Gedanken die sehr lohnen
Weil sie nicht beim Geist stehen bleibt

Auch auf wenigen Seiten schafft Siri
Es eine kritische Auseinandersetzung
Mit der seltsamen Erfahrung die uns 
Der Tod bringt philosophisch mit

Klugen Gedanken zu schreiben statt 
Sich im Hokuspokus zu verlieren 
Hinterfragt sie ihr Erleben weiter
Sucht nach vernünftigen Antworten

Diese Gedanken im Geist der
Kritischen Aufklärung die alles zu
Verstehen versucht und hinterfragt
Gefallen mir wieder mehr als gut

Genau darum sollten möglichst viele
Dieses großartige Buch lesen auch
Um esoterische Gewohnheiten mal
Kritisch selbst hinterfragen zu können

Dazu kommt sie tut dies auch als 
Verarbeitung der eigenen Trauer
Um ihre große Liebe Paul Auster
Sucht aber auch emotional Vernunft

Diese freiheitlich kritische Haltung
Könnte wohl vielen Menschen helfen
Statt Aberglauben und Angst nur zu
Verfallen vernünftig Lösungen suchen

jens tuengerthal 1.5.26

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